Neuland? Treibsand?

Standard

Todesverwirrung. Todesverwirrung. Todesverwirrung.
Ich würde mich so gerne einfach mal selbst verstehen. Warum denke ich überhaupt darüber nach, warum macht mir das jetzt alles zu schaffen, wenn ich doch selber eingesehen habe und immer wieder sage, vorzugsweise zu Caro selbst, dass er so wenig versteht?

So schlimm ist es eigentlich gar nicht. Ich denke halt nur drüber nach. Meinen Tag selbst habe ich mit sinnvolleren Dingen verbracht, wie damit, meine Lippe und Zunge an einem kochend heißen Rührstab zu verbrennen. Sage mir mal einer, warum ich immer, wenn ich nicht geschlafen habe, idiotische Sachen mit heißem Zeug anstelle. Immerhin sind meine Karamell-Cupcakes sensationell geworden.

Außerdem habe ich geschlafen, von halb eins bis acht. Yay für mein Vampirdasein.
Nachher habe ich noch eine sehr angenehme Unterhaltung mit Serj geführt und ihm auf seinen Wunsch hin ein bisschen Musik gegeben – er möchte seinen Horizont erweitern und gerne ein bisschen was „Härteres“ hören. („Sag mal, du hörst ja schon eher so Rock, oder?“) Ich habe versucht, ihn mit meiner Auswahl erstmal nicht zu überfordern, und ihm Disturbed, Nirvana, Misfits, NOFX, Rise Against und Billy Talent gegeben, und Green Day wollte er auch haben. Da wurde mal wieder das Leben von jemandem auf noch ungeahnte Weise bereichert. Ich hoffe, irgendwann wird er die Bereicherung zu würdigen wissen.

Und jetzt, nachdem ich meinen Film zu ende geguckt habe (heute „Heartbreak Kid“, war ganz okay), bin ich eben wieder am Nachdenken, warum um alles in der Welt ich eigentlich noch nicht an bodenloser Dummheit gestorben bin. Eben weil Şahin gestern wohl wieder zu Caro gesagt hat, er würde durchaus gerne mit mir reden. Aber wir wissen alle, dass er es niemals tun wird, weil er davon ausgeht, ich könnte ihm eventuell Vorwürfe machen. („Abfreaken“ nennt er es laut Caro. „Wenn du nur mit mir reden willst, um auf mir rumzuhacken, lass lieber nicht reden“, nannte er es damals im Dezember 2011 in unserer Facebook-Korrespondenz vor dem letzten Telefonat.)

Dieses feige Schwein. Caro hat ihn wohl mit dem Ganzen so dermaßen zugelabert, dass er nie wieder etwas davon hören will, „weil es ja eh keinen Sinn hat“, und ohne das Thema anzusprechen, kann er mit mir auch schlecht Kontakt aufnehmen. Er wird es also nicht tun. Außer wenn er von Caro erfährt, dass er von mir nichts zu befürchten hat. Weil ich einfach so abartig dumm bin und nicht das Bedürfnis verspüre, ihm eine Szene zu machen. Eigentlich vor allem, weil eine Szene niemals dem, was ich durchgemacht habe, auch nur im Ansatz je gerecht werden könnte.
Aber das will ich ja gar nicht – dass er um das Risiko auch noch herumkommt. Das habe ich gestern wieder ganz glasklar gesagt. Das ist das Allerletzte, was ich will.

Aber allein die Möglichkeit.

Und oh, diese unverschämte, ahnungslose Sackratte. Sagt zu Caro, wir hätten ja eine „deepe“ musikalische Verbindung gehabt und am liebsten würde er mit mir eine Art musikalische Beziehung unterhalten, sozusagen (nicht mehr seine Worte) eine Art musikalischer Friends with Benefits, nur halt ohne Freundschaft. Bzw die Freundschaft von der Musik getrennt halten.

Dieser Abschaum von einer Bettwanze.
Was ich mir einfach nicht erklären kann, ist wieso ich diesen ganzen Komplikationen und jeder Vernunft zum Trotz so gerne hätte, dass er von alleine ankommt und mit mir redet. Mein Leben ist so wunderbar geregelt gerade, mir geht’s gut, ich habe es alles so wunderbar schon verarbeitet. Zumindest so, dass ich leben kann, ohne dass es mir wie ein Haufen riesiger Steine jeden Tag aufs Neue im Weg liegt. Das alles zu riskieren, um einen Kontakt zustandekommenzulassen, der zu nichts führen kann, zu rein gar nichts, außer wieder Chaos und reiner Idiotie, warum??

Das Schlimme ist, ich rede eine Minute mit ihm und alles ist egal, alles ist weg, was zwischendrin war. Ohne jeden Zweifel weiß ich das. Gawd, ich sollte niemals wieder mit ihm reden. Aber es ist so absurd, ich war doch so fest davon ausgegangen, es auch nie mehr zu tun. Mit keinem von den beiden. Ich war so felsenfest davon überzeugt. Vielleicht sollte ich mich einfach mit der Möglichkeit zufriedengeben – die schon so viel mehr ist, als ich jemals noch erwartet hätte. Und damit, dass er mich nicht hat ersetzen können, was ich nun explizit gesagt bekommen habe und was auch so viel mehr ist, als ich geschätzt hatte noch zu bekommen.

Vielleicht sollte ich auch lieber den ganzen Kontakt wieder abbrechen. Jetzt habe ich doch wirklich alles erlangt, was ich mir wünschen kann. Außer meinen geliebten Menschen wieder, aber der hat sich vor anderthalb Jahren in Rauch aufgelöst und wird in dieser Form auch niemals wieder existieren.

Aber oh, ich bin verwirrt.

Und ich bin trotzdem froh über die unzähligen Lektionen, die ich gelernt habe. Und es gibt noch so viele mehr zu lernen. Die Frage ist, ob ich mehr lerne, wenn ich mich länger auf diesem unwirklichen Gebiet bewege und es weiter versuche, oder ob Loslassen in dem Fall dazugehört.

Ich bin so überfordert.

Werbeanzeigen

»

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s