Schlagwort-Archive: Beschäftigt

Lichtwissen und Nichtwissen

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So war ich also gestern vielerseits beschäftigt: Fürchterliche Mandelentzündung. Unmengen an Brot von der Tafel abgeholt, dabei Marie begegnet und mich spontan für den Abend mit ihr verabredet, Uni (ja! Ich war tatsächlich mal wieder bei Türkisch, man sollte es kaum glauben. Und ich kam sogar noch hinterher, auch wenn ich das r-Präsens bei Gelegenheit nochmal gründlich verinnerlichen sollte), spontanes Kochen und Essen mit Peruaner-Pedro und der noch spontaner dazugekommenen Sarah, dann schneite Rini rein, um sich was von dem abgeholten Essen zu holen, und dann ab zu Marie, wo ich bis kurz vor eins nicht wegkam, weil es einfach zu spannend war, mit ihr und ihrem Mitbewohner – Nik, auch ein äußerst interessanter Mensch, sozialfähig, intelligent und eloquent, so eine Mischung findest du nicht oft – über die Doku zu diskutieren, die Marie und ich soeben gesehen hatten, Am Anfang war das Licht.

Nach vier Stunden Schlaf dann vorhin ab zu Sprachkontakt, was ein Akt. (Und was ein Reim.) Ich kam zwar zu spät, aber es grenzte für mich an ein Weltwunder, dass ich überhaupt dawar – noch dazu wach und aktiv im Kursgeschehen involviert, wie immer. Dieser Kurs gibt mir so ein gutes Gefühl. Hoffentlich wird die Klausur zumindest halb so gut, das würde mir schon reichen. Hauptsache, ich blamiere mich nicht komplett, dann kann ich die Bachelorarbeit beim Kaiser gleich knicken. Oh, welch ein Druck. Nicht dass mich das dazu bewegen könnte, schonmal anzufangen zu lernen oder derartig Abstruses. Why, oh why.

Gleich zu Sanskrit. Unvorbereitet, natürlich. Wie ich das immer durchziehe, knallhart. Ich bin das konstanzerische Äquivalent zu Mamas allseits geliebtem Ex-Kommilitonen Benjamin. Schon hart. Aber immerhin studiere ich nicht Sanskrit, ich belege es nur.
Und dann Euskera. Whoopie!

Und später noch Probe bei Moritz. Ich habe keine Lust drauf und bin auch nicht überzeugt davon, dass ich Sarah heute schon wieder sehen will; momentan finde ich den Umgang mit ihr so schwierig, dass es mir fast schon lieber wäre, wir hätten noch weniger davon miteinander. Könnte an mir liegen oder auch nicht, zer dakit nik. Was weiß ich. Andererseits bin ich mit großer Wahrscheinlich nur auf emotionaler Distanz zu ihr, weil ich das Gefühl habe, sie würde mich selbst nicht mehr mögen. Nichtmal in Ansätzen. Sie weiß es vielleicht nur noch nicht. Wie tragisch, wenn Menschen sich so sehr verändern. Jedenfalls aber hieße das, hätten wir mal wieder einen Kontakt ähnlich unserem früheren, würde es vielleicht alles besser werden. Vielleicht, sag‘ ich. Zer dakit nik.

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Egun luze bat.

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Heute war lang. Ist ein langer Tag, will ich sagen. Fing lang an, ging lang weiter.. was heißt lang. Ausgefüllt eben.

Präsentation in Sprachkontakt heute war gut, trotz wenig Schlaf.

Ich bin zwei Mal an einem Tag R dem Aktivisten im Bus begegnet. Merkwürdig, wie man manchmal Leuten über den Weg läuft. (Ihm zumindest aber bald nicht mehr; ich habe heute erfahren, dass er nach München geht, um Formel-1-Journalist zu werden. Der Kapitalismus habe ihn mit Motorsport bestochen, war seine Aussage dazu.)

Ich war nicht in Sanskrit (ist ja nicht so, als hätte ich gestern schon Türkisch geschwänzt, neein), habe aber dafür ein produktives Gespräch mit Mama über die Kepa- sowie die Luxmenschkrise geführt und über die vorerst noch hypothetische Kepa-Luxmensch-Krise, die auftreten wird, sollte es der Luxmensch irgendwie schaffen, bis Februar das Geld zusammenzubekommen, um mit nach Namibia zu reisen. Außerdem war ich nach Euskera noch außerplanmäßig in der Ringvorlesung über Mehrsprachigkeit, die heute von genau demjenigen Prof gehalten wurde, bei dem ich vorhabe meine BA zu schreiben. (Und bei dem ich heute Früh die Präsentation gehalten habe.) Ein wunderbarer Dozent, dieser Mensch.

Aktivisten-R hat mir gesagt, ich solle um 21.00 ins Contrast kommen, aber natürlich kann ich nicht hingehen. 1) bin ich todesfertig (zu früh aufgestanden und von der Wirkung des Guaraná ist nichts mehr übrig, wie auch, nach so vielen Stunden) und 2) ist heute ja Peruaner-Pedros Geburtstag und nachdem ich gestern mit Sarah diese wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte gebacken habe, werde ich natürlich auch heute zum Feiern dasein. Oh verdammt, ich muss sein Geschenk noch einpacken. Ich habe ihm letztes Jahr noch bei Thalia einen Kalender mit Zitaten gekauft. Sowas mag er doch, inspirierende Worte.

Ja. Das muss ich jetzt tun, und dann sollte ich los. Acht Uhr dasein kann ich glaube ich fast schon knicken, aber noch viel später muss es ja auch nicht werden.

Es geht nach Flein, wie fein, wie fein.

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Ich bin verwirrt. Jetzt habe ich Lena abgesagt, um bei dem herrlichen Wetter hier drinnen zu hocken und Satzverstehen und Morfología nachzuarbeiten, was ich letzten Donnerstag erkältungsinduzierterweise verpasst habe, und stelle fest, dass 1) es keine Hausaufgaben in Satzverstehen gab, zumindest soweit aus den Folien ersichtlich, und 2) Simón für Morfología nichtmal die Folien hochgeladen hat.

Das ist doch alles merkwürdig. Ein Mal im Leben setze ich mich hin und will diszipliniert was tun, und siehe da, es gibt einfach nichts zu tun. Naja, gut, ich werd‘ mir gleich den entsetzlichen Text für Satzverarbeitung reinziehen, das wir dnoch genug meiner kostbaren Lebenszeit in Anspruch nehmen, aber da hatte ich wirklich mit wesentlich Schlimmerem gerechnet.

Generell habe ich, wie erwähnt, ein wunderbares Leben. Ich habe heute mal wieder ein bisschen Geld verdient – Sofie macht sich wirklich gut mit ihren Klavierkünsten; ich bin stolz auf uns beide – und heute Früh in Machine Translation festgestellt, dass Lisa und ich zumindest große Teile der Hausaufgabe diesmal richtig hatten und somit hoffentlich nicht noch eine 5.0 dafür ernten.

Ansonsten habe ich mich jetzt eigenständig auf ein Drittel-Medi am Tag runterdosiert, mir ist das lieber, es soll ein so fließender Übergang sein wie möglich. Im Juni versuche ich dann, die winzigen Dinger so zu zerkleinern, dass ich die elf Tage lang einfach noch jeden Tag ein Viertel nehme.

Oh, sehr gut. Sebi lädt gerade unsere Demoaufnahmen von der letzten Probe zu Dropbox, genau pünktlich, dass Sarah und ich gleich damit arbeiten können. Wir treffen uns bei ihr, um Vocals aufzunehmen. Sie hat sich auf meinen Expertenrat hin jetzt auch endlich mal ein Aufnahmegerät geholt; jetzt hat sie auf einmal das beste in unserer gesamten Sammlung. Ein Zoom H2n ist es geworden, welches die Vorteile vom H4n (wie das HAG eins ist) und die seines uralten Vorgängermodells (namely, mein AG) verbindet und dabei kaum eins ihrer Nachteile aufweist. Ich kann kaum abwarten, damit aufzunehmen.

Und morgen fahre ich zu Caro. Ich bin gespannt, wie es wird. Das zweite Mal erst, dass wir uns nach 2011 wieder sehen. Und das erste Mal, dass sie alleine ist. Şahin und sie waren immer zusammen. Seitdem ich sie kenne.

Ich gehe nach Flein, ich glaub es kaum. Sie meinte, ich würde wohl nicht mehr dorthinkommen. Okay, sie meinte es 2011, aber das macht es bei mir im Kopf nicht weniger real. Sie holt mich vom Bahnhof ab. Sie hat mich noch nie vom Bahnhof abgeholt. Das hat immer Şahin erledigt. Und dann sind wir Auto gefahren mit A Day to Remember auf einer knapp unter ohrenbetäubenden Lautstärke und mit einer Geschwindigkeit, dass ihn etwaige Blitzer vermutlich nichtmal mehr hätten erfassen können. Was habe ich es geliebt. Nichts ging über Autofahren mit Şahin. Das einzige Problem war, dass die Fahrten, Lichtgeschwindigkeit sei verdammt, nie sehr lange gedauert haben. Dann mussten wir im Auto sitzenbleiben, bis das Lied vorbeiwar. Ein Mal war es If It Means A Lot To You. Als wir im Zuge des Extreme Playgrounds-Dramas um Mitternacht bei einer Tankstelle Ukash geholt hatten. Nummer 17 war es; die Bedienung hatte keine Ahnung, er musste ihr noch sagen, welche Nummer sie drücken musste auf diesem Ding da. Es hat in solchen Strömen geregnet und gewittert. Und wie es gewittert hat. „Wenn wir vom Blitz getroffen werden, ist es verkehrt, was wir machen.“ Natürlich hat uns kein Blitz getroffen. Wir wollten eh nicht wirklich aus dem Auto raus, ich nicht, weil es schön war dadrin, und er nicht, weil im Haus Caro war, die Drama machte wegen der Bahntix, die wir mit dem Ukash zu bestellen planten. Das war, wenn ich mich richtig entsinne, der Tag, an dem sie drohte, mit ihm Schluss zu machen. Wo ich mit ihr rausbin und sie therapiert habe. Der Blick von ihm, dieser knochendurchbohrende, resignierte, verlorene Blick.

Was genau tue ich hier – was veranlasst mich dazu, einen Pre-AFL-Stream of Consciousness hier zu veranstalten. Aber das war schön, sehr befreiend, sehr gut. Ich habe ja eh bis heute nicht wirklich berichtet über die Zeit damals.

Jedenfalls haben Caro und ich schon beschlossen, den kleinen familienbetriebenen Supermarkt an der Ecke vor ihrer Wohnung mal nach eventuell zu rettendem Essen auszukundschaften. Es war nichtmal mein Vorschlag. Ich bin stolz auf sie. Ich selbst werde mal schauen, dass ich für die Ratten genug Grünzeug bereitlege, damit Trudi es nur noch portionsweise reinstellen muss, dann sind die Tierchen auch versorgt und ich kann mit ruhigem Gewissen meinen Ausflug unternehmen.

Der grüne Zweig

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Es ist so ruhig geworden hier. Meine Bloggerbekanntschaften scheinen allesamt anderweitig zu tun zu haben; ich starre seit Tagen auf die Vorschauen zu den gleichen paar ihrer letzten Einträge.

Mein Tag heute war schön. Abgesehen davon, dass ich Oma zum Geburtstag eine Zitronentarte gebacken habe, welche drei Schritte aus der Haustür raus ihr tragisches Ende auf dem Boden vor den Briefkästen fand. Das hat mich kurzzeitig wirklich frustriert. Ich dachte mir noch ein paar Sekunden vorher, ob es wohl wahrscheinlich wäre, dass sie mir auf den paar Metern bis zu ihrer Wohnung vom Teller rutscht.

Verhungert sind wir trotzdem nicht. Ich wurde zum Essen eingeladen, in das neue Singapur-Restaurant direkt um die Ecke sind wir gegangen. Es war gut. Wirklich gut.

Dann folgte der obligatorische Spaziergang zum Hörnle. Ich gehe den Weg mit jedem Besuch, der mir unterkommt. Weil es einfach ein herrlicher Weg ist. Dann noch ein Eis am Hafen und schon war der Tag für die beiden gelaufen; ich habe hier zu Hause noch ein bisschen Zeit mit Rattenpflege, Trudi-Gitarre-beibringen und Flyerproduktion verbracht (langsam kommen GIMP und ich auf einen grünen Zweig, was ich Janine und meiner Geduld zu verdanken habe) und hätte jetzt eigentlich so richtig Lust auf Chips und einen Film. Schade nur, dass ich ungemein vollgefressen und noch dazu wahnsinnig müde bin. Es ist so viel immer in letzter Zeit, so viel Leben und wenig Ruhe. Ich bin zu viel am Herumwirbeln.

Morgen aber habe ich relativ wenig vor; ich muss nur abends zum Foodsharing-Kennenlerntreffen – wie schnell der erste Freitag des Monats immer wieder heranrauscht – und gehe mittags zur Tafel, abholen. Dort sehe ich vielleicht Nele, die vorhatte, sich den Betrieb mal anzusehen und einen Tag lang mitzuarbeiten. Dann könnte sie mir gleich helfen, das Zeug in den FairTeiler zu bringen. Falls überhaupt etwas da ist morgen. (Aber wenn nicht, das wäre zu schön, um wahr zu sein – den ganzen Tag gammeln, bis halb sieben, das wird mir bestimmt nicht vergönnt sein, das wäre schon wieder zu viel erwartet.)

Ich hätte Lust, mit irgendjemandem über random Details aus unseren Leben und Gedanken zu reden. Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, zu viel zu machen und zu wenig zu reden. Obwohl ich die ganze Zeit mit Leuten rede und dabei wirklich interessante Gespräche zustandekommen. Aber entweder es sind die falschen Themen oder es fehlt die Ruhe.

Darf ich mich nochmal korrigieren – der grüne Zweig mit GIMP ist noch ein Stückchen entfernt. Ich drehe schon bald wieder am Rad. Ich gehe lieber was lesen. Ade.

Unfassbarkeiten oder Warum meine halbe Stunde Ruhe nun keine wird.

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Pause.

Dachte ich für eine Minute, machte den Computer auf, hockte mich aufs Bett und wurde vom klingelnden Handy wieder aufgescheucht. Sarah rief mich an, um mir mitzuteilen, dass bei einem ihrer neuen Spots Chips- und Käsestangentüten zu Tausenden liegen. I’ll be on my way.

Was für ein Leben.

Kurz vorm Augenzufall noch ein Lebenszeichen.

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Ich komm‘ grad echt kaum noch an den Computer. Unglaublich, was einem da alles durch die Lappen geht. Vor allem, wie wenig Bedeutung plötzlich Dinge haben, die vorher eine willkommene Abwechslung darstellten und mir momentan eher das Gefühl geben, irgendwie unterbesetzt zu sein. Jemand sollte meine Facebooknachrichten und E-Mails managen, alles Wichtige rausfiltern und am besten noch für mich beantworten. Vielleicht kann ich mich ja mithilfe eines bisschen mehr Thai-Essen in zwei spalten, wenn es schon mit Şahin damals nicht so recht klappen wollte. (Der Text fliegt auch noch irgendwo herum. „Sometimes I wish that there were two of you, maybe you could split in two if I fed you enough Thai food“.. und so. Big Bang-Referenzen haben halt auch nochmal irgendwie verbunden, da Caro die Serie entsetzlich fand. Sie fand auch Sheldon „unlustig“. Wie on earth.. Aber gut, ich fand’s umso angenehmer, wenn wir Big Bang guckend auf dem Sofa gechillt haben und sie sich woanders vergraben hat. Und dass er die Anfangsmelodie immer überspringen wollte, war mit der Zeit auch akzeptierbar. Nachher bin ich ja sogar selbst dazu übrgegangen.)

Ich habe eben angefangen, Trudi Gitarre beizubringen, beziehungsweise meine begrenzten Fähigkeiten (oder was ich an deren Stelle habe) mit ihr zu teilen. Beruhigt kann ich feststellen, dass sie mich zumindest nach der ersten Übungseinheit noch nicht eingeholt hat. Ich bringe ihr Two Thousand Lights bei, das ich mir seinerzeit ja auch ziemlich am Anfang beigebracht hatte, als eines der ersten Lieder fremder Menschen, die ich damals als Werke schon leicht gehobenen Schwierigkeitsgrades ansah. Ich war richtiggehend erstaunt, als ich es auf einmal dann spielen konnte. Die Grotten-Coveraufnahme fliegt noch irgendwo herum. Sogar mit reingeschnibbelter Zweitstimme am Ende. Dafür mit Wasserfallrauschen.
Damals war es für mich noch ganz neu, das ganze Gezupfe.

2,000 Lights

Dann habe ich gerade noch eine Version vom 8.12.13 gefunden, die mich anfangs sehr erstaunte, weil ich mich nicht wirklich erinnern konnte, das Lied letztes Jahr überhaupt mal gespielt zu haben. Und auch sonst, weil es.. nunja.. sich ein wenig.. äh, merkwürdig anhört. Aber das Mysterium klärte sich mit dem Einsetzen der „Vocals“.
Ich hatte in dem Moment definitiv den Punkt überschritten, an dem mich Alkohol in irgendeiner Weise singfähiger macht. Oder überhaupt zu irgendetwas fähig. Wie viel um alles in der Welt..
Würde nicht die Aufnahme selbst das in all ihrer Entsetzlichkeit schon verdeutlichen, so doch in jedem Fall meine hervorragende Feststellung an ihrem Ende.
Das war ich in Vitoria. Nicht so schön eigentlich. Vitoria, Vitoria, was hast du nur mit mir angestellt. Wie gut, dass ich zurückbin. Die Freude darüber trifft mich immer noch manchmal plötzlich mit voller Wucht.

2,000 Lights 8.12.13

Um der heiligen Transparenz willen.

Ich bin schon wieder so hundemüde. ich komme ja vor lauter Leben zu gar nichts mehr, schlimm so etwas. Vor allem fällt mir trotzdem immer wieder irgendein Detailchen aus vergangenen Zeiten ein, welches ich dann auf einmal unglaublich Lust verspüre mitzuteilen, und um das aktuelle Geschehen zu konservieren, bleibt gar keine Zeit mehr, oder keine Lust, oder keine Energie, oder keine Insomnia. Nichtmal die ist mir geblieben. Tragisch.

Was auch tragisch ist, ich hatte mich wirklich gefreut, als ich mich gestern auf den Weg auf die Reichenau machte, um Sara (ohne h, die Kinesiologen-Sara, meine neue Bekannte), die neulich einen psychotischen Schub erlitten hat und sich jetzt wieder am Aufbauen ist, in der Psychiatrie zu besuchen – ich war noch nie dort und hatte mich auf neue Eindrücke und Erlebnisse eingestellt; stattdessen stimmte einfach mal die Route des Busses nicht mit der in meinem (zugegebenermaßen ein Jahr veralteten, aber das hatte noch nie zuvor einen Unterschied gemacht) Fahrplan eingetragenen überein, ich landete im strömenden Regen irgendwo auf der anderen Seite der Stadt und fuhr unverrichteter Dinge, einen Umweg über die GiveBox einlegend, wieder nach Hause. Zumindest habe ich dadrin eine Regenhose gefunden, sodass mir weitere Durchnässung erspart blieb. Was natürlich längst zu spät war, zumal ich Teile der Strecke auch mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte.

So. Eigentlich wollten wir auf die Mainau heute; da aber das Wetterchen nicht so mitzuspielen scheint, kann ich stattdessen wie gestern schon zur Tafel, abholen, und ansonsten vielleicht mal wieder ein bisschen gammeln. Ich vermisse Gammeln. Ich vermisse es wirklich. Und Hausaufgaben für die Uni muss ich noch machen. Das ist das einzig Schlimme dieses Semester, die ganzen Hausaufgaben.

Definiere Leben.

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Uff. Das war nicht ganz das untätig vergammelte Wochenende, das ich eigentlich geplant hatte, aber dafür umso schöner. Nur jetzt bin ich geringfügig abgefuckt, was eventuell an einer Kombination aus der Tatsache liegt, dass ich bei Sarah gepennt habe und meine Medis.. nicht, und der, dass ich die Einleitung von Sebis BA-Thesis eben zum zweiten Mal korrekturgelesen habe (diesmal die überarbeitete Version, wo, supposedly, alles, was ich vorher korrigiert hatte, schon eingearbeitet war) und mir am laufenden Bande die gleichen Fehler aus der ersten Version schon wieder in unveränderter Grausamkeit ins Auge sprangen und ich mich gezwungen sah, bissige Bemerkungen hinter die zum wiederholten Male wegkorrigierten Fehler zu schreiben („ich mach mir nicht die Arbeit, damit du hinterher meine Korrekturen ignorierst -.-„), und ich überhaupt so wenig Zeit momentan habe, um irgendetwas erledigt zu bekommen… weil sich so viel Leben dazwischen auftut, dass es mir fast schon wieder zu viel ist (was vielleicht verständlicher wird, wenn man bedenkt, dass ich nicht nur alles „draußen“ Unternommene und „Drinnen“ Effektivsein, sondern sogar das Korrekturlesen anderer Leute BA-Thesis als Leben ansehe) – und ich, geschubst von meinem Selbstverbesserungswillen, mir sehr selten nur herausnehme, Gelegenheiten zu leben verstreichen zu lassen. Und auf einmal ist es der nächste Donnerstag und ich sitze im Zug nach Hamburg. Ich seh’s kommen, wahrscheinlich blinzele ich noch dreimal und dann sitze ich in diesem Zug und denke mir, wie kann das denn jetzt angehen, ich war doch gerade erst wieder angekommen.

Wirklich mal, ich will nicht schon wieder weg. Ich will überhaupt nicht weg. Ich will hierbleiben, solange ich mich zu Hause fühle; ich will nicht, dass das Zuhause-Gefühl weggeht, jetzt, wo ich es endlich wiederhabe. Ich verpasse so viel allein in den drei Wochen, die es mich jetzt schon wieder aus meinem Lebens-, Schaffens-, Wirkungskreis hinausverschlägt. Die Leute halten mich für verrückt, wenn ich das sage – ich habe Urlaub, ich sollte mich freuen – aber ich komme mir mehr vor wie so ein Sheldon, der am liebsten 366 Tage im Jahr in seinem Büro verschanzt wäre. My home is my Büro. (Passt ja – „My bed is my Schreibtisch“ sage ich eh schon seit Jahrzehnten.)

Das habe ich letztens beschlossen – dass so ein Zuhause ja bestimmt gar nicht entgültig festgelegt sein muss. Vielleicht ist es einfach jetzt gerade Zuhause, und wenn es irgendwann nicht mehr Zuhause ist, kann ich ohne Wehmut weggehen. Das merkt man bestimmt. Dann wird ein anderer Ort „zu Hause“. Merkwürdige Vorstellung. Und das Ganze von einem Mensch, der nicht unbedingt an einem Ort erst gelebt hat auf der Welt. Aber auch da kommt es wieder drauf an – definiere Leben.

So lässt sie uns also wieder mal nicht in Ruhe, die gute alte Heimatfrage.

Artgenossen

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Ich komme gerade vom Foodsharing-Kennenlerntreffen, welches sehr, sehr schön war. Sogar für mich Gruppenphobikerin. Es gab vier Neulinge und zwei Interessierte aus anderen Städten, die extra zu uns gekommen waren – eine von zweieinhalb Zugstunden weg – und sie waren sich alle miteinander einig, dass es sich gelohnt hatte zu kommen. Das hört man doch gerne. Ich habe mich zusammen mit Raja mit zweien von hier aus der Stadt unterhalten. Es war so schön. Mehr Gleichgesinnte! Sie waren genauso begeistert von uns wie wir von ihnen; sieht aus, als würde unser Grüppchen demnächst expandieren.

Außerdem habe ich heute zum letzten Mal – vorerst – Felix, Carmens Schüler, unterrichtet; mit seiner Mutter verstehe ich mich aber auch ganz ausgezeichnet (und mit ihm auch, soweit es halt möglich ist, sich mit knapp 13jährigen Jungs ganz ausgezeichnet zu verstehen), und wir haben abgemacht, dass ich, wann immer Carmen mal nicht kann, als Ersatz einspringe. Und dazu kann ich mich immer, wenn ich möchte, bei ihnen melden und vorbeikommen, um auf ihrem Klavier zu spielen. Hallelujah. Das hat’s ja schon wieder gebracht, die paarmal, die ich dawar.. Ich bin froh. Sehr. Und hoffe, dass Felix nicht nächste Woche den Vokabeltest verhaut. Wenn er noch ein Mal vergisst, dass „stehen“ nicht „to stay“ heißt, ziehe ich ihm persönlich die Ohren bis nach China lang.

Morgen wird wieder mal ein ganz spezieller Tag – ich habe nichts vor. Oh, welch ein Luxus. Eigentlich wollte ich Montse umziehen helfen und danach mit ihr und den anderen Helfern in ihrem neuen Haus Paella essen, aber sie fühlt sich nicht gut und hat den Umzug abgeblasen. Susanna (eine Mitgründerin unserer lokalen FS-Gruppe) meinte vorhin, sie würde mich zu einer Couchsurferparty mitnehmen (wo ich natürich wieder enthusiastisch zugesagt habe, ohne daran zu denken, dass ich mir einen Gammeltag machen wollte) – falls sie sich noch meldet, wäre ich also am Abend schon wieder weg, aber hey, immerhin würde das meinem Rausgehrekord von mittlerweile 35 Tagen hintereinander nur guttun.

Auch wenn Trudi ja eigentlich gemeint hatte, vielleicht würden sie bei ihrem Kumpel Olli in der WG etwas machen, wo ich in jedem Fall supergerne dabeiwäre. Vielleicht zur Abwechslung ohne ihnen Anlass zu geben, die Badezimmertür auszuhängen. Olli hatte eh zu mir gesagt, ich könnte gerne mal abends vorbeikommen und mit ihnen jammen. Meine betrunken-befreiten Gesangskünste scheinen es in sich gehabt zu haben, wenn man mir so ein Disaster verzeiht und mich tatsächlich nochmal ins Haus lässt. Würde ich mich bloß ein bisschen besser dran erinnern. Aber andererseits wäre es dann wahrscheinlich nicht so gut gewesen. Ich sollte mal anfangen, zu versuchen, mit weniger Alkohol singfähig zu werden. Challenge für April, au ja. Zusammen mit..? Ich hätte ja fast gesagt, Augenkontakt, aber ich brauche eine einfachere, nicht zwei so Hammer auf einmal. Darüber denke ich irgendwann nochmal nach. Jetzt wird erstmal das Wochenende gefeiert.

Eguzkia

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Nachher wird definitiv das Medi mit Energy Drink runtergespült, sonst schaffe ich es niemals zu Translation.

Wie ich aber auch einfach nicht schlafengehen kann, wenn ich sollte. Aber ich war ja schon fast dabei, als auf einmal meine Mutter zu Skype kam, und dann ob ihres Erscheinens zu dieser nachtschlafenden Stunde so perplex, dass ich sie angeschrieben habe, ob alles in Ordnung ist. War es sogar – es geschehen noch Zeichen und Wunder. Sie hatte wohl nur gerade eine ziemlich öde dreistündige Theatervorstellung über sich ergehen lassen und war davon ein wenig geschlaucht, aber trotzdem noch in der Lage, mich unermüdlich über meinen Gemütszustand auszuquetschen. Ich habe ihr von Biarritz erzählt; ich glaube, das habe ich gut gemacht.

Donnerstage sind bei mir anstrengende Tage, aber auch erfüllt. Von Sprachen in erster Linie: Euskera, Alemán-Español, Englisch. Ich habe überlegt, ob es mir vielleicht deswegen heute wieder so viel besser geht; zusätzlich zur Sonne draußen sind Uni und die Arbeit in der Akademie doch immer wieder etwas Gutes. Gewissermaßen Beschäftigungstherapie.

Schlafen. Muss schlafen.