Geht alle sterben.

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Undine und Lukas sitzen draußen auf ihrer Terrasse und freuen sich ihres Lebens. Ich ertrage es nicht. Hört auf zu lachen, hört auf zu reden. Eure ist die Pärchenkillerwohnung, warum seid ihr noch da und mein Mensch zum Draußensitzen, Reden und Trinken ist weg – vermutlich ohne je noch einmal daran zu denken?

Meine Kopfhörer mit der Candy-Crush-Hintergrundmusik und die geschlossene Terrassentür lassen die Stimmen durch wie ein Sieb das Wasser. Ich pack es nicht.

Das allseits bekannte „Wie kann es ihm so wenig ausmachen“ hämmert und hämmert und hämmert, hämmert und hämmert und hämmert. Wenn ich könnte, würde ich mich seitwärts auf das Sofa legen und jammern, aua aua aua aua aua aua aua aaaaau, ahaaaaaaau, als wäre ich zwei Jahre alt und hätte mir den Kopf irgendwo angehauen.

Es tut. So. Weh.

Ich wollte heute duschen, saugen und zwei Flaschen Altglas wegbringen, einfach um mal wieder draußen gewesen zu sein, aber habe nichts gemacht. Ich weiß einfach nicht, wofür. Mir erschließt sich der Sinn des Weiterexistierens in dieser Einsamkeit nicht, und besonders nicht der des Lebens für mich selbst, und ebensowenig der von etwaigen zukünftigen erneuten Versuchen, das zu erreichen, was ich glaubte erreicht zu haben. Was soll der Sinn sein, solange das Risiko besteht, nochmals genau hier zu landen.

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