Schlagwort-Archive: High State

Und die Sonne kommt raus!

Standard

Wenn alle Zutaten für Irish Coffee im Haus sind, man es geschafft hat, sich vor halb vier aus dem Bett zu bewegen, die To-Do-List für den Tag vor schönen Aktivitäten nur so strotzt, am Abend für geschlagene vier Tage der allerbeste Nebatxo zu Besuch kommt und das Pegglespielen erfolgreich unterbrochen wurde, obwohl das Handy noch Akku übrig gehabt hätte…

20170223_1201341.jpg

Dann wird es ein guter Tag.

Ich habe noch nie Krautwickel gemacht, aber erachte es für zwingend notwendig, mir diese Fähigkeit anzueignen (die Köstlichkeiten von Trudis Mutter habe ich in bester Erinnerung und dementsprechend auch explizit nach rumänischen Rezepten gegooglet) – der DDR-traumatisierte R wird davon weniger begeistert sein, aber zu meinem Glück dann hoffentlich auch weniger essen.

Nachdem ich neulich die wunderwunderschönste Ohrhängersession der Welt hingelegt habe – komplett mit aufgeräumtem Wohnzimmer, marokkanischen Lampen und Kerzen überall, Räucherstäbchen und (halte dich fest) Meditationsmusik, kann das, was ich für heute angedacht habe, zwar kaum mithalten, wird mir aber trotzdem mindestens zwei neue Paar bescheren (das Konzept steht schon). Die stehen mir dann zwar nicht, bei den Perlen, die ich vorhabe zu verwenden, aber wer weiß, vielleicht läuft mein lang geplanter Verkauf ja irgendwann doch mal an. Ich lasse es dich wissen. 😀

Nun aber ran ans Werk! Der Irish Coffee ist vertilgt. Katze von meinem Schoß vertreiben und aufi.

Whatever happened to the "right to know".

Standard

Was für ein Chaos. Ich habe eine Stunde lang vergeblich nach meiner allerletzten Notration belgischer Gebrannte Mandeln-Schokolade gesucht, dabei die gesamte Küche von oben bis unten umgekrempelt und saß am Ende geschlaucht und resigniert mit einer zweiten Schüssel Suppe und Keyboard-Alex am Tisch (der auch eine Schüssel Suppe hatte; so viel zum Thema, ich hätte heute genug gemacht, um mich eine Woche lang davon zu ernähren). Ich kann es einfach nicht glauben. Wo ist meine Schokolade hin, ich habe sie so lange so diszipliniert aufbewahrt.

Ich würde gern dem Kepa-Pedro schreiben, wie seine Klausur heute war. Er hat fünf Stück diese Woche, eine an jedem Tag. Was es überhaupt für eine war. Ob es eine von den beiden war, für die zu lernen er sich noch vorgenommen hatte, wenn schon die anderen drei aus dem nie existenten Lernplan gestrichen wurden. Machen allerdings kann ich das nicht, der heiligen Anti-Spam-Regel sei Dank. Was dazu führt, dass ich rumhänge und komplett durchdrehe, weil alles unkommentiert ist und unverbindlich und ungeklärt und mein Kopf mir die schrecklichsten aller Dinge sagt. Ich schlage mich eigentlich noch ganz wacker bisher, werde weder von Komplexen noch random Heulkrämpfen geplagt, noch bilde ich mir ein, der ganzen Welt egal zu sein. Das muss auch mal lobend erwähnt werden und stellt definitiv einen Fortschritt dar (oder beweist mir einfach ein Mal mehr, dass die Medis Wunder wirken). Andererseits frage ich mich, ob Kepa-Pedro entgegen allem, was ich in dieser Welt je für möglich gehalten hätte, ein Player allererster Klasse ist und mich so grund- wie ahnungslos in furchtbare Verwirrung gestürzt hat. Irgendwie sträubt sich mir bald schon die Wirbelsäule ob dieser Unterstellung, aber ich habe keine Ahnung, was ich sonst annehmen soll. Das stellt dieses gewaltige Nichtvorhandensein von Kommunikation mit mir an. Warum kann nicht ein Mal irgendwas einfach einfach sein, warum. ARGH.

Und was ist überhaupt los, ich hatte so wunderbare Laune vorhin. Heute gab’s Campus-Tüten an der Uni, ich hab‘ mir gleich zwei Stück ergattert und bin hocherfreut über die wunderbare Ausbeute. Dazu kommt, dass mich Gian, mein einer Chef, heute Mittag anrief und wissen wollte, ob ich Kapazität für einen Übersetzerjob außerhalb der Arbeit hätte. Ich habe meinen ersten fucking eigenen Auftrag! Wenn du ahnen könntest, wie hyper ich heute an der Bushaltestelle vor mich hingejubelt habe.

Nach dem Gespräch mit Gian war ich kurz zu Hause, dann schnell bei der Tafel, dann wieder zu Hause, dann wieder in der Uni – Hasan Bey hat uns wieder Kürbis aus seinem Garten mitgebracht; diesmal habe ich auch etwas genommen und die Hälfte davon gleich im Anschluss mit Kartoffeln, Chili, Zwiebel und Ingwer zu Suppe verarbeitet. Sowohl Trudi als auch Hannes, Alex und ich mochten sie, dementsprechend ist sie jetzt weg (statt, wie eigentlich vorgesehen, portionsweise abgefüllt und eingefroren). Macht aber auch nichts; mit den Vorräten von Trudis Eltern herrscht hier wirklich momentan nicht gerade Nahrungsmangel.

Und, noch ein Grund für gute Laune (auch wenn es mich fast schon wieder dazu bringt, Kepa zuspammen zu wollen) – Sarah hat mir Samstag nach unserer Tortenproduktion einen Becher Schlagsahne dagelassen, somit kann ich mir Irish Coffee machen. Darauf warte ich, seitdem ich irgendwann vor bestimmt einem halben Jahr diese vier Stück Irish-Coffee-Mischungen von der Tafel gerettet habe (ja, wirklich. Sie dürfen keinen Alkohol verkaufen, deshalb kamen die geradewegs zu Foodsharing). Endlich!

Ich fasse es nicht; ich glaub‘, mein links-unterer Weisheitszahn kommt raus. Scheiße, vielleicht sollte ich doch mal wieder zum Zahnarzt?

Wie schlimm das ist. Wieso bin ich eigentlich immer diejenige, die dahockt und zu viel denkt – Patiens – und der Agens tummelt sich quietschvergnügt in der Weltgeschichte, tut und lässt, was er will, und haut Klausuren aus dem Ärmel. Er wird sich wunderbar dabei konzentrieren können, was ich verstörend finde, aber beneidenswert. Irgendwann bin ich auch mal so, vielleicht. Ob es erstrebenswert ist oder nicht, ich will auch.

Hunde und Katzen

Standard

Dieser Kaffee um drei Uhr nachmittags war definitiv zu stark.

Er war wirklich zu stark. Und überflüssig außerdem.

Aber lecker. Und ich hatte den ganzen Tag blendende Laune, als die Panik erstmal wegwar.

Und ich habe mir jetzt den Wecker auf 9.56 gestellt (und sag nichts, immerhin mache ich inzwischen Schritte auf der Rolltreppe; es darf applaudiert werden. Wirklich, das war Arbeit.) und gehe dann jetzt mal ins Bett.

Und bin gut gelaunt. Leckerchen, ich liebe Leckerchen. (Die Chips waren übrigens auch grandios, auch wenn es ewig gedauert hat, sie zuzubereiten.) Wieso eigentlich liebe ich Katzen so, obwohl ich ziemlich eindeutig ein Hund bin. Oh, ich weiß – weil ich am liebsten eine Katze wäre.

Khorixas, Namibia.

Standard

Was ist das bitte für ein unglaublicher Tag. Ich hab‘ meinen ersten Random Point für meine erste Random-Point-Reise des Lebens „ausgesucht“, Saskia hat mir zurückgeschrieben und kommt mich nächstes Wochenende besuchen, Kepa-Pedro hat mir zurückgeschrieben – in pädogogisch wertvoller Reimform! – und kommt mit nach Namibia, Lena hat mich aus dem Schlaf geklingelt (was um kurz vor zwölf Uhr auch durchaus legitim war) und wir treffen uns nachher zum Kochen und Billardspielen, es ist irrsinnig heiß draußen, ich habe wunderschöne Windlichter abgeholt, die ich geschenkt bekommen habe, war containern und erfolgreich, habe Wein im Netto gekauft, war bei der Give Box und auch dort erfolgreich, und Pedro hat nochmal geschrieben, dass er grad in der Gegend ist und heute Abend vorbeikommen könnte, sodass ich ihn zum Koch- und Billard-Abend mit eingeladen habe. Leben ist so herrlich, herrlich, herrlich, herrlich, herrlich, herrlich, herrlich!

Meine Augen sind so riesig weit aufgerissen vor ungläubiger Begeisterung über dies alles und mein Gesicht ist ein einziges Grinsen; ich sollte mich mal beruhigen, atmen, aaaatmen, aaaaaaatmen. Runterkommen und atmen!

Begitara Begira Pt.2

Standard

Da wird grad einfach mal mein allerliebstes Lied von dieser grandiosen Band namens Vendetta in der Vitoria-Erasmus-Gruppe gepostet. Wie wunderbar, es hier zu hören, Gasteizen, Euskadien – unbeschreiblich, unbeschreiblich.
Jetzt weiß ich auch wieder, warum mir das „dezaten“ auf Pedros Foto und in der Bar gestern so bekannt vorkam – es kommt im Text vor. Und es macht Sinn, oh, wie ich es liebe, wenn etwas Sinn macht!

Oh, und wie ich verstehen kann, dass Musik die machtvollste Form der Propaganda ist.

Jetzt überlege ich – habe ich über Begitara Begira nicht sogar schonmal geschrieben? Ach ja, richtig.

Einen Strich an die Wand

Standard

Zu wenig geschlafen.

Ich bin so hyper, seitdem ich wach bin. Richtig losgegangen ist es dann, als ich das Haus verlassen und mich auf einen spontanen Ausflug zum Riesen-Kaufland im Industriegebiet begeben habe, von dessen Existenz ich bis heute früh nichts wusste.

Meine geliebte Meggle Creme Cuisine hatten sie da zwar auch nicht mehr (Schande, sowas, wieso nehmen sie die besten Sachen aus dem Sortiment? Und weit und breit kein gescheites, ja im Prinzip überhaupt kein Ersatzprodukt?), aber ich habe mich tierisch gefreut über diesen unfassbar riesigen Supermarkt und darüber, dass ich meine adoptierte Heimatstadt wieder ein bisschen besser kennenlernen konnte.

Ich habe mich trotzdem mit Schlagsahne eingedeckt und zu Hause gleich einmal darin versucht, mein eigenes Mousse au Chocolat zu produzieren. An das von Sarah wird es nicht rangekommen sein, was ich da geschaffen habe, aber ich schätze, es wird trotzdem essbar.

Zwischendrin habe ich mit Robert geschrieben, der seine TM-Klausur heute in den Sand gesetzt hat (mies muss die gewesen sein, er hatte so viel gelernt dafür), und dann einen Film geguckt und den restlichen Salat von gestern aufgegessen. Eben kam mein Päckchen mit dem Pralinenzubehör, das ich vorgestern bestellt hatte, wenn das nicht mal herrlich ist.

Und dann bin ich eben eigentlich ohne jede Erwartung nochmal nachgucken gegangen, ob ich endlich mal wegen Erasmus bescheidbekommen habe, und siehe da, ich habe tatsächlich eine Mail. Die ich mich bis jetzt aber nicht getraut habe zu öffnen.

Wer weiß, wo ich lande – ich hab Angst, ich will nicht nach Finnland, oh bitte, nicht im Winter! Und sonst auch nicht, was soll ich denn da, oder noch schlimmer, Osteuropa, da wo die Sprachen so fürchterlich sind? Oh was bin ich ein schlechter Mensch, zuerst verpass ich die Deadline und dann jammer ich noch, wenn ich nicht an meiner absoluten Traumuni platziert werden kann.

Und ich weiß es ja noch nichtmal. Theoretisch könnte ich.. Ich glaube, ich mache die Mail heute Abend im Beisein meiner Freunde auf, die sich das hysterische Geschrei dann anhören können (in beiden Fällen wird es vermutlich welches geben) und mir Beistand leisten können, wenn es eine schlechte Nachricht ist.

Oh, und die Ergebnisse von Redacción kann ich mir schon angucken gehen, habe ich erfahren – mache ich das doch gleich mal. – 1.3, das ist doch schön.

Intermediate Translation habe ich auch bestanden, habe ich gerade gesehen, unfassbarerweise mit 1,0, und dabei hatte ich doch so schlampig gearbeitet in der Klausur, um den Bus noch zu erwischen. Ich freu mich so! Heute ist ein schöner Tag! (Heut mal ich einen Strich an die Wand. Oder würde es tun, wenn ich keinen Wert auf meine Kaution am Ende meiner drei Jahre hier im Wohnheim legen würde.)

Wie habe ich das nur geschafft.

Standard

Ob ich’s nun glaube oder nicht, ich habe vor ein paar Stunden die erste Klavierstunde meines Lebens gegeben und nun eine richtige, feste Schülerin. Falls ich es schaffe, sie nicht zu vergraulen. Unbefristet. Ich bin so stolz auf mich. Und froh über den random Motivationsanfall, der mich vor einem Jahr dazu brachte, mich bei diesem Jobvermittlungsportal anzumelden – spätestens jetzt hat es sich gelohnt. Eigentlich müsste ich mal meiner ehemaligen Klavierlehrerin schreiben und ihr das berichten. Und mir Tipps holen vielleicht. Hey, warum mache ich das nicht, das ist doch überhaupt die Idee. Und ich muss Mama nochmal fragen, ob sie nicht doch noch meine alten Klavierschulen irgendwo bei ihnen zu Hause rumliegen sieht.

Heute war bei uns in der WG wieder einiges los; Sarahs Bruder ist spontan aus Pforzheim vorbeigekommen, wo er gerade von der Arbeit aus eine Woche ist, und sie ist kurz vorher in Hektik verfallen, dann abgehauen, um ihr Sushi, das sie bestellt hatte, abzuholen, und ich habe noch für sie Getränke und Snacks bei Penny besorgt, weil sie dazu nicht mehr kam, und dann ihren Bruder schön unterhalten (meinte sie zumindest nachher), als der ankam, bis sie wieder zurück war. Er konnte aber auch überraschend gut Deutsch, scheint so ein Familiending zu sein bei ihnen, und nett war er auch, also war das eine sehr willkommene Übung für meine sozialen Fähigkeiten. Auch wenn ich eigentlich gar nicht in so einer sozialen Stimmung war, nachdem ich ja schon die Mutter meiner neuen Klavierschülerin und meine neue Klavierschülerin als Neuzugänge zu meinem Bekanntenkreis für diesen Tag zu verbuchen hatte und mich eigentlich nur noch in meinem Zimmer verkriechen und Big Bang schauen und wenn möglich jemandem von meinen Klavierlehrkünsten berichten wollte.

Das habe ich aber hinterher auch noch alles geschafft (und dafür sogar die Survivors-Nur-Noch-Alle-Zwei-Tage-Reden-Regel außer Kraft gesetzt, aber hallo, das kann’s ja nicht sein, wenn man wirklich mal was zu sagen hat, dann trotzdem nicht zu reden. Das meinte Roberto, der Dozent vom Querdenken-Seminar, mit „Regeln müssen gebrochen werden können“), komplett mit Reden und Big Bang und Tiramisù und Tee und Schokolade. Und Phonetik, zumindest ein paar Folien, man ist ja diszipliniert, hrm-hrm. (Wenn man schon am frühen Morgen eine Mail bekommen hat, dass einem zur Komplettierung der Orientierungsprüfung offenbar ein Kerngebiet fehlt, oh, aber lieber nicht dran denken, oh je, oh je.)

Weirdo-Wheeeey!

Standard

KAPUTT. Spontane Riesenbackaktion heute Abend mit Sarah und Susmita und einer Miriam aus WG 6, die Sarah heute Nachmittag geholfen hat, als diese sich ausgesperrt hatte (zwei Minuten nachdem sie dann endlich mit einem Schlüssel vom Hausmeister wiederkam, war ich dann auch wieder da) und die sie zum Backen mit eingeladen hat, um sich zu revanchieren.

Es war so wunderschön. Ich hatte die epischste Laune ever, war am Nachmittag in der Stadt und habe meine Impfungen erledigt – es war nicht nur die Zeckenimpfung, sondern auch Hepatitis fällig – und heute früh hatte ich schon in der Praxis von dem Psychiater angerufen und mir das Rezept bestellt für eine neue Flasche Tropfen, und die habe ich dann auch noch geholt nachher in der Apotheke, und eine Riesentasche voller Backzutaten habe ich aus dem Kaufland nach Hause geschleppt und dafür insgesamt nur 14€€ ausgegeben, und wenn man bedenkt, dass ich mir das Ganze mit Sarah geteilt habe.. Whey.
Und dann war ich so unfassbar gut gelaunt und habe noch kurz mit Robert geredet (er hat die genialste Erfindung aller Zeiten gemacht heute, „Weirdo-Wheeeey!“, ich daraufhin die der WA (Weirdos Anonymous)) und mit Janine, und wir haben noch Sachen für Silvester geklärt und es war schön. Und dann halt die herrliche Backaktion. Auf zwei Etagen. Hyperiosität und Erschöpfungszustände inbegriffen (soll schonmal vorkommen nach fünfeinhalb Stunden Backen).

Und dann noch die Geschichte mit der Parodontax-Zahnpasta.

Ich bin also am Zähneputzen und habe die Badezimmertür auf. Sarah stellt sich, ebenfalls zähneputzend, in den Türrahmen. Ich putze schnell fertig und sage ihr, durch die Situation an frühere Ereignisse aus meinem Leben erinnert, „weißt du was.. meine Eltern hatten mal eine so widerliche Zahnpasta. Sie hieß.. Ach du meine Güte, jetzt hab ich vergessen, wie sie hieß.“

Sarah, statt was zu sagen, geht in ihr Bad und holt ihre Zahnpasta heraus, hält sie mir unter die Nase und ich stelle verblüfft fest: „Parodontax“.

In meinem Zustand hat das einen unstoppbaren Lachflash verursacht, sodass Susmita nochmal aus ihrem Zimmer kam, um zu sehen, was loswar. Ich habe sie dann dazu gebracht, Parodontax zu probieren, und sie war angemessen entsetzt.

Und jetzt – au, was tut mein Rücken weh, ich glaube es gar nicht, AU! – Schlafen? Ich will nicht..

Ich habe ja von Şahins Zettelsongexperiment und meiner Adaptation davon gar nichts erwähnt. Was soll’s, die Original-Aufnahme ist von Mai diesen Jahres, da wird die Erwähnung meiner Machenschaften damit auch noch einen Tag länger warten können.

Oh es ist alles so unglaublich. Gesegnet seien die tollen Tropfen; sie ermöglichen mir ein komplett neues Leben. So richtig mit LEBEN und so. Ohne Angst, Panik, immer diese schrecklichen Gefühle, Traurigsein ohne Grund, Traurigsein aus den falschen Gründen, zu viel Traurigsein, zu viel Inhibitionen, zu viel von allem Schlechten, ich fühle mich so unglaublich wunderbar gut.

Oh, und ich habe glaube ich Laura ein bisschen ausgecreept mit dieser random Frage, die ich ihr gestellt habe. Auf solche Ideen kann ich auch nur in so einer Laune kommen.

Finally…

Standard

So einfach kann einem also ein Lebenstraum in Erfüllung gehen.
Es hat sich so richtig angefühlt. Ich habe jede Menge Zweitstimme gemacht. Ich liebe Zweitstimme machen. Ich mag Sarah, und Matze ist auch in Ordnung. Ich habe ihnen Ilargia vorgespielt. Ich selber. Ich hatte nichtmal Komplexe. Ich habe mich so wohlgefühlt. Ich fühle mich so sehr jetzt schon als Teil einer Gruppe mit vollem Mitspracherecht und Einfluss. Und, viel wichtiger noch, dem Selbstvertrauen, davon Gebrauch zu machen. Es hat einfach alles so gut funktioniert. Ich habe eine Band, zum ersten Mal im Leben.

Ganz ehrlich, ich bin gerade ziemlich glücklich.
Wenn auch wohl nicht so extrem, wie es vielleicht gerade rüberkommt, weil ich dafür eigentlich zu müde bin. Ich bin auch in der Uni heute teilweise eingeschlafen und hatte noch dazu ja langen Tag. Und das nach mehr als acht Stunden Schlaf, das versteh wer will. Ich schieb’s aber auch auf die Tropfen. Genau wie die an sich unbegründeten Stimmungsanstiege, die ich in letzter Zeit manchmal abends registriere. Auch wenn ich heute fast den ganzen Tag leichte Panik hatte, vielleicht bin ich auch deshalb so kaputt. Das schlaucht halt schon etwas.

Sneeuw!!

Standard

Was ein Abend! Und überhaupt, was ein Tag. Wach ich auf mit leichter Panik, schaffe es dann aber, wieder einzuschlafen, und werde erst gegen halb eins wieder wach. Es schneeregnet! Sowas Unglaubliches. Gehe das Rizinusöl aus meinen Haaren waschen, frühstücke ein Müsli und stümpere eine gute Stunde Gitarre. Schreibe dann ein bisschen mit Robert, telefoniere ganz kurz mit ihm und Janine, mache mich im Bad fertig, bereite die restlichen beiden Germknödel zu und übersetze Susmita die Anwendungsanleitung ihres Imprägniersprays. Klopfe bei Sarah, um sie zu fragen, ob sie okay damit ist, den Bus um siebzehn nach fünf zu nehmen. Rufe sie dann auf den Handy an, nachdem ich festgestellt habe, dass sie gar nicht zu Hause ist. Sie kommt wieder, gerade als ich meine Germknödel esse. Zwanzig Minuten später sind wir schon wieder auf dem Weg, und ab diesem Zeitpunkt sind wir unbestreitbar die Pros des genialen Timings; vom Bus bis zur Friedrichshafener Rothaus-Halle und wieder zurück nach Hause ist alles so unglaublich reibungslos und perfekt hingekommen, wie ich es im Leben noch nicht erlebt hatte.

Ich werde morgen, beziehungsweise nachher, einen ziemlichen Muskelkater in den Beinen sowie im Rücken haben. Dafür habe ich vermutlich auch qualitativ nicht zu verachtende Aufnahmen eines dreistündigen Ärzte-Konzertes inklusive Unrockbar, meinem erklärten Lieblings-Ärzte-Song, und Wie es Geht und allem möglichen anderen Kramsch, von dem ich den Großteil nichtmal kannte, der aber trotzdem gut war. Sehr schönes Konzert, wenn ich auch erst ganz am Schluss richtig in Stimmung kam. Das ist für mich immer an dem Punkt, an dem ich wie fremdgesteuert meine Haarkralle aus den Haaren nehme und anfange, den Kopf zu bewegen.

Sehr interessant war vor allem noch die Fährfahrt von Meersburg zurück; ich habe es tatsächlich hinbekommen, nicht zu merken, dass wir losgefahren waren, bis wir schon im heimischen Hafen ankamen. Dank den zwei Energy Drinks, die wir jeweils intus hatten, waren wir äußerst gut gelaunt, um es vorsichtig auszudrücken. Es hat ja ununterbrochen geschneit, und ich habe das niederländische Wort für Schnee gelernt, während wir in Friedrichshafen auf den Bus zur Halle gewartet haben, und es seitdem mehrmals mit adäquater Begeisterung von mir gegeben (und außerdem vorhin spontan auf ein zugeschneites Autofenster geschrieben). Sneeuw!
-Die Regel, dass auf ein langes e nie direkt ein w folgen darf, habe ich gleich gratis dazugelernt.

Und nun sitze ich schon wieder wohlbehalten im Warmen zu Hause (ich muss so an den letzten Teil der Regenballade denken – auch wenn ich keinen heißen Grog zur Verfügung habe, ist das Gefühl genau das gleiche) und merke jetzt schon den Muskelkater in allen Ecken und Enden meines geplagten Körpers. Meine Konzertschuhe aus dem Brettener Tedi haben wieder mal ordentlich Bier aufgesaugt, wurden danach auf der Wanderung nach Hause vom Schneewasser getränkt und haben, sozial wie sie sind, auch meine Füße daran teilhaben lassen. Gut, dass meine kaputte Heizung mittlerweile schon seit Längerem wieder für eine angenehme Überhitzung meines Zimmers sorgt. Ich liebe die beständig idealen Temperaturverhältnisse dieser Wohnung.