Schlagwort-Archive: Abstrusitäten

A-a-ah, it’s easy.

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Da sagt er zu mir, „Du siehst so verloren aus.“ Und grummelt nach einer Pause noch etwas von wegen „…dass ich das auch mal merke“ hinterher; ich hab dazu nichts gesagt, weil ich in dem Moment wieder der Meinung war, es wäre nun wirklich nicht sein Problem, dass ich mich nicht in mein Zimmer traue, weil dort die Arbeit wartet, und nicht heraustraue, weil dort das Gewissen wartet, und also auf ewig unentschlossen im Türrahmen stehen muss und auf Inspiration warten, welche der Seiten nun besser zu ertragen ist.

„Wenn du da je rauskommst, erwarte ich Unterstützung von dir.“ – dachte ich, aber beschloss, es nicht laut auszusprechen, da die Aussicht, sich wieder mal acht Stunden mit genau dem Scheißjob auseinanderzusetzen, aus dem er zuerst einmal rauskommen soll – den er zwar selbst gewählt hat, der (zusammen mit all seinen Randerscheinungen) aber dadurch mit Sicherheit nicht leichter auszuhalten ist – allein schon genügt, um seine Laune in unterirdische Gefilde zu ziehen. Weder meine Verlorenheit noch meine Ansprüche auf Unterstützung und Aufmerksamkeit wären an der Stelle hilfreiche Aufbauer gewesen. Also stand ich unentschlossen im Türrahmen und überlegte nur, wie ungerecht es für mein Zimmer war, das zu meiner Linken so einladend mit warmem Licht und warmen Farben lockte, dass ich trotz all seiner Wärme so abscheuliche Hemmungen hatte, hineinzugehen.

Ich wählte trotzdem das Zimmer, nachdem R sich erstmal zum Arbeiten aufgemacht hatte; mit seinem Weggehen hatte mein hilfloses Herumhovern in der Küche vollends an Berechtigung verloren, den Garten hatte ich zuvor schon versorgt (sogar Ringelblumensamen zusammengesammelt und ins Haus gebracht; sie sind jetzt sicher bei ihren Artgenossen in der Tüte verstaut) und die Hinterlassenschaften meiner Frühstücks-French-Toast-Aktion nach bestem Wissen und Gewissen beseitigt.

Somit ist es nun an der Zeit, mich dem Unvermeidlichen zu stellen und wieder ein paar Minuten an meiner Recherche, meinem Brainstorming oder meiner Gliederung herumzuprotscheln, bis ich entweder einschlafe oder mich jegliche Motivation wieder verlässt – und vielleicht taucht ja Basti wieder auf, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mich wann immer es möglich ist zum Arbeiten zu zwingen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unendlich dankbar ich ihm bin; sollte ich dieses unmöglich zu Schaffende jemals schaffen, dann habe ich das einzig und allein ihm zu verdanken.

„Du bist meine A-A-A-A-A-ABF“, sagte er während meines Heulanfalls neulich, als ich ihm versuchte begreiflich zu machen, dass er mit dieser Hilfe, die er mir zukommen lässt, wesentlich mehr tut, als er eigentlich müsste. Und ich würde offenbar immer noch nicht verstehen, was ich für ihn gemacht hätte. Und dass, hätte ich ihn nicht darauf gebracht, hierherzuziehen, er vielleicht schon gar nicht mehr da wäre. Verbittert, wie ich war, dachte ich an die Reden dieser Art, die ich von R manchmal zu hören bekomme, und fragte mich, wieso er nicht auf die Idee kommt, an Bastis Stelle da zu sitzen, mich zu drücken und mir zu sagen, dass alles gut wird. Basti versuchte herauszufinden, was jetzt schon wieder los war, aber da ich unmöglich ihm sagen konnte, „das, was du hier machst, ist eigentlich die Aufgabe von R, und ich bin fertig, weil er unfähig ist, sie zu erfüllen, und ich würde gern wissen, ob ich eigentlich genauso bin und irgendwelche essentiellen Dinge übersehe, die ich ihm eigentlich schuldig bin, oder was es sonst ist, das ich anders machen könnte, damit er sich dafür interessiert, wenn mich etwas zu Tode stresst“, schob ich das Ganze einfach auf meine Unfähigkeit zu arbeiten, nahm mich zusammen und ließ mich aufbauen.

Ich bin mal wieder an einem Punkt angelangt, an dem ich mir denke, „sobald ich wieder normal bin, muss ich das Gute, was mir hier widerfährt, doppelt und dreifach vergelten.“ Mit ein bisschen Disziplin kann ich es eigentlich bald genug schon wieder dorthin schaffen. Ich muss ja nur diese verdammte Arbeit hinter mich bringen und mir etwas Sinnvolles für meine Zukunft einfallen lassen, ignorieren, dass die Welt untergeht, und ein Gleichgewicht an Geben und Nehmen in meine Beziehung bringen. Das hört sich doch machbar an. Ich glaube, ich habe zumindest zeitweise meinen Optimismus zurückerlangt.

Irgendwie bin ich jetzt gut gelaunt. Das sollte ich ausnutzen, meine Zimmertür zumachen und anfangen zu arbeiten.

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Meckern kann ich gut

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…und ich liebe ihn trotzdem. Über alles und jeden. Und würde mich einfach nur freuen, wenn ich nicht so oft das Gefühl hätte, mich vor diversen seiner Eigenschaften so kolossal in Acht nehmen zu müssen.
Furchtbar, sowas.

Nein, ich will einfach immer noch keinen Sex mit dir, komischer fremder Mensch bei Facebook.

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Gawd.. ich hatte eben die (nach zwei Anläufen seinerseits im Dezember letzten Jahres) bereits dritte Unterhaltung mit einem Menschen, der versucht, bei Facebook Menschen zu finden, die mit ihm Sex haben wollen; jeder Versuch, die Unterhaltung in eine zivilisierte, sinnvolle Kommunikation zwischen zwei intelligenten menschlichen Wesen umzuwandeln, scheiterte kläglich, da er es nicht sein lassen konnte, immer wieder nachzuhaken, warum ich nun eigentlich keinen Sex mit ihm will. Zu absurd, um wahr zu sein.

Sieh her.

Er: huhu

Ich: Huhu
Mal wieder auf Beutezug? 😉

Er: genau 😀

Ich: Oh je^^

Er: warum oh je?:D

Ich: Ich erinner mich noch an unser Gespräch von letztem Jahr und sehe Ähnliches wieder auf mich zukommen 😀

Er: und das wäre so schlimm?:D

Ich: Nee, nur sinnlos^^

Er: warum ?:D

Ich: Klappt die Strategie eigentlich gut? So einfach mal rumfragen, wer Bock hat? Würd mich mal interessieren, wie viele positive Reaktionen du eigentlich bekommst

Er: evtl 😉

Ich: Hm?

Er: na…eig schon

😉

Ich: Hey, gut für dich 🙂

Er: und waurm bei dir sinnlos?:P

Ich: Also, ich denk mal, es gibt Menschen, die so gestrickt sind, dass du bei ihnen ankommst; ich bin’s eben nicht

Er: hast du denn noch deinen freund?

Ich: Nen anderen mittlerweile, aber ja 😀

Er: wie kams?:P

Ich: Unüberbrückbare Differenzen
^^

Er: und seit wann un der neue?

Ich: Wie sieht’s denn bei dir aus, nichts Längerfristiges in Sicht oder hat deine Freundin einfach nichts dagegen, dass du nebenher noch so dein Unwesen treibst?

Er: nein, nichts längerfristiges in sicht

hätte dein freund denn was dagegen?

Ich: Der bestimmt nicht, aber ich dafür umso mehr

Er: wen ndu mit nem anderen?

Ich: Ja, darüber reden wir doch^^

Er: und er hätte nichts dagegen?

Ich: Nochmal: Nein, er hätte da nichts gegen.

Er: hat er das offen gesagt?

Ich: Das hilft dir bloß nicht, außer du willst es bei ihm versuchen^^

Er: hat er das gesagt?

Ich: Nee, das sag ich jetzt

Er: ich emine dass er da nichts dagegen hätte

Ich: Da er nicht auf Kerle steht, hast du bei uns beiden ungefähr die gleichen Chancen^^

Ja, glaub’s ruhig^^

Vielleicht solltet ihr euch einfach zusammentun und versuchen, mich von meiner Mono-Schiene runterzubekommen, wenn ihr’s schon jeder für sich nicht schafft 😀

Er: bist denn auf was zu dritt aus?

😀

Ich: Sow ar das nicht gemeint, definitiv nicht
Sorry 😀

Er: wie dann?

Ich: Es war ne sinnlose Bemerkung, vergiss es

Er: hattest denn schonaml was zu dritt?

Ich: Findest du die Frage nicht auch ein bisschen dreist?

Und siehe da, er macht sich wieder aus dem Staub.

Zu geil, wie er einfach nicht glauben konnte.

„Das hat er gesagt?!“

Ich war fast geneigt zu schreiben, „ja, und jetzt klapp deine Kinnlade wieder hoch.“

Damals habe ich ihm noch eins in die Tasche gelogen, von wegen ich hätte einen Freund und würde monogam leben. Heute kann ich mich damit herumplagen, dass mein (inzwischen existierender und momentan rauchend mit Freunden von sich in meinem Garten rumhängender) Freund vermutlich nichtmal ansatzweise etwas dagegen hätte, wenn ich mich mit merkwürdigen sexsuchenden Facebook-Menschen, die so verzweifelt sind, dass sie es drei Mal bei einer Person versuchen, die ganz offensichtlich nicht kooperiert, herumtreibe.

Mäh. Das Leben eben.

Vierthöchste Bildungslücke der Welt – detected.

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„I remember riding on Daddy’s shoulders.“

Mir ist dieses Bild so klar vor Augen geblieben wie keine andere Erinnerung an den Ground Zero. Als ich dort war, Ende 2006, hingen an den Wänden überall diese „I remember“-Zeichnungen, angefertigt von den Kindern der Opfer. R würde mich vermutlich mit einem herablassenden Kommentar der Sorte „na und? Auf der Welt sterben jeden Tag Leute“ beglücken, aber ich habe ehrlich gesagt Schwierigkeiten, mich von dieser einen Erinnerung nicht meinerseits immer wieder bedrücken zu lassen.

Jedenfalls habe ich vor ein paar Minuten dann durch Zufall auch mal festgestellt, dass inzwischen ein neues World Trade Center errichtet wurde. Spät, aber doch. Manchmal sind meine Bildungslücken also tatsächlich 547 Meter groß.

Was für eine Erkenntnis.

Ich denke ab und an darüber nach, wie es Dinge schaffen, einem so lange verborgen zu bleiben. Glücklicherweise komme ich dann zu dem Schluss, dass mir selbst nur bedingt Vorwürfe zu machen sind („du könntest dich ja informieren“). Lieber mache ich gar niemandem einen Vorwurf und stelle einfach fest, dass es offenbar zwischen 2006, als die Bauarbeiten begannen (du siehst, ich habe meinem Wissensstand inzwischen mit Hilfe von Wikipedia ein bisschen auf die Sprünge geholfen) und dem heutigen Tag keine Situation gab, in der mir jemand oder etwas das Wissen um dieses Gebäude vermittelt hätte. Weder ich selbst noch der Rest der Welt.

Manchmal, wenn meine Eltern einen Begriff verwenden, über den ich im Leben noch nicht gestolpert bin, sind sie überrascht, wenn ich mich erkundige, was es damit auf sich hat. („Wie, du weißt nicht, was … ist? Wie kann man das nicht wissen?“) Ich finde es jedes Mal aufs Neue absurd und entgegne, dass immerhin doch sie diejenigen sind, die mir damals das Leben hätten erklären sollen; es ist also doch im Grunde ihnen selbst zu verdanken, wenn ich ein Wort aus ihrem Vokabular nicht kenne oder von einer ihnen geläufigen, eigentlich elementaren Sache nichts weiß. Aber der Seltenheit, mit der dieses Phänomen auftritt, ist eigentlich schon zu entnehmen, dass sie ihre Sache im Großen und Ganzen ziemlich gut gemacht haben.

Ich bin damals bei Mama in Ungnade gefallen, weil ich ihr den Eindruck vermittelt habe, mehr daran interessiert zu sein, auf der Straße nach Pennies zu suchen (sie waren überall!), als daran, mir von ihr die Stadt zeigen zu lassen, in der ich gezeugt wurde. Ihre Stadt, deren Verlust sie noch heute nicht vollständig überwunden hat. Im Nachhinein durchzuckt mich immer ein ekliges Gefühl, wenn ich es aus ihrer Perspektive betrachte. Es geht mir so mit recht vielen Ereignissen aus der Vergangenheit. Ich verstehe uns beide zu gut, ich verstehe uns alle drei. Das tut sie vermutlich bis heute nicht zu diesem Grad.

Ich werde weiterarbeiten.

Zehn Finger

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Oh – mein – Gowai, ist das anstrengend. Ich bin seit Stunden dabei, meine Übersetzungen im 10-Finger-System zu tippen, ohne jede vorhergehende Übung whatsoever. Das wirklich Tragische ist, jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, kann ich nicht mehr damit aufhören, obwohl mir der Kopf gleich explodiert und ich das Gefühl habe, jeden Moment zu kotzen. ALTER.

Ich glaube, da hilft nur, meine für heute angestrebten Touren – noch zwei Stück an der Zahl – so unbeschadet wie möglich hinter mich zu bringen und danach schnell nach Hause zu flüchten.

Neue Züchtung – Spüli-flavored basil.

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Basti hat sein T-Shirt total gefeiert, was mich sehr glücklich machte. Ich glaube, wäre seine Reaktion darauf so ausgefallen wie.. äh.. R’s auf meine Idee dazu, wäre ich, betrunken wie ich war, todunglücklich im Boden versunken.

Jetzt kann ich mich nicht entscheiden, was ich für Musik anmachen soll. Ich habe die seltene Gelegenheit, über die Büromusik zu bestimmen, und sollte sie eigentlich schleunigst nutzen, bevor Sarah mit ihrem Essen zurückkommt. Nachdem ich allerdings eben International You Day gehört habe, will ich einfach nur noch das restliche Album durchhören und bin geringfügig frustriert von der Tatsache, dass es nicht alle Titel davon bei Youtube gibt. Schwieriges Leben, ich sag’s dir.

So. Alternativ wurde es The Swell Season’s „Strict Joy“. Ist auch Sarah-freundlicher und läuft nicht so sehr Gefahr, abgewürgt zu werden, wenn sie wiederkommt.

Wir haben (oder eher R hat), was an dir bisher, glaube ich, ganz vorbeiging, uns einen spontanen Auftritt an Land gezogen in Form von der Flüchtlings-Soli-Party nächsten Freitag, sodass wir uns nach einem halben Jahr Funkstille tatsächlich wieder zum Proben zusammengetan haben, und es war wunderbar. Heute Abend werden wir weiter daran arbeiten, uns unsere Musik und die ganze Essenz unserer Zusammenarbeit zurück in Erinnerung zu rufen.

Ich habe heute mangels neuer, zu übersetzender Touren die ehrenvolle Aufgabe zugeteilt bekommen, endlich, endlich mit dem Korrekturlesen aller bereits erstellten Pakete anzufangen. Dieser Tätigkeit werde ich mich jetzt weiter widmen. Endlich. Das hat diese verdammte Website so unglaublich nötig, du machst dir keine Vorstellung.

Ich hab‘ Panik. Keine Ahnung.

Und zwei Tomaten geerntet gestern, meine allerersten selbstgemachten Tomaten. Eine davon haben wir heute zum Frühstück verzehrt; so ein tiefes, sattes Tomatenrot hat die Welt noch nicht gesehen. (Ich zumindest nicht, bisher.) Um sie zu zelebrieren, habe ich uns Remouladendip, Scheiben besagter Tomate, Sprossen, Büffelmozzarella, selbstgezogenes Basilikum, Pfeffer und mein leckeres Kräutersalz auf die Brotscheiben gelegt. Es sah einmalig aus. R sagte zu dem Ganzen: „Irgendwas schmeckt hier nach Spülmittel. …Oder es ist… Warte, es war das Basilikum.“ Und später: „Ich find, die Remoulade passt nicht ganz.“
Zugegebenermaßen bekundete er wenigstens bevor er es konsumierte, es würde verdammt gut aussehen.

Nunja. Er hat mir Kaffee gemacht und ins Zimmer gebracht, um mich aufzuwecken. Ich sage ja, im Wecken ist er unübertroffen.

Sarah ist wieder da; ich sollte wirklich weiterarbeiten.

JO kommt mich besuchen! Ich freue mich. Jetzt gerade nicht wirklich, weil die Panik mich davon abhält, aber im Grunde kann ich es kaum erwarten. Und dann bogglen wir mit der Meisterin schlechthin und R erfährt, was ein wirkliches Boggle-Talent ist. (Ich lasse eh nach in letzter Zeit; gestern hat er mich in einer Mörder-Runde 48 zu 33 Punkten geschlagen.) Und sie kann schon wieder bei Sarahs und meinem Auftritt dabeisein. Was für ein merkwürdiger Zufall. Das letzte Mal, das ich sie gesehen habe, war im März anlässlich Mamas Vernissage.

Wo ich schon bei meinen Eltern bin; diese werden momentan in der Schweiz vermehrt Opfer von rassistischen Anfeindungen. Ich find’s krass und habe aber das Telefonat mit meiner Mutter gestern damit verbracht, sie dafür zu sensibilisieren, dass sich eine überwältigende Anzahl Menschen täglich in Deutschland genau diesen sowie noch weitaus schlimmeren Situationen ausgesetzt sieht – das verdrängt sie wohl ziemlich gut und ich bin durch R mittlerweile fast schon zu militant für meinen eigenen Geschmack geworden, was diese Geschichten angeht. Man lässt sich zu sehr beeinflussen.

Venice und Drama

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Lieber Mensch, du. Ich habe mich über deine Nachricht sehr gefreut, kann dir meine Antwort allerdings aufgrund deiner offenbar randvollen Inbox momentan nicht zukommen lassen. Einen Blog hast du nicht, auf den man kommentieren könnte. Daher also nun als offene Antwort und in der Hoffnung, dass du nochmal vorbeischaust:

Hi Venice,

meinen Blog vollständig zu lesen dürfte eine echte Herausforderung darstellen, wenn man annimmt, dass der mittlerweile um die 6 Jahre alt ist und du nebenbei vermutlich noch leben und/oder arbeiten und/oder studieren und/oder sonstigen Tätigkeiten nachgehen musst. Das sei dir also ohne jeden Zweifel verziehen 😀

Aber ja, das Wichtige hast du schon richtig herausgelesen. Containern jetzt und Selbstversorger später sind zwei große Träume von mir, wobei zum Glück zumindest der erste schon Realität ist^^

..Du etwa auch?

Gruß
Aspi

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Abgesehen von dieser lustigen Korrespondenz um drei Ecken ist zu berichten, dass es mir besser geht, ich den ganzen Tag im Garten und später mit Aufräumen verbracht habe und jetzt gemütlich und alleine im Bett hänge und einfach mal wieder Zeit habe, mich allein zu betrinken und eventuell irgendwann noch über Skype irgendwelche sozialen Kontakte zu pflegen, falls sich denn die Möglichkeit dazu auftut.

Ich bin immer noch verblüfft, wie meine Toleranz gegenüber R’s ..nennen wir es „Eigenheiten“ so abrupt dahinschwinden und mich schutzlos wie sonstwas zurücklassen konnte. Damit muss ich jetzt erstmal klarkommen. Ich habe ja nicht vor, auf einmal zur nörgeligsten Person aller Zeiten zu mutieren, und möchte aber auch andererseits nicht täglich mit einer monstermäßig katastrophalen Stimmung wie zwischen gestern Nachmittag und heute Mittag zu kämpfen haben, worauf es hinauslaufen würde, würde ich ihm nicht mitteilen, dass seine Rücksichtslosigkeit mir neuerdings Probleme bereitet.

Es ist halt so, dass er sich jetzt wieder vollkommen in politischer Arbeit verliert und mir allgemein, aber vor allem auch im Zusammensein weniger Aufmerksamkeit und Zuneigung zukommenlässt; ich merke es an Kleinigkeiten und ich bin natürlich auch nicht diejenige, die für subtile Veränderungen unempfänglich ist, was die Beobachtung für mich leichter anzustellen und schwerer zu ertragen macht. Ich habe nur drauf gewartet; es ist auch unvermeidlich, wenn man bedenkt, dass das halbe Jahr jetzt auch vorbei ist und es bei den Menschen nunmal so funktioniert, dass sie nicht unentwegt für etwas die gleiche Begeisterung oder Wertschätzung aufbringen könen. Ich nehme mich da nicht aus; ich habe selbst oft genug bemerkt, wie ich Menschen als selbstverständlich ansah – ich war selbst oft genug entsetzt von mir. Am Schlimmsten trifft dieses Schicksal wohl Basti, was aber wiederum gar nicht so tragisch ist, da es sich andersherum genauso verhält – wir haben uns aneinander gewöhnt und sehen uns jetzt gegenseitig als Geschwister. So kam ich also auch in den Genuss, zu erfahren, wie es ist, einen Bruder zu haben. Und siehe da, es ist wunderbar. Und natürlich nerven wir uns manchmal. Aber das macht gar nichts aus, denn wir haben dafür die Basis.

Auf der anderen Seite wüsste ich beileibe nicht, auf was für einer Basis es gerechtfertigt wäre, wenn ich von R als selbstverständliche Konstante betrachtet werde, in deren Haus man kommt und geht, wie es einem beliebt, und der man in den schönsten Wörtern verpackt grundehrlich, aber so furchtbar flüchtig bekundet, wie wichtig sie einem ist, wenn man gut gelaunt ist.

Ich tue ihm Unrecht. Siehst du, es ist schon wieder das Gleiche. Mir fehlt die Perspektive. Um genau zu sein, fehlt mir seine. Er macht das nicht mit Absicht, was mir eigentlich schon genügen sollte, um mich wieder einzukriegen.

Jetzt rede ich mit Laura.

Overdose Is Possible.

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Ich war ja wirklich nie davon zu überzeugen bis zu diesem denkwürdigen Abend: Entgegen meiner bisherigen Annahme ist zu viel Monopoly tatsächlich ein Ding der Möglichkeit.

Basti hatte eigentlich gar nicht wirklich Lust und hätte dann auf halber Strecke schon fast den Geist aufgegeben, verlor irgendwann und wurde bereits zu dem Zeitpunkt von mir aufs Höchste darum beneidet; R fuhr anfangs seine typische „Okay, Aspi hat vier Bahnhöfe und Basti hat mehr Straßen als ich, das Spiel kann ich knicken“-Schiene, nur um mich am Ende kolossal abzuzocken, und mein Hirn verabschiedete sich irgendwann dazwischen in einen Zustand zwischen Verzweiflung und Delirium.

Ich werde dann jetzt mal schlafen.