Idazten.

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Schriftliche Kommunikation ist das Fürchterlichste, was man sich vorstellen kann. Klar ist sie nebenbei auch lebenswichtig und absolut essenziell für das menschliche Dasein, aber trotzdem. Ugh. Gerade im Zeitalter des Internets bin ich mir fast sicher, dass eine unfassbare Anzahl an Missverständnissen und allgemeiner Fehlkommunikation über dieses Medium auftreten. Sicher sind diese meistens dank der rasenden Geschwindigkeit, mit der das alles heutzutage so vonstattengeht, auch schnell wieder behoben, aber was, wenn nicht?

Wie gern würde ich einfach alles Geschriebene einmal ausgesprochen hören, damit alles an (eben nicht) mitschwingenden Subtilitäten mir dazu vermittelt wird. Gerade der Tonfall ist doch so immens wichtig. Mir vor allem; ich brauche ihn, um bestätigt zu bekommen, dass das, was ich da gerade (eben nicht) zu hören bekommen habe, nicht so böse gemeint ist, wie ich es im Zweifel auffasse.
Unsichere Menschen sind keine geborenen Chatter. Wir behelfen uns mit Emoticons, um unsere Intention auch ganz sicher so glasklar rüberzubringen, wie es nur irgend möglich ist. Würde der Rest der Welt das auch tun, hätten wir ein Problem weniger.

Jetzt werde ich gerade ganz entsetzlich müde. Dabei habe ich nicht die geringste Lust zu schlafen; am liebsten würde ich mir die Nacht um die Ohren schlagen, dabei Ken Zazpi hören und Zea Mays und Berri Txarrak, und all die anderen Sachen, die ich noch gerne machen würde, könnte ich dadurch gleich schon vergessen, weil mir in Anbetracht der übernatürlichen Musik niemals genug Konzentration dafür bleiben würde.

Das kommt nun also davon, dass ich morgen zu JO fahre. Das letzte Mal, dass ich bei ihr war, habe ich Olatuz Olatu gehört – so oft, dass es kaum mehr aus meinem Kopf verschwinden wollte und zusammen mit dem ebenfalls zu der Zeit dort angesiedelten Hey Jude eine recht interessante Kombi ergab. Und als ich eben darüber nachdachte, dass ich ja morgen zu JO fahre, kam mir natürlich Ken Zazpi in den Sinn, wie auch nicht.

Und was nicht noch alles. „Morgen fahr‘ ich nach Frankfurt, und übermorgen fahr‘ ich nach Luxembourg“, sagte ich vorhin, als Sebi und Sarah und ich einen nächsten Termin für die Bandprobe festmachen wollten. „Was machst du in Frankfurt?“, fragte Sebi. „Bei Uki?“

Vielleicht nicht. Vielleicht eher bei JO, die ich übrigens alle Nase lang mal dort besuche. Was um alles in der Welt habe ich verkehrt gemacht, dass nach der ganzen Zeit jeder, der hört, wo ich hinfahre, mit dem Ukumensch ankommt. Außerdem habe ich irgendwann mal geträumt, beim Ukumensch vor dem Haus rumzulungern und dann zu ihm hoch zu flüchten, weil irgendein Asi-Kind neben mir Hip Hop anmacht, und mordserstaunt zu sein, dass er mich seiner Kein-Spontanbesuch-Policy zum Trotz überhaupt reinlässt.

Wecker ist gestellt auf halb acht. Ich weiß nicht, wie ich das überleben soll. Ich habe mir aber auch schon jetzt so halbwegs vorgenommen, nicht zu Sentence Processing zu gehen, in erster Linie weil ich wieder das Paper nicht gelesen habe und es langsam unangenehm wird, in einer Gruppe von 5-6 Leuten immer diejenige zu sein, die nie Kursmaterialien dabei- oder sich tatsächlich mal vorbereitet hat. Außerdem werde ich eh erst zu Euskera wach. Ich freue mich jetzt schon wieder drauf. Was für ein Lebenselexier dieser Kurs ist.

Aber jetzt bin ich so geschlaucht, dass mir die Tastatur vor den Augen verschwimmt und ich das Gefühl habe, gleich ins Koma zu fallen. In dem Sinne: GNOM.

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  1. Als Emoticons in Mode kamen (es muss Lichtjahre her sein), habe ich immer wieder betont, dass meine Sprache dafür ausreicht verstanden zu werden – auch ohne Grinsgesichter.

    Wir können so viele Worte nutzen, dass uns schwindlig werden könnte, aber wir haben es verlernt. Oder?

    Unsere Zeit ist zu schnelllebig geworden, um in ruhe darüber nachzudenken, welche Worte die richtigen wären. Leider!

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    • Bedingt hast du da Recht – die Sprache degeneriert (gerade online) ganz rapide, und das ist fürchterlich und liegt bestimmt auch an der Schnellebigkeit unserer Zeit. Ich bin trotzdem überzeugt, dass Schrift, so vorsichtig gewählt die Wörter auch sein mögen, keine andere Form der Kommunikation ohne Verluste ersetzen kann, einfach weil die übers rein Verbale hinausgehenden Ebenen fehlen. Die Schriftsprache allein lässt (mir zumindest) zu viel Raum für Interpretation.

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