Schlagwort-Archive: Entdeckungen

Speicherkarten aufräumen…

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Ach herrje.

Sie war schon verdammt geduldig mit mir.

Wie krass.

Dieses Gespräch – und wir hatten Tausende von der Sorte. Unglaublich.

Aber Wahnsinn, auch, wie ich rede. Nichtmal ich selbst kann das genaue Ausmaß an innerem Zusammenklappen da herauslesen, so wenig kommt davon durch, durch das, was ich nach außen trage. Wie krass ich mich einfach verstellen kann. Das ist mir unheimlich.

Und wie ich mir meines Rechts auf diese Gespräche so sicher war – wenn ich mir das jetzt anhöre.. und ich rede und rede und rede.. Wir reden und alles dreht sich im Kreis.

Und wie sicher ich mich anhöre. So eine Gewissheit. Das kenne ich überhaupt nicht, eigentlich, so eine Gewissheit. Das bin doch gar nicht ich.
„Ja, richtig.“ „Natürlich.“ „Nein.“ Sie wirken so überzeugt, diese Antworten. Und wir sind ehrlich, grundehrlich, wie man es kaum erlebt zwischen Menschen, und auch deshalb geb‘ ich euch völlig random Bots und Menschen die Möglichkeit, das mit anzuhören, sowas bekommt man doch normalerweise nicht zu hören; das kann man, wie alles an dieser Art Online-Seelenausschüttung, als unfassbar schlimm ausgeprägten emotionalen Exhibitionismus auslegen, und es geht mir immer noch nicht um Selbstdarstellung; mir wäre es am liebsten, wenn mich überhaupt nichts und niemand sähe; aber da es nunmal der Fall ist, so oder so.. Ich hätte so gerne die absolute Transparenz aller Menschen. Mein ewiger utopischer Traum. Das ist mein Anfang. So bei 2.13.10, da bin ich gerade, reden wir darüber auch kurz. Über die Einzigartigkeit einer vollkommen transparenten Situation.

Und wir haben keine Ahnung. Unglaublich, wie viel man labern kann ohne einen einzigen Ahnungsschimmer.

Dieses Zurückschauen und Feststellen dieser vollkommenen Ahnungslosigkeit, meiner eigenen vor allem.

Auf alle Fälle schließt dieses Gespräch vermutlich alles an Informationslücken, das noch irgendwie ausstehen könnte.

Ich bin die ganze Zeit von der damaligen Version von mir verwirrt. Bildet sich tatsächlich ein, irgendetwas zu wissen.. Nimmt sich so unglaublich wichtig.. Bin ich immer noch so?

Oh je. Ich würde das Gespräch am liebsten komplett transkribieren.
Wie gut, dass der Akku vom AG irgendwann leer war; wer weiß, wie lange das Ganze noch gedauert hat!

Ich glaub‘ es gar nicht.

N-Ball – Epic Revival.

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Ich habe mal wieder etwas ganz Unglaubliches geschafft, nämlich bin ich nach jahrelangem vergeblichen Suchen endlich in den Besitz der Vollversion von N-Ball gekommen. Dieses Spiel war seinerzeit die Grundlage meines Unwissens über alles Informatik Betreffende, da aus einem unerfindlichen Grund meine Schule die Vollversion auf allen Computern hatte und ich mich Informatikstunde für Informatikstunde entzückt davon habe ablenken lassen.

Wie das nunmal so ist, besonders für Monotasker wie meine Wenigkeit – für Anderes reicht’s dann einfach nicht mehr, wenn man einmal dabei ist. Leider habe ich den Registrierungscode gefunden, während Robert und ich telefoniert haben, und weil er eh schon am Zocken war, hat meine übermäßige Immersion in Level 8 der ersten Schwierigkeitsstufe dem Gespräch so ein kleines bisschen den Rest gegeben. Willkommen auf der absoluten Höhe der Kommunikation!

Er ist tooot…

"Ich bin nur die wahren Freuden des Lebens."

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What would I say?

Well.. the answer to that question doesn’t exactly depend as much on the context as one might assume.

In fact, according to this website, which Caro and I spent most of this afternoon on, laughing our butts off (I’m getting better at this, every single time we talk. Today was brilliant, really.) – it might be simple as

Late night discoveries are good because most people’s are.

Or maybe

..they just don’t have voices to click on makeup & hoping people live without music.

Or maybe even

kein Dreifel, ich hab halt nur die ganze Zeit Sachen auf ihren Gesichtszügen breit, bevor sie ein Zimmer sucht oder sind ich und meine Aufnahmen bekloppt?

It’s cruel, yet addictive. What they do is, they make you allow them to access your Facebook. I never let apps do that, except this time, and it is so gowedamn worth it.
They then make up a seemingly random sentence using different fragments of whatever nonsense you’ve published on there over the years. A lot, in my case. For the first time, I’m really happy I used to communicate with people via Facebook so much. Oh the hilariousness of it.

Ähm, ich bin spät dran!

Das glaub‘ ich aufs Wort.

Edit: „Ich bin eigentlich eher Opfer.“

Wie gut das Ding mich kennt!

„Du weißt DOCH mal wieder was“

Danke, war auch mal wieder überfällig..

„New DISTURBED album COMING up, I certainly won´t be complaining“

Haha.. I certainly won’t.

Damit wieder aufzuhören ist ganz unsagbar schwierig.

Edit II: „It’s Green Day, I’m a fool for lesser things..“

Roger that.

„Ich bin eigentlich ein vehementer Gegner von diesem ganzen Zeug und Leute einladen!“

-Meine antisoziale Seite sagt hallo…

„ja setzt SAG doch, du wolltest doch, dass man dann im Kamaloka Jahrhunderte gefoltert wird deswegen. oO“

-Bestimmt wollte er-sie-es das. Das und nichts Anderes. Für immer und ewig.

Oh je..

Keine Stimme, dafür Ohren.

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Unglaublich, aber wahr – ich habe tatsächlich vorhin mal mit der Recherche für mein Referat/ meine Hausarbeit in Lenguas y Culturas angefangen. Irgendwann ziemlich bald hatte ich dann aber wieder genug von der traditionellen baskischen Musik (obwohl wirklich, wirklich schöne Sachen dabeisind), habe meine Speicherkarte aufgeräumt und werde jetzt ein bisschen suchen, ob ich auf Mamas CD nicht einfach irgendwelche alten Aufnahmen packen und das Paket doch morgen schon vollständig abschicken kann, statt zu warten, bis meine Kehlkopfentzündung wieder weg (und meine Stimme wieder da) ist.

Was war das ein herrliches Wetterchen heute. Sechsunddreißig Grad, costarricanische Verhältnisse, alles schwitzt und jammert, ich freu mich und laufe mit Tuch um den Hals und Tee in der Tasche in der Uni herum, um die Erkältung zu bekämpfen. Wir sind am Ende von Türkisch mit dem Dozenten Eis essen gegangen (es gab praktisch kein Eis mehr in der Mensa; wir hatten Glück, noch jeder eins zu erwischen) und Syntax ging unglaublich schnell vorbei. Was vielleicht auch an dem Erstickungsanfall liegen könnte, den ich in der Mitte der Vorlesung hatte und der für mich das alles ein bisschen aufgelockert haben dürfte; es macht schon einen Unterschied, ob du einfach eine entsetzlich langweilige VL über dich ergehen lässt oder zwischendurch am Rande des Todes mit so viel Würde wie den Umständen entsprechend möglich den Raum verlässt, um dir nebenan im Bad die Seele aus dem Leib zu husten. -Kennst du das? Wenn man auf einmal ein so abartiges Kratzen im Hals verspürt, das einem das Einatmen (oder Atmen überhaupt) unmöglich macht und, wenn überhaupt, mit viel Glück höchstens und einzig und allein durch Trinken wieder weggeschluckt werden kann? Leider hatte ich meinen Tee zu dem Zeitpunkt schon ausgetrunken und alles, was in der Flasche noch übrigwar, waren verschüttete Reste von Brennnesselpulver aus dem irgendwann im Laufe des Nachmittages darin explodierten Teebeutel. Es war alles sehr angenehm.

Ansonsten geht’s mir aber gut. (Ansonsten = abgesehen von Halsschmerzen, Matschigkeit, Sprechunfähigkeit, Zwischenmieter- und Wohnungslosigkeit und diversen anderen kleinen Unannehmlichkeiten, auf die einzugehen ja aber nicht unbedingt notwendig ist, was soll man auch schon wieder so viel Zeit mit Meckern verschwenden, wenn es so wunderbar warm ist.)

Schau mal – auf diesem Blog ist irgendwo weiter unten ein Player; wenn du den einmal betätigst, kannst du jede Menge wunderbare Lieder hören, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemand in deinem Bekanntenkreis je kennenlernen wird (außer, du bist davon begeistert und zeigst sie ihnen, so wie ich selbst gerade hier verfahre). Und dabei ist es allein die baskische Sprache so sehr wert, gehört zu werden.

Einen Strich an die Wand

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Zu wenig geschlafen.

Ich bin so hyper, seitdem ich wach bin. Richtig losgegangen ist es dann, als ich das Haus verlassen und mich auf einen spontanen Ausflug zum Riesen-Kaufland im Industriegebiet begeben habe, von dessen Existenz ich bis heute früh nichts wusste.

Meine geliebte Meggle Creme Cuisine hatten sie da zwar auch nicht mehr (Schande, sowas, wieso nehmen sie die besten Sachen aus dem Sortiment? Und weit und breit kein gescheites, ja im Prinzip überhaupt kein Ersatzprodukt?), aber ich habe mich tierisch gefreut über diesen unfassbar riesigen Supermarkt und darüber, dass ich meine adoptierte Heimatstadt wieder ein bisschen besser kennenlernen konnte.

Ich habe mich trotzdem mit Schlagsahne eingedeckt und zu Hause gleich einmal darin versucht, mein eigenes Mousse au Chocolat zu produzieren. An das von Sarah wird es nicht rangekommen sein, was ich da geschaffen habe, aber ich schätze, es wird trotzdem essbar.

Zwischendrin habe ich mit Robert geschrieben, der seine TM-Klausur heute in den Sand gesetzt hat (mies muss die gewesen sein, er hatte so viel gelernt dafür), und dann einen Film geguckt und den restlichen Salat von gestern aufgegessen. Eben kam mein Päckchen mit dem Pralinenzubehör, das ich vorgestern bestellt hatte, wenn das nicht mal herrlich ist.

Und dann bin ich eben eigentlich ohne jede Erwartung nochmal nachgucken gegangen, ob ich endlich mal wegen Erasmus bescheidbekommen habe, und siehe da, ich habe tatsächlich eine Mail. Die ich mich bis jetzt aber nicht getraut habe zu öffnen.

Wer weiß, wo ich lande – ich hab Angst, ich will nicht nach Finnland, oh bitte, nicht im Winter! Und sonst auch nicht, was soll ich denn da, oder noch schlimmer, Osteuropa, da wo die Sprachen so fürchterlich sind? Oh was bin ich ein schlechter Mensch, zuerst verpass ich die Deadline und dann jammer ich noch, wenn ich nicht an meiner absoluten Traumuni platziert werden kann.

Und ich weiß es ja noch nichtmal. Theoretisch könnte ich.. Ich glaube, ich mache die Mail heute Abend im Beisein meiner Freunde auf, die sich das hysterische Geschrei dann anhören können (in beiden Fällen wird es vermutlich welches geben) und mir Beistand leisten können, wenn es eine schlechte Nachricht ist.

Oh, und die Ergebnisse von Redacción kann ich mir schon angucken gehen, habe ich erfahren – mache ich das doch gleich mal. – 1.3, das ist doch schön.

Intermediate Translation habe ich auch bestanden, habe ich gerade gesehen, unfassbarerweise mit 1,0, und dabei hatte ich doch so schlampig gearbeitet in der Klausur, um den Bus noch zu erwischen. Ich freu mich so! Heute ist ein schöner Tag! (Heut mal ich einen Strich an die Wand. Oder würde es tun, wenn ich keinen Wert auf meine Kaution am Ende meiner drei Jahre hier im Wohnheim legen würde.)

Early Late Night Self Reflective Monster Post No One Will Ever Read All The Way Through, Not Even Me.

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Das wird jetzt wieder einer von diesen Posts, die niemand liest, die dabei für mich aber sehr anstrengend zu schreiben sind und irre lange dauern. Aber okay, whatever. Die Welt braucht keine Monsterposts, selbstreflektive Monsterposts von mir schon gar nicht. Ich schreibe sie trotzdem.

Es gibt so Vieles, von dem ich keine Ahnung habe. Wirklich viel. Und ich weiß das, und es macht mir oft zu schaffen.

Ich habe kaum Allgemeinbildung. Ich war gestern im Kino mit Lena; sie wollte sich unbedingt Hannah Arendt ansehen, während ich von dieser Frau nie zuvor auch nur gehört hatte. (Wunderbar übrigens, der Film.)

Es ist ja nicht, dass es mich nicht interessieren würde. Ich habe einfach keinen Impuls, von alleine danach zu suchen. Lese keine Zeitung, höre keine Nachrichten. Kein Fernsehen, kein Radio. Und bin deshalb überaus dankbar, wenn das Wissen von anderer Stelle an mich herangetragen wird.

Ich hatte bis vor wenigen Jahren noch kaum Fähigkeiten im zwischenmenschlichen Umgang. Alles, was ich seitdem in der Richtung gelernt habe, ist unglaublich harter Arbeit zu verdanken. Arbeit sowie nun auch Medikamenten.

Ich bin durch meine ganzen Komplexe sehr unsicher und werde dadurch noch merkwürdiger, als ich es wohl ohnehin schon wäre. Mir fällt es sehr schwer, auf jemanden zuzugehen, obwohl ich mich mittlerweile gut auf Leute einlassen kann, die zu mir kommen. Das tun wenige, dafür dann aber meistens sehr besondere Menschen, auf die sich einzulassen rewarding und erfüllend ist und die hoffentlich den Eindruck bekommen, dass sich die Arbeit auch irgendwo lohnt.

Natürlich hatte ich auch dank bereits genannten Faktoren sowie diversen anderen Komplikationen in meinem bisherigen Leben noch keine Beziehung, was sich bei mir zu einem so enormen Komplex entwickelt hat, dass der am Ende wahrscheinlich der Grund sein wird, aus dem sich an diesem Zustand nichts ändern wird, bis es mir irgendwann gelingt, ihn wieder abzubauen. Falls das möglich ist.

Mir fällt meine eigene Ahnungslosigkeit immer wieder auf. Oder anders, sie entfällt mir eher selten.
Ich habe mir vorhin aber überlegt, dass ich ja nicht in allen Bereichen komplett ahnungslos bin und eigentlich die Tatsache, dass ich von vielen Dingen keine Ahnung habe, nur deshalb so unübersehbar ist, weil es genau die Bereiche sind, von denen die meisten Anderen so unglaublich viel Ahnung haben. Woher auch immer sie die nehmen. Ich würde ja selbst sofort zu jemandem sagen, der daherkommt und meckert, er habe von nichts eine Ahnung – so wie ich jetzt -, dass das praktisch ein Ding der Unmöglichkeit sei und er sich mal genauer Gedanken machen sollte, womit er so sein Leben verbringt und was in dessen bisherigem Verlauf eine besondere Wichtigkeit eingenommen hat.

Was kann ich also? Wovon weiß ich mehr als Andere? Was könnte ich Leuten beibringen?

Ich könnte damit anfangen, nachzudenken, worüber ich gerne rede.
Das ist aber schwierig, denn ich rede über alles. (Außer Sex, da kann ich nicht mitreden und dem Komplex zufolge ist es mir deswegen unangenehm.) Und wenn ich erstmal anfange, höre ich höchst ungern damit wieder auf. Man könnte daraus eine Liebe zum Detail und eine Begeisterung für Dinge ziehen, die oft als Kleinigkeiten abgetan und zu Unrecht wertlos gemacht werden.

Von Emotionen habe ich sehr viel Ahnung, als jemand, der sich von diesen gerne mal überwältigen lässt und ihnen immer Zugang zum Denkzentrum gewährt, ob’s sinnvoll ist oder nicht. (Das Gegenteil von dem, was Şahin immer gepredigt und selbst nicht konsequent durchgezogen hat, das rationale Denken. Da bin ich ja noch rationaler.) Über die traue ich mich nur nicht wirklich zu reden, weil, nunja, Emo sein ist ja gut und schön, aber wer will sich das auf Dauer antun.

Von Depressionen habe ich sehr viel Ahnung, zumindest alles zwischen leicht und mittelschwer, und rede sehr gerne drüber, wenn man mich lässt.

Ich kann verschiedene Sprachen. Ich könnte dir Englisch beibringen, inklusive nervigen, aber dafür authentischen Worthülsen-Gewohnheiten und einer schönen (muttersprachlerisch bestätigt) akzentfreien Aussprache. Oder die Grundlagen des Spanischen; halbwegs flüssig bin ich da auch noch und immerhin fragen mich öfter mal Mitlernende, ob ich spanischsprachige Familienmitglieder hätte. Oder drei-vier Wörter Türkisch oder Baskisch. (Da fällt mir ein, Carlota aus Oral Proficiency hat mir den Namen von einem Basken gegeben, der einen Tandem-Partner sucht, um Deutsch zu lernen; ich hab ihm vorhin geschrieben und hoffe, er antwortet mir!)

So widersprüchlich es sich auch anhören möge, ich bin kontaktfreudig. Immerzu freue ich mich über jede einzelne Kontaktaufnhame von Seiten anderer, interessierter, offener Menschen. Ich bin nämlich auch offen, auch wenn man’s kaum glauben sollte, so wenig wie ich von alleine mit meiner (menschlichen) Umwelt interagiere. Umso mehr freue ich mich, wenn jemand mich aus dem Nichts heraus kontaktiert. (Kontakt ist was Tolles, ich kann ihn nur nicht aufbauen. Und selbst wenn ich erstmal welchen habe, kann ich ihn schlecht erhalten, weil ich ganz, ganz lange noch davon ausgehe, dass die Person, mit der ich ihn habe, mich nicht wirklich so sehr mag, um ständig – oder überhaupt – von mir kontaktiert zu werden.)

Außerdem kann ich gut Sachen sortieren und logisch verstauen. Nützlich, wenn du die Sachen von vier Leuten in ein Schließfach quetschen willst, dessen Stauraum für die Sachen von einem Einzelnen vorgesehen ist.

Ich kann Emo-Songs schreiben. Ich will nicht sagen, dass ich sie auch hervorragend umsetze, aber die Grundidee ist immer gut. Und ich könnte Massen davon produzieren, es würde gar kein Ende finden, über alles und jeden, wenn ich mir selbst nicht ab und an in Erinnerung rufen würde, dass der Rest der Welt für Songs dieser Art nur begrenzt Verständnis zeigt und sicher nicht unter einer Wagenladung viel zu nachdenklicher Texte begraben werden möchte.

Überhaupt kann ich gut schreiben. Ich habe ein gutes Gespür für Wörter, und nicht im Taum würde es mir einfallen, das Wort „gut“ so oft in einem einzigen Text zu benutzen, wenn ich mir nicht von Anfang an vorgenommen hätte, hierdrin nicht so sehr auf Stil und Perfektion zu achten, sondern einfach das runterzuschreiben, was mein schräges Hirn mir zu schreiben vorgibt, ohne viel Gefeile.

Ich bin feinfühlig. Vielleicht zu sehr, aber immerhin, jemand, der es nicht ist, …könnte es von mir lernen, wollte ich schreiben, bis mir auffiel, dass er das mangels Feingefühl wohl eher nicht könnte.

Ich bin begrenzt anpassungsfähig. Das ist insofern gut, als ich Leuten sagen kann, inwieweit es Sinn macht, sich anzupassen, und wann man trotz aller Schwierigkeiten, die das mit sich bringen könnte, auf seinem eigenen Recht auf Individualität – INDIVIDUALITÄT! (Nein, ich habe kein Tourette’s, keine Sorge, das nun grad nicht) – beharren sollte.

Ich bin ein Messie. Das heißt, ich könnte Leuten Respekt vor ihren Besitztümern beibringen und sie dazu bringen, in zuvor als nutzlos gewerteten Dingen noch Verwendungszwecke zu sehen. (Diese Eigenschaft von mir kennen viele meiner Freunde. „Nicht wegschmeißen!“ ist wohl einer der gefürchtetesten Sätze, die viele von ihnen mit mir in Zusammenhang bringen. Abgesehen vielleicht von „ich will sterben“ oder „da muss ein Komma hin“.)

Oh, wenn wir schon dabeisind, ich kann sehr gut alles an schriftlich verfassten Werken Korrektur lesen und verrichte diese dankbare Arbeit mit dem größten Vergnügen. Leider tendiere ich immer noch stark dazu, mit dem Herumkritteln und Ziehen und Zupfen und Glätten und Polieren einfach nicht aufzuhören und den Text, den ich korrigiere, immer weiter meinen eigenen Vorstellungen anzugleichen. Aber daran lässt sich arbeiten.

Was vielleicht noch interessant ist, ich bin diplomatisch veranlagt und kann, vorausgesetzt es ist erwünscht, gut zwischen Menschen vermitteln. Standpunkte von Anderen werden mir schnell klar und ich kann mich gut genug ausdrücken, um diese dann dem jeweils Anderen auf neutralere Weise als das direkte Gegenüber verständlich zu machen. Wenn man mich lässt.

Außerdem bin ich sehr WG-tauglich und habe außer von Iva, welche, wie ich hoffe, einfach mal außenvorgelassen werden kann, noch keine Klage über meine Fähigkeiten als Mitbewohnerin zu hören bekommen. Ich bin pflichtbewusst, nicht zu unordentlich (im Bereich außerhalb meiner eigenen vier Wände), bringe mich ein, helfe gerne, teile gerne, weiß, was getan werden muss, tue dies sogar manchmal, nehme Rücksicht und versuche, ein gutes Verhältnis mit allen zu unterhalten. Ich kann gut backen, zur Freude Aller, und meine Kochkünste sind nicht gerade die innovativsten, aber ich denke doch, dass es auch in dem Bereich Leute gibt, denen ich noch etwas beibringen könnte.

Meine Güte, ich könnte ja noch ewig weitermachen. Das ist doch erfreulich; schade natürlich, dass es in die andere Richtung genauso einfach ginge, aber wer schaut schon so genau hin.
Wer schaut schon so genau hin.

Auswe-g.

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Vor geraumer Zeit mal ist mir etwas aufgefallen, das viele Menschen – die meisten Deutschen, würde ich mal behaupten – nie wissen werden. Ist jetzt nichts sonderlich schwer zu Verstehendes, aber man kommt einfach nicht unbedingt drauf ohne das nötige Hintergrundwissen. (Oder natürlich, ich habe einfach nur mal wieder den Großteil meines Lebens gefailt, so wie bis zu dem Zeitpunkt, an dem mir klarwurde, warum „Hamburger“ Hamburger heißt. Oh glorreicher Moment.)

Und zwar gibt es ja die Band SKA-P. Spanier, politisch sehr opinioniert, wenn ich das Wort mal schnell erfinden darf, Aktivisten. Aufrührer. Nennen ihre Band SKA-P. Warum genau tun sie das, habe ich mir irgendwann überlegt – hatte mich nie sonderlich mit ihnen beschäftigt, kannte bis vor ein paar Monaten nichtmal wirklich Musik von ihnen. Hatte mir im August 2011 zwar ihre gesammelten Werke von Şahins Computer gezogen, zusammen mit allem möglichen anderen Zeug, das er sich irgendwann mal interessenshalber geladen, aber wahrscheinlich kaum öfter als ich je gehört hatte. Dankenswerterweise, so konnte ich den ganzen Kram nachher dazu nutzen, mir einen neuen musikalischen Horizont aufzubauen.

Warum also heißt SKA-P SKA-P? Nunja, sie machen Ska-Punk, deswegen also? Vielleicht – aber pass auf. Tadaaaa. Im Spanischen ist doch [s] + Konsonant überhaupt kein möglicher Silbenonset. Was machen die Guten also – hängen ein [ɛ] davor. Wenn man das Ganze dann ausspricht, kommt, tadaa, ESKA-P heraus. Was sich, vor allem wenn man es ein bisschen orthographisch angleicht, verdächtig nach esca-pe anhört. Fluch-t. Auswe-g. Faszinierend; ich bin mir wirklich sicher, dass viele, unter Anderem der werte Mensch, durch den ich erst drauf gekommen bin, zu dieser simplen Erkenntnis nie gelangen werden.

Zeit, Schlaf, çiğdem

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Wunderwunderschöne spontane und improvisierte Mojito Night mit atemberaubenden Zitaten für die Ewigkeit und einer einmaligen Mitbewohnerkonstellation, die nur noch einen guten Monat weiter bestehen wird. Tragisch…

Dann Reden mit Caro, das erste Mal nun auch, während sie nicht alleine zu Hause war. Sie wollte ja zuerst nicht. Und. Außerdem. Äähm.

[00:49:36] Caro: ich hock jetzt hier im schlafzimmer und könnt dich anrufen aber irgendwie ist das komisch 😀 ich hab ihm gesagt, dass ich mit dir rede.

[00:49:43] Caro: damit er net reinplatzt

[00:49:45] Aimee: Dann ist doch alles gut 😀

[00:50:43] Caro: ich soll nen gruß sagen. dödöfftsch

[00:50:59] Aimee: Richtig, dödöfftsch.

[00:51:14] Caro: können wir lieber bissl schreiben? iwie ist das sehr komisch :/

Fällt dir was auf? Şahin hat indirekt mit mir geredet. Whey, einmal bitte Applaus für meine Indifferenz. (Gestern Nacht, als er mich wieder mal gnadenlos ignoriert hat, während er im Flur im Haus meiner Eltern auf der Gitarre vor sich hinklimperte, habe ich mich aber auch sehr gut geschlagen, muss ich dazu sagen. Es ist trotzdem besorgniserregend, dass ich nicht aufhöre, solch krankes Zeug zu träumen.)

Sie meinte aber, es hätte ihn gefreut, dass wir reden. Was immer das heißen soll. Wahrscheinlich gar nichts.

Ironischerweise war es gerade gestern Nachmittag beim Vokabelneintragen, dass mir ein sehr überraschendes Wort über den Weg lief, nämlich çiğdem, Herbstzeitlose. Hätte ich gewusst, dass ich das Wort schon seit Anfang des letzten Semesters in meiner Türkischmappe mit mir herumschleppe. Ein paar Wochen früher und ich hätte mal wieder auf dem Boden gehockt und meiner alten Freundin, der Tüte, wortlose Horrorgeschichten ins Ohr gehechelt.

Ich glaube fast, die Erfindung/ Entdeckung/ Benennung der Droge habe ich auch auf irgendeiner Aufnahme. Die vom 15.9.? Möglich, ich weiß es nicht genau. Herbstzeitlos. Herbstschlaflos. Herbstschlaflos.
Herbstschlaflos.
Zeitlos. Schlaflos. Schlaf. Zeit…

Wirren des Lebens.

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Da schreibt mir Laura gerade ganz entsetzt, ob ich meinen Blog gelöscht hätte. Umso besser, dass jetzt alles wieder damit in Ordnung zu sein scheint; vielleicht hat sie ja auch diese merkwürdigen rot-grünen Quadrate gesehen, die bei mir manchmal an Stelle der richtigen Seite auftauchen.

Ich habe das Zoom H4n bekommen, das ging ja schnell. Antwort von Şahin, mit dem ich gestern eine sehr kurze, halbwegs zivilisierte Unterhaltung über sein Mönchengladbach-Erlebnis geführt habe und nebenbei noch herausgefunden habe, dass eigentlich Robert, diese Autobahn, derjenige war, der ihm gesagt hatte, es wäre besser, mich zu ignorieren – falls man da jetzt noch hinterherkommt – ist allerdings keine mehr da. Was soll’s, das war schon wieder mehr, als ich eigentlich erwartet hatte. Vor allem muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr machen wegen der schrecklichen, Mittelsmänner involvierenden Übergaben-Pläne. Die ja eh ins Wasser gefallen sind, weil er es zu Hause vergessen hatte, zum Glück.

Robert hat glaube ich jetzt auch verstanden, wieso Laura ihn gestern Abend so fertiggemacht hat. (Ihr hat einfach sein unglaubliches Taktgefühl und seine generelle Autobahnhaftigkeit zu schaffen gemacht.) Er meinte, er hätte deswegen kaum geschlafen, woraufhin er mir schon wieder so leidgetan hat, dass ich schnell mit ihm telefoniert und es ihm nochmal alles in Ruhe erklärt habe. Wie so einem kleinen Kind, aber letzten Endes hat er’s, wie gesagt, schon irgendwie verstanden.

Dann habe ich vorhin eine Weile mit JO geredet und ihr ein paar (für mich) unglaubliche Entdeckungen mitgeteilt, die ich gemacht habe – sie war davon nicht so sehr beeindruckt, aber das war klar.

Und eben habe ich No One to You schnell transponiert und zweimal mit Capo (und dem frisch angekommenen Züümchen) aufgenommen, so kann ich es um einiges leichter spielen, auch wenn es sich immer noch nicht sehr ausgereift anhört. Aber das Lied gibt es jetzt auch schon wieder so lange, dass ich es einfach irgendwann auch mal gerne – so ordentlich wie möglich – materialisieren würde.