Schlagwort-Archive: Frustration

Scheiße

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Murat hat Berufung eingelegt. Ich könnte kotzen. Nichtmal so sehr, weil ich Angst hätte, dass das Urteil beim nächsten Mal großartig anders ausfallen würde. Aber der Stress, den das für R bedeutet. Ich habe so einen Hass auf diesen Menschen. Oder was Murat auch immer ist. Wahrscheinlich ein Reptiloid oder Derartiges. Man sollte mal ausprobieren, ob er auf den Anblick von Alufolie allergisch reagiert.

Roberto postet Scheiße bei Facebook und lässt sich nicht überzeugen. Sein Hirn kann Argumente nicht verarbeiten. Die Mehrheit meiner costarricanischen Bekannten unterstützt einen fundamentalistisch religiösen Präsidentschaftskandidaten, der offen zur Diskriminierung Homosexueller und der Verteufelung sexueller Aufklärung an Schulen sowie einer unbedingten Vereinigung von Kirche und Staat aufruft. Ich bin frustriert.

Ich bin so frustriert im Angesicht von so viel menschlicher Dummdreistigkeit, dass ich schon bald Mordgelüste bekomme. Oder alternativ Lust darauf, Murat den Deutschtürken mit Fabricio dem christlichen Fanatiker auf Lebenszeit in eine Gummizelle zu sperren.

Gefühlskater

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Okay, mich hat’s dann doch noch gepackt und ich habe Basti die wohl beleidigtste SMS meines Lebens geschrieben, bevor ich schlafenging. Außerdem habe ich als vorbildlichstes aller Terrorweiber R mitten im Bus eine Szene ohnegleichen gemacht mit Bezug auf seine absurden Ausgaben für Rauchzeug. Daraufhin verbrachte ich den Rest des Abends praktisch mit Becci am Telefon, unterhielt sie eine Weile mit meinen Sorgen und tauschte mich mit ihr über die neuesten Dramen und Errungenschaften unser beider Leben aus. Becci hatte seit Montag mit niemandem mehr geredet und war dementsprechend mitteilsam aufgelegt. Sie bekämpft ihre Schlaflosigkeit mittlerweile mit Medikamenten gegen Schizophrenie, die in geringer Dosis entsprechende Nebenwirkungen haben – es funktioniert so halb. Sie muss erstaunliche Einblicke in meine alltägliche Existenz gewonnen haben damit, nachdem sie dann auf einmal fünfzehn Stunden am Stück geschlafen hatte und sich immer noch gerädert fühlte.

Zehn Minuten, dann fahre ich los und lasse mir in einem hessischen Kaff Kerzen schenken. Ich nehme mein Fahrrad mit und hoffe nur, dass der Akku die Strecke von drei Kilometern von und zu der dortigen S-Bahn-Haltestelle noch durchhält. Aber yay, Kerzen! Als nächstes poste ich in der Free-your-Stuff-Gruppe ein Gesuch für Tee. Ich habe zwar noch Unmengen davon, aber man kann nun wirklich nie genug Tee haben.

Es ist vollbracht

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…ich habe mich aufgerafft und meinen WordPress-Account erstellt.

Somit ist es offiziell: Wenn blog.de stirbt, findet man mich unter aspibloggles.wordpress.com.

Ach, das ist doch alles Kacke.

Wie sagte ich zu R heute Mittag, als er gerade für zehn Minuten den Kopf aus seiner Politik steckte und meine Anwesenheit durch Kuscheln acknowledgte, bevor ich zu Elli musste… „Ich will nicht weg. Es ist so warm und weich hier.“

ICH WILL NICHT WEG. ES IST SO WARM UND WEICH HIER. Nichts übertrifft die Verachtung, die ich blog.de dafür entgegenbringe, dass es mich mit seinem feigen Selbstmord im Stich lässt, obwohl es hier verdammt nochmal warm und weich ist. ARGH.

Zombiehirn auf Toast. Nein, warte, auf Pause.

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Fuck, was soll das nur werden. Vier Stunden Schlaf vor mir und um 8.15 ein Seminar, das zu schwänzen oder in dem den dringendst benötigten Schlaf nachzuholen so verlockend wie selbstmörderisch wäre, wenn man bedenkt, dass es Morphologie II ist und ich mir eventuell Mühe geben sollte, dem Plank nicht so ganz sofort als hochgradig inkompetent und dazu noch faul ins Auge zu springen. Auch wenn es leider genau den Tatsachen entspricht.

R hielt mir vor ein paar Stunden in der Absicht, zu helfen, einen seiner halbstündigen Monologe über auf seinem eigenen Erfahrungsschatz in der Sache aufbauende Überlebensstrategien in Planks Morph-II-Kurs, die leider allesamt zumindest zu gewichtigen Teilen auf der Annahme beruhen, der zu überleben Versuchende habe irgendetwas an fachlicher Kompetenz vorzuweisen. Ich bin ja nun mit seiner Redegewalt bestens vertraut, konnte aber nicht umhin, mich trotzdem davon geringfügig frustrieren zu lassen. Er, der Abbrecher von uns beiden. Hält mir linguistisch fundierte Vorträge, für die ihn diverse Unis vermutlich bezahlen würden. Effizienter konnte er mir kaum seine eigene hochhaushohe Überlegenheit darlegen, und das in Bezug auf Linguistik im Allgemeinen, Morphologie im Speziellen, Unierfahrung und selbst noch Eloquenz und Rhetorik. Seine Steckenpferddisziplinen nannte er Syntax und Morphologie, diejenigen, die ihn an seinem Studium wenigstens ein bisschen interessiert hätten.

Das Ganze endete irgendwann abrupt mit dem Ausruf „Bier!“, den ich daraufhin, als ich tatsächlich mal wieder zu Wort kam, als das Motivierendste klassifizierte, das er innerhalb der letzten Dreiviertelstunde von sich gegeben hatte. Er hatte dann ein schlechtes Gewissen. Dabei wollte er eigentlich nur helfen. Leider auf eine Art, die mir meine Unfähigkeit nur nochmal deutlicher vor Augen führte. Er kann ja aber auch nicht ahnen, wie unfähig ich bin, wenn es um wissenschaftliches Arbeiten geht. Pfui Teufel; es graust mir davor so sehr, dass ich mich immer mal wieder frage, was genau ich nochmal auf der Uni eigentlich zu suchen habe. Ich weiß es ja selbst. Ich gehöre in eine Selbstversorgerkommune, nicht auf eine verfickte Uni.

Aber gut, was will man machen.

Man könnte damit anfangen, das überschlafmangelte Zombiehirn für ein paar Stündchen auf Pause zu schalten.

Der grüne Zweig

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Es ist so ruhig geworden hier. Meine Bloggerbekanntschaften scheinen allesamt anderweitig zu tun zu haben; ich starre seit Tagen auf die Vorschauen zu den gleichen paar ihrer letzten Einträge.

Mein Tag heute war schön. Abgesehen davon, dass ich Oma zum Geburtstag eine Zitronentarte gebacken habe, welche drei Schritte aus der Haustür raus ihr tragisches Ende auf dem Boden vor den Briefkästen fand. Das hat mich kurzzeitig wirklich frustriert. Ich dachte mir noch ein paar Sekunden vorher, ob es wohl wahrscheinlich wäre, dass sie mir auf den paar Metern bis zu ihrer Wohnung vom Teller rutscht.

Verhungert sind wir trotzdem nicht. Ich wurde zum Essen eingeladen, in das neue Singapur-Restaurant direkt um die Ecke sind wir gegangen. Es war gut. Wirklich gut.

Dann folgte der obligatorische Spaziergang zum Hörnle. Ich gehe den Weg mit jedem Besuch, der mir unterkommt. Weil es einfach ein herrlicher Weg ist. Dann noch ein Eis am Hafen und schon war der Tag für die beiden gelaufen; ich habe hier zu Hause noch ein bisschen Zeit mit Rattenpflege, Trudi-Gitarre-beibringen und Flyerproduktion verbracht (langsam kommen GIMP und ich auf einen grünen Zweig, was ich Janine und meiner Geduld zu verdanken habe) und hätte jetzt eigentlich so richtig Lust auf Chips und einen Film. Schade nur, dass ich ungemein vollgefressen und noch dazu wahnsinnig müde bin. Es ist so viel immer in letzter Zeit, so viel Leben und wenig Ruhe. Ich bin zu viel am Herumwirbeln.

Morgen aber habe ich relativ wenig vor; ich muss nur abends zum Foodsharing-Kennenlerntreffen – wie schnell der erste Freitag des Monats immer wieder heranrauscht – und gehe mittags zur Tafel, abholen. Dort sehe ich vielleicht Nele, die vorhatte, sich den Betrieb mal anzusehen und einen Tag lang mitzuarbeiten. Dann könnte sie mir gleich helfen, das Zeug in den FairTeiler zu bringen. Falls überhaupt etwas da ist morgen. (Aber wenn nicht, das wäre zu schön, um wahr zu sein – den ganzen Tag gammeln, bis halb sieben, das wird mir bestimmt nicht vergönnt sein, das wäre schon wieder zu viel erwartet.)

Ich hätte Lust, mit irgendjemandem über random Details aus unseren Leben und Gedanken zu reden. Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, zu viel zu machen und zu wenig zu reden. Obwohl ich die ganze Zeit mit Leuten rede und dabei wirklich interessante Gespräche zustandekommen. Aber entweder es sind die falschen Themen oder es fehlt die Ruhe.

Darf ich mich nochmal korrigieren – der grüne Zweig mit GIMP ist noch ein Stückchen entfernt. Ich drehe schon bald wieder am Rad. Ich gehe lieber was lesen. Ade.

Herzblut- und Frustrationsquellen

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Hach, das tat gut. Ich hab‘ das erste Mal in diesem Monat mit Saskia geredet – jetzt bin ich über alles an Klatsch aus Vitoria wieder bestens auf dem Laufenden und freue mich außerdem, einen Mensch mehr zu kennen, mit dem ich über weite Distanzen und zur Not auch lange Zeiten hinweg einfach perfekt verbunden bleibe. Ich mag sie. Sie ist so einzigartig.

Heute Abend wird bandgeprobt. Ohne Chris, der seine Prioritäten momentan mehr in Richtung Basketball verschoben zu haben scheint und uns zugunsten seines täglichen Training-Gebens bzw Trainierens und der wochenendlichen Turniere diese Woche völlig versetzen muss. Aber es gibt eh ein paar Sachen zu klären, bei denen er halbwegs entbehrbar ist. Sebi muss neues Zeug lernen, und natürlich sind Sarah und ich diejenigen, die es ihm beibringen – ein Prozess, der lange genug dauern wird, dass wir zur Not mehrere Wochen ohne Cajón auskommen. Ich will ja gar nicht frustriert klingen – das kommt schon noch früh genug – aber etwas ungünstig ist es schon, so ein Gitarrist ohne jedes Gefühl für Musik. Und von mir selbst bin ich auch genervt – weil ich ihm am liebsten die Gitarre aus den Händen reißen und ihm zeigen würde, was er machen soll, aber bei mir hapert es viel zu sehr an der Umsetzung. Das, was er kann – das Technische – das kann ich nicht. Und, leider Gowais, andersherum. Wäre er mit einem kleinen Funken musikalischer Intelligenz ausgestattet, wäre es ein Leichtes.. aah, ich schreibe mich schon wieder in Verzweiflung. Lassen wir das. Es ist ja wahrscheinlich eh nur noch ein Jahr. Und wo ich doch jetzt wahrscheinlich einen Gitarrenlehrer habe (ich hab‘ ein Musik-Tandem-Gesuch gepostet in unserer tollen „Ich kann was, was du nicht kannst“-Gruppe, und Klavierunterricht als Tausch angeboten, und es hat sich schon nach ein paar Minuten jemand gemeldet), wird es ja eventuell zumindest auf meiner Seite irgendwann doch nochmal eine Art Fortschritt geben.

Habe ich eigentlich erwähnt? Ich hätte Ende März in einer Kirche spielen können. Auf einem Flügel. Auf einem Flügel in einer Kirche. Leider bin ich ja nicht da. Ich könnte kotzen, könnte ich – wieso muss ich immer weg hier, warum?! Aber ich kann WG-Sarah ja schlecht das zweite Jahr in Folge verkünden, dass ich sie doch nicht besuchen komme. Warum nur musste ich so früh schon die Bahntickets buchen, warum. Da denkt man sich ein Mal im Leben, man könnte doch schonmal etwas im Vorfeld erledigen. ARGH.

Freitag spiele ich Nachhilfe-Vertretung für Sarahs Freundin Carmen, die sich zur Zeit in Mexiko herumtreibt und dementsprechend nicht verfügbar ist, um kleinen Jungs das Present Perfect beizubringen – eine undankbare Aufgabe, die mir da zufällt. Aber immerhin kommt auf diese Weise mal wieder ein bisschen Zahlungsmittel in meinen Besitz. Kann ja nie schaden.

Auch wenn ich immer mal wieder zwischendurch so Anfälle habe, im Zuge derer ich von einer Art Konsumstreiksbegeisterung gepackt werde und sich mir immer neue Ideen auftun, wie dem monetären System so gut es geht zu entkommen ist. Und wo sich meine momentane Position eigentlich so ansiedelt – und wie weit sich das noch in eine richtigere Richtung ohne große Mühe verschieben ließe.
Und immerzu will ich eigentlich Einträge auf Save the Lettuce schreiben, zuhauf, aber finde nicht die Motivation, mich wirklich dranzusetzen. Weil es so viel gibt – das ist schon wieder zu viel. Über Foodsharing muss ich schreiben, und über den BUND, dem wir uns demnächst mit Freude einverleiben werden, über Fracking am Bodensee, Träume von Gratis-Häusern und andere Abstrusitäten. Über Tausch-Brunches, Terrassengärten, Komposteimer, Drachenfruchtsamen, eingelegtes Zeug, zusammengerettete Tortillas, Umsonstläden, Public Gardening, Samenbombenbastelaktionen, Schnibbelparties, Haushaltsauflösungen, Nachbarschaftshilfe und Musik-Tandems. Schreiben tue ich letztendlich gar nichts, weil mich die schiere Menge des zu Schreibenden überfordert. Prokrastinationsnatur bis hin zu den Dingen, wo eigentlich mein ganzes Herzblut reinfließt. Schlimm sowas.. Was kann man da noch Anderes machen als schlafengehen.

Der Kampf hat ein Ende

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Tagewerk geschafft? Na du bist lustig. Ich habe bis vor ein paar Stunden mit Robert über Handy, Facebook, Skype und TeamViewer an meinem Computer getüftelt, zeitweise mit Trudis Computer daneben, und bin nunmehr vollkommen hirntot und geschlaucht, aber ENDLICH im Besitz einer vollkommen wiederbelebten Bernadette, die sich zwar lange genug gegen ihre neue Seele gesträubt hat, jetzt aber mit Manjaro XFCE immerhin soweit zurechtkommt, als sie nach bitterem Kampf zumindest erlaubt hat, es zu installieren.

Ich habe mir für heute schon wieder zu viel vorgenommen. Aber besser zu viel als zu wenig. Wahrscheinlich komme ich wieder zur Hälfte der Punkte gar nicht, weil ich es nicht gebacken kriege, die iTunes-Ersatzsoftware dazu zu bekommen, sich ausführen zu lassen, und damit einen halben Tag herumprotschele. Wie gut, dass ich zwischendrin zur Tafel muss und vorher zu Montse gehe.

Uff. Das war aber auch ein Krampf. Von zwei bis halb elf hat’s gedauert heute. Von der halben Woche davor gar nicht erst zu reden. Robert bekommt von mir nen Pitcher Bier ausgegeben, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Oder zwei. Ich wäre ja alleine völlig aufgeschmissen gewesen. Computerkundige Kumpels sind schon praktisch. (Und es ist gut, dass die zweifelhafte Ehre, Bernadette zu retten, ihm zugefallen ist und nicht, sagen wir, Şahin. Der müsste zwar mittlerweile ja ein unmenschlicher PC-Crack sein – meine Güte, der müsste bald mit der Hochschule fertigsein! – aber mit seiner Geduld (oder eher der auf a hochgestimmten hohen e-Saite, die er anstelle einer Geduldsspanne hat) hätte er vor Tagen schon aufgegeben. Geschweige denn sich heute nochmal 6 Stunden lang hinzuhocken und meinen Computer fernzusteuern.)

Fertig.

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Die Verwandlung ist vollzogen. Und weil ich Saskia für ihr Werk so unglaublich dankbar bin und mich so sehr freue, konnte ich sie unmöglich nach getaner Arbeit aus der Wohnung schmeißen, auch wenn eigentlich alles, was ich wollte, war, mich ins Bett zu hauen und zu telefonieren – mit Janine wollte ich seit vorgestern schon unbedingt reden, und außer den sonstigen üblichen Verdächtigen ist auch noch Susmita aus Finnland zurück.. Es muss aber alles noch einen Tag warten, weil Saskia, wenn sie sich einmal verquatscht, so bald nicht dazu zu bewegen ist, damit wieder aufzuhören. Und während die Sachen, die so sagt, meistens sehr interessant sind, und ich auch wirklich sehr gerne mit ihr rede, war ich doch am Ende einfach nur übel abgefuckt von ihrem Nichtweggehen. So drei Stunden nachdem sie sich eigentlich aufmachen wollte und ich schon am liebsten den Computer geschnappt hätte und in mein Zimmer gerannt wäre, um zu schauen, ob irgendjemand von den Leuten, mit denen ich reden wollte, noch dawar.

Jetzt werde ich ins Bett gehen, weil ich um neun Uni habe und es tragisch genug ist, dass ich genau wie vor einer Woche dieselbe nur mithilfe von Energy Drink überhaupt einläuten können werde. Aber ich muss zu Simultánea gehen, weil ich am Mittwoch schon nicht dawar, mangels Stimme. Das eine Fach, zu dem man zwingend eine Stimme braucht, und meine sucht sich genau den Tag aus, um sich vom Acker zu machen. Natürlich, es geht in Flammen auf.

Oh Menschen, was tut ihr nur.

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Es ist zwar nicht, wie angekündigt, „the most eye-opening video“ I’ve ever seen, was aber daran liegen könnte, dass meine Augen in der Beziehung bereits weit offen sind und alles weitere Öffnen wohl nur durch chirurgische Maßnahmen bewirkt werden könnte, ähnlich der am Ende des Videos.

Ich bin trotzdem mal wieder von Grund auf bestürzt und war ja schon wieder fast entschlossen, vegan zu werden. Nach genauerem Überlegen habe ich aber festgestellt, dass ich eh seit Langem dazu neige, so viel wie möglich an tierischen Produkten durch nicht-tierische zu ersetzen. Ich propagiere auf unaufdringliche Art die vegane Lebensweise, leiste Aufklärungsarbeit, wo sie willkommen ist.. bringe Bananenbrot und Apfelmusmuffins unter die Leute und freue mich, wenn sie feststellen, dass Schoko-Mousse ohne Eier genauso köstlich ist wie mit.

Was Nachhaltigkeit und bedachten Konsum betrifft, bin ich irgendwo im Mittelfeld. Immerhin bin ich weit weg davon, mich dem monetären System komplett zu entziehen, auch wenn ich an Raphaels und Tobis Beispiel ja sehe, wie der Mensch darin aufgehen kann. Einmal so leuchten wie die beiden.. Das müsste man erreichen, dann hätte man etwas geschafft im Leben.

Aber das Bewusstsein ist immerhin da, sogar so weit, dass manche es schon als radikal einstufen. Mir fehlt hier das Containern, das bewusste Auseinandersetzen mit meinem Essen, mit seinem Ursprung. Meine Eltern stopfen Gemüse, Salat, Brot noch und nöcher in ihre Einkaufstüten und mir wird ganz schwummerig bei der Vorstellung, wie viele perfekte Salatköpfe unterdessen in Behältern vor den Supermärkten ihrer Vernichtung entgegensehen. Wie viele perfekte Paprikas. Möhren. Bananen, Mangos, Avocados. Früchte, die unter widrigsten Bedingungen angebaut, geerntet, verpackt, gelagert werden, um die halbe Welt gereist sind, um letztendlich, vom europäischen Endverbraucher verschmäht, ihr entwürdigendes Ende auf einer Müllkippe zu finden. Und statt diesen makaberen Vorgängen etwas entgegenzusetzen, sehe ich mich gezwungen, für ein paar Wochen wieder voll drinzustecken. Ich kann ja schlecht meine Familie mit gerettetem Essen zwangsernähren.

Festgemacht

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Manchmal verfluche ich innerlich meine Familie und engen Freunde dafür, dass sie alle so gar keinen Hang zum Fotografieren haben. So wie jetzt, wo ich der Tatsache ins Auge sehen muss, dass es nicht mehr als eine Handvoll Fotos von mir und dem Kater gibt, geschweige denn eins von ihm mit der ganzen Familie. Das hatte ich noch gesagt, als ich jetzt über Ostern da war. „Wir müssen eigentlich mal ein Foto von uns allen zusammen machen.“ Wir haben es nur nicht gemacht.

Auch sonst ist es unpraktisch, offenbar die einzige fotografisch veranlagte Person im Umkreis von Kilometern zu sein. Wann immer ich mit Leuten etwas unternehme, existieren danach haufenweise wunderbare Bilder. Von allem und jedem, außer mir natürlich. Klar, ich bin auch nicht gerade das fotogenste Geschöpf unter der Sonne, aber ein bisschen liegt es ja schon auch an der mangelnden, naja, Quantität. Schade sowas. Dafür freue ich mich immer doppelt und dreifach, wenn doch mal ein schönes Bild von mir durch Zufall oder andere mysteriöse Umstände zustandekommt. Und versuche mich nicht zu sehr zu grämen, wenn es wieder mal nicht der Fall ist. Perú mit Simone wird so eine Gelegenheit werden.

Hach ja. Über was für eine überflüssige Scheiße ich mir jetzt schon wieder Gedanken mache. (Überflüssige Scheiße being, wenn man die teilweise Todesursache meines Katers in Betracht zieht, vielleicht nicht die günstigste der günstigen Wortwahlen heute.)
-Nicht wundern, wenn ich normal klinge. Sagte ich damals schon, als ich den RNs verkündete, dass Dari gestorben war. Mein Kätzchen, meine beste Freundin. Aber was soll ich machen, ich kann doch nicht die ganze Nacht durchheulen. Und es ist so richtig eigentlich, dass er eingeschläfert wurde; es ging ihm ja schlecht und meine Eltern waren auch schon so gestresst und sind monatelang nur noch auf dem Zahnfleisch gegangen. Und er selbst ja erst recht. Dann muss ich damit ja doch irgendwie klarkommen.

Gerade habe ich mit Sarah telefoniert, unserer ehemaligen Mitbewohnerin – das war mal wieder mehr als fällig und ich freue mich unendlich, dass wir uns immer noch einfach ohne Probleme unterhalten können und die langen Abstände zwischen den Gesprächen unserem guten Draht zueinander keinen Abbruch tut. Ich bin mal wieder so dankbar für alles.

Mit Caro habe ich auch geschrieben; sie hat Angst vor dem Wochenende (ohne dass ich irgendwas getan hätte, um ihr welche zu machen) und wünscht sich glaube ich mittlerweile, sie hätte diese gowaiverdammten Tickets nicht schon gebucht und überhaupt diese ganze Idee nicht gehabt. Sie macht sich eine unfassbare Panik, ich glaube es gar nicht, sie fürchtet sich richtig davor, mich zu sehen und am Ende noch irgendetwas falsch zu machen. Während ich an das alles mit so offenem wie gelassenem Herzen herangehe und mir einfach denke, wenn’s klappt, is‘ gut. Und wenn nicht, dann auch. Ich habe mein Leben, ich bin zufrieden ohne sie. Mein Glück kommt aus ganz anderen Quellen. Oh hoffentlich verlässt mich niemand, der mir wichtig ist, in naher Zukunft. Dann kann ich, mit ihrer aller Unterstützung (auch wenn das paradox klingt auf den ersten Blick), weiter daran arbeiten, unabhängiger zu werden und eben meine ganze Existenz nicht mehr an anderen Menschen festzumachen.