Nachwort eines sonnigen Wintertages

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Ich habe einen unmöglichen Schwachsinn zusammengeträumt letzte Nacht, in dem Nicole und der Ukumensch zentrale Rollen einnahmen – beides Menschen, mit denen ich nun wirklich seit Jahren kaum mehr kommuniziert habe, wenn überhaupt. Aber wie es das Unbewusste so vortrefflich beherrscht, hat es sich zielsicher zwei Personen ausgesucht, deren Fehlen in meinem jetztigen Leben ich tatsächlich ziemlich bedauere.

Nunja. Ich habe außerdem von der Wirkung von Musik auf meine Mutter geträumt. Das hat den Hintergrund, dass sie im Zuge ihrer posttraumatischen Verstimmungen (wenn wir es nett ausdrücken wollen) die letzten paar Jahre einfach keine Musik mehr gehört hat und erst vor ganz Kurzem wieder damit anfing, nachdem ich ihr das Album von Sarah Lesch mit ‚Testament‘ drauf zu Weihnachten geschenkt hatte. Wir haben auch zusammen gesungen, als sie hier war – ‚Sagt mir, wo die Blumen sind‘. Beim ersten Durchlauf war ihre Stimme ganz heiser und gebrochen. Schon der zweite und dritte Versuch aber brachten ihre alte Singstimme wieder zum Vorschein. Es war für sie etwas ganz Großes, wieder mal zu singen. Sie war sehr glücklich und sagte, das würde das ganze Drama vom Vortag wieder wettmachen. Ich bin immer noch froh, dass ich darauf bestanden habe, dass sie nicht früher als geplant nach Hause fuhr. Sonst wäre der gute Tag danach nie passiert und wir wären mit einem entsetzlichen Gefühl auseinandergegangen.

Ich habe heute nach der Arbeit Mike besucht. Wir sind spazierengegangen; er auf Krücken, weil er gerade erst am Miniskus operiert wurde. Als ich zurück heim fuhr, wurde es gerade dunkel und mit einem Mal auch irre kalt. Ich hatte kein Licht am Fahrrad und mir froren auf der zweiten Weghälfte bald die Zehen ab; es war unlustig. Aber zumindest hatte ich das Gefühl, etwas Gutes für mich getan zu haben.

Vor ein paar Stunden haben Becci und ich auch endlich mal unseren Urlaub geplant. Es wurde Zeit, denn er beginnt schon in gut zwei Wochen. Wir haben uns in Anbetracht unser beider dringenden Bedürfnisses nach Wärme und der Preise für diverse Flugstrecken letztendlich für die Azoreninsel Terceira entschieden. Ein halbes Jahr planlos und mit einem Mal haben wir Flugtickets gebucht und ein Hostel reserviert. Es kann so einfach gehen.

Nach diesem unzusammenhängenden Wirrwarr an Informationen werde ich mich jetzt beeilen, mal einzuschlafen, denn in dreizehn Stunden muss ich schon wieder arbeiten. Ich bitte alle Bots hier, mir die Daumen zu drücken, dass es nicht glatt ist und ich lebend bei Sophi ankomme. Vorzugsweise auch noch zurück.

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