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Könnte schlimmer, könnte besser.

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Letztendlich ist es heute wirklich Auslegungssache.

Also, was mir heute so alles passiert ist:

+ Habe es geschafft, um zwanzig vor zehn aufzustehen, mir Kaffee und Berliner aufzutischen und um zehn an einem Webinar über passives Investment als Altersvorsorge teilzunehmen.

– Das Webinar war 1) aufgezeichnet, nicht live, was den Sinn des Pünktlichdaseins so leicht untergraben hat, und 2) natürlich darauf ausgerichtet, dass Leute am Ende einen monströs teuren Onlinekurs zum Thema kaufen sollten.

+ Es war trotzdem informativ genug, dass es mir nicht wie verschwendete Zeit vorkam, vor allem für so komplett Planlose wie mich.

+ Habe es geschafft, den Wisch für den Kirchenaustritt auszudrucken, den ich gestern verfasst hatte, und den grandiosen Plan erdacht, mit Pfand in die Stadt zu fahren, auf dem Rückweg beim Standesamt vorbeizuschauen, um tatsächlich mal aus der Kirche auszutreten (bevor ich demnächst mit Steuernzahlen anfange, das wäre ja noch schöner), und bei der Gelegenheit in der Stadt meine Medis zu holen.

+ Habe Pfand weggebracht, wobei alles nach Plan lief. Kam wieder raus mit einer Packung Klopapier und einer Kleinigkeit für R – Rotkohl für unsere nächste Gans. (Wie falsch sich das anhört. Ich habe das dringende Bedürfnis, mich zu rechtfertigen: Um Himmels Willen, du weißt doch, dass ich neulich mit Yannick fünf „kleine“ tiefgefrorene Gänsebrüste gefunden habe, von denen R und ich nun vier Stück nach und nach dekadent verspeisen. „Klein“ im Vergleich zu der ganzen Gans, die mit Sicherheit zehn Kilo auf die Waage brachte. Und was den Rotkohl betrifft, so wurde dieser ebenfalls illegal entwendet. Du weißt doch, dass ich Supermärkten erst dann Geld in den Rachen schmeiße, wenn die Mülltonnen dahinter nicht mehr Abend für Abend die halbe Welt ernähren könnten.) (Wieder einmal stelle ich fest, dass mein Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden vermutlich mit dem einiger anderer Menschen kollidieren dürfte, wenn ich schon so panisch bemüht bin, den Verdacht entrüstet von mir zu weisen, ich könne mir Nahrungsmittel oder gar ein totes Tier gekauft haben.)

+ Wichtiger Punkt, den ich bislang vernachlässigt habe: Die Sonne schien.

+ Habe Standesamt gefunden (1. Stock des Rathausgebäudes).

– Standesamt mittwochs nur bis 12 geöffnet. Ich war um halb eins da.

+ Habe Apotheke direkt neben dem Marktplatz gefunden und festgestellt, dass das zeitlich genau hinkommen könnte, um den nächsten Bus nach Hause zu erwischen.

– Meine Medis gab es dort allerdings nicht vorrätig. Den Bus konnte ich somit knicken und brauchte immer noch meine Medis. Also lief ich die Fußgängerzone entlang (Gegenrichtung meines Busses), um eine andere Apotheke zu finden.

– Mir war heiß von dem ganzen Laufen, zumindest an den Stellen, die von meiner Winterjacke bedeckt waren.

+ Natürlich hatte ich die Jacke offen und in die Lücken wehte frischer Wind.

– Ich hatte Durst.

+ Es gab auf halber Strecke noch eine Apotheke.

– Auch diese hatte meine Medis nicht da.

– Meine Stiefel sind mir etwas zu groß und daher zu langem Laufen nicht ganz so gut geeignet, sodass meine Füße anfingen zu schmerzen.

+ Die dritte Apotheke kam in Sicht und ich bekam dort, man glaubt es kaum, endlich mein Escitalopram.

+ Bus nach Hause knapp erwischt.

– Er war gerammelt voll.

– Größtenteils mit Schulkindern.

– Beim Aussteigen nach Ölsardinenfahrt durfte ich feststellen, dass hinter uns ein weiterer Bus hielt. Niemand außer einem Fahrer war darin zu sehen.

+ Beim Reinkommen Briefkasten gecheckt und TADA, Brief vom Finanzamt erhalten. Wenn sich je ein Mensch über Post vom Finanzamt gefreut hat, war ich das in diesem Moment.

– Es war natürlich keine Steuernummer, die mir wundersamerweise ins Haus geflattert kam.

+ Aber immerhin ein Schreiben, welches sich auf die Mail bezog, die ich vor fünf Tagen geschrieben hatte, wenn auch nicht so freundlich, wie es hätte sein können.

+ Somit weiß ich nun wenigstens, was zu tun ist, habe mich bei dem Portal registriert und warte nun auf den Aktivierungscode.

Okay, lass mich mal zählen. 14 Pros gegen 11 Cons, das bestätigt mich in meinem Eindruck, dass es doch alles in allem nicht schlecht gelaufen ist. Und immerhin kann ich heute von mir behaupten, ein paar Herausforderungen zumindest mal ins Gesicht geschaut zu haben.

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Arbeiten, tätig sein… heute tue ich beides

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So schnell kann’s gehen. In der Zeit von sieben bis neun Uhr habe ich vielleicht zwei Unbabel-Aufträge erledigt – den Rest der Zeit herrschte dort gähnende Leere – und war dafür außerhalb des „Arbeitens“ produktiv.

Zum Einen habe ich mich erneut um die leidige Vodafone-Geschichte gekümmert (ich scheine Trudis Surfstick mittlerweile bereits das dritte Jahr lang zu finanzieren, that sorry excuse of a human being, und habe sogar nochmal bei deren Callcenter angerufen, bevor ich mich entschieden habe, doch einfach ein Schreiben aufzusetzen und mich nicht ein zweites Mal diesem endlosen Marathon aus Hin- und herverbundenwerden und ergebnisfreien Gesprächen auszusetzen).

Und zum Zweiten habe ich Tobi geantwortet, der sich gestern allen Ernstes bei mir bedankt hat, dass ich ein Zitat aus dem Buch als Coverfoto benutzt habe. Da ich ihn sowieso kontaktieren wollte, habe ich ihm daraufhin mein Feedback geschrieben und herausgefunden, dass er zwar dieses Jahr keine Zeit mehr hat, herzukommen, aber 2019 mal einen Vortrag hier veranstalten könnte, wenn ich das organisiert bekomme. Challenge accepted, ich frage R gleich heute Abend mal, ob die Solid daran Interesse hätte.

Und nun bin ich fertig mit Arbeiten. Das ging heute schnell. Zugegeben, ich habe auch mehr Pause gemacht als sonstwas, aber weißt du was? Ich habe ein bisschen Geld verdient und fühle mich damit gar nicht so schlecht.

What I’d Call a Classic Aspi.

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Okay. Ich bin so semizufrieden mit meinem bisherigen heutigen Output. Auf der einen Seite: Hey, immerhin habe ich überhaupt mal etwas gemacht. Andererseits…

Mein erster Termin war um 13.50 Uhr, um Tee geschenkt zu bekommen. Ich kam zehn Minuten zu spät beim Treffpunkt an, weil ich mir 1) eh schon zu viel Zeit gelassen hatte und 2) nicht im Traum hätte einfallen lassen, den Stadtverkehr in meine Berechnungen mit einzubeziehen – man denkt immer, man wäre so unberührt und frei mit dem Rad, aber von wegen… und 3) auf den letzten hundert Metern noch einen Zusammenstoß mit einem anderen Radfahrer erlaubt habe, der durch eine dämliche Frau provoziert wurde, die meinte, es wäre cool, ohne sich umzusehen mir vor die Räder zu spazieren. Während ich mit Ausweichen beschäftigt war, kam dann leider aus der anderen Seite der Weggabelung besagter anderer Mensch. Wir kamen beide unbeschadet aus der Sache raus, aber mein rechtes Bremskabel hat die Begegnung nicht so gut überstanden.

Die Teefrau war nicht am Treffpunkt. Ich habe ihr über Facebook ein paar Nachrichten geschrieben und bin dann unverrichteter Dinge zehn weitere Minuten später wieder abgedampft. Damit das Ganze nicht völlig umsonst war, bin ich über die Innenstadt zurückgefahren, wo ich für Sophi die drei Lektüreschlüssel besorgt habe, die sie für ihr Deutsch-Abi braucht, und anschließend in einer der Uni-Mensen die Jobgesuche abklapperte. Immerhin das.

Da Sophi unseren Unterricht heute auf 17.00 verschoben hat, kann ich mich nun nochmal kurz aufwärmen und mache mich dann erneut auf ins Eiswetter. R hat von der Leiharbeitsfirma einen Teilzeit-Küchenjob vermittelt bekommen und dürfte gerade mit seinem ersten Arbeitstag fertig sein. Ich werde ihn allerdings erst zu Gesicht bekommen, wenn ich von Sophi zurückkomme.

Ich bin geringfügig überfordert von der Menge an Dingen, die ich gerade tue. Es sind nicht sehr viele, aber mich überfordert es momentan schon, jeden Tag überhaupt irgendetwas zu tun, und daher hält mich diese Woche schon ganz schön auf Trab. Gestern war ich beim Arzt, um mir Blut abnehmen zu lassen und das längst überfällige EKG hinter mich zu bringen. Offenbar ist mein Herz in Ordnung. Die Ärztin war so nett, mir von sich aus zu erklären, wie die EKG-Ergebnisse ausgewertet werden; jetzt kenne ich die q-Zacke und die t-Zeit und fühle mich wieder ein Stück gebildeter. Heute dann das Teedebakel und der Ausflug in die Stadt, morgen der Termin bei der Therapeutin und abends die Filmvorführung von „Tomorrow“, welchen ich seit Ewigkeiten sehen wollte. Mike hat mich genau einen Tag dazu eingeladen, nachdem ich mit R abends da saß und wieder einmal keinen Stream für genau diesen Film gefunden habe. Sachen gibt’s.

Donnerstag wird Mama herkommen (und zwar wirklich; die versetzt mich nicht), damit wir am Freitag oder Samstag zusammen für R und mich eine große Matratze kaufen können – unser Weihnachtsgeschenk. Irgendwann davor sollte ich auch nochmal containern. Wenn ich es mir recht überlege, ist heute der einzig mögliche Zeitpunkt dafür. Oh neeein.

Na gut. Aber jetzt erstmal noch eine Viertelstunde Ruhe.

Neu in der Favoritenliste: Goldenes Klopapier.

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Hallelujah. Ich hab’s gestern noch richtig weit gebracht. Nicht nur konnte ich mich dazu bewegen, die Mail der Gemüsekistenfrau zu beantworten, in der sie sich erkundigte, ob die Lieferung gestern wie besprochen die letzte sein sollte, sondern ich habe auch der Frau vom Institut geantwortet, die mir vor Wochen schon die Zahlungserinnerung geschickt hatte, und die dazu passende Überweisung getätigt. Die Lerntherapeutenausbildung kann beginnen.

Ich habe außerdem erledigt, was ich seit Tagen tun wollte: Papas Weihnachtsgeschenk bestellt. Es ist eine Rolle Luxus-Klopapier – schwarz mit Blattgoldaufdruck. Das hat zum Hintergrund, dass mein Vater – no pun intended – ein unreflektierter Riesenarsch ist, was seinen Klopapierkonsum betrifft. Er sieht weder ein, dass sein Hintern auch von drei Lagen sauber wird statt von vier, noch lässt er sich zum Kauf von Recyclingpapier überreden. Oh nein, er braucht natürlich das nie zuvor prozessierte, extra für ihn abgeholzte  jungfräuliche Zeug. Wir haben uns vor ein paar Monaten, als ich meine Eltern besuchte, im Supermarkt darüber in die Haare bekommen (Avocados waren auch noch ein Thema, aber ich schweife ab) und ich habe nun eben die Entscheidung getroffen, mit dieser leidigen Tatsache humorvoll umzugehen. Ebenso wie damit, dass seither in meiner Browser-Schnellwahl der Vorschlag „goldenes Klopapier“ angezeigt wird, was ein bisschen den Eindruck erweckt, als würde ich alle drei Minuten sowas googlen.

R ist wieder arbeiten; ich habe das ganze Wochenende frei – seit wasweißichwievielen Wochen konnte ich alle meine Stunden mit Sophi unter der Woche abhalten und muss somit diese Woche nicht mehr ran. Wenn mein Handy fertig geladen ist, überlege ich mir, ob ich noch containern fahre. Ich habe Barbara infiziert, die mich nun regelmäßig zum Großmarkt begleitet – weit hat sie’s ja nicht – und Mittwoch mit ihr und Karina den ultimativen Monstersupergau erlebt. Noch nie, ich schwöre, habe ich so viel gefunden. Es war der reinste Segen, dass ich mit Karina und deren Auto dawar. Der kurze Transportweg von der Ladezone zum Auto hat schon ausgereicht, dass meinem treuen Platzwunderrucksack ein Träger abriss von dem enormen Gewicht seines Inhaltes.

Aber heute vielleicht wieder, allein schon, weil ich dann mit Barbara zu mir zurückfahren und Carcassonne spielen könnte, statt noch einen Nachmittag sinnlos mit Friends-gucken zu verdaddeln. Ich mache es davon abhängig, was sie sagt.

In-Konsequenzen

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Plan für heute:

Unisachen machen (Harslem 1 Seite, Griese Probeklausur & Mail, Nespral 2 Einträge beenden & Mail, obwohl ich Letzteres vergessen hatte zu notieren); Großhandel / Ausflug zur GiveBox; 50 Sachen aufräumen; 1 Wäsche; buntes Kleid nähen (wirklich); Mixer-Deckel präparieren; duschen & epilieren.

Realität:

Schlafen bis elf; gemütlich frühstücken (süßer Hefezopf mit Mandeln, mit Butter und Dulce de leche bestrichen, dazu Instant-Cappuchino) und dabei lesen; gestern gerettetes Essen versorgen (ich hatte gestern nur zwei von drei Taschen geschafft); Küchenarbeit (auch wenn man davon nichts sieht – es ist immer noch / schon wieder das reinste Chaos); Großhandel (es dauerte ewig und drei Tage, dort anzukommen, da wegen des Rollstuhlmarathons, der heute stattfand, die halbe Stadt lahmgelegt war und der Bus natürlich auch im Stau stand); Rückweg vom Großhandel (ich hatte dreißig Kilo eingelegte Champignons 3. Wahl zu schleppen – mein Rücken und auch der Rest von mir fand’s nicht lustig, aber ich hatte keine Wahl, denn es mussten drei Eimer sein. Einer hätte sich nun wirklich nicht gelohnt, zwei hätten mir einen leeren Rucksack und zwei überladene Seitentaschen beschert, also dreimal 10 Kilo. Unterwegs machte ich noch Bekanntschaft mit einem harmlosen Irren aus dem nahegelegenen Altersheim, der gerade an der Bushaltestelle, wo ich umsteigen musste, dabei war, einen selbstgemachten Salat zu verdrücken und dem ich Champignons anbot. Im Gegenzug kann ich nun wann immer ich möchte im Kräutergarten des Altersheims meine Vorräte aufstocken. Dafür habe ich gern in Kauf genommen, dass der Eimer nach dem Entfernen der Schutzfolie natürlich nicht mehr dicht war und meine ganze Ikea-Tasche mit Pilzwasser volllief und sich auch noch auf den Platz im Bus entleerte, den ich mit meiner Fracht beladen hatte); mit schmerzendem Rücken die eine Wäsche in die Maschine werfen und den Weg nach unten für Keller-Erledigungen nutzen; mit schmerzendem Rücken Nudelsalat produzieren und dabei mit Mama telefonieren (ich weiß jetzt schon nicht mehr, ob wir es diesmal geschafft haben, in Frieden auseinanderzugehen, tendiere aber überraschenderweise zu Ja); mit schmerzendem Rücken Champignons aus dem angebrochenen Eimer (sofern nicht für den Nudelsalat verwendet) in ein Arsenal von Gläsern füllen und einkochen und dabei Ken Zazpis Livealbum Gelditu Denbora hören; mit schmerzendem Rücken Katzenklo saubermachen und Müll rausbringen; mich mit schmerzendem Rücken und meiner während der Aktivitäten in der Küche geöffneten Flasche Bier (der letzten im Hause) aufs Sofa pflanzen; Facebook-Posts lesen und dabei über Transgender-Menschen nachdenken und bedauern, keinen persönlich zu kennen (ja, in dem nunmehr durch Bier und eine Cola-Limoncello induzierten Zustand fast anfangen zu heulen, weil ich es so sehr bedauere, niemanden zu kennen, der mir erzählen könnte, wie es ist, transgender zu sein, und somit aus meiner immensen Unfähigkeit, dies nachzufühlen, keinen Ausweg zu sehen); diese ganzen Umwege und Planabweichungen schriftlich festhalten.

Die Probeklausur muss ich allerdings noch machen, wirklich, weil heute Deadline ist und mich das leise Gefühl beschleicht, dieses Semester schon genug in der Pfeife rauchen zu können – ich muss es nicht noch überstrapazieren und auch noch aus dem Kurs fliegen, in dem einem das Bestehen wirklich hinterhergeschmissen wird.

Fun Fact: Die Klausur bei Harslem, zu der ich mich in der ersten Woche meiner hyperemesischen Horrorexistenz noch geschleppt hatte (ich werde es noch ausführlich schildern, ich muss es noch ausführlich schildern, denn so absurd sind Klausuren nicht alle Tage) wurde, wie ich gestern erfuhr, eine 1,0. Ich war so hysterisch, ich habe mich zehn Minuten lang nicht beruhigen können. Ich mag meine Fähigkeit, unter Höllenqualen noch 1,0-Klausuren zustandezubringen. Ich mag sie wirklich.

Und die Sonne kommt raus!

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Wenn alle Zutaten für Irish Coffee im Haus sind, man es geschafft hat, sich vor halb vier aus dem Bett zu bewegen, die To-Do-List für den Tag vor schönen Aktivitäten nur so strotzt, am Abend für geschlagene vier Tage der allerbeste Nebatxo zu Besuch kommt und das Pegglespielen erfolgreich unterbrochen wurde, obwohl das Handy noch Akku übrig gehabt hätte…

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Dann wird es ein guter Tag.

Ich habe noch nie Krautwickel gemacht, aber erachte es für zwingend notwendig, mir diese Fähigkeit anzueignen (die Köstlichkeiten von Trudis Mutter habe ich in bester Erinnerung und dementsprechend auch explizit nach rumänischen Rezepten gegooglet) – der DDR-traumatisierte R wird davon weniger begeistert sein, aber zu meinem Glück dann hoffentlich auch weniger essen.

Nachdem ich neulich die wunderwunderschönste Ohrhängersession der Welt hingelegt habe – komplett mit aufgeräumtem Wohnzimmer, marokkanischen Lampen und Kerzen überall, Räucherstäbchen und (halte dich fest) Meditationsmusik, kann das, was ich für heute angedacht habe, zwar kaum mithalten, wird mir aber trotzdem mindestens zwei neue Paar bescheren (das Konzept steht schon). Die stehen mir dann zwar nicht, bei den Perlen, die ich vorhabe zu verwenden, aber wer weiß, vielleicht läuft mein lang geplanter Verkauf ja irgendwann doch mal an. Ich lasse es dich wissen. 😀

Nun aber ran ans Werk! Der Irish Coffee ist vertilgt. Katze von meinem Schoß vertreiben und aufi.

Das Leben zwischen den Peggle-Sessions

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„Oh, endlich jemand, der schreiben kann. Neein, er hat da ein Komma vergessen.“

-„Aspi, es ist das Internet, Leute schreiben bei Wikipedia Einträge und heißen dabei Hannes.“

Wir haben uns nach Soundkarten für R umgeschaut und uns dabei über die unsägliche Grottigkeit der Benutzerkommentare lustig gemacht, ich, wie immer, noch ein bisschen pseudoverzweifelter als er, glücklich, meine Sprachnazihaftigkeit in ihrer vollen Pracht entfalten zu können, ohne dabei auf vollkommenes Unverständnis zu stoßen.

Im Anschluss habe ich wieder einmal gegen ihn bei AoE II verloren (wir spielen inzwischen die Erweiterung, The Conquerors, aber auch das ändert nichts an meiner Unfähigkeit, auf Inselkarten gegen R auch nur ansatzweise Land zu gewinnen) und stelle gerade fest, oh nein, er ist heute Abend nicht da, sodass wir nicht zocken können. Muss ich das wohl alleine tun. Ich habe noch einen Text für die Uni zu schreiben, dringendst – er ist ein paar Monate überfällig -, aber zur Not geht das auch morgen noch.

Ich habe einen vielversprechenden Kartoffelauflauf im Ofen und versuche gerade, mich so gut es geht zu betrinken, um endlich die Motivation zu bekommen, die Bäder zu wischen. Ich will das seit ungefähr einer Woche tun und habe die Badematten schon frisch gewaschen und neue Handtücher warten darauf, endlich gehängt zu werden, und R hat sogar schon die Waschbecken… naja, geputzt ist vielleicht ein bisschen viel gesagt, aber sauberer gemacht hat er sie definitiv. Fehlen nur noch die Böden. Ich schaffe das heute. Natürlich schaffe ich das.

Statt in die Uni zu gehen, war ich bei Kaufland und habe dort Katzenstreu und Aufladenummern für mein Handy besorgt. So habe ich bald genug Geld darauf, um meine Nummer zu dem neuen Anbieter portieren zu können, jetzt, wo ich ein Smartphone besitze. (Allerdings. Man höre und staune.)

Mittlerweile ist es acht Stunden später und ich sitze bereits vor meiner zweiten Portion Auflauf. (Ist nicht so gut geworden, wie ich dachte, aber durchaus essbar.) R hat neues Katzenfutter mitgebracht, wie abgesprochen, und Waltraud dreht halb durch, während ihr Essen oben auf der Glasplatte über der Durchreiche am Auftauen ist.

So. Auf zur nächsten American-Dad-Folge, und dann ins Bett.

Jap, jetzt ins Bett.

Kurz vor knapp

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Na, das war ja nochmal abenteuerlich. Wie hätte es auch anders sein sollen; natürlich hat mir doch noch eine der Unterlagen gefehlt und ich musste von der Uni nochmal zu R ins Büro, um sie dort auszudrucken und auszufüllen. Da ich noch nie allein zu diesem Ort gegangen war und mein Orientierungssinn dem einer Demenzkranken entspricht, musste mich R auf halbem Weg von der Bushaltestelle abholen (nachdem er mir zuvor telefonisch die Richtung durchgegeben hatte, was mich nicht davon abhielt, einen halben Kilometer planlos in die entgegengesetzte zu laufen).

Er hatte gute Laune und es war schön, ihn unerwartet vor seinem Wochenendtermin in Stuttgart nochmal zu sehen. Arne war auch da, natürlich, und wollte mich heldenhaft davor erretten, mir eins der (vom süßigkeitenfanatischen Kollegen Markus) überall im Büro verteilten Weingummis einzuverleiben. Seinem Ausruf „Halt, nicht! Das ist…“ setzte ich nur ein halb lachendes, halb resigniertes „Ich weiß, danke… falls du mich darauf hinweisen wolltest, dass das…“ entgegen, woraufhin er die Warnung mit dem Wort „…Schwein“ verdutzt zuendebrachte. Er hätte mich nicht für so inkonsequent gehalten, gab sich aber damit zufrieden, ich sei ja durch mein Containern immer noch mehr Vegetarier als er. Nunja, das Containern sollte ich langsam dann jetzt auch mal wieder in Gang bringen; es fehlt mir wie mein eigener Kopf und meine Lebensqualität leidet darunter erheblich.

Zurück in der Uni schaffte ich es gerade noch so vor Schließung des Studi-Servicezentrums mit dem nunmehr hoffentlich vollständig beladenen Umschlag hinein, um mich dessen endlich zu entledigen. Ein sehr schönes Gefühl, den Eingangsstempel mit Datum – 14.10.16 – darauf zu erblicken.

Überhaupt tat es gut, mal wieder rauszukommen. Die ganze Welt da draußen gehört einfach irgendwie dazu. Es war alles voll mit Menschen; die Busse, die Straßen. Auf dem Weg zur Uni lagen Teile einer Taube verteilt wie eine makabere Schnitzeljagd. Ein Paar Flügel, an den Enden noch befiedert, aber nur durch wenige, von allem Fleisch befreite Knochen und Sehnen noch verbunden. Eine Straße weiter ein blutverklebtes Bündel Federn. Dann ein beringter Fuß zwischen den Pflastersteinen. Es wächst eine riesenhafte, uralte Buche vor dem Hauptgebäude der Uni; ich habe mich hingesetzt und Bucheckern aufgesammelt, zweihundert Stück an der Zahl.

Ich fühlte mich wohl da draußen. Trotz pochender Regelschmerzen und dem Gefühl, meine Menstruationstasse bald wieder leeren zu müssen. Es wird schon ganz gut sein, dass mein Dasein ab nächster Woche wieder mal von ein paar mehr Zwängen geregelt wird. Man tendiert doch sehr dazu, in der Wohnung zu versacken.

Gewissen bereinigt, die Wohnung noch nicht.

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Chaotisch sieht’s aus hier. Manche der Kisten sind so schwer, dass ich sie allein nicht bewegen kann, und in der Mitte des Raumes steht mein Orangentisch und blockiert noch den letzten verbleibenden Durchgang. Aber ich komme voran.

Ich hatte mir mehr vorgenommen für heute, als ich schaffen werde. Gut, dass morgen auch noch ein Tag ist, und zumindest die wichtigen Dinge erledigt sind. Ich habe mich endlich gezwungen, Keyla und Vanny zu schreiben. Nachdem ich denen nämlich verkündet hatte, sie im April besuchen zu kommen, und dann das ganze Disaster über mich hereinbrach, hatte ich mich bis vorhin nicht dazu bringen können, sie darüber in Kenntnis zu setzen. Ich habe versucht, ihnen so ehrlich wie möglich zu erklären, wieso ich mich so unfassbar asozial angestellt habe in dem Punkt.

Letztendlich beläuft es sich darauf, dass ich ein riesigs Problem damit hatte, mich selbst mit der Tatsache zu konfrontieren. (Das war mal eine Reise, die ich seit fünf Jahren geplant hatte. Ein Versprechen, das ich gedachte einzuhalten: Wenn ich fertig bin mit Studieren, komme ich wieder. Jetzt einzusehen, dass ich dank Trudi die für Familienbesuch eingeplante Zeit für Umzüge aufbringen sollte und das entsprechde Geld für hirnrissige Dinge wie Umzugswagen und einen Vodafone-Vertrag, von dem ich nichts mehr habe… Mäh.) Und darauf, dass wie so oft der letzte Strohhalm einfach der war, es durch Nichtkommunizieren den Mitbetroffenen gegenüber einfach nicht real werden zu lassen. Vielleicht der gleiche Dämon, der Trudi geritten hat, als sie mir monatelang verschwieg, dass sie den Strom nicht gezahlt hatte. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass Keylas und Vannys Licht noch angeht.

Vielleicht sollte ich doch noch etwas mehr erledigen. Ich habe aufgrund suboptimaler Wetterbedingungen (anders gesagt, widerlicher Sintflutregen) bisher davon abgesehen, das Haus zu verlassen; so liegt auch der Geburtstagsbrief für meinen Onkel noch hier herum, auf dem zwei Cent zu wenig Porto klebt, und ich habe meine geplante Riesenbackaktion (zwecks Eier-, Quark- und Frischkäsevernichtung und gleichzeitigem Füllen der leeren Einmachgläser zu gewissensfreierem Mit-Umziehen) noch nicht ausführen können, da der dafür benötigte Zucker leider Gowais in Bastis Wohnung verweilt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden – es sieht gerade verdächtig hell aus da draußen, fast, als wäre es Tag.

Wobei, Moment mal. Heute ist Schlüsselübergabe in Heidelberg. Mein Vater, der das übernimmt, kommt nachher hier vorbei, sodass es theoretisch möglich wäre, den Zuckertransport ganz sicher regenfrei im Auto zu erledigen. Wie wär’s? Oh herrliches Leben.

Außerdem habe ich es dafür heute schon geschafft, meine Flüge nach Bilbao und zurück zu buchen; da es so aussieht, als würde ich es dieses Jahr tatsächlich mal ins Barnetegi schaffen, war diese Aktion heute verpflichtend. Die ersten beiden Juliwochen, grob gesagt, werde ich mir also so viel Euskera reinprügeln, wie es mein untrainiertes Siebhirn nur zulässt. Wenn ich also jetzt noch den Heidelberger Stadtplan ausdrucke, um am Dienstag die Wohnung auch ganz sicher zu finden, wäre doch aus diesem überschwemmten Tag schon wieder das Meiste herausgeholt.

Ketten ölen

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Langsam geht es dem Ende zu. Ich habe nichts mehr zu tun, aber doch genug, um erst recht nichts tuend herumzuhängen und mich innerlich zu beklagen, wie leer mein Leben doch geworden ist. Dass ich mich im Moment sehr schwer damit tue, mit Menschen Kontakt aufzunehmen, dürfte ein entscheidender Faktor sein. Aber auch Geschichten wie mein verlagerter Haushalt (nein, ich habe nicht den Elan, jedes Mal zu Basti in die Wohnung zu fahren, wenn mir danach ist, mal wieder eine Gitarre in die Hand zu nehmen), sich nicht meldende Exkommilitoninnen (von Lisa habe ich seit dem Tag, an dem ich ihr zufällig mit diesem merkwürdigen Couchsurfer, Hesham, in der Stadt über den Weg lief, nichts mehr gehört) und eine heftige Lethargieattacke (ich könnte arbeiten gehen – meine Stelle habe ich nach wie vor, nur keinen Nerv, sie in Anspruch zu nehmen, weil ich schon so aufs Weggehen eingestellt bin. Ganz zu schweigen vom letzte Woche wieder begonnenen Semester; eine weniger gelähmte Version von mir würde mich erwürgen dafür, dass ich Euskera in vollem Bewusstsein bereits ein Mal habe ausfallen lassen, nur weil ich nicht in der Lage bin, kurz meine Uni-Mails zu checken, um zu erfahren, wann es stattfindet) spielen ihre Rollen in vortrefflicher Perfektion.

Da ich aber natürlich nicht so weitermachen will, nehme ich mir für morgen Folgendes vor:

  1. Zum Kaufland gehen, um Guthaben af mein Handy zu laden.
  2. Zur Tafel gehen und dort Essen retten.
  3. Im Taborweg den Keller fegen, wenn ich Waltraud die Essenslieferung bringe.
  4. Zu Vodafone gehen, um den Taborweg-Vertrag zu kündigen (oder auf Eis zu legen, bis ich sicher weiß, dass die neue Wohnung in trockenen Tüchern ist, um ihn dort wieder aufzunehmen).
  5. Zur Commerzbank gehen und die verdammte TAN-Geschichte endlich klären. (Frag nicht. Es nervt.)
  6. Zu Foodo gehen und dort Essen retten.

Nach Euskera schaue ich jetzt schonmal. Wobei ich sagen muss, dass es frustrierend ist, sich nicht mehr mit seiner Studentenkennung im System anmelden zu können. Mit einiger Erleichterung habe ich nun auch herausgefunden, dass weder Ort noch Zeit des Euskera-Kurses bisher dort eingetragen sind und ich auch keine Mail von Esti in der Inbox hatte, die über meinen Verbleib hätte inquirieren wollen. Dann aber nächste Woche – ich hab‘ ihr geschrieben, sie möge mir doch mitteilen, wann ich wo sein soll, um zwischen die Ketten meines rostigen Euskera, in dem auch die Nachricht verfasst war, wieder etwas Öl zu bekommen.