Schlagwort-Archive: Begegnungen

Nicht mit mir.

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Whew. Ein paar Tage zu spät ist mir geglückt, was mir im dem Moment hätte glücken sollen, als mir der faszinierende Mensch nähere Informationen über seinen (nicht ganz unverheirateten) Familienstand mitteilte. Was blieb mir für eine Wahl, außer ihn in die Wüste zu schicken? Ich habe nicht gerade meine Beziehung beendet, weil ich nicht bereit war, meinen Freund wissentlich mit Anderen zu teilen, um nun der Dödel zu sein, der sich auf eine Affäre einlässt, und sei der Mensch noch so erschreckend anziehend. Nope, not me, not I.

Das zieht sich jetzt vielleicht nochmal ein paar Nachrichten lang, weil niemand von uns wirklich Lust hat, den Kontakt abzubrechen, aber dann wird es das gewesen sein. Ne Erfahrung war’s jedenfalls, ich war noch nie mit jemandem so ehrlich und direkt. Wieder was gelernt. Wenn mir so etwas in sieben Jahren dann zum nächsten Mal passiert (was der Turnus zu sein scheint, wenn man zu dem Zeitpunkt zurückrechnet, an dem ich den Ukumenschen kennenlernte, welcher damals einen ähnlichen Effekt hervorrief, und davon ausgeht, dass die Abstände gleich bleiben), behalte ich diese Offenheit hoffentlich bei und gerate dann vielleicht ja sogar an jemand physisch wie emotional voll Verfügbares.

Huch. (Schon wieder.)

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Ein nicht unwesentlicher Teil meines Tages bestand heute darin, vor dem Computer zu sitzen, mir die Augen zu reiben, leicht den Kopf zu schütteln und zu denken: Huch.

Ich wundere mich öfter mal in letzter Zeit, habe ich den Eindruck.

Heute rührt mein Erstaunen vom Eintreten ebenjener Sache her, die ich noch vorgestern im Gespräch mit Caro als unmöglich deklariert habe: ich habe den einen interessanten Menschen in der dämlichsten Facebook-Singles-Gruppe abgestaubt. Jetzt heißt es aufpassen, dass ich a) ihn nicht vergraule, b) mich nicht auf der Stelle in irgendwas ganz und gar verrenne und c) mir nicht mit Selbstzweifeln oder abstrusen Realitätsverzerrungen im Weg stehe. Der Mensch ist nämlich ziemlich faszinierend und es wäre sensationell, wenn es mir gelingen könnte, den gerade entstandenen Kontakt nicht zu sabotieren.

Peaks and valleys

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Abhetzen des Todes, tausend letzte Erledigungen in eine Dreiviertelstude gequetscht, allen Widrigkeiten zum Trotz es irgendwie hinbekommen, letzten Endes eine Stunde zu früh in Konstanz dank grandiosester Verpeiltheit und zu viel Gepäck, um sie zu nutzen – dieser Umstand hat es verdient, in Morissettes Ironic eine neue Hauptrolle zu spielen.

Statt bei umwerfendem Seeblick am Hafen ein flüchtiges Heimatgefühl aufzusaugen, tue ich dies auf einer Bank am Döbele vor der stilvollem Kulisse des Kiosks, gelegentlicher Fernbusse und parkender Fahrzeuge. Das tut dem Heimatgefühl keinen Abbruch, mindert aber die Dramatik des ganzen Stopovers beträchtlich – vielleicht gar nicht so schlecht, wenn ich es mir genau überlege.

Umso überwältigender scheint das Zuhausesein im Kontrast zu dem wenig erbaulichen Eindruck, den die Schweiz mir noch im letzten Moment meines Aufenthalts meinte bescheren zu müssen. Am Winterthurer Hauptbahnhof bemühte ich mich vergeblich, mit den zu diesem Zweck abgezählten, der Schatzkiste meiner Mutter entnommenen Franken ein Zugticket zu erstehen; der Automat weigerte sich standhaft, meine 5-Franken-Münze zu akzeptieren, und in meiner Verzweiflung in Anbetracht des steigenden Zeitdrucks (mir blieben 6 Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges und selbstverständlich war mir meine einstündige Verfrühung noch nicht bewusst) wandte ich mich an ein älteres Schweizer Ehepaar, das neben mir den Fahrplan studierte, mit der Frage, ob sie bereit seien, meine störrische Münze gegen eine andere zu tauschen. Sie erwiesen sich zunächst sehr hilfsbereit und begannen in ihren Geldbeuteln zu kramen, bis der Mann einen genaueren Blick auf meine Münze warf und mir eröffnete, sass es sich hierbei nicht um echtes Geld handelte. Augenscheinlich war ich, wie meine Mutter zuvor, einer Atrappe auf den Leim gegangen. (Nach der heute gemachten Erfahrung halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass diese in bösartiger Absicht in Umlauf gebracht wurde, um Ausländer zu verarschen.)

Jegliches Interesse, mir zu helfen, verschwand ob dieser Wendung der Dinge abrupt aus den Herzen meiner potenziellen Retter. Als ich mich wider besseres Wissen erdreistete, anzufragen, ob sie eventuell bereit seien, mir die 5 Franken ohne Gegenleistung zu überlassen, erntete ich nur noch Empörung. (Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass auch aus meinem Betragen daraufhin jede Freundlichkeit wich und ich meinem Emtsetzen über den Sachverhalt in wenig samften Worten Ausdruck verlieh.)

Da mir nichts Anderes blieb, als die absurde Summe für meine bevorstehende Zugfahrt mit meiner Bankkarte zu bezahlen, was sie ganz sicher auch nicht billiger machte, verfuhr ich entspechend und hastete zum Zug. Falls meine Füße bis zu diesem Punkt noch blasenfei gewesen waren, war es um diesen Zustand nun endgültig geschehen.

Soeben kam sogar schon der Bus an, was mich und meine kalten Finger zutiefst beglückt. Beim Einsteigen bin ich der goldigsten alten Dame begegnet, die sich nach der Buslinie erkundigte und anschließend an eine kurze Unterhaltung darauf bestand, dass der Busfahrer mich als Erste einsteigen ließe, schließlich sei ich als Erste dagewesen. Sie hat unter meinen gerührten Protesten tatsächlich Anstalten gemacht, dem Kerl, der dem Fahrer vor mir sein Handy zum Scannen entgegensteckte, selbiges zur Seite zu schieben, damit ich meine rechtmäßige Platzierung nicht verlöre.

Ich verwette alles, was mir heilig ist, darauf, dass mir diese Frau in meiner Notlage die 5 Franken geschenkt hätte. Hätte sie da am Bahnhof gestanden anstelle dieser widerlichen anderen Menschen, hätte ich nicht anschließend im Zug vor Fassungslosigkeit erstmal richtig bitterlich geheult.

Zu meinem großen Glück war der Kontrolleur in besagtem Zug wiederum so lieb und freundlich, dass mein Vertrauen in die Menschheit nicht noch weiter getrübt wurde. Und diese Zuckerdame, die nun vorne im Bus sitzt und nach Stuttgart fährt, hat es vollständig wieder hergestellt.

After Work

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Seit Jahren habe ich kein Buch mehr gekauft. (Wozu, wenn es öffentliche Bücherregale gibt.) Tatsächlich waren die letzten Bücher, die ich mich erinnere wirklich bestellt zu haben, ein fehlgeleiteter (und -geschlagener, wenn man der Tatsache ins Auge sieht, dass ich über ein-zwei Kapitel bis jetzt noch nicht hinausgekommen bin) Versuch, mich als zukünftige Linguistin irgendwie auch mal in die Materie einzufühlen, in Form von ein paar Büchern. Von Ebay.

Und, wie mir eben wieder einfiel und ich der Wahrheit zuliebe nicht unterschlagen möchte, Ende letzten Jahres auf dem Hausflohmarkt habe ich „Hija de la fortuna“ von Isabel Allende mitgenommen. Also gut, ein Buch zwischen 2014 und jetzt.

Jetzt allerdings haue ich dafür richtig rein, immerhin habe ich dasjenige Buch, das mir Dienstag Abend in die Hände fiel, heute bereits zum dritten Mal gekauft. Das erste für mich. Das zweite für meine Mutter. Und das dritte für Becci, die gestern Geburtstag hatte.

Es handelt sich um Tobis Buch, und es ist (um es mit der PARTEI zu sagen) sehr gut.

Ich hatte es vorbestellt, weil ich Tobi mal kennengelernt habe und seitdem davon überzeugt bin, dass er grandios ist. (Er darf das niemals erfahren, weil unsere Begegnung aus einer einzigen Unterhaltung beim 2013er Foodsharing-Bundestreffen bestand und es wahrscheinlich leicht creepy wirkt, wie ich über ihn rede.) Er hatte zu dem Zeitpunkt gerade mit dem geldlosen Leben angefangen, reiste durch die Gegend, hielt Vorträge und leuchtete. Ich beschreibe ihn seit diesem Zeitpunkt als einen leuchtenden Menschen, und ich werde es weiter tun, und sei es noch so creepy. Der Mensch hat mich nachhaltig beeindruckt, mit einem Wesen, das dich umwirft, weil man solche Menschen auf dieser Welt fast nicht erwartet. Naja, seitdem habe ich auf Facebook am Rande mitbekommen, was er alles so tut, und das ist eine Menge, und unter Anderem fing er irgendwann an, „After Work“ zu schreiben. Und da das mit der Arbeit bei mir im Kopf ja auch so eine Sache ist…

Es war wundervoll – ich bin vorhin damit fertiggeworden – und ich habe mich dabei gefühlt, als hätte er mein Hirn in seinen Stift gefüllt und damit geschrieben, wenn man das nun versteht und nicht ganz makabere Bilder davon in den Kopf bekommt. (Wenn doch, gern geschehn.) Ich befinde mich an einem Umbruchpunkt gerade, an dem ich erstmals im Leben in Erwägung ziehe, mit meinen Gefühlen vielleicht Recht zu haben. Die Therapiestunde heute Früh war extrem wertvoll und hat dazu ebenfalls beigetragen. (Und die Therapeutin meinte, sie würde sich ebenfalls für das Buch interessieren. Vielleicht habe ich Tobi und dem Verlag also schon 60€ Einnahmen beschert, von denen mit hundertprozentiger Sicherheit genau so viele Prozent in Sinnvolles fließen.) Es kommt alles zusammen.

Ich habe heute von der Existenz solidarischer Krankenversicherungen erfahren.

Warum sagt einem sowas niemand?

Oh, und ich habe tatsächlich Einsichten erhalten, warum ich „so“ bin.

Und die Bilder haben tatsächlich dabei geholfen.

Meine Mutter würde es Schicksal nennen.

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Erst so früh? Ich bin hellauf begeistert, ich hätte es weit nach Mitternacht geschätzt.

Heute war ich – unglaublich, aber wahr – seit vor meinem Geburtstag zum ersten Mal wieder alleine containern. Diesem Leben, das wenig enthält außer Zocken, ein bisschen Arbeit und Lethargie, fehlte die Komponente des Alleine-Containern-Fahrens ganz furchtbar, auch wenn das bedeutet, dass mein durch Autogefahrenwerden verwöhnter Körper mal wieder die volle Dröhnung einer vollen Stunde in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf den eigenen zwei Füßen bis zum Spot hin aushalten musste. Und natürlich war es, war ich dann einmal unterwegs, überhaupt nicht mehr schlimm und alles lief wie geschmiert.

Und weil ich beim Großhandel nicht den Monsterfang aller Monsterfänge gemacht hatte, beschloss ich kurzerhand, noch den neuen Spot ein paar S-Bahn-Haltestellen weiter anzusteuern, den ich bisher nur mit Auto zu erreichen geglaubt hatte. Hah. Gedankt sei meiner Eingebung, es trotzdem mal zu versuchen. Es gibt eine Haltestelle praktisch vor der Tür.

Auf dem Weg dorthin machte ich Bekanntschaft mit einem äußerst speziellen Menschen, der mich beim Warten auf die Bahn anquatschte. Ob das in meiner Hand ein Telefon sei. (Es war das AG. Ich nickte.) Ob ich auch in Schriesheim wohne. Eine Frage – ich sei „wundersüß“, ob ich einen Freund hätte. Er erklärte mir, er sei geistig behindert aufgrund von Kriegstraumata, und er war auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber er war eine herzensgute Seele. Er mochte mich. Als ich seine Frage nach dem Freund bejahte, ging er zur nächsten Laterne und tat, als würde er mit dem Kopf dagegenhauen. Warum nur ich einen Freund hätte? Dann erzählte er mir von seinen Problemen mit Beziehungen, dass er so gern eine Freundin hätte, aber ihn die Frauen immer nur verarschen würden. Er sei in Therapie deswegen. Und wegen des Kriegs. Frauen vergewaltigt. Eine Frau war schwanger, und… Dazu die Bewegung mit beiden Händen, wie um sich selbst den Bauch aufzureißen. Und Kinder… Die selbsterklärende Pantomime; Waffen, Mord und Totschlag. In den Himmel würde er wollen, dort hätte er keine Probleme mehr. Er müsse unentwegt heulen, immer in der S-Bahn, selbst im Schlaf würde er heulen. Er hätte sich extra den deutschen Pass gemacht und alles, aber bekäme einfach keine Arbeit. Einen Mann aus dem Feuer habe er gerettet, Gasexplosion, die Freundin sei nach Hause gekommen, es war da Feuer, sie habe nicht gewusst, dass er drin ist. Wenn er sterben würde, seine Leiche wäre hier nicht willkommen, man müsse ihn nach Albanien verschiffen, der Sarg mit seinem Namen sei vorbereitet, alles fertig und bezahlt. Ich habe nicht viel gesagt. Was soll man dazu auch sagen. Außer: Das dauert aber noch eine Weile.  In der Bahn standen wir zusammen, weil ich vom Containern zu beladen war, um mich hinzusetzen. Ich sagte ihm, nur nicht aufgeben, nicht aufgeben. So viel, wie er schon geschafft habe… Er bat um Erlaubnis, mich umarmen zu dürfen. Er fand, ich sei ein guter Mensch, und fasste sich ans Herz dabei. Er wünschte mir und meiner Familie ewiges Wohlergehen, Reichtum und Dergleichen mehr. Wie heftig entsetzlich einfach die ganze restliche Welt zu ihm gewesen sein muss, dass er mein Zuhören als eine solche Wohltat begriff. Er stieg an der gleichen Station aus wie ich und wir umarmten uns erneut. Er war wie ausgewechselt, so froh darüber, dass er den Arm ausstreckte und meinte, er habe Gänsehaut. Natürlich kannte er das Wort nicht. Dann rannte er, ein euphorisches Geräusch von sich gebend, davon in Richtung seiner Wohnung. Ich würde mir einfach wünschen, dass dieser Mensch eine Freundin findet, die sein ganzes großes schweres Päckchen mit ihm tragen kann und ihm nie, nie, niemals irgendetwas Böses tut. Oder noch besser, dass er irgendwie lernt, dieses Gewicht selbst zu stemmen, und es vielleicht irgendwann streckenweise sogar einfach vergisst.

Dann jedenfalls habe ich Soja- und Mandelmilch und einen kleinen Joghurt containert, meinen Bus nach Hause gerade so noch erwischt (jemand hielt mir die Tür auf, so eine gute Welt heute), mir ein Abendessen zubereitet (bestehend aus Brötchen mit Hering in Tomatensauce, Letzteres eine freundliche Spende von Becci) und mich unverzüglich wieder ans Zocken gemacht, weil ich vor dem Losgehen hier im Begriff gewesen war, das erste Spiel seit Tagen gegen den Computer zu gewinnen. Zudem habe ich das letzte Bier vernichtet, das noch draußen im Kasten war. Jetzt sitze ich über Ostern auf dem Trockenen. Wenn man von meinem, was ebenfalls Becci zu verdanken ist, zum Bersten gefüllten Likörschrank einmal absieht.

On a side note: Die Therapeutin sagt, ich solle die Medis noch nicht absetzen. Zuerst müsse ich Motivation bekommen. Ich war seit Langem nicht mehr so positiv überrascht von der Frau. Sie hat mir genau das vorgeschlagen, was ich mich selbst nicht getraut habe zu sagen: Auch wenn kein akutes Tief gerade vorherrscht, so ginge es trotzdem noch immer ein gutes Stück besser.

 

Es wird.

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Also. Der Stand der Dinge:

  • Es gibt wieder etwas Sonne. Ich tue wieder Dinge. Manchmal.
  • Ich hatte Geburtstag. Es war herrlich. Becci war hier. R hat mir unter Mitwirken unzähliger Verrückter einen riesigen Kühl- und Gefrierschrank in den Keller geschafft. Ich habe mich hardcore geliebt gefühlt.
  • Die Woche vor meinem Geburtstag war Barbara hier. Das hat einen Grund, nämlich folgenden:
  • Barbara weilt nicht mehr unter den geistig Gesunden. Sie hasst das Kind ihres Freundes, verlangt, er solle den Kleinen weggeben und zu ihr ziehen, und droht seit Wochen mit Selbstmord. Chris und sein bester Kumpel haben mich in ihrer Verzweiflung gebeten, Barbara unter einem Vorwand zu mir zu holen, damit Chris ihr verkünden könnte, dass er ihrem Wunsch nicht nachkommen wird. Gesagt, getan. Am nächsten Tag reden die beiden wie normal miteinander, verabschieden sich mit „ich hab dich lieb“ und Knutschgeräuschen. Fast forward zum gerade vergangenen Wochenende: Chris will mit Barbara Schluss machen und in psychologische Notbetreuung einweisen. Zieht es nicht durch. Wochenende umsonst zu viert mit Malte und Jacqueline plottender- und unterstützenderweise um die Ohren geschlagen. Die beiden haben nach wie vor Kontakt. Niemand hat mehr großartig Bock, sich mit dem kranken Wahnsinn weiter auseinanderzusetzen.
  • Ich habe innerhalb der paar Tage einen Mini-Crush auf Malte entwickelt, weil er der einzig Vernünftige in diesem ganzen Haufen Irrer zu sein scheint und sich während des Dramas gerne mit mir unterhalten hat, besonders nachdem Chris dann von Barbara zurückkam und ihm eins in die Tasche lügen wollte, von wegen, er hätte jetzt keinen Kontakt mehr zu ihr und das pausenlose Vibrieren seines Handys wären Whatsapp-Nachrichten aus einer Gruppe. Natürlich kenne ich den Typ nicht und hatte bis vor zwei Wochen noch nie mit ihm gesprochen. Aber er ist super. Gesprächig, megalieb, intelligent, reflektiert, hat Barbara und seinem gestörten Kumpel Chris emotional so ungefähr die Welt voraus, hasst das ganze Drama genau so sehr wie ich und telefoniert gerne. Ich werd mit ihm natürlich nur noch zu tun haben, wenn das Drama neue Wellen schlägt. Trotzdem kann ich Barbara dankbar sein, dass ihre Gestörtheit zumindest dafür gesorgt hat, dass ich mich mit Malte und Jacqueline intensiv und gut unterhalten habe.
  • Murats Klage wurde abgewiesen. Wir sind den Quälgeist los (fürs Erste).
  • R hat einen neuen Job angetreten. Diesmal einen um einiges vielversprechenderen und besser bezahlten. Es wird.
  • Becci arbeitet wieder. Ich hoffe so sehr, dass es gut klappt und sie wieder gut reinkommt. Sie war seit November krankgeschrieben, und eigentlich geht es ihr auch jetzt noch nicht sonderlich gut, aber ich glaube, dass es für sie besser ist, nicht noch länger zu Hause dahinzuvegetieren. Einen Therapieplatz hat sie immer noch nicht gefunden. Ich habe mich angeboten, ihr damit zu helfen, aber sie tut sich schwer damit, mir die Liste mit potenziellen Kandidaten zukommen zu lassen. Ich kann es ihr nicht verdenken. So ähnlich geht es mir ja selbst.
  • Der Großhandel droht als Containerspot zu versiegen. Aber ich habe mit Becci gleich Abhilfe geschaffen und einen neuen Spot aufgetan, den ich mit der Bahn zwar kaum erreiche, aber dafür hat R mich so halb gezwungen, die Nachbarn um Kollaboration zu bitten. Ich war also letztes Wochenende erstmalig mit Undine und Lukas containern und es hat tadellos funktioniert. Auch wenn mir die Geräusche, die Undines Auto so von sich gibt, sowie die pochenden Herzschläge eines undefinierten Bestandteiles im Unterbau des Fahrzeugs zugegebenermaßen schon Respekt einflößen. Aber ich habe die Regel beispielhaft befolgt, die da lautet, die Geräusche des Autos werden nicht kommentiert (wie Undine mir gleich nach dem Einsteigen einbläute).
  • Ich bin größtenteils noch nicht motiviert genug für Blogeinträge oder solche Spirenzchen (wie man gemerkt haben dürfte), aber ich vertraue auf die heilende Kraft der Sonne und harre der Wochen, die da kommen, voller Zuversicht.
  • Ich habe ein Verstärkerprogramm ausgearbeitet, das mich zum Lesen meiner Lerntherapieseminarunterlagen bewegen soll. Es involviert R’s Mithilfe. Ich glaube, es wird klappen. Es wird.

Aquí no hay grenadines

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Uägh, in 4.5 Stunden wird schon wieder aufgestanden. Da der Zug nach Barcelona um 6.45h aber nur halb so viel kostete wie die späteren, mussten wir dieses Übel wohl (oder eben übel) in Kauf nehmen. Wir können dann ja auch im Zug weiterschlafen. Naja, der erste Teil der Strecke wird eh mit Schienenersatzverkehr befahren – da schlafen wir dann eben im Bus. Ich habe mich ewig und drei Tage mit der App vom RENFE herumgeschlagen, bis wir irgendwann mit Hilfe der freundlichen Rezeptionistin Marta doch die Tickets lieber ausgedruckt haben. Direkt danach fand ich dann auch heraus, wie man beide Tickets auf der App abrufen kann, en plan „doppelt hält besser“ und so.

Granada war jedenfalls schonmal fantastisch. Mir ging es heute, ein Glück, schon wieder ein ganzes Stück besser; das ganze Schlafen und Gammeln gestern hatte mir gutgetan und so war ich wieder für Unternehmungen zu haben. Wir sind in unserer bereits etliche Tage andauernden Suche nach Humus endlich erfolgreich geworden, was in einem lang ersehnten köstlichen Abendessen resultierte. Und wir waren mit einem random Deutschen in Richtung Sacromonte unterwegs, wo die Menschen in Höhlen im Berg leben und sich ein ganz ansehnliches Panorama auf das Nest Granada bietet.

(Bild rüste ich nach, da es sich ums Verrecken nicht vom Handy aus hochladen lassen möchte. Edit: Aber jetzt!)

(Ich muss gestehen, dass ich von der Kameraqualität dieses Handys ziemlich beeindruckt bin – wenngleich ich natürlich nach wie vor brav meine Nikon mit mir herumschleppe.)

Nun sollte ich wohl besser schlafen. Eigentlich wollte ich ja bloß den Handyakku leerzocken, um ihn über Nacht laden zu können, aber das ist auch schon wieder anderthalb Stunden her und das verdammte Ding hält immer noch. Was für ein Luxusproblem.

Schrieb’s und stellte fest, dass das Handy zwar bildqualitäts-, nicht aber uploadzeittechnisch mit anderen Medien mithalten kann, und vertagte die Veröffentlichung dieses Eintrags auf den nächsten Tag. Wir sind schon seit Ewigkeiten unterwegs und haben vorhin eine unserer Hostelbekanntschaften wiedergetroffen, einen Hamburger, welcher, wie ich eben feststellen durfte, im Deutschen eins zu eins wie Kepa klingt. Es ist so absurd, ich kam kaum darauf klar. Jetzt ist er im gleichen Zug wie wir, aber in einem anderen Wagen. Becci und ich hören Mando Diao und harren der verbleibenden 5 Stunden Zugfahrt.

Aber jetzt. Publiquemos.

Sahne auf Käsekuchen

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Und schon wieder Nacht. Ich habe mir eins meiner Käsekuchengläser aufgemacht und verspeise aktuell dessen Inhalt zusammen mit Apfelmus und Sprühsahne. Zuverlässig erinnert mich dies an den dicken Drachen, Desipio, der einst von mir wissen wollte, ob ich die Kombination von Käsekuchen und Schlagsahne für geschmacklos halte. Und an Metronomy-Bernd, dessen Sohn vielleicht, vielleicht aber auch nicht irgendwann mal mit Käsekuchen nach meinem weltbesten Rezept verköstigt wurde.

Das waren schon komische Charaktere, die beiden. Jeder von ihnen hat meinen Blog über eine kurze Zeit hinweg heimgesucht, sogar intensivst (im Falle des Drachens), und sich im Anschluss wieder vom Acker gemacht, genau so plötzlich, wie sie hereingeschneit waren. Schon merkwürdig, wie die Leute manchmal so aus dem Nichts auftauchen, einmal kurz ein Stichflämmchen entfachen und dann in dasselbe dunkle Nichts hinein auf Nimmerwiedersehen wieder verschwinden. Aber dafür ist das Internet schließlich prädestiniert.

Ich sollte ins Bett. Seit Tagen stelle ich mir den Wecker auf 9.56 Uhr und schlafe jedes Mal am Ende doch bis zwölf. Das kann so nicht weitergehen.

Nein, ich will einfach immer noch keinen Sex mit dir, komischer fremder Mensch bei Facebook.

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Gawd.. ich hatte eben die (nach zwei Anläufen seinerseits im Dezember letzten Jahres) bereits dritte Unterhaltung mit einem Menschen, der versucht, bei Facebook Menschen zu finden, die mit ihm Sex haben wollen; jeder Versuch, die Unterhaltung in eine zivilisierte, sinnvolle Kommunikation zwischen zwei intelligenten menschlichen Wesen umzuwandeln, scheiterte kläglich, da er es nicht sein lassen konnte, immer wieder nachzuhaken, warum ich nun eigentlich keinen Sex mit ihm will. Zu absurd, um wahr zu sein.

Sieh her.

Er: huhu

Ich: Huhu
Mal wieder auf Beutezug? 😉

Er: genau 😀

Ich: Oh je^^

Er: warum oh je?:D

Ich: Ich erinner mich noch an unser Gespräch von letztem Jahr und sehe Ähnliches wieder auf mich zukommen 😀

Er: und das wäre so schlimm?:D

Ich: Nee, nur sinnlos^^

Er: warum ?:D

Ich: Klappt die Strategie eigentlich gut? So einfach mal rumfragen, wer Bock hat? Würd mich mal interessieren, wie viele positive Reaktionen du eigentlich bekommst

Er: evtl 😉

Ich: Hm?

Er: na…eig schon

😉

Ich: Hey, gut für dich 🙂

Er: und waurm bei dir sinnlos?:P

Ich: Also, ich denk mal, es gibt Menschen, die so gestrickt sind, dass du bei ihnen ankommst; ich bin’s eben nicht

Er: hast du denn noch deinen freund?

Ich: Nen anderen mittlerweile, aber ja 😀

Er: wie kams?:P

Ich: Unüberbrückbare Differenzen
^^

Er: und seit wann un der neue?

Ich: Wie sieht’s denn bei dir aus, nichts Längerfristiges in Sicht oder hat deine Freundin einfach nichts dagegen, dass du nebenher noch so dein Unwesen treibst?

Er: nein, nichts längerfristiges in sicht

hätte dein freund denn was dagegen?

Ich: Der bestimmt nicht, aber ich dafür umso mehr

Er: wen ndu mit nem anderen?

Ich: Ja, darüber reden wir doch^^

Er: und er hätte nichts dagegen?

Ich: Nochmal: Nein, er hätte da nichts gegen.

Er: hat er das offen gesagt?

Ich: Das hilft dir bloß nicht, außer du willst es bei ihm versuchen^^

Er: hat er das gesagt?

Ich: Nee, das sag ich jetzt

Er: ich emine dass er da nichts dagegen hätte

Ich: Da er nicht auf Kerle steht, hast du bei uns beiden ungefähr die gleichen Chancen^^

Ja, glaub’s ruhig^^

Vielleicht solltet ihr euch einfach zusammentun und versuchen, mich von meiner Mono-Schiene runterzubekommen, wenn ihr’s schon jeder für sich nicht schafft 😀

Er: bist denn auf was zu dritt aus?

😀

Ich: Sow ar das nicht gemeint, definitiv nicht
Sorry 😀

Er: wie dann?

Ich: Es war ne sinnlose Bemerkung, vergiss es

Er: hattest denn schonaml was zu dritt?

Ich: Findest du die Frage nicht auch ein bisschen dreist?

Und siehe da, er macht sich wieder aus dem Staub.

Zu geil, wie er einfach nicht glauben konnte.

„Das hat er gesagt?!“

Ich war fast geneigt zu schreiben, „ja, und jetzt klapp deine Kinnlade wieder hoch.“

Damals habe ich ihm noch eins in die Tasche gelogen, von wegen ich hätte einen Freund und würde monogam leben. Heute kann ich mich damit herumplagen, dass mein (inzwischen existierender und momentan rauchend mit Freunden von sich in meinem Garten rumhängender) Freund vermutlich nichtmal ansatzweise etwas dagegen hätte, wenn ich mich mit merkwürdigen sexsuchenden Facebook-Menschen, die so verzweifelt sind, dass sie es drei Mal bei einer Person versuchen, die ganz offensichtlich nicht kooperiert, herumtreibe.

Mäh. Das Leben eben.

Schwankstunde

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I felt happy while watching this video. I enjoyed how it reflected my view on life and living, and I take great pride in the resonance it produced in my own way of being.

I’ll tell you an anecdote to support my point. It’s one I’ve been meaning forever to tell, too.

I met my current boyfriend on a bus. Of course, technically, it was the second time we met, but it was also the first time for him to approach me in a situation outside the restrictions of a specific purpose. And it was then that he decided our conversation was worth traveling a couple of stops further than he had intended.

More accidental bus encounters happened soon after that first one. It was during one of them that he first invited me to his home. The last one occurred later that same day, which resulted in our agreeing he must have been stalking me, a weird hobby for someone to take on only a few weeks before leaving the town.

Chances are small nowadays that I’ll hop on a bus and happen upon him out of the blue, for it’s an unusual thing for me, nowadays, to not know where he is. I owe this to our combined refusals to become urban soldiers when it is the most common thing for travelers to do.