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Dahlien und frühes Gemüse

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Alles ist gut, zumindest für den Moment. R hat wenig Zeit zu reden, aber das ist in Ordnung. Ich könnte seine Prioritäten hinterfragen, es aber genausogut einfach sein lassen und mich daran erinnern, dass bei ihm auch ein bisschen mehr los ist als bei mir.

Jetzt gerade aber ist auch bei mir mal wieder Leben in der Bude. Becci und JO sind da; wir gehen auf einen ziemlich vielversprechenden Hausflohmarkt morgen, dessen Betreiberin bei Facebook einen baskischen Namen hat, und am Abend auf das Konzert von Beccis Liebling Tim Vantol, weswegen dieser ganze Auflauf hier überhaupt stattfindet. Ich freue mich fast mehr auf den Flohmarkt, weil ich von Tim Vantol keine Ahnung habe, aber er hat Becci damals aus dem Nichts überfallen und ich spekuliere darauf, dass er mit mir das Gleiche tut.

Es hat seit zwei Tagen nicht mehr geregnet und ich habe so viel gebacken bekommen wie in der Woche davor zusammen nicht. Warum nur funktioniere ich bloß auf Licht- und optimal Wärmebasis.

Auf dem Rückweg von Sophi bin ich an Hunderten Metern Dahlien entlang zur Brücke spaziert und habe mir die (voluminöse!) Manteltasche bis an den Rand mit den vertrockneten Blüten gefüllt, welche die Samen enthalten. Es war ein Fest und mein Balkon wird nächstes Jahr so prächtig wie noch nie. Außerdem möchte ich Becci welche davon zu Weihnachten schenken, dann kann sie auch im Februar schon mit der Anzucht beginnen und hat den ganzen Sommer und Herbst an dieser Augenweide Anteil. Soweit zumindest der Plan.

Gut. Ich sollte schlafen; in der Früh wird mich (und die anderen beiden) die Gemüsekiste wieder einmal aus dem Schlaf reißen. Vermutlich pünktlich wie eh und je um 8.51 Uhr. Was ist denn das bitte für eine Uhrzeit. Die Guten wundern sich hoffentlich nicht, dass sie mich bislang ausschließlich im Schlafanzug erlebt haben.

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The Other Side of the Towel

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Es ist schon eine Arbeit, nicht lethargisch zu sein.

Mein Rücken fand das exzessive Rotieren die ersten beiden Tage nicht so lustig; heute macht er schon weitaus weniger Zicken. Es ist ja auch nicht, als würde ich mich in Grund und Boden schuften, aber ein wenig Aktivität musste er doch aushalten, der Gute, weil man es eben schon merkt, wenn man über Wochen nur die Oberflächen-, nicht dagegen die Tiefenstruktur eines Haushaltes instandgehalten hat, wenn überhaupt.

Ich habe allerdings im Zuge meiner derzeitigen AVES-Anwandlung schon beeindruckende Erfolge gefeiert. Dazu zählt:

  • Ich war bisher bei 4 von 6 Veranstaltungen in der Uni. (Dass ich es am Montag nicht gepackt habe, hinzugehen, hat mich ja überhaupt erst so frustriert, dass ich diese radikale Maßnahme daraufhin ergriffen habe. Und der Griese-Kurs gestern Abend… ganz ehrlich, Griese bringt nichts. Nichts.)
  • Ich habe mich allerhand unangenehmen Tatsachen gestellt, wie zum Beispiel dem Terminologieprojekt von Nespral. Mit wenig Erfolg bislang, aber das ist in meinem Fall wirklich zweitrangig.
  • Ich kann nunmehr meinen Schal und meine Jacke im Bus ausziehen, wenn mir zu warm ist. Ebenso gelingt es mir, mich mit der äußeren Seite des Handtuchs abzutrocknen. (Ha, Alien, du kannst mich mal.)
  • Weiterhin schaffe ich es, vor der Uni der Katze etwas zu fressen rauszustellen, damit es auftauen kann, während ich weg bin. Ich bin außerdem in der Lage, vor der Uni die Waschmaschine anzuschmeißen und andere kleine Haushaltssachen zu erledigen.
  • Ich schiebe keine Korrespondenz auf die lange Bank. Mal davon abgesehen, dass ich keine Zeit mehr habe, das Handy abzunehmen, wenn mich Basti anruft, weil ich so sehr damit beschäftigt bin, all die durch mein glorioses Nichtstun entstandenen Feuer auszuschlagen. Aber das wird wieder.

Zugegebenermaßen habe ich mir auch einen übermenschlich schönen Poncho und zwei Kleider bei Ebay Kleinanzeigen bestellt, was mich insgesamt knapp 30€ gekostet hat, obwohl mein Budget für Luxusausgaben nur aus 15 bestand. (Die hatte ich am Sonntag mit Becci auf dem Flohmarkt erwirtschaftet – eigentlich hatten wir 45€ eingenommen, davon musste ja aber die Standgebühr (15) abgezogen und der Gewinn selbstredend am Ende geteilt werden, schließlich hätte ich ohne Becci erst gar nicht die Möglichkeit gehabt, am Flohmarkt überhaupt teilzunehmen, geschweige denn irgendetwas von meinem Kram dort zu verkaufen. (Außerdem ist es wohl logisch, dass ich mehr Zeug verkaufe, wenn sie gerade mal ein Zwanzigstel der Menge an Sachen da liegen hat.)

Jedenfalls sollte mir das wohl ein schlechtes Gewissen bereiten. Leider sieht mein Gewissen das anders und tröstet mich mit dem Hinweis darauf, dass Becci nächstes Wochenende schon wiederkommt und wir den nächsten Flohmarkt unsicher machen werden. Der dann hoffentlich von mehr Kundschaft und weniger Regen geprägt sein wird.

Nun sollte ich mich allerdringendst an die Übersetzung für den 8.30-Kurs machen, den ich morgen zum ersten Mal besuchen werde. Hallelujah, wie ich mich freue. Der Text ist ein Desaster und die Uhrzeit… sowieso. Aber gut, da muss man dann wohl durch.

Das Wort zum Sonntag

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Wie gut, dass ich Marie habe, die mich dazu bringt, mitten in der Nacht bei (wenn überhaupt) knapp über null Grad im schlimmsten Regen mit ihr containern zu gehen. Wie gut, dass ich sie habe, sonst hätte ich jetzt ein paar Tüten Hefeteig weniger und würde nicht am Samstag für unsere Einweihungsparty Brötchen machen.

Und wie gut, dass ich Sarah habe, mit der ich einen ganz wunderbaren Hausflohmarkt am 22. Dezember veranstalten werde, auf dem wir alles an Sachen loszuwerden versuchen werden, das wir durch unsere Kopenhagen-Fahrt aus unseren Schränken aussortieren mussten. Und dazu verkaufen wir Kuchen und Tee und vielleicht ja sogar Glühwein, man wird sehen. Wie ich mich da schon drauf freue, man glaubt es gar nicht.

Und wie lustig es vorhin war, als Trudi mit Hannes und zweien ihrer neuen Kumpels zu mir hereinkam, sich alle im Zimmer verteilten und wir einfach anfingen, Musik zu machen. Wie gut, dass ich mein Keyboard habe (und wie schön, dass endlich mal wieder jemand vorbeikam, der damit umgehen kann, anders als ich – ich schaff‘ es in diesem Leben nicht mehr, mich mit elektrischen Klavieren jeglicher Art anzufreunden). Abgesehen von dem begnadeten Pianisten gab es noch einen Österreicher, Jakob, der Boulevard of Broken Dreams auf der Gitarre konnte und offenbar gerade angefangen hat, Life Science zu studieren. Ich habe ihn gefragt, wie es sein kann, dass er noch ein Leben hat; generell ist es doch eher so, dass Life Science einem selbiges eher restlos aussaugt als sonstwas.

Ich hab‘ dann jetzt mal Wochenende. Heute wird gearbeitet bis 6pm; danach gehe ich mit Marie beim Norma und beim Großhandel nochmal müllern, um ihr die Spots zu zeigen, dann machen Sarah und Peruaner-Pedro und ich eine Stadtführung mit (macht ja nichts, dass ich seit drei Jahren hierbin; besser spät als nie) und danach treffen wir uns dann wohl wieder mit Marie und ihren Mitbewohnern und dazu Lena und noch einer Sarah. Hach, ich freue mich. Es sieht zwar aktuell so aus, als würde ich mit meinem Vorhaben, immer alles schön nachzubereiten und so weiter, mal wieder restlos versagen, aber momentan zumindest nicht aus Faulheit, sondern durch akuten Überfluss an Leben.

Es ist momentan schrecklich, mit Sarah über Kepa-Pedro zu reden. Ich fange allgemein eh nicht damit an, aber wenn es dann doch mal aufkommt.. Uff. Da kommt wieder meine allerfürchterlichste Seite zum Vorschein. Ich könnte mich glatt schon wieder verabscheuen, wie ich jedes Mal anfange, mich zu verstellen. Aber was soll ich machen? (Eh immer wieder ne gute Frage.)

Analysieren wir das grad mal durch. (Ich gehe jetzt einfach mal mit hundertprozentiger Sicherheit davon aus, dass said person diese Ecke der Welt momentan und überhaupt NICHT frequentiert. Und, falls doch, getreu ihrem Wort jetzt schleunigst das Weite sucht, weil ich kurz lästern werde.) (Nire zorte ona ez überstrapaziereko, vorsichtshalber, beste línea batzuk emango dizkizut para dejar de leer – und falls das jetzt richtig ist, hab‘ ich gerade das erste Mal in meinem Leben eine Nor-Nori-Nork-Form selbst gebildet, man darf mir auf die Schulter klopfen.)

Also, ich mag ja den Kepa-Pedro ziemlich gerne. Oder zumindest phasenweise, wie zum Beispiel, wenn er da ist oder wir schreiben oder ich gerade mit zu viel Zeit in meinem Zimmer rumhänge und nicht kreativ genug bin, mein Leben sonstwie durcheinanderzubringen. In jedem Fall aber ist Sarah nicht diejenige, der ich das verkünden sollte, weil sie ihn ja bekanntlich eine Zeitlang auch mal ziemlich gerne mochte, was überhaupt der Grund für das ganze Debakel ist, weil alle Zeichen darauf hindeuten, dass meine Verdrängungskünste da mal wieder Meisterleistungen vollbracht haben, ohne mich vorher zu konsultieren.

Das dazugehörige Skypegespräch mit Janine vom 30. September gibt’s gratis dazu, um mich nicht schon wieder unnötig in die Materie reinschreiben zu müssen. Ich kann gar nicht glauben, dass wir eine zehnminütige Unterhaltung über etwas hinbekommen haben, das ich beim besten Willen nicht vorhabe zu dramatisieren. Ich mach‘ kein Drama mehr, ich hab keinen Nerv mehr auf Drama und überhaupt, eh ich mich’s verseh, kann ich wieder klar denken und alles wird wieder wunderbar sein.

So oft hintereinander habe ich noch nie einen Menschen „Ja, Mensch“ sagen hören wie Janine an dem Abend.

Call with Janine, 30.9.14

Dies ist übrigens auch eine wunderbare Gelegenheit, mich in einem Gespräch zu erleben, in dem ich blockiert bin. Wobei ich schon ziemlich gut dagegenhalte, muss ich sagen. Ich hab‘ immerhin einige Sachen gesagt, die mir nicht ganz gefallen. Mir ist gerade erst aufgegangen, dass mein Blockiertsein eigentlich immer etwas damit zu tun hat, dass ich mich dagegen sträube, wirkliche Schwäche zu zeigen. Die Art, die ich mir selbst am liebsten nicht erlauben würde zu haben. Ich glaube, das ist ein Punkt, an dem ich in einem wacheren Zustand mal ansetzen und arbeiten sollte.

Man beachte auch Peruaner-Pedros Gastauftritt am Ende. Er fragte mich danach erstmal, was ich da eben von wegen peruanischem Akzent gesagt hätte.

Wie wunderbar dieser Mensch vorhin auf meinem Keyboard gespielt hat, es war schon nicht mehr normal.

Hunger.

Todmüde. Und Arbeit morgen, den ganzen Tag. Ich erwähnte..

Wird Zeit, dass ich ins Bett komme.

Morgen lege ich Paprika ein. Ich freu‘ mich jetzt schon drauf. Fast so sehr wie aufs Schlafen.

Berriak

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Schade, schade – der Flohmarkt ist dieses Jahr ziemlich ins Wasser gefallen. Dafür gab es drumherum hochinteressante Entwicklungen. Du hättest Sarah mit ihrer neuen Bekanntschaft sehen sollen, Manolo – die beiden kennen sich seit Mittwochabend letzter Woche und oh my God, um es mit JOs Worten zu sagen, „die gingen voll ab“. Dem werde ich in nächster Zeit vermutlich noch das ein oder andere Mal begegnen.

Es ist sehr schön momentan, Laura und JO hierzuhaben; wir spielen Monopoly, werden von merkwürdigen Frauen angesprochen, machen köstliche Dinge zu essen (Susmita kommt heute zum Frittieren vorbei und macht mit JO Pakora) und freuen uns unseres Lebens. Ich zumindest. Am Rande meines Bewusstseins macht mir die Planung für August ein wenig zu schaffen, das wird ein überaus reisevoller Monat und es ist noch viel zu wenig vorbereitet. Ich seh’s schon kommen, am Ende muss ich wieder die Hälfte absagen. Kennt man ja vom letzten Sommer.

Soeben habe ich auch erfahren, dass meinem Antrag auf nachträgliche Prüfungsanmeldung stattgegeben wurde und ich somit statt einer Menge freier Zeit (und einem verschwendeten Semester) mit fünfhundertprozentigem Einsatz für fünf Klausuren zu lernen haben werde in den nächsten 2-3 Wochen. OH JE.

Viel Hoffnung und wenig Schlaf

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Der erste Teil meiner heutigen Nacht – lang ersehnt, aber wieder einmal zu flüchtig für meine Begriffe – wurde mir diesmal von Aufräumarbeiten gestohlen. Laura und JO kommen morgen her, JO übers Wochenende zum Riesenflohmarkt und Laura bis Freitag, dem 4. Juli. Sie kommt um kurz vor elf; ich werde sie mit der Nachricht begrüßen müssen, dass ich erstmal arbeiten gehe. Nachdem ich diese Woche bisher genau eine Stunde gearbeitet habe, ist da noch ein bisschen Nachholbedarf. Montag werde ich auch hinmüssen.

Ich bin heute (und war gestern) vollkommen frei von Nebenwirkungen. Mir geht es blendend, als wäre nie etwas passiert. Wirklich. Als hätte es die ganzen Ausschleich- und Weglasswochen nie gegeben. Und das Lustige ist, dass ich gerade mal die Hälfte meiner vorherigen Dosis nehme. Es müssten jetzt um die 5 Milligramm sein. Aber wenn das so weitergeht, sehe ich keinen Grund, wieder auf eine ganze Tablette (o sea, 10 Milligramm) hochzuschrauben.

Aber müde bin ich. Und das hat nichts mit dem Medi zu tun, sondern vielmehr mit zwei aufeinander folgenden Unitagen sowie, dazwischen, der gleichen Anzahl Nächte mit zu wenig Schlaf.

Klumpatsch

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So. Einmal kurz ein bisschen über Stress jammern, dann bin ich auch schon wieder weg hier.

JO ist gestern wieder gefahren, war ne schöne Woche, wenn auch teilweise ein bisschen anstrengend – ich bin nunmal ein allein lebender Mensch und habe schon so ein paar Schrullen, und das merkt man halt erst richtig, wenn für längere Zeit jemand da ist, der einen unwissentlich davon abhält, diese auszuleben. Naja. Sonst war’s toll. Viel rumgekommen. Beim Containern eine ganze Tonne voll mit Blumenzwiebeln gefunden, fertig verpackt. Beim Flohmarkt äußerst erfolgreich gewesen. Wunderbarstes Wetter gehabt, aber auch sintflutartige Regenfälle (ich hab‘ auf der Terrasse geduscht, need I say more?), gestern wieder umwerfende Sonne, heute wieder grau und kalt und meine armen Pflanzen auf der Terrasse, die sind auch wieder überschwemmt worden.

Mein Vater hat heute Geburtstag und ich erreiche ihn nicht. Meine ERASMUS-Bewerbung muss heute abgeschickt werden, ich muss noch eine Hausarbeit für Lenguas y Culturas bis zum Ende des Semesters schreiben und bis Anfang Juli mein Referat zum gleichen Thema vorbereiten, einen Zwischenmieter finden, eine Wohnung in Vitoria finden, meine Sachen irgendwo unterbringen, für Perú packen, fürs Baskenland packen, für die Klausuren lernen, aaaaah, es ist zu viel, es ist zu viel und zu wenig Zeit und ich schaffe es alles nicht.

Deswegen gehe ich jetzt auch mal weiter Vokabeln machen, um mich danach den dringenderen Angelegenheiten zuzuwenden.

Alles warm und schön!!

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Ooooh, es ist soweit, es ist wieder Flohmarktwochenende! Und das unglaublichste Wunderwetter noch dazu, genau wie letztes Jahr. Ich bin jedes Mal völlig aus dem Häuschen, wenn ich mich in die Sonne stelle und mir die Haare auf dem Kopf zu brutzeln anfangen. Oh herrliches Leben.

Ich war gestern mit JO am Fluss und habe mir von ihr ein paar Seiten Syntax vorlesen lassen (und mich danach mit zwei Kapiteln Harry Potter auf Spanisch revanchiert). Absoluter Luxus, dabei in der Sonne zu liegen, Augen zu und Gesicht der Hitze entgegen. Außerdem habe ich ungeschwefelten Wein für meine Essigmuttern gekauft, wobei der Weinmensch in dem Laden meinte, es wäre völlig egal, was man für welchen benutzt. Ich hoffe nur, meine Muttern waren noch nicht ausgetrocknet.

Fechten war extrem anstrengend gestern, aber ich bin trotzdem froh, dass ich hingegangen bin. Es gibt dort, genau wie damals, als ich im Verein war, einen Trainer, der sehr streng und pingelig ist (in etwa wie ich, wenn ich Leuten etwas beibringe) und eine Trainerin, die einfach nur nett und locker ist und einem viel mehr durchgehen lässt. Ich habe gestern viel mit dem perfektionistischen der beiden zu tun gehabt und habe mich, auch wenn man natürlich keine Chance hat, bei ihm alles richtig zu machen, immer besonders gefreut, wenn ich gelobt wurde. Ich mag solche Lehrer. Das bestätigt mich auch, selbst meine Ansprüche an meine Schüler nicht zu senken.

Gestern Abend waren JO und ich containern und haben eine unglaubliche Menge an Gemüse, Pilzen und Radieschen erbeutet. Dazu noch einige Bananen, die wir schon vollständig zu Milchshakes und vorhin noch Bananenbrot verarbeitet haben (welches JO gerade aus dem Ofen holt, um zu sehen, ob es inzwischen fertig ist – wegen der ganzen Bananen haben wir das Rezept verdoppelt und es braucht ewig und drei Tage).

Gleich ist Teeparty! Und danach ist FLOHMARKT!

Ich tue nichts für die Uni.

Oh je.

Verwirrter Schwall von zu viel Zeug

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Genug Schlaf bekomme ich eh nicht mehr, warum also nicht noch ein bisschen länger wachbleiben.

Himmel, was für ein merkwürdiger Tag gestern. Da hing ich den halben Vormittag lang einfach im Bett, habe zwar sinnvolle Dinge getan (Syntax, Vokabeln), aber das Unbewusste konnte sich zu einer Entscheidung in der Frage, ob es einen Panikmorgen einlegen sollte oder nicht, lange nicht durchringen und hat mich zu größeren Handlungen unfähig gemacht. Am Ende habe ich doch gewonnen, bin aufgestanden, habe mir Essen gemacht und mit Lena geskypet, um die Einzelheiten für den Nachmittag abzuklären.

Ich habe mir außerdem das Intro eines wunderschönen Liedes namens Lau Teilatu beigebracht.

Später war ich einkaufen für das Essen bei Lena, bin von da aus zu ihr gefahren und wir haben mit Joi Lasagne gemacht. Es ist außerordentlich erfrischend und erleichtert mich zutiefst, dass die beiden, obwohl sie inzwischen ja mehr oder weniger offiziell inoffiziell zusammen sind, sich weiterhin in Gegenwart Dritter wie normale Menschen verhalten – ich bin in der Richtung Schlimmeres gewohnt (man rufe sich einige meiner näheren Bekanntschaften aus der Vergangenheit in Erinnerung) und hatte dieser ersten Gelegenheit seitdem, mit den beiden alleine Zeit zu verbringen, schon mit einigem Unbehagen entgegengesehen. Einfach weil mich offenbar diese langjährige Erfahrung, „to be best friends with a couple“, nachhaltig traumatisiert hat, auch wenn die Situation in dem Fall natürlich auch nochmal eine andere war. (Über den hypothetischen Verlust von Joi mach‘ ich mir keinen Kopf mehr; ich bin sehr überzeugt davon mittlerweile, dass es gar nicht besser hätte laufen können. Menschen von seiner Sorte sind als Kumpel weitaus besser auszuhalten als sonstwie. Wie ich zu Susmita neulich noch meinte, „being with Joi is a constant fight.“ Sie hat mir zugestimmt übrigens. Und das wäre mir auf Dauer doch zu anstrengend.)

Aber ehrlich. Was das alles angeht, bin ich so unsagbar froh, dass ich es nicht mehr aushalten muss. Hilfe, was für eine Qual, jede einzige Sekunde eine einzige riesige Qual, und das Ganze dann durch den Verdrängungsfilter unkenntlich gemacht; unkenntlich, aber dadurch nicht einfacher zu ertragen. Meine Erklärung für mich selbst damals war glaube ich, dass ich bedrückt war, alleine zu sein, während die beiden sich gegenseitig hatten. Oder so. Es müsste am Anfang des Blogs sogar irgendwo geschrieben stehen. Oh je. Diese ganz andere Welt, die sich da auftut.

An diese alten Zeiten habe ich auch gedacht gestern. Wahrscheinlich zu exzessiv, um die inzwischen so weiträumig ausgebaute Toleranzgrenze nicht doch irgendwie zu sprengen. Aber was soll man machen, heute wird’s vielleicht wieder anders. Es wurde ja am Nachmittag gestern schon wieder anders, als ich mir den Spontankauf einer Flasche Energy beim Kaufland erlaubte (und dafür an der Kasse nach meinem Ausweis gefragt wurde, let’s not go there, please) und diese im Laufe der nächsten Stunden fast leermachte. Joi meinte, es würde absolut nicht zu seinem Bild von mir passen, dass ich dieses Zeug konsumiere. Nunja. Falsches Bild. Die Lasagne war herrlich, die wir gemacht haben, und dank des Energys war ich wunderbar wach und ebenso gelaunt und habe in einer Tour beim Ubongo-Spielen gewonnen. Letztes Mal, als ich das mit Lena gespielt hatte, war ich soweit ich mich erinnere nur mittelmäßig.

Und dann war ja noch Fechten, was auch wieder gut war. May hat sich in den falschen Bus gesetzt und kam eine Stunde zu spät. Lena und Joi lagen oben auf einem Stapel Matten und haben uns beim Training zugeguckt. Ich habe einen meiner (mir persönlich) wertvollsten Ohrhänger in der Umkleide liegenlassen und noch dazu meine Flipflops dort vergessen. Lena war auf meinen panischen Anruf hin (aus dem Bus nach Hause heraus) so lieb, zur Sporthalle zurückzugehen, und hat („du hast mehr Glück als Verstand“) tatsächlich alle meine vergessenen Besitztümer gefunden. Oh was war ich ihr dankbar. Schon praktisch, dass sie direkt neben der Sporthalle wohnt, sonst hätte ich meinen wunderschönen costarricanischen Zufalls-Quetzal-Ohrhänger in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr wiedergesehen.

Gleich bin ich mit Sarah für einen Hof-Flohmarkt in der Stadt verabredet; ich treffe mich mit ihr um 11 und wünschte nur, ich hätte nicht den Rest meines Energys bei Lena stehen lassen, um vielleicht sogar in wachem Zustand dort anzukommen.

Ich schreibe zu viel, glaube ich.

So much we can do

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Ich bin ein bisschen zu betrunken, um etwas Eigenes zu fabrizieren, also teile ich dir nur schnell ein Zitat mit, das ich gerade gefunden habe:

„People get hurt. There’s only so much we can do to protect ourselves, our children. The only thing we can do is be there for each other when we do fall down to pick each other up.“

-aus einem Film namens Trust. Ich habe nämlich gerade recht randomly „trust“ gegooglet und bin dabei darauf gestoßen. Den Film werde ich mir mit Sicherheit bald mal anschauen.

Oh je. Jeden zweiten Buchstaben kann ich gerade löschen und neu illen. -Tippen, meine ich.

Und dass ich einen wunderbaren Tag hatte, kann ich ja auch noch schnell erwähnen. Und dass mich JO am Donnerstag besuchen konnt und ich auf alle Fälle wieder nächste Woche mit Sarah in den Pub gehe, am Samstag. Yay for St.Patrick’s Day and Irish Pubs and people who randomly share their pitchers of beer with you. (Vorhin sagte ich „pinchers“. Um dann in Lachkrämpfe auszubrechen und zu verkünden, „nein, das kann nicht sein. Das ist ein Hund!“)
Oh, ich mag Alkohol. Und Sarah, und Flohmärkte, und meine Band, und mein Leben. Und Mousse au Chocolat, sogar mein (diesmal) etwas misslungenes. Und überhaupt alles.

Schnuppenwunsch

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Mir wurde gestern gesagt, mein Blog wäre in letzter Zeit langweiliger geworden. Nunja. Dass er je nicht langweilig gewesen sein soll, ist schonmal erstaunlich genug zu hören.

Dessen ungeachtet berichte ich jetzt mal in gewohnter Manier aus meinem unspektakulären Dasein.

Gestern war Flohmarkt. Ich habe ein paar Fotos gemacht, diese aber nicht zur Hand. Jedenfalls war es sehr schön und erfolgreich, nur ein bisschen heiß (sodass die meisten Besucher meine Kuchenberge verschmäht haben – their loss) – anders gesagt, wir haben uns so ungefähr den heißesten Tag des ganzen Jahres ausgesucht für unsere Aktion. Aber besser als Regen, natürlich. Es war nach einem extrem stressigen Anfang (verursacht durch einen unglaublichen Ansturm zu früher Besucher – dabei war die Uhrzeit so ziemlich der einzige Bestandteil der Anzeige, in dem die Lokalzeitung keinen Typo untergebracht hat) doch ziemlich entspannt; größtenteils saßen wir den Tag über auf der Terrasse und haben uns bis zum Abend ausschließlich von Kaffee, Tee, eiskaltem Zitronenwasser, Muffins und Kuchen ernährt – war ja genug da. Es wurde jede Menge Kram verkauft, am Abend gab’s nochmal die Riesen-Alles-Zurück-Reinschleppaktion, die Tiefkühltruhe quillt vor Kuchen nur so über und der Altkleidercontainer seit vorhin auch, von dem Zeug meiner Eltern nämlich, das sie gestern nicht verkauft bekommen haben.

Weil es so unfassbar heiß war gestern, habe ich sogar in Erwägung gezogen, unten im ersten Stock zu schlafen statt bei mir im gemütlich auf 40° angewärmten Dachzimmer, bin aber letztendlich doch oben geblieben, schließlich wollte ich auch noch skypen und meine (genau wie ich vom Tag völlig geschlauchten) Eltern dabei nicht vom Schlafen abhalten. Robert hatte keine Lust mehr zu telefonieren, informierte mich aber noch zur Genüge über die aktuellen Entwicklungen mit Sarah, seinem neuen Opfer. Für mich, meine Stimmung und meine Seele (die momentan meistens im Partnerlook daherkommen, ein stylishes Rabenschwarz haben sie sich ausgesucht) hatten diese Entwicklungen ziemlich deprimierende Züge. Roberts Bekundung dazu, er hätte mich lieb, falls mir das helfen würde, verhalf mir allerhöchstens zu einem paranoiden Anfall beachtlicher Größenordnung. Weil ich so fertig war auf einmal, habe ich ihm das entgegen aller Gewohnheit sogar mitgeteilt und ihn gefragt, woher ich aber wissen könnte, dass er und die Anderen nicht alle in zwei Wochen aufhören würden, mit mir zu reden. Er sagte daraufhin, solange ich noch leben würde, würden sie mit mir reden. -Na, ich bin gespannt. Da hat er sich (und den Anderen gleich mit) ja ordentlich was vorgenommen.

Ich habe dann mit Laura geredet bis kurz vor eins oder so, dann hatte ihr PC/Internet/Skype wieder Spackungen und ich habe den Computer ausgemacht und mich nochmal an den meiner Emostimmung angemessensten Ort begeben, anders gesagt bin aufs Dach geklettert. Die Dachpfannen kamen mir noch loser vor als letztes Mal und ich habe mir das Bein aufgeschrappt, aber was soll’s. Oben angekommen kam ich mir allerdings einsamer vor als sonstwo, vor allem während ich darüber nachdachte, dass ich offensichtlich als Einzige aus mindestens der ganzen Siedlung (sehr viel weiter kann man nicht gucken von da oben aus, zumal es ja eh dunkel war) das Bedürfnis verspürt hatte, mich um kurz nach ein Uhr nachts aufs Dach zu setzen und die Sterne durch die ganz hauchzarte Bewölkung hindurch zu beobachten. Ja, ich war ehrlich bestürzt darüber, dass auf den anderen Dächern nirgendwo jemand saß. Es ist vielleicht ungewöhnlich von mir, im Dunkeln auf dem Dach herumzuklettern, aber das hindert mich nicht daran, das Nichtvorhandensein dieser Eigenart bei allen restlichen Menschen zu bedauern.
Ich war kurz emotionsbedingt so bewegungsunfähig, dass ich nicht wusste, wie ich von dem Dach je wieder herunterkommen sollte. Fast hätte ich mich auf den Dachfirst gelegt, aber das war mir dann doch zu unheimlich. Lieber habe ich mich beruhigt und, an den Schornstein gelehnt, den Absurden Song durchgesungen, auch wenn mir halb durch die erste Strophe hindurch die Erkenntnis kam, dass unsere Nachbarn auch unterm Dach schlafen und ihr Fenster aufwar und es vielleicht nicht optimal wäre, wenn sie mich auf dem Dach erwischen würden. Haben sie aber nicht – „Wenn sie schlafen, hören sie’s ja nicht“-Philosophie wieder einmal bestätigt.

Auf dem Rückweg zum Fenster habe ich nochmal Pause gemacht, mich so gut es ging auf der Schräge häuslich eingerichtet und nochmal nach oben geschaut und stell dir vor, ich habe eine Sternschnuppe gesehen. Es hat unnatürlich lange gedauert, bis mir ein akzeptabler Wunsch eingefallen ist. Das ging damals noch schneller. Aber nachdem sich der Wunsch von damals, auf den ich die ganzen unzähligen Sternschnuppen alle angesetzt habe, so schnell auf so unvorhergesehene Weise erfüllt hat (hat er? Ich kann’s nicht wissen eigentlich. Aber hätte er nicht, wäre alles ein noch gigantischerer Fail gewesen), war ich diesmal sehr vorsichtig und habe versucht, meinen Schnuppenwunsch derart zu gestalten, dass seine Erfüllung, sollte das Leben erneut die Güte zeigen, mir diese zu gewähren, nicht mit solchen Konsequenzen für mich einhergehen kann.