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Kein Schwein wie mein Schwein

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So sitze ich also nun im Bus nach Konstanz, von wo ich dann in die Schweiz zu meinen Eltern weiterreise (und im Anschluss morgen mit meiner Mutter nach Milano übers Wochenende, unser relativ spontan beschlossener erster gemeinsamer Urlaub seit 2012). Dass dem so ist, verdanke ich in erster Linie Malte. Malte verließ uns Dienstag Nacht (zur allgemeinen Erleichterung, da es trotz all seiner Vorzüge mit Malte doch relativ schnell anstrengend wird und nicht nur R am Ende auf dem Zahnfleisch ging), was zufälligerweise auch genau der Zeitpunkt war, zu dem die Flixbus-Haltestelle wegen Bauarbeiten vom Hauptbahnhof weg verlagert wurde. Was Malte ein abenteuerliches nächtliches Haltestellensuchen bescherte, mir dagegen, durch Malte bestens informiert worden seiend, heute einen stressfreien Reiseanfang.

Weiterhin steckte mein Bus zum Bus vorhin eine Ewigkeit im Stadtverkehr fest, was zu einer viertelstündogen Verspätung und einem extrem unguten Gefühl meinerseits führte, bis ich die Haltestelle um drei vor zwölf Uhr dann erreichte und mir verkündet wurde, dass mein Bus noch nicht angekommen war.

Ich versuche schon, über solche Geschichten weniger in Panik zu geraten, aber es ist noch ein langer Weg. Umso erleichterter bin ich jedes Mal, wenn es doch wieder alles gut geht.

Für die zwei Stunden, die ich in Konstanz auf meinen Vater warten muss, habe ich mich mit Basti verabredet, dem ich bei der Gelegenheit auch gleich seine Trinkflasche wiedergeben kann, welche er zuvor bei mir vergessen hatte. Ich habe bis fünf Minuten vor Verlassen der Wohnung gebraucht, um mir gewahr zu werden, dass ich die Flasche nutzen könnte, um mir selbst Wasser für die Fahrt abzufüllen.

Die Therapiesitzung war heute sehr produktiv. Auf jeden Fall ist die Therapeutin um Welten fähiger als meine letzte, wenn auch gelegentlich etwas weltfremd. Ich solle mir keinen Druck machen, mich nicht vor Hartz IV und der damit verbundenen Schikane durch das Amt fürchten, mich nicht unterdrücken lassen, meine Würde behalten, egal wer sie mir meint absprechen zu müssen. Ich frage mich, ob die Frau vorhat, mich zum Übermenschen zu entwickeln, und habe ihr entgegnet, wenn ich als Fakir auf dem Nagelbrett leben könne, hätte ich die Möglichkeit derartiger Unabhängigkeit, ansonsten sehe es schwierig aus. Trotzdem mag ich den Ansatz. Ich werde mir mal Mühe geben, auf diesen Zustand hinzuarbeiten – was kann es schon schaden. Zu wenige Menschen bekommen so etwas gesagt.

Regentag, Regentag…

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…den man nur verschlafen mag.

(Möglichst ohne zu träumen, jemand wolle einen vergewaltigen. An sich ist es ja ganz erfreulich, dass mein Unbewusstes mir inzwischen offenbar ausreichend physische Attraktivität zuschreibt, um überhaupt als Vergewaltigungsopfer in Frage zu kommen, aber an sich war der Traum mehr verstörend als alles Andere.)

Gedacht, getan – der Bus zur Uni hat heute früh auf Grund von Überfüllung niemanden mehr hereingelassen und wäre wahrscheinlich vor den Augen der Wartenden gnadenlos durchgerauscht, hätten nicht ein paar Menschen dort das Ziel ihrer Reise erreicht und so die Überfüllung zumindest ein klein wenig erträglicher gemacht, wenn auch noch nicht erträglich genug, um Frischfleisch hereinzulassen.

Meine Motivation, überhaupt hinzugehen, ließ sich davon bereitwillig in den Keller scheuchen, sodass ich um halb zehn schon wieder im Bett war und meinen Tag somit gerade zum zweiten Mal beginne.

Und es erwarten mich erfreuliche Dinge. Zuerst werde ich seit Langem mal wieder Klavier unterrichten; Sofie hat sich neulich völlig aus dem Nichts gemeldet – ich dachte schon, ich würde in diesem Leben nichts mehr von ihr hören. So aber gehe ich um halb sechs zu ihr. Relativ direkt im Anschluss ist Bandprobe. Wenn man die weniger freudige Erwartung von Sebis Unfähigkeiten mal beiseitelässt, ist das nach wie vor ein sehr freudiges Ereignis.

Morgen ist schon Abreisetag meiner Großeltern. Das ging schnell. Es war auch wirklich schön mit ihnen, sobald ich einmal akzeptiert hatte, dass sie ständig und immerzu alles für mich bezahlen. Letztendlich bringt es ja nichts, jedes Mal Energie aufs Protestieren zu verschwenden. Wenn’s sie glücklich macht.. Gestern haben Susmita, Trudi und ich noch Chicken Tikka Masala gekocht (plus eine vegetarische Version, natürlich) und uns mit Oma & Opa zusammen darüber hergemacht. Lustig war’s, das Essen war köstlich (wie nicht) und die Sprachbarriere war gar nicht so dramatisch wichtig, hatte ich den Eindruck. Sie war halt nur ein bisschen ruhig. Aber ich drehe jedes Mal durch, wenn ich sie ein paar Brocken Deutsch reden höre, weil es sich so niedlich anhört und ich stolz auf sie bin, warum auch immer, ist ja nicht so, als wäre sie hier seit über einem Jahr und würde immer noch standhaft am Englisch festhalten.