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Glasscheiben verdienen

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Ich hab‘ von Şahin geträumt, aber ich weiß nicht mehr, was. Nur, dass wir uns nicht ignoriert haben wie sonst meistens. So skurril, dass das immer noch vorkommt. Man sollte meinen, die Realität und die Lichtjahre an persönlicher Entwicklung, die ich dem Menschen aus meiner Erinnerung heute den Eindruck habe vorauszusein, hätten ihr Übriges dazu getan, mich davon abzukapseln. But alas, das menschliche Gehirn ist merkwürdig und tut nicht unbedingt immer das, was man von ihm erwartet.

Ich muss heute schon um halb drei Uhr bei Marthe sein, und der nassgraue Horror da draußen lässt vermuten, dass ich dafür den Bus nehme. Klassischer Fail von mir, aus den drei warmen Tagen vor ein paar Wochen zu schließen, es würde jetzt Frühling werden.

Beccis und mein Urlaub wird in der Form nicht stattfinden, worüber ich froh bin. Stattdessen kommt sie zu mir und wir gehen mit R auf das Fanny-van-Dannen-Konzert und besuchen Kepa, sofern der nicht beschließt, an den entsprechenden Tagen spontan irgendwo anders in eine Felsspalte zu klettern.

Ich müsste arbeiten, aber ich habe. Keine. Lust. Der Auftrag muss morgen Früh um 9 fertig sein; es ist ein interessantes Thema – zur Abwechslung mal wieder, ich kann kein Social-Media-Gedöns mehr sehen – aber es wird anstrengend zu korrigieren, das wird schon aus den ersten Sätzen ersichtlich. But alas, again, was soll man machen. Wenn ich ein Gewächshaus haben will, muss ich dafür erstmal in eine Situation kommen, in der es mir theoretisch möglich wäre, meinen Eltern Miete zu zahlen.

Das ist diesen Monat definitiv der Fall; ich habe noch nie so viel hintereinander gearbeitet. Und nachdem ich den Batzen Geld von R zurückbekommen habe, fällt nichtmal der Flug nach Bolivien groß ins Gewicht, den ich neulich gebucht habe. Oh, es ist eine Erleichterung, liquide zu sein. Wie ich zu R bereits sagte – jetzt kann ich mir schon die Eingangstür zu meinem Gewächshaus kaufen.

An die Arbeit, an die Arbeit, dann kommt bald noch eine Glasscheibe dazu oder eine Stunde Besprechung mit einem Architekten.

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Such a rainy day

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Es ist… so grau.

Wow. Wirklich, ich habe so on-off bis 12 geschlafen, weil ich keinerlei Impuls verspürt habe, mich zum Wachwerden zu bringen. Vom Moment des Aufstehens an ist das Lied nicht aus meinem Kopf wegzubekommen.

The most rainiest day of my liiiiife.

Stimmt zwar nicht, es war einfach nur so lange nicht mehr nass und grau, dass man es einfach so empfinden muss, aber das stört das Lied ja nicht.

Ich habe den letzten noch im Kühlschrank befindlichen Fertigkäsekuchen zum Frühstück angebrochen und mir einen Kaffee gemacht, mich hingesetzt und Scrubs geguckt, die übliche Routine. Dann eine Stunde an Timos Doktorarbeit gewerkelt, die ich ihm korrigiere.

Nebenher warte ich auf den Anruf der Scribbr-Frau. Ich habe gestern den Bescheid bekommen, dass ich zum Probearbeiten angenommen wurde, und könnte mich darüber dumm und dämlich freuen, wenn ich mich nicht so sehr fürchten würde. So viel Neues. So viel Arbeit. Aber das ist es nicht, vor dem ich mich fürchte, natürlich, sondern dass ich es nicht gebacken bekomme, das ist es. Dabei wäre es ein Traum. Wenn ich nur erstmal sicher wäre, dass ich das schaffe.

Es ist nicht sonderlich gemütlich hier drinnen. Das liegt daran, dass ich noch immer nicht das Staubsaugen hinter mich gebracht habe. Genausowenig habe ich aufgeräumt, geduscht oder sonstwie dazu beigetragen, dass ich es mir endlich richtig schön machen kann, mit Kerzen und Räucherstäbchen und Musik und allem. Ich sollte das wirklich mal tun.

Ja, komm schon. Die Folgen Lebensmittelvergiftung habe ich jetzt endgültig auskuriert, an drei Tagen genug für drei Wochen geschlafen und sichergestellt, dass Nahrungs- und Flüssigkeitshaushalt sich wieder auf ein akzeptables Niveau einpendeln. Ich fühle mich wieder gesund. Dann kann ich mich ja auch wieder entsprechend verhalten.

Wintertage

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Achter Zehnter. Was ist heute acht Jahre her? Richtig doch, mein erstes Green Day-Konzert. Hamburg, 2009. Zeit fliegt.

Momentan fliegt hier allerdings gar nichts. Es ist seit Tagen das schlimmste Nasskaltgrauwetter draußen, das kann schon bald nicht mehr normal sein. R’s Erkältung, die er Mittwoch hier hereinschleppte, als er nochmal für eine Nacht zu Hause war, hat sich bei mir eingenistet und möchte durchkommen. Bisher hält es sich in Grenzen, aber das Gefühl ist nicht das beste.

Ich muss AoE von meinem Computer löschen, es geht nicht anders.

Ansonsten lebe ich gerade auf Ende nächster Woche hin, wenn Becci und JO zu mir kommen. Bis dahin zehre ich dann wohl vom warmen Licht meiner ganzen marokkanischen Lampen im Wohnzimmer und von den Unterrichtsstunden, die mich zwingen werden, ein paar Mal die Woche das Haus zu verlassen. Wenn nur nicht dieses bedrückende Wetter wäre. Wirklich, als ginge die Welt unter.

Zwanzig vor zwölf

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Oh, diese Tage, an denen es nie richtig hell wird. An denen das Alleinesein gleich doppelt Spaß macht und man bis mittags schläft, um anschließend den Rest des Tages zu verzocken. An denen der einzige Lichtblick (pun intended) die Sonnenlichtlampe ist und man das Gefühl hat, erst wieder richtig atmen zu können, jetzt, da man das leuchtende Ding vor den Augen hat.

Ein kleines Wunder war es schon fast, dass ich mich abends echt noch richtig gemausert habe, mich aus den stinkenden Klamotten geschält, epiliert und geduscht, mir einen Salat gemacht und somit außer den zwei Scheiben Brot vom „Frühstück“ tatsächlich noch etwas zu mir genommen habe, bevor es acht war. Felix klingelte mich raus und wir fuhren eine beachtliche Ausbeute ein, von Tomaten über Pfifferlinge bis hin zu Tütensaucen und Kondensmilch. Nicht zu vergessen die ‚zig riesigen Behälter mit „Chunky Salsa“ und nicht enden wollende Heerscharen an Margarineportiönchen, Senf- und Remouladetuben, Aufbackbrötchen, Jägersaucenpulver, Suppenflädle, Physalis, Pfirsiche und Salat. Ich bin froh, dass es so gut aussah heute, denn Felix war zum ersten Mal containern und es ist ja immer schön, wenn es dann auch etwas zu finden gibt. Und ein Glück war es, dass wir mit dem Auto dawaren, denn alleine hätte ich allerhöchstens die Hälfte des Zeugs unterbekommen.

Nur zum Verräumen der Sachen fehlt es mir an Motivation. Ich muss die Tüte mit den Pilzen gleich in Sicherheit bringen – die Katze hat gestern ihr Fressen verschmäht und demzufolge heute nichts bekommen und liebt Champignons sowieso über alles, da ist Vorsicht geboten -, der Rest kann warten.