Leben am Sonntag

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Also. Was gestern an Willenskraft gefehlt hat, konnte ich heute aufbringen und habe zwischen zwölf Uhr und jetzt ganz schön was geschafft gekriegt.

Am meisten freut mich, dass ich mich dazu durchringen konnte, zwischendurch noch Sachen zu erledigen, die nichtmal auf meiner Liste standen. Ich habe aus der Rückseite des vor ein paar Jahren mal unsinnigerweise geretteten riesenhaften Andy-Warhol-Kalenders ein Stück Pappe ausgeschnitten und als Schild für diese Gelegenheiten beschriftet, in denen ich Essen vor der Tür stehen habe, um Menschen darauf hinzuweisen, dass sie es sich mitnehmen können. Inklusive Name der Foodsharing-Website und Facebookseite. Das Ganze dann angebracht in diesem extra für den Zweck neulich vor dem out-of-business Teppichladen containerten Aktionsschildhalter. Super praktisch, sogar mit ausziehbarem Stiel.

Und ich habe das Kabel bestellt, das Sarah und ich für unseren Auftritt am Donnerstag bei Mamas erster Schweizer Vernissage noch brauchen. Diesmal wird es weit weniger chaotisch ablaufen als letztens im KULA – natürlich wird es das; meine Mutter ist involviert, wie sollte da noch irgendetwas dem Zufall (oder noch schlimmer, meinem berüchtigten Organisationstalent) überlassen bleiben. Es ist schade eigentlich; weder R noch Basti können an dem Abend dabeisein – R muss arbeiten und Basti hat Schulung in Ulm. Er ist ab morgen schon weg, und dann gleich für einen ganzen Monat. Furchtbar, ich sag’s dir.

Oh, Basti. Er hat mich gestern halb zu Tode schockiert, indem er mir schrieb, er könne mich durch meine Webcam sehen, während ich der Meinung war, er würde mit dieser komischen Person rumhängen, mit der er sich seit einiger Zeit so am Beschnuppern ist. (Ich habe sie zwar nie zu Gesicht bekommen, aber sie ist mir aus den Erzählungen heraus so dermaßen unsympathisch, dass ich mir schon Gedanken machen würde, ob mein „Die ist nicht gut genug für meinen Bruder“-Instinkt nicht ein bisschen überreagiert. Aber nein, ich fürchte fast, sie ist einfach objektiv betrachtet schon nicht der Mensch meiner Wahl, wenn ich denn eine hätte. Was nicht heißt, dass ich nicht, being myself, diesen Eindruck von einer Sekunde auf die andere revidieren werde, sollte sich bei unserem Zusammentreffen herausstellen, dass meine Intuition mich getrogen hat.) Jedenfalls wähnte ich Basti bei sich zu Hause und meckerte ihn schon an, er solle mal vom Handy weggehen, weil es ja wohl mal sowas von unsozial ist, mit Leuten zu schreiben, während man Besuch hat, und auf einmal sagte er mir, ich würde „so ein rosarotes Oberteil“ anhaben und die Ohrhänger, die er als Papageienschaukel bezeichnet. Mein Oberteil war orange und meine Ohrhänger waren die Papageienschaukeln, demnach bekam ich einen Riesenschrecken und habe ungläubig und halb verzweifelt die Webcam zugehalten, bis ich auf einmal Bastis Klopfen an meiner Küchentür vernahm und mir gewahr wurde, dass er mich durchs Fenster gesehen hatte. Whoa. Wirklich.

Kepa wurde später Zeuge unserer letzten Fringe-Session in diesem Leben. Er hatte Sagardoa mitgebracht, welchen wir zügig vernichteten, um uns anschließend den letzten beiden Folgen der Serie zu widmen. Trudi und Hannes waren dabei, sich nebenan zu betrinken, und trugen bei fortgeschrittener Uhrzeit vermehrt zur klanglichen Untermalung bei, was dann irgendwie darin kulminierte, dass Basti weg war, Kepa schlief und ich im Bett lag, während durch die papierdünnen Wände zu hören war, wie Hannes einen random Menschen vor dem Haus dazu beorderte, ihm eine Zigarette zu geben, und ihn daraufhin zu sich und Trudi ins Zimmer einlud. „Jo, er kommt rein, man!“ Danke für die Info. Aber dadurch, dass er sich heute zumindest fake-concerned bei mir erkundigt hat, ob sie uns eigentlich in der Nacht noch aufgeweckt hätten, bin ich schon wieder recht besänftigt.

Jetzt, ein paar Stündchen später, ist es auf einmal schon wieder nach Mitternacht (ich weiß ja nicht, was die Uhrzeitanzeige, die da oben erscheint, wenn man über das Datum hovert, für ein Problem hat, aber bin einfach mal froh, dass sie mir zumindest einen ungefähren Anhaltspunkt zum konkreten Zeitpunkt der Erstellung meiner Einträge bietet). Basti ist weg, R ist schon gegen acht wiedergekommen und hat sich nach ein paar Folgen „The Nanny“ auf den Boden verkrochen, um dort zu arbeiten, und ich gehe jetzt mal schlafen. Nachdem „1 Unterpunkt BA-Arbeit“ der einzige Punkt meiner To-Do-Liste war, den ich gestern nicht abgearbeitet habe, sollte ich heute in dieser Richtung umso produktiver sein.

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