Kein Peil (und trotzdem am Leben)

Standard

Das war mal wieder ein Wochenende der besonderen Sorte, nicht unwesentlich aufgemischt durch meine bodenlose Verpeiltheit. Aber letztendlich hat alles so funktioniert, wie es sollte – wenn auch anders als geplant.

Samstag war das (durch mich lethargiebedingt bis zur letzten Sekunde verdrängte) Eintagesfestival in Wiesbaden, zu dem Beccis Mutter Karten gewonnen hatte und dann nicht hinwollte, während Becci mit der Arbeit auf Freizeit war, sodass das Vergnügen mir und Cornelia zuteil wurde. Es wurde ein toller Tag mit einem wunderbaren (wenn auch mit 70 Minuten eindeutig zu kurzen) Frank-Turner-Konzert als Abschluss. Der Mensch hat eine der beeindruckendsten Ausstrahlungen, die mir je untergekommen sind, und wird noch dazu gefühlt von Tag zu Tag schöner. Das ist absolut nicht normal. (Cornelia, die in solchen Dingen immer hervorragend informiert ist, eröffnete mir, dass er wohl mittlerweile verlobt ist, was mir zugegebenermaßen so ein bisschen meinen Plan B für mein Leben zerstörte.)

Sonntag war Bürgerentscheid bei mir zu Hause, und da ich die Briefwahl zwar beantragt, aber dann leider die Unterlagen nicht aus dem Briefkasten geholt hatte, durfte ich Samstag Nacht entgegen des Plans wieder heimzockeln, um zur Wahl präsent zu sein.

Ich hatte mir – unwahrscheinlich motiviert, wie ich zur Zeit wundersamerweise bin – bereits ein Busticket gekauft, um im Anschluss wieder nach Hessen zu fahren und an Cornelias Geburtstagsfeier teilzunehmen. Leider war ich zu dumm, den richtigen Bus zu identifizieren, und wartete eine halbe Stunde lang auf den falschen (während der richtige vor meinen Augen ein- und wieder abfuhr). Das veranlasste mich dazu, erneut den Plan zu ändern und wieder nach Hause zu fahren, wo ich den mir unverhofft geschenkten Tag dazu nutzte, um die Wohnung in Ordnung zu bringen und insbesondere das Bett im kleinen Zimmer freizuräumen, damit Becci, mit der ich eigentlich ja dann von Cornelia aus hierher fahren wollte, darin würde schlafen können.

Becci kam dann auch tatsächlich, aber in einem fürchterlichen Zustand, da sie sich auf dem Weg mit ihrem relativ frisch gebackenen Sowas-wie-Freund zerstritten hatte, der eigentlich kurz mit reinkommen wollte, sodass ich ihn hätte kennenlernen können, bevor er mit Bus und Zug weiter nach Karlsruhe fuhr, dann aber stattdessen beleidigt draußen an der Bushaltestelle stand, während Becci todesfertig allein in die Wohnung kam.

Ich habe uns dann, ohne lang zu fackeln, eine Flasche Brombeerlikör vor die Nase gesetzt und mich daran gemacht, die Situation zu durchdringen. Ergebnis (abgesehen davon, dass ihr Spezialfall augenscheinlich hinsichtlich seiner Bipolarität Jekyll und Hyde in nichts nachsteht) ist, dass Becci nun verkatert neben mir auf dem Sofa hängt. Ich dagegen habe mich von dem (nicht unbeachtlichen) Betrunkenheitslevel erfolgreich durch Schlafen kurieren können und heute bereits produktiv in der Wohnung gewirkt, Wäsche gemacht, Altglas weggebracht, Kaffee gemacht, Frühstück gegessen, Pflanzen bezubbelt, Pflanzen fotografiert, Pflanzen bestimmt.

A propos. Das regnerische Intermezzo der vergangenen Woche ist lang vorüber; es ist wieder sommerlich heiß und die Sonne lässt es zu, dass ich mit der Dokumentation meiner zahlreichen Spezies fortfahre. Tue ich dies doch.

46 – 50

Garten-Senfrauke (Eruca sativa – Brassicaceae)
20190516_103702

Türkischer Drachenkopf (Dracocephalum moldavica – Lamiaceae)
_DSC0060

Löwenmäulchen (Antirrhinum majus – Plantaginaceae)
_DSC0059

Topinambur (Helianthus tuberosus – Asteraceae)

Himbeere (Rubus idaeus – Rosaceae)
_DSC0056

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s