Advent, Advent; kein Lichtlein brennt.

Standard

Ich geb’s auf – während ich mich in den letzten Jahren immer noch zumindest bemüht habe, irgendwie Traditionen aufrechtzuerhalten, ist es dieses Mal dann whl ganz und gar vorbei mit der Weihnachtlichkeit. (Oh, das klemmende O macht mich kirre.)

Wobei ich mich schon gleich noch aufraffen und einen behelfsmäßigen Adventskranz zusammenzimmern könnte, einfach indem ich vier von diesen weißen Glitzerkugelkerzen auf diesen gold-kupferfarbenen Teller mit mond- und sternförmigen Ausstichen am Rand draufsetze, den ich neulich auf dem Rückweg vom Containern vor einem Geschäft aus dem Papier- und Sperrmüll gesammelt habe. Und die ein oder andere Deko sollte in meiner kleinen Kiste im Keller noch aufzutreiben sein, wozu habe ich sie sonst überhaupt. Und backen könnte man, ich habe doch extra schon eine Packung Eiweiß hochgeholt.

Jap, ich glaube, ich bin wieder motiviert. Den ganzen Tag habe ich nur geschlafen, dann rumgehangen und meine Vergangenheit durchgelesen wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr – Ende 2014 war der Zeitraum meiner Wahl und das emotionale Chaos dieser Zeit hat sich ansteckend auf meinen Jetzt-Zustand ausgewirkt. Überhaupt war ich von vornherein sehr merkwürdig emotional aufgeladen heute. Deshalb habe ich ja überhaupt damit angefangen. R saß daneben und schaute Formel 1, während ich völlig in meiner Zeitreise versunken dahing. Weird, denke ich da mal wieder, wie zwei Leute direkt nebeneinander in vollkommen verschiedenen Welten sitzen können.

Jetzt aber bin ich durch mit dem Jahr, R hat mir und sich selbst ein Bier aufgemacht und sich ins rosa Zimmer verkrochen, um dort weiterzunerden (Informatik, nicht mehr Motorsport), und ich habe Zeit, mich wieder in meiner Gegenwart ein- und zurechtzufinden. Und besser ist das; ich kann mir nichtmal mehr vorstellen, wie ich dieses Chaos damals überstanden habe. Dagegen ist alles, womit ich gerade zu kämpfen habe, so bedrohlich wie eine durchschnittlich große Quietscheente.

Ich habe außerdem ein Erfolgserlebnis zu verzeichnen. Nämlich habe ich mich gestern mit dem ersten der 18 abzuarbeitenden „Studienbriefe“ befasst, daraufhin den Selbsttest durchgeführt, dort die volle Punktzahl eingestrichen und mich gefragt, ob das jetzt so weitergeht – Peggle zockend dasitzen und nebenher das Zeug durchlesen, dann alles beantworten können und am Ende die Prüfung zu machen. Vielleicht wird es das ja. Leicht verdiente Zusatzqualifikation.

R hat sein Handy hier auf der Couch liegenlassen. Gute Gelegenheit zum Aufstehen, Wäscherunterbringen, Dekohochholen, Adventskranzanfertigen. Ich mache mich auf und tue genau dies. Zumindest ist das der Plan.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s