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Samstagmorgen

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Ich komme wieder mehr zum Schreiben, kann das sein? Hervorragend, so gehört sich das.
Jedenfalls ist R grad zu sich gefahren, um das Qualifying anzusehen; arbeiten muss er zwar erst Montag wieder, aber nunja, man sollte dafür wohl trotzdem das Qualifying gesehen haben. Frag‘ mich nicht; seine überdurchschnittliche Motorsport-Expertise ergänzt sich ausgesprochen sinnvoll mit meiner vollkommenen Ahnungslosigkeit.

Ich habe die Küche in Ordnung gebracht (und dabei sorgfältig darauf geachtet, dem seit Neuestem in den Putzplan integrierten R die Feinheiten übrigzulassen; es hat ja keinen Zweck, wenn ich ihm alles unter der Nase wegputze), sodass ich mich darin auch wieder wohlfühle – und jetzt kommt Basti gerade durch den Garten, mit Kippe im Mund, sodass ich zumindest noch mit dem Eintrag fertig werde, während er zu Ende raucht. Ade, Menschen.

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Come on, ego, you fool.

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Ja, oh ja, Donnerstag war furchtbar. Freitag war nochmal eine Klasse für sich – man könnte meinen, die frohe Kunde der Semesterferien wäre mit zweieinhalb Monaten Verspätung auch bei meinem Hirn angekommen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich nach der ganzen ewig langen, turbulenten Zeit gerade vorgestern zum ersten und hoffentlich einzigen Mal diese Ferien in den altbekannten Modus verfallen musste, der für frühere Exemplare der Gattung Vorlesungsfreie Zeit bei mir so charakteristisch wie alltäglich war. Aufwachen, Computer, schlafen. Computer, schlafen, aufwachen, schlafen, aufwachen, schlafen, schlafen, sechs Uhr abends. Aufwachen. Danke, Basti. Ohne den hätte ich den offenbar bisher wärmsten und schönsten Tag des Jahres vermutlich in Gänze verschlafen. Das war Freitag.

So gefühlstaub war ich lange nicht mehr. Ich bin zwischendurch aufgewacht, habe teilnahms- und verständnislos nach draußen in die Sonne gestarrt, mich umgedreht und weitergeschlafen. Und war erstmal einfach froh, dass die doch leicht bedenkliche Stimmung vom Tag zuvor sich in keinster Weise durch die Nacht hatte hinüberretten können. Dann verstört, weil sich mein momentaner Zustand so überaus hartnäckig weigerte, sich klassifizieren zu lassen. Taub. So richtig. Die zwei depressivsten Tage des Jahres, ausgerechnet jetzt, wo es warm und sonnig wird. Aber am Abend hat Bastis Auftauchen mir wirklich den Hals gerettet. Und dann rief mich R an (ganz im Gegensatz zu gestern/heute, wie mir soeben auffällt, aber whatever. Dann hat er offenbar nichts zu erzählen bzw. nach der Arbeit keinen Nerv mehr auf Reden gehabt) und ich habe meine Bustickets für nächste Woche gebucht und war glücklich, weil er sagte, er würde mich ziemlich hart vermissen. Das ist für Telefon-R wirklich schonmal ne Aussage. (Nicht dass ich ihm in der Hinsicht irgendetwas voraushätte, aber von mir kennt man das ja auch nicht anders. Gefühlsäußerungen, ugh. Telefonisch oder sonstwie, bis man mich soweit hat, braucht es Jahre und/oder eine grundsolide Basis in Stein gemeißelten Vertrauens. Solange es sich nicht um Heulanfälle handelt, darin bin ich natürlich Pro, das macht mir so schnell niemand nach. Während ich also die Bestätigung seiner Zuneigung mir gegenüber aus dem ziehe, das er so von sich gibt, wenn wir uns sehen, hat er als Beweis immerhin meine stets verlässliche Art, ab und an unter seinen Taktlosigkeiten zusammenzuklappen. Was will man mehr; das nenne ich mal gelungene verbale Kommunikation von Gefühlen.)

Gestern dann ein enormer Aufschwung. Ich konnte mich nach Wochen endlich dazu bringen, hierdrin aufzuräumen, habe dabei das No Use-Album gehört, das ich mir in Hamburg gekauft hatte – Keep Them Confused – und befand es für großartig. Welche Überraschung. Und ich konnte Sinn aus der Experience-Project-Gruppe I Miss Someone I Have Never Met machen, ein Mal mehr. Wirklich, Tony, warum musstest du sterben. Warum sind es immer die Guten, die sterben.

Und mit dem heutigen Tage ist schon der letzte vor dem neuen Semester angebrochen. Ich werde ins Bett gehen, um ein bisschen was davon zu haben und zu Ende in meinem Zimmer klar Schiff machen zu können. Produktiv und diszipliniert, so gehört sich das. Sogar meine Sanskrit-Mappe habe ich vorhin noch fertiggemacht. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Basti hat mir ein gerettetes Fischbrötchen aus der Arbeit mitgebracht und ich habe beschlossen, ab jetzt noch konsequenter containertarisch zu leben als vorher. Oh herrliches Leben.

Gedanken zu Apparition übrigens: Promise me you’ll still be there when the planet lets me down, when this world lets me down. All you’d have to do is be around, for as long as you don’t let me down, I’ll never feel like the whole world has.

Recht random Reflektionen (wenn du mich fragst).

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Ich denke mal, wenn ich schon nichts schreibe, sollte ich wenigstens kurz erklären, wieso ich nichts schreibe. Zur Not eben hier. Schriftlich. Es leben die Widersprüche.

Nein. Also. Ich bin gestern Abend wiedergekommen, war dann erstmal bei Elisa, um mit ihr und Raja Klamottentausch zu veranstalten und natürlich köstliches Abendessen zu konsumieren, und habe danach recht lange eigentlich noch am Computer gehangen, aber es ergab sich nicht. Nuja.

Es ist wunderschön sonnig und warm heute. Ich bin begeistert; ich erinnere mich schlagartig wieder daran, wie es ist, die Tür nicht immer so entsetzlich schnell zumachen zu müssen, wenn man reinkommt. Den Müll wieder in die Eimer vor der Tür zum Garten schmeißen zu können, ohne sich in der einen Sekunde halb den Tod zu holen. Chrysanthemen und Primelchen auf dem Tisch stehen zu haben; blühende, gerettete, wunderschöne Blumen. Sonne. Wärme. Sonne. Wie mir das gefehlt hat.

Caro kommt morgen. Ich werde bereits erwähnt haben, dass sie Ende dieses Monats auf vorerst unbestimmte Zeit nach Portugal auswandert, auch wenn ich mich nicht dran erinnern kann – so wie ich mich an kaum einen Eintrag von denen erinnern kann, die ich dieses Jahr bisher verfasst habe. Aber es muss sie gegeben haben; irgendwas war da manchmal.

Arbeiten war ich heute, zum ersten Mal seit genau einem Monat. Ich hatte schon nach zwei Stunden wieder genug und wollte raus, welch enorme Überraschung. Mir ist heute so klar und deutlich wie noch nie bewusst geworden, dass ich nicht als Übersetzerin qualifiziert bin und nichtmal ein Bedürfnis danach habe, es zu sein. Ich glaube, we’re back to Perspektivenlosigkeit.

Basti kommt nachher vorbei, damit wir endlich Fringe weitergucken können. Ich glaube, ich hätte das nicht anfangen sollen, dieses Seriengucken zusammen, das kann doch nicht gut ausgehen. Nach dem Drama in Oldesloe erst recht. (Kurz gesagt hat mich Basti zur falschen Zeit / im falschen Zustand auf das falsche Thema angesprochen, was ein – laut ihm; ich kann mir das gar nicht vorstellen.. ich will mir das nicht vorstellen – zweistündiges Prachtexemplar meiner allseits berühmt-berüchtigten betrunkenen Heulanfälle hervorgerufen und dazu geführt hat, dass sich mein Gewissen bis jetzt noch am liebsten auf der Stelle suizidieren würde.)

Jetzt wird mir aber doch ein bisschen kalt. Ich sollte wieder ein bisschen mehr herumwuseln, dabei weiter aufräumen, Heizung anmachen und mich allgemein auf Wintermodus umstellen. Ich weiß eh nicht, wie ich es noch schaffen soll, alles zu erledigen, bis Caro morgen Nachmittag hier ist. Aber ich kann auch nicht gescheit aufräumen, wenn ich gerade feststelle, dass Frank Turner ein resignierter Mensch ist, der aber alles, was ich weiß, in Worte fasst und, noch schlimmer, alles, was ich am liebsten überhaupt nicht wüsste. Jetzt mache ich mir darüber Gedanken, wie resigniert man eigentlich sein sollte, und ob ich irgendein Recht habe, resigniert und verschreckt durch die Weltgeschichte zu laufen, nur weil ich Dinge für irgendeinen nahen oder fernen Punkt in meiner Zukunft als unvermeidlich und als Gewissheit annehme, die meisten davon, ohne dass mir je jemand gesagt hätte, dass sie sich ereignen werden. Irgendwann dachte ich doch noch, ich wäre harmlos und naiv. Wunschdenken. Die Überkompensation hat längst zugeschlagen. Schlägt man da nun zurück, um sich zumindest eine Chance zu geben, den Moment als solchen zu leben, oder nutzt man das als Möglichkeit, sich gegen das Übel der Welt zu wappnen? Oder lässt man es einfach nach Tagesform variieren, so, wie ich das so wunderbar schaffe, und merkt förmlich, wie man von Tag zu Tag abgefuckter wird, weil man nur noch zwischen den Extremen hin- und herspringt?

Na, nicht so dramatisch hier, bitte. Ist ja nicht so, als wäre das jetzt eine neuere Entwicklung. Überkompensation ist mein zweiter Vorname, seitdem ich angefangen habe, meinen Abgründen etwas entgegensetzen zu wollen. Ich gehe jetzt weiter aufräumen.

Drei Matratzen auf einem Stapel.

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Manchmal macht es mir Angst, wie schön die baskische Sprache ist. (Spätestens jetzt verdreht jeder, der mich kennt, nur noch genervt die Augen und macht sich vermutlich nicht mehr die Mühe, den Rest des Eintrags zu lesen. Ich kann es ihnen nicht verdenken, auch wenn ich ja selbst noch nicht weiß, was noch alles in dem Eintrag stehen wird und wie interessant es nicht doch noch werden könnte.)

Es macht mir wirklich Angst, weil ich das Gefühl habe, über mich selbst die Kontrolle zu verlieren. Daniel hat heute ein paar Zeilen aus einem Gedicht rezitiert, von denen ich allerhöchstens ein paar Brocken verstanden habe, aber oh mein Gowai, wie schön es einfach nur war. So ging es mir ja auch damals mit Ilargia.

Es macht mir Angst, weil ich das Gefühl habe, man könnte mich hypnotisieren, einfach indem man mir ein paar Wörter singt.

Ich höre mal wieder Haizea, wen wundert’s. Das ist dann immer wieder der Moment, in dem ich auf die Schönheit und Tragik des Lebens nicht mehr klarkomme.

Heute war ich weiterhin vorbildlich und habe mein Zimmer so dermaßen gründlich aufgeräumt, dass es auf einmal doppelt so groß wirkt. Oh, ein bisschen umgestellt habe ich auch, sodass ich tatsächlich mehr Raum zur Verfügung habe. Mein Keyboard steht nicht mehr so platzeinnehmend in der Mitte des Raumes. Und Basti hat ja, als er hierwar (wann sonst.. manchmal denk‘ ich echt, mir haben sie irgendwann das Hirn amputiert), meine Gitarrenhalter in der Wand montiert; seitdem hängen meine Beiden einträchtig nebeneinander und ich habe noch mehr Platz hierdrin. Ist auch gar nicht so verkehrt, wenn ich ihn dann ja bald für eine Weile hier wohnen habe.

Wir haben gerade noch recht lange geskypet. Ich bin froh über seine Kommunikationsfähigkeiten, die machen einiges einfacher. Weißt du, am liebsten würde ich mit ihm eine Selbsthilfegruppe aufmachen, in der wir uns nach Herzenslust darüber auslassen können, wie furchtbar es doch ist, wenn die gegenseitige Zuneigung zwischen zwei Menschen ungerecht verteilt ist. Aber das wäre ja auch wieder mies ihm gegenüber. Auch wenn er vorhin meinte, ich solle bloß kein schlechtes Gewissen haben. Dann hat er sich Bier auf die Hose geschüttet und wir sagten synchron „das arme Bier!“ und ich verfluchte mich ein Mal mehr dafür, dass ich ihn nicht einfach gescheit zurückmögen kann. Er ist wirklich ein lieber Mensch. Ein guter Mensch, wenn auch vollkommen kaputt. Wahrscheinlich sogar für mein Beuteschema zu kaputt.

Eine kleine Ecke habe ich mir zum Staubsaugen noch für nachher verwahrt; dann habe ich immerhin direkt eine Motivation, aufzustehen, dachte ich mir so. Wann der Kepatto hier agertut (bzw. aufkreuzt, um niemandem hier zuzumuten, meinen Euskera-Deutsch-Pidgin analysieren zu müssen – der kommt irgendwie automatisch im Zusammenhang mit Kepa), ist ihm offenbar unmöglich vorauszusagen (er sagte tatsächlich „unmöglich“), also rechne ich nachmittags mit ihm. Dementsprechend habe ich vormittags viel Zeit, um 1) zu schlafen und 2) weiter vorbildlich zu sein. Vielleicht habe ich ja bald im Haushalt alles aufgeholt, was mir an Vorbildlichkeiten in letzter Zeit so zu erledigen entgangen war, und kann mich der Uni zuwenden. Es könnte in Anbetracht der baldigen Azterketak (aka Klausuren) nicht schaden.

Wenn ich erstmal ausziehe…

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Wenn ich erstmal ausziehe, wird hier eine leere WG zurückbleiben.

In erster Linie, weil ich Trudi mitnehme. Wenn wir wegsind, ist hier niemand mehr, der Leben reinbringt. Wenn ich das richtig verstehe, war ich erst diejenige, die es hier hereingebracht hat Anfang des Jahres. Das sagt Trudi. Aber sie wollte auch immer leben. Es hat nur keiner mitgemacht. Daher: Wir sind die Lebendigen.

Außerdem – und darauf haben sie hier letztes Semester schonmal einen Vorgeschmack bekommen – bin ich nunmal auch das Urgestein in der WG, zweieinhalb Jahre habe ich hier gewohnt und sie so gut es ging mit allem ausgestattet, was ich zum Leben so brauche. Dieses Alles wird fehlen hier, da bin ich mir ziemlich sicher. Geschirr, Besteck, Mixer, Reiskocher, Fritteuse, Pürierstab, Wasserkocher – auch wenn er tropft, es ist trotzdem der einzige, den wir haben. (Naja, ich werde ihnen meinen superundichten funktionierenden Zweitwasserkocher für den Übergang dalassen.) Gartenstühle, Blumentöpfe, Küchenschere, Korkenzieher, Gemüsereibe, das Obstregalchen, Salatschüsseln, Eiswürfelformen, Kuchenformen, Plätzchenformen, Muffinformen. Töpfe, Pfannen, Schneidebrettchen. Meine ganzen enormen Tee-, Gewürz- und Essensvorräte. It goes on and on.

Und Trudi gehört die Mikrowelle. Meine Güte, wir werden so einen Kahlschlag hier veranstalten.

Gowai, bin ich müde. Ich bin vor einer Stunde von Panik aufgewacht, seit langer Zeit mal wieder. Nichts, das man nicht verkraften könnte (und ich musste eh früh aufwachen heute, um noch mit Mama zu reden und dabei aufzuräumen, weil JO heute Nachmittag kommt und mein Zimmer ein Chaos ohnegleichen ist), aber es macht sich die Abwesenheit von genügend Cipralex in meinem System langsam bemerkbar. Ich bin ja mal gespannt, was das gibt. Schwälle von Emotionen aller Art haben sich auch schon wieder eingestellt. Die sind mir teilweise sogar willkomen – so geregelt und sanft, wie das zu Medi-Zeiten ablief, kam ich mir schon fast wie ein Übermensch vor.

Konfuse Träume hatte ich, von Brot, dem Makler und noch dreitausend anderen Dingen, an die ich mich nicht mehr erinnere. Aber wenigstens hat mir der Makler im Traum mal geantwortet. Besser als die Realität. Argh.

Challenges des Monats – Nummern 3 und 4.

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Ach so, glatt vergessen – es ist März und somit Zeit für neue Challenges. Diesen Monat geplant ist, abgesehen davon, die zwei Februar-Punkte weitestgehend beizubehalten (sprich, am besten jeden Tag anziehen und rausgehen und so wenig wie möglich an Essen einkaufen – auch wenn sich Letzteres jetzt für mich nicht kennende Menschen irgendwie anorexisch anhören könnte), ein neues Projekt. Und zwar will ich diesen Monat lernen, mit jedem beliebigen Mensch zu reden, ohne zu lächeln. (Klingt absurd, ich weiß schon, aber es ist tatsächlich etwas, das ich ganz schlecht kann und mich an Anderen immer maßlos erstaunt.) Ich habe schonmal vorsorglich im Februar angefangen, ein bisschen zu üben, aber bis ich das wirklich ohne Mühe schaffe, dauert es noch.

Die Zweitchallenge – ebenfalls bereits letzten Monat halb unbewusst angefangen – besteht darin, mein Zimmer aufgeräumt zu halten. In einem solchen Zustand, dass ich jederzeit ein Duftlämpchen anmachen könnte. (Ich muss mir schon bald neue Streichhölzer holen – so viele Teelichter und Streichhölzer habe ich vorher ja im ganzen Leben nicht gebraucht. Außer im Sommer auf der Terrasse, da hatte ich auch manchmal die ganzen Windlichter an und das Duftlicht mit Bergamottenöl gegen die Mosquitos.)

Tipptod und Ordnung

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Falls mal jemand sehen will, wieso ich jetzt Kopfschmerzen habe (und um dich nicht unnötig zu enttäuschen, es hat tatsächlich mal nichts mit Alkohol zu tun – wobei die Häufigkeit alkoholinduzierter Kopfschmerzen bei mir ja auch zum Glück auch gegen null geht):

Und das alles auf einmal.

Und das alles auf einmal.

Ich hab‘ einfach mal alle meine komplett fertigen und zumindest im Kopf mit fertig ausgefigureter Musik unterlegten Texte an einem Nachmittag (bzw Abend, nach der Probe) abgetippt. Jetzt bin ich matschig und froh, dass das geschafft ist. Ich bin auf dem besten Wege, Ordnung in dieses Chaos einer Songmappe zu bringen, in der ich mich selbst vor lauter Schnipseln hier und da und doppelt und dreifach vertretenen Exemplaren kaum noch zurechtfinde. Nachher muss ich dann noch entscheiden, wie mit den Millionen unfertiger oder melodieloser Texte vorgegangen werden soll.

Oh Shit, mir fallen jetzt schon die ersten ein, die ich noch vergessen habe. Neeeein…

Wie gut, dass ich heute sonst nichts vorhabe.

Regen hier, Räumen da – ein Tag zu Hause.

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Unglaublich, aber wahr – heute ist ein relativ ruhiger Tag angesagt. Nachdem ich eben schon eine Dreiviertelstunde mit Lena an der Bushaltestelle in der Kälte gewartet habe, weil sie nicht sicher war, ob sie im Fernbus ihre Skier mitnehmen konnte oder nicht, und mich als Absicherung für den Notfall gebeten hatte zu kommen.. sind meine Füße nun immer noch ein bisschen durchgefroren und ich aber im Ganzen glücklich und zufrieden, so früh am Tag schon einen Existenzzweck gehabt zu haben und jemandem behilflich gewesen sein zu können. (Glaub mir einfach – „behilflich sein gekonnt zu haben“ klingt noch um einiges schlimmer – ist nicht so, als hätte ich nicht unendlich darüber nachgedacht.)

Jetzt habe ich erstmal ein paar Stündchen Ruhe. Beziehungsweise Zeit, mein Chaos in diesem Raum zum Verschwinden zu bringen, bevor Sebi am Nachmittag wegen seines Songs vorbeikommt – er kommt seit einem halben Jahr nicht damit weiter und will tatsächlich, dass ich ihm helfe. Wenn er wüsste, worauf er sich einlässt. Mit mir willst du keinen Song schreiben, lass es dir gesagt sein. Wenn ich nicht zu hundertdrei Prozent meinen Willen kriege – also, wenn es nicht alles genau so gemacht wird, wie mein autistisch veranlagtes Hirn es mir diktiert – werde ich unausstehlich und diskutiere so lange herum, bis es das arme Gegenüber endlich einsieht. Es muss so sein, nicht anders – so! Songwriting ist kein Ort für Kompromisse.
Sarah bekommt diese Unart meines Charakters schon zur Genüge zu spüren, wenn wir zusammen wieder an irgendetwas klamüsern. Nur dass es mit Sebi noch viel drastischer werden wird, weil ich ihm einfach nicht ansatzweise Sarahs songwriterische Kompetenz zutraue. Aber erstmal sehen; er hat mich in letzter Zeit auch oft genug positiv überrascht. Und es ist immerhin sein Song.

Sodenn – es wird sich an die Arbeit gemacht. Musik an – auf dass das Räumen beginne.

siempre

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Es ist immer noch alles sehr gut. Mein Zimmer ist das ultimative Chaos. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus – wie viele Sachen habe ich eigentlich? Aus Kisten und Kartons quillt immer mehr und mehr Zeug. Ich bin zwischen Begeisterung und Verzweiflung hin- und hergerissen. Wo soll man das denn alles unterbringen? Langsam verstehe ich, warum ich immer Schwierigkeiten hatte, in dem Raum für Ordnung zu sorgen.

Ich war bisher jeden einzelnen Tag draußen. Das hört sich unspektakulär an, ich weiß schon – sechs Tage hintereinander die Wohnung zu verlassen wird vermutlich nicht von jedem Menschen als Errungenschaft angesehen. Von mir schon, glaub mir. Es ist immer noch viel zu leicht, einfach im Bett liegenzubleiben und höchstens mal zum Essenmachen da herauszukommen. Aber nein – ich erledige Dinge, ich tue etwas. Immer.

Und ich lese! Jetzt, wo ich kein Internet zu Hause habe, komme ich wieder dazu. Erst jetzt. Das ist tragisch, aber so ist es. Sarah und ich kamen letztens schon überein, dass das Lesen mit dem Internet in ständigem Konkurrenzkampf steht und immer verliert. Immer. Aber jetzt ist die Konkurrenz ausgeschaltet, endlich einmal.

Es gibt immer noch mehr zu tun. Ich werde mich jetzt aufmachen, um den .13-Bus in die Stadt noch zu erwischen.

Aufräumarbeiten

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Keine Weihnachtszeit ohne Achmed! Vielleicht eins meiner liebsten Weihnachtslieder aller Zeiten. Es gibt tatsächlich immer noch Menschen auf der Welt, die weder von Achmed noch von seinen Gesangskünsten je gehört haben. Ich versuche sie so weit es geht auszurotten – welch Bildungslücken.

Bei mir wird sich in Form der nahenden Ferien auch wieder mal eine auftun. Ich freue mich mit einem Mal richtig darauf. Und aufs Nachhausekommen. Und überhaupt auf alles Mögliche. Es wird auch ein großer entlastender Faktor sein, meinen Eltern, wenn sie mich besuchen kommen nächste Woche, halbwegs gefestigt entgegentreten zu können. Wie mir das jetzt erst einfällt – was für Dramen das Zombie-Ich sonst nur wieder heraufbeschworen hätte. Wobei ich nicht sagen will, dass es so einfach wird; wie es aussieht, sind bei meiner Mom die Nerven mal wieder (immer noch?) völlig im Argen und in Kombination mit meiner üblichen Art, mir Sorgen zu machen – Weltuntergangsstimmung, Verdrängen, Hyperreizbarkeit und Aggression – sieht es jetzt schon nach einem unfassbar erholsamen Weihnachten aus. Nicht.

Im Zuge meiner wochenendlichen Aufräumaktion habe ich heute beschlossen, mich einmal meiner teilweise etwas unpraktischen Angewohnheit, bei Haushaltsarbeiten immer genau fünf Sachen hintereinander zu erledigen, zu stellen, die mir seinerzeit zusätzlich zur wohlverdienten Diagnose von Panik und Depression noch die freundliche Bescheinigung einer Zwangsstörung einbrachte und an der zu arbeiten ich lange gar nicht in Erwägung gezogen hatte, bis vorhin genauer gesagt. Und das „one at a time“-Prinzip, was im Bezug auf andere Bereiche mein Dasein beeinflusst, soll gleich mit abgeschafft werden. Ich kam also stolz wie Oskar mit meinen drei Stücken (statt einem einzigen) dreckigem Geschirr in die Küche, räumte sie in die Spülmaschine und wollte daraufhin das Geschirr-Abtropfding leerräumen, in dem sich sehr zu meiner Verzweiflung genau fünf Sachen befanden und ein winziges Teesieb, das wegzuräumen ich wohl in jedem Fall in der Lage gewesen wäre. Zumindest wenn es wirklich hätte sein müssen.

Und mir ringt wieder JOs Zitat vom letzten Frühling im Kopf nach, „Aspi, du bist der zwanghafteste Mensch, den ich kenne.“ Was irgendwie bis dahin überhaupt nicht meiner Selbstwahrnehmung entsprach und es bis heute nicht tut – der zwanghafteste Mensch, den jemand kennt? Kann ich nicht sein. – aber ich denke, I get where she’s coming from. (Sie sagte auf meine entrüstete Reaktion hin nur, „was würdest du machen, wenn ich jetzt hier“ – sich in Richtung des offenen Media Players bewegend – „auf Pause drücke?“ Und mein unwillkürliches „Neeein!„, gefolgt von einem weniger lauten, leicht perplexen resignierenden Geräusch, war ihr wohl Bestätigung genug.)

Irgendwas wird sich dagegen doch unternehmen lassen. Nicht dass ich einsehe, warum mir das plötzliche Abwürgen von Musik nicht beträchtliches Unbehagen bereiten sollte, aber zumindest wird mein Boden ordentlicher aussehen, wenn ich nicht mehr nur immer fünf Sachen am Stück in den Schrank räume.