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Headed for… something.

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Es geht vorwärts. Ich bin nicht ganz sicher, welchem Ziel oder Ereignis oder Zustand oder Ergebnis entgegen, aber ich bin am Leben und es passieren Dinge. Zumindest einige, wenige, kleine.

Ich war noch nicht in der Uni diese Woche, womit sich die dieswöchige Anzahl geschwänzter Kurse nunmehr auf 4 beläuft. Heute Abend gehe ich hin, ich muss hingehen. Nicht nur, weil ich den Griese-Kurs bereits einmal geschwänzt habe und sie eine der wenigen auf Anwesenheit jedes Einzelnen bedachten Lehrkräfte ist, sondern weil ich es mir nicht durchgehen lassen kann, diesen Grad an Verlotterung. Selbst vor den Kommilitoninnen habe ich mich mit der Ausrede post-konzertaler Erkältung aus der Erklärungsnot gewunden; ein Durchhänger dieser Sorte hat auf dieser Stufe nicht mehr vorzukommen, im BA vielleicht, ja, ganz sicher sogar, aber wie immer kommt diese gefährliche Absenkung meiner Hemmschwelle mit ein paar Jahren Verspätung.

Was ich dafür geschafft habe, vorgestern und gestern und heute, ist Räum- und Einzugsarbeit. Ich würde sagen, ich bin fast soweit, den Kleiderschrank mit R zusammen ins rosa Zimmer umsiedeln zu können. Das Büro unter dem Hochbett nimmt Gestalt an und alle dazugehörigen Möbel sind, as of now, an ihren angedachten Stellen zu finden. Fehlen noch die langen Regalbretter, für die ich R’s Hilfe brauche, dann kann dieser Teil der Wohnung als fertig betrachtet werden. Fertig. Oh herrliche Vorstellung.

Gestern Nachmittag rief mich R an, um mich zu bitten, ihm einen Briefumschlag rauszulegen, bevor ich zum Foodsharing-Plenum fahre (von solchen Dimensionen ist das Chaos hier, dass ich den alleinigen Überblick über Teile der Wohnung habe und solche Maßnahmen nötig sind, um R elendige Suchaktionen zu ersparen) – er hatte eine wichtige Sache zu bearbeiten in Verbindung mit dem dummdreisten Miethai aus München, der ihm aktuell wieder den Kampf angesagt hat (The Murat Returns). Jedenfalls fragte er mich bei der Gelegenheit noch nach meinem Befinden, woraufhin ich ehrlich antwortete, dass mir meine Lethargie auf den Sack gehe, und aus irgendeinem Grund half mir das, nachdem ich aufgelegt hatte, mich zum Erledigen einiger zuvor undenkbarer Sachen zu bewegen. In den verbleibenden zwei Stunden, bevor ich losmusste, habe ich geduscht, mich fertig angezogen, das Katzenklo gereinigt, Wohnzimmermöbel umgestellt, zwei Bilder aufgehängt, Deko umdekoriert, zwei Absätze für den heutigen Griese-Kurs übersetzt, mein Zeug auf R’s Computer sortiert und den Inhalt eines gesamten Kurses von Moodle heruntergeladen, während ich den gesamten Tag davor nicht in der Lage gewesen war, über ein wenig Referatsrecherche hinaus irgendetwas zu tun.

Dann war ich beim Foodsharing-Plenum, was irgendwie nur semi-cool war, aber natürlich trotzdem notwendig und vor allem besser, als wäre ich nicht hingegangen. Zurück zu Hause saß ich mit R auf dem Sofa herum und er fragte mich, wie es mit meinen Medis aussähe, woraufhin ich aus dem Nichts anfing zu heulen und ihm erklärte, dass ich es seit Wochen nicht schaffe, den Psychiater anzurufen. Er bot daraufhin an, ihn für mich anzurufen. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, aber ich fand es sehr lieb. Es mag sich abstrus anhören, aber nach der gefühlten Ewigkeit der letzten paar Wochen, die meine Gefühlswelt von diesem zu dicken Filter aus Gleichgültigkeit ummantelt war, hat mich diese vielleicht einstündige spontane Attacke roher Verzweiflung gestern Abend fast schon erleichtert. Immerhin mal wieder direkter Zugang zu einer Emotion irgendeiner Art. Wahrscheinlich bin ich aus dem gleichen Grund auf dem Konzert am Sonntag so wunderbar durchgedreht. Da war der Filter auch weg. Konzerte erreichen immer die Seele. So wie ADTR damals am 29.10.11, dieses absurdeste Konzert meines Lebens.

Becci hat beschlossen, dass wir im Mai nächsten Jahres ADTR zusammen besuchen werden; sie spielen in Offenbach und wir hatten schon länger überlegt, hinzugehen. Ich hatte ihr gesagt, ich würde mich nach ihr richten; ich habe kein wirklich starkes Bedürfnis, sie nochmal zu sehen, würde aber selbstredend mitkommen. Nach eingehendem Studium von Homesick und What Seperates Me From You ist Becci nun also offenbar überzeugt, dass man sich diese Band durchaus mal gegeben haben sollte. Ich bin froh darüber und freue mich irgendwie doch, A Day to Remember mal unter Umständen spielen zu hören, unter denen ihr Name nicht so entsetzlich wörtlich zu nehmen ist.

Common Courtesy

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Das neue A Day To Remember-Album. Ich habe es mit ein paar Monaten Verspätung bestellt, was bemerkenswert ist. Aber jetzt liegt die Hülle vor mir und mein Computer schlingt schon die 16 WAVs in sich hinein, gefräßig wie immer. Gierig, ohne zu kauen – es kam schon eine Fehlermeldung wegen eines ungültigen Attributes oder weiß der Geier was. Bernadette ist genau so ungeduldig wie ich, deswegen schafft sie es nicht, die Sachen gescheit zu importieren.

Die Titel haben die Ungeduld hervorgerufen, bei mir zumindest. Was Bernie zu der Hibbeligkeit veranlasst, weiß ich natürlich auch nicht.

„Sometimes You’re The Hammer, Sometimes You’re The Nail“ – wie wahr, wie wahr. Auch wenn man am liebsten doch keins von beidem wäre, aber wenn, dann doch – wir Simon & Garfunkler wissen es ja bereits – lieber der Hammer. Wobei ich mir nicht sicher bin. Mir dreht sich alles Mögliche an Organen um bei dem Gedanken, jemandem etwas anzutun. Ist doch beides kacke.

„I Remember“, „I Surrender“, „I’m Already Gone“. „Best Of Me“, „End Of Me“, „Dead and Buried“. „Life Lessons Learned The Hard Way“. Wie wunderschön!

Weniger erfreulich finde ich „Leave All The Lights On“. Nicht sehr ökologisch wertvoll. Ökonomisch noch weniger.

„Violence (Enough Is Enough)“ ist das Lied, das ich schon gehört habe. Das, was schon vor dem Erscheinen des Albums rauskam.

Meine Mutter hat sich zwei Hochbeete mit Gemüse und Kräutern angelegt. Rucola, Salat, Tomaten, Hokkaido-Kürbis, Zucchini, Blumen- und Rotkohl, Lauch, Frühlingszwiebeln, Kohlrabi und eine normale Zwiebel. Außerdem das alte, halb vergammelte Fass für Kartoffeln. Ich bin unendlich stolz. Sie hat jetzt auch ihr Studium abgebrochen; es wurde ihr einfach zu viel Arbeit. Wozu sich das noch antun, wenn man schon sein Leben lang hart gearbeitet hat. Jetzt pendelt sie ab und an nach Kopenhagen und besorgt auf den dortigen Flohmärkten Babyklamotten, welche sie in Oldesloe und Umgebung verkauft. Sie gehen weg wie warme Semmeln. Sie ist nicht umsonst unglaublich talentiert darin, die schönsten Sachen zu finden und sowohl mit Händlern als auch Kunden die wunderbarsten Preise auszuhandeln.

Auch auf Robert bin ich stolz, der hat heute sein Praktikum in der Firma von Tims Vater angefangen und wechselt danach endlich die Uni. Das war ja nicht auszuhalten, wie die TU ihn fertiggemacht hat. Er war ununterbrochen am Lernen und hat trotzdem ständig Kurse gefailt.

A Day to Remember. (Carefully. Reluctantly.)

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So in etwa muss es Şahin ergangen sein damals vorne im Moshpit. Ich hatte mich entschieden, nicht mit nach vorne zu kommen, weil ich es mir allein konditionstechnisch gerade nicht zutraute. Dadurch hatte ich zwar einen weniger spektakulären Anblick, aber viel Bewegungsfreiheit. Ich erinnere mich, wie während dieses Konzertes noch einmal kurz das ganze Disaster in den Hintergrund getreten ist und der Konzertrausch einfach einsetzen konnte. (Als wäre gar nichts los, als wäre es nicht die abstruseste Situation gewesen, die man sich nur hätte vorstellen können.) Bis If It Means A Lot To You, aber zum Glück war das ja erst die erste Zugabe.

Und wie absurd, dass sie anfingen mit Sticks & Bricks. (An sich ja nicht.. Es war zumindest zu dem Zeitpunkt der übliche Opening Song ihres Sets.)

Where were you when my walls came falling down?
You tried to hide and stood close by
And didn’t make a sound.
SAY SOMETHING!

Und gerne nochmal. SAY SOMETHING.
SAY SOMETHING.

Ich bin also mal wieder am Konzert-Gedenken und, theoretisch, dabei, zu versuchen, mich von dem beklemmenden Gefühl zu befreien, das mir der Gedanke an das Wochenende drumherum vermittelt. Ich will die beiden Sachen trennen. Das Konzert war zu gut, um auf ewig mit Drama und Zusammenfall assoziiert zu werden.

Ich bin eh am Überlegen, ob ich sie Anfang Februar in Offenbach sehen gehen sollte – alleine diesmal, außer ich bekomme Robert überredet, aber das ist unwahrscheinlich. (Unheimlich allerdings, dass er gerade in Skype on kam, als ich dabei war, seinen Namen zu tippen. Vielleicht ist das ein Zeichen und ich sollte es doch mal versuchen.) Es wäre organisatorisch ein bisschen hektisch vielleicht, immerhin komme ich am 1. erst wieder nach Deutschland. Aber ich könnte meinen Geburtstag da oben mit Robert, Becci und Janine verbringen, was ihnen die Mühe ersparen würde, zu mir runterzukommen. Und die Menschen von zu Hause haben zu der Zeit sowieso Klausurenphase und werden gestresst genug sein.

‚Til they’re singing la, la la la, la la la.

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So gefallen mir meine Ferien! Schlafen bis kurz vor eins – Lena hat mich aufgeweckt, indem sie anrief; meine Güte, was war ich verwirrt -, dann ein bisschen aufräumen und duschen, dann hatte ich Lena und Jana zum Essen hier und wir haben uns aber auch vollgestopft bis zum Gehtnichtmehr mit Köstlichkeiten. Für Sonntag haben wir uns alle wieder verabredet, zusammen mit Susmita zum Phuchkamachen – das wollten Susmita und ich auf alle Fälle noch wiederholen, bevor sie jetzt nächste Woche zu ihrem Freund nach Finnland fährt.

Freitag ist Susmita endlich mit ihren Klausuren durch. Sie ist schon wieder am Panicken und fühlt sich underprepared und tut mir so schrecklich leid, wie sie den ganzen Tag in ihrem Zimmer sitzt und lernt und lernt und lernt und es ihr immer noch nicht genug ist. Ich habe versucht, ihr die Panik wegzureden, und ihr angeboten, ihr zum Zwecke der Zeitersparnis was zu essen zu machen, aber sie wird eh nicht drauf zurückkommen.

Ich habe gerade If It Means A Lot To You mal wieder gehört, zum ersten Mal in diesem Jahr und ich glaube auch allgemein seit recht langer Zeit.

Und wow, es ist schon wieder Abend. Na das ging mal wirklich flott heute.

Herbstblätter

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Meine Erinnerung ist schwammiger, als ich wahrhaben will, aber klar genug, um mir den Verstand zu rauben.

„Vielleicht sollten wir das lieber morgen besprechen“, sagte mir Şahin vor einem Jahr am Gelsenkirchener Bahnhof, während wir auf den Zug nach Oberhausen warteten. „Nicht dass es dir jetzt das Konzert versaut.“

Kalt war’s, aber nicht so kalt wie heute.

Ich habe ihm dann geantwortet, soweit ich dazu fähig war und nicht überfordert davon, den Druck wegzuschlucken und nicht zusammenzuklappen, dass ich vermutlich allerspätestens mit dieser Aussage im Hinterkopf leichte Schwierigkeiten haben würde, das Konzert unbeschwert zu genießen.

Die bunten Herbstblätter vor dem Fenster des Hörsaals. Phonetik I ist an sich eine interessante Vorlesung, vorausgesetzt man steht nicht mit der Physik auf dem Kriegsfuß und es lassen einen die Geister des vergangenen Jahres in Ruhe. Keine idealen Voraussetzungen für mich, auch wenn ich mich zusammengerissen habe, mit dem Gedanken, dass ich nicht das dritte Semester in Folge damit verbringen kann, während der wichtigsten Vorlesungen ständig nur abgelenkt aus dem Fenster zu starren.

„So schön bunt…“, sagte Şahin geistesabwesend in meine verwirrte Rede hinein und schaute auf die wehenden Blätter.
„-Sorry.“ Er schaute mich kurz an, wahrscheinlich in der Erwartung, ich würde durchdrehen und ihn komplett verzweifelt fertigmachen, weil er mir nicht die der Wichtigkeit der Unterhaltung angemessene Aufmerksamkeit hatte zukommen lassen. Das war der Moment, an dem mir klarwurde, dass sogar im schlimmsten Konflikt noch Teile unserer jeweiligen Persönlichkeiten in einem verstörenden Ausmaße kompatibel waren.
Wäre nur einer dieser Teile näher an seinem Bewusstsein angesiedelt.

Neun Monate!

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Traurig, aber wahr. Ich achte nichtmal wirklich mit Absicht drauf, es hat sich einfach dieser Automatismus eingestellt, oh, schon wieder ein Neunter heute, wie viele sind’s denn diesmal schon? ..Ach was, nächstes Mal sind wir schon im zweistelligen Bereich, wie wunderbar.

Statt einen ewig langen jammernden deprimierten Eintrag zu verfassen, beschränke ich mich lieber auf

dieses schöne Lied einer hochgeschätzten Band. Vielleicht sollte ich klarstellen, dass, im Gegensatz zu der Persönlichkeit aus dem Song, meine nicht gespalten ist, und ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von der Seite des lyrischen Ichs, die am Ende durchdreht und ein Blutbad anrichtet. Steht bei mir nicht auf dem Plan. Durchdrehen vielleicht, ja. Aber wenn’s überhaupt ein Blutbad gibt, dann höchstens mit meinem eigenen. Und selbst dabei würde ich nach Möglichkeit auf Blut so weit es geht verzichten.

AF5 – naja, kann nur mehr werden

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Ich stehe mit Barrégriffen auf dem Kriegsfuß und mit meinem Kopf, der mir sagt, dass es heute fünf Monate sind, und mich und meine Verdrängung nicht so wirklich in Ruhe lassen will, und auch mit der Zeit, die mir sagt, dass ich mich ziemlich beeilen sollte, um rechtzeitig um fünf Uhr fertig zu sein, dann muss ich nämlich spazierengehen (Mamas Hilfsprogramm; es besteht aus zwei Teilen, 1) mich dazu zu bewegen, spazierenzugehen, und 2) mich dazu zu bewegen, jeden Tag 10 Minuten auf den Crosstrainer zu gehen. Also im Großen und Ganzen mich dazu zu bewegen, mich zu bewegen.) und ich sehe gerade, ich werde es auf keinen Fall mehr schaffen. Macht ja nichts, ich schaffe ja auch sonst nichts. Einmal kurz zur Feier des Tages You Be Tails, I’ll Be Sonic suchen und ab geht’s nach unten. Hilfe, wie soll ich denn jemals wieder normal werden.
Und, nur so am Rande, du solltest dir das Lied anhören.

Why not possible?/ Gefühle und Stimmungen, und was ist was?

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Sahin sagte gerade, „drei Tage bis Aspi!“
Das heißt dann auch: Zwei Tage bis DELE.

Vorhin am Nachmittag mit meiner familia tica geredet – mit Keyla und Vanny, jedem einzeln, da sie ja jetzt ein Headset gekauft haben UND eine Webcam! Oh ja, ich habe sie gesehen! Und Keylas Mama auch noch, die saß im Hintergrund. Dylan war leider im kinder, aber ich habe mich für morgen halb zehn hora tica nochmal verabredet, dann kann ich mit ihm reden und ihn endlich wieder sehen.

Es waren jetzt etwas mehr als 2 Monate schon. So ein Sechsjähriger verändert sich ja rasend schnell. Wie anders er alleine aussah, als ich damals – „damals“ – aus California wiederkam. Dreimal so alt und einfach so anders. Dieser Moment sowieso, als er da in der Tür stand. Aber lieber nicht dran denken. Meine Laune nähert sich sowieso schon beständig der alten manischen Aggression immer „at the verge of einem Heulanfall“, wie ich schon letztes Jahr irgendwann bei Macrocarp bemerkt habe.

Bei mir habe ich eh wieder mal das Gefühl, ich leide ununterbrochen an PMS. Einmal pre-menstural syndrome, und dann post-menstrual syndrome. Dauer von jedem Abschnitt 1.5 Wochen.

Aber Vanny hat mir jedenfalls versichert, er würde mein Spanisch immer noch als exzelllent betrachten. Ich habe mich ja schon wieder beklagt, dass ich keine Übung mehr habe.
Oh, und anscheinend war Yara noch ziemlich oft bei uns zu Hause, also bei meiner familia tica zu Hause, nachdem ich wegwar. Ich bin schlicht und ergreifend abartig eifersüchtig auf sie, das geht ja schon ins Krankhafte. Und wehe, Roberto kommt wirklich mit Adrian zu ihr an den Stand nach Tamarindo, da verzichte ich sogar auf meine Bohnen. Ich kann mir noch nichtmal ein wirklich schlechtes Gewissen einreden, dass ich es meiner besten Voluntarierfreundin so wenig gönne, noch einen schönen Abend mit ihrem UND MEINEM besten Tico-Freund da zu verbringen. Ich gönne es nichtmal Roberto, Adrian kennenzulernen. Und ich gönne es Adrian nicht, Roberto kennenzulernen! AAAH! Es wütet wie das schrecklichste Feuer der Geschichte des Universums in meiner erbärmlichen schwarzen Seele. Sie sollen sich einfach nicht zusammen da amüsieren, während ich in diesem Scheißland hier feststecke und fünf Jahre lang wahrscheinlich niemanden von ihnen allen mehr zu Gesicht bekomme, außer Yara, haha, zum Glück, das wäre ja noch schöner.

Das schlechte Gewissen habe ich jetzt nur, weil ich so schreckliche Sachen denke. Yara alleine, die Arme, was sie alles durchgemacht hat. Da dachte sie ernsthaft, dieser Venezuelaner-Tico da würde irgendwas für sie empfinden, was über simples „estar córneo“, laut ihrer hilariösen Übersetzung, hinausginge, und ihm ein entsetzliches Drama nach dem anderen gemacht. Aber man will ja auch nicht dann direkt so sagen, „ähm, als du ankamst, hatte er noch 5 Freundinnen gleichzeitig, was hast du dir eigentlich gedacht?“

Wobei ich wahrscheinlich auch Vorurteile gegen die Lateinamerikaner im Allgemeinen habe, weil ich doch eher der Meinung bin, dass diese Sorte Mensch (/Mann) einfach diesem ganzen Kram, was Beziehungen und „Liebe“ usw angeht, eine ganz andere (geringere) Bedeutung beimessen als wir hier. Ich meine, hätte ich etwa was mit diesem Reisarbeiter da anfangen sollen, der mich da gegen Ende des 2. Drittels meines CR-Jahres belagert hat? Dem geschiedenen 24jährigen mit den zwei Kindern? Wegen dem ich drei Monate lang so getan habe, als wäre mein Handy kaputt? Hm?

Oder Roberto mit seinem „why not possible?“ an meinem allerletzten Abend, das ich wochenlang nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe. Mit seinem mindestens einmal pro Woche wechselnden „Beziehungs-„Status bei Facebook. (Und nicht etwa zu „Single“. Zumindest nie für lange.) Bei dem ich mit seinen ganzen „novias“ erst gar nicht versucht habe hinterherzukommen. (una novia = für ihn laut Eigendefinition schon „nada más un piiiiiiep… y ya“)
Ich liebe ihn ja wirklich und alles, aber in der Hinsicht ist er wie so ein kleiner Dreizehnjähriger.

Gute Nachricht: (Diesmal jetzt noch, und dann hast du erstmal Ruhe davon.) Wahrscheinlich – wenn mir meine Großeltern da nicht dazwischenfunken (in Form einer Ablehnung, uns die Nacht bei sich pennen zu lassen) oder andere Probleme sich den Plänen in den Weg werfen, dann bin ich am 29.10.11 mit Sahin auf dem ADTR-Konzert in Oberhausen! YAY! Gowai, lass es klappen!

Konzentrationsprobleme

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Hier stehe ich in der Küche, mit dem Computer auf dem Mosaiktisch, habe – was wohl – ADTR an und eigentlich vor, dieses herrliche http://www.joythebaker.com/blog/2011/03/cinnamon-sugar-pull-apart-bread/
mal wieder zu backen. Konzentration = -0; ich starre auf die Zutatenliste und bringe es kaum fertig, den abstrakten Begriffen die entsprechenden Lebensmittel zuzuordnen.

So now you know – exactly what it feels like…

Gewachsen

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Heute morgen auf dem Weg zum Einkaufen meiner alten Gesangslehrerin über den Weg gelaufen! Ich hatte Frau Voigt bestimmt eineinhalb Jahre nicht mehr gesehen, und davor auch nur einmal kurz in der Stadt. Sie sagte mir, ich wäre gewachsen. Das habe ich ja öfters mal gehört in letzter Zeit, auch von meinen Kollegen in Las Pumas. Interessant nur, dass ich eigentlich noch genau so „groß“ bin wie vorher, es sind nach wie vor zwischen 1,64 und 1,65m. Aber wie Frau Voigt nunmal so ist – und nach inzwischen 4 Jahren Pause davon, sie regelmäßig einmal die Woche ertragen zu müssen, sehe ich dieser speziellen Eigenschaft sogar wieder leicht positiver Gesinnung entgegen -, sagte sie direkt danach etwas von wegen, ich hätte auch eine ganz andere Ausstrahlung.

Das kann ja nun schon eher sein. Ich hab dann erstmal eine ganze Weile darüber nachgedacht, wie erstaunlich es doch ist, was die innere Grundeinstellung aus einer Person so machen kann. Und jetzt gerade überlege ich, dass es unglaublich ist, wie sich eine innere Grundeinstellung überhaupt verändern kann. Hach ja, sehr interessant das alles.

Sahin schwänzt Uni wegen ADTR und sagt, ich soll auch an ihn denken, bevor ich in Panik ausbreche. Ich hatte ja auch gedacht, dass ein Tag OK wäre, aber halt höchstens einer. Immerhin gibt es ja auch Dozenten, die überhaupt nur 2mal Fernbleiben in ihrer Veranstaltung erlauben, und wenn ich mir dann vorstelle, die zweimal eventuell dann schon wegzuhaben? Und Caro ist entsetzt wegen der Ticketpreise. („Für so eine unbekannte Band!“):/ Mal schauen. Wenn ich erstmal unten bin, gibt´s Krisenbesprechung.

Ach ja. Ups, ich wollte noch weiter schreiben – vergessen und stattdessen noch ein paar Stunden TI´t, ich fasse es nicht. GNOM, ich geh schlafen! Auf dass am Morgen meine Mandeln nicht mehr so einen abartigen Aufstand machen wie in diesem Moment.