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Prokrastinatzen ditudan gauza guztiak…

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Es kostet gerade unfassbar viel Überwindung, mich auch nur der kleinsten Aufgabe zu stellen. Ich meine, okay, ich bin längst nicht so hardcore am Verdrängen, wie ich es sein könnte, aber es macht mir trotzdem sehr zu schaffen, vor allem, weil es durch die Verbannung aus dem Bewusstsein ja alles nicht gleichzeitig aus der Realität verschwindet.

Und es sind kleinste Kleinigkeiten, die ich tun muss. Wieso schaffe ich es so oft nicht, die Kleinigkeiten zu erledigen. Nachrichten, die beantwortet werden wollen, über Dinge, die ich verdränge. Eine kleine, ja winzige 20-Minuten-Präsentation zur Verteidigung meiner BA-Thesis nächsten Montag, die vorbereitet werden sollte. (Ein Raumplan, den man sich noch einmal angucken sollte, um dan vielleicht doch noch wenigstens eine Präsentation eines Kommilitonen mitzubekommen, um bezüglich der eigenen nicht so vollends im Dunkeln zu tappen. Eine nur, wenn es schon bisher mit dem Zeitplan einfach nicht hinhauen wollte. Und dann denk‘ ich mir, ja, aber eine ist doch schon wieder gar nicht repräsentativ, und macht es dann überhaupt Sinn, sich eine anzusehen? Macht es, natürlich. Das musst du mir nicht sagen. Sag es meinem Prokrastinationszentrum.)

Ein Artikel, den ich immer noch nicht fertig habe. Ein Witz, wenn man sich überlegt, wie viel ich am Tag schreibe, wenn ich will. Aber nein, jetzt ist ja Druck dahinter, Druck und eine Erwartungshaltung, da schaltet sich jede Produktivität auf der Stelle aus.

Ein Uni-Mail-Account, den ich zwecks Erledigung verschiedenster Dinge mal wieder öffnen sollte. Möglichst vor dem 1. Februar. Wenn’s geht, sogar vor dem Wochenende. Dann kann ich nämlich Rachel das GEZ-Geld überweisen, mit Franziska vom Green Office wegen des Artikels kommunizieren und gleichzeitig noch Esti sowie dem Plank bescheidgeben, in welchem Raum ich nun nächste Woche die Präsentation halte. Sobald ich mich darüber selbst informiert habe, that is.

Rejanas Anhänger, den ich mir zu Foodsharing-Zwecken jetzt immer ausleihen darf, ist kaputt, und ich muss Basti fragen, ob er ihn mir repariert. Bis Montag. Immer dieser Zeitdruck. Von Rejana habe ich im Übrigen auch bezüglich ihres Garagentors eine bislang ungelesene Nachricht.

Und dann ist auch noch mein Zimmer voller Staub und Dreck, der Orangentisch ist ein Chaos, meine Beine sind unepiliert, meine Augenbrauen entwickeln bald ein eigenes Ökosystem und mit Caro sollte ich über die Flugbuchungsverwirrung reden, wenn sie nur auftauchen würde. Ich sagte ihr doch vor zwei Stunden, in zwei Stunden. Es würde schon helfen, wenigstens das Flugthema vom Hals zu bekommen. Lauras Karte schleppe ich seit Tagen mit mir herum und vergesse permanent, sie abzuwerfen (und wo ich schon dabeibin, JOs Handy liegt hier seit Herbst letzten Jahres, als es mir wegen ihres Umzugs zurückgeschickt wurde. Und ein Brief an Susmita liegt zudem noch auf meiner Outbox aka Heizung, den habe ich im Wintersemester letzten Jahres geschrieben. Scheiße, das ist mittlerweile ein Jahr her), meine saubere dunkle Wäsche ist noch immer nicht in Schrank und Schubladen einsortiert, mein Bett kann nicht neu bezogen werden, bevor ich nicht den Boden geputzt habe, und zu allem Überfluss ist auch noch Sarah wieder da und hat mir fünf Facebook-Nachrichten und eine E-Mail geschrieben, um herauszufinden, wann ich wieder arbeiten kommen will.

Mein AG braucht neue Akkus. Ich habe noch ein Paar Akkus, ich müsste sie nur endlich herauskramen und einweihen.

Sonst noch was? Oh, mein Vorratsraum steht voll mit Pappkartons, und das, seitdem ich diese nach unserem Einzug dort angefangen habe zu lagern; ich will die beseitigen, ich kann sie nicht mehr sehen. Der Garten beherbergt zu viele unorganisiert herumstehende Lebensmittel in seiner Funktion als begehbarer Kühlschrank; ich muss die Bananen wegschmeißen und dann dafür sorgen, dass zu keiner Tageszeit Sonne auf die verbleibenden Produkte fällt.

Man sieht, es ist eigentlich alles im grünen Bereich. Ich werde nicht verrecken, das keinenfalls. Aber so, wie ich mich im Verdrängen und Vertagen übe, reicht mein schlechtes Gewissen trotzdem von hier bis über den riesigen Haufen Katzen, den man bekommen würde, würde man alle Katzen der Welt übereinanderstapeln.

Oh, und das neue Album von Ken Zazpi ist grottig. Ich war sehr enttäuscht. Wer ein Meisterwerk wie Argiak hinbekommt, ist eindeutig zu weitaus Grandioserem fähig. Also, was soll der Schmarrn? Bis zum Ende hin wartet man vergeblich darauf, dass es endlich mal anfängt. Dieses merkwürdig Gedämpfte, unentwegt. Das macht einen ganz kirre. Und die Texte scheinen auf den ersten Blick auch nicht so berauschend, wie ich es von ihnen gewohnt bin. So eine Verschwendung von Zeit (von meiner Seite) und Energie (von ihrer).

Aber natürlich liebe ich sie trotzdem noch. Ich überlege gerade… Vielleicht wäre das Album akzeptabel, wenn man auf Drogen ist. Ich sollte es mal ausprobieren.

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Wäre er nicht angewachsen…

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Ich wachte in der Minute auf, in der R geplant hatte aufzustehen. Verzögerte sein Aufstehen wie üblich um einige Minuten, weil ich es nicht einsah, gerade in der kalten Realität angekommen zu sein und direkt meiner wichtigsten Wärme- und Geborgenheitsquelle beraubt zu werden. Schlief wieder ein, nachdem er weg war, drückte ein paarmal auf den Wecker, supposedly um diesen dazu zu bringen, ein bisschen später erst zu klingeln, und wachte schließlich um halb elf Uhr ein zweites Mal auf. Ohne Wecker – ich kann von Glück sagen, dass mein Unbewusstes sich neun Minuten, nachdem der (von mir zuvor unwissentlich ausgeschaltete) Wecker seiner Pflicht hätte nachgehen sollen, dazu entschlossen hat, dessen Aufgabe für heute zu übernehmen.

Lag eine Weile herum und überlegte mir, welchen Bus ich nun nehmen sollte, um rechtzeitig in der Uni zu sein. Was genau „rechtzeitig“ eigentlich sein sollte, war mir selbst nicht ganz klar; ich war gestern beim Plank in der Sprechstunde und habe endlich die Unterschrift für den Antrag auf Titeländerung der BA-Thesis von ihm bekommen, sodass ich heute Früh diesen noch beim Prüfungsamt einreichen wollte. Das schließt nämlich um 12, und da ich um 11.45 Euskera hatte, musste das Abgeben definitiv vorher geschehen.

Ich kam zu keinem konkreten Schluss, war aber tendenziell überraschend unlethargisch und konnte ohne Schwierigkeiten recht bald aufstehen. Holte mir ein Medi aus der Schublade, stellte fest, dass kein Wasser im Zimmer war, und legte es auf die Fensterbank, während ich mich anzog. Nahm die Akkus des AGs aus dem Ladegerät und steckte das AG zusammen mit dem Handy in die Tasche; nach Euskera ist mein Redebedürfnis immer noch um ein so Vielfaches höher als sonst schon, da war das AG unerlässlich. Sogar an eine Speicherkarte dachte ich. Zur Abwechslung mal wieder.

In der Küche setzte ich mir Kaffeewasser auf und ging ins Bad, während es sich erwärmte. Wieder zurück, begegnete ich Trudi, welche mich mit erstaunlicher Gesprächigkeit und guter Lane begrüßte, die ich nur zu gern erwiderte. Die Momente, in denen Trudi und ich uns gut gelaunt unterhalten, kann man mittlerweile an einer Hand abzählen, vor allem weil meine Laune üblicherweise schon durch Hannes‘ Anwesenheit in den Keller verscheucht wird. Ich schnorrte mir einen Schluck Reismilch von Trudi und kippte diesen zusammen mit zu wenig Zucker und um Längen zu viel löslichem Kaffee in meine Thermoskanne. Nachdem diese in meiner Tasche verstaut war, schnappte ich mir noch schnell eine Banane und verschwand in Richtung der Haustür. Hätte dort um ein Haar vergessen, die Ladung aus unendlichen Tüten Brötchen und Salat mitzunehmen, die ich mir im Flur für genau diesen Moment bereitgestellt hatte. Setzte also die Tasche wieder ab und den Riesenrucksack, nunmehr mit Brötchen angefüllt, auf, drapierte die diversen Tüten links und rechts an meinen Armen, griff nach der Banane und verschwand, Trudi „Bis daahann!“ zurufend, durch die Tür. Kam rückwärts wieder herein, um meinen Schlüssel vom Haken zu nehmen (zu Trudi: „Scheiße, Schlüssel! Jetzt aber, bis daahann!“), und stapfte schwer beladen, aber zufrieden zur Bushaltestelle. Erwischte die 2, ohne großartig rennen zu müssen, obwohl ich nichtmal auf die Uhrzeit geachtet hatte.

Langsam fielen mir die Arme ab – man sollte kaum meinen, dass Salat so schwer sein kann, aber glaub mir, in diesen Mengen ist er es. Die eine Brötchentüte rutschte mir durch die befäustlingten Finger und ich hatte keine Gelegenheit, sie anders zu positionieren, weshalb ich ziemlich froh war, als die erste Busfahrt vorbeiwar und ich das Ganze kurz auf einer Bank absetzen konnte. Ich hatte keine Ahnung, wann der nächste Bus zur Uni kommen würde, wagte es also, meine Banane hervorzuholen (wie sich das einfach nur falsch anhört!), und hatte mich gerade meiner Fäustlinge entledigt, als der Bus, den ich brauchte, in meinem Augenwinkel erschien. Also alles wieder einpacken, Banane ungegessen in eine der Tüten stopfen und ab in den Bus. Dort bekam ich einen Sitzplatz mit zwei leeren Sitzen gegenüber, auf denen ich meine ganze Fracht richtig bequem ablegen konnte. Herrlich. Endlich war Zeit zu frühstücken. Während ich mich mit der Banane vergnügte (okay, dieses Mal war’s drauf angelegt), unterhielten sich hinter mir zwei Menschen über irgendetwas so Sterbenslangweiliges, dass ich mich jetzt schon nicht mehr dran erinnere.

An einer Haltestelle wollte noch jemand zusteigen, als der Busfahrer schon auf Weiterfahren gepolt war; der Mensch, der am dichtesten neben der Tür stand, hielt heldenhaft seine Hand in den sich rapide verkleinernden Zwischenraum, um die Tür daran zu hindern, sich komplett zu schließen. Schade nur, dass die Tür andere Pläne hatte: Der einsteigen Wollende stand verblüfft vor der geschlossenen Bustür, während wir Drinnensitzenden uns vor Lachen kaum kriegten, als die Hand des armen Helden zwischen den Gummidichtungen steckenblieb und bis zur nächsten (zum Glück nicht sehr weit entfernten) Haltestelle den um die null Grad frostigen Temperaturen außerhalb des Verkehrsmittels ausgesetzt war und die Wartenden nach Art eines aus der Limousine winkenden Weltstars begrüßte. Er musste selbst lachen, wenn auch ein wenig verzweifelt, als die Türen sich wieder öffneten und er die Hand – durchgefroren, aber unbeschädigt – ordentlich durchschütteln und mit dem Rest seines Körpers wiedervereinen konnte.

Ungefähr zur selben Zeit wurde mir bewusst, dass ich meine Tasche zu Hause vergessen hatte, als ich die Fäustlinge in selbiger verstauen wollte. Dieser Einsicht mit einem unwillkürlichen lauten „NEIN!“ Ausdruck verleihend, bekam ich erst allmählich einen Überblick über die Ausmaße meines Fails. Nein, mein Hauptproblem war nicht, dass ich keinen Ort mehr hatte, an dem meine Fäustlinge untergebracht werden konnten. Ich war auch ohne Busticket unterwegs, ohne Euskera-Mappe, ohne – ein zweites lautes NEIN!, diesmal länger gezogen, den so ewig schon auf seinen Moment wartenden Antrag fürs Prüfungsamt, ohne Stift und ohne Kaffee. Und ich war zu früh.

Nuja. Ich machte das Beste draus und ließ mir Zeit beim Einsortieren der Lebensmittel ins FairTeiler-Regal. Es kamen wie meistens schon Leute an, mit denen ich – meinem Fail sei Dank – ein bisschen plaudern konnte, während ich die Tüten ausräumte. Dann auf zum Euskera-Raum – ich war immer noch zu früh. Jemand kam mir hinterher und hielt einen meiner Fäustlinge in der Hand. Ich bedankte mich überschwänglich und steckte ihn zurück in die Jackentasche. Mir fiel auf, dass auch der andere Handschuh fehlte. Eine Kehrtwendung und ein paar Schritte später hatte ich ihn wieder; er lag direkt neben der Person, die mir den ersten hinterhergetragen hatte. Sie bemerkte mich und entschuldigte sich – sie habe den zweiten gar nicht gesehen. Ich entgegnete, ich wäre ihr schon für den ersten dankbar genug gewesen, sonst hätte ich ja nichtmal bemerkt, dass der zweite nicht da war, wo er sein sollte. Und wieder umdrehen und wieder ein Blick auf die Uhr, immer noch zu früh, natürlich – ein paar Schritte dem Euskera-Raum entgegen, bis mir das Gewicht auf meinem Rücken die Erkenntnis brachte, dass ich vergessen hatte, die Brötchen aus dem Rucksack im Regal abzuladen. Eine erneute Kehrtwendung und zurück zum Regal. Die eine, mit der ich beim Regal geredet hatte, stand immer noch da und hielt nun ihrerseits ein Pläuschchen mit einem anderen Menschen. „Die Hälfte vergessen…“ sagte ich zu ihr und fing an, die Brötchen auf dem zweitobersten Regalbrett zu stapeln.

Irgendwann war ich tatsächlich fertig und begab mich, Shakiras „Estoy aquí“ vor mich hinträllernd, wirklich mal in den Euskera-Raum, wo ich entgegen aller Gewohnheit als Erste ankam. Fand ein paar leere Blätter auf einem der Tische und war schon froh, dass ich mir zumindest kein Notizapier von den Kommilitoninnen würde ausleihen müssen. Verpflanzte mich vom Tisch auf den Stuhl, als Esti hereinkam, und war einen Moment lang überglücklich, als sie mir die beiden Ken-Zazpi-CDs hinhielt, die sie mir versprochen hatte aus dem Baskenland mitzubringen. Genau so lange, bis mir wieder einfiel, dass ich das Geld dafür mangels Tasche natürlich nicht dabeihatte. Genausowenig wie die durch einen genialen Zufall vor ein paar Wochen containerte „Kleines Dankeschön“-Milka-Schokoladenpackung, die ich ihr dazugeben wollte. Aber weil Esti eine unglaublich liebe Person ist, sagte sie nur, ich solle mir keine Sorgen machen und sie hätte eh den Bon vergessen, wir würden es einfach nächstes Mal regeln. Esti = Engel.

[Genau in diesem Moment höre ich Itsasoa gara, welches auf einem der Alben ist, die sie mir gebracht hat, und bin überwältigt, weil Itsasoa gara das Lied ist, das ich mir nie erlaubt hatte Wort für Wort zu übersetzen. Itsasoa gara habe ich drei Millionen Mal bei Youtube angehört, aber nie die Version mit spanischen Untertiteln genommen, nicht ein Mal; ich habe mir immer gesagt, „wenn du weiter Euskera lernst, wirst du dieses Lied irgendwann einfach so verstehen; es wird so sein, dass du das Lied hörst und es einfach verstehst, ohne irgendetwas dafür zu tun, und dieses Lied wird das erste sein, bei dem es dir so geht.“ Nun ist es tatsächlich der Fall. Ich bin verblüfft und hochgradig dankbar, diesen Moment zu erleben.]

Dann kam Rui und wir saßen zu zweit in Euskera; Vera kam nicht, kannst du dir das Privileg vorstellen, an der Uni zu sitzen und mit einer einzigen Kommilitonin Euskera zu lernen? Ich habe mir einen Stift von Esti ausgeliehen. Rui musste irgendwann zum International Office, also machte ich die letzten 20 Minuten mit Esti Privatunterricht. Sie ließ mich indirekte Rede üben und war beschämend begeistert von der Qualität meiner Arbeit. Es wäre unglaublich, wie korrekt meine Sätze seien. Sie konnte es gar nicht glauben. Ich war so glücklich. Am Ende habe ich sie, meiner selbst ohne Kaffee aufgedrehten Euskera-Natur gemäß, über meine Bachelorarbeit zugelabert und sie wäre bald an die Decke gegangen, als ich ihr sagte, dass ich über den Allokutiv geschrieben habe. Wie sie mich angeguckt hat. Darauf habe ich gewartet. Jetzt mag sie mich, habe ich mir gedacht, als sie sich strahlend verabschiedet hat und mir das Versprechen abgenommen hat, ihr bescheidzusagen, wann ich meine Thesis verteidige. Tengo amigas que hablan en hika! Si se lo cuento… van a flipar!

Mit einer ganz neuen Motivation erfüllt, habe ich mich zu Hause daran gemacht, mit der Präsentation für die Verteidigung zu beginnen. Mir das Medi eingeworfen, das ich natürlich in der Früh auf der Fensterbank hatte liegenlassen. Mir Argiak in den CD-Player geschmissen und mich mit Frühstück versorgt, die Sonnenlichtlampe ins Bett gestellt und angefangen zu arbeiten, bis mir auffiel, dass es eventuell sinnvoller wäre, erstmal ein paar der Präsentationen der Anderen anzusehen, bevor ich meine eigene erstelle. Dieses Projekt also richtig guten Gewissens auf nächste Woche vertagt und stattdessen diesen Monstereintrag geschrieben, einfach um einmal festzuhalten, wie dieser im Grunde so alltägliche Vormittag doch irgendwie voll war mit wunderbaren Kleinigkeiten.

Und wie ich wieder einmal gelernt habe, dass meine Art zu failen gar nicht so schlimm ist, weil man doch immer wieder durchkommt: Esti bekommt ihr Geld und ihre Schokolade nächste Woche. Niemand hat mich im Bus kontrolliert. Den Antrag gebe ich morgen ab; dafür muss ich zwar nochmal extra in die Uni, aber das ist gar nicht so schlimm, denn ich habe noch einen Karton Salat hier herumstehen, den ich heute Früh beim besten Willen nicht mehr untergekriegt habe. Der kommt dann morgen mit. Und ich habe meinen finalen Termin für die Präsentation eingetragen und ganz viel Motivation, es gut zu machen, weil Esti mir zuhören wird und weil ich den Plank mag. Spät, aber doch kam mir diese Erkenntnis. Ich habe gestern eine halbe Stunde mit ihm geredet und einen armen Menschen draußen vor seinem Büro warten lassen, obwohl ich eigentlich nur die Unterschrift von ihm brauchte. Und es ist nicht schlimm, dass ich die beiden Quellen aus der einen Fußnote in der Bibliographie vergessen habe aufzunehmen; ich hab’s ihm gestern gesagt und er meinte nur, er würde eh einfach mal kurz schauen, „ob sich das ungefähr deckt“ – oh mein Gowai. Das sind diese Geschichten, die ich mich nichtmal hier im Blog traue zu erwähnen, weil ich so viel Angst vor den Konsequenzen habe, dass ich sie vollkommen verdränge, wo es nur geht, und dann auf einmal kommt raus, es ist nicht schlimm. Ich schätze mal, das ist der Schock, den Laura bei mir vergeblich erwartet, wenn sie mir ihre dunklen Geheimnisse anvertraut. Den ich auch andauernd erwarte und der einfach ausbleibt, weil die Sachen bei einem im Kopf so viel dramatischer aussehen, als sie für den Rest der Welt sind. Ich liebe die Welt. Ich liebe meinen widerwärtigen, zu starken und zu zuckerarmen Kaffee. Ich liebe Ken Zazpi und ich liebe es, hier zu sitzen und mit den Fingern nicht hinterherzukommen, weil ich endlich, endlich mal wieder Motivation habe, mir die Seele aus dem Leib zu schreiben. Ich liebe es, wach zu sein. Ich bin so unfassbar glücklich gerade.

Und mir geht’s gut.

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Wein – maßvoll genossen – […] erfreut den Menschen zutiefst durch seine große Kraft und Wärme.

Sagte Hildegard von Bingen, nach der eine Straße in Oldesloe benannt ist. Zu Recht, muss ich sagen, allein für diesen weisen Ausspruch.

Mir ist warm.

Halbe Flasche und mir geht’s wunderbar. Ach, irgendwann werd‘ ich doch noch zur Hobbyalkoholikerin.
Als wäre ich das nicht längst. Und das Wunderbare ist, dadurch, dass ich mich trotzdem so selten nur betrinke, wirkt es so wunderbar. Wie gesagt, halbe Flasche und mir geht’s gut.

Ein bisschen habe ich mir diesen Dornfelder auch aufgemacht, um herauszufinden, wie es in meinem Inneren eigentlich aussieht. Ich meine, das ist meistens der Grund, aus dem ich mir Wein einverleibe.

Ich höre so viel Ken Zazpi gerade. Selektiv. Haizea, Irudi Biluztuak, Kantu batekin. Itxaropena, jetzt. Ich wünschte, ich würde die Euphorie wieder fühlen, die dieses Lied früher mal bei mir hervorgerufen hat. Aber vermutlich habe ich zu viel Wein getrunken dafür. Ich bin taub.

Nicht ganz. Ahots isila entzun…
Auf Souletin wäre das jetzt „entzün“. Falls jemand Lust hat, sich das mal anzuschauen oder anzuhören, gibt es diesen atemberaubend hippen xiberoanischen Radiosender namens Xiberoko Botza. Da klickst du rechts oben auf dieses über-goldige „entzün xüxenean“ und kannst hören, wie französische Basken reden.

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, sich französische Basken anzuhören, wenn man keine Ahnung hat, wie sich das Standardbaskische anhört, aber whatever. Höre es einfach trotzdem. Es kann nur deinen Horizont erweitern. Ich saß am Wochenende mit Kepa da und habe mich kaum mehr eingekriegt, weil ich das einfach noch nie gehört hatte und nicht auf die Niedlichkeit dieses Dialektes klarkam. Und keine halbe Woche später hat es mir schon richtig was gebracht, immerhin konnte ich den Hern Kaiser mitten während meines Vortrages darauf hinweisen, dass man in Xiberoa das <r> wie im Französischen ausspricht, und zwar extrem so.

Jetzt bin ich endgültig überfordert, weil ich die ganze Zeit mit Basti über die Namibiaplanung schreibe und jetzt Caro wieder da ist und sagt, dass wir in 5 Minuten skypen können. Wuhu.
Außerdem hat mir R der Aktivist geschrieben, dem ich heute unfassbarerweise schon wieder im Bus begegnet bin. Dass es seinen Busgeist ja auch im Internet gebe. Ich würde ihm eigentlich gern zurückschreiben, aber bin wie bereits erwähnt gerade schon genug anderweitig mit Gesprächen ausgelastet.

Ich bin dann mal weg.

Titel sind was für Leute ohne Panik.

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Höre dir einfach nur diese Perfektion an.

Ich zumindest tue seit geraumer Zeit nichts Anderes und bin außerdem dabei, es selber spielen zu lernen, was momentan noch davon erschwert wird, dass ich zu faul bin, mir den Text auszudrucken, um die Akkorde rauszuschreiben. Das heißt, ich muss sie einfach direkt auswendig lernen. Was aber auch nichts macht, so schwierig ist es gar nicht. Dank Haizea habe ich mich ja sogar mit dem ekligen H- und B-Dur arrangiert und fürchte mich davor nicht mehr so sehr.

Jetzt hab‘ ich wieder Panik. Gowaiverdammich, ist das ätzend. Aber längst nicht so schlimm wie Donnerstag in der Arbeit, das war wirklich ein neuer Panikrekord. (Und keiner, den ich vorhabe je zu brechen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.)

Wie herrlich es gestern auf Maries WG-Party war. In erster Linie, weil Lena dawar und später noch Sarah und Pedro, über deren unerwartetes Doch-noch-auftauchen ich in meinem segensvoll betrunkenenen Zustand (Bo wird sich wieder freuen – aber hey, carpe noctem) so unermesslich glücklich war, dass ich sie die ganze Zeit nur angegrinst habe. Und wir haben uns diese widerlichen Käse-Cheetos in den Mund geworfen. (Oder eher nicht in den Mund, more often than not.)

Ich muss die Musik wieder anmachen, dann werde ich wieder wach und weniger panisch.

Edit: Hilft nicht. Eher habe ich jetzt mehr Panik, weil es so schön ist und mich überfordert. Ich bin am Verzweifeln, weil es so sehr an mir zerrt, dass ich bald auseinanderfalle.

Beti itxarongo zaitut azken geltokiko iluntasunean, amets ezkutuen isiltasunean.

Wie kann etwas so schön sein.

Horizonterweiterung

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Jetzt kann ich schon ganze 10 Devanagari-Buchstaben. Wenn das so weitergeht, habe ich bis zum Semesteranfang schon die halbe Sanskrit-Sprache gelernt, haha.
Maybe not. Marie, mit der ich eben ein köstliches Mahl aus unseren gestern containerten Schätzen verzehrt habe, fragte mich, ob es nicht eine unkomplizierte Sprache sei, das Sanskrit. Ich habe ihr ungefähr entgegnet, dass man es so sagen könnte, wenn ihr 92 Verbformen allein fürs Präsens, ein fremdes Alphabet und Tausende Ligaturen und Spezialgeschichten in der Schrift unkompliziert erscheinen.

Aber Marie ist super. Ich war ja auch gestern Abend bei ihr in der WG, zusammen mit Peruaner-Pedro und Lena, wo wir einen Spieleabend mit ihren Mitbewohnern veranstaltet haben und ich mir gleich zwei potenzielle neue Bandmitglieder an Land gezogen habe, wie ich Sarah eben schon voller Begeisterung mitgeteilt habe. Mal gucken, was sie sagt, wenn sie die Nachricht liest.

Langsam ist auch meine Erkältung wieder am Abklingen und ich hoffe, demnächst meine Stimme wiederzuerlangen, um auch mal wieder ordentlich Musik machen zu können. Ich stümpere hier ab und an frustriert mit der Gitarre herum und verfluche mich für meine Unfähigkeit, ansonsten bleibt mir momentan nicht viel.

Wie mir vorhin auffiel, werde ich die ganze nächste Woche nicht arbeiten. Was für ein herrliches Leben ist das bitte, ich habe eine ganze Woche frei!

Sarah und Peruaner-Pedro und ich gehen demnächst zum Auftritt eines unfassbar berühmten peruanischen Tenors nach Bregenz. Ich kann nicht glauben, dass ich 65 Euro für diese Unternehmung bezahlen werde, aber nichtsdestotrotz bin ich gespannt darauf und wie immer froh über eine solche Gelegenheit zur Horizonterweiterung.

Unsere Weihnachtsmarkt-Tour sind wir auch schon am Planen.

Und, was ziemlich unglaublich ist: Innerhalb sehr kurzer Zeit habe ich von drei verschiedenen Menschen positive Reaktionen auf Ken Zazpi geerntet. Continuous exposure scheint sich wirklich auszuzahlen. Und weil ich in den letzten paar Wochen gefühlt so viel Euskera vergessen wie davor in einem halben Jahr gelernt habe, gehe ich jetzt einfach mal wieder diszipliniert sein und übersetze mir Argiak weiter.

Nire Lurrari

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Euria izan nahi dut, baina…
ur tanta bat naiz.

Ich spamme einfach mal hier. Besser als anderswo.

Dieses Lied hatten wir noch nicht, auch wenn dir, selbst andernfalls, es wahrscheinlich recht egal wäre. Du weißt nicht, was du verpasst. Du weißt es einfach nicht.

Dieses Lied nun, Nire Lurrari, ist ganz wunderbar mehrdimensional. Oder könnte es zumindest sein; dafür wären ein paar Euskera-Kenntnisse hilfreich. Die fehlen mir, also kann ich nur spekulieren, ob es zumindest unter Herbeiziehen von künstlerischer Freiheit nicht möglich wäre. Nire Lurrari, „a mi tierra“, aber doch irgendwo auch „a mi mundo“. Oder nicht? Es wäre so wunderbar. Selbst wenn ich die ganze andere Bedeutungsebene nur da hineinhalluziniere, ist es wunderbar. Dafür ist Kunst doch da. Ein bisschen von sich selbst legt man doch immer hinein, wenn man versucht, etwas zu verstehen. Ich halluziniere mir einfach eine völlig reine, ideale zweite Bedeutungsebene in das Lied hinein und schwelge dann in seiner Genialität. Ja, dann… wäre es ergreifend. Ist es. Innocence in the ear of the beholder. Oder eher Kitsch in the eye of the beholder, aber meine Güte, ich liebe Kitsch. Ich bin Kitsch.

Ehrlich gesagt habe ich in Ken Zazpi so unfassbar viel Vertrauen, dass ich sogar fast annehme, sie könnten es alles genau so meinen, genau wie ich es haben möchte.

Und dann geht’s aber los. Dann ist jedes einzelne Wort einfach nur wert- und wundervoll, und das Lied eins meiner (zuerst unterschätzten, aber bald in ihrer vollen Pracht wahrgenommenen) Zweiter-Blick-Favoriten des Albums. Wie praktisch der ganze Rest des Albums, ausgenommen die Erster-Blick-Favoriten, Noizbait und Itxaropena. Und ausgenommen Irailaren 14a, dem ich bis heute noch nicht so viel Ehrfurcht entgegenbringe wie dem Rest von Argiak. Vielleicht, weil ich einfach nicht verstehe, worauf es sich bezieht.

Shit, ich hab‘ Hunger. Das nur als random Zwischenbemerkung.

Schlafen? Einen Versuch ist es wert. Wecker klingelt in vier Stunden.

Amestuz… Amestuz.

Oh, wie schön es ist.

Einige erfreuliche Neuigkeiten

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Erstens. Es ist Wochenende. Ich werde nichts machen. Das ist so ungemein wertvoll.

Zweitens. (Das wird die – obschon zweifellos hochgeschätzten, mit diesem Thema wohl eindeutig überschwallten – Leser weniger erfreuen, mich dafür umso mehr.) Nachdem sich meine Anlage nunmehr aufgebaut in meinem Zimmer befindet, habe ich angefangen, mal wieder meine CDs zu benutzen, mir im Rahmen dieses Projektes Ken Zazpis Atzo da bihar vorgenommen und zu meinem großen Erstaunen festgestellt, dass ich beträchtliche Teile der Lieder einfach verstehe.
Wie unglaublich ist das bitte. Ich bin überglücklich. Zumindest Ken Zazpi-Vokabular habe ich also mittlerweile drauf.

Drittens. Tasche ist aufgetaucht. Stein vom Herzen, ich sag’s dir – und ich kann mein unermessliches Glück mal wieder nicht glauben. Es scheint alles noch drinzusein. Inklusive CDs, Häkelnadel und – ja – auch meinem Geldbeutel. Dienstag habe ich Zeit, sie abzuholen. Bei der Gelegenheit kann ich mich auch gleich mit meinem frisch zurückerstandenen Perso ummelden gehen, bei der Gelegenheit gleich auf selbigem meine Adresse ändern lassen und meinen ebenso frisch zurückerstandenen Reisepass gegen meinen neuen eintauschen. Das wird ein lustiger Nachmittag im Bürgerbüro.

Viertens. Ich habe vorhin mit Susmita geredet. Sie ist zwar gestresst und erkältet, aber hört sich halbwegs positiv an, was ihre Erfahrungen in Finnland angeht. Es tat gut, mit ihr zu reden. Wir haben Ewigkeiten telefoniert.

Fünftens. Am 2. September gibt’s endlich ordentliches Internet.

Sechstens. Ich scheine aus dem gröbsten Chaos rauszusein. Mein Zimmer ist fertig eingerichtet, ich habe schon anfangen können, ein bisschen im Garten zu werkeln, bin regelmäßig, aber nicht übertrieben viel in der Arbeit und fühle mich wohl mit meinem Leben. Daniel fährt nächste Woche nach Spanien runter, sodass die Euskera-Stunden vorerst wegfallen (an sich ja nicht die beste Nachricht aller Zeiten, aber immerhin bringt mir das einen Vormittag mehr Zeit und Ruhe), und Sarah geht Mitte des Monats nach Bolivien, was mir zwar (ebenfalls nicht erfreulich, natürlich) eine meiner liebsten Personen hier für geraume Zeit wegnimmt, aber andererseits auch wieder Ruhe und Zeit verschafft. Ich hoffe, es diesen Sonntag endlich mal wieder zum Foodsharing-Treffen zu schaffen.

Siebtens. Meine Medis wirken grandios; ich fühle mich ziemlich gut und habe weder Katastrophenstimmung noch übermäßig oft Panik. So muss das sein. Auch wenn die Euphorie von vor dem Absetzen nicht mehr da ist, aber das ist ganz in Ordnung so. Das hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, die Aktion. Da bin ich nicht so gerne, aber es ist auch besser, als jeden Bezug zur Realität zu verlieren. Schätze ich.

Achtens. Menschen schreiben mir. Ich habe nie das Gefühl, dass niemand an mich denkt momentan. Und ich verbringe so viel Zeit außerhalb von Facebook, dass gar nicht erst die Möglichkeit besteht, wie so oft alle drei Minuten vorbeizuschauen und dann von der leeren Inbox irrational frustriert zu sein. Dieses Gefühl ist so überflüssig. Mir wird gerade erst klar, wie viele Menschen sich dem wohl (so aktiv wie unbewusst) aussetzen, einfach indem sie viel zu oft ihr verdammtes Facebook checken, so, wie ich es auch mache, wenn Zeit dafür da ist. Wie sagte ich damals ergänzend zu diesem Video, „to the waiting, an eternity.“ (Ich vertrau‘ einfach mal darauf, dass ich das richtige Video erwischt habe – unser vorläufiger Router macht uns inzwischen manchmal selbst das Laden von Bildern unmöglich, von Videos gar nicht erst zu reden.)

So sieht’s aus. Das ist doch schön, das alles.

Bihar

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..morgen.. ist es vorbei, das Semester.

Aber viel wichtiger, das Lied.

Viel kann nicht mehr kommen, so viele Lieder kann doch dieses verdammte Album nicht haben, denkst du zu Recht. Nur fange ich dann wahrscheinlich wieder von vorne an. Oder finde endlich Zeit, Atzo da bihar zu hören. (Oh, wo wir schon beim Thema sind.) Oder das Album, auf dem Itsasoa gara ist.

Aber nun, Bihar.

Gerade, Itxaropena hörend, dachte ich noch wie so oft, dass ich mir ein klein wenig verarscht vorkomme. ‚Hainbeste maite ditudan zure begi tristeetan‘ – in deinen traurigen Augen, die ich so sehr liebe – was soll denn das. Weißt du, da strengt man sich so unfassbar übel an, nicht traurig zu sein, zumindest nicht so, dass es Leute sehen, man kämpft und fühlt sich gut dabei, das ja – aber die Augen, die er so sehr liebt, sind auch traurig. Wieso werden die traurigen Augen geliebt, meine hart-erarbeitet glücklichen, kämpfenden Augen dagegen nicht. Erklär mir das doch mal einer.

Und jetzt, Bihar (hier sogar eine Version mit Text zum Mitsingen!) hörend, erschaudere ich schon wieder vor Andacht und denke mir, mindestens genau so unbegreiflich ist, wie ein Mensch, der so schreibt, überhaupt einem solchen Leid ausgesetzt werden kann. Wie man das aushalten soll, frage ich mich, das geschrieben zu bekommen und dann wegzugehen. Überhaupt jemals wegzugehen. Andererseits ist das wahrscheinlich auch wieder mein kombinierter Musik- und Sprachfetisch speaking, der mir ja eh tendenziell ganz gern mal das Leben versaut; es existieren ja doch (unbegreiflicherweise) Personen, die so etwas kalt lässt.

Und wie um mich mal wieder richtig schön selbst auslachen zu können, begegnete ich gestern Nacht (weil ich so absolut in Klausurlaune war, noch mehr als heute) beim willkürlichen Durchkämmen meines Dateisystems einem Video in einer dieser unendlichen Falten meines externen Gehirns aka Computer, das JO vor einiger Zeit (konkret: am 17.7.13 – Oh Schock meines Lebens, das war vor einem ganzen Jahr?!) während eines ooVoo-Gesprächs gemacht hat. (Und wie sie sich einfach nur beömmelt..) Weil ich so glücklich war. (Man merkt’s. Was für Drogen hatte ich da wieder genommen? Oh, richtig. Denak ez du balio. -Ich würde ja gern behaupten, heute, ein Jahr später, viel ruhiger und gelassener zu sein und wie ein Fels in der Brandung über allem zu stehen, aber andererseits, zu viel Begeisterungsfähigkeit hat noch keinem geschadet – und das Hypersein macht einfach zu viel Spaß.)

Ich gehe dann mal schlafen und schreibe morgen noch Satzverstehen und bin dann durch mit allen Klausuren. Bisher hat es unfassbar gut geklappt; ich bin fasziniert. Also werde ich mir wohl verzeihen können, selbst wenn Sentence Processing morgen in die Hose geht.

Ez Nau Izutzen / Here you go, this is my legacy.

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Immer, wenn ich denke, es geht nicht mehr überwältigender..

Ich höre zu viel dieses Album momentan. Ich kann nicht aufhören, es zu erforschen. Und ich bin bei Weitem nicht eloquent genug, um wiederzugeben.. wie.. es mich umhaut.

Ich habe keine Zeit. Ich glaube, ich erwähnte. Aber ich kann nicht anders und lande immer wieder bei den vor einer Weile aufgetriebenen Texten und Übersetzungen.

Diesmal ist es Ez nau izutzen. Das Lied, mein Lied, für wenn ich mal tot bin. Ich weiß nicht, wem ich es sonst sagen soll, daher hier. Ich hoffe, jemand liest sich den Schrott nach meinem Tod durch. Das würde ich mir wirklich sehr wünschen. Allein schon, damit sie dieses Lied finden. Und dann am besten sich hinsetzen und es durchgehen, Wort für Wort, und sich seinen Sinn zusammenreimen. That’s the dream. Dass ich jemandem so viel wert bin.

Dass ich jemandem Argiak schenken kann. Vielleicht sogar die Faszination mit der baskischen Sprache. Und als beste Voraussetzung dafür eben Ken Zazpi.

So ein Gefühl. Ganz und gar nicht in Worte zu fassen. Irgendwas ist doch verkehrt mit mir; der Durchschnittsmensch lässt sich von Musik und Text nicht dermaßen überwältigen.

Ez nau izutzen

Ez nau izutzen gaurik ilunenak,
ez nau beldurtzen erortzeak,
Ez nau larritzen neguak,
itzulgabeko bideak.

Jada ez nau ikaratzen ezerk.
Bakardade bortitzenak.
Berriro ez nau itoko
maite dudana uzteak, betiko!

Jada ez nau izutzen azken laztanak,
jada ez nau beldurtzen nekatzeak.
Jada ez nau larritzen azken arnasak,
eta orain betirako isiltzeak.

Garenak ere geroan
bizirik iraun baitu gugan.
Ez naiz guztiz itzaliko,
edukiko nauzu beti zugan.

Inoiz minak irensten bazaitu,
beti irriz oroitu nazazu.
Ez da hilko eusten nauen arrazoi bakarra,
ez da hilko maitasuna.

Haizearen soinuan,
izarretan,
biharko egunsentietan,
ta esan ezin diren gauza txikietan,
ta ahaztu ezin direnetan,
aurkituko nauzu,
aurkituko nauzu. 

Ez nau izutzen gaurik ilunenak
ez nau beldurtzen azken arnasak.
Inoiz minak irensten bazaitu,
beti irriz oroitu nazazu.
Ez da hilko eusten nauen arrazoi bakarra.
Ez da hilko maitasuna. Ez da hilko.
Ez da hilko.