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Schnee (und Lieder über Regen)

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Hui! Yes! Ich erfülle mir gerade einen halblebenslangen Traum und lerne Eva Cassidys Version von Kathy’s Song auf der Gitarre, und es klappt ganz wunderbar. Bisher kann ich das Intro. Weiter werde ich allerdings heute nicht machen, denn 1) muss sich das ja nun erstmal festigen und 2) bereitet es mir Schmerzen im Ringfinger, weil ich halt leider Gowais nie diszipliniert genug war, mir beim Gitarrespielen eine ordentliche Körper- oder Handhaltung anzugewöhnen.

Aber ich habe noch mehr wunderbare Dinge heute erlebt. Mein Vater kam auf seiner Fahrt nach Hohwacht bei uns vorbei und brachte mir die letzte Kiste meines Krams, der noch bei ihnen geparkt war. Lauter Ordner, Hefte, Fotoalben mit Sachen aus der Schulzeit, die reinste Schatzkiste. Ich muss warten, bis R mit Lernen Schrägstrich Zocken fertig ist, um sie mit ihm zusammen zu durchwühlen.

Außerdem brachte uns Papa eine Tüte Kaffee, die noch neben mir auf dem Wohnzimmertisch liegt und hocharomatische Düfte verströmt. (Richtig erkannt; ich liege nicht auf dem Wohnzimmertisch, auch wenn man den vorangehenden Satz solcherart auslegen könnte.) Und er nahm mich auf seiner Weiterfahrt noch mit in die Stadt, wo ich mir von einem eigentlich gestern stattfindenden Hausflohmarkt ein Paar Ohrhänger hatte zurücklegen lassen. Ich wollte eigentlich ja auch gestern hingehen, aber es war dann so ungemütlich draußen und ich kam den ganzen Tag nicht aus meinem Schlafzeug raus, da war es heute viel praktischer. Noch besser war, dass mir mein Vater noch einen Zehner zugesteckt hatte, denn so kam ich noch in den Besitz zweier Paar dekorativer Winkel und eines Regalbrettes, genau so eins, wie ich für die Küche geplant hatte. Manchmal passt es einfach alles so schön.

Nächste Woche kommt Becci mich besuchen, was episch wird. Sie hat neulich einen absurden ContainerGAU gelandet und um die 40 Packungen Kaffee abgestaubt. Ich glaube, in diesem Leben müssen wir uns um Kaffee keine Sorgen mehr machen, zumal Becci selber ja gar keinen trinkt. Hah, großartiges Leben.

Ich habe eben (wider besseres Wissen) den Vögeln ein Brötchen zerkleinert und rausgelegt; richtiges Vogelfutter werde ich mir nicht holen und es dürfte immer noch besser sein, mit Fast Food über den Winter zu kommen, als komplett zu verhungern. Vermutlich bekommen sie ja in der Nachbarschaft an anderen Stellen besseres Essen serviert. Ich möchte ihnen zumindest irgendetwas anbieten können, denn mittlerweile kommen jeden Tag Blaumeisen auf die zugeschneite Terrasse und schauen sich gründlich um. Die Katze ist natürlich auch nicht mehr draußen zu dieser Jahreszeit, dafür ist sie viel zu zimperlich.

Und nun, wo auch der Rest der Welt Advent feiert, ist bei mir schon das zweite Lichtchen an und es wird immer gemütlicher hier drinnen, während draußen schon wieder die Dunkelheit hereinbricht. Wie überaus tröstlich, dass die Tage in weniger als drei Wochen zumindest wieder länger werden.

zalantza ezinen olatua

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Ich habe soeben beschlossen, dass ich demnächst mal Haizea covere.

Dann habe ich wider besseres Wissen versucht, meine durch zweimal dieselbe Kack-Krankheit in einem Monat voll und ganz enthornhauteten Finger dazu einzusetzen, besagtes Lied auf der Gitarre zu spielen, was sie mir ziemlich eindeutig nicht verziehen haben. Das tat weh. Sehr.

Becci und Chris haben tatsächlich ihre Beziehung beendet. Wenn das nicht mal eine wunderbare Nachricht ist. Oh, und ich habe beschlossen, dass ich mit Becci und Janine in eine WG ziehe, falls das so hinhaut. Also, ich bin ja flexibel; jetzt müssen es nur noch die beiden schaffen, am gleichen Ort Arbeit zu finden.

Passend dazu habe ich auch eben herausgefunden, dass ich meinen Master nicht in Winterthur mache.

Und im Oktober fange ich mit meiner BA-Thesis an. Das habe ich zwar schon Freitag beschlossen, aber es passt gerade so gut in die Auflistung.

Jetzt muss ich noch beschlossen bekommen, was ich von Kepa schon zu hören bekommen habe: 1) „um Himmels Willen, nicht warten“. Und 2) „das Beste“. Ich kann das Beste verlangen. Dann komme ich unbeschadet da raus.

Ich muss ihnen allen wieder erlauben, Tingeltangel-Bob zu mir zu sagen. Und dabei nicht traurig werden. Ich werde ja mittlerweile schon traurig, wenn er es selbst sagt. (Kepa jetzt, nicht Tingeltangel-Bob.)
Auch wenn es wirklich eine, äh, atemberaubend wunderschöne Tingeltangelbob-Frisur war, die er mir da gestern verpasst hat. Ein wenig rechtslastig vielleicht, aber sonst.. Schade eigentlich, dass wir kein Foto gemacht haben. Ich musste sie dann relativ bald unerlaubterweise wieder zerstören, als wir das Haus verlassen haben. Der Dönermann des Todes, bei dem wir Pizza gegessen haben, hätte bestimmt keinen rechtslastigen Tingeltangel-Bob bei sich am Tisch geduldet.

Wie gut ich mich erinnere (Becci hat Recht; es ist mehr Fluch als Segen), wie er zum ersten Mal mit meinen Haaren gespielt hat. Obwohl ich betrunken war. Dabei habe ich so schnell immer Erinnerungslücken. Aber er hat mit meinen Haaren gespielt und Sarah wollte schlafen und wir haben alles Mögliche an baskischer Musik gehört und ich hing auf dem Boden und habe meinen Laptop umarmt vor lauter Dankbarkeit für die Musik. Er hat meinen Arm gestreichelt, so fast unmerklich mit einem Finger. Wahrscheinlich dachte er, ich kriege es gar nicht mit, so betrunken muss ich ausgesehen haben, wie ich da so hing.
Dann haben wir geschlafen; am Morgen hat er kurz Sarah zur Arbeit gebracht, kam wieder und hat mir den weißen Schal gegeben, den er mir aus Perú mitgebracht hatte (auf Anweisung – wobei ich nicht mit einem Alpaka-Schal gerechnet hatte), und wir fuhren in die Uni, wo er sich mit Rini treffen wollte. Simón kam auch noch dazu, und auf dem Weg zu meinem Kurs begegnete ich Daniel und warnte ihn schnell vor, es würde gleich ein verrückter Ex-Kommilitone von mir zu ihm in Literatura vasca kommen und ihn auf Euskera zulabern.

Das war im Sommer, nach dem Deutschland-Brasilien-Spiel, das wir alle bei Sebi geguckt hatten. Und am Nachmittag hatten wir Bandprobe und ich bin Itxaropena singend durch die Küche von Sebis WG gewirbelt und habe meine gute Laune allen gegenüber damit begründet, dass ich zu viel Argiak gehört hatte. Sarah erzählte Sebi von meiner Laptopumarmungsaktion und Sebi meinte nur, es wäre doch Kepa-Pedro dagewesen, und wieso wir nicht den umarmt hätten.

Und ich werde um die Zeit herum hier verkündet haben, ich hätte einen leisen Anflug eines Verwirrungsproblems. Wer hätte gedacht, zu was der leise Anflug ein halbes Jahr später mutiert sein würde. Ein Ansturm träfe es vermutlich noch am ehesten. Oder vielleicht eher Anfall. Oder doch Unfall? Unding? Ein Ding der Unmöglichkeit?

Ezina ekinez egina.
Das Unmögliche wird möglich, wenn man nur damit anfängt, es zu tun. Aber er sieht’s nicht; er sieht’s nicht und bekommt die Tür nicht auf.

Es ist eine Schande, wirklich. So eine irrationale Kompromissbereitschaft bis hin zur Selbstaufgabe – was auch immer mit mir verkehrt ist, dass ich das nicht abstellen kann – aber das macht ja auch gar nichts, denn selbst das kleine fehlende Stückchen wird mir immer noch nicht entgegengekommen.

Und es sollte doch langsam mal genug sein. Ich habe das Gefühl, als wäre ich am laufenden Bande daran, das Unmögliche möglich zu machen, nur um festzustellen, dass niemand daran interessiert ist, die Möglichkeit zu nutzen.

Produktiv in der Matrix

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Wie produktiv ich heute schon war. Ich habe mir endlich Irudi Biluztuak zu Ende herausgehört, die letzten und widerspenstigsten Stellen. Jetzt muss ich es nur noch spielen können. Meine allesamt um mindestens eine Hautschicht ärmeren Fingerkuppen überstehen das Gitarrieren mittlerweile schon wieder überraschend gut, aber am Anfang.. oh, diese Schmerzen. Als hätte ich noch nie so ein Ding in der Hand gehabt.

Außerdem habe ich heute Früh zum ersten Mal eine potenzielle Schlafgelegenheit in Namibia angeschrieben. Langsam aber sicher würde ich schon gern damit anfangen, mir zumindest soweit es irgendwie planbar ist ein bisschen Struktur in meine Woche in Windhoek zu bringen. Ich hasse es, alleine zu reisen; ich hasse es wie die Pest. Und ich kenne mich – wenn ich da am Flughafen stehe und noch gar keinen Plan habe, wohin ich gehen soll, fühle ich mich hundertprozentig überfordert. Spontan bin ich dann gern wieder ab dem 25., wenn Kepa kommt und ich nicht mehr allein da herumlungere. Aber dafür suche ich mir ja auch Couchsurfing-Übernachtungsmöglichkeiten. Die, die ich angeschrieben habe, klingt jedenfalls schonmal supernett.

Nachdem wir gefrühstückt hatten, habe ich schonmal ein bisschen was für Zuhause gepackt (morgen bin ich ja vermutlich nachmittags weg und habe vormittags Panik, also besser heute so viel wie möglich erledigen) und Papa geholfen, alles Mögliche an Gegenständen übers ganze Haus verteilt auszumessen, bzw. er hat gemessen, ich habe notiert. Wie praktisch, dass er zu Weihnachten ein Laser-Messgerät bekommen hat – wer sowas hat, braucht nie wieder Zollstock oder Katzenspielzeug.
Was man sich aus einem Umzug alles für Arbeit machen kann. Aber natürlich hat das Organisiertsein auch so seine Vorteile, ich sag‘ am besten mal gar nichts, ich furchtbarer Chaos-Mensch.

Damit wurden wir eben jedenfalls fertig. Da meine Eltern beide noch keinen Hunger haben und ich dank der anhaltenden Panik todmüde bin, habe ich mich ins Bett verzogen und lasse sie unten erstmal eine Weile alleine weiterprotscheln. In der Zeit höre ich hier den Regen beharrlich auf mein Dachfenster tropfen, versuche meinen Verstand zu sammeln und hoffe, dass jemand zu Skype kommt – beides bislang erfolglos.

Lass dir gesagt sein, wir leben alle in einer Matrix. In einer kollektiven Riesenmatrix, in der jeder nochmal in seine eigene kleine Mikro-Matrix gehüllt vor sich hinexistiert. Und um Wahrheit zu lernen, müssen wir erst beide durchschauen. Lass es dir einfach gesagt sein.

Titel sind was für Leute ohne Panik.

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Höre dir einfach nur diese Perfektion an.

Ich zumindest tue seit geraumer Zeit nichts Anderes und bin außerdem dabei, es selber spielen zu lernen, was momentan noch davon erschwert wird, dass ich zu faul bin, mir den Text auszudrucken, um die Akkorde rauszuschreiben. Das heißt, ich muss sie einfach direkt auswendig lernen. Was aber auch nichts macht, so schwierig ist es gar nicht. Dank Haizea habe ich mich ja sogar mit dem ekligen H- und B-Dur arrangiert und fürchte mich davor nicht mehr so sehr.

Jetzt hab‘ ich wieder Panik. Gowaiverdammich, ist das ätzend. Aber längst nicht so schlimm wie Donnerstag in der Arbeit, das war wirklich ein neuer Panikrekord. (Und keiner, den ich vorhabe je zu brechen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.)

Wie herrlich es gestern auf Maries WG-Party war. In erster Linie, weil Lena dawar und später noch Sarah und Pedro, über deren unerwartetes Doch-noch-auftauchen ich in meinem segensvoll betrunkenenen Zustand (Bo wird sich wieder freuen – aber hey, carpe noctem) so unermesslich glücklich war, dass ich sie die ganze Zeit nur angegrinst habe. Und wir haben uns diese widerlichen Käse-Cheetos in den Mund geworfen. (Oder eher nicht in den Mund, more often than not.)

Ich muss die Musik wieder anmachen, dann werde ich wieder wach und weniger panisch.

Edit: Hilft nicht. Eher habe ich jetzt mehr Panik, weil es so schön ist und mich überfordert. Ich bin am Verzweifeln, weil es so sehr an mir zerrt, dass ich bald auseinanderfalle.

Beti itxarongo zaitut azken geltokiko iluntasunean, amets ezkutuen isiltasunean.

Wie kann etwas so schön sein.

Einäugige Machenschaften

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Ach, ich glaub’s ja gar nicht. Schon wieder ewig und drei Tage mit Becci geredet, und auf einmal ist es so irre spät und sie ist lieber mal ins Bett, um ihren Schlafrhythmus nicht gänzlich durcheinanderzubringen. (Ich muss immer an den Ukumensch denken, wen ich Rhythmus schreibe, weil er sich irgendwann mal vertippt hat und.. egal.) Ich hab ne Flasche Wein getrunken, weil ich nunmal latent alkoholikerisch angehaucht bin, aber was soll’s. Trudi kam grad nach Hause. Und ich hab das erste Mal heute Oil Pulling ausprobiert. Ich muss mir dringend mein eigenes Kokosöl bestellen, nicht dass ich ihr alles wegpulle.

Meine Finger sind etwas schwer, aber ansonsten klappt es super mit dem Tippen, was ich ja wieder beunruhigend finde. Oh je, oh je.

Ich hab mit Becci so viel über Demenz geredet. Deprimierend wäre das, wenn ich nicht wüsste, dass ich es hoffentlich morgen wieder vergessen habe. Nein, das ist gar nicht ironisch, kein bisschen.

Ich habe Sarah vorhin Erkältungstee gebracht, weil es sie jetzt auch erwischt hat. Jeder, dem ich im Laufe der letzten Woche begegnet bin, scheint jetzt erkältet zu sein. Ich fühle mich schuldig. (Gut, dass ich zumindest nach den Buchstaben suchen muss, bevor ich sie treffe.)

Ich kann mich jetzt schon nicht mehr an die Unterhaltung mit Trudi erinnern. Oh je.
Und Becci und ich haben über Bachelorarbeiten geredet. Vielleicht wird es nicht ganz so schlimm, wie ich befürchte. Ich muss nur Maialen fragen.

Warte, vielleicht kann ich mich doch erinnern. Sie hat die Tür aufgemacht und etwas über Essen gesagt. Und dann hat sie gefragt, ob sie sie wieder zumachen soll. Uiuiui, was für ein Gedächtnis.

Langsam schaffe ich den H-Dur-Griff. Den brauche ich für Haizea.

Vielleicht muss ich morgen nicht zum Obdachlosenheim, wenn Ilmari geht. Dann kann ich einfach den ganzen Tag hier gammeln, das wäre auch nicht übel.

Ich geh mal Zähne putzen.

Am liebsten würde ich Kepa-Pedro schreiben, aber der ist am Hardcore-Curlen oder Sonstwas-Tun und kann mir selber schreiben, wenn er Zeit hat. Meine erbärmlichen Tage sind vorbei, möp.

Um die Tippfehler rauszukorrigieren, hilft es, einfach ein Auge zuzumachen.

Herzblut- und Frustrationsquellen

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Hach, das tat gut. Ich hab‘ das erste Mal in diesem Monat mit Saskia geredet – jetzt bin ich über alles an Klatsch aus Vitoria wieder bestens auf dem Laufenden und freue mich außerdem, einen Mensch mehr zu kennen, mit dem ich über weite Distanzen und zur Not auch lange Zeiten hinweg einfach perfekt verbunden bleibe. Ich mag sie. Sie ist so einzigartig.

Heute Abend wird bandgeprobt. Ohne Chris, der seine Prioritäten momentan mehr in Richtung Basketball verschoben zu haben scheint und uns zugunsten seines täglichen Training-Gebens bzw Trainierens und der wochenendlichen Turniere diese Woche völlig versetzen muss. Aber es gibt eh ein paar Sachen zu klären, bei denen er halbwegs entbehrbar ist. Sebi muss neues Zeug lernen, und natürlich sind Sarah und ich diejenigen, die es ihm beibringen – ein Prozess, der lange genug dauern wird, dass wir zur Not mehrere Wochen ohne Cajón auskommen. Ich will ja gar nicht frustriert klingen – das kommt schon noch früh genug – aber etwas ungünstig ist es schon, so ein Gitarrist ohne jedes Gefühl für Musik. Und von mir selbst bin ich auch genervt – weil ich ihm am liebsten die Gitarre aus den Händen reißen und ihm zeigen würde, was er machen soll, aber bei mir hapert es viel zu sehr an der Umsetzung. Das, was er kann – das Technische – das kann ich nicht. Und, leider Gowais, andersherum. Wäre er mit einem kleinen Funken musikalischer Intelligenz ausgestattet, wäre es ein Leichtes.. aah, ich schreibe mich schon wieder in Verzweiflung. Lassen wir das. Es ist ja wahrscheinlich eh nur noch ein Jahr. Und wo ich doch jetzt wahrscheinlich einen Gitarrenlehrer habe (ich hab‘ ein Musik-Tandem-Gesuch gepostet in unserer tollen „Ich kann was, was du nicht kannst“-Gruppe, und Klavierunterricht als Tausch angeboten, und es hat sich schon nach ein paar Minuten jemand gemeldet), wird es ja eventuell zumindest auf meiner Seite irgendwann doch nochmal eine Art Fortschritt geben.

Habe ich eigentlich erwähnt? Ich hätte Ende März in einer Kirche spielen können. Auf einem Flügel. Auf einem Flügel in einer Kirche. Leider bin ich ja nicht da. Ich könnte kotzen, könnte ich – wieso muss ich immer weg hier, warum?! Aber ich kann WG-Sarah ja schlecht das zweite Jahr in Folge verkünden, dass ich sie doch nicht besuchen komme. Warum nur musste ich so früh schon die Bahntickets buchen, warum. Da denkt man sich ein Mal im Leben, man könnte doch schonmal etwas im Vorfeld erledigen. ARGH.

Freitag spiele ich Nachhilfe-Vertretung für Sarahs Freundin Carmen, die sich zur Zeit in Mexiko herumtreibt und dementsprechend nicht verfügbar ist, um kleinen Jungs das Present Perfect beizubringen – eine undankbare Aufgabe, die mir da zufällt. Aber immerhin kommt auf diese Weise mal wieder ein bisschen Zahlungsmittel in meinen Besitz. Kann ja nie schaden.

Auch wenn ich immer mal wieder zwischendurch so Anfälle habe, im Zuge derer ich von einer Art Konsumstreiksbegeisterung gepackt werde und sich mir immer neue Ideen auftun, wie dem monetären System so gut es geht zu entkommen ist. Und wo sich meine momentane Position eigentlich so ansiedelt – und wie weit sich das noch in eine richtigere Richtung ohne große Mühe verschieben ließe.
Und immerzu will ich eigentlich Einträge auf Save the Lettuce schreiben, zuhauf, aber finde nicht die Motivation, mich wirklich dranzusetzen. Weil es so viel gibt – das ist schon wieder zu viel. Über Foodsharing muss ich schreiben, und über den BUND, dem wir uns demnächst mit Freude einverleiben werden, über Fracking am Bodensee, Träume von Gratis-Häusern und andere Abstrusitäten. Über Tausch-Brunches, Terrassengärten, Komposteimer, Drachenfruchtsamen, eingelegtes Zeug, zusammengerettete Tortillas, Umsonstläden, Public Gardening, Samenbombenbastelaktionen, Schnibbelparties, Haushaltsauflösungen, Nachbarschaftshilfe und Musik-Tandems. Schreiben tue ich letztendlich gar nichts, weil mich die schiere Menge des zu Schreibenden überfordert. Prokrastinationsnatur bis hin zu den Dingen, wo eigentlich mein ganzes Herzblut reinfließt. Schlimm sowas.. Was kann man da noch Anderes machen als schlafengehen.

Kantua izan nahi dut.

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Ich fühle mich gerüstet für eine weitere Woche in schöner Gesellschaft. Und ich freue mich auf Arbeit, viel Arbeit, viel Musik; immerhin kommt Sarah endlich, und wir können vielleicht (endlich) mal anfangen, unsere Songs zumindest halbwegs passabel aufzunehmen. Und der Ukumensch hat ebenfalls verlauten lassen, mal wieder an Demos arbeiten zu können. Und mir hat die Arbeit mit ihm schon gefehlt in letzter Zeit; es ist schon wieder alles so lange her. Schlimm genug, dass ich, vom Unwillen, die Gitarre jedes Mal aus Camerons Zimmer zu kidnappen, motiviert, mir eine von dessen zahlreichen Ukulelen unter den Nagel gerissen habe, welche ich nun bei mir im Zimmer bunkere und, Bruchstücke verschiedener ukumenschlicher Kompositionen vor mich hinstümpernd, als Gitarrenkompensation missbrauche (Janine sagte dazu vorhin, jetzt sei ich ja selbst ein Ukumensch geworden).

Und noch mehr Arbeit erwartet mich nächste Woche. Ich habe heute meine zweite Gruppe Englischschüler, bestehend aus momentan zwei Leuten, kennengelernt und das zweifelhafte Vergnügen gehabt, diese anderthalb Stunden lang zu unterrichten und dabei mit mäßigem Erfolg zu versuchen, die Geheimsprache, die die meisten spanischsprachigen Menschen anstelle des eigentlich als Unterrichtssprache angestrebten Englisch zum Zwecke der gegenseitigen Verständigung benutzen (sowie, leider, im Umgang mit ihrer dieser nicht mächtigen Lehrerin), zu entschlüsseln. Am Ende komme ich nach Hause und spreche einwandfreies Spanisch-Englisch-Pidgin, während diese hoffnungslosen Fälle nicht den Funken einer Erkenntnis aus meinem Unterricht gezogen haben und reihenweise durch ihr Cambridge First Exam fallen, ich seh’s kommen.

Aber noch ist das Risiko niemandem bewusst und mein Boss meinte vorhin zu mir, ich würde eventuell nächste Woche noch eine Gruppe dazubekommen. Das wird ja ein recht ausladendes Projekt, wie ich das so sehe. Ich arbeite ja jetzt schon vier Tage die Woche.

Da das Berri Txarrak-Konzert näherrückt, höre ich „pflichtbewusst“ (in diesem, aber leider Gowais nur diesem Fall gleichzusetzen mit „hochenthusiastisch“) alles an Musik dieser atemberaubenden Band, das Youtube mir ausspuckt, und zwischendurch immer mal wieder das, was ich eh schon kenne von ihnen. So wie Bueltatzen, das Lied, das mich immer umhaut, immer. Ich weiß, ich erwähnte. Ich höre auf.

Amoklauf, Amoklauf, Menschenleben gehen dabei drauf.

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Weniges auf dieser Welt irritiert mich mehr als Leute, die Blogs aus der Sicht ihrer Hunde schreiben.

Eigentlich ist das komplett falsch, mir sind Blogs aus der Sicht von Hunden recht egal. Nur wenn ich anfange, darüber nachzudenken, bekommen sie einen irritierenden Beigeschmack.

So viel dazu. Sehr viel mehr hab‘ ich auch eigentlich nicht zu sagen gerade, außer vielleicht, dass mein Fluchtplan für den 26. steht, Life Starts Now von Three Days Grace ein ausgezeichnetes Album ist und ich schreibblockiert bin.

Weil ich das auch so gut gebrauchen kann gerade.

Aber wann kann man schon eine Schreibblockade gut gebrauchen.

Wenn ich zu JO fahre, muss ich wohl Strawberry mitnehmen und sie dann für ein Jahr bei ihr einlagern. Ansonsten müsste ich die Woche bei ihr ohne Gitarre verbringen, worauf ich wenig Lust habe. Falls ich nochmal hierherkomme, bevor sie nächstes Jahr aus Argentinien wieder daist, muss ich halt Night wieder mit hochnehmen. Diese ganze Pendlerei mit Gitarre hat immerhin zum Vorteil, dass man im Zug was zu klimpern hat, vorausgesetzt, es sind nicht zu viele Leute um einen herum.

Alles schläft, eine wacht, samstagmorgens um zwei nach acht.

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Ich habe bis jetzt nicht geschlafen, eben gerade „wie wenn“ statt „als ob“ gedacht und irgendwann in der Nacht Şahin Gitarre spielen hören. Ganz wenig nur, ein paar Standardakkorde und dazwischen immer ein Septakkord, zu kurz, um herauszufinden, ob ich das Lied kenne. Wenn er spielt, brauche ich ja eh immer ewig lange, um überhaupt irgendetwas zu erkennen. Wahrscheinlich auch, wenn es irgendjemand anders spielt, aber die meisten Anderen spielen nicht unbedingt Sachen, die ich kenne, sodass ich das herausfinden könnte. Vermutlich war es eh nur irgendein Gedudel.

Ich hätte auch Lust zu spielen jetzt, aber dafür ist es wahrscheinlich noch ein bisschen früh. Serj wird sich jedenfalls wundern, wenn ich um acht Uhr aus meinem Zimmer komme und mir Frühstück mache. Die ganze letzte Woche lang war ich immer erst knapp nachdem er aus der Hochschule kam überhaupt wach. Sprich, gegen halb zwei. Gestern habe ich auch wieder zwölf Stunden geschlafen, unglaublich ist das.

Sag mir nochmal kurz jemand, warum das alles so abstrus ist.

Ich nehme mal schnell meine Tablette, bevor ich es am Ende noch vergesse.

Okay. Hm, da habe ich auch nur noch drei Stück von jetzt, demnächst muss ich mir neue holen. Und ich habe immer noch nicht die Untersuchungen machen lassen, die mir der Psychiater eigentlich empfohlen hatte, Blut und EKG und so, wegen eventueller äußerlich nicht feststellbarer Nebenwirkungen.

Wow, wie meine Energiesparlampe gerade immer heller wird, fast wie so ein zweiter Sonnenaufgang. Schön schön.

Ähm. Vielleicht hätte ich doch lieber schlafen sollen.

Oh ja – jetzt habe ich vergessen, den Eintrag zu ende zu schreiben, sondern bin erstmal schön zu Facebook gegangen und habe da weitergemacht – Berit habe ich geantwortet und meine Mom war auch da und hat aus Sri Lanka Bericht erstattet. Gleich gehe ich aber wirklich mal was essen.

Was lange währt

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Die Gitarre von Open Endings ist fertig! Dass ich das noch erlebe; seit einem knappen Jahr denke ich mir nun, dieses Lied ist so gut und sollte doch mal aufgenommen werden, nur wollten meine Fähigkeiten nie so wirklich mitmachen. Jetzt natürlich immer noch nicht, aber ich habe mir über die vergangenen Wochen hinweg immer mal wieder die Geduld genommen, aus mehreren Takes das Ganze in solch einer Feinheit zusammenzufriemeln, wie ich sie normalerweise nur den Vocals zukommen lasse. Perfekt ist es trotzdem nicht, bei weitem nicht, aber es wird für eine kleine unschuldige Demo schon taugen.

Dann brauche ich nur noch die Vocals – vielleicht wache ich ja nachher früh genug auf, oder ich mache sie am Wochenende, wenn Sergej seine Freundin in Mannheim besucht. -Ach herrje, schon wieder nach drei. Wie schaffe ich das eigentlich immer? Und wenn ich zu einem normalen Tag-Nacht-Rhythmus zurückfinden muss, werde ich dann gejetlagged sein, als hätte ich eine halbe Weltreise unternommen? Zu befürchten wäre es ja. Ach, Vokabeln muss ich auch noch machen. Aber dann gehe ich schlafen, um nachher vor der Bandprobe – anders gesagt, vier Uhr nachmittags – zumindest noch mein Zimmer in Ordnung bringen zu können. Und eventuell die Songs nochmal durchgehen, die wir spielen wollen. Danach gehen wir zusammen weg, in irgendeinen Pub, das wird schön.. hoffe ich.