Heimatkrise (aber nicht wirklich!): Auf ein Neues.

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So, irgendwie hatten wir jetzt Weihnachten und da steht ein Baum im Wohnzimmer, der wie jedes Jahr wunderschön geschmückt ist, aber, soweit ich das überblicke, niemandem von uns die passende Stimmung wirklich ins Herz zu holen schafft. Wir haben die meisten unserer heiligen Heiligabendstraditionen über Bord geworfen und während es sich dadurch einfach noch weniger wie Weihnachten angefühlt hat, bin ich irgendwo doch froh drum; es wäre zu geheuchelt gewesen. Die ganzen Jahre davor war es immer schon nicht mehr echt. Und dieser letzte Heiligabend in diesem Haus (es verzieht mir doch ganz schön den Brustbereich, wenn ich zu sehr drüber nachdenke) war einfach nochmal symbolisch dafür, dass Veränderungen unaufhaltsam sind. Man verändert sich und sein Leben ja meistens widerwillig oder zumindest schwerfällig – Materie ist faul; sie will sich nicht bewegen. Genau so ist unser Geist. Wir haben alle ein Haus im Kopf, das wir oftmals schon seit vielen Jahren bewohnen und das aufzugeben uns so voll und ganz widerstrebt, weil wir einfach nicht wissen, was draußen auf uns zukommt. Aber natürlich ist auch Veränderung die einzige Möglichkeit, überhaupt irgendwie voranzukommen.

Ich hab‘ Angst, so ein bisschen, dass die Nostalgie irgendwann doch noch zuschlägt. Mir wird immer mehr bewusst, dass der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, doch irgendwie zu mir gehört, jetzt, wo ich im Begriff bin, ihn wirklich hinter mir zu lassen. Auch wenn ich hier nie so wirklich das Leben kennengelernt habe, wie es sich mir viel später offenbart hat; irgendwo ist Oldesloe ein Teil meiner Heimat.

Umso dankbarer bin ich, mein Zuhause an anderer Stelle gefunden und aufgebaut zu haben. Man stelle sich nur vor, ich wäre einer von diesen Menschen, die studieren gehen und aber ihr Elternhaus nie wirklich im Geiste verlassen. Die sagen, „ich fahr heim“, und meinen, „ich fahr meine Eltern besuchen“. Dann wäre ich so tief getroffen von diesem Verlust jetzt – dann hätte ich ja praktisch (wieder einmal) kein richtiges Zuhause mehr. Eine Runde immense Dankbarkeit für mein Zuhause, wheey.

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