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Borondate, borondate, zure zain nago oraindik.

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Wieso um Himmels Willen erschließt sich mir erst jetzt die vollständige Awesomeness von setlist.fm?

Wie konnte das passieren? Ich lebe doch nicht erst seit gestern, und – noch schlimmer – habe schon häufiger auf die Seite zurückgegriffen, aber… erst gestern kam ich darauf, mir einen Account dort zu machen und alle gesammelten Bands und Konzerte, die ich je besucht habe, darin aufzulisten.

Es sind nicht wirklich alle. Erstens hat mein Gedächtnis erschreckende Lücken, die da nicht sein sollten. Zweitens habe ich zwar etliche Termine, die noch nicht aufgeführt waren, vervollständigen können. Drittens kann ich aber nur neue Termine hinzufügen, deren genaues Datum ich auch kenne. Und viertens ist es zwar cool, dass ich mal im Sommer 2009 Estopa am Stadtstrand von Málaga gesehen habe, aber den Interpreten dafür extra zu importieren ist mir dann doch zu aufwändig. Plus, ich bin mir relativ sicher, dass setlist.fm die Malagueta nicht als Location durchgehen lässt.

Es war trotzdem, verteilt über den gestrigen und den heutigen Nachmittag, eine wunderbare Reise durch mein Konzertuniversum. Nicht nur fallen einem auf einmal die lustigsten Zufälle auf, was die Daten betrifft (niemals hätte ich herausgefunden, dass mein zweites The-Used-Konzert genau wie das zwei Jahre später stattgefundene Rise-Against-Konzert (beide in Frankfurt!) am 16.11. war, was wiederum Roberts Geburtstag ist, was mir wiederum eigentlich egal sein kann, da ich mit Robert nichts mehr zu tun habe und es awkward genug war, ihm neulich mit Becci beim Frank-Turner-Konzert in Wiesbaden nicht nur über den Weg zu laufen, sondern ihn und seine Freundin praktisch das gesamte Konzert über auch nicht mehr loszuwerden. Trotzdem. Es wäre mir auf ewig entgangen.

Mein Gewissen killt mich. Wir haben inzwischen zwar unser Visum für Indien beantragt und ich habe gestern über den Tag verteilt ganz viel mit Sarah und Susmita geschrieben, um alles Mögliche abzuklären, aber abgesehen davon schiebe ich alles, alles vor mir her und bekomme mich auf Teufel komm raus nicht dazu bewegt. Heute habe ich es immerhin über mich gebracht, zu duschen und mich anzuziehen. Richtig schön, mit Desigual-Oberteil und passendem Lippenstift. Zum Rausgehen hat es dann allerdings nicht mehr gereicht, da ich mir kurz vor knapp eingeredet habe, die Medis könnte ich auch morgen holen, wenn ich den ganzen Rest erledige. (Der ganze Rest = Finanzamt, Katzenfutter.) Hoffentlich ist das Rezept nicht schon wieder abgelaufen.

Ich war neulich wirklich unten, als ich mir das Medis-Holen zum ersten Mal vorgenommen hatte. Leider musste ich (nicht zum ersten Mal) feststellen, dass die Apotheken hier im Kaff sage und schreibe zwei Stunden Mittagspause machen und ich um halb zwei Uhr mittags bei allen dreien davon vor verschlossenen Türen stehe. Dass die sich auch noch aufeinander abgestimmt haben, es ist zum Mäusemelken. So fuhr ich unverrichteter Dinge wieder hoch und freute mich dennoch, weil ich immerhin auf dem Weg eine Ladung Altglas weggebracht hatte und der dafür vorgesehene Eimer somit nur noch anderthalbmal geleert werden muss, bis nichts mehr übrig ist.

Heute habe ich, um dem schlechten Gewissen wenigstens irgendetwas entgegenzusetzen, zweiundzwanzig Unbabel-Jobs bearbeitet (schlägt sich gleich angenehm auf der Verdienstanzeige wieder, wenn man nicht alle zwei Minuten auf die Uhr guckt und nach einer Viertelstunde entscheidet, dass man es nicht länger aushält) sowie zwei Maschinen Wäsche gewaschen (und bislang eine Ladung davon durch den Trockner gejagt). Gestern bestand meine selbstgewählte sinnvolle Aufgabe darin, das Frank-Konzert auseinanderzupflücken, um die Aufnahmen bald Becci und Cornelia zukommen lassen zu können. Ich komme bald nicht mehr darauf klar, wie sehr ich mich selbst für das Prokrastinieren verabscheue. Wahrscheinlich gehe ich daran eher kaputt, als mich die tatsächlichen Folgen meiner Prokrastination überhaupt einholen können.

R sagte gestern zu mir, ich solle mich nicht so verrückt machen. „Du tust was. Und ob du es nun zwei oder acht Stunden am Tag machst, ist völlig egal.“ Unbändige Erleichterung ob dieser Zusicherung mischte sich in dem Moment mit den Protestschreien meines Gewissens sowie dem Bewusstsein, dass ich in den vergangenen Tagen nicht einmal eine einzige Stunde lang Geld verdient hatte.

Ich muss einfach irgendwie aus dieser Lähmung raus. Ich brauche von irgendwoher die Willenskraft. Wo kann ich Willenskraft bestellen?

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Society, you’re a crazy breed.

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Seit Langem war ich nicht mehr so glücklich wie heute.

Gestern vielleicht. Aber das kommt auf eins raus; seitdem ich AoE in jeglicher Form von meinem Computer verbannt habe, fühle ich mich wie neugeboren, als hätte ich meinen Platz in der Welt wieder gefunden und lückenlos aufs Neue eingenommen, als wäre ich nie weg gewesen.

Es ist warm draußen, viel wärmer, als vierzehn Grad vermuten lassen, und ich war viel zu dick angezogen, als ich Pfand wegbringen ging heute Nachmittag. Ich habe mit Becci telefoniert, während ich zum Kaufland fuhr, dann schnell die Pfandgeschichte erledigt und zwei Knollen Knoblauch illegal aus dem Supermarkt entführt – ich habe eine neue Gewohnheit daraus gemacht, jedes Mal beim Pfandwegbringen eine Kleinigkeit mitgehen zu lassen, Spülmaschinenklarspüler oder gerebelter Knoblauch oder NicNacs oder Knoblauch in Reinform, so wie heute. Das ist schon möglich. Und meinem Gewissen tut das gut; ich fühle mich trotz vollständigem Lebensmitteleinkaufsboykott immer noch zu hörig gegenüber den Supermärkten und es bereitet mir Kopfschmerzen, dass ich das abgefuckte System durch Klopapier- und Spülmaschinenpulvereinkäufe nach wie vor unterstütze. Dann wenigstens irgendetwas Kleines klauen. Ich habe sehr spät damit angefangen, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen ihre kleptomanische Phase in ihrer Jugend ausleben und dann hinter sich lassen; ich sehe es trotzdem nicht ein.

Heute also zwei Knollen Knoblauch. Ich bin glücklich und gleichzeitig verwundert, warum ich darauf nicht viel früher kam. So viel früher; was hätte mir die Erkenntnis, dass auch ich in der Lage bin zu klauen, zu Einkaufszeiten an Gewissensbissen erspart. Klauen gegen das schlechte Gewissen, schon eine komische Herangehensweise an die Dinge. Aber so denke ich.

Natürlich habe ich lose Knoblauchknollen eingesackt, keine im Netz. Dann wären es ja auch drei gewesen. Ich dachte mir aber, ich bin mit zwei Stück erstmal ganz gut beraten.

Dann war ich containern. Es gab beim Großhandel gar nichts, dafür habe ich auf dem ganzen Weg mit Becci telefoniert. Beim kleinen Edeka habe ich zwei Topfpflanzen, Lauch und ein paar Zwiebeln gefunden sowie einige Fläschchen Schlagrahm. Dann spontan noch zum FairTeiler: mehr Zwiebeln, Zucchini, Möhren, Paprika, Tomaten und Topinambur. Volltreffer. Doch nicht mit leeren Taschen nach Hause zurückgekehrt. Ich hätte es auch sonst nicht schlimm gefunden, weil ich Becci auf dem Hinweg und mein Buch auf dem Rückweg dabeihatte.

Der Brandt klingelte, als ich gerade dabei war, den Lauch im Kühlschrank zu verstauen, um sich zurückzumelden. Ich hatte den Auftrag gehabt (und gerne angenommen), mich um seine Bonsais und Orchideen zu kümmern, während die beiden im Urlaub waren. Nun hat seine Frau, Ilona, geäußert, wir sollten uns doch mal auf ein Weinchen bei ihnen oben treffen. Ich habe wirklich nichts dagegen. Nachbarschaftliche Bindung kann in so einem Mehrparteienhaus wirklich nur von Vorteil sein.

Ich bin betrunken, das nur ganz am Rande.

Nach der AoE-Löschaktion gestern habe ich mir Maltes Filmtipp zu Gemüte geführt, Into the Wild. Ich war davon mehr als geringfügig verstört; der Mensch ist wirklich gestorben? Aber diese Menschen braucht doch die Welt, wie konnte er sterben?

Dafür habe ich mir ein Lied aus dem Soundtrack beigebracht, gestern Abend und heute Mittag. Society.

Natürlich ist das jetzt nicht perfekt oder ansatzweise so etwas. Aber immerhin hat es einen Laien (zumindest gehe ich stark davon aus, dass es einer ist) kurz sprachlos gemacht: natürlich musste ich das Werk gleich Malte zukommen lassen, immerhin verdanke ich ihm die Bekanntschaft mit dem grandiosen Soundtrack eines nicht weniger grandiosen Films.

Ich bin so durch den Wind, ich ziehe gerade allen Ernstes in Erwägung, nochmal containern zu fahren. Diesmal zum anderen, neueren Spot. Aber ich glaube, das lasse ich lieber; ich war ja vorgestern dort und an einem Tag wird so viel nicht zusammenkommen, dass es sich lohnen würde, die Stunde dorthin in der Bahn zu verbringen.

Andererseits, wieso eigentlich nicht. Ist ja nicht so, als würde ich hier noch etwas Produktives anfangen.

Man wird sehen, was ich um 23.08 Uhr letztendlich anstelle.

Müll – es gibt solchen und solchen

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Trotz Panik geht es mir heute besser als die letzten Tage. Sophi hat sich gerade nach vorne verschoben, sodass ich schon gleich zu ihr fahre. In der Zeit bis dahin bearbeite ich noch schnell den Mitschnitt des Vortrags von letztem Freitag, den R mit der Solid organisiert hat und den ich mit meiner Mutter besucht habe. Der Vortrag war es übrigens auch, der uns an dem Tag das Leben gerettet hat. Wir hatten uns zuvor in eins unserer berüchtigten Weltuntergangsdramen verstrickt und waren beide zu stur, um aufeinander zuzugehen, aber nach der ablenkenden Wirkung des Vortrags und des dabei konsumierten Biers fühlte ich mich so viel besser und war fähig, eine normale Interaktion anzustoßen. Wir sind dann Falafel essen gegangen und haben uns tatsächlich wieder eingekriegt, und der Rest ihres Besuchs verlief harmonisch.

Nun bin ich gerade begeistert von der Leistung meines klapperigen AGs – es hat den Vortrag ohne Nebengeräusche jeglicher Art aufgezeichnet, was wirklich nicht mehr selbstverständlich ist – ich hatte mich auf Gegenteiliges eingestellt und war schon davon ausgegangen, der Aufnahme die komplette linke Spur amputieren und die rechte zu einer Monospur zusammenstauchen müssen. Auf der linken Seite kommt immer dieses Monsterrauschen, wenn man beim Anschalten die Hand falsch positioniert. Aus irgendeinem Grund reagiert das AG hochempfindlich auf die elektrische Ladung im menschlichen Körper. Naja, ich werde auch Macken haben, wenn ich alt bin.

Neben mir steht meine neue Wohnzimmerlampe, die ich gestern inklusive Leuchtmittel vom Sperrmüll vor dem Haus aufgegabelt habe. Jemand wollte sie weggeben, bloß weil der Schirm des Fluters an einer Stelle gesprungen ist. Gut für uns – die alte Lampe fiel schon halb auseinander und leistet R jetzt im kleinen Zimmer beim Lernen gute Dienste.

Eigentlich wollten wir ja bloß unsere alte Matratze auf dem Sperrmüll deponieren. Ich habe nämlich gestern die unerquickliche Entdeckung gemacht, dass sich auf ihrer Unterseite ein gigantischer schwarzer Schimmelfleck von den Ausmaßen eines Pastatellers befand – nichtmal ich wollte daraufhin diese Matratze noch in der Wohnung behalten. Hätten wir nicht von meiner Mutter zu Weihnachten die neue Matratze bekommen (1,40 breit! So riesig!!), die wir am Wochenende ausgesucht hatten und die gestern geliefert wurde, wer weiß, wann wir uns der widerlichen Pilzkultur bewusst geworden wären. Und wie überaus praktisch, dass R, als wir schon dabei waren, die Matratze in der Tiefgarage zwischenzulagern, dann noch einfiel, dass doch gerade Sperrmüll war.

Jetzt sollte ich los.

Weihnachtslied

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Wozu das Elend nicht alles gut ist. Ich habe mir sehr spontan gerade ein ewig altes Lied namens Christmas vorgeknöpft, das beinahe noch aus der letzten Dekade stammt und es zwischen diesem einen lange vergangenen Heiligabend und dem heutigen Tage nie zu mehr als einem kritzeligen, stellenweise von Wassertropfen unkenntlich gemachten lilanen Stabilotext auf einem knitterigen Papier, das mal in Costa Rica war, und einem groben Melodiekonzept in meinem Kopf gebracht hat. Hatte, denn ich habe soeben die allerersten zwei Materialisierungsversuche getätigt, und obschon ich mir darüber im Klaren bin, dass

  • ich irgendwas mit den tiefen Tönen anstellen muss,
  • mein treues altes AG wirklich bessere Tage gesehen oder gehört hat und schonmal nebengeräuschfreier daherkam,
  • es am Ende wahrscheinlich eher ein Klavierlied wird,
  • ich auf Lebenszeit dazu verdammt bin, ein unheilbarer Emo zu sein,
  • in die Pause vor dem verdoppelten Chorus noch unbedingt ein Solo reinkommen wird, dafür ist sie ja da,
  • und ich allerdringendst dafür sorgen sollte, dass die geisterhafte Replika des Ukumenschen aus meinem Kopf verscheucht wird, die mit mehr oder weniger konstruktiver Kritik jeden Schritt meines musikalischen Wirkens verfolgt, …

… YAY, ICH SCHREIBE WIEDER!

Somit habe ich ganze drei „neue“ „Werke“ im Jahre 2017 geschaffen, oder sollte ich sagen, geschafft.

Das war mal wieder eins der Sorte „Fluppt“. Dies hier ist die allerzweite Aufnahme – da konnte ich dann auch das AG zumindest so weit beruhigen, dass seine eigenen aufgeregten Klappergeräusche nicht den eigentlichen Inhalt der Aufnahme übertönten. Nachdem ich mich mittendrin spontan zu diesem bereits erwähnten Verdoppeln des Chorus mit dazwischenliegendem potenziellen Solo entschlossen hatte, beliebte das darauf folgende hübsche Outro gleich mit aus dem Nichts zu erscheinen und machte mich damit sehr glücklich. Ich glaube, es tut mir gut, dass ich so viel Sarah Lesch höre in letzter Zeit. Ich öffne mich wieder kreativen Prozessen. Und ich erlaube mir, genau das zu machen, wonach mir der Sinn steht. Vielleicht hat das Lied darauf so lange gewartet – dass ich mich endlich nicht mehr darum schere, wer mich auf dieser Welt nun für einen unheilbaren Emo hält und wer nicht.

Bleibt nur noch die Feststellung, dass der Zeitpunkt dieser Aufnahme unter Berücksichtigung des Arbeitstitels wirklich ziemlich unschlagbar ist.

When I See You

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Der Tradition gemäß wird dem soeben vollendeten Projekt (oder eben der vollendeten Demoisierungsstufe, über die ich eh nie hinauskommen werde – Reality Check over and out) ein Eintrag gewidmet. Das hat es auch verdient, nachdem es zweieinhalb Jahre darauf warten musste, dass ich mich endlich dazu bequeme, es aufzunehmen. Die Warteschlange kann aufrücken. Fast schon beruhigend, dass im letzten Jahr nur noch schnipselweise neues Material dazugekommen ist, wie sollte man da sonst je hinterherkommen bei meinem durchschnittlichen Motivationspegel.

Andererseits merke ich schon extrem, dass ich mit der Uni fertig bin. Ich hatte keine Ahnung, wie das Wissen um den irgendwo in der Ferne lauernden Abschluss mich ununterbrochen bedrückt hat; seitdem diese verdammte BA-Thesis geschafft ist, bin ich so produktiv und lebendig wie seit Anbeginn meiner Existenz nicht mehr.

WISY ist da eins der ersten Dinge, die ich in Angriff nehmen durfte nach der Verteidigung. Fünf Tage später hatte ich alle Einzelstimmen zusammen (ich hatte auch noch versuchsweise ein Cajón dazu aufgenommen, was mir dann aber im Nachhinein das Lied doch zu sehr plattgetrampelt hat) und konnte so den gesamten Sonntagvormittag ruhigen Gewissens im Bett vor dem Computer verbringen, um sie zusammenzukleistern. Jetzt bin ich zwar wieder vollkommen genervt, weil sich stückchenweise merkwürdiges Rauschen in dem Lied befindet, aber im Allgemeinen ziemlich zufrieden, vor allem freue ich mich jedes Mal über das Ei (erstes Lied mit meinem eigenen Ei!) und bin glücklich, Audacitys Reverb-Plugin für mich entdeckt zu haben. Natürlich gehe ich trotzdem nicht so exzessiv damit um wie andere Menschen (da R das hier vermutlich nie lesen wird, darf ich mich mit dieser Bemerkung voll und ganz auf den Ukumenschen beziehen, da ist die Wahrscheinlichkeit noch höher), aber oh, was man damit für Berge bewegen kann.

Inhaltlich ist dem Song selbst wahrscheinlich wenig hinzuzufügen; seinen Ursprung hatte er in diesem hier kurz erwähnten Moment, welcher dank meiner daraufhin getätigten Änderungen in meinem Facebook-Feed dann auch der letzte seiner Art war, soweit ich mich erinnere. Aber das Lied ist unheimlich schwer zu spielen, zumindest für Eigentlich-Nicht-Gitarristen wie mich, deshalb hat es ewig und drei Tage gebraucht, bis ich mal dazu kam, es auch nur halbwegs ordentlich in einem Take durchspielen zu können.

Aber besser spät als nie, nicht wahr? Und ehrlich, ich liebe das Lied. Es macht unheimlich Spaß zu singen. Plus, es ist immer wieder schön zu wissen, sich mit den Strapazen jener Zeit tatsächlich nicht mehr herumplagen zu müssen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich lange genug davon ausging, es würde nie enden.

Morgen back‘ ich… schon wieder!

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Ich glaube, dieses Wochenende wird es mal Zeit für ein Kucheneinkochexperiment. Vermutlich eher morgen als heute; es sieht so aus, als würde ich den heutigen Tag vollständig im Bett verbringen. Mit ein bisschen Glück läuft man auch Hannes morgen nicht mehr in der Wohnung über den Weg, ein absoluter Pluspunkt für küchenlastige Unternehmungen wie die soeben geplante. Wenn R nicht hier ist, vermeide ich es eben doch auf Teufel komm raus, mich dem auszusetzen. Ich bin eingesperrt. Zum Glück aber dort, wo ich eh am liebsten bin.

Tipp an alle Gefährdeten: Pass auf, mit wem du zusammenziehst. Wohnungsfusion mit Menschen, deren On-Off-Partner dir allein durch seine Anwesenheit den Tag versaut, tunlichst vermeiden.

Ein Rezept habe ich schon ausgesucht. Es ist eins ohne Mehl, was ich ziemlich grandios finde, da ich mich momentan in der einzigartigen Lage befinde, zwar eine Menge Eier zu besitzen, aber kein Mehl mehr. Also mache ich morgen Schokokuchen ohne Mehl. Im Glas. Das wird toll. Spätestens wenn mich Papa am Nachmittag besucht, werde ich mich dazu ja wohl durchringen können. Und der Himmel ist blau. endlich wieder.

Ich komme mir vor wie in alten Zeiten. Letzte Woche der Käsekuchen und das überdekadente Tiramisù, von dem ich gerade den letzten Rest vertilgt habe, dann die Camparimuffins von meinem Geburtstag und jetzt auch noch Glaskuchen. Susmita wäre stolz auf mich.

Was auch ganz wunderbar ist: Ich habe diese Woche zum ersten Mal seit Ewigkeiten Müsli gefrühstückt. So richtig. Mein Lieblingsmüsli (naja, mein irdisches Lieblingsmüsli; wenn ich mein Himmlisches Lieblingsmüsli von Seitenbacher mit Schokoladehalbkugln containere, bleibt wahrscheinlich mein Herz stehen), das Schokomüsli von Vitalis. Davon habe ich an Bastis Geburtstag diesen Sommer eine unglaubliche Anzahl unglaublich riesiger Packungen gefunden. Und jetzt habe ich endlich Milch, richtige, frische Milch, und habe schon zwei Mal wieder zum Frühstück mein Lieblingsmüsli gegessen und bin darüber sehr, sehr erfreut.

Es kommt Rauch von draußen rein. Der Spalt in der Tür wurde mir zum Verhängnis.

Jetzt ist die Tür zu und der Rauch mit mir zusammen eingesperrt.

Ich bin ein bisschen ziellos, weil ich so viel tun könnte. Ich habe mir das Ende von Negua joan da ta auf einen Zettel geschrieben, damit ich endlich die Reihenfolge der Zeilen ordentlich hinbekomme, und mir vorgenommen, es mal aufzunehmen, solange ich alleine hier bin. When I See You hatte ich mir auch die Tage schonmal vorgeknöpft, das wollte ich ebenfalls bis Mittwoch endlich mal schaffen. Allerdings hängt das auch davon ab, ob Trudi mal aus dem Haus geht in der Zwischenzeit; sie hat gerade Besuch und produziert somit einerseits unwillkommene Störgeräusche, andererseits kann ich ihr und Alex auch nicht zumuten, mit anhören zu müssen, wie ich die gleiche Spur dreißig Mal hintereinander spiele, bis es endlich was wird. Und ungehemmt singen kann ich eh nicht, solange jemand im Haus ist. Tjoa. Man wird sehen. Erstmal wird morgen gebacken.

What’s slowly becoming „Down to Bogotá“ & a quick journey down memory lane.

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Bevor ich mich jetzt wirklich pflichtbewusst daran mache, herauszufinden, wie genau ich meine Sprachbeispiele in der Thesis zu glossieren gedenke… lasse ich dir noch schnell dieses Rohmineral zukommen, an dem Sarah und ich momentan arbeiten. Das hier ist eine Aufnahme von unserer letzten Probe, Ende Oktober. Jeder einmal ganz fürchterlich verhauen, aber der Ablauf ist klar und die Feinheiten sitzen zumindest in der Theorie.

DTB Doku 28.10.15

Es hört auf den bereits öfter mal erwähnten Namen „Down to Bogotá“, stammt, wen wundert’s, aus meiner Costa-Rica-Zeit und bezieht sich auf einen kolumbianischen auf Kühe spezialisierten Tierarzt namens Juan, welcher damals bei der weithin als eine der Besten auf ihrem Gebiet anerkannten Veterinärin des Centro de Rescate Las Pumas ein Praktikum absolvierte, um seinem Interesse an der Behandlung wilder Tiere einmal mit etwas Input zu begegnen, den ihm die Kühe auf den Farmen der Hauptstadt Colombias nunmal nicht bieten konnten. Natürlich hatte ich nichts Besseres zu tun, als mir meines unheilbaren Crushs auf diesen Menschen (Şahin hin oder her, bis mir das klarwurde, hatte ich noch ein knappes Jahr segensvolle Verdrängung vor mir liegen) während eines stundenlangen Gespräches von präzedenzloser Dauer und Profundität an genau demjenigen arbeits- und ereignislosen, brütend heißen, fast spürbar zähen, kaum vergehenden Tage bewusst zu werden, dessen unmittelbarer Nachfolger Juans überstürzte Rückreise nach Colombia zu seinem urplötzlich erkrankten Vater mit sich brachte. Er war die ganze Zeit mit den (die deutsche Bürokratie mit der schieren Pracht ihrer geballten Ineffizienz schlichtweg in sonnenfinsternisartigen Schatten stellenden) costarricanischen Behörden am Kämpfen gewesen, dass sie ihm das Visum verlängern, und genau an dem Tag, an dem er es endlich hätte bekommen können, war er auf einmal weg.

Natürlich (und, knowing me, wird dich das kaum überraschen) habe ich diesem unvorhergesehenen Verlust monatelang aufs Übelste hinterhergetrauert. DTB war so ein bisschen das Signal an mich selbst, ich möge mich doch mal bitte wieder ein bisschen sammeln. „Einen Song erlaubst du dir jetzt, und dann wird das Köpfchen wieder eingeschaltet.“

Es hat dann auch ganz gut funktioniert; nachdem ich mir einmal wieder vergegenwärtigt hatte, dass ich diesen (wenn auch einwandfrei hochintelligenten, mir freundlich gesonnenen und unfassbar gut aussehenden) Mensch eigentlich ja nichtmal gescheit gekannt hatte, gab meine Dramatikerseele wieder Ruhe. Das Lied ist mir mit der Zeit weit mehr ans Herz gewachsen als seine eigentliche Ursache. So, wie es mir meistens geht mit den ganzen Songs.

Genugsein. Eine Utopie.

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Nachdem ich heute festgestellt habe, dass ich zu benebelt für die Welt war.. nimm dir als Erklärung dazu lieber das hier. Eine gegen Ende wirklich beeindruckende Dokumentation einer zu wenig dokumentierten Welt, der zwischen Wachsein und Schlafen nämlich, ich habe noch genau eine ähnliche Aufnahme aus Vitoria, aber diese hier ist eigentlich, was das angeht, unparalleled.

Am Einschlafen 20.6.15

Ich konnte mich im Übrigen auch erst wieder daran erinnern, die Aufnahme überhaupt angefertigt zu haben, als ich das AG heute Früh bei mir im Bett liegen sah. Es hingen noch vier Stunden Schlaf dran, welche ich dir hier erspare.

Mir ging’s noch nicht wieder richtig gut, als ich aufwachte heute Morgen. Um ein Haar hätte ich meine Laune als Ausrede benutzt, mich einfach ganz wieder hinzuhauen heute an meinem komplett freien Tag. Zum Glück habe ich mir selbst entgegengewirkt und war lieber im Garten produktiv, bevor mich dann doch die Lethargie wieder packte und ich mich zurück ins Bett begab. Zu viel Vortex gezockt heute, eindeutig zu viel. Ich fühle mich unerfüllt.

R kommt Montag Früh schon. Meine Begeisterung darüber wird in erster Linie von dem Wissen getrübt, dass er Montag und Dienstag vier WG-Besichtigungen vor sich hat und sich das frühere Aufschlagen vor allem darin begründet, sowie von seiner grenzenlosen Egozentriertheit, mit der er es tatsächlich schafft, nicht zu begreifen, dass man betrunkenes Aspi bitte nicht mit Poly-Bemerkungen behelligt. Beziehungsweise von dem entsetzlichen Gefühl, das das schon wieder ausgelöst hat. (Es ist immer noch da, wenn auch nicht mehr so schrecklich doll.) Wie um alles in der Welt soll ich denn meine Mauerabbauarbeit leisten, wenn er alle paar Sekunden von vorne mit Bemerkungen in diese Richtung aufwartet. Ich dachte, ich könnte die Arbeit weitestgehend unbemerkt und ohne viel Theater vonstattengehen lassen, aber wie’s aussieht, sollte ich ihm doch nochmal explizit mitteilen.. ach, was soll’s. Mitteilen hin oder her, das wird doch nichts. Wieso geb‘ ich’s nicht gleich komplett auf. Ich könnte auch einfach weiter auf der erfolglosen Suche nach jemandem vor mich hinvegetieren, dem ich schlicht und ergreifend und ganz ohne Aufopferung fragwürdiger Prinzipien genug bin.

No Exception Pt. 2

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Ich bin ja immer mehr am Verzweifeln, weil mir die Motivation fehlt, meine Songs gescheit aufzunehmen.
Natürlich fehlt mir außer der Motivation auch das nötige Know-How, aber dank meiner mittlerweile wieder gesenkten Ansprüche an mich selbst ist das nicht das primäre Problem.

Offenbar gehe ich jetzt deshalb dazu über, Aufnahmen zu Youtube zu laden, die mehr zufällig entstanden sind als irgendwas sonst, roh, verstimmt, live, rauschend, spontan.. ohne großartige Qualitätsansprüche. Aber trotzdem gut, irgendwie. Gerade habe ich das Textvideo für No Exception fertiggestellt, das ging schnell und hat Spaß gemacht, und das Ganze mit einer Aufnahme unterlegt, die ich neulich gemacht habe, in einem seltenen Anfall von Gut-singen-können und Motivation, Dinge aufzunehmen.

Mir ist ja mittlerweile aufgefallen, dass ich einige meiner Lieder wirklich gut finde. Destinations zum Beispiel, Summer, Reality Can Wait. Und noch etliche, die du nicht kennen kannst, weil sie bisher nur in meiner eigenen Welt existieren. Our 100%, Book of Life, Mango Trees, Traveler, Strawberry Picker, Sometimes it’s Hard to Open your Hand.. Ziemlich viele sogar. Ich bin nicht übel eigentlich im Schreiben, wirklich nicht. Ich muss nur an der Umsetzung arbeiten.

Gerade stelle ich fest, dass ich erstaunlich viele der oben genannten Lieder dem Ukumensch zu verdanken habe. Ukumensch, ach, Ukumensch. Es tut mir leid; ich war völlig zerstört und musste einfach nur flüchten. Es kam mir nicht in den Sinn, du könntest dir vorkommen, als würdest du fallengelassen werden. Aus meiner Perspektive hattest du es dir so vollkommen selbst zuzuschreiben; du hast es so sehr drauf ankommen lassen, das ich mir nicht einmal vorgestellt habe, es könnte dir trotzdem nicht gefallen. Aber ich bin mir recht sicher, dass, being yourself, du meine Flucht ganz gut verkraftet hast. Und immerhin bleibt dir das Wissen, mal wieder jemanden fürs Leben geprägt zu haben. Das kannst du gut.

Ezina Ekinez Egina

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So. Ich bin zwar nicht in Syntax, wo ich eigentlich sein sollte, habe aber dafür um vier Uhr nachts den ersten euskarischen Text meines Lebens geschrieben und mich gleich nach dem Aufwachen daran gemacht, ihn zu vertonen. Und weil ich das der Welt nicht vorenthalten kann (vermutlich zu deren Leidwesen), bekommst du jetzt hier die ultimative Roh-Memo des so entstandenen Liedes. Ich plane, das Ganze noch ein Tönchen nach unten zu transponieren (dann muss ich mich da oben nicht so abquälen), es noch irgendwie auf grobe Grammatik- oder sonstige Fehler zu checken (das wird kompliziert; wem soll ich es vorlegen?) und es außerdem vernünftig spielen zu lernen, aber dann wird das super. Hier: Esaidazu (Ezina Ekinez Egina).

Esaidazu Rohmemo

Und ich schwöre, mir ist die alliterative Natur des Titels eben erst aufgefallen. (Eben erst. Oh je.)

Aber ich finde es unglaublich lustig, dass ich jetzt tatsächlich einen Text auf Euskera geschrieben habe und bis heute noch keinen auf Spanisch, weil ich immer meinte, ich würde mich auf der Sprache noch nicht sicher genug fühlen. Haha, und jetzt komm‘ ich daher mit meinem Stümper-Euskera und schreib‘ einfach nachts um vier nen kompletten Text runter. Ich bin doch gestört. Aber seit wann ist das was Neues.