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Nooooooooo!

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The zombies ate my brains! I suck!

Eigentlich habe ich ja überhaupt nur angefangen zu zocken, damit die Seite hier in Ruhe laden konnte. Von demher: Auch gut.

Mit ziemlich viel Bier und einer guten Portion Sozialkompetenz meine ich, diesen Nachmittag ziemlich gut herumbekommen zu haben. Du machst dir keine Vorstellung, wie awkward es teilweise ist, mit Mike rumzuhängen. Einfach, weil wir das nicht wirklich gemacht haben bisher und irgendwie grandios dazwischen schwanken, uns einerseits unsere lebensdefinierendsten Erfahrungen zu erzählen und andererseits einfach nicht die Spur einer Ahnung zu haben, was wir noch so reden könnten. Mein Gefühl sagt, dass das nie wirklich vollkommen entspannt wird. Aber streckenweise war es wirklich gut. R war super als Katalysator und während wir im Wald waren, haben wir über Mitbewohner geredet; nicht unbedingt ein Thema also, bei dem mir der Gesprächsstoff schnell ausgehen würde.

Jetzt habe ich Hunger, was absurd ist, weil R vor zwei Stunden noch einen riesigen Stapel Reibekuchen gemacht und ihn mit allerlei Aufstrich- und Garniermöglichkeiten uns auf dem Wohnzimmertisch präsentiert hat. Es gab unter Anderem Thunfischaufstrich, welchen ich neulich containert hatte, Nutella und veganen Aufschnitt. Und, wahrscheinlich nur, weil ich so verzweifelt danach gejammert habe, sogar mein gutes altes Apfel-Birnen-Mus, welches ich immer noch jeglichen Experimenten vorzog.

Aber das hat sich gerade erledigt, denn offenbar hat R auch wieder Hunger, sodass ich uns jetzt ein paar Brote mache und danach aber schleunigst ins Bett gehe. Bis morgen um viertel vor elf muss ich schon wieder arbeitstüchtig sein.

Die Katze hat auch Hunger. Irgendwie haben wir hier alle Löcher im Magen.

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Neu in der Favoritenliste: Goldenes Klopapier.

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Hallelujah. Ich hab’s gestern noch richtig weit gebracht. Nicht nur konnte ich mich dazu bewegen, die Mail der Gemüsekistenfrau zu beantworten, in der sie sich erkundigte, ob die Lieferung gestern wie besprochen die letzte sein sollte, sondern ich habe auch der Frau vom Institut geantwortet, die mir vor Wochen schon die Zahlungserinnerung geschickt hatte, und die dazu passende Überweisung getätigt. Die Lerntherapeutenausbildung kann beginnen.

Ich habe außerdem erledigt, was ich seit Tagen tun wollte: Papas Weihnachtsgeschenk bestellt. Es ist eine Rolle Luxus-Klopapier – schwarz mit Blattgoldaufdruck. Das hat zum Hintergrund, dass mein Vater – no pun intended – ein unreflektierter Riesenarsch ist, was seinen Klopapierkonsum betrifft. Er sieht weder ein, dass sein Hintern auch von drei Lagen sauber wird statt von vier, noch lässt er sich zum Kauf von Recyclingpapier überreden. Oh nein, er braucht natürlich das nie zuvor prozessierte, extra für ihn abgeholzte  jungfräuliche Zeug. Wir haben uns vor ein paar Monaten, als ich meine Eltern besuchte, im Supermarkt darüber in die Haare bekommen (Avocados waren auch noch ein Thema, aber ich schweife ab) und ich habe nun eben die Entscheidung getroffen, mit dieser leidigen Tatsache humorvoll umzugehen. Ebenso wie damit, dass seither in meiner Browser-Schnellwahl der Vorschlag „goldenes Klopapier“ angezeigt wird, was ein bisschen den Eindruck erweckt, als würde ich alle drei Minuten sowas googlen.

R ist wieder arbeiten; ich habe das ganze Wochenende frei – seit wasweißichwievielen Wochen konnte ich alle meine Stunden mit Sophi unter der Woche abhalten und muss somit diese Woche nicht mehr ran. Wenn mein Handy fertig geladen ist, überlege ich mir, ob ich noch containern fahre. Ich habe Barbara infiziert, die mich nun regelmäßig zum Großmarkt begleitet – weit hat sie’s ja nicht – und Mittwoch mit ihr und Karina den ultimativen Monstersupergau erlebt. Noch nie, ich schwöre, habe ich so viel gefunden. Es war der reinste Segen, dass ich mit Karina und deren Auto dawar. Der kurze Transportweg von der Ladezone zum Auto hat schon ausgereicht, dass meinem treuen Platzwunderrucksack ein Träger abriss von dem enormen Gewicht seines Inhaltes.

Aber heute vielleicht wieder, allein schon, weil ich dann mit Barbara zu mir zurückfahren und Carcassonne spielen könnte, statt noch einen Nachmittag sinnlos mit Friends-gucken zu verdaddeln. Ich mache es davon abhängig, was sie sagt.

Irrtümer

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Also gut – wie kaum anders zu erwarten, habe ich keine Woche gebraucht, um festzustellen, wie sehr sich ein Mensch doch in sich selbst irren kann. Ich habe mich mit dem Beziehungsöffnungsversuch um Welten überschätzt; es war blanker Selbstbetrug.

Zu meinen großen Glück konnte ich mich zeitnah dazu durchringen, diese Erkenntnis R zu kommunizieren. Vielleicht hätte ich es nicht so schnell über mich gebracht, wäre mir nicht Samstag anhand von Simons und Franzis Hochzeitsversprechen überdeutlich vor Augen geführt worden, wie sehr ich mir eigentlich genau das für mein Leben wünsche. Nicht das Heiraten; ich kann ohne Heiraten leben. Ich hätte nun wirklich nichts dagegen, falls es sich so ergeben sollte, aber solche Kompromisse gehe ich mit Leichtigkeit ein, wenn es mein Partner eben nicht möchte. Aber Priorität zu haben, die allerallererste; ihm so wichtig zu sein, dass nichts Anderes und vor allem niemand Anderes – wie es Simon formulierte – je dazwischenkommen könnte, das brauche ich, einfach, weil ich exakt so funktioniere und weniger zu geben wie auch zu bekommen nicht in der Lage bin.

Erstaunlicherweise sollte ich, unmittelbar nachdem mir dies bewusst wurde, zu der Erkenntnis gelangen, dass mein Wunsch Realität ist. Wir haben uns nach der Trauung relativ zügig auf einen Waldspaziergang (!) von der lächerlich perfekten Location und der zum Brüllen perfekten Gesellschaft in die (wer hätte es vermutet) aufs Höchste idyllische Umgebung abgesetzt und natürlich waren wir kaum drei Schritte weit gekommen, bis ich damit herausplatzen musste, dass ich bei allem guten Willen eine Polybeziehung nicht überleben würde. Man stelle sich diesen Schwall aus Wasser und Wörtern vor, der aus meinem verheulten Gesicht auf seine Schultern fiel: Es tut mir leid, ich will dich nicht verstümmeln, ich will nicht, dass deine Bindung zu mir im Arsch ist, ich wollte es nicht zurücknehmen… Und dann stelle man sich das Opfer meiner Umentscheidung vor, man sehe es mich anschauen und höre es sagen: Es ist vollkommen in Ordnung. Und: Ich möchte dich nicht verletzen.

Ich habe so viel aus diesem Gespräch und dem ganzen Versuch gezogen, dass es die ganze Panik und den körperlich spürbaren Stress völlig aufwiegt. Weder habe ich mich je so geliebt gefühlt, noch hatte ich je weniger Bedenken dabei, meine Gefühle offen darzulegen. Dieser Tag, ich sage es dir. Ich kann es nicht sagen. Mir fehlen die Worte.

New Day Dawning

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Ich habe also gerade diese wirklich nicht einmal halbwegs meinen Ansprüchen genügende Hausarbeit abgeschickt, nach einer blockierenderweise durchgemachten Nacht, in der ich mehr auf den Handy- als auf den Computerbildschirm gestarrt und zwischendrin – so um die halb fünf rum – mal einen verzweifelten Versuch habe, mein zerstörtes Gehirn durch Schlafen zu resetten – natürlich vergeblich, nachdem mir R, der seinen Zug nach der Arbeit verpasst hatte, die dadurch verlorene Zeit nutzend noch Chips und Energy mitgebracht hatte…

Ich habe alles an Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins durchgemacht in den letzten zwanzig Stunden. Mehr Tiefen eigentlich, die Höhe wäre dann… jetzt. Aber natürlich funktioniert mein Hirn nicht und ich kann die ungeheure Erleichterung, die mich eben für ein paar Sekunden überschwemmt hat, schon nicht mehr greifen, mein Kopf sagt mir SCHLAFEN und mein Magen sagt mir ESSEN und ich sage mir DUSCHEN, denn seitdem mich dann doch noch der Ehrgeiz gepackt hat, dieses Monster fertigzuschreiben, habe ich mir das Duschen zu Selbstantriebszwecken verwehrt. Ich habe die letzten drei Nächte gestunken wie… einmal kurz unter den Achseln riechen, um Inspiration für den passenden Vergleich zu erlangen…

Ach, was auch immer. Ich muss nicht mehr nach Wörtern suchen in meinem schlafentzogenen Hirn, ich muss gar nichts mehr suchen. Ich will nicht einmal schlafen, denn jetzt ist es hell draußen und ich muss doch Katzenfutter holen und R sagte, der Laden hat samstags nur bis mittags auf – bloß war ich um halb fünf schon zu keinem Gedanken mehr fähig (ich sage bewusst nicht „zu keinem klaren Gedanken“) und erahne, dass, sollte ich in diesem Zustand auf die Idee kommen, das Haus zu verlassen, nichts, aber auch gar nichts Gescheites das Resultat sein kann.

Noch nie war mir etwas so scheißegal wie diese Hausarbeit, als ich sie abgeschickt habe. Nichtmal mehr in der Lage war ich, nochmal drüberzuschauen, ob die Formatierungen in Ordnung sind, nicht einmal das.

Hey, jetzt kann ich mit dem Leben nach der Hausarbeit anfangen. Das Päckchen von Becci öffnen, wo meine Perlen aus Barcelona drin sind. Containern gehen. Katzenfutter holen. Duschen. Schlafen.

R ist in der Arbeit. Ich glaube, er kam vorhin zu mir ins Wohnzimmer, bevor er ging – gegen sieben – und wünschte mir viel Erfolg. Ich hatte keinen Schimmer, was man auf diese Aussage normalerweise so antwortet, also entgegnete ich: „Äh… ja“ und zählte weiter meine adversativen Konjugationen und beschloss in einer Monstersupergau-Aktion, die Trennung zwischen Konjunktion und adverbialer Konjunktion doch noch über den Haufen zu schmeißen. Allein davon werden noch ‚zig Überreste irgendwo in den ersten Seiten rumschwirren, die ich mir nicht einmal die Mühe  gemacht habe ausfindig zu machen, geschweige denn durch etwas zu ersetzen, das sich mit dem Rest der Analyse deckt. Und ich kann nur hoffen, dass ich nicht (wie eben schon wieder zweimal) statt Konjunktion andauernd Konjugation geschrieben habe. Oh, wie habe ich das Wort Konjunktion verunstaltet in dieser Arbeit. Vorgestern Nacht habe ich beschlossen, es erstmal sein zu lassen, als auf einmal irgendwas so Abstruses da stand wie „Konkuintion“ und ich mir gar nicht mehr ausmalen wollte, was ich davor schon alles verhunzt hatte.

Prokrastination treibt einen dann irgendwann eben an seine Grenzen. So ist das nämlich.

Someone’s stuck in shit, and naturally…

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Was zum Geier ist mit mir verkehrt? Ich hab Klausuren nächste Woche; Freitag, Samstag und/oder Sonntag Termine und trotzdem nichts Besseres zu tun, als Kepa anzubieten, ihm für seinen Umzug von Hamburg nach Kempten am Freitag packen zu helfen.

Warum tut man das? Was zur Hölle? Ok, ich hätte es nicht gemacht, würde nicht die altbekannte Nachtbuslinie von Touring in neun Stunden von hier aus direkt hochfahren. Und mir ist eigentlich vollkommen klar, wieso ich das tue. Es ist die simple Tatsache, dass er sich beklagt hat. Über Faulheit. Das Phänomen, welches sich bei beiden von uns als teuflische lethargische Lähmung äußert, die über „ach nöö, kein Bock“ so endlos hinausgeht, dass ich fast so weit gehen würde, zu behaupten, diese beiden Gemütszustände entstammen nicht einmal der gleichen Art von Regung. Oder eher Unregung. Anti-Regung. Nicht-Regung. I know I would have wanted an offer like that.

Sodass also zu eben dieser simplen Tatsache, dass Kepa sich offen beklagt hat – und wenn einem Kepa anvertraut, dass etwas grad nicht so läuft, ist die Kacke am Dampfen – noch das Wissen um die widerliche Machtlosigkeit kommt, die ihn daran hindert, seinen Kram jetzt und sofort in Kisten zu packen. Falls er überhaupt schon welche hat. Wenn nicht – wundern würd’s mich kaum.

Und jetzt das Allererschreckendste: Er hat es angenommen. (Nachdem er mich zweimal aufforderte, mir gut zu überlegen, was ich da tue.) Das offenbarte mir erst das wirkliche Ausmaß seiner Verzweiflung. Er muss in einem so dermaßen bodenlosen Loch gehockt haben, der Mensch. Hm. Wäre mir das widerfahren, hätte ich jetzt vermutlich genug Tatkraft wiedererlangt, um es doch noch allein zu schaffen. Immerhin hat er sich direkt aufraffen können, sich fest für morgen vorzunehmen, einen Transporter zu buchen. In our world, that means a lot. Gedankliche Konfrontation des Krisenthemas can go a long way.

Vermutlich lag meiner Hilfsbereitschaft auch zugrunde, dass ich mich selbst gerade wieder gerafft habe. Auch wenn ich gestern nicht in der Uni war. Aber die Wohnung sieht jetzt aus wie ein anderer Planet als noch letzte Woche. Mein Rücken ist der Leidtragende meiner Produktivität; das ganze Wischen und Klettern aufs Hochbett und herunter vom Hochbett und Wuseln zwischen mittlerweile drei bewohnbaren Zimmern und Küche und Keller und Bädern war nicht sehr lieb zu ihm. Aber oh, wie es sich gelohnt hat. Allein im Schlaf- und im rosa Zimmer muss noch gewischt werden, alle anderen Räume sind blütenrein. Es sieht so schön aus hier. Ich habe Teelichter und ein Räucherstäbchen angezündet zur Feier des kleinen Wunders.

Und ich habe auf dem Hochbett umgeräumt, sodass nun das Nachtschränkchen leichter zu erreichen ist, ohne dass man ans Fußende greifen muss, und es steht mein altes Beistellregal daneben, um uns mehr Ablegemöglichkeit zu bieten. Und natürlich habe ich auf dem Bett gesaugt und es neu bezogen. (Ja, man muss tatsächlich gelegentlich darauf saugen, weil es ja aus durchgehenden Spanplatten besteht. Dafür ist untendrunter wesentlich leichter zu reinigen, oh the joys of elevated beds.)

Nun habe ich noch immer eine halbe Stunde, bis R nach Hause kommt. Seitdem er diesen Job hat, ruft er mich zuverlässig fast jeden Tag an, wenn er dort rauskommt, eine völlig unerwartete und erfreuliche Neuerung.  So weiß ich dann auch immer, wann ich mit ihm rechnen kann. Und ich bin glücklich, denn es ist schön hier und ich muss kein schlechtes Gewissen haben wie an all den Tagen, die ich zockend auf der Couch verbracht hatte, wenn er von der Arbeit wiederkam.

Okay. Morgen erfahre ich dann, ob meine Dienste als Notfallpackerin wirklich in Anspruch genommen werden; dann kann ich mich darum kümmern, meine Wochenendtermine zu verlegen und mich wiederum mental und buchenderweise auf die Fahrt nach HH vorbereiten. Aus allen Gründen, die ich hätte, um in Hamburg aufzuschlagen, als jemand, der vierzehn Jahre seines Lebens in der Ecke verbracht hat… Ich hätte nicht gedacht, dass es gerade ein Umzug sein würde, der mich da nochmal hinführt.

It is finished.

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OMG. Ich bin die letzte Stunde lang so durchgedreht und habe betrunken auf dem Sofa zu Jesus Christ Superstar abgefeiert, sodass R, der mit mir auf dem Weihnachtsmarkt war, sich blendend mit meinen Kommilitoninnen verstanden und mich danach noch in eine Kneipe verschleppt hat, sich jetzt irrelevant vorkommt und schlafen geht. Ich kann doch nichts dafür, dass Jesus Christ Superstar so unglaublich gut und lang ist. Dafür hat R das beste Essen gemacht, das man in diesem Zustand nur haben kann. Nudeln und eine Spur Tomate. Grandios.

Ich habe die Take-Home-Exercise noch abgeschickt, eben gerade. Ich hoffe, ohne Typo.

Ich darf nicht vergessen, morgen R’s BlaBlaCar zu verwalten, während er in der Arbeit ist. Ich hoffe nur, ich denke daran, sonst habe ich wohl ein Problem.

Das war ziemlich schön gerade. Ein wirklich schönes letztes Weihnachtsmarktzusammenkommen nach einem wunderschönen Brunch und einem wunderschönen verzockten Nachmittag. Zwischendurch habe ich noch besagtes Take-Home gemacht, den zweiten Tag in Folge für den gleichen Kurs gearbeitet, was für ein einmaliges Erlebnis. Aber wenn es nunmal sein musste.

Ich bin wieder unter den Lebenden, glaube ich, auch wenn ich immer noch begeistert bin vom letzten Rest von Jesus Christ Superstar – Oh God! Oh God! Why have you forgotten me? -, aber das schaffe ich ja durchaus auch im nüchternen Zustand.

Das Imperium wächst

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Heute – nein, gestern, aber du weißt, was ich meine – habe ich mir den zweiten Spot erarbeitet. Man kann wirklich von Arbeit sprechen, zumindest wenn die halbe Weltreise dorthin als Arbeit zählt und die grandiose Leistung, im pechschwarzen Nirgendwo zwischen Industriegebiet und Bundesstraße diese Stelle überhaupt zu finden.

Nun aber habe ich es geschafft: Ich habe einen Großmarkt aufgetan. Die Anreise dorthin dauerte heute noch zwanzig Minuten länger, da die erste Bahn, die ich nehmen wollte, so überfüllt war, dass ich mich unmöglich mit dem Fahrrad hineinquetschen konnte. Ich hatte sogar schon in Erwägung gezogen, das Rad gleich dazulassen und am Zielort zu Fuß zu gehen, laut Google Maps wären es ja auch nur 12 Minuten gewesen. Aber ein Glück, dass die nächste Bahn leerer war, so wie ich da erstmal herumgegurkt bin, bevor sich vor meinen erleichterten Augen dann endlich das Ziel erahnen ließ. Wirklich, ich komme mir selten merkwürdig vor, bei allen skurrilen Dingen, die ich gelegentlich so tue, aber dieses Herumfahren auf gut Glück nach einem halb, aber auch nur allerhöchstens halb memorisierten Google-Plan in nachtschwarzer Umgebung ohne die geringste Ahnung, ob das gerade der richtige Weg ist – an einem völlig unbekannten Ort, an dem ich weit und breit nichts, aber auch gar nichts zu suchen hatte außer Mülltonnen irgendwo vor, hinter oder neben einem ominösen Großhandel – das war selbst für mich ein paar Momente lang einfach nur absurd.

Und dann fand ich den Großhandel, und nach gründlicher Umrundung fast bequem zugängliche Mülltonnen. Dann fand ich Tomaten und abgepacktes Brot und ein enormes Glas Senfgurken und Thousand-Islands-Dressing, Salat und noch mehr Salat. Ich habe keinen mehr mitgenommen, schließlich hatte ich gestern schon das Glück, welchen zu finden. Aber der Rest der Schätze, mit Ausnahme des leckenden Glases Senfgurken, welches jetzt (vielleicht noch) im FairTeiler steht, dem ich auf dem Rückweg einen Besuch abgestattet habe, steht jetzt sicher verstaut in meiner Küche. Wie sich das gehört.

Beim FairTeiler war der Erfolg auch größer als sonst. Es gab eine Kiste Kartoffeln, von denen ich mir den Großteil eingetütet habe, eine Packung Paprika-Sticks, welche gerade mein Abendessen darstellten, zwei Liter Schokomilch, Industriekartoffelsalat und irgendwelche Käse-Bällchen-Dinger, die ich für R mitnahm. Meine Existenz ist gesichert.

Im Anschluss vollendete ich erstmal die Pilgerfahrt nach Hause – erstaunlicherweise habe ich für die ganze Aktion samt Pendeln nur drei Stunden gebraucht. Daheim war dann gerade genug Zeit, um die Lebensmittel artgerecht zu versorgen, bevor der letzte Bus in Richtung meines zuerst gefundenen Spots erwischt werden musste. Natürlich muss ich gleich wieder hin, das ist doch wohl verständlich.

Die insgesamt ebenfalls um die dreistündige Reise (Umsteige-Aufenthalt betrug 24 Minuten, ein Glück hatte ich mein Buch dabei und war warm angezogen bei den Temperaturen) hat sich allerdings nicht wirklich gelohnt; es war nichts Neues in den Tonnen und alles, was mir blieb, war, mich – nunmehr mit Licht und Tüten ausgestattet – mit dem Inhalt der Biotonne nochmal genauer auseinanderzusetzen. Siehe da, es kam ein Blumenkohl unter dem Berg von losen Salatblättern und Lauchschichten zu Tage. Den habe ich mir (oder eher meinem Rucksack) einverleibt und mich auf den Rückweg gemacht, nach wie vor guter Dinge. Es war ja nicht zu erwarten, dass ich gleich mit Reichtümern überschwemmt werde. Sowas kommt vielleicht, wenn man Glück hat, mit der Zeit (und Perseverance). Die wichtigsten Schritte sind getan. Eigentlich war es genau ein Schritt, den ich tun musste, nämlich die Überwindung zum (etwas) systematsichen Suchen. Und den bin ich gegangen. Erfolgreich!

Grießpudding und Salat

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Obwohl ich dringend ins Bett muss, wenn das nachher nicht wieder so enden soll wie gestern (aufgewacht um 2.35pm und mich gewundert, dass ich mich so ausgeschlafen fühle, bis ich die Uhrzeit erblickte und es einfach nicht glauben konnte – ich dachte, die Zeiten wären fürs Erste vorbei?!): Mir geht’s blendend.

Warum?

  1. Ich habe einen Container-Spot. Nach einem halben Jahr Entzug endlich wieder einen Spot. Das habe ich Becci zu verdanken und meiner endlich zurückgekehrten Motivation.
  2. Ich habe die sensationellsten Freunde ever.
  3. Possibly sogar den sensationellsten Freund ever.
  4. Den sensationellsten besten Kumpel, um nicht zu sagen: nebatxo, ever.
  5. Eine ganze Familie, mit der ich Weihnachten feiern werde.
  6. Unendliche weitere Privilegien.
  7. Zusammenzufassen ist das alles vermutlich mit „verdammt viel Glück“.

Ade, ich gehe schlafen.

Ich hab‘ einen

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Psychiatertermin, hallelujah! Ich sollte keine Angst mehr haben, bei den Praxen von Psychiatern anzurufen; ich glaube, die dort arbeitenden Sprechstundenhilfen sind schon vom Default her die freundlichsten, nettesten Menschen, denen man an den Telefonen der Welt nur begegnen kann. Ich habe also eben ganz souverän zuerst in der einen Praxis angerufen, bei dem, wo ich eigentlich hinwollte, bekam dann aber gesagt, dass das erst im neuen Jahr wieder etwas wird, und gleich dazu noch eine Empfehlung einer eventuell noch verfügbaren Kollegin inklusive Telefonnummer. Dort habe ich dann einen Termin für Montag Früh bekommen, ohne dass ich überhaupt etwas von der Dringlichkeit meines Anliegens hätte erzählen müssen. Es wird nicht unbedingt weniger beindruckend, wenn man bedenkt, dass ich noch genau für vier Tage Medis habe und somit selbst, wenn in der Apotheke meiner Wahl am Montag das Medi nicht gleich verfügbar sein sollte, lückenlos eingedeckt sein werde. Atemberaubend.

Uni habe ich auch überstanden für diese Woche. Kunststück, nachdem über die Hälfte meiner Kurse ohne mich stattfand. Aber ich bin extrem erleichtert, es mit so einem immensen Grad an Untätigkeit, Faulheit und Prokrastination dann doch mühelos bis ans Ende der Woche geschafft zu haben und überall durchgekommen zu sein. Jetzt sollte ich mich nur dann auch mal am Riemen reißen. Ich bin noch längst nicht aus dem Schneider, hänge gnadenlos mit allem hinterher und fühle mich doch schon wieder sicher. So eine Katastrophe, mein Gehirn.

Da fällt mir ein: Katzenfutter aus der Tasche holen, einfrieren. Ich habe gerade der Mitarbeiterin in der Fleischerei verkündet, es würde mir schon irgendwie doof vorkommen, wie ich einfach immer da hereinkomme und abstaube, ohne je was dazu zu kaufen. Aber was soll man machen, ich kann ja schlecht für mein Gewissen zum Fleischkäufer mutieren. (Bombing for peace, fucking for virginity… und so.)

Natürlich habe ich entsetzliche Regelschmerzen und hoffe, dass das morgen besser ist, damit ich ungestört nach Mannheim fahren kann. Wenn R mich schonmal zu seinen feierischen Aktivitäten einlädt.

Aua.

Voll die Pracht – es ist vollbracht

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Das Projekt, welches in den letzten Wochen mein häusliches Leben bestimmt hat – das Hochbett. Es steht. Ich bin ein wenig ratlos, was mit dem ganzen gigantischen Platz nun alles anzufangen ist, aber ich bin mir mehr als sicher, dass mich dieses Luxusproblem nicht lange quälen wird.

Meine recht harsche Meinung gegenüber unserem Helfer habe ich bei der heutigen Session auch wieder verworfen; der Mensch ist in Ordnung. Eigen, aber in Ordnung, genau wie R sofort sagte. Dass ich nun gerade das bin, was abgestumpfte, hartgesottene „Kerle“ wie er vermutlich ein zartes Pflänzchen nennen und als überempfindlich abstempeln (genau wie ich meinerseits gerade den Brandt als abgestumpft und hartgesotten abstempele), dafür kann er letztendlich ja auch nichts. Und seien wir ehrlich, ohne seine Hilfe wäre dieses Ungetüm niemals in meinem Schlafzimmer zu neuem Leben erwacht.

Jetzt habe ich mir mein wohlverdientes Abendessen, bestehend aus süßen Semmelknödeln und Schokokuchen mit Apfel-Birnen-Kompott (alles noch Überbleibsel aus meinem zu Konstanzer Zeiten schier endlos scheinenden, inzwischen aber dramatisch geschrumpften Vorrat) nach unspektakulärem Aus-Gläsern-auf-Teller-transferieren und anschließendem Erwärmen in der Mikrowelle einverleibt und möchte eigentlich gleich wieder zur Tat schreiten: Das Schlafzimmer befindet sich nach wie vor nicht in einem Zustand, den ich meiner morgen Nachmittag hier eintreffenden Mutter präsentieren möchte. Gerade hat auch noch mein Handy mir bescheidgegeben, dass jemand mir geschrieben hat (war vermutlich R), und ich unterdrücke meinen Impuls, sofort hinzurennen. Furchtbar ist das. Immer gleich hinrennen wollen. Ich versuche mir das aktiv abzutrainieren, vor allem da meistens Stunden vergehen, bevor R eine meiner SMS mal liest oder sogar darauf reagiert. Da ist es doch nicht gut für die Würde, immer sofort zu antworten.

Außerdem sind meine Füße schmerzhaft überdehnt, was daran liegen könnte, dass ich etliche Zeit in unnatürlichen Positionen auf meinem Hochbett verbracht habe, um die Untergrund-Platten zu verschrauben. Selbiges gilt für meine Knie. Dieses Bett hat mir bisher nicht gerade Komfort geboten. Aber das kommt ja ab jetzt. Mein Plan ist es, mir von meiner gesammelten Familie (sprich: Eltern, Mamas Eltern, Onkel) zu Weihnachten eine enorme Matratze schenken zu lassen, die das Bett so weit wie möglich ausfüllt, und den Rest mit Kissen zu stopfen bzw mit Nachtschränkchen zu versehen. Wie gut, dass meine Eltern morgen zusammen mit dem Auto kommen und gleich zwei Nachtschränkchen dabeihaben, die ich in meinen letzten Jahren in Oldesloe als Regal für meine Pflanzen im Zimmer stehen hatte. (Links ein Schränkchen, rechts ein Schränkchen, obendrauf ein Regalbrett.)

Ich bin fertig, das glaubst du gar nicht. Wie soll ich hier jemals wieder aufstehen. Aber es muss bald passieren. Das Schlafzimmer muss von Sägestaub und -spänen befreit werden, alle beiden Etagen. Dann kann ich die Draußen-Kissen von den Terrassenmöbeln provisorisch auf dem Bett ausbreiten und beziehen, sodass wir tatsächlich heute Nacht schon darauf schlafen können. Vielleicht schaffe ich es sogar schon, das ein oder andere Büromöbel wie geplant unter dem Bett zu positionieren, falls ich durch das Chaos im rosa Zimmer damit irgendwie durchkomme.

Also *ächz*, auf in den Kampf! Der wichtigste Sieg ist ja schon einmal errungen.