(Allge)meine Entstressung

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So. Heute Abend kommt Sarah hoffentlich in den Besitz meines Wohnungsschlüssels, was mir erlauben würde, endlich meinen neuen Zwischenmieter einziehen zu lassen. Es ist fast schon unverschämt, zu was für Unternehmungen ich sie zwinge – man stelle sich vor, Atanaz hat sich gedacht, hm, solange keiner sich beschwert, bleib ich einfach mal wohnen und mach einen auf Occupy Wohnheimzimmer. Gewissen, gib Ruhe.

Dafür werde ich – sollte es jemals dazu überhaupt kommen – darauf verzichten, ihr meine Bachelorarbeit zum Nachher-Drüberlesen anzuvertrauen, wie ich es eigentlich vorhatte. Nachdem es mit meinen Lektorarbeiten an ihrer ja gut geklappt hat. Aber in diese ungewisse Situation für mich reinzustürzen ist wohl Hilfe genug. Jetzt wird das Bitten um Gefallen erstmal ein paar Jährchen lang unterlassen.

Es gibt außerdem gute Nachrichten aus der Uni. Wir haben einen neuen Dozenten in Traducción Alemán-Español und er macht den Kurs so viel besser als die lausige Vertretung vorher. Sein Deutsch ist zwar auch nicht das perfekteste, aber alles Andere stimmt. Aufmerksam, interessiert und involviert in unsere Arbeit ist er, diskutiert mit einem, geht rum, während wir arbeiten, macht Anmerkungen, hilft einem reformulieren, wenn man Fragen stellt.. Man kann Fragen stellen. Man sitzt nicht nur zwei Stunden lang da und schläft halb hinter dem Computer ein. Man lernt. Man macht Fortschritte. Mehr so wie in den Übersetzungskursen, die ich zu Hause immer hatte und bislang hier so kläglich vermisst habe.

Die weniger gute Nachricht ist, dass Inglés-Español immer noch so todesfrustrierend und langweilig ist wie bisher. Und dass, wie ich gestern Nachmittag erfahren habe, die Dozenten in den Computerräumen offenbar überwachen können, was die Studenten an ihren Computern so treiben.
Hoffentlich war mein Spider-Solitaire-Spiel gestern Früh für sie unterhaltsam. Wenn es schon sonst nichts an ihrem Kurs ist. (Ausgenommen die murmelnde Stimme von Charlie, meinem englischen Kumpel, der neben mir seine 64 juckenden roten Punkte zählt – seit Sonntag, meint er, sucht etwas sein Zimmer heim und saugt ihm die Arme aus. Ich habe ihm gesagt, er soll sein Zimmer genau unter die Lupe nehmen; nicht dass er sich am Ende Flöhe eingefangen hat. Aber von diesem Vergnügen in der letzten Reihe hat die arme Profe ja nichts.)

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