I’m tired, so let me be broken.

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Wow, das wird heftig. Aus irgendeinem Grund meint meine Psyche genauso zusammenklappen zu müssen, wie sie es in einer entfernt ähnlichen Situation vor bald einer Dekade schon einmal getan hat, und ich kann nur hoffen, dass sie sich dieses Mal schneller und weniger mühsam wieder berappelt.

Ich stehe nunmehr vor der Herausforderung, den Totalschaden irgendwie zu minimieren und mich jedem Trauma-Trigger zum Trotz den aktuellen Tatsachen angemessen zu verhalten.

Tatsache 1: Ich wurde (noch) nicht verlassen.
Tatsache 2: I made this bed. I choose to lie in it. Live with my regret, sleep with what I said.
Tatsache 3: Was hier passiert, ist unumgänglich.
Tatsache 4: Ich habe mir schon immer mehr von R gewünscht, als er in der Lage war zu geben.
Tatsache 5: Mit Kollabieren ist mir nicht geholfen.
Tatsache 6: Ich brauche ein Leben, um mich über Wasser zu halten.

Es gestaltet sich denkbar schwierig.

Solange R hier wohnt, ist damit zu rechnen, dass weiterhin jede Interaktion mit ihm von unkontrollierbaren Heulattacken meinerseits begleitet ist. Das ist mir nicht nur hochgradig unangenehm, sondern leider unvermeidlich.

Heulend einzuschlafen und mit Panik aufzuwachen ist mir zwar zur Genüge bekannt, aber dadurch nicht leichter zu ertragen. Ich habe letzte Nacht besser geschlafen, indem ich mich einerseits in dieser zweiten Nacht etwas an die harte Matratze im kleinen Zimmer gewöhnt und andererseits die Baldrian-Tabletten für mich entdeckt habe, die ich irgendwann mal für R geholt, welche er jedoch verschmäht hatte.

Immense Konzentrationsschwierigkeiten sowie gelegentliche Episoden überwältigender Verzweiflung verhindern, dass ich arbeiten oder lesen könnte. Jedoch habe ich mit Caro und mit Becci telefoniert und dabei erneut festgestellt, dass es wahnsinnig gut tat, sie um mich zu haben. Das kennt man ja schon.

I’m a mess, that’s the best way to describe it; having no time to myself’s the only way I can fight it
When I’m alone, it’s like I’m staring into a mirror; don’t know the person inside and that’s never been any clearer.

Aber ich habe auch gemerkt, dass mir alles leichter fällt, wenn ich funktionieren muss. Mich hat jemand von Foodsharing angerufen, die ich nicht kenne, und wie das so ist, fake it ‚til you make it, habe ich mein Heuldrama unterbrochen, um den Anruf entgegenzunehmen, und geschlagene neunzehn Minuten mit dieser Anette telefoniert, als wäre es der sonnigste Nachmittag, den die Welt je gesehen hat.

Was mich in der Annahme bestätigt, dass ich mich unter Menschen zwingen muss, so viel wie möglich, um einfach nicht zusammenbrechen zu können und dabei im besten Fall an sozialen Kontakten zu gewinnen, die die Bezeichnung auch verdienen.

Siehst du mal. Telefonieren hat geholfen, Schreiben hat geholfen, sogar dieses überaus deprimierende Lied hat geholfen. So sehr, dass ich in der vergangenen Stunde vollends von dem Gefühl verschont blieb, an unerträglichen Schmerzen zu verrecken.

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