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Ein Esel zwischen den Solarplatten

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Yo, ich bin umgezogen. Ein bisschen zumindest; gerade hänge ich in R’s alter Küche und versuche mehr oder minder erfolglos, die mich seit Tagen plagenden, von herausbrechenden Weisheitszähnen verursachten Schmerzen im Mund zu ignorieren. Sämtliche Arzneimittel in der neuen Wohnung zu lagern war, gelinde gesagt, ein Fehltritt. Unter Anderem auch, weil meine lebenswichtigen Anti-Depri-Medis, inklusive der zum Hierbleiben gedachten Schachtel, ebenfalls darunter sind. Ein Glück holte mir R gestern neue, so blieb ich keinen Tag ohne meinen Suchtstoff und musste mir wenigstens darum keine Sorgen machen, während ich versuchte, die Höllenschmerzen in Kopf, Nacken, Mandeln und Mundraum so gut es ging zu verschlafen. Boah, war das furchtbar. Aber es bessert sich schon wieder.

Zwischen Anfang der Woche und dem jetztigen Zeitpunkt lagen einige, um nicht zu sagen etliche Ereignisse. Vom körperlich nicht gerade unanstrengenden, aber durchweg erfolgreichen Umzug über zertrümmerte Zeigefinger, nervenzermürbende Auseinandersetzungen und den erwähnten von R auf der Rückfahrt nach Fast-noch-Zuhause gesichteten Esel bis hin zu einem nun bereits tagelang andauernden, fast unwirklich anmutenden Zustand stressfreien, demonstrativen Geliebtwerdens.

Gerade Letzteres sticht heraus und versetzt mich in eine beinah unvorsichtige Hochstimmung ungeahnter Ausmaße. R nahm sich ab Umzugstag eine Auszeit vom Firmenaufbau und ist seither auf eine völlig ungewohnte Art in etwas präsent, das die Bezeichnung eines gemeinsamen Lebens ohne Wenn und Aber verdient, fast erstmalig in dieser langen Zeit. Liebevoll, partizipativ, aktiv involviert, gutwillig, hilfsbereit, anerkennend, positiv, aufmerksam. Präsent. Es zerreißt mir bald das Herz, mir vorzustellen, dass das wieder aufhört. Ich kann mich nicht erinnern, mich von dieser Person je so lange an einem Stück geliebt gefühlt zu haben. Irgendwo doch ein wunderbares Zeichen für diesen Umzug.

Und nun noch die News des Jahrhunderts: Wenn es gut läuft, schafft es R morgen, eins meiner allerliebsten Computerspiele vergangener, aber ganz sicher nicht vergessener Zeiten mithilfe seines DOS-Emulators wiederzubeleben: Swing. Da R, wie eben geschildert, momentan ganz wunderbar lieb ist, hat er heute schon damit angefangen und sich der Tatsache zum Trotz, dass er eigentlich schon loswollte, redlich bemüht, die Probleme, die ich damit hatte, aus dem Weg zu räumen. Sogar noch, nachdem ich ihm sagte, es hätte ja noch Zeit bis morgen, um ihm nicht das Gefühl zu geben, ihn am Weggehen zu hindern. Oh, was war es brutal: Das Spiel ließ sich bereits öffnen und das altbekannte, so viel versprechende und an so Vieles erinnernde Hauptmenü erschien; du konntest auch alles Mögliche einstellen, nur ein neues Spiel starten lassen wollte es dich nicht. „You can’t start a new game – you opened game as a network client.“ Oder so. Hilfe, ich kann bald nicht mehr; die so vertrauten Soundeffekte und der Anblick der wunderbaren Extras waren schon genug, um mich hyperventilieren zu lassen. Wenn das morgen funktioniert, werde ich mich nie mehr darüber beschweren müssen, alleine zu Hause zu sein und nichts zu tun zu haben. Nie fucking mehr.

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Irgendwie essbar bleiben

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Diese abstruse Wohnsituation hat so viel Gutes. In einem Meer aus Umzugskartons (in erster Linie die von R, die er nach seiner Wiederankunft hier nie ausgepackt hatte), Tüten mit dreckiger Wäsche und ein paar random Lebensmitteln zu leben, denen es nicht mehr vergönnt war, im doch an sich schon überfüllten Stauraum der überschaubaren Küche zwischen Leos Zeugs untergebracht zu werden. Mit diesem Computer als Ersatz für meine Bernadette (deren Festplatte sich noch bei irgendeinem Menschen aus dem Contrast befindet, der sie nicht retten konnte) – einem so unvergleichlich lahmen Computer, dass einem jede Motivation vergeht, sich dahinterzuklemmen, wenn man weiß, man hat an diesem Tag noch etwas Anderes vor. Mit (bis vorgestern) so vielen Aufgaben jeden Tag, dass du gar nicht auf die Idee kommst, dich dahinterklemmen zu wollen.

Und Basti, der mich besucht, obwohl damit ein zusätzlicher Fußweg von ein paar hundert Metern verbunden ist. Vielleicht sogar ein ganzer Kilometer, man weiß es nicht. Der seine Wäsche abholt und sich von mir ein Abendessen machen lässt und mit mir über Lieder von 2005 redet. Der versucht, mir Pastinaken von der Wegwarte anzudrehen, während ich noch eine Riesenpackung gewürfelte Pastinaken im Kühlschrank habe, und sich mit zwei Bier aus Leos Kiste begnügt, während ich mich mit meinem langersehnten Liter Glühwein betrinke.

Und Becci, die mich anruft und vom Stand der Dinge berichtet, nachdem ich offenbar dann doch maßgeblich Einfluss auf ihren Nichtbeziehungsstatus genommen habe. Becci, mit der ich seit Ewigkeiten diese bescheuerte Verbindung gespürt habe, die wir haben könnten, aber nie hatten. Jetzt nähert es sich; es nähert sich der Ist-Zustand dem Sollte-schon-immer-Zustand.

Und die Einsicht, diese verdammte Einsicht, dass R kein Deckel ist, sondern Frischhaltefolie.

Zehn Finger

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Oh – mein – Gowai, ist das anstrengend. Ich bin seit Stunden dabei, meine Übersetzungen im 10-Finger-System zu tippen, ohne jede vorhergehende Übung whatsoever. Das wirklich Tragische ist, jetzt, wo ich einmal damit angefangen habe, kann ich nicht mehr damit aufhören, obwohl mir der Kopf gleich explodiert und ich das Gefühl habe, jeden Moment zu kotzen. ALTER.

Ich glaube, da hilft nur, meine für heute angestrebten Touren – noch zwei Stück an der Zahl – so unbeschadet wie möglich hinter mich zu bringen und danach schnell nach Hause zu flüchten.

Handik gutxira, gaur.

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Also. Ich hocke in Daniels Büro und warte, bis er damit fertig ist, Basti und seiner neuen Euskera-Kollegin Vera ihren wöchentlichen Privatunterricht zu erteilen.

Das lief mal wieder anders als geplant. Zum Tutorium hat es nicht mehr gereicht – ich bin einzig und allein deswegen um 15.08 aufgewacht, weil Lisa sich diesen Moment ausgesucht hatte, mir eine SMS zu schreiben. Danke Gowai, dass mein Handy nicht auf lautlos war, sonst würde ich am Ende jetzt noch schlafen.

Dann machte ich mich ohne Umwege auf in die Uni, weil Lisa gesagt hatte, dass sie mit mir reden wollte. Ich habe bis jetzt genau eine Banane gegessen, und das auch nur widerwillig, weil sie Daniel gehörte und mir in ihrer festen, knallgelben Erscheinung fast schon unnatürlich unreif erschien. Alles untrügliche Indizien dafür, dass er sie ganz bestimmt nicht aus dem Container gefischt hat. Mal ganz davon abgesehen, dass Daniel vermutlich wenig ferner läge, als sein Essen durch Rettungsmaßnahmen im Stil meiner eigenen Lebensweise zu besorgen. Nunja, ich habe trotzdem eine gegessen. Wenn ich mich zuvor schon erfolgreich davon abgehalten hatte, mir hier in der „Arche“, dem in der Uni befindlichen Asien-Restaurant, eine riesige Box Frühlingsrollen zu holen.

Nachdem ich mit Lisa geredet hatte, wollte ich eigentlich mit Daniel meinen Text durchgehen, nur war er leider noch nicht im Büro. Dann machte ich mich auf die Suche nach dem Seezeit-Shop, um eine Geburtstagskarte für Oma zu kaufen (nachdem ich von Zuhause zu hektisch aufgebrochen war, um in den unergründlichen Tiefen meiner Regale noch eine aufzutun), musste aber feststellen, dass der, wohl im Zuge der gerade hier stattfindenden Umbaumaßnahmen, in mir unbekannte Räumlichkeiten umgesiedelt wurde. Okay, zumindest Briefmarken wollte ich mir aber schonmal holen, also ging ich mit Handy am Ohr (wenn ich schon noch eine Viertelstunde Zeit hatte, bis Daniel um 5 ganz sicher im Büro wäre, wollte ich die Zeit noch sinnvoll nutzen und mal nachhören, ob R noch lebt) in Richtung des Automaten. Der Automat war außer Betrieb – ich war nie eine Freundin von Murphys Hypothesen, aber manchmal gerät meine Überzeugung ins Schwanken – also ging ich mit R nach draußen und ließ mich auf der Bank an der Bushaltestelle von ihm über die neuesten Murat-Geschehnisse in Kenntnis setzen. Wer hat schon das Glück, in einer eigenen, privaten Miethai-Soap zu wohnen? Ach ja, R’s WG hat es. Und ich selbst komme mir vor wie der gebannte Zuschauer vor dem Fernseher, mit dem Hörer am Ohr – es ist eine interaktive Sendung.

Es ist schon eine Herausforderung, sich nicht permanent einzumischen, während direkt neben einem ein unfassbares Deutsch-Euskera-Gestümpere stattfindet, das zu beobachten irgendwas zwischen Verzweiflung, Glück und Belustigung hervorruft. Zehn Minuten noch, dann sind sie fertig, laut Daniel. Dann gehe ich nachher mit Basti nach Hause und habe natürlich genau NICHTS von alldem gemacht, was für heute auf meiner To-Do-Liste steht. Yaaay, so gehört sich das. Aber ich werde schon noch diszipliniert werden, irgendwann am Wochenende. Oder so.

So viel Zeit habe ich ja schon seit Ewigkeiten nicht mehr tagsüber am Computer verbracht. Was ist nur aus meinem Leben geworden; mittlerweile braucht es wirklich den Umstand, dass ich zwei Stunden an der Uni festsitze, um mich an den Computer zu treiben. Mein Leben tut mir gut. Selbst jetzt, wo ich dann doch wieder am Computer sitze, tue ich es in Daniels Büro, nicht zu Hause im Bett. Skurril.

Wenn ich nach Hause komme, muss ich meine Ohrhänger suchen, die mir aus der Tasche geflogen sein müssen, während ich zum Bus gerannt bin. So ein Scheiß, das waren welche von meinen allerliebsten selbstgemachten Ohrhängern. Sie dürfen nicht wegsein, das geht einfach nicht. Und sie hätten so grandios zu meinen Sachen gepasst heute, unfassbar grandios.

Jetzt sind sie gleich fertig! Wunderbar, ich bin dann mal weg.

Copying

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Ein Weltwunder ist geschehen – mein alter mp3-Player wird unter Manjaro tatsächlich wieder vom Computer erkannt (wenn auch mit einigen Mühen). Natürlich verkaufe ich ihn Caro trotzdem; jetzt ist es ja ein bisschen spät für solche Einsichten, schließlich liegt der iPod seit Tagen hier herum und wartet darauf, mit Musik gefüttert zu werden.

Ich war schon produktiv heute, habe weiter auf-, um- und eingeräumt, mir wie in der ganzen vergangenen Woche aus den Überresten von letztem Samstag ein leckeres Frühstück gemacht (das steinharte Baguette kann man super zerkleinern und als Krümel mit Humus essen, yum) und in meinem begehbaren Kühlschrank sogar noch eine übriggebliebene Schüssel noch essbaren Salat gefunden. Mittagessen! Außerdem bin ich endlich mal dazu gekommen, meine diversen Poster und Plakate wieder aufzuhängen, sodass mein Raum gleich wieder noch ein Stück wohnlicher wirkt und ein paar mehr Objekte sich am ihnen zugedachten Ort befinden. Eventuell gehe ich am Abend mit meiner neuen Mitbewohnerin Trudi zu Freunden von ihr – sie wollen Magic Muffins machen und das darf man sich doch eigentlich nicht entgehen lassen. Gerade ich mit meiner Muffins-Vorgeschichte brauche das zur Traumabewältigung. (Eigentlich ja nicht – aber ich will trotzdem mitmachen.)

Wenn sich nur die Musik ein wenig schneller vom Player herunterkopieren lassen würde. Es dauert in etwa so lange, wie es auch dauern würde, sich die Songs alle einzeln anzuhören. Aber ich bin froh, dass sich die Möglichkeit überhaupt noch unerwarteterweise aufgetan hat, nachdem mir gestern abend auffiel, dass ich nur die Hälfte meiner Musik gesichert hatte, bevor Robert Windows plattgemacht hat. Und es wäre ärgerlich gewesen, bis Mitte März zu warten, bevor ich wieder Interpreten hätte hören können, die mit den Buchstaben M-Z anfangen. Zumal ich zwar einen Großteil davon im Original auf CD habe, aber eben auch nicht alles. Ich glaube, ich habe gestern schon aus Versehen Şahins und meine Transatlantic Collaborations gelöscht, was höchstgradig dumm von mir wäre. Aber vielleicht finde ich sie ja doch noch irgendwo im gesicherten Teil meiner Daten. Ansonsten muss ich halt Caro fragen, ob sie sie mir rüberschickt.

Der Kampf hat ein Ende

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Tagewerk geschafft? Na du bist lustig. Ich habe bis vor ein paar Stunden mit Robert über Handy, Facebook, Skype und TeamViewer an meinem Computer getüftelt, zeitweise mit Trudis Computer daneben, und bin nunmehr vollkommen hirntot und geschlaucht, aber ENDLICH im Besitz einer vollkommen wiederbelebten Bernadette, die sich zwar lange genug gegen ihre neue Seele gesträubt hat, jetzt aber mit Manjaro XFCE immerhin soweit zurechtkommt, als sie nach bitterem Kampf zumindest erlaubt hat, es zu installieren.

Ich habe mir für heute schon wieder zu viel vorgenommen. Aber besser zu viel als zu wenig. Wahrscheinlich komme ich wieder zur Hälfte der Punkte gar nicht, weil ich es nicht gebacken kriege, die iTunes-Ersatzsoftware dazu zu bekommen, sich ausführen zu lassen, und damit einen halben Tag herumprotschele. Wie gut, dass ich zwischendrin zur Tafel muss und vorher zu Montse gehe.

Uff. Das war aber auch ein Krampf. Von zwei bis halb elf hat’s gedauert heute. Von der halben Woche davor gar nicht erst zu reden. Robert bekommt von mir nen Pitcher Bier ausgegeben, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Oder zwei. Ich wäre ja alleine völlig aufgeschmissen gewesen. Computerkundige Kumpels sind schon praktisch. (Und es ist gut, dass die zweifelhafte Ehre, Bernadette zu retten, ihm zugefallen ist und nicht, sagen wir, Şahin. Der müsste zwar mittlerweile ja ein unmenschlicher PC-Crack sein – meine Güte, der müsste bald mit der Hochschule fertigsein! – aber mit seiner Geduld (oder eher der auf a hochgestimmten hohen e-Saite, die er anstelle einer Geduldsspanne hat) hätte er vor Tagen schon aufgegeben. Geschweige denn sich heute nochmal 6 Stunden lang hinzuhocken und meinen Computer fernzusteuern.)

Tagewerk geschafft.

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Ja, es ist überlebt! Und nichtmal schlecht. Die AStA ist ja auch wirklich nicht gerade furchteinflößend. So herrlich entspannt und zwanglos. Das hilft mir schon immer enorm, so ein angenehmes Klima; so formelle, „offizielle“ Umgebungen machen mir immer eine Panik, das glaubt man gar nicht.

Mein Computer will immer noch nicht so ganz, wie ich will. Immerhin habe ich mich von Robert durch die Einteilung der Partitionen dirigieren lassen und warte jetzt nur noch darauf, dass er nach Hause kommt und mich anruft, um in Ruhe das letzte Problem zu lösen (irgendwie gab es einen Error beim Erstellen des Bootloaders, und frag mich nicht, ich hab‘ selber keine Ahnung, was das ist. Jedenfalls heißt es GRUB2 und konnte nicht ordnungsgemäß installiert werden). Aber dann, aber dann.

Gegen halb sechs gehe ich zu Susmita und hole eine weitere Ladung eingelagerten Kram aus ihrem Keller; bald bin ich durch, es fehlen noch ein paar Pfannen und Töpfe, und zwei größere Schüsseln, die ich schon schmerzlich vermisse hier momentan. Und morgen nach der Tafel schicke ich dann wohl Caro meinen treuen alten mp3-Player, den ich ihr für nen Appel und ’n Ei verkaufe – ihrer hat den Geist aufgegeben und ich habe ja jetzt meinen iPod. Wer hätt’s gedacht, dass ich mir in diesem Leben nochmal ein Apple-Produkt antue, bei meiner auf einiger Erfahrung beruhenden Abneigung gegen den Betrieb. (Robert würde sagen, „Apfeldreck“.) Aber er war ja gebraucht. Und außerdem, 160GB – und Vortex.

Vortex

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Nach einer erneuten Nahtoderfahrung meines armen Computers melde ich mich hiermit zurück – nach einer dramatischen Organtransplantation in Form einer neuen Festplatte ließ sich die gute Bernadette wieder zum Leben erwecken, diesmal unter Manjaro. Bloß installiert bekomme ich es noch nicht – die graphische Installation spackt, und für CLI bin ich zu dumm, aber da wird mir bestimmt Robert morgen über TeamViewer helfen.

Und dann lade ich mir Skype herunter und kann endlich endlich endlich endlich wieder mit der Außenwelt vernünftig in Kontakt treten. Oh je. Ich muss so dringend mal wieder mit Saskia reden; ich kann gar nicht glauben, dass ich schon anderthalb Wochen keinen ihrer Redeschwälle mehr auf mich habe einprasseln lassen.

Und ich kann es kaum erwarten, meinen neuen iPod zu konfigurieren. (Ich habe mir – noch von Vitoria aus – einen gebrauchten iPod Classic klargemacht, der kam gestern an und hat nicht nur 160GB Speicher, sondern dazu noch Vortex, und es ist ein unsagbarer Luxus, nach so vielen Jahren tatsächlich wieder Vortex suchten zu können.)

Hach ja. Morgen muss ich erstmal in die Uni, um für Foodsharing bei einem AStA-Meeting dabeizusein, in dessen Verlauf uns hoffentlich die 150€ zugesprochen werden, die wir für eine Anzeige im nachhaltigen Stadtplan der Wegwarte brauchen. Ich bin auch verrückt; was melde ich mich für solche Aufgaben, wenn ich genau weiß, dass ich 1) keine Ahnung von nichts habe und 2) vermutlich vor Panik halb umkomme. Aber nuja. Ist wahrscheinlich gar nicht schlecht, mich ins kalte Wasser zu stürzen – so lernt man. (Ich will trotzdem nicht, aaah, was habe ich getan.)

Unglaublich ist das, wie ich jeden Tag etwas Neues zu tun habe momentan. Es gab bisher noch keinen einzigen Tag diesen Monat, an dem ich nichts zu tun hatte. Darauf begründet sich auch teilweise die Challenge, die ich mir am Sonntag für diesen Monat gestellt habe: Jeden einzelnen Tag des Monats aus dem Haus gehen und etwas tun. Im Schlafanzug ein Mal ums Haus zählt nicht. Der andere Teil der Challenge besteht darin, mir nichts mehr zu essen zu kaufen außer zur Not Grundnahrungsmittel (und nein, Aspi, nein, dazu zählen keine Chips) und absolut Nichtcontainerbares. Nächsten Monat gibt es neue Challenges; ich habe mir schon ein paar auf Vorrat zurechtgelegt.

Hoffen wir jetzt erstmal, dass ich den Termin morgen überstehe und überhaupt dazu komme, mich der März-Challenge zu stellen.

Your future is uncertain.

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So, ich habe unfassbarerweise das Weltwunder vollbracht und Ubuntu auf diesem Haufen Schrott, der mal mein Computer Bernadette war, zum Laufen gebracht. Jetzt heißt es Linux erforschen und umlernen, mich wieder in den Weiten des Internets verlieren und natürlich in erster Linie Spammen.

Ich höre Marco wieder reden, „tienes labios…“
und mich, belustigt, erwidern, „sí, tengo labios, igual que cualquier otra persona“.
„Pero son diferentes.“

Ich mache es den Leuten auch nicht gerade leicht. Im Nachhinein merk ich’s ja immer. Ich mit meinem Abwehrinstinkt. Ich mit der Unfähigkeit, mich fallenzulassen, die nichtmal literweise Rauschmittel vollständig beseitigen kann.
Was für eine weirde zweite Hälfte der Nacht das war.

Ich kann doch sowas gar nicht.

Der Cursor flimmert. Ubuntu, was tust du? Warum tust du es? Warum musst du so merkwürdig sein?

Ich sollte vielleicht schlafengehen; ich fühl mich nicht so blendend.

Wie hält man sich denn davon ab, die eigene Naivität überzukompensieren. Das müsste man mal herausfinden; wie hält man sich davon ab, die eigene Naivität überzukompensieren? Wenn’s wenigstens klappen würde. Aber nein, stattdessen bin ich bodenlos naiv und dazu noch zynisch und paranoid.

Wie ich irgendwann mal feststellte; es wäre wahrscheinlich noch entspannter, einfach übertrieben harmlos und naiv und sich dessen nicht genauestens bewusst zu sein.

If you’re happy and you know it…

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Ich klatsche. Ganz laut und deutlich.
Ich kann mich gar nicht erinnern, je geklatscht zu haben. Ich meine, ich muss früher geklatscht haben. Wenn man das Lied lernt, wann lernt man diese Lieder, im Kindergarten, oder noch früher? Aber erwarte doch auch von einem Kindergartenkind nicht, dass es sich über den Inhalt seiner Englischlernlieder Gedanken macht. Wenn da ein Erwachsener sagt, „und dann müsst ihr klatschen“, dann klatschst du. Mit vier Jahren macht man alles Mögliche, ohne dabei viel zu denken, glaube ich.
Jedenfalls klatsche ich. Laut und deutlich.

Auch wenn gerade alles so ein bisschen in sich zusammensackt. Wie es zu erwarten war; ich hatte mich nicht darauf eingestellt, von letztem Samstag an bis in alle Ewigkeit hocheuphorisch durch die Gegend zu schweben. Aber diese eine schwebende Woche war mir vergönnt, dafür bin ich dankbar genug, und es werden auch weitere schwebende Wochen folgen.

Gerade bin ich schlapp. Das ist ungünstig; ich gehe in einer Stunde schon los zum Treffen meiner Foodsharing-Gruppe. Weniger als eine Stunde. Uff. Energy ruft meinen Namen. Oder ich seinen?

Mein Computer ist tot. Was ironisch ist; ich sitze an meinem Computer. Und ich blogge, und alles. Aber er ist tot. Ein USB-Stick mit nichtinstallierbarem Betriebssystem hält ihn künstlich an kurzzeitigem Leben.

[Kepa, falls dich aus unerfindlichen Gründen nochmal etwas hierhergeführt haben sollte, guck für die nächsten zwei Absätze kurz weg.

(Ich glaube zumindest in Erinnerung zu haben, dass er für Lästereien eine Warnung und einen Weglesebefehl haben wollte.)]

Ich bin verwirrt, weil Sarah mit Pedro unterwegs ist und ich eigentlich heute früh noch dabeiwar, sie zu bemitleiden, da sie seit meinem vielleicht etwas voreiligen erfolglosen Verkupplungsversuch eine in dem Maße (wie ich annahm) nicht erwiderte Zuneigung zu ihm entwickelt hat und ich in gleichem Maße (da mir so Situationen von irgendwoher als welche von relativ unangenehmer Sorte bekannt sind) ein schlechtes Gewissen. Aber, öh. Was nicht ist, kann ja noch werden?
Möp.

Was bin ich froh, dass es draußen kalt ist; so bin ich in der Lage, meine Terrasse zum begehbaren Kühlschrank umzufunktionieren, und habe nach dem Gelage gestern drinnen in der Küche keinen unbezwingbaren Platzmangel.

Es gibt sehr, sehr viele Sachen, über die ich glücklich bin momentan – wahrscheinlich so viele, dass es schon wieder langweilig ist hier bei mir, alles so dramalos und gut gelaunt. (Mach dir keine Sorgen, das ändert sich schon früh genug, spätestens Mitte März, da bin ich bei meinen Eltern oben.)

Ach Ubuntu, warum weigerst du dich, dich installieren zu lassen.

Anais Nin hat mir Erkenntnisse beschert. Sie schreibt:

„A fit of anger and only the surface erupted, leaving the deep flowing body of the dream intact.“

Das schicke ich raus an alle Menschen, die ihr Menschsein erst (oder einfach besser) unter dem Einfluss von Psychopharmaka entfalten können. Um einmal den Uneinsichtigen erklären zu können, warum. Mein Grund ist das. Das kannte ich gar nicht, vorher. Das muss ihnen erstmal klarwerden, dass Leute nicht alle automatisch so sind. Sie halten es wahrscheinlich für selbstverständlich. Und dann muss man ihnen sagen, jeder verdient doch genau das. Nicht „A fit of something and the whole thing blew through the roof.“

WLAN. Welch Luxus. Danke, Gowai, für die Existenz einer nicht nur richtig netten, sondern zudem routerbesitzenden neuen Mitbewohnerin.