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Ezintasunen gainetik

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Ich bin mit Diptis nächstem Kapitel fertig. Die erste von Mamas kroatischen Mitbringsel-Cosmeas hat zu blühen begonnen. Ich liebe Cosmeas. Meine Lupine ist explodiert und legt sich gerade so richtig ins Zeug. Ich liebe Lupinen. Die eine von den geretteten Fuchsien hat schon das zweite Prachtwunder von einer Blüte hervorgebracht. Ich liebe Fuchsien. Und ganz besonders diese gefüllten.

Mein Balkon macht mich glücklich.

Außerdem habe ich auf dem Weg zur Therapeutin Knoblauchsrauke und Akelei erspäht, welche ich nächste Woche abzuernten plane, auf dass sie nächstes Jahr mein Sammelsurium erweitern mögen.

Jana hat nichts von sich hören lassen. Ich werde mal ihr Teekännchen von meiner Küchenablage nehmen und zu ihren Sachen ins kleine Zimmer stellen.

Vielleicht ruft mich Basti heute Abend an. Ich glaub’s erst, wenn’s soweit ist, aber mal sehen. Ich bin allerdings fast überzeugt, dass wir uns demnächst sehen werden. Nachdem ich mich zwei Jahre lang geweigert hatte, habe ich vor zwei Wochen eingewilligt, mich mit ihm zu treffen, ohne dass er Alina davon erzählt. Selbst am Anfang des Gesprächs war ich noch der Überzeugung, ich würde mich unter keinen Umständen an einem Szenario beteiligen, in dem jemand seine Partnerin belügt. Dass sie ein Psycho ist, weiß ich, aber Lügen, das geht nicht. Als mir jedoch das Ausmaß des Elends bewusst wurde – das und wie absurd wichtig mir Basti ist, was ich gern mal verdränge, nachdem er als Folge exakt dieses Elends seit zwei Jahren nichts getan hat als mich ein ums andere Mal aufs Schlimmste zu enttäuschen – habe ich mir tatsächlich gedacht, scheiß aufs Prinzip, ich kann ihn nicht hängen lassen. Dann habe ich ihn gefragt, ob er mit meiner Mithilfe an dieser Situation etwas ändern könnte, das er allein nicht schafft. Er hat dies bejaht. Daraufhin habe ich ihm gesagt, okay, wir treffen uns. Ich schwöre, er hat geweint.

Ich habe ihm auch gesagt, dass es sich hierbei um die allerletzte Chance handelt. Dass, damit dieses Treffen stattfindet und so etwas wie ein Kontakt zumindest in der Theorie weiter bestehen bleibt, er es sich trotz allen Elends nicht erlauben kann, erneut unterzutauchen und mich ohne ein Wort zum x-ten Mal zu versetzen. Und dass er verstehen muss, dass ich in diesem Fall nicht anders kann, als mich zu meinem eigenen Schutz endgültig zu distanzieren.

Da ich mich so oder so für diese Freundschaft nun für meine Verhältnisse unfassbar weit aus dem Fenster gelehnt habe, tue ich nun mein Möglichstes, um dafür zu sorgen, dass es soweit nicht kommt. Ich habe für mich beschlossen, dass er das wert ist. Und wenn es das letzte Mal ist, dass ich an jemanden glaube. Er mag es in jüngerer Vergangenheit nicht verdient haben, aber er hat vorgearbeitet.

Zukunft streichen, Gegenwart vertreiben.

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Gestern Abend erstmal meinen Kalender aktualisiert. In dem Sinne, dass alles R-Relatede unkenntlich gemacht wurde. Viel war es nicht, aber gleichzeitig praktisch alles, was ich bisher eingetragen hatte. Sein Geburtstag, meine Alpakawanderung, die Hochzeit seines Bruders, das Pet-Shop-Boys-Konzert, auf das ich zum Zeichen meiner Horizonterweiterungswilligkeit hatte mitgehen wollen. Von der Geburtstagsfeier seiner Großtante, die demnächst stattfindet, wusste ich zum Glück das genaue Datum noch nicht, sonst hätte ich noch einen Eintrag mehr durchkritzeln müssen.

Es war eklig.

Überhaupt überkommt mich, sobald ich mich einer Konfrontation mit diesem Aspekt meiner Wirklichkeit nicht erwehren kann, zuverlässig das Gefühl, vor Schmerz zu zerfallen. So wie jetzt. So wie beim Aufwachen. So wie gegen Nachmittag, wenn die Phase erzwungener Aktivität am Auslaufen ist und ich wieder auf dem Sofa lande, wo mich die Leere verschlingt.

Es ist einerseits weniger hartnäckig als damals, vermutlich weil mich die Medis auffangen und ich, davon ab, nicht davon überzeugt bin, einen Seelenverwandten verloren zu haben. Auf der anderen Seite ist es so viel mehr, das ich verliere. Am härtesten, das will ich offen zugeben, trifft mich neben der augenscheinlichen Tatsache, dass mein Leben auseinandergefallen ist, der schlagartige Verlust des Geliebtwerdens. Härter als das Nichtgenugsein, die verlorenen Jahre, die vollkommene Perspektivlosigkeit; mehr als die Person an sich, die fünf Jahre lang ein Teil von mir war und die an meiner Seite zu haben ich schätzen und offensichtlich, leider, auch brauchen gelernt habe.

Ich habe viel Arbeit vor mir, wenn ich das überstehen möchte.

Umso stolzer bin ich, berichte zu können, dass ich mich aufgerafft und mir ein (hoffentlich) köstliches Abendessen aus der letzten Semmelknödelwurst von Beccis und meiner Aktion letzte Woche, Spargel und Pilzsauce zubereitet habe. Verblüffend, wie ich in dieser Ausnahmesituation Energie für Dinge aufbringe, die ich über weite Strecken der letzten Jahre für undenkbar befunden hätte.

Also wird nun gegessen. Gegessen und dabei die nächste Netflix-Dokuserie angefangen, sodass Ablenkung einziehen und sich der Klammergriff um meinen Brustkorb wieder lockern kann.

Still surviving.

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Ich bin besser im Überleben, als ich gedacht hätte. Zumindest weiß ich Gelegenheiten zu ergreifen, wenn sie sich präsentieren.

Und das, nachdem mein Tag damit begann, dass ich nach dem tausendsten Wiedereinschlafen das Wachwerden nicht mehr ohne aktives Gegensteuern hinauszögern konnte und mich zu diesem Zwecke dem Googlen einer möglichen Trimipramin-Überdosis zuwandte (um tatsächlich festzustellen, dass trizyklische Antidepressiva, wie Trimipramin eines ist, bei Selbstmordversuchen mit am häufigsten Anwending finden). Durch das Lesen (und das beruhigende Wissen, dass genügend Trimipramin sich in meinem Besitz befindet, sollte ich der Perspektivlosigkeit einmal gar nichts anderes mehr entgegenzusetzen wissen) erneut eingeschläfert, gelang es mir, bis ungefähr halb zwölf im Dämmerland zu verweilen, bevor die Realität und mein gestörter Hormonspiegel mich einholten. Ja, er ist weg; nein, er kommt nicht zurück; ja, er hat gesagt, es hätte sich keinen Moment lang wie ein Fehler angefühlt, wegzuziehen; nein, er wird nie mehr hier oben mit mir im Bett liegen. (Ja, ich habe jetzt ein beinahe zimmergroßes Hochbett für mich alleine.)

Ich stand auf und machte mir ein Brötchen zum Frühstück, heute mit Raclettekäse, Mayo, Rucola und kleinen Tomätchen. (Nachdem mich Caro neulich – warte, gestern – darauf hinwies, wie dekadent mein Laugen-Avocado-Lachsfrühstück mit Smoothie-Grapefruitsaft-Mischung sich anhörte, stelle ich nun selbst wieder verstärkt fest, wie königlich ich eigentlich lebe, wenngleich ohne dafür die ansonsten immerwährende Begeisterung aufzubringen) Zwar wurde mir die Arbeit wie bereits am Tag zuvor durch creepiges Ganzkörperzittern und Konzentrationseinbrüche erschwert, aber am Ende hatte ich mein Frühstück beisammen – inklusive Smoothie-Grapefruitsaft-Combo – und konnte auf dem Sofa Platz nehmen, wo ich sodann mein Werk zu verzehren begann und dabei den Rest der gestern abgebrochenen Dope-Folge ansah.

Unverzüglich machte ich mich im Anschluss an die Bearbeitung meines Auftrags, und auch das gelang mir. Nicht meine gründlichste Arbeit, und die Statistik wird es mir auch versaut haben (Korrekturgeschwindigkeit = zwei Absätze Arbeit, zwanzig Minuten zocken), aber es hat für ein Dankeschön vom Kunden gereicht (eine Auszeichnung, die ich erst einmal zuvor erhalten hatte) und dafür gesorgt, dass ich mir ganz schön toll vorkomme, weil ich es immerhin geschafft habe.

Mein Meisterwerk des Am-Leben-bleibens aber vollbrachte ich, indem ich auf Wolfgangs Bescheid, er habe jetzt alles Mögliche an Essen abzugeben, nicht nur mit „nehm ich“ antwortete, sondern mich spontan dazu entschloss, ihn für den Abend zum Flammkuchenessen einzuladen. Das brachte mich in die überaus begrüßenswerte Situation, ohne Wenn und Aber duschen, die Küche aufräumen und Flammkuchen machen zu müssen, während ich allein vermutlich außer Sitzen, Heulen und Zocken einfach rein gar nichts gemacht hätte, und erst recht keins dieser produktiven Dinge.

Als Wolfgang kam, machte ich einen auf funktionsfähig und zog das knallhart den ganzen Abend lang durch. Und siehe da – fake it ‚til you make it – es hat geklappt. Ich habe zwei perfekte Flammkuchen produziert, mich über NoFX, Corona, Zufälle und die Welt unterhalten, als wären mein Leben und ich völlig intakt, und es hat sich gut angefühlt. Es hat mir wieder das Gefühl gegeben, dass ich keine Perspektive brauche, solange nur die richtigen Menschen da sind.

Mit diesem Gefühl würde ich gern morgen aufwachen. Aber wie wir alle wissen, ist das unmöglich. Ojalá no lo fuera.

Surviving Somehow

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Heftig. Wie in Situationen dieser Art üblich, war die Panik von einem Moment auf den anderen weg. An ihre Stelle ist nahtlos eine so überwältigende, allumfassende Trauer und generelle Hoffnungslosigkeit getreten, dass die schiere Tatsache, dass ich noch hier bin, um dies zu tippen, allein der lebensrettenden Kombination aus Caro, Chachi und meiner Antriebslosigkeit zu verdanken ist.

Um mal ganz bescheiden mich selbst zu zitieren: My past is gone, so is my future, so are you.

Keine Ahnung, ob ich hier irgendwann noch Details aus den vergangenen fünf Jahren rauskramen und auf die Weise vielleicht aufarbeiten kann oder überhaupt nur will. Ich habe das Gefühl, über die Dauer meiner Beziehung mit R sowohl zu Verdrängungszwecken als auch aus Angst, mir durch Lautausschreiben die eigene Verletzlichkeit einzugestehen, wesentliche Teile meiner selbst verleugnet und meines Lebens unterschlagen zu haben, aber gerade ist jedenfalls nicht der Zeitpunkt, in der Richtung etwas nachzuholen. Solange ich mit anderen Menschen in Kontakt bin, erscheint es mir denkbar, dieses Elend irgendwann hinter mir zu lassen und meine eigene Zukunft zu erleben. Sobald ich aber allein bin und unweigerlich daran denke, selbst ohne irgendetwas aktiv hervorzukramen, verschwindet diese Hoffnung abrupt vom Horizont meiner Möglichkeiten.

Ich habe einen kleinen Auftrag angenommen, den ich morgen bearbeiten muss. Neun Seiten, das sollte doch irgendwie gehen. Wenn nicht, muss es trotzdem gehen, schließlich habe ich ihn nunmal angenommen. So werde ich morgen wohl auch überleben, denn man kann nicht gleichzeitig krepieren und einen Auftrag bearbeiten.

Immer einen Tag nach dem anderen.

Achievements

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Errungenschaft des Tages: ich habe eben meinen Scribbr-Account wieder aktiviert.

Ansonsten ist mir nicht wirklich etwas passiert. Nachdem gestern die sozialen Kontakte noch weiter aus allen Löchern gekrochen kamen (ich habe abends noch zwei Stunden mit Simone telefoniert sowie ein bisschen mit R und dann auch noch die Motivation aufgebracht, auf Sebis Frage nach meinem Befinden zu reagieren), war heute wieder Netflix meine treue Gesellschaft.

Ich habe den zweiten Tag in Folge lediglich einen einzigen Tropfen Medi zu mir genommen und spüre gar nichts, weder körperliche Entzugserscheinungen noch gesteigertes mentales Unwohlsein. Das hätte ich noch vor einer Woche nicht erwartet. Vielleicht kann ich es doch tatsächlich schaffen, irgendwann auf null runterzukommen. Aber selbst wenn nicht, ist es schon mal ein beachtlicher Fortschritt, mich auf so eine Erhaltungsdosis von einem Milligramm heruntergearbeitet zu haben. Und eine glückliche Fügung, dass ich vollkommen allein hier vor mich hinexistiere, ohne dass mich irgendetwas aus der Bahn werfen könnte. Noch nicht mal ich selbst werde mir sonderlich gefährlich, da die zentralen Verdrängungsmechanismen über weite Strecken nach wie vor funktional sind. Alles, was ich schaffen muss, ist, den ein oder anderen Aussetzer zu überleben, bis ich soweit bin, den Dingen kampfbereit entgegenzutreten.

Stabilized (but stagnating)

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Schon besser. Ich kann nicht behaupten, dass es mir blendend geht, aber sofern hier nichts mehr eskaliert, dürfte das Gröbste überstanden sein.

Ich werde dennoch nicht an Beccis und Cornelias Holland-Trip dieses Wochenende teilnehmen, wie es eigentlich geplant war. Weder kreislauftechnisch noch mental würde ich eine Unternehmung von diesen Dimensionen verkraften. (Auch wenn es gepasst hätte, denn als ich Tim Vantol zum ersten Mal gesehen habe, war es um meinen Geisteszustand ähnlich bestellt. Das war auch der Grund, aus dem ich mir damals nach dem Konzert keine CD gekauft habe. Wozu, dachte ich mir, wenn ich’s eh nicht mehr lange mache.)

Becci, die gute Seele, sagte auf meine Frage hin, wie viel ich ihr für Ticket und Übernachtung schulde, es sei nicht der Rede wert und ich sollte nicht für meine gegenwärtige Situation auch noch bezahlen müssen.

Und meine Mutter, mit der ich gestern telefoniert habe, ist zwar aktuell noch auf Sri Lanka, sagte mir aber, ich hätte sie trotzdem wirklich mal anrufen können, als hier Land unter war, sie könne in 20 Stunden bei mir sein. Awww. (Wobei es bei ihr schon genügt hat, ihr zu erzählen, dass sich R während meines Entzugs nicht gerade um Unterstützung und Rücksicht bemüht hat, ohne auf Einzelheiten einzugehen.)

As for me… ich warte erstmal ab, bis sich mein Hormonhaushalt wieder einpendelt. Latente Panik ist nach wie vor da, aber nichts im Vergleich zum Wochenende. Derweil höre ich mir von der Therapeutin an, dass ich meine Prinzipien zum Fenster rausschmeiße, wenn ich nicht vehement ablehne, mich mit R’s Polyamorie auseinanderzusetzen, und beobachte dessen unbeholfene Versuche, meiner Kritik gemäß seine Egomanie zu drosseln.

Bislang scheint Letzteres allerdings aussichtslos. Siehe dazu gestern Abend: ich hatte Musik an, während ich in der Küche tätig war, und das Album lief noch, als er zum Essen kam. Er gab sich Mühe und fragte, welches Album wir hören würden. Es war What Seperates Me From You von A Day to Remember. Da er bemängelt, ich würde ja aber auch von mir aus nichts erzählen, fasste ich mir ein Herz und schilderte ihm, wie mich You Be Tails, I’ll Be Sonic damals mit seiner Genialität überwältigt hat, als ich die Band kennenlernte. Von zwei zehennägelkringelnd, nackenhaaresträubend konstruierten Rückfragen seinerseits fühlte ich mich nichtsdestotrotz ermutigt, man könnte fast sagen, verpflichtet, weitere Informationen preiszugeben. Also erzählte ich vom Konzert 2011, und dass dort auch mein T-Shirt mit einer besagtem Lied entstammenden Zeile herkommt, und schließlich sogar von der abstrusen Kombination, die mein Shirt („There’s a hole in my heart where you used to be“) und Şahins Wristband („Get the fuck over it“, 2nd Sucks) hermachten. Er reagierte daraufhin, and I shit you not, mit einer ausschweifenden Erörterung, welche zum Inhalt hatte, dass der Grund, aus dem er gleich zurück an den Rechner müsse, sei, dass auf der GUI, die er gerade programmiert, sich das Relief nicht mehr ausschalten lasse. Irgendwann unterbrach ich ihn, indem ich andeutete, zum Himmel zu beten, und flehte, „please be going somewhere with this“. Er war daraufhin beleidigt.

Sonntag Früh entdeckte ich einen drastisch reduzierten Udemy-Kurs zu kognitiver Verhaltenstherapie, dessen Beschreibung mich neugierig machte und mir den Eindruck verlieh, eine derartige Maßnahme könnte uns helfen, eine gewisse Basis an gegenseitigem Verständnis und gleichzeitig eine Erweiterung unser beider Horizonte zu erreichen, insbesondere in Hinblick darauf, dass ein konstruktives Auseinandersetzen mit der Thematik der Polyamorie mir in meinem aktuellen Mindset nicht oder kaum möglich ist. Ich sagte ihm dies und schlug vor, den Kurs herunterladen und gemeinsam anzusehen. Er stimmte dem zu. Als er dann feststellte, dass es sich um 53 Stunden Material handelt, war er schon weniger begeistert. Ich hatte gleichzeitig einen weiteren Kurs gefunden, der beim Umgang mit Konflikten helfen soll. Dieser dauert nur eine Dreiviertelstunde und wir haben uns die erste Session davon tatsächlich schon angeschaut. Leider ist der Dozent grottig, aber R war nicht der Meinung und ich nehme, was ich kriegen kann. Nach zehn Minuten war sein Kontingent an emotionaler Arbeitskraft jedoch erschöpft; seither macht er keine Anstalten, an einem der Kurse weiterarbeiten zu wollen, und ich darf weiter in Panik vor mich hinexistieren; diese wird bleiben, bis entweder Verdrängung oder Veränderung eintritt. Wenn er die Zeit oder den Aufwand nicht aufbringen möchte, für Letzteres zu arbeiten, kann ich nur zurück in Ersteres flüchten.

Plants Before Work

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Und schon kommen die nächsten fünf. Ich habe soeben trotz einschlägigem Motivationsdefizit einen Auftrag angenommen, an dem ich bis heute Abend sitzen werde, und da ich kein bisschen Lust habe, damit anzufangen, werden jetzt erstmal Pflanzen aufgelistet.

36 – 40

Ficus (Ficus benjamina – Moraceae)
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Rosmarin (Rosmarinus officinalis – Lamiaceae)
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Blaue Lampionblume (Nicandra physalodes – Solanaceae)
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Ackermelde (Chenopodium album – Amaranthaceae)
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Grüne Minze (Mentha spicata – Lamiaceae)
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Saving(s) – auf ein Neues

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Soeben kam ich aus der Stadt zurück, wo ich mich mit Marthe in einem zentral gelegenen Café zum Unterricht getroffen habe. Ihre Wohnung ist gerade belegt, aber sie wollte – was ich sehr löblich finde – nicht schon wieder einen Termin ausfallen lassen. Letztendlich saßen wir statt der üblichen Stunde anderthalb da, ich bekam die halbe Überstunde und meinen Kaffee bezahlt und wurde im Allgemeinen reichlich dafür kompensiert, dass ich auf dem Hinweg von Regenfällen überschüttet wurde. Oh, wenn mein Berufsleben doch nur aus Sophis, Ulrikes und Marthes bestünde. Ich könnte mir kein besseres Leben vorstellen.

Der Unterricht mit Marthe führte auch zu dem glücklichen Umstand, dass meine neulich bis auf den letzten Schein geplünderte Bargeldkasse wieder Geld enthält. Ich hatte beim letzten Schweizbesuch alles, was sich über Jahre dort angesammelt hatte, meinem Vater übergeben, damit er für mich Aktien kauft. Mein Vater kann sowas. Seitdem war ich cashmäßig pleite. Das war ein komisches Gefühl und ich bin froh, dass es vorbei ist – ich besitze nunmehr Bargeldersparnisse von 25 Euro und in meinem Portemonnaie befinden sich 4,48. (Nur falls jemand auf die Idee kommt, mich auszurauben – es lohnt sich zur Zeit ziemlich eindeutig nicht.)

R geht heute Abend nochmals mit Daniel trinken. Scheint, als täte die Tatsache, dass Daniel ihn nicht mehr mag, ihrem gemeinsamen Weggehen keinen Abbruch. Vielleicht wird das ja auch wieder. Trotzdem werde ich es nie verstehen, wie man in der Auswahl seiner Kontaktpersonen so anspruchslos sein kann, dass man jemanden zwar (und sei es nur temporär) nicht ausstehen kann, aber trotzdem mit ihm saufen geht. Oh well. Sollen sie mal.

Und nun zum chlorophylligen Teil:

26 – 30

(Ich verzweifle an den verschiedenen Salatsorten und habe ehrlich gesagt nicht die leiseste Spur einer Ahnung von Salat, daher mache ich es mir lieber einfach, statt am Ende eh alles falsch zu bestimmen. Hilfe von außen ist immer willkommen.)

Gartensalat – Sorte 2 (Lactuca sativa – Asteraceae)
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Gartensalat – Sorte 3 (Lactuca sativa – Asteraceae)
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Gartensalat – Sorte 4 (Lactuca sativa – Asteraceae)
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Schnittlauch (Allium schoenoprasum – Amaryllidaceae)
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Berg-Flockenblume (Centaurea montana – Asteraceae)
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Der Zwiebel dienen

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So. Nachdem ich gestern leider arbeiten – Scorpion gucken – arbeiten – Scorpion gucken – arbeiten – zocken – Boggle spielen musste, blieb leider keine Zeit fürs tägliche Pflanzenauflisten. Dafür heute wieder:

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Echter Thymian (Thymus vulgaris – Lamiaceae)
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Walderdbeere (Fragaria vesca – Rosaceae)
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Marokkanische Minze (Mentha spicata var. ‚Marokko‘ – Lamiaceae)
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Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium – Asteraceae)
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Nelken-Leimkraut (Silene armenia – Carophyllaceae)
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Ich kann dahingehend außerdem berichten, dass heute die erste Blüte meiner Canna aufging und ich mich freue wie nur was – sie ist so prächtig, ich bin so froh, sie zu haben, und die Samen gehen bei Ebay weg wie warme Semmeln.

Ich bin allgemein ziemlich froh. So, wie’s grad läuft, kann es ruhig weiter laufen – ich komme mit meiner Arbeit klar, mit meiner Mutter, mit R sowieso, mit meinem Dasein im Allgemeinen. Der Therapeutin hatte ich vorhin jede Menge Positives zu berichten. Der Rest fällt kaum ins Gewicht. Meine Motivation für Tasks außerhalb des Notwendigen hält sich in Grenzen, aber (Achtung, Sarah-Lesch-Referenz) immerhin hält sie sich. Ich hab‘ von Şahin geträumt, aber das ist mir auch egal. Heute ist alles ganz ruhig.

Nun widme ich mich allerdings mal wieder meiner etablierten Routine: Scorpion gucken und dabei frühstücken – arbeiten – Scorpion gucken – arbeiten.

Sonntag. Meiner.

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Seitdem ich dem grausamen Dahinsiechen, das ein enormer Teil der Menschen als unausweichlich und eigentlich auch nicht so dramatisch empfindet und welches gemeinhin als simple Unterteilung des Lebens in Werktage und Wochenende betitelt wird, in die von finanzieller Miserie geprägte, aber an Freiheit umso reichere selbstbestimmte berufliche (Un-)Tätigkeit entflohen bin, kann ich sowohl Montagen als auch Sonntagen besser ins Auge sehen.

Ich hatte mir für heute vorgenommen, bei Yannick im Garten arbeiten zu gehen. Er hat den Firmengärtner gefeuert, da dieser „nicht durch Kompetenz und Motivation überzeugt“, und dafür in die Runde gefragt, wer für 15 Euro die Stunde helfen kommen will. Das ist natürlich mehr als verlockend und ich habe gleich zugesagt, aber nachdem ansonsten niemand sonst heute mitmacht, auch meine Mitfahrgelegenheit in Form von Wolfgang nicht, habe ich kurzerhand beschlossen, dass heute nicht der Tag ist, an dem ich damit anfangen sollte. Nächste Woche dann.

Außerdem gehe ich nächsten Monat für knappe zwei Wochen die Pflanzen meiner Eltern hüten und werde auch dafür fürstlich entlohnt. Meine Mutter ist halt doch eine gute Seele, das ist absolut nicht zu bestreiten, und hat mir in dem Wissen, dass bei uns das Geld fließt wie beim Ochsen die Milch, diesen dankbaren Job angeboten, statt – was ganz sicher möglich gewesen wäre – unter ihren Bekannten jemanden zu suchen. Sogar die Reisekosten erstattet sie mir, sodass ich problemlos einen Bus nehmen kann, der direkt in die Schweiz durchfährt.

Und wo wir schon bei Pflanzen sind:

6 – 10

Cherimoya (Annona cherimola – Annonaceae)
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Rote Lichtnelke (Silene dioica – Caryophyllaceae)
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Petersilie (Petroselinum crispum – Apiaceae)
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Jungfer im Grünen (Nigella damascena – Ranunculaceae)
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Oregano (Origanum vulgare – Lamiaceae)
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