Schinkenhaare und Erwartungen.

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Mich haben heute zwei Menschen innerhalb eines Vormittags darauf angesprochen, wie exeptionell mein Englisch sei. Der reinste Wahnsinn, es ist wieder so eine Lobwelle. Wenn die mal kommen, dann richtig. Zuerst Srdjan, von dem ich ja gar nichts anderes mehr gewohnt bin – jedes Mal wieder, er überschlägt sich ja immer fast vor Begeisterung und macht mir damit ein sehr unangenehmes Gefühl, sodass ich meinen Kopf in meinen Händen verstecke und er mich fragt, was daran so lustig ist, woraufhin ich ihm heute erstmal erklärt habe, dass ich so viel Anerkennung einfach nicht abkann – und dann noch eine random Person, die im Kurs neben mir saß, Naemi heißt sie, welch ein interessanter Name.

Das alles erinnert mich an eine Beobachtung, die ich vor einer Woche gemacht habe, als ich im Grammar in Context-Kurs ein kleines Geschichtchen wiederbekommen habe mit dem Kommentar „Very good! I think you should be a writer.“ Ich habe mich verständlicherweise tierisch gefreut und habe das Blatt schnell weggesteckt, bevor es noch jemand gesehen hätte. Sehr überrascht war ich aber nicht; die Dozentin hat nicht sehr hohe Ansprüche und hatte mir außerdem letztes Semester schon gesagt, ich sollte doch Übersetzerin werden. Später aber habe ich nochmal darüber nachgedacht und war plötzlich sehr entsetzt von der Tatsache, dass mich nichts daran erstaunt hat und ich auch nur geringfügig gerührt von der Bemerkung war. Und ich habe mir in Erinnerung gerufen, dass es bestimmt sehr viele Leute gibt, die so etwas nie unter (oder in dem Fall über) ihren Texten stehen haben, und ich habe mich gefragt, was mir eigentlich einfällt, es nicht mehr zu würdigen. Vielleicht sollte ich meine Standards senken und nicht unbedingt erst richtig zufrieden sein mit meiner Arbeit, wenn hinterher solche wirklich ermutigenden Kommentare dabeistehen. Vielleicht ist es aber auch gut; zumindest in dem Bereich sind meine Erwartungen offenbar ja nicht unrealistisch hoch und durchaus erfüllbar, warum also freiwillig mit weniger zufrieden sein, als ich erreichen könnte?

Ansonsten war dieser Tag wieder mal äußerst ausgefüllt, aber bei Weitem nicht so stressvoll wie gestern. Und meine Haare sind auch wieder präsentabel, wenn man davon absieht, dass sie dank Samas Schinken-Fail vorhin in der Küche nicht mehr nach Friseur riechen, sondern eben eher nach Räucherfleisch. Ich könnte sie.. Aaaargh.

Nunja, jetzt muss ich auch schon wieder schlafen gehen. Morgen wird nochmal ein langer Tag und dann besteht endlich wieder Aussicht auf Entspannung.

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