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Her insan dünyadır.

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Vorsicht, Monsterpost. (Ein interessanter zwar, meiner Meinung nach, aber es ist ja auch mein eigenes Innenleben, welches ich hier versuche auseinanderzuklamüsern und durch Schriftzeichen behelfsmäßig zu visualisieren.)

Mein Problem ist halt einfach, dass ich immer Musik als Spiegel der Seele sehe. (Auch wenn ich gerade noch zu Laura meinte, dass eigentlich ja Haare der wahre Spiegel der Seele wären, aber das war dann doch eher nicht ernstzunehmen.) Und dann kann ich immer nicht begreifen, dass eine Person nicht am allermeisten, vor jedem anderen möglichen Faktor, die Musik auszeichnet, die sie macht oder mag, oder beides. Der Klang ihres ureigenen Wesens. In jedem von uns muss doch Musik sein, oder – und einige Wenige haben dann noch das Glück, sie ausdrücken zu können, sie und dadurch einen ganz bedeutenden Teil ihrer selbst. Zusammen mit ihrer Art zu sprechen, zu handeln, zu schreiben, zu denken.
Und am allerwenigsten kann ich verhindern, aus der Art, wie die Musik mit meinem eigenen Empfinden resoniert, auf den Rest der Person, ihres Schaffenden, zu schließen, obwohl es unmöglich ist. Wäre es nämlich möglich, hätte ich meinen fairen Teil an Seelenverwandten auf dieser in Wirklichkeit erschütternd seelenverwandtenlos scheinenden Welt. Ich bin dann verwirrt manchmal, verwirrt und unverständig, und denke, aber es kann doch nicht sein, wenn die Person doch innen so klingt – oder denkt, oder spricht, oder schreibt – dann muss sie doch auch so sein. Da kann es passieren, dass ich die Handlungen ganz außer acht lasse. Ich komme mir vor manchmal, das glaubst du gar nicht. Wie einer von Kim Harrisons Vampiren aus ihrer grottigen Rachel Morgans-Serie. (Ich mag vielleicht nicht mehr ganz so viel lesen inzwischen, aber um alles und jeden mit Charakteren zu assoziieren, wird meine mentale Bibliothek für dieses Leben zweifellos ausreichen.)

Jedenfalls geht es darum, unfreiwillig Sachen zu verbinden, die man nicht zu verbinden hat. Mir war nicht einmal klar, was da bei mir verkehrt ist, bis ich verstanden habe, wie absurd für Şahin damals die Vorstellung war, ich würde ihn lieben. (Und hey, für mich erst; ich habe das Wort ihm gegenüber nie in den Mund genommen – sogar auf der Zugfahrt, in den paar Stunden, war es „das L-Wort“, nichts Ausprechbares, nach der ganzen unendlichen Zeit voll zerstörerischer Verdrängung.)

„Für mich war unser gemeinsamer Punkt.. unsere Schnittstelle.. immer die Musik.“ Das im letzten Gespräch im Dezember. Das mit dem Blick auf den Regen.

Ja, natürlich. Aber hey, zum Musikmachen brauchst du keine beste Freundin. Sagte ich ihm dann. Und dachte, so einfach kannst du dir das doch wohl nicht machen. Oder? Hätten dann nicht ganz andere Umstände herrschen sollen? Müssen? Merkt man nicht den Unterschied, ob man als Mensch geschätzt wird oder als Musiker? Und da fielen sie, die ganzen Tropfen, und mir war kalt am offenen Fenster. Und ihm wohl auch, da, wo er sich untergestellt hatte irgendwo zwischen der Bushaltestelle und seinem und Caros Zuhause – bei ihm hat es auch geregnet. Und wieso genau eigentlich scheint mir das Gleiche in abgewandelter Form immer wieder zu passieren?

Wie oft dachte ich, damals schon, „wenn wir die Musik nicht hätten, würde er überhaupt nur mit mir reden?“ Und wollte es am liebsten gar nicht wissen. Aber hab‘ sie dann mitgeteilt, meine Zweifel, sogar damals, als ich es noch kein bisschen gewohnt war, über Zweifel zu reden, und wurde ganz, ganz erschüttert und überzeugend, so erschreckend überzeugend für verrückt erklärt. Mit so viel Wärme, wie ich sie in meinem Leben noch nicht gesehen hatte. Und wurde, ganz im Gegenteil, immer weiter gegen die Wand gesteuert -– was, denke ich mir, macht dieser Mensch erstmal, wenn er jemanden bewusst gegen eine Wand steuern will? Wahrscheinlich hätte er keine Ahnung, das ist ja das Lustige. Aber er war wie ein Schlafwandler. Und man soll doch Schlafwandler nicht aufwecken. Ich hätte ihn aufwecken sollen. Wäre ich mal in der Lage gewesen, ihn aufzuwecken.

Und diese Intensität, auf die Menschen selten anders reagieren würden als unverständnis- und weglaufinstinkterfüllt. Die ich zu großen Teilen verstecke, weil mir das sehr gut bewusst ist.
Und das Ding mit der Wärme. Der Sinn meines Daseins liegt in der Wärme. „Du immer mit deiner Wärme“, sagte Laura vorhin noch zu mir, als ich anmerkte, dass mir ihrer Beschreibung nach die russischen Babuschkas mit ihrer unendlichen Gastfreundschaft so warm vorkämen. Und sie fände mein Wärmebedürfnis merkwürdig, weil, nach dem zu urteilen, was sie über meine Sozialisation weiß, ich eigentlich keinen Mangel an Urvertrauen haben dürfte.

Ich weiß nur, dass ich es schwierig finde, zwischen verdienter und unverdienter, erlaubter und nicht erlaubter, realer und eingebildeter Wärme zu unterscheiden, und dass alles, womit der gute, wenngleich verstörend hirnlose Mensch damals sowohl mich als auch Caro, seine eigene Freundin (zumindest die sollte man doch, wage ich in all meiner Unkenntnis der diesbezüglichen Normen und Regeln einfach einmal zu behaupten, gut genug einschätzen können, um zu bemerken, wenn es ihr grottig geht, mehr noch, wenn sie wirklich nicht versucht, es in irgendeiner Weise zu verheimlichen -– wenn man von der Person, die man selbst aus eigenem Antrieb seine „beste Freundin“ zu nennen pflegt, schon nicht mehr kennt als die mehr schlecht als recht festgtackerte äußere Hülle), völlig unbemerkt in völligste Verzweiflung gestürzt hat, dieser Schwierigkeit keine Abhilfe geschaffen hat. Und dass ich vorher vorsichtig war -– aufgrund dieser Unfähigkeit -– und jeglicher Art von Zuneigungsbekundung gegenüber erst einmal skeptisch. Und dass ich währenddessen genau das weiter versucht habe, dabei gefailt habe und anschließend gelehrt wurde, dass ich eigentlich genau Recht hatte, was aber wenig hilft, wenn das Unbewusste nicht so weit entwickelt ist wie der Verstand. Alles, was logisch ist, fällt doch letztendlich dem Unbewussten zum Opfer.

Ich habe es mir abgewöhnt, mich über die Beständigkeit meines Nachdenkens darüber zu wundern oder sie mir gar vorzuwerfen, mit der lapidaren Begründung, es wäre ja nicht normal. Sogar die Therapeutin war beleidigt, als ich ihr damals damit ankam, „das ist doch nicht normal“. Damals noch selbstverachtend und zerstört.

Mittlerweile denke ich, dass es wohl auch daran liegt, dass mein Verständnis von der Wertigkeit eines Menschen anders zu sein scheint. Leute scheinen andere Menschen als Teil ihrer Welt zu betrachten. Es gibt dieses türkische Sprichwort, „her dil insandır”. Jede Sprache ist ein Mensch. Sie haben Recht damit. Und für mich ist jeder Mensch eine Welt. Sich einer Welt zu öffnen sollte mit Bedacht passieren und wenn, dann in Gänze, mit so vielen Komponenten wie nur irgend möglich. Wie kann man sich sicher fühlen, solange die Karte der Welt, auf die man sich beschlossen hat einzulassen, mehr weiße Flecken als bekannte Gebiete aufweist, oder überhaupt weiße Flecken.
Man zerstört nicht einfach eine Welt, sei es aus einer Laune heraus, aus Ahnungslosigkeit, Bosheit, aus diesem Bedürfnis, etwas zu zerstören, einfach weil es einen selbst auf intolerante, taktlose Art in Frage stellt, wie ich es manchmal mit meinen Eltern habe. Sei es aus dem Gefühl heraus, sich verteidigen zu müssen. Aus dem Gefühl heraus, selbst zerstört zu werden. Man macht es einfach nicht. Und eine Welt zu verlieren ist nichts, was ich mir aus trivialen Gründen erlaube, geschweige denn über das ich nach zwei Wochen (metaphorisch oder eben nicht) aufhören würde nachzudenken, ob ich nun könnte oder nicht.

Und wenn ich mir nach alldem überlege, dass ich mit Caro eben über drei Stunden telefoniert habe und das Gespräch, das wir hatten, in seinem Wert den unserer früheren Unterhaltungen -– zu Şahin-Zeiten, vorher -– um ein so Vielfaches übertraf, so wie ein Großteil unserer Gespräche es heute tut -– ich tendiere fast dazu, zu behaupten, jedes einzelne davon war bisher wertvoller, denn jedes einzelne davon war so viel ehrlicher –- dann sehe ich mich in meinen vielleicht verqueren, aber für mich absolut in sich schlüssigen Ansichten all diesen Dingen gegenüber nur wieder einmal bestätigt.

Was für eine Bandbreite an Sachen, die mich alle unentwegt beschäftigen, ich hier abgeklappert habe. Wie fließend das ging, wie gut das tat; wie wenig ich überhaupt gedacht habe dabei. Einer der wenigen Texte, die ich, würde man mich vor die Aufgabe stellen, sie aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, vermutlich nicht einmal ansatzweise wieder hinbekommen würde. (Anders als beispielsweise meine Abiklausuren; die habe ich auf dem Nachhauseweg vom Bahnhof jeweils wortgetreu meinem AG erzählt und so für die Ewigkeit konserviert, mit meinem Dokumentationsbedürfnis war das wirklich eine praktische Angelegenheit. Das und die Tatsache, dass ich nie mehr geschrieben hatte als meine rekordverdächtigen 5 ganzen Seiten in Geschichte.)

Wie ich bereits irgendwann mal erwähnt habe – man sollte kaum meinen, dass meine Klausuren immer so kurz waren, wenn man sich die Ausmaße meiner Einträge anschaut. Whatever. Mein Blog. Ich spamme, so viel ich lustig bin. Cheers.

Konserviert.

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Wheeeeey, ich habe sie wieder. Zumindest ein paar davon, die allerallerwichtigsten, gesegnet sei Recuva.

Jetzt, wo ich diese wichtigsten Aufnahmen zur Feier ihres Immernochvorhandenseins gerade ein bisschen durchhöre – lang war’s her – und mich durch sie in Zeiten zurückbegebe, in denen ich von besagter Offenheit aus dem letzten Eintrag noch einen Tick weiter entfernt war. Ich höre gerade diese ooVoo-Aufnahme vom 15.9.11, morgens früh, wir reden über Why Do You Want Him, gerade sind wir fertiggeworden damit, es zu spielen.

„Den Text von dem letzten Teil seh‘ ich grad zum ersten Mal.“
„Was?“
„Der ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich fand das Lied nie so toll..“
„D’sch’s erste Lied von ihnen, ever..“
„..Ich weiß.“
„Also bitte.“

Und Worry Rock. Deadbeat Holiday. IIMALTY. My Life For Hire! The Downfall Of Us All! Oha. Wie wir durch die Songs gerauscht sind in dieser Nacht.

Ich darf auch mal zwischendurch zurückgucken, oder? Ich muss doch nicht immer so tun, als wäre mir alles egal, um nicht so quengelig zu wirken. Oder? Dafür gibt’s ja das echte Leben, fake it ‚til you make it, Leute, die man nicht nach Jahren immer noch mit diesem Zeug zunölen möchte, selbst auf Kosten der Ehrlichkeit.

Unglaublich, wie ich in den Aufnahmen, die in meiner random Wiedergabe manchmal kommen, immer sofort weiß, ob Şahin darauf im Raum war oder nicht. Fast unabhängig davon, ob man ihn tatsächlich hört. Ich höre ihn aus meiner eigenen Stimme heraus, aus der Beschaffenheit der Stille, manchmal in der allerersten Sekunde – ich brauche eigentlich nur einmal kurz zu atmen. Der ganze Raum hört sich anders an.

Und wenn ich mit ihm geredet habe, habe ich mich nicht wirklich angehört wie sonst. Hätte mir das mal jemand gesagt damals. Oh nein, ich höre mich an, als würde ich mit einem Chihuahua reden. Mit einer Mischung aus Billie Joe Armstrong und Kleinkind und Chihuahua. Wahrscheinlich hatte er doch Recht – wenn’s wirklich drauf ankommt, kann ich absolut nicht lügen. Ich hab’s nicht drauf.

Roadside. Oh je. Was habe ich versucht, das zu lernen. Wie frustrierend, ihn es in so einem verschwenderischen Tempo vor sich hinrasen zu hören.

„Was ist das? … Was ist denn das?“
„Was denn? .. Ich schwör dir, es ist keine Spinne!“
„Doch!“
„Nein! Es ist so not a spider. .. Und auch kein, Dings.. Spinnennetz.“

Untitled 11.

Ritual
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Hach, ich mache mal aus. Jetzt weiß ich ja, dass ich es wiederhabe. Und ich freue mich gewaltig darüber, es einfach anhören zu können und nur sehr begrenzt verzweifelt dabei zu sein. Eigentlich nur vor allem mal wieder angesichts seiner Dummheit, das einfach wegzuschmeißen. Wir waren schon gut zusammen, einfach zwei Leute zusammen. Was für eine Verschwendung.

Irgendetwas ist besser.

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Panik ist weg.. Weitere sechseinhalb Stunden geredet. Warum nur ist das so einfach?
Und je mehr ich mit ihr rede, desto weiter weg erscheint mir Şahin. Meiner, meine ich; meine Hälfte, mein Spiegel, meine Illusion, mein Mensch, den außer mir niemand kannte.

Ich fühle mich endlich befreit. Nicht von allem, nichtmal von dem Teil des Verlustes, der sich gerade vor meinen Augen rückgängig macht, aber irgendetwas ist besser. Irgendetwas ist besser.

Volando como las aves – Aimee Out (for now).

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Ja. Nur noch ein ganz schnelles Lebenszeichen, bevor ich nachher am frühen Morgen in Richtung Norden entschwinde – mit Zwischenstop in FFM und einem weiteren Of Monsters And Men-Konzert mit JO. Und dann geht’s direkt in den Urlaub mit der geliebten Familie. Für ganze drei Wochen – unser Flug wurde nach hinten verschoben, sodass wir nun tatsächlich noch einen Tag länger bleiben werden.

Es ist alles soweit vorbereitet. Gepackt habe ich; die Mitbringsel-Chocolate Chip Cookies für JOs Familie sind – nach dem zweiten Anlauf – fertig gebacken, und die Wohnung ist.. ich zögere zu sagen „sauber“, aber zumindest habe ich in der Küche und unserem Bad einen recht annehmbaren Zustand hergestellt. Das musste sein; Kathi zieht jetzt Ende der Woche auch aus und die Wohnung wird wieder inspiziert.. Ich bin so traurig, dass sie jetzt auch schon weg ist. So viele Mitbewohner hatte ich ja noch nicht im Leben, aber sie war definitiv bis jetzt meine angenehmste WG-Kollegin. Ich habe mich mit ihr schonmal für Anfang Oktober, wenn ich wieder hierbin, auf einen Kaffee verabredet, was den Abschied auf jeden Fall einfacher gemacht hat.

Dann gibt es noch das Projekt AVES, was ich vielleicht endlich mal erwähnen sollte. (Falls übrigens gerade jemand Probleme mit meinen nicht vorhandenen stilistischen Kompetenzen haben sollte, bitte ich dies zu entschuldigen und weise darauf hin, dass mein Tag eher lang und anstrengend war, inklusive drei Stunden mit dem Übermenschen und eine Therapeutensitzung und zahlreiche andere nervenaufreibende Begebenheiten.)

Ich haue es jetzt einfach mal so raus, weil mir langsam die kognitiven Fähigkeiten schwinden und mir auch gar nicht mal mehr so viele Stunden bleiben, bis ich losmuss zum Zug.

Und zwar: Mein Projekt Aktives Verbessern Erbärmlicher Situationen (und mir war vorher nichtmal bewusst, dass, wenn man daraus ein Akronym bildet, das spanische Wort für Vögel herauskommt), in dessen Zuge ich bis jetzt zwei ganz elementare Errungenschaften zu verzeichnen habe, aber jetzt nur auf eine davon eingehen werde, nämlich das Zoom H4n. Ich habe es nämlich ganz alleine und persönlich und aus eigenem Antrieb heraus enthälftet, und alles, was ich jetzt noch tun muss, damit es mir auf alle Ewigkeit gehört, ist, dem ehemaligen anderen halben Besitzer seine Hälfte des Geldes zu überweisen. Aber abgeklärt ist es alles. Er wollte mich eh fragen, ob ich es behalten möchte, aufgrund seiner „Unfähigkeit zu singen“ nimmt er eh nicht so viel auf, schrieb er mir dazu. Ich habe schon leicht hämisch angefangen zu lachen, fürchte ich. Naja, gut, eher hysterisch, aber was soll’s.

Der ganze Rest, den ich so zu berichten habe, muss wohl oder übel bis nach dem Urlaub warten. Ich wünsch‘ dann schonmal einen schönen restlichen September.

Oh Love

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Ich kann es nicht glauben, aber sowas von gar nicht. Was genau hat Green Day eigentlich für ein Problem? Sie können sich offensichtlich nicht entscheiden, ob sie mein Leben nun voll und ganz ruinieren oder es erst lebenswert machen wollen.
Momentan befinden sie sich jedenfalls zur Abwechslung mal wieder ziemlich eindeutig auf Lebensrettungskurs. Das hier ist die neue Single, Oh Love, die heute herauskam.

Höre sie an!

Ich kann nicht erwarten, mit Laura und JO und Robert dieses Werk zu besprechen. Mal schauen, ob Robert bis heute Abend auch beschlossen hat, es zu mögen. Bis jetzt findet er es noch „irgendwie strange“.

Aber naja. Ich dachte ja auch zuallererst, es wäre entsetzlich. Und nun, auf einmal, ist die alte Hyperness de siempre wieder da. Und ich bin sowas wie glücklich. Ich bin ganz verwirrt. Ich konnte zuerst dieses Gefühl gar nicht einordnen. Ich dachte schon, die Band hätte mal wieder ein Wunder vollbracht und mich auf einmal von Depressionen geheilt. Dann langsam habe ich gemerkt, dass das die gute alte – immer recht kurzlebige, aber umso packendere – GD-Hyperiosity war. Hätte ich nicht mit gerechnet, ich hatte eigentlich eher keine Lust auf neues Material von ihnen. Green Day ist halt.. Green Day.

Und daher weiß ich, dass da irgendwo weiter oben in meinem Bundesland zwei Leute heute zusammen in ihrer Wohnung das Lied anhören. Jetzt gerade vielleicht, oder heute abend, oder vor ein paar Stunden, auf jeden Fall kann ich mir sicher sein, dass sie irgendwann an diesem Tag das Gleiche gehört haben werden wie ich. So sicher war es nichtmal bei den Deutschland-WM-Spielen.

Und irgendwie ist es jetzt alles noch realer als vorher. Wie ist es möglich, das nicht mit ihnen zu teilen? Zusammen auszurasten, zu interpretieren, sich zu freuen? Und was für ein Parameterwechsel da bei mir im Kopf stattgefunden hat im letzten Dreivierteljahr, dass ich jetzt den Song höre und mein erster Gedanke ist, „ich muss gleich mal die Akkorde herausfinden, um es zu spielen“. Nicht „Ich kann nicht abwarten, bis ich meine Hälfte sehe, um es zusammen zu covern“. Da könnte ich ja auch lange warten. Und auch nicht „das ist nun also der erste GD-Song, den ich hundertprozentig niemals in meinem Leben mit Şahin covern werde.“ (Das fiel mir gerade vorhin erst auf.) Nichtmal „hätte ich nur meine Hälfte noch, so kann ich den Song nicht covern“. Dafür hat man sich ja Gitarrenstümpern beigebracht. Gerade jedenfalls rettet mich diese Entscheidung definitiv vor einem zerstörerischen depressiven Anfall.

(Und dazu die Frage, mit wem spielt er nun die neuen Songs? Mit wem? Hochschulband ist bestimmt nicht so regelmäßig jetzt in den Semesterferien, wenn überhaupt. Alleine? Er kann aber doch gar nicht singen. Zumindest denkt er das. Oder dachte es, bevor ich ihm über Jahre hinweg zugesetzt habe, dass er es doch versuchen soll. Er hat sich ja davor nichtmal getraut, einen Ton von sich zu geben. Jetzt singt er. (Oder tat es zumindest, als wir noch kommuniziert haben.) Nicht so wirklich gut zwar, und kaum hörbar, und er musste immer husten dabei und hatte gar keine Ahnung, wie man die Stimme so kontrolliert – aber immerhin. Und der Rest kommt mit der Übung. Befürchte ich. Ich könnte mich killen, dass ich ihm das Selbstbewusstsein noch gegeben habe, und gerade als es anfängt, Früchte zu tragen, werd‘ ich abgeschossen. Am Ende hab‘ ich noch dafür gesorgt, dass er nichtmal mehr eine Hälfte braucht. Applaus bitte für diesen grenzenlosen Fail.)

Aber davon mal abgesehen, GD ist zurück. Und umwerfend wie eh und je. Und vielleicht verzeihe ich ihnen ihren Teil des Schlamassels. Dafür müssten die drei Alben nun aber verdammt gut werden. Aber sie scheinen ja schon auf dem richtigen Weg zu sein. Also ja. Vielleicht verzeihe ich ihnen.

She constantly fails.

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Heftig, wie fertig einen Hormone machen können. Ich bin komplett am Durchdrehen. Oder wäre es, hätte ich dafür genug Energie. Ich habe den Tag mit Nichts-im-Entfernten-Sinnvolles-Tun verbracht. Wobei, Duschen war sinnvoll und das Mittagessen, das ich mir gemacht habe, ebenfalls. (Den übrigen Reis von gestern mit Kichererbsen-Sahne-Curry.)

Aber mal generell gesehen. Mal wieder bin ich von der Tatsache (oder was momentan zumindest verdammt wie eine aussieht) überwältigt, dass ich ein Fail bin, der nichts auf die Reihe bekommt. Ich kann nichts. Uni? Hör mir auf, ich habe heute schon wieder nichts gemacht. (Außer kurz Türkisch-Vokabeln gelernt, aber seit wann zählt das?) Wenn ich so weitermache, faile ich die Hälfte meiner Kurse. Mein Zimmer ist ein Chaos. Jedes einzelne meiner Haare ist am Ende gespalten. -Weißt du was? Meine Titten sind geschrumpft, seitdem ich die Pille nicht mehr nehme. (Ich hatte sie mir vier Jahre lang verschreiben lassen, allein um die Regelschmerzen in dem Griff zu bekommen, aber vor ein paar Monaten damit aufgehört, als die Depression zu schlimm wurde.) Die eine mehr als die andere. Kann man sich das vorstellen?
Meine eigenen Songs halte ich kaum aus zu spielen, weil sie entweder schlecht sind oder mich deprimieren (und ich meine deprimieren) oder beides. Und das Allertragischste von allem: Ich kann nicht singen. Das Einzige, was ich je machen wollte im Leben, und ich kann es nicht. Ich habe in dem Moment das Vertrauen in meine Singfähigkeiten verloren, als mir zum ersten Mal in den Sinn kam, dass Şahin eine bessere musikalische Hälfte verdient hätte. Danach ging’s bergab und flackerte nur noch hell auf, wenn er wieder mal was von sich gab, das meinen Befürchtungen widersprach. Um dann, immer wenn ich genauer darüber nachdachte, umso brutaler in sich zusammenzusacken. Hach ja, das waren noch Probleme. (Ich habe eine Skala gezeichnet, aber gerade keine Lust, sie einzuscannen.)

Aber das (zögerliche) Vertrauen in mich selbst, das ich damals hatte, war sowieso nur geliehen. Vorher nix, nachher nix. Auch wenn es sich jetzt weniger anfühlt als davor, wie das nunmal ist; wenn man erstmal was hatte, ist die Leere danach um so Vieles fühlbarer.
Irgendwie kommt mir der Gedanke so bekannt vor. Woran wird’s nur liegen. Oh, vielleicht ja daran, dass ich dabeibin, Sachen durchzudenken, die ein Dreivierteljahr lang kompulsiv meinen Kopf heimgesucht haben und von denen dort wohl mittlerweile jeder Aspekt auf die eine oder andere Art beleuchtet wurde.

Ich bin erbärmlich. Ich habe meinen Blog zwar von vornherein mit der hauptsächlichen Absicht aufgemacht, meine dumme kleine Seele auszuschütten, weil ich das doch so gerne mache und eh am liebsten alles konserviere und dokumentiere, aber auch in dem Wissen, warum ich selber Seelenausschüttungsblogs so gerne lese, nämlich weil es Orte sind, wo man Ehrlichkeit findet und Leute keine Angst haben, sich mitzuteilen, so wie sie sind. Das hilft mir. Da kommen einfach Sachen zu Tage, die man im Rest des Lebens gar nirgendwo findet. Kurz gesagt, diese Blogs helfen mir. Wie dieses Gejammer hier dagegen irgendjemandem helfen soll, erscheint mir fraglich. Oder eher unmöglich.

Was aber nichts macht, da es eh kaum jemand liest.

Was verständlich ist, da ich uninteressant bin und der Welt nichts zu bieten habe außer depressivem Geschwafel, wenn’s mir schlecht geht, und Berichten über einen unspektakulären Alltag, wenn’s mir nicht schlecht geht. Warum überhaupt noch jemand mit mir redet, frag ich mich. (Ooh ja, so schlimm ist es schon wieder. Whew.)  Ich sollte mich umbringen. (Kurz Checkliste durchgehen: Meine Mutter ist eh gefühlsmäßig hinüber und nicht mehr zu retten, mein Vater kann mir auch egal sein, Mamas Eltern, ja schade, aber was soll’s, ist mein Leben, nicht ihres, und der Rest wird’s gut verkraften. Falls Einspruch, bitte melden.)
Alternativ könnte ich erstmal mir eine Ibu holen, diese einnehmen, mich im Bad fertigmachen und schlafen gehen. Robert meinte vorhin, Schlafen würde doch vielleicht helfen, mich abzulenken.  Ich will es doch hoffen. Letzte Nacht habe ich Schwachsinn geträumt; unter Anderem habe ich riesige mit Erde gefüllte Blumenkübel in meinem Zimmer gefunden, während meine Eltern dawaren, um mich zu besuchen, und war davon sehr begeistert, weil ich darin die restlichen Zwiebeln anpflanzen konnte, die nicht mehr in die Blumentöpfe auf unserer Terrasse gepasst hatten.

Glücklichmachend: The Used-Konzert.

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„Life’s greatest questions have always been: Who am I? Where do I come from? Why am I here? Where am I going? -You are about to see and hear one of the most significant messages given to us from God.“
Knack. 
Take It Away.

Sag mir, wie um Himmels Willen ein The Used-Konzert besser anfangen könnte als mit dem Intro & wunderbaren 1. Song meines langzeitigen Favorite Album ever. (In Love and Death wurde von der Position allein durch das Erscheinen von Artwork sanft heruntergeschoben.)

Ich war da und habe jede Sekunde davon geliebt. (Bis auf die paar, in denen ich nicht atmen konnte, weil die Luft so zugenebelt war mit Nebelmaschinennebel und aller Sauerstoff verbraucht war von dem herrlichen Publikum. Ich dachte, ich müsste rausgehen und einmal richtig durchatmen, um nicht umzukippen. Aber genau ein paar Minuten, nachdem das anfing, kam ein Schwall frische Luft durch die anscheinend zuvor außer Kraft gesetzte Belüftungsanlage.) Ich war so richtig befreit und glücklich. Noch mehr als damals bei ADTR (da diesmal kein Nervenzusammenbruch dabeiwar). Ich habe eh das Gefühl, seit dem allen auf Konzerte wieder viel intensiver zu reagieren. Oder ich war seit dem allen einfach auf exeptionell guten Konzerten. Die Hypothese unterstütze ich sogar noch mehr. Und seit dem Konzert geht’s mir auch wieder irgendwie besser. Oder jedenfalls ist gerade eine angenehm gefestigte Phase. Gerade heute war es sehr gut. Ich will dem nicht übermäßig trauen, aber es freut mich in jedem Fall für den Moment.

Ich habe vom Konzert schon einen kleinen Bericht geschrieben, den ich mal einfügen werde, um nicht noch mehr doppelt und dreifach zu schreiben. Das Allerallerelementarste (wenn auch in für meine Verhältnisse kaum Review zu nennenden Ausmaßen) ist drin enthalten. Und zwar:

 

So war das.

Ich bin jetzt noch mehr der Meinung, mit Bert seelenverwandt zu sein, jetzt wo ich festgestellt habe, dass er einer von 0,1% aller Menschen ist, vor dem ich einfach mal keine Angst habe.
Und weil er so toll ist. Haha. -Er könnte theoretisch meine „tolle“ Hälfte sein. (Und, wie mir da auffällt, auch – erst recht sogar – eine musikalische Hälfte. Um einiges mehr und besser und musikalisch-hälftiger sogar als die, die ich mal hatte. Oh ja; schade, dass die Umstände es mir nie erlauben werden, mich mit dieser speziellen potenziellen Hälfte anzufreunden. Naja, ich bin da, sofern irgendeine andere Art von Hälfte sich zu mir gesellen möchte, kann sie das gerne tun; ich habe noch einige Andockstellen zu besetzen.)

Ich bin nur mal gespannt, ob Mama meinem Rat gefolgt und heute ins LOGO gegangen ist. Ich würde sie so beneiden. Sie sollte es besser getan haben, für ihr eigenes Seelenheil. Wenn sie schon irgendwann einfach The Used ohne mich angefangen hat zu hören, soll sie wenigstens jetzt die Konsequenzen ziehen und ohne mich in ihr Konzert gehen. (Gegangen sein; es ist jetzt schon seit Ewigkeiten vorbei. Die Münchener Show hat gerade mal 1h23 gedauert.)

Es hat sogar so kurz nur gedauert, dass ich in München den (letztendlich vor allem wegen mir, weil ich angerannt kam und die Bahn-Mitarbeiterin hektisch gefragt habe, ob mein Ticket, das für den 18. ausgestellt war, eventuell trotzdem schon gelten könnte) um ein paar Minuten verspätet abfahrenden IC nach Ulm Hbf um 23.01 erwischt habe. Statt dem ICE um 3.25, wie ich das geplant hatte. In Ulm stellte ich dann fest, dass zwischen 1 und 5 leider kein Zug nach Friedrichshafen fuhr, sodass mir der ganze Vorsprung nichts gebracht hatte – die nächsten vier Stunden verbrachte ich zusammengekauert und mit allem an Anziehsachen übergezogen, das ich dabeihatte (inklusive meinen zwei neuen The Used-Shirts), und hochgestelltem und festgebundenem Mantelkragen in einer Fotokabine am Ulmer Bahnhof, wo ich mich verzweifelt darum bemühte, meine Körpertemperatur halbwegs überm Gefrierpunkt zu halten. Die halbe Fahrt bis Friedrichshafen wurde ich immer noch nicht wieder richtig warm.

Zwischendurch hatte ich in Ulm die Gelegenheit, anhand der Beispielbilder für die neuen Passbildanforderungen in der Fotokabine ein bisschen Türkisch zu lernen: Immerhin weiß ich jetzt unauslöschlich aus dieser Nacht das Wort für Kopf. Baş. (Man beachte das Häkchen. Ich habe mir gestern endlich mal einen Schnellzugang zur türkischen Tastatur unten in die Sprachleiste gemacht und müsste jetzt im Grunde genommen erstmal alle Einträge durchgehen und alles mit Häkchen versehen, was eigentlich ein Häkchen haben sollte. Ob ich dazu die Geduld und Nerven aufbringe, sei mal dahingestellt.)

Ein sehr lü- oha, das war jetzt keine Absicht, ich meinte lustiges Wort ist auch das für „im Gesicht“. (Die haben ja nen Lokativ, herrlich.) Und zwar.. vergessen, aber irgendwas mit verdammt vielen ü’s. Fängt mit yüz an, haha. („Gesicht“ – für die noch-weniger-Bewanderten-als-ich, falls vorhanden, unter uns.)

Das war jetzt zwar längst nicht alles, was ich zu dem Thema theoretisch noch sagen könnte, aber ich überlege mir gerade, wenn ich jetzt mal ins Bett gehe, könnte ich mich eventuell morgen schon wieder etwas ausgeschlafener fühlen als heute (und ähm, gestern. Wie ich einfach in der SGRom-VL saß und nicht wusste, wie ich es schaffen sollte, nicht einzuschlafen.)

Aber in jedem Fall, es war so herrlich und wunderbar und erfüllend und lebensqualitätserhöhend, ich würde es jederzeit wieder machen. Sogar wenn ich wieder eine halbe Nacht in einer Fotokabine hocken müsste. Ich habe mich ja nicht einmal erkältet, es ist doch unglaublich. Gedankt sei auch dem zweiten The Used-T-Shirt, das ich nachher über den Teil meiner Beine breiten konnte, der nicht vom Mantel bedeckt wurde. Oh, und was für ein wohltuender Moment, als ich im Zug saß und meine Schuhe ausziehen und die Füße zwischen den Kniekehlen wärmen konnte. Aber gut, ich höre auf.

Oh. Wow. Es fühlt sich so komplett weird und merkwürdig und falsch und alles an, nach der ganzen Zeit einen Eintrag mit „Hälftendasein“ zu taggen.

Chaos im Kopf, Chaos im Blog, Chaos überall

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Chaos.

Eineinhalb Monate und mein Leben ist das perfekte reinste Chaos.

Es tut mir leid, das alles nicht detaillierter hier ausgeführt zu haben. Ich habe die Einträge dieses Blogs vor etwa eineinhalb Monaten vorübergehend privatisiert, weil ich nicht riskieren konnte, dass sein Inhalt gewissen Menschen bekannt würde.
Dieses Problem ist nun beseitigt. Auf ein neues fröhliches Verkünden deiner inneren Welt an die undankbaren Internet-Datenbanken. (Dankbaren. Datenbanken. Komisch, wie ähnlich. Ich bin sehr müde. Eine müde Linguistikstudentin, wie ich vielleicht anmerken sollte. Ja. Eineinhalb Monate können viel ausmachen im Leben eines Menschen.)

Ich bin nunmehr ein nervliches und psychisches Wrack. Machen wir´s am besten kurz und knapp und ignorieren das Gefühl, dass sich einer von Walter Moers´ Nachtmahren auf meinem Brustkorb niedergelassen hat und sich dort vor eineinhalb Monaten häuslich einzurichten begann.

Ja. Was war denn nun vor eineinhalb Monaten.

Und zwar. Machen wir´s wirklich kurz, ich kann nicht mehr. Ich will auch nicht unnötig intensiv dran denken, auch wenn natürlich neunundneunzig Prozent meiner wachen Zeit mein depressives Hirn nichts Besseres zu tun hat, als zwanghaft um den Sachverhalt herumzurevolvieren.

Du kennst ja Caro und Sahin. Aus der kurzen Zeit, die ich diesen Blog hier geführt habe, dürften dir die Namen ein Begriff sein und auch irgendwo ihre Funktion in meinem Leben.
Lass dir nun gesagt sein, dass ich am heutigen Tage mit keinem der beiden mehr Kontakt habe. Ich weiß nicht, ob du dir das Vorgefallene denken kannst. Niemand kann sich das exakt Vorgefallene denken – niemand kann eine so kranke Phantasie haben. Nichtmal der schlimmste Psycho-Serienkiller, der sich genüsslich die Schreie seines nächsten Opfers ausmalt, während die Tat ins kleinste Detail hinein geplant wird.

Aber zumindest ungefähr?

Sogar mir selbst war mittlerweile klar, dass ich meinen besten Freund liebe. Es hat zwar ein knappes Jahr gedauert, bis ich´s verstanden habe. Aber ja, auch wenn ich bis zum Schluss nie wirklich vor mir selber richtig spezifisch geworden bin, bis vor eineinhalb Monaten im Grunde nicht, war es mir schon irgendwo klar.

Es gab dann, nachdem ich gerde ein paar Tage hergezogen war – ich kam ja direkt aus Bretten, wo wir auf Grund von Sahins Überraschungs-Geburtstagsfeier übernachtet hatten (alles, was ich zu der Nacht in Richtung „eine der schönsten meines Lebens“ zu sagen habe, solange ich nicht wörtlich drauf eingehe, würdest du wahrscheinlich falsch verstehen, also lasse ich es lieber ganz – man beachte nur meine Harmlosigkeit, man beachte meine Harmlosigkeit.), direkt hierher – ein Drama. Eigentlich ja ein Drama nach dem anderen. Es ging ja zunächst nur um die Bahntix. Dann plötzlich war mein Leben kaputt. Ich glaube, den Teil habe ich immer noch nicht komplett realisiert.

Kurz gesagt. Caro kündigte mir die Freundschaft, hatte Tage darauf einen Nervenzusammenbruch (der wenig mit den Tix zu tun hatte, falls du dich fragst, und wenig mit der Realität und echten Nervenzusammenbrüchen im Allgemeinen, wenn du mich fragst), es gab ein paar Missverständnisse und Kommunikationsprobleme, am nächsten Tag klappte ich zusammen und drehte durch, ein paar Tage später kannte dank meiner ehemaligen besten Freundin Carolin die halbe Welt mein Problem, Sahin inklusive, der daraufhin zwei Wochen lang zuerst einmal ohne Aussprache irgendwelcher Art den Kontakt zu mir kappte – und insgesamt kann man es wohl daraufhin zusammenfassen, dass mich meine beiden besten Freunde innerhalb einer Woche aus ihren Leben „discardeten“ und ich daraufhin leicht depressiv wurde und mich graduell in ein Zombie verwandele.

A Day To Remember hebe ich mir da lieber für wann anders auf, denn auch Zombies müssen schlafen, wenn sie am nächsten Mittag Uni haben.

Here we go again…

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Guten Abend aus der Wohnung meiner zwei besten Freunde. Welche mir und meinen hormonbelasteten Emotionen momentan so viel zu schlucken geben, dass ich kaum weiß, wie ich das alles verarbeiten soll.

Ich bin so müde, ich habe heute früh (es wird gegen fünf Uhr gewesen sein) festgestellt, dass meine Augenringe selbst auf ein Skelett abschreckend wirken dürften. Und ich denke zu viel. Und ich denke verkehrte Sachen, wie immer. Und ich bin so unsagbar hin- und hergerissen.

JO ist schon wieder weg, sie war übers Wochenende da und hat Einiges an mehr oder weniger vermeidbaren (un)glücklichen Situationen erleben dürfen, schätze ich.

Caro ist typisch sie selbst. Morgens unter der Woche hat sie Spanisch-Intensivkurs gerade, für die Hochschule, damit sie eine gewisse Vorlesung belegen kann. Den Rest des Tages ist sie hier zu Hause und sorgt immer mal wieder für Tohuwabohu.

Und Sahin ist hälftig wie immer und verwirrt mich bis in die hinterste Ecke meines innersten Zellgewebes. Momentan ist er bei seiner Familie, weil morgen die Dorfmark-Aktion stattfindet (sein Vater hat wieder ein paar Autos gekauft und braucht billige Arbeitskräfte, namely Sahin, seine Mutter und seine Schwester, und noch ein Typ). Es wird eine merkwürdige Nacht werden. Ich kann mich an keine in letzter Zeit erinnern, von der ich mir nicht mindestens eine Stunde mit ihm um die Ohren geschlagen hätte. Hoffentlich denkt er wenigstens ans Ritual und ruft irgendwann noch an.

Morgen geht´s nach Heilbronn mit Caro. Wir wollen im Idealfall eine Uhr für sie finden und einen lederfreien Geldbeutel für Sahin und eine neue Sonnenbrille für mich und eine Gummiband-Moskitonetz-Konstruktion als Halterung für Telefone, damit man das lästige Ding nicht immer festhalten muss. (Ich bezweifele vor allem bezüglich Letzterem den Erfolg des Projektes, weshalb ich mich wahrscheinlich auf den Erwerb der einzelnen Bestandteile beschränken werde.) Und Geschenkpapier brauche ich, wenn´s geht Weihnachtspapier. Doch, das hat einen Sinn.

Überstanden das Drama für heute, denke ich

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Ist die Attacke vorbei? Sahin ist am anderen Ende von ooVoo (^^) und schaut wegen der Bahntickets was nach. (Jetzt nicht mehr, jetzt wegen des Ladegerätes fürs AG. 50 Euro?! Find was Billigeres, bitte, ich will doch nach Costa Rica nächstes Jahr! :/ )
Ich habe auch irgendwann mit Heulen wieder aufgehört und fünfzigtausendmal „gehts dir auch wirklich gut?“ über mich ergehen lassen. Gedankt sei der katastrophalen Qualität dieser Webcam: Du kannst direkt in die Kamera heulen und wirst bloß gefragt, warum du deine Augen so komisch zukneifst. Und, oh, ach ja, ob es dir auch wirklich gut geht. Aber sie wissen ja eh beide, dass ich es ganz gut hinbekomme, unauffällig zu reden, während ich heule. Als ehemalige jahrelange Profi-Depri-Person lernt man sowas.

Es ging eigentlich recht gut, und ich habe fast nicht geheult, bis er angefangen hat, Untitled 11 zu spielen. Da konnte ich dann wirklich nicht mehr und habe erstmal das Mikro ausgeschaltet und mich wegbewegt von der Webcam, allerdings nicht um zu singen, sondern um der Heulattacke eine Chance zu geben, unbemerkt vorbeizugehen. Die Wahrscheinlichkeit wurde aber kleiner und kleiner, weil er einfach nochmal von vorne mit dem Lied angefangen hat und danach nochmal. Gut, dass hier noch die Rolle Klopapier von meiner letzten Schnupfenerkrankung lag. Ich habe mich erst wieder beruhigt, als er angefangen hat, nach den Tickets zu gucken.

Caro hat Kartoffelgratin in einer Kuchenform gemacht und es war laut eigener Aussage köstlich. (Ein Wort, das sie ausschließlich wegen mir verwendet. Weil ich es immer sage und behaupte, es gibt kein ordentliches Synonym für köstlich – es gibt einfach keins. Köstlich ist nicht nur lecker, nicht nur schmackhaft, nicht nur wohlschmeckend – es ist köstlich.)