Schlagwort-Archive: Kontrolle

Redepläne

Standard

Wenn ich hier so reingucke, sieht es schon wieder so aus, als würde mein halbes Leben von dieser Sache dominiert. Wird es eigentlich gar nicht, im Gegenteil. Noch nie habe ich mich so wunderbar in Kontrolle gefühlt – von mir selber, der ganzen Situation und überhaupt allem. Ich komme mir vor wie ein eigener, selbständig denkender, unabhängig von irgendwelchen Ängsten, Hirngespinsten, ungesunden Zuneigungen oder sonstigen emotionalen Verwirrungen handelnder Mensch. Das ist für mich etwas vollkommen Neues.
Tragisch eigentlich, aber ein unlaublich gutes Gefühl ist es.

Jedenfalls steht praktisch fest, dass wir reden werden. Momentan hat sich meine Facebook-Nachrichtensektion aufgehängt und ich komme beim besten Willen nicht mehr rein, aber da ich ja neuerdings so unfassbar souverän und erhaben bin, ertrage ich es sogar ohne Probleme, mitten in der Unterhaltung augenscheinlich den Löffel abgegeben zu haben. Soll sie denken, was sie will – ich kann ja nichts dafür.

Morgen gehe ich mein (schon wieder) kaputtes Headset umtauschen und dann steht einem Gespräch lediglich noch die Tatsache im Wege, dass sie nicht reden möchte, solange sie „nicht alleine zu Hause“ ist (mittlerweile hat sie sogar verstanden, dass es von Vorteil sein könnte, nicht unnötig mit irgendwelchen Namen und Informationen über den Verbleib oder die Machenschaften von gewissen Leuten um sich zu schmeißen), was auch sehr in meinem eigenen Interesse ist.

Morgen wird auch die Dosis der Cipralex-Tropfen verdoppelt, von zwei auf ganze vier Tropfen. Mal schauen, ob es dann schon anfängt, eine Wirkung zu zeigen. Janine hat mir gestern eröffnet, dass sie mit 10 die volle Dosis von 20mg zu schlucken bekommen hat, und das, obwohl laut der Packungsbeilage bei unter 18jährigen dieses Medikament aufs Höchste symptomverstärkend wirken kann und erwiesenermaßen zu Suizidgedanken und anderen schrecklichen Dingen führt; kein Wunder, dass sie mir gesagt hat, es hätte ihr überhaupt nicht geholfen.

Ich setze aber viel Hoffnung in die Tropfen; nachdem die Panikerscheinungen bisher eher schlimmer geworden sind und ich heute früh eine Dreiviertelstunde lang nur todesgeschlaucht im Bett lag, bis ich aufgestanden bin (und ein paar Minuten später wie eine Irre aus dem Bad gerannt kommen musste, weil ich den Wecker vergessen hatte auszustellen), freue ich mich noch mehr als vorher auf die Wirkung.

Jetzt gehe ich erstmal noch das Verb „izan“ (sein) zu Ende konjugieren lernen (ni naiz, zu zara, hura da, und die drei Pluralformen habe ich noch vor mir), dann bin ich auch für Baskisch morgen wieder halbwegs optimal vorbereitet. Heue Nachmittag war ich so müde, dass ich mich mehr schlecht als recht durch die knapp 200 fälligen Vokabeln gequält und mir vermutlich die gesamte Statistik versaut habe, aber nach einer Woche wie der vergangenen ist mir das Schleifenlassen meiner täglichen Vokabelpflichten doch hoffentlich zu verzeihen. Dafür habe ich alle anderen anfallenden Arbeiten (Redacción – ein Bewerbungsschreiben – und Phonologie II – eine benotete Übung) weit vor Ablauf der Deadlines erledigt. Einen Applaus bitte.

Dann wollen wir doch mal sehen, was diese Woche noch so alles bringt.
Hauptsache nicht das, was ich gerade befürchte, nämlich eine schreckliche Mandelentzündung. Alles, nur das nicht, bitte.

Handygeschichten – Ein Stück mehr Zivilisation

Standard

kam gestern zu mir in den Briefkasten: Endlich wieder eine funktionierende Handykarte! Ich habe mir nun eine SIM Card mit DiscoPLUS Friends-Tarif zugelegt – http://www.discoplus.de/tariffs – was mir eine sehr gute Wahl erscheint.  Darauf gekommen bin ich indirekt durch Anna, die letztens beim Treffen 7 von ihrem Tarif erzählt hatte, woraufhin Caro und Sahin beschlossen, sich ebenfalls eine dieser Karten zu kaufen. Untereinander telefoniert man umsonst, was natürlich sehr praktisch ist – zur Not kann ich jetzt immer, wenn was ist, mit meiner Hälfte das Ritual per Handy machen 🙂

Dann stellte sich zwar heraus, dass Anna gar nicht genau diesen Anbieter hat, sondern doch noch etwas Anderes – Sahin hat nach Erhalt seiner Karte gleich mal getestet, ob es wirklich nichts kostet, wenn er Anna anruft, aber anscheinend wurde doch etwas abgezogen. Aber wenn Caro erstmal ihre verbleibenden 3 Euro von ihrer alten Karte wegtelefoniert hat, können wenigstens wir drei das praktische Angebot nutzen. Am Einfachsten wäre es wirklich, die ganze Welt zu discoPLUS zu missionieren – nur bezweifele ich, dass die in dem Fall ihr „zu-allen-discoPLUS-Nutzern-umsonst-telefonieren“ aufrecht erhalten könnten/würden.

Ich habe nur darauf geachtet, sofort meine Einstellung in der Hinsicht zu verändern, dass mir nicht automatisch bei niedrigem Prepaidkontostand die voreingestellten 15 Euro abgezogen werden – ist zwar äußerst praktisch, aber ich glaube, damit warte ich, bis mein Gehalt ein wenig regelmäßigere und vor allem quantitativ höhere Formen annimmt.

Übrigens bin ich sehr froh, dass sich die dramatische Geschichte von gestern so entwickelt hat, wie es der Fall war, sonst hätte ich vorhin keine Möglichkeit gehabt, die beiden ergänzenden Zeilen zum TTT, die ich Sahin letztens geschickt hatte, einmal mit dem Keyboard aufzunehmen und ihm als Orientierungshife zu Dropbox zu stellen.
Und zwar ging es ja darum, dass mein lieber Vater heute nach Kopenhagen auf Geschäftsreise fährt und meine Mutter aus verständlichen Gründen beschlossen hat, ihn dorthin zu begleiten. (Zusammen mit noch einem Kollegen von ihm, was für eine Eskorte!) Und da er natürlich auch seine alte Abteilung in Hoje Taastrup besuchen wird, wollte sie ihm gerne mein AG mitgeben, um mal zu hören, was er mit gewissen Menschen, denen er zwangsweise begegnen wird, so redet. Es war ursprünglich sogar meine eigene Idee, weil sie mich gefragt hatte, ob ich irgendwelche Vorschläge hätte, was sie ihm auftragen sollte zu sagen (oder nicht zu sagen). Meine einzige Bedingung war, dass ich es auch hören dürfte. Worauf sie nicht sehr einsichtig reagierte, um es vorsichtig auszudrücken. Woraufhin ich halb austickte und ihr erklärte, dass wir es entweder beide zu hören bekommen würden oder keiner von uns.

Mitten in der Nacht überlegte ich dann aber, dass die Wahrscheinlichkeit, an die Aufnahme zu kommen, doch wesentlich höher wäre, wenn ich ihr mein Gerät doch zur Verfügung stelle, als wenn sie es nichtmal mitnehmen würde. Also schrieb ich eine kleine Notiz und legte es ihr in den Gang, aber heute früh, als ich runterkam, lag vor meiner Treppe ein Zettel, dass es sehr lieb von mir wäre, aber sie es doch noch ein (drei-viermal unterstrichen) Mal mit Vertrauen versuchen würde.

Face-palm, sag ich da nur. Wie kann man so dumm sein? Und noch ein Mal und noch ein Mal und noch ein Mal? Und ich hätte die komische Frau so gerne gehört! Sowas Dummes. Aber dafür lag das AG bei mir auf dem Schreibtisch und ich konnte wie gesagt die beiden neuen Zeilen des TTT damit aufnehmen. So hat alles seine guten und schlechten Seiten.