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Durchschnittliche Verpeiltheit

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Nothing happens (quite) the way you plan it, und so war es auch gestern. Alles in allem ein erfolgreicher Tag – kein Verirren, schöne Erlebnisse, nicht zu viel Awkwardness, und all dies eingehüllt in das großartige Gefühl des Rausgegangenseins und Dingeunternehmens.

Auch wenn diesem erhabenen Gefühl ein gewisser Dämpfer verpasst wird, wenn du frohen Mutes mit deinem 50-Franken-Schein zehn Minuten zur Bushaltestelle zockelst und dort feststellst, dass der Automat nur Münzen nimmt, du aber natürlich nicht nur keine Münzen, sondern auch in typischer ‚Nicht unnötig Zeug mit sich rumschleppen‘-Manier deinen Geldbeutel mit deiner Bankkarte in der Wohnung zurückgelassen hast.

Ein Glück wollte ich die Sukkulenten sehen und habe das nicht erst eine halbe Stunde festgestellt, bevor ich mit Regula am Bahnhof verabredet war. Sie anzurufen und ihr mitzuteilen, dass ich später komme, wäre nicht nur unangenehm, sondern mit meinem deutschen Handy auch teuer geworden.

Es ist schon komisch, ohne Internet unterwegs zu sein. Nach gerade einmal drei Jahren im Besitz eines Smartphones bin ich genau so fest damit verwachsen, wie es mir der Rest der Welt bereits vor einer Dekade vorgelebt hat. Das rückt allerdings auch mein früheres ständiges Verlorengehen und meine Tendenz, in Bezug auf Koordination und Reisen zu failen, insofern in ein ganz anderes Licht, als mir in all diesen Jahren Google Maps und GPS einfach nicht zugänglich waren. Ich bin wahrscheinlich gar nicht verpeilter als der Durchschnitt. Zumindest in dieser Hinsicht.

Schlimme Verluste

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Gestern war’s der Capo, heute bin ich mein Handy los – das habe ich gestern nach der Einkaufstour beim Aussteigen aus Wolfgangs Auto unter dem Sitz fallen lassen. Erinnert mich an damals, als mir das Gleiche bei einer Mitfahrgelegenheit passiert ist, ich mich in der Folge spät abends handylos am Heidelberger, später am Bruchsaler Bahnhof herumgetrieben habe und es eine Zugfahrt ins Ruhrgebiet mit einem Menschen zu koordinieren gab, auf dessen Festnetz von der Telefonsäule aus anzurufen mir nicht sehr angenehm erschien, weil seine Freundin zu dem Zeitpunkt nicht gut auf mich zu sprechen war. (Hi, Caro – lang ist’s her. :D)

Zwar bin ich heutzutage um ein Vielfaches handyabhängiger als damals, aber zum Glück sitze ich zu Hause, muss mich mit niemandem absprechen und bekomme das gute Stück auch vermutlich im Laufe des Tages noch wieder. Und jeder, dem ich noch Antworten schuldig bin, wird sich entweder gedulden müssen oder eine Facebooknachricht bekommen.

Es hat sich trotzdem gelohnt, gestern Abend loszuziehen. Ich habe endlich wieder Essen im Haus! Besonders glücklich bin ich auch darüber, dass ich vier Packungen Putenherzen bekommen habe, von denen das erste bereits vorhin enthusiastisch von der Katze vertilgt wurde. Score!

Die Ernährung der Katze wird sowieso immer cooler. Eine Arbeitskollegin von R, die Hobbyfalknerin ist, hat ihm neulich angeboten, uns relativ günstig Küken zu verkaufen (tote, wohlgemerkt). Ich habe ihn dann gebeten, sich mal probeweise ein paar mitgeben zu lassen, und siehe da, nach einem Lernpozess von einem halben Tag hatte selbst unser unterbelichtetes Haustier, das von seiner Beute zeit seines Lebens nur das Innere zu Gesicht bekommen hatte, verstanden, dass man diese Viecher mit der Verpackung essen kann. Jetzt bekommt sie bald Küken in regelmäßigen Abständen. Und nun, da sie weiß, wie man damit umgeht, bleibt es mir auch erspart, Küken am Fuß von meiner Hand baumelnd vor ihr zappeln zu lassen, um ihren Jagdinstinkt zu wecken. Sagen wir so: R war dankbar, dass ich das übernommen habe. Ich glaube, er ist da ein kleines bisschen empfindlicher als ich. Was eigentlich ironisch ist, wen man bedenkt, dass er für lebendige Tiere weitaus weniger übrig hat als ich.

Nun hat mir Wolfgang gerade geschrieben, dass er mein Handy gefunden hat. Yes! Und er bringt es mir sogar nachher vorbei.

Gut, dann kann ich mich jetzt ja beruhigt der Versorgung der restlichen Schätze widmen, die ich gestern ergattert habe. Wobei ich vorbildlich schon einen Großteil davon verstaut habe und nur noch der letzte Rest auf mich wartet.

Ach, ich mag mein Leben. Die Sonne scheint. In einer Woche fahr ich schon wieder in den Urlaub. Und irgendwann hab ich einen Garten und eine Wohnung mit mehr Licht.

I’m free… well, nearly.

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Was für ein Schock. Ich habe mich nach der Uni mit Barbara im Café verquatscht und kam viel zu spät nach Hause, weil ich der Meinung war, dieser komische Ablesetermin sei erst um halb drei; er war aber um eins und ich hatte wirklich Glück, dass die Ablesemenschen dann doch erst bis zu unserer Wohnung vorgedrungen waren, nachdem ich wieder daheim war und ihnen schon in aller Panik einen Zettel auf den im Flur gelagerten Werkzeugkasten gelegt hatte.

Jetzt habe ich also Semesterferien. Unfassbar. Morgen ist erstmal das ADTR-Konzert in Offenbach, übermorgen feiere ich Geburtstag nach, nächste Woche hat R komplett frei und danach sollte ich mich an die Seminararbeit machen. Sieht so aus, als würde ich mich diese Ferien nicht wirklich langweilen.

Die ersten Teile meiner Ausbeute sind am Eintrudeln; ich habe schon eine wunderschöne leichte Blumen-Pumphose, ein herrlich asymmetrisches Gothic-Oberteil und einen hervorragend dazu passenden tülligen Rock dazu in die Familie meiner Klamotten aufnehmen dürfen. Außerdem kamen heute die SIM-Karten für mein neues Handy. Es wird, es wird – und ab dem 15. habe ich dann sogar meine Nummer wieder.

Hm. Keine Ahnung, was ich jetzt tun soll. Ich habe so viele Möglichkeiten.

17.21

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Oh, ich bin glücklich. Ich habe gestern in einer weiteren Attacke des Ebay-Kleinanzeigen-Rausches der letzten Wochen besagte Plattform nach Kleidung durchstöbert – nach Jahren erlaube ich mir mal wieder, ein paar neue Sachen zu kaufen. Natürlich werde ich dafür etwas Altes aussortieren; mein Schrank platzt ja so schon aus allen Nähten. Und die aussortierten Sachen werde ich dann ihrerseits zu Ebay Kleinanzeigen stellen, und darauf freue ich mich jetzt schon.

Ich habe also drei Pumphosen und ein riesiges Set an Leggins und Strumpfhosen erworben (also ausnahmsweise mal etwas, das ich auch wirklich brauche!) und dazu noch eine Extra-Strumpfhose, welche orange ist und unten so ein Rautenmuster hat. Perfekt, weil ich den löcherbedingten Verlust meiner letzten dicken orangenen Strumpfhose bis gestern betrauert habe.

Außerdem hat mir gestern Nicole auf meine SMS geantwortet, die besagte, dass wir doch eigentlich echt mal wieder telefonieren sollten. Wir haben das seit mehreren Jahren nicht getan und da der Gedanke, mit Nicole gar keinen Kontakt mehr zu haben, nach all der Zeit immer noch absurd ist, kam mir eben diese revolutionäre Idee. Sie schrieb dann, da wäre sie dabei und wo ich eigentlich gerade wohnen würde, man könne sich ja vielleicht auch mal wieder treffen. Wie fröhlich mich das gemacht hat!

Ein weiterer der aufgefrischten Kontakte, die mein Geburtstag mit sich brachte, ist der mit Daniel aus Vitoria. Also nicht der aus Vitoria, sondern der mexikanische, den ich in Vitoria kennengelernt habe. Wir mochten uns ja irgendwie schon immer, obwohl wir, während wir noch Kommilitonen waren, kaum miteinander zu tun hatten, was ich damals schon schade fand. Aber alles Andere wäre weird gewesen, weil wir in völlig unterschiedlichen Cliquen uns bewegt haben. (Falls man davon sprechen kann, dass ich mich in Vitoria in einer Clique bewegt habe.) Mit ihm jedenfalls schreibe ich ab und an über Facebook, und das freut mich, denn wir sind uns ähnlicher, als man anfangs vermuten würde.

Was mich außerdem noch freut: Mein Handyvertrag scheint sich endlich mal geregt zu haben; ich bekam vorhin eine SMS von meinem neuen Anbieter, nachdem gestern tatsächlich die Portierungsgebühr mal abgebucht wurde. Vielleicht sollte ich mal in den Briefkasten schauen, ob meine SIM-Karten schon da sind. Die Rechnung ist es jedenfalls.

Jetzt ist es schon wieder wesentlich später, als es sein sollte, denn ich habe noch nicht einmal angefangen, für die letzte Klausur morgen zu lernen. Das werde ich dann nun mal tun.

18 Liter Rhinozerus

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So. Produktiv ist zwar was Anderes, aber ich habe immerhin

  • das Formular für die Verzichtserklärung an meinen alten Handyanbieter geschickt
  • die Bestellung für meinen Handyvertrag ein zweites Mal ausgeführt, nachdem die erste schon zu lange her war und inzwischen ohne mein Zutun wieder storniert wurde
  • einen Dörrautomat voller Rosinen-to-be im Bad laufen
  • eine Monster-Massenbestellung Rhino’s Energy Drink für R getätigt (nach erneuter gründlicher Recherche über dessen Inhaltsstoffe, bis ich zu dem Schluss kam, dass er auch definitiv vegan ist) – jetzt muss ich nicht mehr mit ansehen, wie er sein Geld für  unökologische 250-ml-Dosen Red Bull zum Fenster rausschmeißt
  • ein Poster und zwei Hanf-Raumduft-Anhänger zu Free your Stuff gestellt.

Deshalb verleibe ich mir den Red Bull aus R’s Arbeitsvorrat mit halbwegs erträglichem Gewissen ein (plus, ich habe ihn vorher gefragt) und harre der Dinge, die da nun noch kommen. Eine Sache muss ich noch für die Uni erledigen – wollte ich seit Tagen tun, aber meine Güte, es ist so überflüssig.

R hat sich wieder hochdiszipliniert um sein Papierchaos gekümmert, wie er es seit Wochen an freien Tagen zu tun pflegt – zehn Jahre Messiedasein ist er am Aufarbeiten; ich bin unsagbar froh darüber und mache mir gleichzeitig so meine Gedanken über diese neue Rollenverteilung, die sich hier so ergeben hat. Es ist ungewohnt und ein wenig besorgniserregend, um halb zwölf Uhr aufzustehen und einen seit Stunden aktiv seinen Kram sortiert habenden R anzutreffen, der einem verkündet, alle grundlegenden Bestandteile für ein leckeres Frühstück seien vorbereitet in der Küche vorzufinden. Kaffeewasser sei warm, meine Tasse schon mit allen Zutaten gefüllt neben der Mikrowelle und er würde mir nur noch die Schichtarbeit überlassen.

Also schichtete ich Tomaten, Salat, Gurken, Salami und Rührei auf Brote und fertig war das Frühstück. Wir waren gestern zusammen containern, und ein Glück war ich nicht allein, die Ausbeute war wieder derart übertrieben, dass wir schon zu zweit bedauerlich viel zurücklassen mussten. Aber unsere kombinierten Kapazitäten reichten immerhin aus für drei enorme Eimer Sahnesauce mit Äpfeln und Zwiebeln, Kartoffel- und Nudelsalat sowie acht 1-l-Packungen „Schlemmer-Rührei“, eine Tüte geraspelten Rotkohl und etliche Minipackungen Sojasahne. So muss das laufen; ich bin entzückt.

Oder sollte entzückt sein; zu unverfälschten emotionalen Reaktionen sehe ich mich medi-induziert wieder mal nicht in der Lage. Ich bin am Überlegen, einen Absetzversuch mit begleitender Therapie zu starten. Überweisung und zwei Empfehlungen für taugliche Therapeutinnen hätte ich ja sogar bereits. Hm. Ich werde nochmal drüber nachdenken.

Jetzt noch eine Runde zocken. Wieso auch nicht.

Ich nehme mit zum Camping… Zeltstangen schonmal nicht.

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Ich sitze in der Gemeinschaftsküche eines Amsterdamer Campingplatzes. An Bastis Smartphone. Ich fasse es nicht; ich verfasse einen Blogeintrag an einem Handy. Ich komme mir vor wie eine Oma, die gerade entdeckt, dass das moderne Zeitalter ja irgendwie doch auch Vorzüge hat.

Mosquitos suchen mich heim und ich sitze hier allein aus dem Grund, dass das Handy noch 50% laden muss, weil ich nachher seine Taschenlampe brauche.

Basti ist mit seiner langjährigen Amsterdamer Freundin jetzt in der Stadt etwas trinken und ich bin äußerst dankbar, dem furchtbaren Schicksal, die beiden zu begleiten, auf die letzte Sekunde entronnen zu sein. Da nunmal leider das Niederländische nicht zu den Sprachen zählt, die ich beherrsche, wurde es mir trotz aller Mühen von beiden Seiten schon während des Essens zu bunt und ich beschloss kurzerhand, weder ihnen noch mir das länger als unbedingt notwendig anzutun. Jetzt freue ich mich auf einen Abend mit Hotel New Hampshire und meinem kuschelig warmen Schlafsack.

Unsere Anreise, Ankunft und Zeit nach der Ankunft gestaltete sich, wie mit zwei Spezialisten von unserer Sorte nicht anders zu erwarten, mal wieder sehr speziell. Angefangen damit, dass wir aufgrund meiner Schusseligkeit zu Hause fast den Zug verpasst haben, gefolgt von den drei Stunden Warten auf den verspäteten Anschlusszug, Bastis verlorenem Geldbeutel keine zwei Stunden nach unserer Ankunft in Amsterdam und nicht zuletzt der traumatischen Erkenntnis, dass er die Zeltstangen daheim vergessen hatte. Ein paar Stunden später hatten wir unser Zelt behelfsmäßig mit Bambus auf- und uns selbst häuslich eingerichtet, hatten uns mit Campingplatz und Umgebung vertrautgemacht und Bastis Freundin auf der Suche nach Bambusstäben zufällig auf ihrer Arbeit besucht. Stellt sich raus, sie arbeitet in der lokalen Gärtnerei.

Ich werde mich jetzt allerdings verabschieden hier; das ganze Berichterstatten verbraucht viel zu viel Akku

Umgezogen

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Nicht ungezogen, nein, das ausnahmsweise nicht. Um… um.

Inmitten meines Chaos sitze ich auf meinem bequemen neuen Stuhl, Computer auf dem Schoß, und höre Argiak nun eben in einer anderen Wohnung als vorher, das Umfeld also hat sich geändert und, ja, es war ein anstrengendes Wochenende und wird noch eine anstrengende Woche – bis ich mich vom Klausurenstress mal erholen kann, wird es bis September dauern – aber ansonsten ist alles wie immer.

Ich könnte so viel schreiben – es sind mir eine ganze Menge lustiger und bestimmt erzählenswürdiger Sachen passiert während des Umzugs, und ein paar Fails natürlich ebenso, aber natürlich – dadurch, dass es eben doch Einiges war, das ich erlebt habe – habe ich schon wieder keinen Nerv auf Rekapitulation.

Caro findet, Euskera würde sich anhören wie Japanisch. Ich verstehe ihren Punkt, aber über den bin ich inzwischen ein gutes Jahr hinweg.

Sie kommt mich bald besuchen. Sie ist am gleichen Tag umgezogen wie ich, in eine Wohnung zur Zwischenmiete für das nächste halbe Jahr, in dem sie ihre Bachelorarbeit schreibt. Bis sie fertig ist eben.

Ich muss meine Handy-PIN wiederfinden, und das ganz schnell. An diesem einen Tag, seitdem ich gemerkt habe, dass ich sie verlegt habe, ist schon genug dadurch schiefgegangen. Wie abhängig man ist, wie unfassbar abhängig.

Morgen: In die alte Wohnung, schauen, ob die PIN dort herumliegt.
Dann in die Kanzleistraße, einen Mülleimer bekommen, wenn alles gut geht.
Dann in die Uni, wo Lisa und ich uns mit Daniel für Euskera-Konversation treffen. Das hab‘ ich doch gut angezettelt, ich bin stolz auf mich! (Mal wieder.)
Dann zur Tafel, Essen retten (und bei der Gelegenheit hoffentlich gleich die gähnende Leere meines eigenen Vorrates an Grundnahrungsmitteln aufstocken).
Dann in die Arbeit, ein Stündchen oder zwei.
Dann mit Sarah nach Hause, um ihr das Chaos hier zu zeigen, und – falls sie daran vorbeischauen kann – die Wohnung. Sie wird so begeistert sein, wenn sie diesen Garten sieht. Oh, ich freu‘ mich schon. Und dann versuchen wir, diesen Schreibtisch in den Keller zu stellen, der bisher mein Zimmer verstopft.

Irgendwie sieht es nicht so aus, als würde noch ein bisschen Zeit übrigbleiben, um endlich anzufangen, meine Möbel von Lisa zu holen. Ich habe seit Tagen schon ihren Schlüssel und komme einfach nicht dazu, ihre Wohnung auszuräumen. Von ihr bekomme ich Kleiderschrank, Bett und eine Kommode. Ersteren habe ich (bzw, hat ihr Freund) am Samstag schon auseinandergebaut. Ja, eigentlich kann man fast sagen, Johannes hat das Ding allein zerlegt – Lisa und ich standen daneben und haben uns unterhalten und gelegentlich mal ein fertig ausgebautes Teil zur Seite gelegt. Nunja. Jedenfalls wird das nicht gerade der einfachste Möbeltransport aller Zeiten, aber nachdem Pedro schon fünf Mal hin- und hergefahren war, konnte ich ihn um zwölf Uhr nachts schlecht noch bitten, jetzt noch meine Möbel aus Lisas Wohnung zu holen. Wie lieb er einfach war und die ganze Zeit meinte, wir sollten uns nicht stressen. Ich habe ihn auf Pizza und Bier zu uns in die Wohnung eingeladen, aber er meinte, es müsste auf gar keinen Fall sein. Er wünscht sich als Bezahlung lieber ein Privatkonzert in seinem Zimmer. Und eine Binfire-CD mit Autogrammen. Wenn das nichtmal ein guter Deal war, weiß ich auch nicht. Vielleicht könnte ich ihm anbieten, ihm einen Song zu schreiben, wenn er dafür meine Möbel noch mit mir holt? Hm, nein, ich will ihn echt nicht mehr belästigen, er war schon hilfsbereit genug. Und unterwegs habe ich Einiges über seinen Aufenthalt in Deutschland erfahren. Solche Geschichten sind immer, immer interessant.

Zer ezkutatzen zuen
begi ilunetan?
Zer kantatzen zion
haizeari?

Ich weise Symptome von Verliebtsein auf, was dieses Album betrifft. Es ist permanent in meinem Kopf; es wird immer besser, je mehr ich mich damit beschäftige; ich will der ganzen Welt davon erzählen; es ist mein halber Lebensinhalt gerade; es flasht mich bis an die Grenze der Ohnmacht; ich habe Schwierigkeiten, in Worte zu fassen, wie überwältigend es ist – und ich sitze nachts vor dem Computer mit Headset auf und kann mich nicht dazu bewegen, es auszumachen, um schlafen zu gehen. Das sind eindeutige Parallelen zu Verhaltensweisen, die ich in der Vergangenheit gerne mal an den Tag gelegt habe, wenn es um Menschen ging. Das Gute an dem Album ist, ich liebe es und es wird trotzdem auf alle Zeit weiter mit mir reden.

Was ironisch ist, weil ich tatsächlich gerade Ezezagunak höre.

Zer ginen ta zer bihurtu garen, ez du zentzurik.

Ich hab‘ doch so einen Schaden, das ist doch nicht mehr normal.

Pablo ama a Ana… Auf ein Neues.

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Uff. Ich habe also gerade dreiundzwanzig Minuten mit einem weiteren potenziellen baldigen Mitbewohner telefoniert – diesmal nach Senegal. (Aber trotzdem auf ein spanisches Handy, sodass ich meins zu diesem Zweck zuvor nochmal mit dreißig Euro Guthaben ausgestattet habe.)

Ein Telefon-Interview! Er hat am Ende gesagt, dass er auf jeden Fall dafür wäre, dass ich einziehe – und dass er das seinen WG-Kollegen auch mitteilen wird, sodass er mir letztendlich am Samstag spätestens bescheidsagen kann, ob sie mich denn akzeptieren würden oder nicht. Argh, Warten! Ich bin so ungeduldig… Aber immerhin habe ich bei ihm schonmal einen guten Eindruck gemacht, was mich ja an sich schonmal freut. Alles Andere wäre aber auch bitter gewesen; ich habe mich für dieses Gespräch eigens mit Decke umwickelt auf die Terrasse gesetzt (des nicht vorhandenen Empfangs in meinem Zimmer wegen) und die zwangsläufig dort herausragenden Körperteile von gnadenlos bösartigen Mosquitos aussaugen lassen, dreiundzwanzig Minuten lang.

Hoffen wir, dass es diesmal klappt.

Was ist mir sonst noch so Tolles passiert heute? Also…

Sofie konnte ihr Solfeggio so unglaublich gut, dass es mich mal wieder halb umgehauen hat. Sie hat jeden Tag geübt und das hat man gehört. Ich bin so froh, dass sie immer noch so diszipliniert bei der Sache ist. Ich unterrichte sie ja nun auch schon eine ganze Weile und es ist ja durchaus nicht selbstverständlich, dass die Lust und der Spaß an der Sache nicht irgendwann nachlassen. Und als wäre das nicht Kompliment genug (ich behaupte einfach mal, mit mir hat es auch etwas zu tun – immerhin scheine ich ihr das Klavierspielen nicht total zu vermiesen), hat mir ihre Mutter auch noch gesagt, sie hätte einer Bekannten von ihr, die auch für ihre Tochter eine Klavierlehrerin braucht, meine Nummer gegeben. (Dass ich demnächst wegbin und eine neue Schülerin eher nicht annehmen kann gerade, war da wirklich eher zweitrangig.)

Kann man sich das vorstellen? Ich werde weiterempfohlen! Ich war so glücklich darüber, das glaubst du gar nicht.

Meine potenziellen Mitbewohner haben übrigens auch musikalische Tendenzen. Ich habe mich bei Daniel, mit dem ich eben telefoniert habe, auch schon erkundigt, ob ich, gesetzt den Fall, sie lassen mich bei sich einziehen, denn meine eigene Gitarre mitbringen müsste oder wie es da aussieht. Er meinte, nein, sie hätten dort welche!

Ich würde also mit ihm – einem spanischen Export-Schlagmichtot-Unternehmens-Mitarbeiter -, Cameron, einem ebenfalls spanischen Didgeridoo-, Ukulele-, Gitarre- und Mandolinenspieler, und William, einem fünfzigjährigen schwulen amerikanischen Englischlehrer, zusammenwohnen. Klingt doch nach einem lustigen halben Jahr, das da auf mich zukäme. Ich habe gar keine Angst mehr.

Mehr tolle Sachen: Morgen ist meine letzte Klausur. Und dann sind Ferien. FERIEN! ICH HAB’S FAST GESCHAFFT! Heute habe ich mich ja nochmal mit Rini zum Semantiklernen zusammengesetzt und auch wenn wir nicht sehr viel geschafft haben, habe ich ein halbwegs gutes Gefühl, dass es für uns beide morgen zum Bestehen schon reichen wird. Vorausgesetzt, ich hocke mich jetzt nochmal hin und prügele die Cuantificadores in mich rein. Beziehungsweise die Computación von Äußerungen, die welche enthalten. Und die Computación der normalen Aussagen kann ich immer noch nicht wirklich im Schlaf.

Machen wir doch einmal eine Livedemonstration.

Pablo ama a Ana en un mundo arbitrario.

[[ama]]w = {: x AMAR y en w}
[[(a) Ana]]w = a
[[[ama (a) Ana]SV]]w = {x: € [[ama] en w}
= {x: x € AMAR y en w}
= {x:x ama y en w}
[[Pablo]]w = p
[[[[Pablo]N [ama (a) Ana]SV]O]]w = 1 sii [[Pablo]]w € [[[ama (a) Ana]SV]]w
= 1 sii p € {x:x AMAR a en w}
= 1 sii p ama a en w

Leaving Home, Going Home.

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Meine Ärztin hat mich vorhin angerufen und verkündet, dass alles perfekt ist. Blutwerte, Leberwerte, Schilddrüse, alles. Besser geht’s nicht, sagte sie. Das freut mich doch zu hören. Sehr sogar. Das heißt auch, mit den Medis ist alles in Ordnung und ich kann sie weiter nehmen. Aber es hätte mich auch gewundert, wenn bei der Untersuchung etwas Schlechtes zu Tage gekommen wäre, sowas sagt mir normalerweise schon immer mein Instinkt. Oder zumindest wenn ich ihn frage, hey, ist eigentlich alles in Ordnung? – dann macht er einen gründlichen Scan und schickt mir dann ein größtenteils verlässliches Ergebnis. Neben jedem Antivirenprgramm kann der sich sehen lassen; ich wüsste gar nicht, wie man sich ohne das Gefühl vorkommen sollte, über den Zustand seines Körpers gut bescheidzuwissen.

Gepackt habe ich auch schon komplett. (Oder so komplett es halt eine Nacht vor Abreise geht.) Und für morgen Abend bin ich schon mit Chris und Sarah verabredet; auf den Flohmarkt wollen wir gehen und danach in den Pub, und Susmita habe ich auch gleich versucht zu überreden, mitzukommen. Ob das geklappt hat, werde ich erfahren, wenn ich morgen abend die Wohnung betrete – bis dahin habe ich keine Möglichkeit, ihre Antwort bei Facebook zu lesen. Muss ja nicht jeder ein Smartphone besitzen.

Wobei ich eventuell demnächst zumindest ein Handy bekomme, das sich einwandfrei als diesem Jahrtausend entstammend identifizieren lässt, das alte Bank-Handy von meinem Vater nämlich, wenn er vom Handybeauftragten der Abteilung (/Filiale? So klein, wie die ist, brauchen sie bestimmt eigentlich nicht mehrere Handybeauftragte) bescheidbekommt, ob das denn möglich ist.

Und ich merke gerade, jetzt komme ich schon wieder von Hölzchen auf Stöckchen, da werde ich lieber mal Feierabend machen, mir noch den Film angucken, den ich seit Tagen im Browser offen habe und aber anzusehen bis jetzt nicht geschafft habe, und dann ins Bett gehen. Schön früh, damit es morgen auch keine Hektik gibt.

Und dann fahre ich nach Hause!!!
Während Laura Deutsch-Abi schreibt und Robert seine Mathe II-Klausur, werde ich im Zug sitzen und Sonnenblumenkerne essen und mich ganz unglaublich darauf freuen, endlich wieder zu Hause zu sein.

Handygeschichten – Ein Stück mehr Zivilisation

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kam gestern zu mir in den Briefkasten: Endlich wieder eine funktionierende Handykarte! Ich habe mir nun eine SIM Card mit DiscoPLUS Friends-Tarif zugelegt – http://www.discoplus.de/tariffs – was mir eine sehr gute Wahl erscheint.  Darauf gekommen bin ich indirekt durch Anna, die letztens beim Treffen 7 von ihrem Tarif erzählt hatte, woraufhin Caro und Sahin beschlossen, sich ebenfalls eine dieser Karten zu kaufen. Untereinander telefoniert man umsonst, was natürlich sehr praktisch ist – zur Not kann ich jetzt immer, wenn was ist, mit meiner Hälfte das Ritual per Handy machen 🙂

Dann stellte sich zwar heraus, dass Anna gar nicht genau diesen Anbieter hat, sondern doch noch etwas Anderes – Sahin hat nach Erhalt seiner Karte gleich mal getestet, ob es wirklich nichts kostet, wenn er Anna anruft, aber anscheinend wurde doch etwas abgezogen. Aber wenn Caro erstmal ihre verbleibenden 3 Euro von ihrer alten Karte wegtelefoniert hat, können wenigstens wir drei das praktische Angebot nutzen. Am Einfachsten wäre es wirklich, die ganze Welt zu discoPLUS zu missionieren – nur bezweifele ich, dass die in dem Fall ihr „zu-allen-discoPLUS-Nutzern-umsonst-telefonieren“ aufrecht erhalten könnten/würden.

Ich habe nur darauf geachtet, sofort meine Einstellung in der Hinsicht zu verändern, dass mir nicht automatisch bei niedrigem Prepaidkontostand die voreingestellten 15 Euro abgezogen werden – ist zwar äußerst praktisch, aber ich glaube, damit warte ich, bis mein Gehalt ein wenig regelmäßigere und vor allem quantitativ höhere Formen annimmt.

Übrigens bin ich sehr froh, dass sich die dramatische Geschichte von gestern so entwickelt hat, wie es der Fall war, sonst hätte ich vorhin keine Möglichkeit gehabt, die beiden ergänzenden Zeilen zum TTT, die ich Sahin letztens geschickt hatte, einmal mit dem Keyboard aufzunehmen und ihm als Orientierungshife zu Dropbox zu stellen.
Und zwar ging es ja darum, dass mein lieber Vater heute nach Kopenhagen auf Geschäftsreise fährt und meine Mutter aus verständlichen Gründen beschlossen hat, ihn dorthin zu begleiten. (Zusammen mit noch einem Kollegen von ihm, was für eine Eskorte!) Und da er natürlich auch seine alte Abteilung in Hoje Taastrup besuchen wird, wollte sie ihm gerne mein AG mitgeben, um mal zu hören, was er mit gewissen Menschen, denen er zwangsweise begegnen wird, so redet. Es war ursprünglich sogar meine eigene Idee, weil sie mich gefragt hatte, ob ich irgendwelche Vorschläge hätte, was sie ihm auftragen sollte zu sagen (oder nicht zu sagen). Meine einzige Bedingung war, dass ich es auch hören dürfte. Worauf sie nicht sehr einsichtig reagierte, um es vorsichtig auszudrücken. Woraufhin ich halb austickte und ihr erklärte, dass wir es entweder beide zu hören bekommen würden oder keiner von uns.

Mitten in der Nacht überlegte ich dann aber, dass die Wahrscheinlichkeit, an die Aufnahme zu kommen, doch wesentlich höher wäre, wenn ich ihr mein Gerät doch zur Verfügung stelle, als wenn sie es nichtmal mitnehmen würde. Also schrieb ich eine kleine Notiz und legte es ihr in den Gang, aber heute früh, als ich runterkam, lag vor meiner Treppe ein Zettel, dass es sehr lieb von mir wäre, aber sie es doch noch ein (drei-viermal unterstrichen) Mal mit Vertrauen versuchen würde.

Face-palm, sag ich da nur. Wie kann man so dumm sein? Und noch ein Mal und noch ein Mal und noch ein Mal? Und ich hätte die komische Frau so gerne gehört! Sowas Dummes. Aber dafür lag das AG bei mir auf dem Schreibtisch und ich konnte wie gesagt die beiden neuen Zeilen des TTT damit aufnehmen. So hat alles seine guten und schlechten Seiten.