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Horizonterweiterung

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Jetzt kann ich schon ganze 10 Devanagari-Buchstaben. Wenn das so weitergeht, habe ich bis zum Semesteranfang schon die halbe Sanskrit-Sprache gelernt, haha.
Maybe not. Marie, mit der ich eben ein köstliches Mahl aus unseren gestern containerten Schätzen verzehrt habe, fragte mich, ob es nicht eine unkomplizierte Sprache sei, das Sanskrit. Ich habe ihr ungefähr entgegnet, dass man es so sagen könnte, wenn ihr 92 Verbformen allein fürs Präsens, ein fremdes Alphabet und Tausende Ligaturen und Spezialgeschichten in der Schrift unkompliziert erscheinen.

Aber Marie ist super. Ich war ja auch gestern Abend bei ihr in der WG, zusammen mit Peruaner-Pedro und Lena, wo wir einen Spieleabend mit ihren Mitbewohnern veranstaltet haben und ich mir gleich zwei potenzielle neue Bandmitglieder an Land gezogen habe, wie ich Sarah eben schon voller Begeisterung mitgeteilt habe. Mal gucken, was sie sagt, wenn sie die Nachricht liest.

Langsam ist auch meine Erkältung wieder am Abklingen und ich hoffe, demnächst meine Stimme wiederzuerlangen, um auch mal wieder ordentlich Musik machen zu können. Ich stümpere hier ab und an frustriert mit der Gitarre herum und verfluche mich für meine Unfähigkeit, ansonsten bleibt mir momentan nicht viel.

Wie mir vorhin auffiel, werde ich die ganze nächste Woche nicht arbeiten. Was für ein herrliches Leben ist das bitte, ich habe eine ganze Woche frei!

Sarah und Peruaner-Pedro und ich gehen demnächst zum Auftritt eines unfassbar berühmten peruanischen Tenors nach Bregenz. Ich kann nicht glauben, dass ich 65 Euro für diese Unternehmung bezahlen werde, aber nichtsdestotrotz bin ich gespannt darauf und wie immer froh über eine solche Gelegenheit zur Horizonterweiterung.

Unsere Weihnachtsmarkt-Tour sind wir auch schon am Planen.

Und, was ziemlich unglaublich ist: Innerhalb sehr kurzer Zeit habe ich von drei verschiedenen Menschen positive Reaktionen auf Ken Zazpi geerntet. Continuous exposure scheint sich wirklich auszuzahlen. Und weil ich in den letzten paar Wochen gefühlt so viel Euskera vergessen wie davor in einem halben Jahr gelernt habe, gehe ich jetzt einfach mal wieder diszipliniert sein und übersetze mir Argiak weiter.

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Binfire

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Seit gestern haben wir dann auch endlich mal einen Bandnamen.

Da merkt man, wie ausgehungert ich nach körperlicher Nähe bin. Unser Konzert war wundervoll, und seitdem Lena danach den Sambuka aufgemacht hat, bin ich angemessen dicht und habe den halben Abend mit ihrem peruanischen Mitbewohner Pedro getanzt (falls man das so nennen kann, wir sind jetzt beide nicht die Riesenleuchten im Tanzen) und dazwischen offenbar ein paarmal über zehn Minuten mit Sebi herumgestanden und wir haben uns wirklich einfach nur umarmt und es war total schön, und Trudi fragte nachher schon, ob mit uns wirklich nichts läuft, aber natürlich tut es das nicht, ich war einfach nur sehr betrunken. Aber schön war es und ich bin mal wieder traurig, so wenig von diesem Teil des Lebens abzubekommen außer an so raren wie schönen Abenden wie diesem. Und auch ein wenig, dass Sebi er selbst ist und definitiv nichts läuft.

Wann tanze ich schonmal, das sagt eigentlich schon alles.

„No más vueltas“, sagte ich irgendwann zu Pedro, weil ich Angst hatte, dann zu kotzen. Er hat es ein paarmal vergessen, aber ansonsten gewissenhaft meine ganzen Vueltas für mich mitgetanzt. Was für ein niedlicher Mensch. „Es que bailamos con muchas vueltas.“
(„Bueno, bailas con muchas vueltas. Yo ya no!“)

Was werde ich mich killen, wenn ich den Eintrag nachher lese. Was werde ich mich einfach nur killen. Ich habe gerade erstmal ein halbes Lied geschrieben und werde gleich schlafen gehen, weil ich doch ziemlich müde bin und das Gefühl habe, gleich zu kollabieren. Laura hatte mir noch geschrieben, aber sie ist offenbar inzwischen auch weg.

Ich freue mich so sehr, dass Trudi eine gute Zeit hatte bei uns. Und Susmita und Divinah auch, hoffe ich, und auf unsere Aufnahmen bin ich so gespannt und auf die ganzen Bilder auch. Pedro hat gefilmt, das Material anzusehen wird auch nochmal spannend.

Gute Nacht.

Ich muss los, keine Zeit für Titelsuche.

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Shit, das war zu wenig Schlaf. Ich hätte einen ganzen Vorrat für die beiden Unitage gebraucht und habe nun aber keinen, eher das Gegenteil, also wird morgen weiter Energy gesuchtet (zumindest besteht Pedro darauf, dass es eine Sucht ist) und dank Simóns irriger Annahme, zu einem Kurs um 8.15 würden vielleicht weniger Leute kommen (den Kurs nicht mehr als Wahlpflichtfach zu zählen hätte vielleicht mehr geholfen, die Teilnehmerzahl zu verringern), sich nach einer weiteren zu kurzen Nacht aus dem Bett gequält. Falls mir nicht das Gleiche passiert wie heute und ich einfach den Wecker ausmache und weiterschlafe. Aber zumindest kann heute Nacht nicht wieder eine Euskal musika-Party stattfinden, weil sich ja der dazugehörige Kepa schon Richtung Augsburg aus dem Staub gemacht hat. Was war das gestern herrlich. Mir fällt gerade wieder ein, wie ich betrunkenerweise meinen Laptop umarmt habe vor lauter Dankbarkeit für die ganze wunderbare Musik, die er ausgespuckt hat. Sarah lag, ab und an leidende Geräusche von sich gebend, daneben herum und wollte schlafen. Und Susmita war so klug, uns bereits im Vorfeld anzuflehen, sie nach Hause gehen zu lassen, sodass ihr dieses Erlebnis erspart blieb.

Halbe Stunde noch, dann ist Bandprobe. Unser Gartenkonzertchen am Samstag wird wieder einmal nicht so ausfallen, wie es sein könnte, aber ich habe inzwischen ein gewisses Grundvertrauen in Sebis Entwicklungspotenzial aufgebaut. Er hat sich daran gemacht, für all unsere Songs Soli zu schreiben, und ob man’s glaubt oder nicht, das ist etwas, das er wirklich kann. Umsetzung ist dann wieder was Anderes, aber oh well. One step at a time. Ich mach‘ mich dann mal auf.

‚Cause this is home…

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Sarahs neuer Song ist mal wieder umwerfend und beschreibt ein Gefühl, das ich nicht habe, aber nachvollziehen kann. Sie hat letztes Wochenende, während ich bei Caro war, einen Ausflug in ihren Heimatort gemacht und sich mit alten Freunden getroffen und brachte das Lied mit zurück.

Jetzt sind ein paar Tage vergangen. Ich kam nicht dazu, auch nur den Eintrag fertigzuschreiben. So sieht es aus momentan. Leben, Leben, nichts als Leben. Und ein schlechtes Gewissen, weil die Uni zu kurz kommt.

Johannas Besuch hier die paar Tage war sehr schön. Ich hatte die ganze Woche viel um die Ohren, uni-, arbeits- und vor allem foodsharingmäßig, aber dadurch, dass ich sie mit einbezogen habe, so viel es nur ging, war das gar nicht so schlimm. Einen Tag haben wir uns mit Sarah in Meersburg herumgetrieben und die beiden konnten ihrer Liebe zum Geocaching nachgehen, während ich mich an der Präsenz von Meersburg, der des Sees und schönen Wetters und mitbegrachten Essens erfreute. Herrlich.

Gerade komme ich aus Singen, wo Sarah und ich der Band meiner Drummerbekanntschaft Andy, Speelodic, beim Proben zugesehen haben. Weil Andy aber ein Fan von uns ist (wahrscheinlich unser erster und bislang einziger wirklicher Fan), haben wir auch etliche unserer eigenen Sachen vorgespielt und ausprobiert, was sich mit der Traumbesetzung aus Drums, Bass und einem fähigen Gitarristen so alles anstellen ließ. Das war definitiv ein wertvolles Erlebnis für uns. Andy hat sich wieder kaum eingekriegt und sagte, Sarah und ich seien eine Bereicherung für die Menschheit. Chris, der Gitarrist, schrieb mir eben noch, es sei ja auch selten, zwei so nette Mädels kennenzulernen. Und weil das ja noch nicht genug positives Feedback war für die nächsten Jahrzehnte, bekomme ich eben noch geschrieben, ich sei sehr hübsch. Auf Euskera. Von einem der schönsten Menschen, die auf der Erde herumlaufen.
Daniel war eh schon immer so ein Spezialist. Er hat es auch fertiggebracht, mich für eine Spanisch-Muttersprachlerin zu halten, wohlgemerkt nachdem wir uns etliche Minuten lang unterhalten hatten. Ich kann es mir nur so erklären, dass er auch gerade neu in Spanien war und noch geistig verwirrt. Vielleicht hat er die Information, dass Leute nicht überall das gleiche Spanisch reden wie bei ihm zu Hause in México, zu wörtlich genommen.

Später heute wird sich eine ziemlich wichtige Sache entscheiden. Und zwar würde ich sehr gerne in dieses Haus einziehen, das in der Mitte von Nirgendwo zwischen Stadt und Lande steht und über nicht ganz optimale Busanbindung, dafür aber Kilometer von Feldern ringsrum, Obstbäume nebenan und einen unfassbaren Charme verfügt. Die Frage ist, ob ich es schaffe, Trudi dafür zu begeistern, dass sie ab August einen knappen Kilometer zur Bushalte joggen kann oder aber schleunigst ihr geliebtes Fahrrad aus Böblingen von ihren Eltern importieren sollte.
Ich war heute spontan mit Sarah da; wir waren eh in der Richtung auf einem Mini-Flohmarkt und es war so wunderbares Wetter. Also warum nicht – ein kleiner Ausflug hat noch keinem geschadet. So bin ich zumindest auf die Abwesenheit von alle Viertelstunde bedienten Bushaltestellen im näheren Radius schon gebührend vorbereitet; Trudi dagegen wird es wie ein Schock treffen, vor allem weil sie aus irgendeinem Grund immer noch nicht zu Hause ist und ich es wahrscheinlich nicht schaffe, vor dem Besichtigungstermin morgen um viertel vor sechs noch mit ihr zu reden. Argh, das ist nicht gut. Gar nicht gut.

Ich bin schon wieder abgehauen gerade, um mich nochmal genauer mit den Busfahrplänen zu beschäftigen – damit ich Trudi wenigstens sagen kann, wie sie nun eigentlich da hinkommt. Sie wollte direkt nach der Uni kommen; hoffentlich bekommt sie es hin. So schlimm ist es eigentlich gar nicht. Wir haben.. bzw, „das Haus hat“ (um nicht schon anzufangen zu träumen – es ist doch merkwürdig; ich habe nie in meinem Leben getagträumt, nie, aber seitdem diese Wohnungssuche angefangen hat, erwische ich mich immer wieder dabei. Und jetzt erst recht, wo ich die Traumwohnung gefunden habe) sogar eine Haltestelle direkt vor der Tür – da fährt sogar ein Mal pro Stunde einer. Hey, das ist doch völlig akzeptabel. (Oh, ich höre mich schon jammern im Winter. Ich werde mich so hassen im Winter. Wie konnte ich nur, wie konnte ich hierherziehen, werde ich denken. Würde ich denken. Argh.)

Du hättest das Mohnfeld sehen sollen. Was ist deine Meinung zu Mohn? Ich liebe Mohn. Und es ist einfach direkt neben dem Haus ein ganzes Feld davon. Ein Feld voller Mohn. „Im Felde, da blühen die Mohnen – ich würde hier gern demnächst wohnen“, sagte ich zu Sarah, die mich vermutlich eh schon halb für wahnsinnig erklärt hatte. So machte es also gar nichts, dass ich mit meiner (dieses eine Mal beabsichtigten) Reimerei wieder anfing.

Ich sehe schon meinen Hühnerverschlag vor mir; ich sehe ihn schon vor mir. Oh, ich glaube es ja gar nicht. Es ist ein einzelnes Haus mitten im Nichts. Wenn die Vermieter nicht lärmempfindlich sind, wird es das Paradies auf Erden. Ich darf keine Katze haben dort, aber so schlimm ist das ja gar nicht – die frisst vermutlich eh nur die Hühner. Und das soll sie doch nicht.

Ich hab‘ ihr jetzt eine Aufnahme gemacht; fünf Minuten lang versuche ich ihr zu erklären, 1) wie sie zu dem Haus hinkommt und 2) warum das Haus epic ist und wir hinziehen sollten.

Ich werde direkt von der Arbeit hinfahren. Deshalb gehe ich heute um 12 arbeiten, nicht erst um 1, so bekomme ich die verlorene Stunde wieder rein.

Und zur Post muss ich noch, das mysteriöse Einschreiben abholen. Ich fürchte fast, heute ist der letzte Tag. Was machen sie mit Einschreiben, die niemand abholt? Wegschmeißen? Wie brutal das wäre.

Wenn es klappt mit der Wohnung, könnten wir im August einziehen. Perfekt, um noch rechtzeitig bei Seezeit zu kündigen.
Argh, ich muss aufhören. Pessimistische Ader, komm zurück, renn nicht so schnell weg vor mir, du wirst gebraucht hier.

Regentag, Regentag…

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…den man nur verschlafen mag.

(Möglichst ohne zu träumen, jemand wolle einen vergewaltigen. An sich ist es ja ganz erfreulich, dass mein Unbewusstes mir inzwischen offenbar ausreichend physische Attraktivität zuschreibt, um überhaupt als Vergewaltigungsopfer in Frage zu kommen, aber an sich war der Traum mehr verstörend als alles Andere.)

Gedacht, getan – der Bus zur Uni hat heute früh auf Grund von Überfüllung niemanden mehr hereingelassen und wäre wahrscheinlich vor den Augen der Wartenden gnadenlos durchgerauscht, hätten nicht ein paar Menschen dort das Ziel ihrer Reise erreicht und so die Überfüllung zumindest ein klein wenig erträglicher gemacht, wenn auch noch nicht erträglich genug, um Frischfleisch hereinzulassen.

Meine Motivation, überhaupt hinzugehen, ließ sich davon bereitwillig in den Keller scheuchen, sodass ich um halb zehn schon wieder im Bett war und meinen Tag somit gerade zum zweiten Mal beginne.

Und es erwarten mich erfreuliche Dinge. Zuerst werde ich seit Langem mal wieder Klavier unterrichten; Sofie hat sich neulich völlig aus dem Nichts gemeldet – ich dachte schon, ich würde in diesem Leben nichts mehr von ihr hören. So aber gehe ich um halb sechs zu ihr. Relativ direkt im Anschluss ist Bandprobe. Wenn man die weniger freudige Erwartung von Sebis Unfähigkeiten mal beiseitelässt, ist das nach wie vor ein sehr freudiges Ereignis.

Morgen ist schon Abreisetag meiner Großeltern. Das ging schnell. Es war auch wirklich schön mit ihnen, sobald ich einmal akzeptiert hatte, dass sie ständig und immerzu alles für mich bezahlen. Letztendlich bringt es ja nichts, jedes Mal Energie aufs Protestieren zu verschwenden. Wenn’s sie glücklich macht.. Gestern haben Susmita, Trudi und ich noch Chicken Tikka Masala gekocht (plus eine vegetarische Version, natürlich) und uns mit Oma & Opa zusammen darüber hergemacht. Lustig war’s, das Essen war köstlich (wie nicht) und die Sprachbarriere war gar nicht so dramatisch wichtig, hatte ich den Eindruck. Sie war halt nur ein bisschen ruhig. Aber ich drehe jedes Mal durch, wenn ich sie ein paar Brocken Deutsch reden höre, weil es sich so niedlich anhört und ich stolz auf sie bin, warum auch immer, ist ja nicht so, als wäre sie hier seit über einem Jahr und würde immer noch standhaft am Englisch festhalten.

Nächtliche Begegnungen: Bawolm, der Yachtbauer

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In vier Stunden mache ich mich wieder auf zu der Stelle, an der ich vorhin Elisas Fahrradschlüssel verloren habe. Ich könnte dadurch nicht nur den Schlüssel wiederfinden, sondern auch einen Wetterlös von 100€ einnehmen. Vorausgesetzt der Mensch, der mich eben um die anderthalb Stunden lang auf Saskia-Art zugeschwallt hat, nachdem wir das in Frage kommende, vom Bushaltestellenhäuschen zwielichtig beleuchtete Areal Zentimeter für Zentimeter nach dem Scheißteil abgesucht hatten, hält sein preußisches Ehrenwort und gibt sie mir, falls ich ihn tatsächlich noch finden sollte. Er war eher weniger zuversichtlich. Und er war über meine eiskalten Hände erstaunt, als ich seinen Redefluss (was sag‘ ich, seinen Wasserfall) schließlich unterbrechen musste, weil ich mir halb den Tod geholt habe da in der Kälte. Dann stand er da und wärmte meine Hände und sagte, er würde ja das Zittern bekommen allein dadurch, sie zu halten. Er war ungewöhnlich.

Er war aber auch nicht ganz nüchtern. Aber doch genug so, um sich nachher hoffentlich an das Versprechen noch zu erinnern. Auch daran, dass wir darauf eingeschlagen haben, zusammen nach Costa Rica zu fahren.
Ich liebe es, unter absurden Umständen merkwürdige Menschen kennenzulernen. Ich kann bei ihnen viel leichter ich selbst sein. Ich habe keine Angst vor ihrem Urteil.

Und ich mache mit Sarah unser eigenes Bandprojekt auf. Dann wäre der Sebi-Konflikt auch endlich beseitigt; unsere jetztige Band wollen wir beibehalten, aber mehr um zu covern und andere Dinge zu tun, die uns nicht so extrem am Herzen liegen.

Es war ein sehr, sehr, sehr schöner, erfolgreicher Tag gestern, auf ganzer Linie. Zumindest nach meinen Maßstäben.

Heute wird anstrengend. Außer ich verschlafe alles. Aber zumindest den Schlüssel muss ich finden. Und das Fahrrad Nummer Zwei von Sarahs Haus holen und in die Werkstatt bringen.

Hilfe. Mir ist immer noch kalt. Das tat mir nicht gut eben, zumindest meinen Armen und Beinen nicht.

Herzblut- und Frustrationsquellen

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Hach, das tat gut. Ich hab‘ das erste Mal in diesem Monat mit Saskia geredet – jetzt bin ich über alles an Klatsch aus Vitoria wieder bestens auf dem Laufenden und freue mich außerdem, einen Mensch mehr zu kennen, mit dem ich über weite Distanzen und zur Not auch lange Zeiten hinweg einfach perfekt verbunden bleibe. Ich mag sie. Sie ist so einzigartig.

Heute Abend wird bandgeprobt. Ohne Chris, der seine Prioritäten momentan mehr in Richtung Basketball verschoben zu haben scheint und uns zugunsten seines täglichen Training-Gebens bzw Trainierens und der wochenendlichen Turniere diese Woche völlig versetzen muss. Aber es gibt eh ein paar Sachen zu klären, bei denen er halbwegs entbehrbar ist. Sebi muss neues Zeug lernen, und natürlich sind Sarah und ich diejenigen, die es ihm beibringen – ein Prozess, der lange genug dauern wird, dass wir zur Not mehrere Wochen ohne Cajón auskommen. Ich will ja gar nicht frustriert klingen – das kommt schon noch früh genug – aber etwas ungünstig ist es schon, so ein Gitarrist ohne jedes Gefühl für Musik. Und von mir selbst bin ich auch genervt – weil ich ihm am liebsten die Gitarre aus den Händen reißen und ihm zeigen würde, was er machen soll, aber bei mir hapert es viel zu sehr an der Umsetzung. Das, was er kann – das Technische – das kann ich nicht. Und, leider Gowais, andersherum. Wäre er mit einem kleinen Funken musikalischer Intelligenz ausgestattet, wäre es ein Leichtes.. aah, ich schreibe mich schon wieder in Verzweiflung. Lassen wir das. Es ist ja wahrscheinlich eh nur noch ein Jahr. Und wo ich doch jetzt wahrscheinlich einen Gitarrenlehrer habe (ich hab‘ ein Musik-Tandem-Gesuch gepostet in unserer tollen „Ich kann was, was du nicht kannst“-Gruppe, und Klavierunterricht als Tausch angeboten, und es hat sich schon nach ein paar Minuten jemand gemeldet), wird es ja eventuell zumindest auf meiner Seite irgendwann doch nochmal eine Art Fortschritt geben.

Habe ich eigentlich erwähnt? Ich hätte Ende März in einer Kirche spielen können. Auf einem Flügel. Auf einem Flügel in einer Kirche. Leider bin ich ja nicht da. Ich könnte kotzen, könnte ich – wieso muss ich immer weg hier, warum?! Aber ich kann WG-Sarah ja schlecht das zweite Jahr in Folge verkünden, dass ich sie doch nicht besuchen komme. Warum nur musste ich so früh schon die Bahntickets buchen, warum. Da denkt man sich ein Mal im Leben, man könnte doch schonmal etwas im Vorfeld erledigen. ARGH.

Freitag spiele ich Nachhilfe-Vertretung für Sarahs Freundin Carmen, die sich zur Zeit in Mexiko herumtreibt und dementsprechend nicht verfügbar ist, um kleinen Jungs das Present Perfect beizubringen – eine undankbare Aufgabe, die mir da zufällt. Aber immerhin kommt auf diese Weise mal wieder ein bisschen Zahlungsmittel in meinen Besitz. Kann ja nie schaden.

Auch wenn ich immer mal wieder zwischendurch so Anfälle habe, im Zuge derer ich von einer Art Konsumstreiksbegeisterung gepackt werde und sich mir immer neue Ideen auftun, wie dem monetären System so gut es geht zu entkommen ist. Und wo sich meine momentane Position eigentlich so ansiedelt – und wie weit sich das noch in eine richtigere Richtung ohne große Mühe verschieben ließe.
Und immerzu will ich eigentlich Einträge auf Save the Lettuce schreiben, zuhauf, aber finde nicht die Motivation, mich wirklich dranzusetzen. Weil es so viel gibt – das ist schon wieder zu viel. Über Foodsharing muss ich schreiben, und über den BUND, dem wir uns demnächst mit Freude einverleiben werden, über Fracking am Bodensee, Träume von Gratis-Häusern und andere Abstrusitäten. Über Tausch-Brunches, Terrassengärten, Komposteimer, Drachenfruchtsamen, eingelegtes Zeug, zusammengerettete Tortillas, Umsonstläden, Public Gardening, Samenbombenbastelaktionen, Schnibbelparties, Haushaltsauflösungen, Nachbarschaftshilfe und Musik-Tandems. Schreiben tue ich letztendlich gar nichts, weil mich die schiere Menge des zu Schreibenden überfordert. Prokrastinationsnatur bis hin zu den Dingen, wo eigentlich mein ganzes Herzblut reinfließt. Schlimm sowas.. Was kann man da noch Anderes machen als schlafengehen.

Surviving Simultánea

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Von nun an, hochverehrter Mensch/Bot/sonstwas, der/das sich dieses Gelaber durchliest – lasse dir verkündet sein – entstammt selbiges dem wenig funktionstüchtigen Hirn und (noch weniger funktionstüchtigen) Herz einer Überlebenden.

Sicher, überlebt habe ich auch zuvor schon einiges, aber ab heute bin ich offzizelle Überlebende des ersten von zwei Examen in Interpretación simultánea: inglés-español.

Um es vorsichtig auszudrücken, „ich freue mich.“

Heute Nachmittag ist Bandprobe – falls die Anderen überhaupt zum Proben kommen und ich sie nicht drei Stunden über die Prüfung zuschwalle. Was ich nicht tun werde, dafür freue ich mich zu sehr auf die Probe. Sie haben Sarahs neue Songs ausgefüllt und ich kann es nicht abwarten, sie zu hören. Sebi hat, laut Sarah, ein unerwartetes Talent fürs Djembespielen entwickelt, was herrliche Neuigkeiten sind – komme ich vielleicht doch drumrum, ihn, wenn ich erstmal zurückbin, vor lauter Frustration aus seiner eigenen Band zu kicken? Zu schön, um wahr zu sein, wäre das. (Und die Gewissheit, dass ich überhaupt die „Macht“ hätte, es zu tun, ist mir unheimlich, da ungewohnt.)

Alternativ hatte ich mit Sarah aber auch schon diskutiert, uns mal umzusehen, wenn ich wieder dabin, ob wir nicht eventuell ein neues Projekt mit anderen Leuten aufmachen, bei denen vielleicht auch die Prioritäten ein bisschen mehr in Richtung unserer eigenen liegen. Es kann im Prinzip nur besser werden, und darauf freue ich mich.

Hiç Bitmez Bu Masal

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Probieren wir es doch nur aus Interesse mal wieder mit dem Videoeinbetten.

Edit: Versuch fehlgeschlagen, demzufolge muss ich dir die Unannehmlichkeit bereiten, hier Klick zu machen.

Edit II: Ach wie ich die Band vermisse bei dem Lied, da wird man glatt nostalgisch. Ungeachtet jeder allzu lebendigen Erinnerung an Sebis Unfähigkeit, beim Chorus mit meiner Zweitstimme zurechtzukommen und nicht ständig in nicht existierende Drittstimmen zu verfallen.

Auf einen Schlag

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Jetzt habe ich den Abschied von all meinen Bandmenschen schon hinter mir. Wir haben gestern noch mit dem Auto von Chris‘ Eltern das Equipment zu Sebi und alles mögliche Zeug (mein Keyboard & Akkordeon und jede Menge Essenssachen) zu Sarah gebracht, wo ich dann gleich geblieben bin, um mit ihr noch einen letzten wunderbaren Nachmittag zu verbringen. Und wir haben es mit dem Wunderbar-Leben wirklich nicht untertrieben; ein grandioses Festessen haben wir veranstaltet und 43 mit Milch getrunken und Musik und Aufnahmen gemacht und ein Solo für Circus Luna gefunden und auf dem Balkon gesessen und in der Hitze geschmort und es war alles einfach nur herrlich.

Umso brutaler, vor allem angesichts unserer ungewissen Zukunft, sie und die anderen jetzt erstmal so ewig nicht mehr zu sehen.

Dafür habe ich jetzt eine (abstruserweise absolut von oben bis unten glückliche) Balkon-Aufnahme von meinem letzten Song, Destinations Unknown, bei der es mir ausnahmsweise mal total egal ist, dass ich mangels vor mir liegendem Text zwischendrin einen kurzen Aussetzer hatte.
Dieser Nachmittag war nochmal so unglaublich speziell. Ich habe eigentlich gar nicht die Worte dafür.

Hören wir also am liebsten auf zu schwafeln.

Destinations Unknown