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Anflüge (oder: Zustände im Konflikt).

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Sanskrit. Morgen. Nicht gut.

Natürlich nichts mehr gemacht gestern.

Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen zwei Extremen.

Eines ist dieses hier.

Das andere ist dieses.

Bueltatzen kennst du schon, sofern du mich kennst. Führt kaum ein Weg dran vorbei, weil Bueltatzen für mich die Welt bedeutet. Ich werde mir jetzt die Mühe machen, es zu übersetzen. Das habe ich nämlich bislang tunlichst unterlassen, so wie ich es ja generell an mir habe, meinen geschätzten Lesern Schrägstrich Bots eine unzumutbare Menge an Dingen zuzumuten, die sie ohne (die natürlich nie gegebene) Erklärung kaum in der Lage sein können zu verstehen.

I want to see the world, but from your bed
I want to see the world.
The song on your lips that you can’t forget
I want to be that song.

And where have you been hiding until now?
In all these years too long, never showing up?
Hold me by the hand, tight, I beg you
It’s dark and I don’t know the way back.

I want to be the sea in your storm
I want to be the sea.
The way home, only under your feet
I want to be the way.

And where have you been hiding until now?
In all these years too long, never showing up?
Hold me by the hand, tight, I beg you
It’s dark and I don’t know the way back.
I don’t know the way back.

I want to see the world, but from your bed
I want to see the world
from the watchtower of your words
The song on your lips that you can’t forget
I want to be that song.

And where have you been hiding until now?
In all these years too long, never showing up?
Hold me by the hand, tight, I beg you
It’s dark and I don’t know the way back.
I don’t know the way back.
I don’t know the way back.

Demnach war es umso ironischer, dass mir der Ukumensch (hallo, Ukumensch. Es ist über alle Maßen beeindruckend, dass du dir ein gesamtes Jahr lang meine fast-täglichen Schwallungen an Lebensschnipseln angetan oder aber nach dieser ganzen Zeit mal wieder random vorbeigeschaut hast. But, then, das deckt sich mit dem Inhalt eines unserer ersten Telefonate, in dem du mir deine Sicht auf Verbundenheit dargelegt hast. Es war trotzdem unerwartet, eine schöne Überraschung) neulich in Bezug auf R und Schutzmauern schrieb, den Weg zurück würde ich ja kennen.

Ich muss bei dem Lied öfter mal an Hänsel und Gretel denken.

Zustand eins – Mariñelaren Zai – dagegen sieht folgendermaßen aus.

The carpenter had a daughter,
the most beautiful in the village
Two men wanted to conquer her heart

What is it, what is it, my daughter?
– I’m in love with the sailor, father.
But don’t you understand it’s impossible?
You’re meant to be with the young lord.

She was then all longing for her forbidden love
-The young lord is coming to ask for your hand,
the sailor is going to Ireland.

So it was, the forced wedding
There were no rich people there
And everyone was dancing, everyone was happy
Forgetting about social differences

What is it, what is it, my daughter?
– I’m in love with the sailor, father.
But don’t you understand that’s impossible?
You’re the young lord’s wife.

Still to this day we can see
this daughter at the window
Waiting, waiting for the sailor
She has her hopes on the sea.

Und dann natürlich das passende Kepa-Zitat dazu.
„Um Himmels Willen, nicht warten.“

Und R. „Es kann sein, dass ich in meiner letzten Woche in Konstanz von Lena-Anflügen geplagt werde; nicht persönlich nehmen.“

Und ich. „Passt.“
Natürlich passt es nicht. Bei aller Liebe zur Transparenz ist es, du wirst mir sicher zustimmen, nicht ganz einfach, die Exfreundinnen-Anflüge deines Freundes mit Würde und Verständnis hinzunehmen. Wie gut, dass ich lange genug Therapieerfahrung mit Caro und Şahin gesammelt habe, um das unschöne bis widerwärtige Gefühl, das heute genau wie damals bei solchen Bemerkungen aufkommt, klassifizieren und im Schach halten zu können.

Irgendwo sind wir doch alle kaputt. Traurig, aber wahr.

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Klarkommen. Irgendwie.

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Wie durch ein Wunder hat mein Instinkt den Weg zu meinem fast vergessenen Allheilmittel gefunden. Ich sitze also Artwork hörend im Bett, bei geschlossenen Fensterläden – schon wieder einer dieser Menschen, die von Licht aufwachen und es daher vorziehen, in komplett dunklen Räumen zu schlafen. Nur dass Kepa letztendlich doch immer sagte, ich solle nicht extra noch rausgehen und die Dinger zumachen – damit hatte R dagegen kein Problem.

Ich habe das furchtbarste Nesselfieber seit vorgestern Abend. Das ist stressbedingt und ich hatte es davor nur ein einziges Mal, an meinem neunten Geburtstag nämlich. Damals, weil ich so aufgeregt war, dass ich Geburtstag hatte. Am Ende musste meine Mutter meine Gäste nach Hause schicken, weil ich in schrecklichen, juckenden Pusteln gebadet war.

Panik, Panik. Und müde. Artwork macht mich ruhig, und die verbleibende Panik macht mich müde – ich will schlafen.

Klausuren. In einer Woche. In einer Woche. WARUM?

Okay. Haha, es wird immer noch absurder. Moritz, mit dem Sarah und ich Musik machen, hat mich grad spontan zu sich eingeladen, nachdem ich ihm sehr ungeplanterweise von meinem verwirrten Zustand berichtet habe (selber schuld, wenn er fragt, was ich treibe.. nicht wirklich, natürlich) – ein Mensch, den ich fast nicht kenne. Auf einmal tut er das. Das ist.. Gowai, das ist so unfassbar lieb von ihm. Ich seh’s kommen, ich fang an zu heulen, wenn ich da bin. Oder so. Vielleicht ja nicht, zu hoffen wär’s.

Jetzt habe ich Artwork durch und somit Motivation, aufzustehen und mich fertigzumachen und zu Moritz zu fahren. Ja, dann werde ich das wohl jetzt mal tun. Peruaner-Pedro hab‘ ich gerade noch geschrieben, ob er immer noch heute mit zur Tafel will – das hatte er mir angeboten letzte Woche, da er ja gerade Urlaub hat und irgendwann auf die Idee kam, wir könnten doch mit dem Auto fahren, dann müsste ich mich nicht so kolossal abschleppen.

PANIK. Ich will weiter Artwork hören. Aber ich kann ja mein Leben schlecht ab jetzt Artwork hörend im Bett verbringen. Auch wenn es wenig gibt, das ich lieber täte.

Aber nicht zu früh..

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Ezin dut jasan, ezin dut ulertu…

Ich hab‘ mich gestern hingesetzt und Haizea spielen gelernt. Oder zumindest die Akkorde von Haizea gelernt, eine Terz nach oben transponiert (um es auch singen zu können) und damit etwas produziert, das zumindest annähernd so klang. Heute kann ich’s auswendig, das war gestern noch nicht so. Gestern saß ich eine Ewigkeit an der Bushaltestelle in Richtung Allmannsdorf und habe versucht, mir so viele Fetzen wie möglich in Erinnerung zu bringen. Dann kam irgendwann der Bus, brachte mich zum Edeka und verhalf mir so indirekt zu einer beachtlichen Menge an Gemüse, Bananen und Salat.

Natürlich bin ich krank geworden. Wie auch nicht. Und wie hätte ich es auch nicht schaffen sollen, mein Gesicht auf entsetzlichste Weise zu verunstalten, als ich heute Früh die mir momentan direkt in der Stirn wachsende Zyste nicht mehr ertragen zu können glaubte und mich vergebens bemühte, sie mir mit unserem riesigen Küchenmesser geradewegs aus der Haut zu schneiden. Mehr Skalpelle braucht dieser Haushalt, es ist doch ganz eindeutig.

Sarah ist wieder da und vereitelt Peruaner-Pedros und meine Überraschungs-Kuchenessen-in-ihren-Geburtstag-reinfeier-Pläne dadurch, dass sie sich einfach ganz dreist für morgen etwas vorgenommen hat (und außerdem eh niemals bis zwölf Uhr bei mir bleiben würde, selbst wenn wir es doch noch schaffen, sie hierher zu locken). Ich habe mir alle erdenkliche Mühe gegeben, Pedro begreiflich zu machen, dass wir unmöglich vor 12 dem armen Menschen zum Geburtstag gratulieren können; ich glaube, um die Abstrusität dieser Vorstellung zu begreifen, muss man einfach deutsch sein. Außer natürlich, es liegt eigentlich an mir und euch Rest des Landes würde es kein Stück gegen den Strich gehen, euch einfach mal um 22 Uhr des Tages vor eurem Geburtstag einer gesangs- und kerzen- und kuchenerfüllten Gratulationszeremonie hingeben zu müssen.

Nichtsdestotrotz habe ich heute zwei Kuchen gebacken und gedenke, Sarah einen davon zum Geburtstag zukommen zu lassen. Es wird sich schon noch irgendeine Gelegenheit ergeben, ihn ihr auch tatsächlich zu überreichen. Donnerstag Abend möchte sie ins Shamrock gehen und dort ein bisschen feiern; da werde ich dabeisein und Peruaner-Pedro auch. Immerhin.

Fallen Pawn’s Song: Ohne "M-kay", aber mit Kazoo. Endlich.

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Einfach mal ein Kazoo von Trudi geschenkt bekommen. Sie und ihr ehemaliger Kumpel Bassel hatten mein altes an dem denkwürdigen Abend bei Olli zerstört (Milch und Alkohol und Kazoos = gefährliche Mischung) – und jetzt habe ich ein neues, ein halbes Jahr später, genau heute, an einem dieser herrlichen motivationserfüllten Tage nach acht Stunden Arbeit und einem weiteren Aufnahmeabend – nahtlos hintereinander. (Heute ging es Hey There an den Kragen – das ist dann auch demnächst soweit.)

Weil die zwei doppelten Kaffees bei der Arbeit wie üblich ihre herrliche Pflicht astrein erfüllt und mich in einen absoluten Astralzustand versetzt haben, tat ich mit dem unerwarteten Geschenk das einzig Logische: Ich kramte ein Projekt hervor, das ich seit über einem Jahr mit ebendiesem Instrumentchen zu vervollständigen gedacht hatte, vielleicht erkennt es ja noch jemand.

Und habe einfach mal schnell ein Kazoo und ein Cajón drübergerotzt.

Und liebe es.

(Und habe bei der Gelegenheit festgestellt, dass ich keine Ahnung habe, wo die Version mit der Egänzung des Ukumenschen herumfliegt. Falls sie noch irgendwo auftaucht.)

Fallen Pawn’s Song Version Aspi

Meine Packfische

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Lustig. Ich hatte mir im Herbst 2012 in Barcelona so Fisch-Ohrhänger gekauft, die seitdem verschollen waren. Heute entdecke ich sie durch den ultimativen Zufall beim Packen in einer Krimskramskiste – verpackt in einem Cellpohantütchen – neben einem Päckchen Pflanzendünger. Kein Wunder, dass ich nicht früher in diese Tüte geguckt habe; wahrscheinlich dachte ich die ganze Zeit, es wären Pflanzensamen drin.

Jedenfalls habe ich mich gefreut, die verloren geglaubten Hängerchen wieder in meinem Besitz zu wissen. Sie sind auch wirklich außerordentlich schön.

Lisa und ich haben viel geschafft heute. Und weil mich der Lernwahnsinn nun endgültig in seinen Klauen hat, bin ich eben noch in die Stadt gefahren und habe einen kanadischen Rundschlag im Aldi veranstaltet und mir einfach alles an Schokoriegeln und Chips gekauft, das ich wollte. Ja, ich habe 14,38€ für Schokolade, Chips, eine Flasche Olivenöl, ein Kräuterbaguette und eine Packung Focaccia ausgegeben. Das Dekadenz-Event des Jahres, für meine Verhältnisse zumindest. Aber eben drum – ich erlaube mir Attacken dieser Art ab und an ganz gerne mal, weil ich sonst ja kaum Geld für Essen ausgebe. Irgendwas muss man doch davon haben, dass man sich praktisch ausschließlich von geretteten Lebensmitteln ernährt.

Nun sitze ich wieder draußen auf der Terrasse und überlege, noch eine VL Psycholinguistik durchzugehen. Wo ich schonmal so schön drin bin.
Ja, vielleicht sollte ich das tun.

Kneif mich mal einer.

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So passiert es also immer wieder – das Leben überrascht einen. Wie ich letztens eines schönen Morgens, im Noch-Halbschlaf durchs Zimmer taumelnd und über irgendetwas Ungreifbares nachdenkend, so sehr sinnvoll zu mir selbst sagte, „ich liebe Überraschungen. Die guten machen das Leben schön und die schlechten helfen, es zu verstehen.“

Und dann gibt es Überraschungen, die sind gar nicht mal gezwungenermaßen gut oder schlecht, sondern machen einfach nur BAAM und sind da. Das sind die, die einem ganz selten über den Weg laufen und einem sagen, hey, das, was du dachtest, ist unmöglich? Rate was, es ist Realität. So wie die Nachricht von Caro vorhin, sie wolle mich nur kurz darüber in Kenntnis setzen, dass Şahin und sie nicht mehr zusammenseien. Und dass ihr vollkommen klarsei, dass sie keinerlei Anteilnahme erwarten könne, und dies auch okay für sie sei, und ich mich jetzt wahrscheinlich eh freuen würde.

Womit sie Recht gehabt hätte, wäre die Nachricht vor ein-zwei Jahren gekommen. Aber meine Reaktion war die eigentliche Überraschung; sie bestand aus dem Impuls, Caro anzurufen und zu schauen, ob ich irgendwas machen kann. Leider will mein Handy gerade nicht so wie ich, sodass ich mich nun von dem Bedürfnis durch Bloggen ablenke und hoffe, dass sich das Ding irgendwann demnächst wieder einkriegt.

Ich las also die Nachricht, stellte mich empfangshalber auf die eiskalte Terrasse und versuchte ein paarmal vergeblich, eine Verbindung zustandekommenzulassen, ging wieder rein, schaute auf den Blog (und das Erste, was mir entgegenkam, war eine wirklich schöne Nachricht vom Ukumensch, glaubt man denn sowas?), ging wieder nach draußen, versuchte es wieder, ging wieder rein, um Divinah ein Stück Zitronentarte zum Probieren ins Zimmer zu bringen – sie war übers Wochenende in Stuttgart und hatte noch nichts davon abbekommen – und hier bin ich. Leicht verwirrt; leicht schockiert, würde ich sagen. So wie damals, als mich jemand auf dem Zebrastreifen umgefahren hat und mein gesamtes Schienbein durchlöchert war und ich nichts Besseres zu tun hatte, als mich über den Schaden an meiner Fahrradklingel zu beschweren.

Im Übrigen habe ich heute Morgen in einem sehr liebenswürdigen Haushalt Nachhilfe gegeben, mich komplett unter Wert selbst von potenziellen 25€ Gehalt auf 15 heruntergehandelt (super, wie ich das immer schaffe – was ist verkehrt mit mir?), dafür aber erwirkt, dass mir nach der Stunde Englisch mit Felix noch, so lange ich möchte, erlaubt ist, auf dem Klavier im Wohnzimmer zu spielen. Offenbar benutzt es dort niemand und sie waren alle ganz begeistert von meinem Geklimper. Nach zwei Jahren ohne ordentliches Klavier waren meine Finger eher nicht so kooperationswillig und die Begeisterung für mich nicht ganz nachvollziehbar, aber umso besser – dann wird es ihnen die nächsten Male ja noch mehr Freude bringen.

Anschließend war ich nach einem kurzen Zwischenstop beim Netto (diesmal, unfassbarerweise, nicht zum Containern, sondern um mich in einer Kiste mit Sachen umzugucken, die es dort zu verschenken gab – ich habe gefühlte 20 Fläschchen Duftöl, Räucherstäbchen und eine Schürze abgestaubt und freue mich darüber dumm und dämlich, vor allem weil jetzt, wo ich mich tatsächlich in der Lage sehe, mein Zimmer für mehr als einen Tag am Stück im aufgeräumten Zustand zu belassen, ich endlich dazu komme, mein Öl-Licht mal anzumachen. In dem Chaos, das hier immer geherrscht hat, hatte es mir zu sehr widerstrebt) noch bei der Tafel, habe Lauch und Mandarinen abgeholt und zum FairTeiler gebracht und wurde außerdem mit 10 Gläsern Leberwurst beschenkt, die ich an die Gruppe weitergeben sollte – schade nur, dass ein Großteil von uns sich fleischfrei ernährt. Jetzt stehen sie bei mir – Elisa und Ilmari, denen ich danach in der Stadt noch begegnet bin, wollten schonmal keine haben. Ich habe dann noch mit der ganzen Leberwurst im Gepäck Bernds Geburtstagsgeschenk zur Post gebracht, das ich in JOs Namen dieses Jahr „überbringe“ – weil sie von Argentinien aus nicht so wirklich dazu kam, habe ich die Sachen bei Amazon bestellt und verpackt und nun an ihn versendet. Bis zum 3.3. sollte das doch eigentlich ankommen. Dann wäre das auch geschafft.

Noch mehr Ereignisse: Der Vater meines Vaters hatte mir per Mail zum Geburtstag gratuliert, nachdem auf meine Mail vor einem halben Jahr – ihrerseits Reaktion auf seine Kontaktaufnahme – wieder keine Antwort gekommen war. Ich hatte keinen Nerv auf diplomatisches Gedöns und bedankte mich für die Glückwünsche mit dem Zusatz, ich hätte mich mehr drüber gefreut, wenn die eigentlich wichtige Mail nicht vor Monaten komplett ignoriert worden wäre. Daraufhin erhielt ich vor ein paar Tagen eine Antwortmail mit dem Betreff „Falsche Richtung“ (inklusive Anführungszeichen), was mich dazu veranlasste, sie erstmal tagelang ungeöffnet zu lassen. Wer macht schon gerne eine Mail von seinem entfremdeten Großvater auf mit dem Betreff „Falsche Richtung“. Vor allem wenn man der Meinung ist, der betreffende Mensch hätte nunmal wirklich keine, aber sowas von keine Ahnung von Richtig oder Falsch. Nunja. Heute früh habe ich sie doch geöffnet und sah mich veranlasst, sie umgehend zu beantworten; heraus kam eine Monstermail von über anderthalb Word-Seiten Länge, am Ende war ich kaputt und mein Kopf umso mehr und ich bekam zu wenig Schlaf, aber das musste sein. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, dass meine Eltern zu diesem Menschen je freiwillig nicht keinen Kontakt hatten. Eine Schande ist das.. aber man sucht sich ja die Familie nicht aus. Dafür gibt es ja Freunde – und das bisschen funktionierende Familie, das übrig ist, in manchen Fällen. (Aber wo ich auch hinschaue, es wird immer seltener.)

Also, sollte das Leben in nächster Zeit vorhaben, mich zu verarschen, muss es sich erstmal einiges an Abstrusitäten einfallen lassen.

Copying

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Ein Weltwunder ist geschehen – mein alter mp3-Player wird unter Manjaro tatsächlich wieder vom Computer erkannt (wenn auch mit einigen Mühen). Natürlich verkaufe ich ihn Caro trotzdem; jetzt ist es ja ein bisschen spät für solche Einsichten, schließlich liegt der iPod seit Tagen hier herum und wartet darauf, mit Musik gefüttert zu werden.

Ich war schon produktiv heute, habe weiter auf-, um- und eingeräumt, mir wie in der ganzen vergangenen Woche aus den Überresten von letztem Samstag ein leckeres Frühstück gemacht (das steinharte Baguette kann man super zerkleinern und als Krümel mit Humus essen, yum) und in meinem begehbaren Kühlschrank sogar noch eine übriggebliebene Schüssel noch essbaren Salat gefunden. Mittagessen! Außerdem bin ich endlich mal dazu gekommen, meine diversen Poster und Plakate wieder aufzuhängen, sodass mein Raum gleich wieder noch ein Stück wohnlicher wirkt und ein paar mehr Objekte sich am ihnen zugedachten Ort befinden. Eventuell gehe ich am Abend mit meiner neuen Mitbewohnerin Trudi zu Freunden von ihr – sie wollen Magic Muffins machen und das darf man sich doch eigentlich nicht entgehen lassen. Gerade ich mit meiner Muffins-Vorgeschichte brauche das zur Traumabewältigung. (Eigentlich ja nicht – aber ich will trotzdem mitmachen.)

Wenn sich nur die Musik ein wenig schneller vom Player herunterkopieren lassen würde. Es dauert in etwa so lange, wie es auch dauern würde, sich die Songs alle einzeln anzuhören. Aber ich bin froh, dass sich die Möglichkeit überhaupt noch unerwarteterweise aufgetan hat, nachdem mir gestern abend auffiel, dass ich nur die Hälfte meiner Musik gesichert hatte, bevor Robert Windows plattgemacht hat. Und es wäre ärgerlich gewesen, bis Mitte März zu warten, bevor ich wieder Interpreten hätte hören können, die mit den Buchstaben M-Z anfangen. Zumal ich zwar einen Großteil davon im Original auf CD habe, aber eben auch nicht alles. Ich glaube, ich habe gestern schon aus Versehen Şahins und meine Transatlantic Collaborations gelöscht, was höchstgradig dumm von mir wäre. Aber vielleicht finde ich sie ja doch noch irgendwo im gesicherten Teil meiner Daten. Ansonsten muss ich halt Caro fragen, ob sie sie mir rüberschickt.

Entstresst.

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So, ich hab Belgien gecancelt. Sarah wird darüber zwar nicht erfreut sein, und ich war’s vorher ja auch nicht gerade – immerhin haben wir das Ganze seit Februar schon geplant – aber du ahnst ja nicht, was für ein Stein mir von Herzen gefallen ist, direkt nachdem ich auf bahn.de den Stornierungsbutton gedrückt hatte.

Uff.

Eine Woche mehr Zeit zu Hause. Wird im Flug vorbeigehen und macht mich trotzdem gerade zu einem sehr, sehr glücklichen Menschen.

Caro schien vorhin auch ziemlich aufgedreht zu sein; sie hatte mich von ihrem Praktikumsplatz aus angeschrieben und hat mir kaum Zeit gelassen, auf ihre ganzen Blubberungen einzugehen – ich deute das als Freude, nach einer ganzen Weile mal wieder mit mir zu schreiben. Und da ich ja gerade auch nicht übel gelaunt bin, wurde daraus eine nette kurze Unterhaltung. Dann kam Susmita auf die Terrasse und ich ging raus und habe die Planänderungen mit ihr bestrahlt. Sie freut sich auch.

Band-Sarah habe ich auch schon geschrieben – hochenthusiastisch – und kann es gar nicht abwarten, bis sie es liest. Und dann kann ich es der Band verkünden und wir können unser Konzertchen verschieben und noch ordentlich proben vorher und alles wird so wunderbar entspannt.

Und ich habe mehr Zeit für meine Hausarbeit. Welche übrigens inzwischen schon drei Seiten hat – ich klopfe mir mal kurz selbst auf die Schulter.

Unbedingt erwähnenswert ist übrigens auch die Tatsache, dass ich gestern bei meinem Tonnen-Shopping-Streifzug ungewöhnliche Begleitung hatte. Susmita hatte mir vor Tagen schon gesagt, dass sie gerne beim nächsten Mal mitkommen würde.
Das war in etwa so wahrscheinlich wie dass ich meiner Semantikdozentin irgendwann sage, ich würde gerne ihr neuer HiWi werden. Ich war so unglaublich verblüfft. Sie hat mein Containern zwar immer toleriert, aber gleichzeitig auch eine deutliche Distanz ihm gegenüber an den Tag gelegt – sie war nie wirklich dafür. Am Anfang, laut eigener Aussage, ja auch richtig dagegen. Und jetzt auf einmal kommt sie an und sagt, ich möchte helfen. Du machst das immer alleine, versorgst uns alle mit Essen, da ist es nur richtig, wenn ich mal mitgehe und dir tragen helfe – rausholen musst du das Zeug aber immer noch selbst.

Wie ich es liebe, wenn ich Leute von etwas überzeugen kann, allein indem ich sie in Ruhe beobachten lasse.

Oregano

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Was für ein Tag. Semantik fiel aus, ich habe bis fünf Uhr nachmittags keine Uni gehabt. Stattdessen habe ich fast den ganzen Tag lang genäht. Nicht dass ich nähen könnte, wie man ja weiß, aber nachdem Sarah mir neulich an meiner eigenen Maschine demonstriert hat, was man damit theoretisch anstellen könnte, dachte ich mir heute, weißt du was, versuchen wir’s doch auch mal alleine.

Und siehe da, es hat eigentlich ganz gut geklappt. Sicher, ich habe für mein heutiges Projekt – meine Kühltasche, die seit einem halben Jahr kaputt ist und die ich versucht habe komplett auseinanderzunehmen und mit neuen Stoffstreifen versehen neu zusammenzufügen – einen halben Tag gebraucht und sie ist nicht gerade die Schönheit in Kühltaschenform geworden und ich bin auch immer noch nicht ganz fertig und mir ist zwischendurch mal die Nadel der Nähmaschine durchgebrochen – keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, es waren nicht mal Stecknadeln im Weg – aber immerhin habe ich nach eindreiviertel Jahren wirklich mal mit der Maschine etwas gemacht. Ich bin sehr glücklich und zufrieden deshalb.

Am Morgen habe ich mir Oreganotöpfe gemacht. Und zwar habe ich nach knapp zwei Jahren, die ich nun hier wohne, vor ein paar Tagen mal gemerkt, dass tatsächlich jede Menge davon bei uns auf der Terrasse wächst. Und jede Menge habe ich zum Trocknen in eine Schüssel in die nicht ganz so üppig scheinende Sonne gestellt. (Sollte ich eigentlich noch reinholen über Nacht, nicht dass da wer weiß was für ein Sturm aufkommt und meine ganzen Oreganovorräte in alle Himmelsrichtungen verstreut.)

Ich find’s so wunderbar, dass wir Oregano bei uns auf der Terrasse wachsen haben. Das macht alles nochmal so viel mehr zu einem schönen Zuhause. Ich liebe meine kleine Ansammlung von Pflänzchen auf der Terrasse. Ich kann nicht glauben, dass ich letzten Sommer praktisch keinen Tag auf der Terrasse war. Dieses Jahr verbringe ich dort große Teile meiner Freizeit.

Mein Schnupfen wird immer schlimmer und macht mir gerade so zu schaffen, dass ich kaum noch aus den Augen gucken kann. Ich muss aber trotzdem gleich noch ein paar Seiten von Sarahs Paper machen und meine Vokabeln und am besten noch einen Unterpunkt Syntax.

Was ich aber vorher noch tun sollte, ist das random Paket zu erwähnen, das ich heute von meiner Mutter bekommen habe. Drin war einfach mal eine Karte, auf der stand, sie wollte mir mal zwischendurch eine Freude machen, und eine Blechbox und darin eine brandneue Kamera. Wo meine alte doch schon wieder kaputt war und ich sie ihr mitgegeben hatte, damit sie sie zu Saturn (was es hier bei mir ja nicht gibt) zur Reparatur geben konnte. Aber offenbar war sie irreparabel und Mama hatte nichts Besseres zu tun, als bei einem MediaMarkt-Besuch spontan eine Kamera für mich mitzunehmen. Es ist eine Ricoh CX5, und während ich einfach mal gar keine Ahnung habe, was das mir nun genau sagen soll, weiß ich doch, dass man damit angeblich unheimlich gute Macro-Aufnahmen machen kann. Und was liebe ich schon mehr, als Macro-Aufnahmen zu machen. Nicht viel jedenfalls, das steht fest. Oh meine Güte, diese Frau ist doch unmöglich, ich habe mich so unglaublich gefreut.

Und weil mir gleich wirklich die Augen aus dem Kopf quellen und ich doch morgen um 10 beim Psychiater sein muss, werde ich mich jetzt wirklich mal meinen kleinen Pflichten widmen und dann brav ins Bett gehen.

Und vorher aber noch kurz anmerken, dass dies glaube ich der erste Eintrag ever ist, den ich mit „Rückblick“ tagge und mich damit nicht auf (pre-)Şahin-Zeiten oder derartig relatede Themen beziehe. Applaus bitte, jetzt lebe ich schon wieder so lange, dass ich auf Zeiten zurückblicken kann, die danach waren.

Ei-Ei-Ei-Ei.

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Und schon ist es wieder soweit: Mustafas Eier sind einmal mehr in Gefahr, von sammelbesessenen deutschen Kleinkindern in Beschlag genommen zu werden. (Wer bis jetzt noch nicht Kaya Yanars Made in Germany gesehen hat, sollte es schleunigst nachholen.)
Ich werde tatsächlich dieses Jahr keine Eier suchen. Auch wenn meine Eltern und ich bisher allen Widrigkeiten zum Trotz die Tradition aufrecht erhalten haben, diesmal wird der Spieß umgedreht. Ich habe bis gerade eben noch mit Papa unten gesessen und gefärbt und bemalt und beschriftet – wir haben dieses Mal Lebensmittelfilzstifte, mit denen man wunderbar Sachen auf Eier schreiben kann. Eine herrliche Abwechslung zu den (obschon natürlich ebenfalls tolle Ergebnisse erzielenden, dafür aber gelatinehaltigen – ich erwähnte) Färbestäbchen, die wir sonst immer verwendet haben – meine Mutter war am Schlafen, sie ist immer noch gejetlagged und wacht dafür bisher gegen halb vier Uhr morgens auf. Dafür werde ich morgen die Eier im Haus verstecken und Mama darf suchen.

Außerdem hatten wir heute eh einen nicht so unanstrengenden, wenngleich sehr schönen Tag; wir waren stressfrei in Hamburg und haben alle möglichen Asien-Läden nach sri-lankesischem Essen durchstöbert – oder Sachen, die man dafür braucht – das erste Mal seit Längerem ist ein Familienmitglied aus einer anderen Kulturzone zurückgekehrt und wünscht sich nun, diese in sein Leben hier zu integrieren. Meine Versuche damals, das Gleiche mit der costarricanischen Küche durchzuziehen, sind ja mehr oder weniger gescheitert. Ich kann mich ja bis heute kaum damit abfinden, dass es weder Natilla noch Salsa Lizano noch die richtigen roten Bohnen hier gibt – Don’t even get me started.

Ja. Und so schnell ist also wieder Ostern. Ich glaube es gar nicht.
Und wir funktionieren so viel besser zusammen. Ich bin seit geraumer Zeit dabei, eine riesige Lektion zu lernen, glaube ich, eine ganz wunderbare, fast nicht mehr vorstellbare Tatsache – dass nämlich auch Sachen wieder gut werden können. Selbst wenn man sie für verloren erklärt hatte. Selten hat mich etwas, das ich im Leben gelernt habe, so überrascht und überwältigt.

Da fällt mir ein. Liebe Monia, ich habe mich bis heute nicht für deinen unglaublich lieben Zuspruch und dein Interesse unter meinem Bericht im November über den Neuanfang mit Caro bedankt. Falls du es jemals liest – das tue ich hiermit, und ich mein’s wirklich so; in der Verwirrung damals war deine Reaktion mit eine der hilfreichsten und verständnisvollsten, die ich bekommen habe. Dass ich dir darauf nicht geantwortet habe, hat nur die Annahme zum Grund, dass deine Neugier so weit dann doch nicht reichen würde und ich statt der drei Seiten, die ich wahrscheinlich geschrieben hätte, lieber deine Toleranz für verwirrte Geisteszustände gewisser merkwürdiger Bloggerinnen nicht überfordern wollte.

Uff, jetzt fühl ich mich gleich noch besser. Das war mal überfällig.