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Franzbrötchen, ich komme.

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Das Eine, worauf ich mich bezüglich des morgigen Tages am meisten freue: Franzbrötchen. Mir war nie klar, was die norddeutsche Kultur eigentlich an bemerkenswerten Dingen hervorgebracht hat, bis ich dann weg war und feststellen musste, dass so etwas wie Franzbrötchen hier unten einfach mal nicht existiert.

Es wird meine erste Aktion nach der Ankunft sein: vom ZOB zum Hauptbahnhof zockeln und mich bei Franz & Friends mit Frühstück in Form einer großzügigen Menge köstlicher Exemplare ausstatten. Oh Himmel, ich kann es kaum erwarten. Allein dafür lohnt sich dieser Ausflug.

Halbe Stunde, dann sollte ich mich aufmachen. Der Bus fährt zwar erst um halb elf, aber zum Hbf muss man ja auch noch irgendwie hinkommen.

Um es nur kurz noch zu erwähnen: Meine Wohnung hat heute ein gutes Stück Vollendung erfahren. Im rosa Zimmer hängen jetzt die letzten zwei Regalbretter und mehrere Ansammlungen von Bildern, der Ohrhänger-Fensterrahmen und der Spiegel sowie die zweite der Bambusmatten, die ich damals vom Sperrmüll gerettet hatte. Im Flur hängen die anderen beiden Spiegel. Nur zum Saugen bin ich schon wieder nicht gekommen.

Aber dafür habe ich nach einem unerträglichen und zeitintensiven Kampf mit meinem Computer endlich die Wireless-Funktion meines neuen Multifunktionsgerätes konfigurieren können und habe sämtliche Materialien, die ich für Stewart am Montag lernen muss, als stolzen Beweis meines Erfolges ausgedruckt in meiner Tasche dabei. Ich hoffe einfach, dass ich dazu komme, sie auch zu lesen. Ich spekuliere auf die Rückfahrt morgen mit Kepa im Transporter, bis er mich irgendwo absetzt, und die darauffolgende Zugfahrt nach Hause. Weil, jetzt im Nachtbus werde ich kaum andere Dinge tun als Schlafen. Das ist ja gerade das Wunderbare.

At last…

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2017. Ich tue, was ich am besten kann: Irgendwie durchkommen. Mit minimalem Aufwand.

Es ist Klausurenphase. Stilvoll eingeleitet gleich am Montag nach den Ferien durch einen Wecker-Fail meinerseits, dank welchem ich die Take-Home-Klausur aus dem Montags-Spanischkurs sehr verstört mit einer Stunde Verspätung zu bearbeiten anfing (was mir am Ende immerhin trotzdem eine 1,5 einbrachte, aber auch nur, weil er extrem zerstreut gewesen sein muss beim Korrigieren und einen Typo sowie einen ganzen fehlenden Satzteil übersehen hat).

Weiter im Text mit den am gleichen sowie am darauffolgenden Tag stattfindenden Zusammenkünften mit der sich endlich über Facebook kenntlich gemacht habenden Kommilitonin aus Fachliche Kompetenz, mit der zusammen ich das Referat über Softwarelokalisierung vorbereitet und mich (seit Langem mal wieder) ausführlich über das Musikmachen unterhalten habe. Sie ist nicht mein Typ von Kollaborateur, ganz sicher nicht – Gospelchor-Mitglied, Pferdefan, Kirchengängerin und ziemlich uncharismatisch – aber ich war immerhin froh genug über diese erste Verbindung musikalischer Natur in dieser Stadt, um einen Vorschlag, mal gemeinsam etwas zu machen, relativ dankbar anzunehmen. Etwas Konkretes haben wir eh nicht geplant und es wird sich vermutlich nicht so ergeben, aber einfach um das Gefühl der Möglichkeit willen habe ich es getan. Und sie häkelt gern. Und sie spielt nach Gehör. Das ist immerhin etwas.

Das Referat dann hätten wir heute halten sollen (ich war bis zum Dienstag letzter Woche, an dem ich meinen Teil fertiggestellt habe, ja noch der festen Überzeugung, unser Termin wäre am 11., also letzte Woche – warum sonst hätte ich zwei Tage hintereinander Referatssessions angezettelt?!), allerdings brauchte David so lange für seins – die Dozentin war hin und weg von seiner Präsentation und hat ihn praktisch genötigt, die ganze Sitzung damit auszufüllen; verständlich, wenn man bedenkt, dass sie ansonsten nur amateurhafte Geschichten zu hören bekommt und dieser sehr von sich überzeugte und trotzdem sympathische Mann nach seiner Laufbahn als Videospieltester und -übersetzer da doch mehr zu sagen hatte) -, dass wir kurzerhand auf nächsten Mittwoch „vertröstet“ wurden. Das heißt, ich muss nächste Woche schon wieder zu dem Kurs gehen. Acht Uhr dreißig, das ist doch keine Uhrzeit. Nicht für mich jedenfalls. Aber mir sind ja mittlerweile selbst die Zehn-Uhr-Kurse wieder zu früh geworden.

Heute kam ich zum Acht-Uhr-Kurs zwanzig Minuten zu früh, nachdem ich verplant hatte, dass wir erst um halb neun anfangen, und extra einen Bus früher genommen hatte, um „rechtzeitig“ um viertel nach da zu sein. Außer David war niemand dort und ich dachte schon fast, ich könnte gleich wieder nach Hause. Bis dann die Anderen eintrudelten und ich aufgeklärt wurde, dass ich einfach dieses Jahr noch verpeilter zu sein scheine als bisher.

Mein Plan für morgen sieht so aus, dass ich nicht zum Spanischkurs gehe, außer natürlich, es tritt der unwahrscheinliche Fall ein, dass ich die Monsterübersetzung, die wir machen sollten, im Kurs davor schaffe. Sonst müsste ich sie nämlich jetzt machen, und ich möchte nicht.

Ich werde schlampig mit den Medis und nehme sie zu unregelmäßigen Uhrzeiten, mal morgens, mal abends; das verursacht mir Kopfschmerzen und zeitweise Entzugserscheinungen über den Tag. Ich sollte sie mir wieder aufs Bett legen und immer ein Glas Wasser da oben haben.

Seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines funktionierenden Multifunktionsgerätes und noch stolzere Verschenkerin des defekten, das wir davor hatten. Unfassbar, wie viele Menschen dieses kaputte Gerät haben wollten, bei dem nur noch der Scanner funktionierte. Aber immerhin waren funkelnagelneu gekaufte Patronen und ein ebenso neues Druckerkabel mit Netzteil dabei, also hat der Mensch, der es dann gestern Abend holen kam, definitiv einen guten Fang gemacht.

Und ich kann endlich wieder drucken. Erstmals seit ziemlich genau einem Jahr, nein, zwei Jahren. Es ist tatsächlich zwei Jahre her, seitdem ich in meinen Geburtstag hinein mit dem Drucker gekämpft und irgendwann resigniert auf Trudis Drucker zurückgegriffen habe, um die Unterlagen für die „Sprachkontakt und Sprachwandel im Baskenland“-Klausur zu materialisieren, zu der ich letztlich eine halbe Stunde zu spät kam, weil der Schnee in den Fahrplänen des ÖPNV ein heilloses Durcheinander angerichtet hatte. Am Zähringer stand und Collapse gehört habe. Oh memories.

Jetzt ist R zu Hause, bereitet sich von Becci mitgenommene gerettete Maultaschen zu und erzählt von seinem Arbeitstag. Ich habe die Klausur für Fachübersetzung in etwas weniger als eine Stunde bearbeitet – es war sehr leicht und ich bin glücklich -, sodass ich nun unbekümmert dem restlichen Abend entgegensehe. Oh angenehmes Leben.

Ein Segen.

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Drei Telefonate, eins davon unnötig, eines hilfreich, das andere lebensrettend, und schon bin ich im Besitz meiner ureigenen Exmatrikulationsbescheinigung als PDF. Bereits an R zum Ausdrucken ins Büro geschickt; nachdem der Drucker, den ich seinerzeit direkt nach dem Einzug vom Sperrmüll angeschleppt hatte, sich beileibe nicht davon abbringen lässt, sich einzubilden, dass in seinem Inneren ein Papierstau stattfindet (was ein Humbug. Natürlich gerate ich an einen Hypochonderdrucker. Es könnte alles so einfach sein), haben all die Unterlagen für meine Einschreibung einen Umweg über R’s Büro gemacht, um dort in Papierform entweder dupliziert oder überhaupt erst materalisiert zu werden.

Ich bin, gelinde gesagt, erleichtert. Ohne die Exmatrikulationsbescheinigung wäre ich aufgeschmissen gewesen, das hat auch der Anruf an der hiesigen Uni nochmal bestätigt. Wie schön es sein muss, Dinge einfach telefonisch zu erledigen – für all die glücklichen Individuen ohne Anrufpanik. Erstaunlicherweise hielt sich die vorhin bei mir in Grenzen. Aber klar; es musste sein, deshalb wartet man mit sowas ja bis zur allerletzten Minute. Die Dringlichkeit übertüncht die Panik.

Ich habe es sogar eben geschafft, einen Blick ins LSF zu werfen – erstmals. Die Einführungsveranstaltung in die Translatologie ruft einen Kotzreiz schlimmsten Grades hervor und lässt mich fast bereuen, die Einschreibefrist nun tatsächlich noch einhalten zu können. Die Kursbeschreibung lässt auf einen Dozenten der übelsten Sorte schließen (tatsächlich wurde mir davon speiübel), welcher sich nichts Besseres vorstellen kann, als mit seiner ach so geilen Wissenschaftlichkeit noch dem letzten Studierenden klarzumachen, wer hier der Boss ist. Einer der Sorte „Anmerkung: Hiate sind adjazente heterosyllabische Vokale“, nur dreitausendmal schlimmer. Und nachdem dann im spanischen Teil des Erstsemestermoduls die Veranstaltungen gar nicht einzeln aufrufbar waren, verließ mich die ohnehin unerwartete Motivation. Nunja. Irgendwann diese Woche muss es sein.

Heute müssen eigentlich auch noch eine ganze Menge Dinge sein, wenn ich mich in der Wohnung mal so umschaue. Ekelhafte Regelschmerzen und meine generelle Arbeitsunwilligkeit halten eine bislang überzeugende Gegenrede. Ein Glück kommt die Mikrowellenfrau nachher vorbei, das zwingt mich zumindest zum Staubsaugen.

Ein schneller Querschnitt durch den Moment

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Basti muss mit nach Namibia. Beschließe ich gerade einfach mal so. Wie unglaublich gemein ich bin – von Grund auf böse und manipulativ. Hoffentlich zur Abwechslung mal ansatzweise erfolgreich.

Jetzt habe ich mir gerade impulsmäßig einen Einkochautomat bestellt. Oh glorreiche neue Zeiten, die da nun anbrechen werden. Hoffentlich.

Langsam sollte ich mich fertigmachen, um gleich pünktlich bei Sofie zu sein. Ich habe leichte Panik und wenig Lust aufzustehen, aber was will man machen.

Als ich Montag beim Rank war, habe ich ihm gesagt, dass ich mit dem Gedanken spiele, noch eine Therapie zu machen. Ich bin schon froh, dass ich das geschafft und mich nicht wie sonst von seiner beruhigenden Art dazu verleiten lassen habe, zu denken, es ist doch alles nicht so tragisch. Vielleicht kann ich, sollte ich das wirklich in Angriff nehmen, nochmal richtig auch an weniger prominenten Dingen arbeiten, die nichtsdestotrotz dafür sorgen, dass mein Lebensstandard nicht der ist, der er sein könnte. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, bis zum 17. Februar, wenn mein nächster Termin ist, eine Liste zu machen. Dann weiß ich zur Abwechslung auch während ich dort bin genau, was mich die letzte Zeit so beschäftigt hat.

Heute ist es jedenfalls Panik ungeklärten Ursprungs. Argh, das soll weg.

Ich mache mich am besten nochmal daran, für Maialens Kurs den Text auszudrucken zu versuchen; in letzter Zeit zeigt sich mein Drucker (bzw das Kabel) nichtmal mehr in Ansätzen kooperationsbereit und das ist eine furchtbare Tragödie.

Ich habe jetzt Kepa mitgeteilt, dass der Luxmensch nach Namibia mitwill, auch wenn ich ihm eigentlich nicht schreiben wollte, da er, seitdem er Sonntag hier zur Tür raus ist, nichts hat hören lassen. Sollte er so weitermachen, muss ich ihn demnächst mal fragen, ob es nicht weniger awkward wäre, wenn er damit, mich aus dem Fenster zu schmeißen, bis nach Namibia warten würde.

Als wenn. Natürlich schreibt er irgendwann. Ich kann ja keine Ansprüche stellen. Und zumindest macht es mir keine Panik mehr, dass er sich grad nicht meldet – Gowai sei tausend Dank, dass die Verhältnisse geklärt sind, sonst hätte ich seit Sonntag nur noch mit Hardcorepanik hier herumgehangen. Merkwürdiges Ding, so ein menschliches Gehirn. Falls es bei mir nicht doch ein Vakuum ist.