Whackos forever

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Morgen, ich sag’s dir – das habe ich gerade so beschlossen – morgen wird ein guter Tag. Ich muss nur am frühen Nachmittag zu Sophi und habe ansonsten frei, und ich kann mir eine To-Do-Liste für den Rest des Tages machen. Tage mit To-Do-Listen werden meistens gut, zumindest immer dann, wenn ich mir tatsächlich Mühe gebe, mich dran zu halten.

Für morgen könnte ich mir vornehmen:

  • duschen & epilieren & Nägel schneiden & Augenbrauen zupfen
  • 1 „Studienbrief“ durchlesen und den Selbsttest machen
  • staubsaugen
  • Glastisch putzen
  • Arzttermin für Konsiliaruntersuchung machen
  • Schnittlauchtöpfchen anlegen
  • Etwas zu Ebay stellen

…das sieht doch schonmal ganz gut aus. Heute habe ich eine eher ruhige, um nicht zu sagen „lahme“ Kugel geschoben; etwa so lahm wie ich heute Früh mein Fahrrad den monströsen Berg hochschieben durfte, nachdem sich mein Rock in den Bremsen des Hinterrades verfangen hatte, was nicht nur dafür sorgte, dass mein Rock jetzt teilweise schwarz und zerfetzt ist, sondern mir noch dazu jeglichen Schwung nahm, weil ich mitten auf dieser 50%-Steigung anhalten und dieses Problem beheben musste. Dadurch kam ich sieben Minuten zu spät zu der Therapeutin, die eh schon, wie es für Therapeuten typisch ist, immer sehr bedacht darauf ist, pünktlich Schluss zu machen. Der Teil der Session allerdings, den ich anwesenderweise erleben und nutzen durfte, war dafür umso besser, weil sie diesmal mit der Diagnostik angefangen hat und ich sowieso das Gefühl habe, dass es mehr bringt, die Hintergründe zu verstehen, als sich direkt in akute Probleme zu stürzen. Außerdem, wann würde ich freiwillig eine Gelegenheit auslassen, mich durchleuchten zu lassen.

Ich mochte diese Session wirklich. Sie hat diese Liste mit Beschwerden vorgelesen, anhand derer man feststellen kann, wie depressiv jemand veranlagt ist, und ich fühlte mich an die ganzen Psychotests erinnert, die ich immer so gerne mit Laura zusammen gemacht habe. Und ich habe mir gedacht, dass es genau wie damals ist, als wir in der Redundant-Nimrods-Gruppe diese Psychotestphase hatten und alle ihre Ergebnisse in die Gruppe gepostet haben und meine Abgewracktheit immer hinter der von Becci den zweiten Platz einnahm. So war es auch heute. Becci hätte locker noch drei Symptome mehr bejaht als ich. Whackos forever. Gotta love Becci. And be excited about the fact she, too, has an appointment with a psychiatric institution tomorrow where, hopefully, they’ll help make her life a bit easier.

Übrigens: Etwas Großartiges ist passiert, und ich habe noch gar keine Gelegenheit gehabt (bzw. genutzt), es zu verkünden: Meine Schreibblockade ist durchbrochen. Ich habe zwei Songs an einem Tag fertiggestellt. Zwei ganze Lieder. Wobei die Texte schon vorher dawaren, aber ich habe auf einmal die Melodien dazu. Wobei das eine der beiden eine ziemliche Arbeit war, das andere dagegen umso weniger. Ich habe einfach kurz draufgeguckt, mich dran erinnert – oh, das gab’s ja auch noch! – und völlig aus dem Nichts war es da. Es war wunderbar. Ich habe sogar R davon erzählt, gerade vorhin, als er kurz daheim war. Natürlich hat er nicht drauf reagiert oder so. Aber immerhin kann ich mir nicht vorwerfen, ich hätte es gar nicht erst mitgeteilt. Außerdem muss es ihm doppelt abwegig vorgekommen sein, darauf einzugehen, denn es war im Rahmen eines kleinen Gesprächs über meine Eltern und er war schon auf dieser ersten Gesprächsebene genug ausgelastet damit, sich für einige Sekunden zumindest dafür zu interessieren. Aber ich schaffe das noch. Ich habe nur in letzter Zeit mehr Schwierigkeiten, mich damit abzufinden. Aber ich bin soweit, dass ich es ihm bewusst mache, und er ist soweit, dass er merkt, dass er aktiv daran arbeiten sollte. Also: Es wird.

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