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Such a rainy day

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Es ist… so grau.

Wow. Wirklich, ich habe so on-off bis 12 geschlafen, weil ich keinerlei Impuls verspürt habe, mich zum Wachwerden zu bringen. Vom Moment des Aufstehens an ist das Lied nicht aus meinem Kopf wegzubekommen.

The most rainiest day of my liiiiife.

Stimmt zwar nicht, es war einfach nur so lange nicht mehr nass und grau, dass man es einfach so empfinden muss, aber das stört das Lied ja nicht.

Ich habe den letzten noch im Kühlschrank befindlichen Fertigkäsekuchen zum Frühstück angebrochen und mir einen Kaffee gemacht, mich hingesetzt und Scrubs geguckt, die übliche Routine. Dann eine Stunde an Timos Doktorarbeit gewerkelt, die ich ihm korrigiere.

Nebenher warte ich auf den Anruf der Scribbr-Frau. Ich habe gestern den Bescheid bekommen, dass ich zum Probearbeiten angenommen wurde, und könnte mich darüber dumm und dämlich freuen, wenn ich mich nicht so sehr fürchten würde. So viel Neues. So viel Arbeit. Aber das ist es nicht, vor dem ich mich fürchte, natürlich, sondern dass ich es nicht gebacken bekomme, das ist es. Dabei wäre es ein Traum. Wenn ich nur erstmal sicher wäre, dass ich das schaffe.

Es ist nicht sonderlich gemütlich hier drinnen. Das liegt daran, dass ich noch immer nicht das Staubsaugen hinter mich gebracht habe. Genausowenig habe ich aufgeräumt, geduscht oder sonstwie dazu beigetragen, dass ich es mir endlich richtig schön machen kann, mit Kerzen und Räucherstäbchen und Musik und allem. Ich sollte das wirklich mal tun.

Ja, komm schon. Die Folgen Lebensmittelvergiftung habe ich jetzt endgültig auskuriert, an drei Tagen genug für drei Wochen geschlafen und sichergestellt, dass Nahrungs- und Flüssigkeitshaushalt sich wieder auf ein akzeptables Niveau einpendeln. Ich fühle mich wieder gesund. Dann kann ich mich ja auch wieder entsprechend verhalten.

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We’ve got no right to plan.

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Und irgendwie bin ich halt doch das Problem. Wie ich zu Caro gerade sagte (die gute Seele hat mir sofort vorgeschlagen, kurz zu skypen, sobald ersichtlich wurde, dass mir die Gesamtsituation mal wieder keine Freude bereitet), ich schaffe es nicht, ich selbst zu sein mit ihm. Ich bin viel zu wenig ich selbst; ich bin eine abgespeckte Version meiner selbst, mit der sich überhaupt nur abzugeben ich niemandem zumuten wollen würde. Ich passe mich ihm an und werde intransparent, und alles, was noch von mir übrigbleibt, ist so viele Meilen weit von dem entfernt, was ich eigentlich bin, dass ich mich einfach nur noch selbst beobachte und innerlich ungläubig den Kopf schüttele.

Der Wert darin erschließt sich mir nicht – die Unfähigkeit, sich zu öffnen. Die Abstrusität in dieser Situation, nebeneinander auf dem Bett zu hängen und Youtube-Videos zu schauen und überhaupt immer irgendetwas zu brauchen, mit dem man sich beschallen lassen kann, weil sonst alles in Awkwardness versinken würde. So war es immer und so wird es immer bleiben, wenn er die Tür nicht aufbekommt, hinter der er sein ganzes Wesen so sorgfältig verstaut hat. Ich passe mich dem an und versuche, etwas, das nicht hinter Türen gehört, hinter Türen zu stecken, die ich nicht habe. Das kann ja nur schiefgehen. Und es geht wirklich schief; ich kann das einfach nicht. Im Gegensatz zu ihm, der unter diversen anderen auch diese Fähigkeit perfektioniert hat. Einfach nichts von sich zeigen und trotzdem eine Persönlichkeit zu haben, mit der man sich umgeben möchte.

Was für ein Gammeltag. Ich habe nichts gemacht außer Schlafen, kurz aufstehen und Kepa beim Panikschieben zusehen, weil er gefailt hatte und zu spät loskam, frühstücken, mit Caro und jetzt gerade mit Janine skypen und eine leicht aggressiv angehauchte Trudi ins Haus lassen, die von ihren Eltern zurück nach Hause gebracht worden war und offenbar Schwierigkeiten hatte, die Tür aufzuschließen. Mal sehen, was da los ist. Wenn jetzt zusätzlich zu unserer Klingel auch noch die dazugehörige Tür kaputt ist, können wir ja bald einen Award für das besucherunfreundlichste Haus ever gewinnen. Kepa hab‘ ich gestern beim ersten Mal auch nicht gehört; der kam dann zwanzig Minuten später wieder, nachdem er sich erstmal noch in der Uni herumgetrieben und wichtige Telefonate geführt hatte. Was auch immer.

Jetzt höre ich die fast schon verloren geglaubte Balkon-Aufnahme von Destinations Unknown und bin verblüfft von mir selbst. Und wie ich diese Zeit vermisse. Und Sarah. Ich bin jetzt gerade nicht wirklich glücklich. Soll auch mal vorkommen, ich weiß, aber lieber wäre es mir anders.

Leben und Lernen – ein Wiederanfang

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Wichtige Erkenntnis: Die Verwirrung wird immer dann schlimmer, wenn ich nichts zu tun habe. Ich bin gar nicht verwirrter als sonst; ich habe einfach nur viel zu viel im Bett gehangen und ins Verwirrtsein Zeit investiert. Vermutlich erklärt das (unter Anderem) auch meinen suboptimalen Grundzustand in Vitoria.

Noch eine wichtige Erkenntnis – und die ist wirklich wichtig – ich hatte für kurze Zeit vergessen zu arbeiten. Ich hatte die unsagbar elementare Tatsache aus den Augen verloren, dass ich für mein Wohlbefinden was tun muss. Und mich dann gewundert, wieso ich den dritten Abend in einer Woche mit einer Flasche Wein im Bett verbringe. (Wie übrigens ebenso den Großteil der restlichen Abende, die dann nur ohne Wein.) Diese Arbeit hört nie auf. Es ist ja durchaus angenehm, den Schwung auszunutzen und für eine Weile aufzuhören zu treten, aber irgendwann gerät man doch unweigerlich ins Wanken.

All diese Einsichten bescherte mir dieser Abend mit den Foodsharing-Leuten, die und noch einige mehr. Und nicht nur die Einsichten, sondern den therapeutischen Effekt einer einzigartigen Mischung aus Foodsharing-Treffen, anschließendem Kochen und Musik. Lorenz, einer unserer relativen Neuzugänge, ist ein wunderbarer Musiker und schnappt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Gitarre. Wir haben schon auf Rajas und Katjas Abschiedsparty zusammen gesungen. Und Fabi, Thomas‘ Mitbewohner (Thomas ist der Foodsaver, bei dem wir nachher gekocht haben, und auch einer derjenigen, die ich durch meine ewige Abwesenheit heute erst persönlich kennengelernt habe), konnte Of Monsters and Men spielen und bereitete mir somit die erste Mitsinggelegenheit des Abends. Es war herrlich. Ich habe My Head is an Animal mit jemand Fähigem gesungen, ich kann es noch gar nicht glauben. Tragischerweise gingen uns beiden nach dem ersten Chorus die Textkenntnisse aus.

Und so wurde mir klar, dass der Semesteranfang, beispielhaft eingeläutet durch diese Rückkehr ins Foodsharing-Umfeld nach langen, langen drei Monaten, für mich eine Chance ist, wieder in den alten Trott meines neuen Lebens zurückzufinden. Und drinzubleiben. Der Trott ist ja gar keiner im eigentlichen Sinne; er besteht ja nur aus Leben und Lernen, aus möglichst viel Leben und möglichst viel Lernen.

Genug des Gammelns…

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Jetzt fängt das Leben wieder an. Nach dieser Woche kann ich mich fast schon selbst davon überzeugen, dass das auch ganz gut so ist; ich habe ewig nicht mehr so hardcore gegammelt.

Heute Abend gibt’s ein Riesen-Foodsharing-Treffen, auf dem ich einen ganzen Haufen neue Leute kennenlernen werde – ich war ja über Monate nicht mehr bei Treffen und habe die ganzen neuen Mitglieder bisher völlig verpasst.

Und morgen fängt die Uni wieder an. Stilvoll mit Syntax II, was gibt es Schöneres. Oh, richtig, so ziemlich alles auf der Welt. Mittags ist mein Tafel-Abholtermin und danach gehe ich arbeiten. Uääägh… Ich glaub‘, ich bin doch nicht wirklich überzeugt, dass das gesund ist.

Und ich bin verwirrt. Aber wann bin ich das nicht.

Igeltum

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Ich habe den Vormittag mit Buch im Bett verbracht, faul und gammelig – wie es sich für die letzte Woche Ruhe vor dem neuen Semester gehört – Berri Txarrak hörend und süßes Brot essend, das ich Montag von der Tafel gerettet habe. War gerade kurz in der Stadt und kam zum ersten Mal durch meine heute Vormittag eingebaute neue Haustür rein. Und schon bin ich zurück im Bett. Draußen ist es so weiß heute, als wäre es schon Dezember, und für einen kurzen Moment bot mir der Anblick des reflektierten Lichts auf dem kahlen Birnbaum vor meinem Fenster einen Vorgeschmack auf die nahenden verschneiten Wintertage.

Zum Glück ist es noch nicht ganz soweit; ich habe gerade vorgestern die allererste Tomate an einem meiner selbstgezogenen Pflänzchen erspäht und würde mich unsagbar freuen, wenn sie noch die Chance hat, dick und rot zu werden, bevor hier die Eiszeit eintritt. Meine erste selbstgemachte Tomate! Ich bin so glücklich darüber, das glaubt man gar nicht.

Jetzt habe ich Panik, seit einer unendlich langen Zeit mal wieder, und natürlich keine Ahnung, wo sie herkommt. Hätte sie nicht schon angefangen, bevor ich begonnen habe zu schreiben, würde ich annehmen, ich fürchte mich vor dem Winter. Aber nein, den überlebe ich schon. Ich bestell mir Long-Life-Teelichter und mache mir meinen Raum warm und gemütlich und höre Musik und buddele mich ein und bekomme von der ganzen Kälte und dem Grau da draußen gar nichts mit. Winterschlaf wäre was Feines; ich hab‘ in letzter Zeit unfassbar Lust auf Winterschlaf, aber leider bin ich ja kein Igel. Ich mach‘ mir ein Feuerchen, dann wird das schon. Mampfe Cashews und backe Kekse. Das wird schon.

Laulenzen – Faulenzen

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Ich werde jetzt (aller Voraussicht nach) etwas tun, das ich seit ewigen Zeiten nicht mehr getan habe. Und zwar sitze ich am hellichten Tag im Bett, mit dem Computer auf den Schenkeln, und werde einen Film gucken. Und wie ich mich darauf freue! Ich habe mir eine halbe Box Eis aus dem Gefrierfach geklaut, von dem ich keine Ahnung habe, wem sie gehört, aber das wird sich bestimmt herausstellen. Wenn ich demnächst mein Geld wiederhabe, kann ich derjenigen dann eins nachkaufen. Wenn schon keine Chips dasind.. Am liebsten hätte ich Chips.

Was ist das herrlich. Ich mach‘ mir eine Gammelwoche, habe ich gerade beschlossen. Mein Fahrrad zu reparieren hätte mich über 100€ gekostet, das habe ich gleich zum Verschrotten dagelassen. Bei Gelegenheit ist das Reichenauer dran, vielleicht habe ich damit ja mehr Glück. Bis dahin aber bin ich anhängertransport- und somit abholunfähig und übertrage meine Termine lieber anderen Foodsharern.

Wunderbare Bärlauch-Kräuterbutter habe ich heute übrigens gemacht. Und das Salz ist fertig und sieht unglaublich edel aus und ich habe es nochmal gesiebt, sodass ich ein paar Behälter mit feiner und ein paar mit gröberer Körnung gewonnen habe.

Jetzt aber ran ans Werk, namely „The Science of Sleep“.