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Uägh.

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Und es hört nicht auf.

Man muss dazu sagen, dass ich betrunken bin und bis vorhin noch sehr gut gelaunt durch die Gegend taperte- Dann kam ich nach Hause und rief R an. 

Er sagte jede Menge andere Sachen, gute Sachen, in dem Gespräch, aber ich verbrachte trotzdem die größte Zeit mit Heulen, einfach weil man damit nicht anfangen sollte, wenn ich in diesem Zustand bin.

Heute habe ich frei und werde alles Mögliche an Dingen tun, die auf meiner Liste vermerkt sind. Basti und Trudi sind noch feiern. Ich habe es geschafft, mich zu widersetzen und zu Hause zu bleiben, auch wenn ich ihnen gesagt hatte, sie müssten mich nur genügend abfüllen, um mich zum Mitkommen zu überreden. Es hat aber nicht gereicht (wohl aber dafür, dass ich in Bastis Wohnung eine halbe Stunde lang zu dessen Remixes mit R’s Kuscheldecke getanzt habe, die er dagelassen hat, als er wegzog).

Ich gehe schlafen.

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Kapital fürs Geldlos-Leben (oder: So schonmal nicht.)

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Ich war gerade dabei, mit mir selbst zu reden. Also, eigentlich war ich dabei, mir eine Unterlage aus der Schublade zu holen, auf die ich die Lernzettel-to-be für Neurolinguistik legen kann, aber dabei redete ich mit mir selbst und es äußerte sich spontan ein erschreckender Gedanke zum Nach-Hinten-Verschieben meiner Selbstversorgerpläne und der Recherche, die ich dafür betreiben muss. (Das Beratungsgespräch mit meinen Eltern am Wochenende war unerwartet konstruktiv und angenehm distanziert und führte uns zu der Einsicht, dass wir Idioten sind, wenn wir annehmen, es innerhalb von fünf Jahren so weit zu bringen, dass wir unser Projekt finanzieren können.)

„Umso mehr Zeit habe ich. Ich muss nur trotzdem jetzt anfangen, jetzt anfangen, jetzt anfangen, jetzt anfangen. Ich kann nicht mehr einfach die ganze Zeit nichts tun. Momentan bin ich von Beruf Tochter.“

Das ist ja nun wirklich widerlich. Meine Mutter würde dazu jetzt wieder sagen, das wäre meiner momentanen Lebensphase auch vollkommen angemessen. Ich bin allerdings der Meinung, dass, wenn ich schon Geld scheffeln muss, um am Ende meine Vision zu realisieren, ich genausogut schonmal damit anfangen kann. Ich werde also mehr arbeiten. Mindestens die 450€ im Monat bei Travelcoup ausschöpfen, allermindestens. R informierte mich neulich, dass ich zweimal im Jahr sogar auf das Doppelte kommen darf, das war mir zum Beispiel überhaupt nicht bekannt.

Meine Ausbildung muss ich dann jetzt auch zum ersten Mal im Leben danach ausrichten, dass sie mich für einen Beruf qualifiziert, der mir Geld einbringt. Literarische Übersetzerin sollte ich demnach zu werden nicht anstreben, wenn ich mein Grundstück noch in diesem Leben erwerben möchte.

Schrieb’s und driftete erstmal eine halbe Stunde in die Tiefen des Internets ab, um sich über so abschreckende Dinge wie Translatologie in Leipzig oder Fachübersetzen und mehrsprachige Kommunikation in Würzburg zu informieren. Es ist doch zu absurd, was sich da schon wieder für eine Fülle an Möglichkeiten auftut. Aber mir gefällt schon wieder beides. Leipzig wegen der Stadt – ich war bisher genau ein Mal da, für eine halbe Stunde in etwa, aber es hat einen wunderbaren Eindruck auf mich gemacht. R wäre begeistert und würde mir vermutlich den Hals umdrehen, aber was kann ich dafür, dass seine Eltern einen Steinwurf weit von Leipzig weg wohnen und er am liebsten seine sächsische Herkunft für immer verdrängen würde. Und in Würzburg lernt man nicht nur eine dritte Fremdsprache während des Masterstudiums, sondern hat zusätzlich Seminare zur Fremdsprachendidaktik, was meinen Neigungen sehr entgegenkommt.

Eieieieiei, was für ein furchtbares Dasein. Da werde ich auch nicht wirklich das Monstervermögen anhäufen, da kann ich mir die Seele aus dem Leib übersetzen und werde trotzdem nicht genug verdienen. Verdammt, ich bin einfach nicht der richtige Mensch zum Geldanhäufen. Wenn erstmal welches reinkäme, hätte ich kein Problem mehr. (Wenn ich nur alles so gut könnte wie sparen.) Aber das ist es nicht, ich bekomme erst gar keins. Scheiße, wieso braucht man denn aber auch so verdammt viel Geld, um am Ende geldlos zu leben.

I’m a construction site with no body plan. I’ll never be finished unless I’m shown directions.

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Genau das, was ich heute tue, hat irgendwann in ferner Vergangenheit einen Großteil meines Lebens ausgemacht: Nichts. Ich hänge mit Schlafzeug und schlechtem Gewissen im Bett, gammele, schaue mir Videos an, muss aufs Klo, bin zu faul zum Aufstehen und schreibe mit Kepa über selbstgebastelte Aufsitzrasenmäher, aka Schaf mit Stuhl drauf, eifersüchtige Kartoffeln, die auf meiner Terrasse wachsen, und Kunstwerke aus den inneren Strünken von Möhren. Nebenbei betreibe ich halbherzige, unorganisierte Recherche zur Pflanz- und Erntezeit verschiedener Gemüsesorten und verdränge konsequent die Existenz von Neurolinguistik in meinem Leben. Die sowie die akute Notwendigkeit, mich anlässlich der Klausur am Dienstag damit auseinanderzusetzen.

Tage wie heute habe ich vermisst. Auch wenn ich permanent daran denke, was ich gerade alles tun sollte und könnte.

Schrieb ich gestern um diese Zeit, bis Basti kam und wir unsere Projektfinanzen genauer unter die Lupe nahmen, ein wie erwartet deprimierendes Unterfangen. Dann rief mich Lena an, um unsere Verabredung fürs Wochenende zu konkretisieren, und nachdem sie nebenbei erwähnte, dass bei ihnen in der WG seit einer Woche der Spülen- und Spülmaschinenabfluss verstopft war, beschloss ich kurzerhand, dass mein Privathandwerker und von R respektvoll mit Kleinstadt-MacGyver betitelter Allesreparierer das in die Hand nehmen sollte. Also fuhren wir im ekligen Regen zu Lena hoch, wo Basti in Zusammenarbeit mit den restlichen in der WG anwesenden Jungs das unmöglich Scheinende möglich machte und die Siedler-WG zurück in einen spülmaschinen- und spülerfüllten Zustand führte. Dann noch Containern und ab nach Hause, wo wir wie tot ins Bett fielen und ich heute Früh nichtmal mitbekam, wie sich der Arme um halb neun Uhr auf zur Arbeit machte.

Geweckt wurde ich stattdessen um kurz vor zehn durch einen Anruf meiner Mutter. Nachricht des Tages: sie will sich von ihrem letzten Geld ein Rustico in Norditalien kaufen, 160.000m² Grundstück und ein vollständig renoviertes Häuschen mit Strom und Wasser und drei Zimmern auf drei Stockwerken. Niedliche 100m² Grundfläche, aber was will sie auch mit noch mehr Platz. Ein Bachlauf auf dem Grundstück. Fünf Kilometer zum See. Und dazu die ergreifende Zuneigungsbekundung, ich würde das Ding nichtmal bekommen, wenn sie stirbt, sofern ich nicht vorher gearbeitet habe.

Hm. So war sie schon immer. „Wir haben uns alles, was wir haben, hart erarbeitet und du wirst das Gleiche tun.“ Wirklich, ohne Sarkasmus whatsoever, ich liebe diese Einstellung. (Die sie übrigens nicht davon abhält, mir weiterhin monatlich Unsummen an Geld zu überweisen; da kann ich ihr dreitausendmal sagen, dass sie es lassen soll, sie lässt sich einfach nicht überzeugen.) Nur dass es heute natürlich wieder in ein erhitztes Gespräch über Arbeit im Allgemeinen und meine Lage im Spezifischen ausartete, freut mich wenig. Wenn ich sie nur nicht so gut verstehen könnte. Ihre Herangehensweise löst trotzdem jedes Mal wieder reflexartige Widerstandsmechanismen bei mir aus, was traurig ist, weil ich so vermutlich noch mehr den Eindruck erwecke, uneinsichtig und weltfremd zu sein. Mal ganz davon abgesehen, dass dieser Eindruck sowieso nicht unbedingt der trügerischste ist, führt es einfach nur immer wieder zu abgebrochenen Telefonaten und ekelhafter Stimmung und Hilflosigkeitsgefühl auf beiden Seiten.

Jetzt habe ich mit Trudi beschlossen, einen Versuch zu starten, natürliche Pflegeprodukte herzustellen und zu verkaufen. Damit ist selten jemand reich geworden, schätze ich, aber besser als nichts wäre es doch auch schonmal. Außerdem werde ich mich auf der Stelle umsehen, inwieweit es realistisch ist, dass Leute zu mir kommen und sich von mir helfen lassen, ihre Bewerbungen zu schreiben. Beziehungsweise wie man das erreichen könnte. Ich weiß genau, dass ich dafür geschaffen bin, Leute dabei zu unterstützen, ihre Anliegen jeglicher Art mit einer Präzision und angebrachten Wortwahl zu verbalisieren, wie sie es allein einfach nicht schaffen. Du sagst mir, was du sagen willst, und ich schreibe es für dich. Das tue ich seit Jahren für meine Freunde und Familie. Es muss einen Grund geben, warum man mit so etwas zu mir kommt. Es bereitet mir die größte nur denkbare Freude, jemandem zu ermöglichen, sich auszudrücken. Sie sind so rührend begeistert jedes Mal. Das tut mir gut; ich bin so süchtig nach Bestätigung. Das ist Arbeit, die ich gerne verrichte.

Ferner bin ich dafür gemacht, Texte Korrektur zu lesen. Ohne mich in irgendeiner Weise über den grünen Klee loben zu wollen, aber mein orthographisches und grammatikalisches Verständnis ist irgendwie doch ziemlich stark ausgeprägt. Mein eigener Freund nennt mich einen Sprachnazi (was verständlich ist, weil er wiederum selbst so sprachnazihaft durch die Welt zockelt, dass ich mich ihm gegenüber wenig bis gar nicht zurückhalte und mein Sprachnazitum praktisch in Gänze ausleben kann, ein seltenes Privileg in dieser gleichgültigen, unverständigen Welt). Fehlerhafte Texte machen mich fertig, ich kann es nicht anders sagen. Am liebsten würde ich sie alle korrigieren, alle wie sie da sind, sogar unentgeltlich, aber ich glaube, das wäre bezüglich meiner eigentlichen Lebensplanung gerade kontraproduktiv. Ebenso, wie ich am liebsten der ganzen Welt umsonst Sprachen beibringen und Nachhilfe geben würde, mich aber andererseits schrecklich aufrege, wie die Eltern meiner beiden Schüler mich bezahlungstechnisch ausbeuten. Wo ist der Mensch, der gerne von einer hochqualifizierten Person etwas lernen möchte und bereit ist, im Gegenzug dazu beizutragen, dass sie ihren Lebenszweck erfüllen kann? Wer kauft mir meine eingekochten Semmelknödel aus geretteten Zutaten in geretteten Einmachgläsern ab?

So viel zu meiner Berufung. Fragt sich, wie um alles in der Welt ich in irgendeinem der genannten Bereiche an Aufträge Schrägstrich Abnehmer komme. Werbung machen ist ja mal so gar nicht mein Ding. Und meine Qualifikationen, so real sie auch sein mögen, stehen nunmal auf keinem Papier geschrieben. Ist halt kein Stempel drauf, das will doch keiner. Dass es hierzulande wenig geschätzt wird, was man vom Leben gelernt hat, ist nicht unbedingt die neueste Neuigkeit. Aber alles Andere widerstrebt mir so über alle Maßen. Ich fühle mich schon wieder gefangen. Gleichzeitig bin ich kaum je motiviert genug, einfach mal Bemühungen anzustellen, es auf meine Art und Weise zu versuchen. „Das wird doch eh nichts“ ist der Anfang und das Ende meiner Träume gleichermaßen. Das muss ich in den Griff kriegen, sonst blüht mir eine düstere Zukunft.

Was ist denn überhaupt los?

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(Hallo, Monia. Und hallo Caro, es tut mir leid, ich hab‘ ein klein bisschen geschwindelt vorhin, aber hätte ich dir gesagt, dass es mir grottig geht, hätte das unschöne Konsequenzen für deinen Abend gehabt, und das war ja nun wirklich nicht Sinn und Zweck der Sache.)

Nichts ist los. Txarrak berri, die schlechten Neuigkeiten. (As opposed to „zaharrak berri“, den alten Neuigkeiten, „das Übliche“, wie die Antwort eigentlich lauten sollte. Lisa hat damals mit ihrem Versprecher wieder einmal ein herrliches geflügeltes Wort geprägt.)

Ist aber tatsächlich so. Nichts los, alles los, sie hat depressive Attacken seit Tagen und dreht irgendwie am Rad, ein kleines idealistisches Ding, das dachte, es hätte einfach auch endlich mal ein Ziel im Leben, seine ganze Hoffnung in Utopien setzt und sich am Ende wundert, dass sein Umfeld seine Visionen nicht teilt. Meine Mutter hat es an sich, Bedenken jeglicher Art durch Angriffe gegen genau die Person zu äußern, um die sie sich eigentlich sorgt. Eine in höchstem Maße tödliche Angewohnheit, die ich leider Gowais übernommen habe und aber trotzdem nicht auch nur ansatzweise aushalte, wenn man sie bei mir anwendet. Und sie ist jemand, der sich viel und ausgiebig sorgt. Gestern Nachmittag hatte sie mich so weit, dass ich ihr nach etlichen abgewürgten Telefonaten den AB mit der Erkenntnis zuheulte, sie hätte ja Recht gehabt, ich hätte keine Chance, keinen Plan und keine Hoffnung und wäre nicht dazu gemacht, meine Träume zu verwirklichen. Ich habe ihr in meinem ganzen Leben nicht so ein Eingeständnis meines Unrechts zukommen lassen wie diese Nachricht gestern.

Von der Resignation ist noch genug übrig, auch wenn ich inzwischen wieder annehme, das Ganze lebend überstehen zu können. Ich habe im Zuge der Aufgebattacke erstmal meinen WWF-Spenderauftrag gekündigt, weil ich mir mit einem Mal sicher war, dass all meine Bemühungen, diese Welt meinem Bild einer besseren anzugleichen, völlig für den Arsch wären. Ich kann ja doch nichts ändern, meine Ideale sind für niemanden nachvollziehbar und das, was ich aus meinem Leben machen wollen würde, ist etwas, das mir in dieser Gesellschaft aus den absurdesten Gründen auf ewig verwehrt bleiben wird. Und was mir natürlich wieder den Rest gab, das kann sie gut – sie hat, eher unbewusst, schätze ich, mit meiner Angst vor dem Verlassenwerden gespielt, meiner einzigen wirklichen Angst, die ich habe auf der Welt. Was ich machen würde, wenn sie alle irgendwann ihre Familie hätten, fragte sie. In deinem Alter träumen sie alle. Aber irgendwann haben sie alle Familien, gehen weg und lassen dich allein. Was machst du dann, alleine auf deinem Kotten? Wer geht aufs Feld, arbeiten, wenn du krank bist? Wenn du nach fünf Jahren deinen Körper kaputtgeschuftet hast? Die denken vielleicht, dass sie für immer mit dir auf dem Hof bleiben wollen, aber am Ende bleibst du trotzdem alleine übrig mit deinem Öko und deiner Selbstversorgung. Und nein, sie werden dir nicht helfen. Sie können sich aussuchen, ob sie dir unter die Arme greifen wollen oder ihren Kindern Klavierunterricht bezahlen können. Und da nützt dir jede Kosten-Nutzen-Rechnung nichts, wenn du eh vorhast, nur Bettelbriefe zu schreiben.

Warum, hätte ich eigentlich fragen können, wäre ich noch dazu in der Lage gewesen, lassen sie dann nicht einfach mich ihren Kindern Klavierunterricht geben. Problem gelöst.

Sie hat mit allem Recht, aber sie geht von einer komplett anderen Realität aus, als ich es tue. Und sie schafft es nicht, sich Sorgen zu machen, ohne mich dabei in Grund und Boden zu stampfen, sodass ich am Ende der festen Überzeugung bin, mein Leben lang unerreichbaren Idealen hinterhergerannt zu sein und schlicht und ergreifend keine andere Wahl zu haben, als mich dem System anzupassen, das ich so über alle Maßen verabscheue. Sie verachtet mich dafür, dass ich das System verachte. Sie fühlt sich davon persönlich angegriffen, dass ich offen zugebe, dass mir ein von Geld und Geldbeschaffungsmaßnahmen bestimmtes Dasein völlig zuwider ist. Sie interpretiert meine Ablehnung bezahlter Arbeit als Faulheit. Ich könnte einen ganzen Wasserfall schreiben, andererseits bin ich todesfertig und muss schlafen. Dringend. Ich leg‘ R den Schlüssel vor die Tür und verabschiede mich fürs Erste.

Come on, ego, you fool.

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Ja, oh ja, Donnerstag war furchtbar. Freitag war nochmal eine Klasse für sich – man könnte meinen, die frohe Kunde der Semesterferien wäre mit zweieinhalb Monaten Verspätung auch bei meinem Hirn angekommen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich nach der ganzen ewig langen, turbulenten Zeit gerade vorgestern zum ersten und hoffentlich einzigen Mal diese Ferien in den altbekannten Modus verfallen musste, der für frühere Exemplare der Gattung Vorlesungsfreie Zeit bei mir so charakteristisch wie alltäglich war. Aufwachen, Computer, schlafen. Computer, schlafen, aufwachen, schlafen, aufwachen, schlafen, schlafen, sechs Uhr abends. Aufwachen. Danke, Basti. Ohne den hätte ich den offenbar bisher wärmsten und schönsten Tag des Jahres vermutlich in Gänze verschlafen. Das war Freitag.

So gefühlstaub war ich lange nicht mehr. Ich bin zwischendurch aufgewacht, habe teilnahms- und verständnislos nach draußen in die Sonne gestarrt, mich umgedreht und weitergeschlafen. Und war erstmal einfach froh, dass die doch leicht bedenkliche Stimmung vom Tag zuvor sich in keinster Weise durch die Nacht hatte hinüberretten können. Dann verstört, weil sich mein momentaner Zustand so überaus hartnäckig weigerte, sich klassifizieren zu lassen. Taub. So richtig. Die zwei depressivsten Tage des Jahres, ausgerechnet jetzt, wo es warm und sonnig wird. Aber am Abend hat Bastis Auftauchen mir wirklich den Hals gerettet. Und dann rief mich R an (ganz im Gegensatz zu gestern/heute, wie mir soeben auffällt, aber whatever. Dann hat er offenbar nichts zu erzählen bzw. nach der Arbeit keinen Nerv mehr auf Reden gehabt) und ich habe meine Bustickets für nächste Woche gebucht und war glücklich, weil er sagte, er würde mich ziemlich hart vermissen. Das ist für Telefon-R wirklich schonmal ne Aussage. (Nicht dass ich ihm in der Hinsicht irgendetwas voraushätte, aber von mir kennt man das ja auch nicht anders. Gefühlsäußerungen, ugh. Telefonisch oder sonstwie, bis man mich soweit hat, braucht es Jahre und/oder eine grundsolide Basis in Stein gemeißelten Vertrauens. Solange es sich nicht um Heulanfälle handelt, darin bin ich natürlich Pro, das macht mir so schnell niemand nach. Während ich also die Bestätigung seiner Zuneigung mir gegenüber aus dem ziehe, das er so von sich gibt, wenn wir uns sehen, hat er als Beweis immerhin meine stets verlässliche Art, ab und an unter seinen Taktlosigkeiten zusammenzuklappen. Was will man mehr; das nenne ich mal gelungene verbale Kommunikation von Gefühlen.)

Gestern dann ein enormer Aufschwung. Ich konnte mich nach Wochen endlich dazu bringen, hierdrin aufzuräumen, habe dabei das No Use-Album gehört, das ich mir in Hamburg gekauft hatte – Keep Them Confused – und befand es für großartig. Welche Überraschung. Und ich konnte Sinn aus der Experience-Project-Gruppe I Miss Someone I Have Never Met machen, ein Mal mehr. Wirklich, Tony, warum musstest du sterben. Warum sind es immer die Guten, die sterben.

Und mit dem heutigen Tage ist schon der letzte vor dem neuen Semester angebrochen. Ich werde ins Bett gehen, um ein bisschen was davon zu haben und zu Ende in meinem Zimmer klar Schiff machen zu können. Produktiv und diszipliniert, so gehört sich das. Sogar meine Sanskrit-Mappe habe ich vorhin noch fertiggemacht. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Basti hat mir ein gerettetes Fischbrötchen aus der Arbeit mitgebracht und ich habe beschlossen, ab jetzt noch konsequenter containertarisch zu leben als vorher. Oh herrliches Leben.

Gedanken zu Apparition übrigens: Promise me you’ll still be there when the planet lets me down, when this world lets me down. All you’d have to do is be around, for as long as you don’t let me down, I’ll never feel like the whole world has.

Gewissen, Berichte und Komatosität

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So sah das aus, als ich Kepa von R berichtet habe. Unglaublich, wie er einfach aus diesem konfusen Wust an Wörtern erkannt hat, was ich ihm sagen wollte.

Ich
2015/01/29 12:36
Und mein Fail war eigentlich kein Fail in dem Sinne, sondern eher ein mit Überforderung kombinierter Win, der sich als Monsterfail tarnte. Vielleicht aber auch ein Monsterfail, der sich als sich als Win tarnender Monsterfail ausgibt. Fürs Erste geh‘ ich von Zweiterem aus. Man wird sehen; ich werde berichten, wenn ich selber schlauer bin.
Kepa
2015/01/29 12:36
Oh, das kapier ich nicht so ganz
Ich
2015/01/29 12:37
Das macht gar nichts, da sind wir schon zwei^^
Kepa
2015/01/29 12:39
Also hast du dir wen angelacht oder irgendeine super idee
Ich
2015/01/29 12:41
indeed, indeed, indeed
Kepa
2015/01/29 12:41
Oder beides
Ich
2015/01/29 12:41
Eher zu viel Ersteres und zu wenig Letzteres
Kepa
2015/01/29 12:43
Oh nein

…So war das nämlich.

Mehr schaff‘ ich jetzt nicht mehr; ich bin einen gefühlten Mykrometer entfernt vom Umkippen. Und ich muss noch Zähne putzen. Und das Attest besorgen nachher. Und dann containern mit Basti und dann nach München. Ich konnte heute besser mit R telefonieren. Es kamen Gefühle durch seine Stimme.

Ich weiß nicht, was ich mit Basti anstellen soll. Es ist wirklich nicht einfach. Es kann für ihn auch nicht einfach sein. Wenn ich vergleiche, wie wir während der ersten Fringe-Folge aufrecht nebeneinandersaßen, und wie er inzwischen wieder wie damals um Neujahr herum meine Schulter als Kissen benutzend mir über den Arm streicht – das war heute wieder neu, das und die andere Hand oberhalb meines Handgelenkes – Gewissen, es bringt mich um. Andererseits, was soll ich tun. Die Fronten sind geklärt. Es unterliegt alles seiner alleinigen Bereitschaft, sich dem auszusetzen. Ich bin ja nicht Şahin. Ich streichele ja nicht zurück. Es geht ja von mir nichts aus. Er muss das selber wissen. Rede ich mir ein. Aber es ist trotzdem nicht gerade Balsam für mein Gewissen. Ich bin zu empfänglich für die Nuancen. Ich erinnere mich zu gut. The longing, oh, the longing.

Ich muss jetzt schlafen. Ich bin schon die ganze Zeit am Einpennen.

Paranoia spät am Abend; Paranoia, die ist schön. (Nicht.)

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Das war toll. Gleich schreibe ich Spracherwerb, gebe vorher noch Sofie Unterricht und sollte vielleicht jetzt etwas lernen. Ist ja nicht so, als hätte ich bisher noch nichts gelernt, nein. Gar nicht. Ist ja nicht so, als würde ich bestialisch nach Knoblauch stinken und müsste dringendst noch duschen, bevor ich zu Sofie fahre.

Natürlich musste ich gestern, als alle wegwaren, einen betrunkenen Heulanfall schieben, nachdem R damit anfing, es wäre ihm im Fall, wir würden uns „sowas wie trennen“, sehr wichtig, mich als Freundin zu behalten. Ich wurde auf der Stelle paranoid und war überzeugt, gleich von ihm abserviert zu werden, fing an zu heulen und hörte eine halbe Stunde nicht mehr auf; wie grandios das einfach war. Nicht. Irgendwann sagte er, er würde mich lieben. Das war abstrus. Ich habe nichts zurückgesagt. Was auch. Du bist einer der wundervollsten Menschen, die mir je untergekommen sind, aber wenn ich mir erlaube, dich zu lieben, erlaube ich dir, mich zu zerstören. Du wirst mich so hart zerstören. Das vielleicht?

Es gibt ihn nicht in mono, sagt er. Es geht einfach nicht. Ich kann es nichtmal verdrängen, weil er es einfach selbst mit schöner Regelmäßigkeit auf den Tisch bringt, was auch gut so ist, weil es mich erinnert, die Mauer nicht vollkommen fallenzulassen, das bröckelige, poröse Ding, das nach der kurzen Zeit noch übrig ist.

Lernen sollst du, lernen.

Miau.

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Leider wurde das Nesselfieber, das mich seit Samstag Abend heimsucht, heute so schlimm, dass ich fast nicht wusste, wie ich in die Uni kommen sollte. Zum Glück war es besser, als ich erstmal dort war. Ich habe das 8.15-Seminar geschwänzt – wunderbar gemacht, letzte Stunde vor der Klausur schwänzen hat doch eh immer was, erst recht, wenn’s dasjenige Seminar ist, das der Prof leitet, bei dem du BA schreiben willst und den die Klausur dementsprechend nicht allzusehr entsetzen sollte.

Naja. Aber dafür habe ich bis um die 12 geschlafen und kam mir endlich mal nicht mehr so sehr wie ein Zombie vor. Sanskrit wieder unvorbereitet überlebt, in Euskera kurz aufgeblüht und dann ab nach Hause, wo ich mich todesfertig daran machte, mein lang geplantes Semmelknödel-im-Glas-Projekt in die Tat umzusetzen und nebenher etwas zu essen. Wurde Zeit; der Mensch ist halt nicht dazu gemacht, auf der Basis eines mickerigen, aus einer Banane und einem Löffelchen Schokoeis, Wasser und Milchpulver bestehenden Shakes über den ganzen Tag zu kommen.

Gestern hat sich ja noch alles Mögliche Schöne ereignet. Ich habe nach einem wenig fruchtbaren Gespräch mit Mama über meine Lage (wer hätte es gedacht; was hätte da auch Anderes als eine totale Katastrophe rauskommen sollen) mich dann schnellstens auf zu Moritz gemacht, bei dem ich dann immerhin noch eine knappe Dreiviertelstunde Zeit hatte rumzuhängen. Und das war wirklich schön. Chrissi, sein Mitbewohner, war auch da, und während wir auch nicht dazu kamen, die Thematik anzuschneiden, war ich einfach nur total glücklich, dasein und mich so unkompliziert und erfüllend mit diesen beiden lustigen, lieben Zeitgenossen unterhalten zu können.

Natürlich war ich ein kleines bisschen zu spät zurück – Peruaner-Pedro rief mich vom Parkplatz vor meiner Haustür aus an, da war ich noch nichtmal beim Bahnübergang unten vor dem Berg. Die von der Tafel sagten mir, als ich sie eine Minute danach anrief, dass sie absolut nichts dahatten, das ich hätte abholen müssen, und mit dieser Nachricht begrüßte ich Pedro, der mir daraufhin vorschlug, doch einfach ein bisschen zusammen um den Bodensee zu fahren. Gesagt, getan. Er hatte auch ein paar Sachen auf dem Herzen, aber den Großteil der Zeit verbrachten wir natürlich mal wieder mit meinem Kram. Und natürlich schaffte ich es nicht zu Türkisch um viertel nach drei, vielmehr fand ich mich irgendwann in Pedros Zimmer vor einem gigantischen einfarbigen Spiralenpuzzle wieder, an dem wir in ungefähr einer Stunde ungefähr fünf Stücke weiterkamen (und uns darüber nen Keks freuten). Dann wollte Pedro containern gehen – es geschehen noch Zeichen und Wunder. Natürlich ließ ich mir das nicht zweimal sagen – Containern mit dem Auto, gibt es etwas Luxuriöseres?
Der richtige SuperGAU kam dann aber, als wir nach an sich schon recht erfolgreichem Beutezug noch zu Sarah fuhren und mit ihr zusammen unsere letzte Station anpeilten. Ich glaube, ich habe selten in meinem Leben so einen Fang gemacht wie gestern. Das war nichts Anderes als völlig absurd. Also, mein Kühlschrank, Gefrierfach und begehbarer Kühlschrank aka Bereich vor unserer Gartentür sind jedenfalls gut gefüllt.

Irgendwann war dann endlich alles fertig und ich habe

…war ich dabei zu schreiben, dann tauchte ein unfassbar niedlicher bekiffter R eine Stunde früher als erwartet bei mir auf und ich sah mich gezwungen, die Veröffentlichung dieses Eintrags auf später zu verschieben, genauer gesagt, auf jetzt.

Er hat Trudi und Hannes kennengelernt und gleich mit ihnen gebondet, nachdem er feststellen durfte, dass die beiden auch zur Gattung der Graskonsumenten zählen, und Trudi ihm natürlich gleich anbot, mit ihnen noch einen durchzuziehen. Ich hatte inzwischen schon die tiefgreifende Erkenntnis gehabt, dass stoned R in etwa das Goldigste ist, das mir je unter die Augen gekommen ist, und war glücklich, dass er die Gelegenheit hatte, noch mehr von dem Zeug zu inhalieren. Wirklich, ich kam mir fast selbst vor wie auf Drogen, solche Lachflashs hatte ich gestern. Was für wunderbaren Schwachsinn er einfach redet. „Leg dich andersrum, bitte, mich überfordert dein Gesicht aus dieser Perspektive. Wirklich jetzt, du solltest dich umlegen. Also, ich will dich nicht umlegen, und du sollst dich auch nicht umlegen, aber bitte leg dich um!“

Was ist noch passiert, abgesehen davon, dass ich augenscheinlich anfange, mich in meinen Freund zu verlieben, und das auf Basis von Gras? Hm. Vorhin rief mich Peruaner-Pedro an, um zu fragen, wann er bei mir vorbeikommen soll, und ich war todesverwirrt, weil wir überhaupt nichts ausgemacht hatten und er mir aber einreden wollte, wir hätten etwas ausgemacht, und da mein Verstand noch nicht wirklich dawar, habe ich sogar wirklich gezweifelt. Jedenfalls muss ich noch Maialens Probeklausur machen und herausfinden, was ich heute Abend tue, um R bescheidsagen zu können, ob ich nach der Uni zu ihm komme. Daran sollte ich mich jetzt wirklich mal machen, bevor Pedro hier aufkreuzt.

Das Nesselfieber ist immer noch da. Und es tut weh. Trudi hat mit ihrer Mutter geredet und mir etliche Ratschläge von ihr übermittelt, mir Medikamente aus Harz und Heilpflanzen zur Verfügung gestellt und mir Shea-Butter zum Einreiben gegeben, was wirklich lieb von ihr war.

Und ich muss jetzt ganz dringend aufstehen und mein Kokosöl ausspucken, und das eigentlich schon seit mindestens zehn Minuten.

Maybe I’ll sleep when I am dead.. Maybe.

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Ich habe so einen geisteskranken Schlafmangel, das ist schon nicht mehr schön. Diese Woche will es einfach nicht so hinhauen mit dem Schlafen; irgendwas ist doch immer. Gehen wir durch:

Montag die ungeplante Diskussionsrunde bei Marie; um drei im Bett, um acht in der Uni.

Dienstag Abend zuerst knappe drei Stunden mit Basti geredet (gegen Ende wurde ich zunehmend komatös) und dann nochmal bis halb drei mit Caro. Übelstes Komaskypen (was das Gespräch nicht unbedingt uninteressanter machte).

Mittwoch Nacht mit einem linken Aktivisten aka frischgebackenem Motorsportjournalist auf dessen Couch gehangen und halbwegs erfolglose Bemühungen angestellt, seinen Redekünsten, seiner Offenheit und seiner Nähe standzuhalten und herauszufinden, was um alles in der Welt es eigentlich ist, das ich will.
Um vier im Bett, um zehn nach neun mit dem Wachheitsgrad einer Leiche demselben Menschen die Tür aufgemacht, um ihn mit meinem Standardfrühstück zu verköstigen, dem mit Guaraná-Pulver angereicherten Bananenshake. Um elf in die Arbeit, was sich allein schon wegen des Gespräches gelohnt hat, das ich dort mit Sarah hatte. (Transparenz. Ich liebe Transparenz.) Und wegen des Essens, das uns Peruaner-Pedro vorbeibrachte. Der kocht momentan immer für Sarah, solange er Urlaub hat und nichts zu tun. So eine Seele von einem Mensch.

Nun gleich ins Kino mit Lisa – nachdem ich die Verabredung gestern ja absagen musste dank meiner genialen Fähigkeit, Kalender zu checken, bevor ich mich anderweitig verabrede, um Lasagne zu essen und festzustellen, dass es ein polygamistischer Kommunist irgendwie auf mich abgesehen hat, und daraufhin Stunden damit zuzubringen, mich von ihm im Arm halten zu lassen, während sich in meinem todesverwirrten Kopf das altbekannte Drama abspielt und der Rest von mir derweil nichts Besseres zu tun hat, als in dem schieren Segensgefühl aufzugehen, das Caro zu erklären ich letztens noch so immense Schwierigkeiten hatte, hatten wir uns zuerstmal mit Rini auf Donnerstag geeinigt – heute – bis ihr dann einfiel, dass sie mit ihrer Mitbewohnerin ins Kino gehen wollte, und mir kurzerhand sagte, wir könnten ja dazustoßen, um uns immerhin diese Woche überhaupt noch zu sehen. (Und jetzt sag mal ehrlich, war das nicht ein Wunderwerk von einem Bandwurmsatz? Rekursivität, oh Allmächtigste der Allmächtigen, geheiligt werde deine Präsenz in der menschlichen Sprache.)

Deswegen muss ich aber auch in zwanzig Minuten los, Scheiße. Das ist nicht gut; jetzt habe ich schon wieder die Stunde, die mir blieb, nicht zum Schlafen genutzt. Langsam wird es zu viel. Oder eher zu wenig.

Nachdem wir im Kino waren, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch gehe ich zu R und verdrücke den Rest Lasagne. Er meinte, ich solle doch einfach mit Lisa vorbeikommen, als ich ihm von meinen Kinoplänen berichtete, aber irgendwie fürchte ich, dass Lisa nicht mitkommt. Es wäre auch weird irgendwie, glaube ich. Jedenfalls wird es so lange wie heute Früh nicht werden, weil er morgen um sieben arbeitet und ich, glaube ich, ansonsten auch einfach mal bei ihm auf dem Couchtisch kollabieren würde oder sowas.

Wenn ich nach Hause komme, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch werde ich erstmal mit Caro reden, der habe ich das nämlich versprochen und es wird ja bis dahin auch schon wieder mehr zu berichten geben. Immerhin sehe ich den Menschen dann gleich zum dritten Mal an einem Tag. Er ist wirklich ein ungeduldiger Mensch. Leider auf eine sehr angenehme Art. Gawd, ich bin doch furchtbar. Da bildet man sich sein halbes Leben lang ein, man wäre vor Attraktion ohne eindeutige Gefühle gefeit. Von wegen. Offenbar ist „Attraktion ohne eindeutige Gefühle“, wenn ich nur welche auf jemanden ausübe, mein zweiter Vorname. Das kombiniert mit meiner grandiosen Selbstsicherheit und Lebenserfahrung, undramatischen Art und Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen ergibt ein wunderbar sinnvolles Bild. Oh, wie furchtbar es ist, ein Mensch zu sein. Man hält sich für was ganz unsagbar Tolles und dann stellt man irgendwann fest, man ist ein Opfer seiner allerrudimentärsten Bedürfnisse wie jede andere gowaiverdammte Kreatur auf diesem Planeten auch. Uff, welch ein Schlag ins Gesicht. Aber was eine Erleichterung auf der anderen Seite. Man müsste jetzt nur die conflicting Seiten seiner gespaltenen Innenwelt irgendwie dazu bringen, sich einander anzunähern, und hätte ein riesiges Problem weniger. Vielleicht ist Therapie wirklich gerade keine so schlechte Idee.

Wenn ich dann irgendwann mit Caro fertigbin, falle ich wie ein Stein ins Bett und schlafe drei Tage durch rede ich noch mit Laura, wie sich soeben herausstellte. Uff, das wird immer schlimmer. Aber sein muss es trotzdem. Und wie das sein muss.

Erfolglos manipulativ, mal wieder.

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Okay. Kepa möchte nicht, dass der Luxmensch mitkommt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Jetzt bin ich leicht schockiert bzw. sitze leicht angetrunken rum, heule ein bisschen rum und schreibe weiter mit ihm und fühle mich merkwürdig. Das jetzt, das ist aber meine Schuld, und meine Einbildung noch dazu. Ich muss mir mal nicht auf den Schlips getreten vorkommen; wer weiß, wie er sich vorkommt. Ich meine.. ich habe vergessen, was ich meine. Ich bin.. ich weiß nicht, was ich bin. Das ist doch mal wieder typisch; jetzt fühle ich mich volle Kanne vor den Kopf gestoßen und war doch eigentlich selber diejenige, die mit etwas ankam, das durchaus kopfstoßerisches Potenzial hatte. Aber das ja auch nur, weil ich vorher von ihm gestoßen wurde. Eigentlich eher verstoßen, nicht wahr. Scheiße, jetzt ist mein Wein leer. Das war noch nicht genug. Längst nicht. Noch allerlängst nicht.

Ich hab Robert angeschrieben, dass er mir mal helfen soll. Allein ihm das kurz zu berichten tat schon gut.

Oh, ich rede jetzt gleich mit ihm. Der laut eigener Aussage staubaffine Kepa hat das gemacht, was er am besten kann – sich aus dem Staub nämlich – und deswegen kann ich jetzt Robert vollheulen.

Und jetzt wirkt der Wein. Sehr fein, sehr fein.

Edit: Das kam heraus. Ich bin mal wieder einfach nur dankbar für mein Leben. Und für die Existenz von Robert. Einfach weil.