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Huch. Schon wieder Urlaub.

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Ja… also… wie es aussieht, fahre ich morgen für acht Tage in die Karibik.

Langsam sickert es ein. Becci und ich haben vor drei Tagen das ultimative Angebot gefunden, sodass wir nun zusammen für diese acht Tage Martinique (Flug und Unterkunft – vermutlich selbst inklusive Ausgaben vor Ort) so viel zahlen, wie üblicherweise ein Dreiviertelflug hin und zurück alleine gekostet hätte. Ich habe trotzdem erstmal eine Weile gebraucht, um diesen Plan mit meinem Gewissen zu vereinbaren (man denke daran, dass der Dezember schon die nächste Langstreckenreise mit sich bringt), aber jetzt ist es soweit: Ich freue mich!!!

Sieben Uhr geht’s los, zuerst mit dem Bus nach Frankfurt und dann direkt (!) nach Fort-de-France. Die Rückreise geht über Barbados, aber das ist ja nicht weiter schlimm, man besitzt ja ausnahmsweise mal einen gültigen Reisepass.

Gepackt ist größtenteils auch schon. Der Rucksack ist leicht, es sind nur ein paar Kleider drin und Bikinis, anderthalb Bücher, Kaffee- und Milchpulvervorräte und Hygienezeug. Und Henna, damit Becci mir die Haare nachtönen kann. Und mein Schnorchel. Und die Kamera muss ich mitnehmen, natürlich, und das Handy und alles an Ladegeräten. Und Kopfhörer. 10 Stunden Flug, da sind Kopfhörer doch lebensnotwendig.

Und Sandwiches habe ich gemacht, drei Stück für jeden von uns, mit Chili-Camembert und Salat und Grillgemüse.

Und Fotos habe ich gemacht, von allen wichtigen Informationen – jetzt darf ich nur das Handy nicht verlieren.

Ach, wie ich mich anfange zu freuen. Das ist ja wunderbar; ich dachte schon, es passiert gar nicht mehr.

Was noch richtig schön war: Sophi hat mich besucht; sie ist drei Tage hier und findet tatsächlich die Zeit, mich zu besuchen. Ich habe mich so gefreut, sie zu sehen. Ich mag diesen Menschen so gerne. Sie hat mir einen Mate-Becher aus Argentinien mitgebracht und den dazugehörigen Tee, und er ist wunderschön, mit buntgemustertem Stoff überzogen, und ich muss unbedingt mit Wolfgang und Carina Mate trinken. Carina muss mir das beibringen; ich muss ihr gleich schreiben, wenn ich wieder da bin.

R hat Geburtstag gefeiert, von Mittwoch auf gestern, und es war ein sehr guter Abend. Ich habe ziemlich viel getrunken, es aber dennoch nicht übertrieben, und mich wunderbar unterhalten, ein paar von R’s Arbeitskollegen kennengelernt, zwischendrin noch mit Basti telefoniert (der, soweit ich das Gespräch in Erinnerung habe, mich davon überzeugen wollte, dass man H-Milch, die einmal in der Sonne gestanden hat, nicht mehr konsumieren sollte, auch wenn sie noch den Anschein macht zu funktionieren – wie auch immer wir dadrauf kamen) und mich wirklich wohl gefühlt, trotz der ganzen Menschen. Naja, dafür war ja der Alkohol auch da.

So, nun sollte ich aber mal daran denken, den Rest zusammenzusuchen und ins Bett zu gehen. R kommt zwar in einer guten halben Stunde erst wieder (zumindest war das mal der Plan), aber solange werde ich auch noch brauchen, um hier alles zu regeln.

Du hörst von mir.

Es wird.

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Also. Der Stand der Dinge:

  • Es gibt wieder etwas Sonne. Ich tue wieder Dinge. Manchmal.
  • Ich hatte Geburtstag. Es war herrlich. Becci war hier. R hat mir unter Mitwirken unzähliger Verrückter einen riesigen Kühl- und Gefrierschrank in den Keller geschafft. Ich habe mich hardcore geliebt gefühlt.
  • Die Woche vor meinem Geburtstag war Barbara hier. Das hat einen Grund, nämlich folgenden:
  • Barbara weilt nicht mehr unter den geistig Gesunden. Sie hasst das Kind ihres Freundes, verlangt, er solle den Kleinen weggeben und zu ihr ziehen, und droht seit Wochen mit Selbstmord. Chris und sein bester Kumpel haben mich in ihrer Verzweiflung gebeten, Barbara unter einem Vorwand zu mir zu holen, damit Chris ihr verkünden könnte, dass er ihrem Wunsch nicht nachkommen wird. Gesagt, getan. Am nächsten Tag reden die beiden wie normal miteinander, verabschieden sich mit „ich hab dich lieb“ und Knutschgeräuschen. Fast forward zum gerade vergangenen Wochenende: Chris will mit Barbara Schluss machen und in psychologische Notbetreuung einweisen. Zieht es nicht durch. Wochenende umsonst zu viert mit Malte und Jacqueline plottender- und unterstützenderweise um die Ohren geschlagen. Die beiden haben nach wie vor Kontakt. Niemand hat mehr großartig Bock, sich mit dem kranken Wahnsinn weiter auseinanderzusetzen.
  • Ich habe innerhalb der paar Tage einen Mini-Crush auf Malte entwickelt, weil er der einzig Vernünftige in diesem ganzen Haufen Irrer zu sein scheint und sich während des Dramas gerne mit mir unterhalten hat, besonders nachdem Chris dann von Barbara zurückkam und ihm eins in die Tasche lügen wollte, von wegen, er hätte jetzt keinen Kontakt mehr zu ihr und das pausenlose Vibrieren seines Handys wären Whatsapp-Nachrichten aus einer Gruppe. Natürlich kenne ich den Typ nicht und hatte bis vor zwei Wochen noch nie mit ihm gesprochen. Aber er ist super. Gesprächig, megalieb, intelligent, reflektiert, hat Barbara und seinem gestörten Kumpel Chris emotional so ungefähr die Welt voraus, hasst das ganze Drama genau so sehr wie ich und telefoniert gerne. Ich werd mit ihm natürlich nur noch zu tun haben, wenn das Drama neue Wellen schlägt. Trotzdem kann ich Barbara dankbar sein, dass ihre Gestörtheit zumindest dafür gesorgt hat, dass ich mich mit Malte und Jacqueline intensiv und gut unterhalten habe.
  • Murats Klage wurde abgewiesen. Wir sind den Quälgeist los (fürs Erste).
  • R hat einen neuen Job angetreten. Diesmal einen um einiges vielversprechenderen und besser bezahlten. Es wird.
  • Becci arbeitet wieder. Ich hoffe so sehr, dass es gut klappt und sie wieder gut reinkommt. Sie war seit November krankgeschrieben, und eigentlich geht es ihr auch jetzt noch nicht sonderlich gut, aber ich glaube, dass es für sie besser ist, nicht noch länger zu Hause dahinzuvegetieren. Einen Therapieplatz hat sie immer noch nicht gefunden. Ich habe mich angeboten, ihr damit zu helfen, aber sie tut sich schwer damit, mir die Liste mit potenziellen Kandidaten zukommen zu lassen. Ich kann es ihr nicht verdenken. So ähnlich geht es mir ja selbst.
  • Der Großhandel droht als Containerspot zu versiegen. Aber ich habe mit Becci gleich Abhilfe geschaffen und einen neuen Spot aufgetan, den ich mit der Bahn zwar kaum erreiche, aber dafür hat R mich so halb gezwungen, die Nachbarn um Kollaboration zu bitten. Ich war also letztes Wochenende erstmalig mit Undine und Lukas containern und es hat tadellos funktioniert. Auch wenn mir die Geräusche, die Undines Auto so von sich gibt, sowie die pochenden Herzschläge eines undefinierten Bestandteiles im Unterbau des Fahrzeugs zugegebenermaßen schon Respekt einflößen. Aber ich habe die Regel beispielhaft befolgt, die da lautet, die Geräusche des Autos werden nicht kommentiert (wie Undine mir gleich nach dem Einsteigen einbläute).
  • Ich bin größtenteils noch nicht motiviert genug für Blogeinträge oder solche Spirenzchen (wie man gemerkt haben dürfte), aber ich vertraue auf die heilende Kraft der Sonne und harre der Wochen, die da kommen, voller Zuversicht.
  • Ich habe ein Verstärkerprogramm ausgearbeitet, das mich zum Lesen meiner Lerntherapieseminarunterlagen bewegen soll. Es involviert R’s Mithilfe. Ich glaube, es wird klappen. Es wird.

Zu. Viele. Kerzen.

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Fazit meines bisherigen Nachmittags: Hirschhorn ist schön. Sehr verschlafen, sehr idyllisch; über die Naziquote mag man kaum auch nur spekulieren. Und: Kommunikation ist ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel zur zwischenmenschlichen Verständigung. Manche Menschen sehen das lustigerweise nicht so. Sollte ich also auf dem Rückweg nach Hause noch beim Schwarzfahren hochgenommen werden, so geschieht das umsonst – ich kam an und wurde mit einer solchen Übermenge Kerzen konfrontiert, dass selbst mir in dieser Hinsicht notorisch uneinsichtigem Schrägstrich überambitioniertem menschlichen Wesen auf der Stelle klar war, dass ich diese nicht mit dem Fahrrad und meinen bescheidenen zwei Stoffbeuteln plus Handtasche würde transportieren können. Ich fahre also nach Hause mit leeren Händen. Und bekomme meine Kerzen morgen nach Hause geliefert.

So kann’s kommen.

Gefühlskater

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Okay, mich hat’s dann doch noch gepackt und ich habe Basti die wohl beleidigtste SMS meines Lebens geschrieben, bevor ich schlafenging. Außerdem habe ich als vorbildlichstes aller Terrorweiber R mitten im Bus eine Szene ohnegleichen gemacht mit Bezug auf seine absurden Ausgaben für Rauchzeug. Daraufhin verbrachte ich den Rest des Abends praktisch mit Becci am Telefon, unterhielt sie eine Weile mit meinen Sorgen und tauschte mich mit ihr über die neuesten Dramen und Errungenschaften unser beider Leben aus. Becci hatte seit Montag mit niemandem mehr geredet und war dementsprechend mitteilsam aufgelegt. Sie bekämpft ihre Schlaflosigkeit mittlerweile mit Medikamenten gegen Schizophrenie, die in geringer Dosis entsprechende Nebenwirkungen haben – es funktioniert so halb. Sie muss erstaunliche Einblicke in meine alltägliche Existenz gewonnen haben damit, nachdem sie dann auf einmal fünfzehn Stunden am Stück geschlafen hatte und sich immer noch gerädert fühlte.

Zehn Minuten, dann fahre ich los und lasse mir in einem hessischen Kaff Kerzen schenken. Ich nehme mein Fahrrad mit und hoffe nur, dass der Akku die Strecke von drei Kilometern von und zu der dortigen S-Bahn-Haltestelle noch durchhält. Aber yay, Kerzen! Als nächstes poste ich in der Free-your-Stuff-Gruppe ein Gesuch für Tee. Ich habe zwar noch Unmengen davon, aber man kann nun wirklich nie genug Tee haben.

Neu in der Favoritenliste: Goldenes Klopapier.

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Hallelujah. Ich hab’s gestern noch richtig weit gebracht. Nicht nur konnte ich mich dazu bewegen, die Mail der Gemüsekistenfrau zu beantworten, in der sie sich erkundigte, ob die Lieferung gestern wie besprochen die letzte sein sollte, sondern ich habe auch der Frau vom Institut geantwortet, die mir vor Wochen schon die Zahlungserinnerung geschickt hatte, und die dazu passende Überweisung getätigt. Die Lerntherapeutenausbildung kann beginnen.

Ich habe außerdem erledigt, was ich seit Tagen tun wollte: Papas Weihnachtsgeschenk bestellt. Es ist eine Rolle Luxus-Klopapier – schwarz mit Blattgoldaufdruck. Das hat zum Hintergrund, dass mein Vater – no pun intended – ein unreflektierter Riesenarsch ist, was seinen Klopapierkonsum betrifft. Er sieht weder ein, dass sein Hintern auch von drei Lagen sauber wird statt von vier, noch lässt er sich zum Kauf von Recyclingpapier überreden. Oh nein, er braucht natürlich das nie zuvor prozessierte, extra für ihn abgeholzte  jungfräuliche Zeug. Wir haben uns vor ein paar Monaten, als ich meine Eltern besuchte, im Supermarkt darüber in die Haare bekommen (Avocados waren auch noch ein Thema, aber ich schweife ab) und ich habe nun eben die Entscheidung getroffen, mit dieser leidigen Tatsache humorvoll umzugehen. Ebenso wie damit, dass seither in meiner Browser-Schnellwahl der Vorschlag „goldenes Klopapier“ angezeigt wird, was ein bisschen den Eindruck erweckt, als würde ich alle drei Minuten sowas googlen.

R ist wieder arbeiten; ich habe das ganze Wochenende frei – seit wasweißichwievielen Wochen konnte ich alle meine Stunden mit Sophi unter der Woche abhalten und muss somit diese Woche nicht mehr ran. Wenn mein Handy fertig geladen ist, überlege ich mir, ob ich noch containern fahre. Ich habe Barbara infiziert, die mich nun regelmäßig zum Großmarkt begleitet – weit hat sie’s ja nicht – und Mittwoch mit ihr und Karina den ultimativen Monstersupergau erlebt. Noch nie, ich schwöre, habe ich so viel gefunden. Es war der reinste Segen, dass ich mit Karina und deren Auto dawar. Der kurze Transportweg von der Ladezone zum Auto hat schon ausgereicht, dass meinem treuen Platzwunderrucksack ein Träger abriss von dem enormen Gewicht seines Inhaltes.

Aber heute vielleicht wieder, allein schon, weil ich dann mit Barbara zu mir zurückfahren und Carcassonne spielen könnte, statt noch einen Nachmittag sinnlos mit Friends-gucken zu verdaddeln. Ich mache es davon abhängig, was sie sagt.

Motorisierung

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Erfolgreichen Abend gehabt. Ich bin in der Schweiz, habe auf der Vernissage des Aquarellkurses meiner Mutter Musik gemacht, 200 Franken plus 20€ Tips verdient und unentwegt von einem unfassbar aufmerksamen Menschen Rotwein nachgeschenkt bekommen, während ich da vor mich hinklimperte. Es war großartig.

Wenn ich morgen nach Hause fahre, werde ich mich so schnell wie möglich darum kümmern, dass ich mein Fahrrad motorisiert bekomme: Billiger als ein Auto, aber für meine Zwecke trotzdem erstmal ausreichend. Meine Großeltern riefen heute bei meiner Mutter an und überfielen mich, als sie erfuhren, dass ich mich gerade hier aufhalte, aus dem Nichts mit den innigen Wunsch, mir „außer der Reihe“ etwas Gutes zu tun. Ich war überfordert und stimmte einfach zu, sie meinen Motor übernehmen zu lassen. Ich bin dankbar. Und etwas beschwipst. Gute Nacht.

Craving for net lace (and food.)

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Wie praktisch, dass ich morgen Geburtstag habe – gerade heute hat sich in mir ein unsagbar großes Verlangen nach neuer Kleidung bemerkbar gemacht. Vorzugsweise voluminös, buschig, tüllig. Ich liebe Tüll, wenn es richtig gemacht ist. Also habe ich die letzten paar Stunden nicht nur mit Caro geredet, sondern daneben die guten alten ebay-Kleinanzeigen nach Tüllkleidung durchforstet. Welch eine Überraschung natürlich, dass mir erstmal 90% Brautkleider entgegensprangen, entzückende Kleidungsstücke zugegebenermaßen, aber nicht gerade, wonach mir der Sinn stand. Letzten Endes bin ich trotzdem mit genug Auswahl konfrontiert worden, dass ich fast bedaure, nicht zweimal direkt hintereinander Geburtstag zu haben und somit mehr Geld für Petticoats.

Davon ab: Die so sehr gefürchtete Klausurenwoche war eigentlich ein Witz, und die schlimmste aller Klausuren (von der ich annahm, sie vorgestern schreiben zu müssen) kommt erst nächste Woche dran. Yay, dann also nochmal ran an den Speck, spätestens Dienstag werde ich dann mit Lernen verbringen müssen. Für die Klausur ganz bestimmt.

Ich bin müde und habe einen unfassbaren Hunger. Irgendwie dachte ich, R würde mal nach Hause kommen; ich hatte geplant, ihn zum Kochen zu bewegen, aber langsam wird es wirklich… akut. Wenn ich nur wüsste, was ich essen will. Schlimm immer, diese Entscheidungen. Heute muss ich wirklich daran denken, irgendwelche Hülsenfrüchte für morgen einzuweichen, sonst habe ich morgen schon wieder das gleiche Problem.

Ich habe meine Nägel zum zweiten Mal in einem Jahr lackiert; irgendetwas ist verkehrt mit mir. Aber ich kenne das schon (oder besser: noch), das sind ab und an so komische Phasen, das verschwindet auch wieder. Vorhin war mein Bedürfnis danach, meinem Körper die höchstmögliche Menge an Aufmerksamkeit und Zuwendung zukommen zu lassen, wahrscheinlich besonders deshalb so ausgeprägt, weil ich davor so lange meine Haare nicht gewaschen hatte, dass ich heute in der Uni zwei Klausuren lang mit Mütze da sitzen musste. Überkompensation oder so.

Oh! Bevor ich es vergesse: Becci hat mein Weihnachtsgeschenk doch tatsächlich noch bekommen; heute war der Abholschein für sie im Briefkasten. Ein Wunder; ich hatte es schon fast als verschollen zu den Akten gelegt (und war darüber unheimlich traurig).

Jetzt jedenfalls muss ich etwas zu essen machen.

‚Obwohl‘ ich sollte…

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Irgendwie beruhigt es mich, dass keine neuen Bots mehr meine Einträge liken. Durch das lange Wegsein hat auch die Anzahl der vermutlich menschlichen Blogbesucher sich extrem verringert und ich kann mir wieder einreden, hier unbeobachtet vor mich hinexistieren zu können.

Ich habe der Lethargie zumindest soweit getrotzt, dass ich eine grobe Idee ausarbeiten konnte, wie mein Referat nächste Woche aussehen wird. Die Recherche dazu war nicht gerade gründlich und noch weniger ergiebig, aber… immerhin. Ich bin müde, obwohl ich bis zehn nach elf geschlafen habe. (Und da mein Referatsthema „Semantische Arten kohäsiver Konjunktionen“ lautet, klingelt jetzt offenbar bei jeder getippten Konjunktion in meinem Kopf eine dumpfe Alarmglocke, siehe „da“, „obwohl“.)

In keinem Jahr meines Lebens hat mich so wenig vorweihnachtliches Gefühl erreicht wie in diesem. Ich habe beide Adventssonntage unbeachtet verstreichen lassen und der heutige Nikolaustag rief sich mir nur in Form eines extrem großzügig gestalteten Geschenks aus Mamas letztes Wochende mitgebrachtem Adventskalender in Erinnerung. (Sie hat nicht nur mir eine riesige Tüte voller sparsam verpackter, liebevoll ausgesuchter und mit Nummern beschrifteter Geschenkchen mitgebracht, sondern R genauso mit einem nicht weniger prachtvollen Sammelsurium beschenkt, ich war fast zu Tränen gerührt.)

Ich schaffe es nicht, den Psychiater anzurufen. Meine Medis reichen noch für ~eine Woche. Ich bin verloren.

Ich bin so unfassbar lethargisch und weiß nicht, was ich dagegen tun soll. Das ist doch kein Zustand. Zumindest kein akzeptabler.

Peanut Butter und Schokolade

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Ich bin zufrieden. Soeben hat die letzte von vier Scheiben köstlich bestrichenen Brotes den Weg zwischen meine Kauinstrumente gefunden; somit habe ich heute zwar nichts Warmes gegessen, aber dafür köstlich bestrichenes Brot und den Rest des mir zustehenden Teils von R’s Geburtstagskuchen, welchen ich ihm an Stelle eines länger haltenden Geschenks habe angedeihen lassen. Er wollte ja eigentlich, dass ich ihm eine Karte für diese alternative Halloween-Party schenke, wo wir Montag Abend hinwollten (bzw. wo er hinwollte – mein Enthusiasmus gegenüber dem abendlichen Rausgehen war ja von jeher nie sonderlich ausgeprägt und hat sich mittlerweile vollkommen verflüchtigt), bloß war die Veranstaltung dann zu schnell ausverkauft, als dass wir da noch irgendetwas hätten reißen können. Sogar die Frau, von der wir Sonntag mit Arne unser Hochbett geholt haben, konnte daran nichts mehr ändern, obwohl sie dort wohl etliche Finger im Spiel hat und mir versprochen hatte, es noch zu versuchen. Hat sie auch, es hat nur nicht funktioniert. Ein Segen, ich hätte ja eh keine Lust gehabt. Und R war letzten Endes auch nicht so enttäuscht, also habe ich ihm stattdessen besagten Kuchen gebacken, er hat einen Kumpel herzitiert und wir haben zu dritt in seinen Geburtstag hineingechillt. Die Meute war von dem Kuchen sehr angetan, allen voran Waltraud, welche wir unentwegt davon abhalten mussten, sich das gute Stück komplett einzuverleiben.

Ja. Das Brot aber war auch super jetzt. R hat es gekauft, sodass ich nicht schon wieder welches selbst backen musste. „Musste“ – ich habe meine Vorliebe für Zwiebelbrot neu entdeckt und uns letzte Woche gleich zweimal mit welchem verköstigt. Dazu hatte ich noch ein kleines Glas Olivenpaste. Es war ein Traum, ich sag’s dir. Ein Glück mag R keine Oliven und ich hatte das ganze Glas für mich allein.

Demnächst werde ich, wenn alles gut geht, wieder häufiger Brot haben – ich bin endlich dazu gekommen, mich für eine Einführungsrunde Foodsharing anzumelden. So läuft das hier – du hast deine ein-zwei Einführungsabholungen, bevor du dich dann selbstständig aufmachen kannst, das Essen der Welt zu erretten. Da ich das Foodsharing mit jeder Faser meines Körpers vermisst habe, bin ich mehr als glücklich, das nun endlich in die Wege geleitet zu haben. Sonntag, 13.11. ist es soweit. Dann habe ich ein halbes Jahr ohne Essenretten gelebt und bin mir schon jetzt nicht mehr sicher, wie ich das eigentlich überstanden habe. Ich träume regelmäßig vom Containern, es ist bald nicht mehr auszuhalten. Wenn ich nun noch Containerspots auftreibe, bin ich endlich angekommen und wieder ein vollständiger Mensch. Drück mir die Daumen.

Allgemein bin ich unsagbar erleichtert, nun endlich im Besitz eines gültigen Semestertickets zu sein. Der Wisch hat mich zwar 160€ gekostet, deckt aber ja immerhin auch ein paar Meter mehr Bahn- und Busnetz ab als das Konstanzer Gegenstück, welches für um die 50€ erworben werden kann. Jetzt ist Ausnutzen die Devise. Das habe ich natürlich schon den halben Oktober lang getan – den Berg hier mit dem Rad hochzufahren entspricht nicht meinen körperlichen Fähigkeiten, oder zumindest nicht dem, was ich an Verausgabung noch für tolerabel halte -, jetzt aber endlich auch ohne Angst, kontrolliert zu werden. Ich bin mobil! Endlich! Endlich!

Waltraud macht sich neben mir auf der Sofalehne lang. Seitdem wir Lucy vorübergehend zu den Nachbarn gegeben haben, ist sie aus ihrer vollkommenen Verstörung zurück unter die Lebenden gekommen. R ist überglücklich, seine Monsterkatze wiederzuhaben. Ich bin glücklich darüber, wie R sich freut, und auch selbst nicht ganz unerfreut über Waltrauds unmittelbares Wiederaufleben nach Lucys Umzug, allerdings hätte ich meine Teddykatze schon gern wieder hier. Wir werden nach ein paar Wochen die Andere wieder zu uns holen und Waltraud nach drüben geben; ich bin gespannt, ob das genau so reibungslos abläuft wie die erste Übergabe jetzt mit Lucy.

So, genug geramblet, jetzt wird gezockt.

Dönerwetter.

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Okay, ich bin tatsächlich ziemlich erleichtert, dass Laura meine Paranoia, sie könnte sich mit R derart gut verstehen, dass eine Art Caro-Aspi-Sackratten-Drama daraus hätte entstehen können, endgültig und überzeugend zerschlagen hat. Wenn man von dieser Seite draufschaut, ist die Aussicht nämlich tatsächlich nicht sonderlich verlockend. Aber das ist sie im Grunde ja definitiv von keiner Seite.

Abgesehen davon: Meine Festplatte hat nach einer selbstverschuldeten unsanften Landung auf dem Parkettboden meiner Eltern den Geist aufgegeben, ich habe somit alles an darauf befindlichen Daten verloren und mich juckt’s noch kaum, muss der Schock sein und die Tatsache, dass ich genug Anderes um die Ohren habe (die gute Trudi lässt nichts mehr von sich hören, hat somit meine letzte versuchte Rettungsaktion in Form einer vorgefertigten Kündigung plus dem Vorschlag, ihr ihre Möbel gegen den Erlass aller Schulden bei mir abzunehmen nicht in Anspruch genommen und wird zeitnah – not unlike the previously mentioned landing of my late hard drive – unsanft aus ihrer ehemaligen Wohnung fliegen, alles, weil sie zu feige ist, sich den Konsequenzen ihres ekelhaften Verhaltens zu stellen, und sich dabei nochmal um einiges ekelhafter verhält, als ich es je für möglich gehalten hätte).

Da war es eine ziemlich glückliche Fügung, dass meine Eltern sich ob meines erfolgreich abgeschlossenen Studiums fast unverhältnismäßig großzügig gezeigt und mir eine solche Unsumme an Zahlungsmittel haben zukommen lassen, dass ich nicht nur meinen kompletten Urlaub wieder drinhabe, sondern dazu noch das verbleibende Geld für eine neue Festplatte ausgeben kann. Glück muss man haben. Fast schon schade, dass meine (Ex-)Mitbewohnerin sich als über alle Maßen erbärmliche Ausgeburt exorbitanter Feigheit erwiesen hat, sonst hätte man sich beinahe überlegen können, ihr mit diesem unerwarteten Geschenk ein bisschen unter die Arme zu greifen.

Hm. Hoffentlich habe ich Strom, bis mich Becci am 13. besuchen kommt. Das wäre ungünstig sonst. Aber es muss sich jetzt ja eigentlich innerhalb von ein paar Tagen klären, anders überleben wir das auch alle nicht mehr. Allein vom Nervenkostüm her nicht. Mir ist inzwischen ein Magengeschwür gewachsen, ich bin mir ziemlich sicher.

Oh well. Erstmal warten, bis R mit seiner TeKo fertig ist, und dann mit dem bereits kaltgestellten Sektchen ein wenig die schönen Nachrichten der bald vergangenen Woche feiern. Ich bin ein fertig studierter Mensch, das muss man auch erstmal schaffen.