Winterzeit

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Der Übergang zum Winter gestaltet sich dieses Jahr (zumindest in meinem Kopf) überraschend fließend. Vielleicht einerseits, weil ich den Sommer über bereits wie eh und je von dem Wissen um diesen Moment begleitet wurde und es häufig genug vorkam, dass ich mir in der brütendsten Hitze Gedanken um das Kahlwerden meiner Terrasse, das Überwintern der Pflanzen und das Hervorkramen meiner Sonnenlichtlampe gemacht habe. Ich wäre nicht ich selbst, wäre das nicht so gewesen.

Dafür geht es mir gerade erstaunlich gut damit. Ich kann mich an andere Jahre erinnern, in denen es mir weniger leicht fiel, zu akzeptieren, dass man jetzt schon wieder halb erfriert, wenn man sich Kräuter fürs Frühstück holen geht oder die Katze wieder die Tür sperrangelweit aufschiebt, wenn sie, von einem ihrer sich rapide verkürzenden Balkonausflüge wiederkehrend, wieder ins Warme flüchtet. (À propos, ich sollte gerade mal aufstehen. Die Katze steht vor der durch mich in weiser Voraussicht geschlossenen Tür und verlangt Einlass.)

Soeben habe ich außerdem eine weitere Pflanze hereingeholt. Nach den vier azorischen Winden (von denen ich wirklich gern wüsste, was sie genau sind, aber solange sie nichts tun als immer die gleichen Blätter ausbilden und, naja, sich zu winden, wird das mit der Bestimmung schwierig), die ich neulich schon mit einer rabiaten Kürzungsaktion von ihrem Standort entfernt habe (sag mir nochmal einer, aus welcher bodenlosen Intelligenz heraus ich sie durch den Gitterzaun habe klettern lassen), steht nun auch eins der Annonenbäumchen (welches über den Sommer zu einem stattlichen Exemplar herangewachsen ist, mehrere Seitentriebe sowie riesige Blätter ausgebildet hat und mir mit dem Haupttrieb bis über die Hüfte reicht) wieder im Wohnzimmer. Letztes Jahr habe ich meine Bäumchen – dichtgedrängt auf den Fensterbänken des warmen Wohnzimmers – größtenteils über den Winter bekommen, ohne dass sie ihr prächtiges Laub abwerfen mussten. Das klappt hoffentlich dieses Mal wieder.

So. Damit habe ich meine Stunde Pause dann auch schon erfolgreich hinter mich gebracht. Gefrühstückt, Kaffee getrunken, Annone versorgt, Blögchen belebt. Das stumpfe Postediten anderer Leute Geschäftsmails kann weitergehen.

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