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Berri bikainak – Pt. 2

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Vor etwas mehr als zwanzig Jahren ist es zuletzt passiert, heute erneut: Ich habe ein Klavier bekommen. R’s Eltern haben ihr Versprechen wahrgemacht und nun steht es hier, das gute Stück, auf dem R seinerzeit schon gespielt hat, als er noch grün hinter den Ohren war. Grüner. Man lernt ja nie aus.

Ich habe geduldig bis Ende der Mittagszeit gewartet und dann eine Stunde lang die Nachbarn terrorisiert. Es ist wahrlich keine Freude, sich an diesen Anschlag zu gewöhnen. Außerdem stehen die Tasten schräg. Warum auch immer. Aber es ist ein Klavier, und in nicht allzu ferner Zukunft werde ich zum einen die neuen Anschlaggegebenheiten verinnerlicht und mich zum anderen (hoffentlich) damit abgefunden haben, dass das ganze Haus an meinen diversen Fehlversuchen und Eskapaden unmittelbar teilhat.

Die zweite hervorragende Nachricht, wenn auch mit bitterem Beigeschmack, ist bereits sechs Tage alt und lautet wie folgt (wer hätte es erwartet bei der Überschrift – vermutlich niemand, denn das setzt voraus, dass jemand sich an das Äquivalent von Oktober 2013 erinnert und die passende Verbindung herstellt): Berri-Txarrak-Konzert. Mit Becci. In Karlsruhe. Letzten Mittwoch.

Es wird das letzte Mal gewesen sein, dass ich sie sehe, denn es ist ihre letzte Tour. Aber es war grandios, in einer winzigen Location, wo ich praktisch ohne eigenes Zutun in die zweite Reihe gespült wurde und dort inmitten von Exil-Basken meinen adrenalininduzierten Abrast-Tätigkeiten nachgehen konnte. Entsprechend eingeschränkt war noch drei Tage darauf meine Bewegungsfähigkeit. Es muss das Alter sein oder (Wolfgangs Kommentar) die mangelnde Übung. Auch meine Ohren waren noch Tage später nur eingeschränkt funktionsfähig, sodass ich schon davon ausging, einen bleibenden Schaden davongetragen zu haben – es war unmenschlich laut. Aber gut. Und mittlerweile geht es auch meinem Gehör wieder wunderbar – Glück gehabt.

Sogar die Vorband war großartig. Es war eine lokale Band namens Quota. Sie waren so gut, dass ich, nachdem ich im Anschluss ans Konzert mit der förmlich leergesaugten Wasserflasche in Richtung Waschbecken gewankt war, um diese aufzufüllen, meiner immensen Schüchternheit zum Trotz bei ihnen stehenblieb (man musste sowieso an ihnen vorbei, um zu den Klos zu gelangen, und sie standen da ganz einsam herum) und ihnen verkündete, dass ihre Show mir gut gefallen hatte. Sie haben sich gefreut und mir einen Sticker geschenkt. An dem Merch-Stand von Berri musste ich mich ebenfalls vorbeiquetschen und fühlte mich da schon wieder unwahrscheinlich überfordert. Eigentlich hätte ich gern mit der ganzen dort herumlaufenden Szene geredet – ich fühlte mich so zugehörig, so viel Euskera und Spanisch hörte man überall – aber genau das war das Problem, ich wusste einfach nicht, welche Sprache ich verwenden sollte. Ich muss einfach immer alles zerdenken, und das verbaut mir alles. Komplett bedeppert.

Jedenfalls war ich mehr als froh, diese Gelegenheit noch gehabt zu haben – Berri Txarrak noch einmal zu sehen und dazu noch Becci mitzunehmen – und die Setlist war episch, episch. Deshalb war ich nachher auch so kaputt. Bueltatzen. Sie haben Bueltatzen gespielt. Becci und ich konnten zusammen Bueltatzen live hören. Naja, zusammen – ich war zu dem Zeitpunkt irgendwie mitten im Getümmel, ganz vorne, genau mittig. Zwischen mir und der nur geringfügig erhöhten Bühne kauerte sich die Fotografin am Boden zusammen, wohl wissend, dass dies nicht der Zeitpunkt war, um sich der Gruppe fanatisch pogender Basken – und mir – mit einer Kamera vor der Nase entgegenzustellen. Bueltatzen. Bueltatzen live hören und sterben.

Nun ist R schon zu Hause – ein Hoch auf seine vorverschobenen Arbeitszeiten – und hat seinerseits das Klavier am neuen Standort eingeweiht. Er ist zufrieden – ich bin es auch – ein guter Tag, auch wenn mein Auftrag heute unter der Ankunft des Klaviers gelitten hat und ich bis Donnerstag noch einiges an Arbeit vor mir habe. Aber das war es wert – absolut.

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Borondate, borondate, zure zain nago oraindik.

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Wieso um Himmels Willen erschließt sich mir erst jetzt die vollständige Awesomeness von setlist.fm?

Wie konnte das passieren? Ich lebe doch nicht erst seit gestern, und – noch schlimmer – habe schon häufiger auf die Seite zurückgegriffen, aber… erst gestern kam ich darauf, mir einen Account dort zu machen und alle gesammelten Bands und Konzerte, die ich je besucht habe, darin aufzulisten.

Es sind nicht wirklich alle. Erstens hat mein Gedächtnis erschreckende Lücken, die da nicht sein sollten. Zweitens habe ich zwar etliche Termine, die noch nicht aufgeführt waren, vervollständigen können. Drittens kann ich aber nur neue Termine hinzufügen, deren genaues Datum ich auch kenne. Und viertens ist es zwar cool, dass ich mal im Sommer 2009 Estopa am Stadtstrand von Málaga gesehen habe, aber den Interpreten dafür extra zu importieren ist mir dann doch zu aufwändig. Plus, ich bin mir relativ sicher, dass setlist.fm die Malagueta nicht als Location durchgehen lässt.

Es war trotzdem, verteilt über den gestrigen und den heutigen Nachmittag, eine wunderbare Reise durch mein Konzertuniversum. Nicht nur fallen einem auf einmal die lustigsten Zufälle auf, was die Daten betrifft (niemals hätte ich herausgefunden, dass mein zweites The-Used-Konzert genau wie das zwei Jahre später stattgefundene Rise-Against-Konzert (beide in Frankfurt!) am 16.11. war, was wiederum Roberts Geburtstag ist, was mir wiederum eigentlich egal sein kann, da ich mit Robert nichts mehr zu tun habe und es awkward genug war, ihm neulich mit Becci beim Frank-Turner-Konzert in Wiesbaden nicht nur über den Weg zu laufen, sondern ihn und seine Freundin praktisch das gesamte Konzert über auch nicht mehr loszuwerden. Trotzdem. Es wäre mir auf ewig entgangen.

Mein Gewissen killt mich. Wir haben inzwischen zwar unser Visum für Indien beantragt und ich habe gestern über den Tag verteilt ganz viel mit Sarah und Susmita geschrieben, um alles Mögliche abzuklären, aber abgesehen davon schiebe ich alles, alles vor mir her und bekomme mich auf Teufel komm raus nicht dazu bewegt. Heute habe ich es immerhin über mich gebracht, zu duschen und mich anzuziehen. Richtig schön, mit Desigual-Oberteil und passendem Lippenstift. Zum Rausgehen hat es dann allerdings nicht mehr gereicht, da ich mir kurz vor knapp eingeredet habe, die Medis könnte ich auch morgen holen, wenn ich den ganzen Rest erledige. (Der ganze Rest = Finanzamt, Katzenfutter.) Hoffentlich ist das Rezept nicht schon wieder abgelaufen.

Ich war neulich wirklich unten, als ich mir das Medis-Holen zum ersten Mal vorgenommen hatte. Leider musste ich (nicht zum ersten Mal) feststellen, dass die Apotheken hier im Kaff sage und schreibe zwei Stunden Mittagspause machen und ich um halb zwei Uhr mittags bei allen dreien davon vor verschlossenen Türen stehe. Dass die sich auch noch aufeinander abgestimmt haben, es ist zum Mäusemelken. So fuhr ich unverrichteter Dinge wieder hoch und freute mich dennoch, weil ich immerhin auf dem Weg eine Ladung Altglas weggebracht hatte und der dafür vorgesehene Eimer somit nur noch anderthalbmal geleert werden muss, bis nichts mehr übrig ist.

Heute habe ich, um dem schlechten Gewissen wenigstens irgendetwas entgegenzusetzen, zweiundzwanzig Unbabel-Jobs bearbeitet (schlägt sich gleich angenehm auf der Verdienstanzeige wieder, wenn man nicht alle zwei Minuten auf die Uhr guckt und nach einer Viertelstunde entscheidet, dass man es nicht länger aushält) sowie zwei Maschinen Wäsche gewaschen (und bislang eine Ladung davon durch den Trockner gejagt). Gestern bestand meine selbstgewählte sinnvolle Aufgabe darin, das Frank-Konzert auseinanderzupflücken, um die Aufnahmen bald Becci und Cornelia zukommen lassen zu können. Ich komme bald nicht mehr darauf klar, wie sehr ich mich selbst für das Prokrastinieren verabscheue. Wahrscheinlich gehe ich daran eher kaputt, als mich die tatsächlichen Folgen meiner Prokrastination überhaupt einholen können.

R sagte gestern zu mir, ich solle mich nicht so verrückt machen. „Du tust was. Und ob du es nun zwei oder acht Stunden am Tag machst, ist völlig egal.“ Unbändige Erleichterung ob dieser Zusicherung mischte sich in dem Moment mit den Protestschreien meines Gewissens sowie dem Bewusstsein, dass ich in den vergangenen Tagen nicht einmal eine einzige Stunde lang Geld verdient hatte.

Ich muss einfach irgendwie aus dieser Lähmung raus. Ich brauche von irgendwoher die Willenskraft. Wo kann ich Willenskraft bestellen?

Like vampires from a thousand burning suns

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17.11. Jahrestag meines dritten Billy-Talent-Konzerts. Aber ich bekomme das Jahr nicht mehr zusammen. 09? 10? War es im gleichen Jahr wie die erste Green-Day-Welle? Oder eben doch das Jahr drauf? Ich komm nicht mehr drauf, das macht mir Angst. Alles verschwimmt, ich bin alt geworden.

Ich bin mir nicht sicher. Die von R so betitelte Mid-Twenties-Krise hat dieses Jahr zugeschlagen, und ich bin dafür relativ dankbar, denn immerhin kann ich mich so schonmal darauf vorbereiten, was mich in der Mitte des Lebens wahrscheinlich erneut überfällt. Wobei ich in dem Sinne auch glücklich sein kann, dass Krisen für mich kein völliges Neuland sind. Ich glaube, wenn man mit psychischer Instabilität zu tun hat, verbringt man das Leben in einem nicht endenden Zyklus aus Hochphasen, Krisen und Aufräumaktionen. Permanentes Hinterfragen bestehender Beziehungen, die Suche nach dem Sinn und, noch wichtiger, der eigenen Identität und das immer wieder aufwallende Bedürfnis nach Veränderung in der Hoffnung auf Selbsterfüllung sind doch alles zentrale Themen der Midlife-Crisis, wenn ich das richtig durchblicke.

Einig können wir uns jedenfalls darüber sein, dass die Zeit fliegt. Ich habe mir meinen kleinen Acht-Wochenstunden-Arbeitsalltag zurechtgefriemelt und mich darin häuslich eingerichtet, was kein Dauerzustand sein soll und auch keiner sein kann, da mir meine erste Schülerin bereits im Januar wieder abhanden kommt und meine zweite im Mai, wenn sie ihr Abi macht. Und, wie ich neulich schon zynisch feststellte, wohl auch, wenn sie es nicht schafft.

Aber ich laufe trotzdem Gefahr, mich auf diesen leicht verdienten Lorbeeren auszuruhen. Solange ich eingeschrieben bin, reichen mir die 750€ im Monat zum Leben, mehr als genug ist das, wenn man bedenkt, dass ich meinen Eltern noch immer keine Miete zahlen muss. Ich habe mich für dieses Fernseminar angemeldet, um eine Qualifikation als Lerntherapeutin zu erlangen, aber erhalte meine Materialien erst, wenn ich das Geld überweise. Und dann dauert es noch ein Jahr. Dann bin ich fertig und es sollte wirklich mal losgehen.

R kam nach einem knappen Monat des Dialogens frustriert ohne Ende nach Hause, statt die geplanten drei Monate durchzuziehen. Ich hatte die ersten drei Wochen gebraucht, um auf seine Abwesenheit (beziehungsweise mein damit verbundenes Alleinesein) irgendwie klarzukommen, und mir, als ich soweit war, dass ich wieder handeln konnte, alles Mögliche an Besuch eingeladen – Becci und JO waren hier, dann kam Barbara aus Bielefeld zurück zum Semesteranfang und musste hier wohnen, bis sie ihre frisch renovierte Wohnung vom gröbsten Chaos befreit hatte, und Becci kam gleich nochmal, weil wir noch einmal dieses Jahr einen Flohmarktstand machen wollten. Und im Zuge dieser letzten Fuhren an Besuch, am Tag nach Beccis und meinem Flohmarkt, kam dann R wieder. Ich war fast ein bisschen enttäuscht, dass mir die Chance, mein eigenes Leben neu zu erlernen, auf diese Weise verwehrt blieb. Und wie R so ist, brachte er nicht gerade die reine Freude mit ins Haus, sondern verpestete alles mit seiner Grottenlaune. Es war anstrengend.

Aber es wurde auch sehr schnell wieder besser. Er hat sich dann erstmal beim Amt gemeldet, aber gleich nach neuen Jobs gesucht und jetzt auch direkt wieder etwas bekommen. Nun fährt er jeden Tag eine Stunde mit dem Rad zur Arbeit und wieder zurück, teilweise zu den abstrusesten Zeiten. Schichtarbeit halt. Seine restliche Zeit verbringt er mit der Vorbereitung auf das in der Ferne hoffnungverbreitend schimmernde Informatikstudium. Und selbstredend beschäftigt ihn das alles so sehr, dass sich weiterhin die Welt um ihn drehen muss. Aber ich hole ihn da raus. Ganz graduell, ich bin schon unfassbar weit gekommen bisher, und es wird der Zeitpunkt kommen, an dem er aus eigenem Antrieb seine Aufmerksamkeit auf Details richtet, die mir wichtig sind und ihn nicht direkt betreffen. Dauert noch eine Weile, aber ich werde das schaffen. Die Therapeutin, zu der ich jetzt gehe, wird mir auch dabei helfen. Sie hatt genau anderthalb Sitzungen zu der Erkenntnis gebraucht, dass ich zwar das Bedürfnis, nicht jedoch die Fähigkeit dazu habe, mich auch mal in den Vordergrund zu stellen.

So arbeitet man also an sich. In einer Stunde fahre ich los zu Sophi, auf meinem frisch motorisierten Fahrrad, mit dem ich selbst die schlimmsten Berge (aka Sophis Berg und den Weg zur Therapeutin) ohne größere Probleme hochkomme.

Norabiderik gabe

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Dieser Tag hat Fragen über Fragen aufgeworfen. Wie stelle ich eine Rechnung aus? Wie mache ich jetzt überhaupt weiter? Wie bringe ich mich am effektivsten und schmerzfreisten um?

Zumindest zum letzten Punkt habe ich nach oberflächlicher Recherche ein bisschen meine Vorstellung konkretisieren können (Helium scheint eine ganz gute Wahl zu sein; da muss ich mich wohl beeilen, ich meine mal gehört zu haben, dass die Bestände schon ziemlich rapide schwinden). Die wichtigere Erkenntnis war aber vermutlich die, dass ich mich eventuell um einen Therapieplatz bemühen sollte. Das tut man bei wiederholt auftretenden Suizidwünschen, schätze ich.

Davon abgesehen, dass mir mitten im Tim-Vantol-Konzert plötzlich klarwurde, dass ich es vielleicht nicht mehr allzulange mache, hatte ich ein großartiges Wochenende mit Becci und JO. Das Konzert war wesentlich besser, als ich erwartet hatte (und ich hätte mir wahrscheinlich sogar das Album von der Vorband gekauft bei ihnen am Merch-Stand, hätte nicht die Überlegung, dass es sinnfrei wäre, sich in Bälde selbst zu beseitigen und davor munter weiter Besitztümer anzuhäufen, mir ein anderes Vorgehen diktiert). Der Hausflohmarkt, den wir davor besucht haben, war ganz ergiebig: vier weinrote Kerzen für mein Wohnzimmer, ein indisch anmutender Bezug für das kleine Sofakissen (so konnte es nach bestimmt zwanzig Jahren seinen Stammbezug mal zum Lüften und Ausschütteln verlassen, du kannst dir die Daunenwolke gar nicht vorstellen), zwei Bücher (eins von Isabel Allende, das JO mir empfahl, und Marian Keyes‘ „This Charming Man“, um meine Sammlung zu vervollständigen). Und eventuell Aussicht auf einen Menschen zum Baskischüben. Becci hat Schuhe gefunden. Es war schön.

R rief mich eben an. Da R ein sehr guter Mensch ist, hat er durch ebenso gutes Zureden bewirkt, dass meine Annahme, mein Weg auf Erden würde frühzeitig in einer Tüte mit Mickeymausgas sein Ende finden, einem etwas gemäßigteren Gefühl von Leere und Kopfschmerzen gewichen ist. Ich bin es nicht gewohnt, mit Attacken dieser Art bei ihm anzukommen, und habe von seinen Beruhigungskünsten bisher nicht oft Gebrauch gemacht. Dumm von mir; er hat’s wirklich drauf.

Kopfschmerzen.

Dahlien und frühes Gemüse

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Alles ist gut, zumindest für den Moment. R hat wenig Zeit zu reden, aber das ist in Ordnung. Ich könnte seine Prioritäten hinterfragen, es aber genausogut einfach sein lassen und mich daran erinnern, dass bei ihm auch ein bisschen mehr los ist als bei mir.

Jetzt gerade aber ist auch bei mir mal wieder Leben in der Bude. Becci und JO sind da; wir gehen auf einen ziemlich vielversprechenden Hausflohmarkt morgen, dessen Betreiberin bei Facebook einen baskischen Namen hat, und am Abend auf das Konzert von Beccis Liebling Tim Vantol, weswegen dieser ganze Auflauf hier überhaupt stattfindet. Ich freue mich fast mehr auf den Flohmarkt, weil ich von Tim Vantol keine Ahnung habe, aber er hat Becci damals aus dem Nichts überfallen und ich spekuliere darauf, dass er mit mir das Gleiche tut.

Es hat seit zwei Tagen nicht mehr geregnet und ich habe so viel gebacken bekommen wie in der Woche davor zusammen nicht. Warum nur funktioniere ich bloß auf Licht- und optimal Wärmebasis.

Auf dem Rückweg von Sophi bin ich an Hunderten Metern Dahlien entlang zur Brücke spaziert und habe mir die (voluminöse!) Manteltasche bis an den Rand mit den vertrockneten Blüten gefüllt, welche die Samen enthalten. Es war ein Fest und mein Balkon wird nächstes Jahr so prächtig wie noch nie. Außerdem möchte ich Becci welche davon zu Weihnachten schenken, dann kann sie auch im Februar schon mit der Anzucht beginnen und hat den ganzen Sommer und Herbst an dieser Augenweide Anteil. Soweit zumindest der Plan.

Gut. Ich sollte schlafen; in der Früh wird mich (und die anderen beiden) die Gemüsekiste wieder einmal aus dem Schlaf reißen. Vermutlich pünktlich wie eh und je um 8.51 Uhr. Was ist denn das bitte für eine Uhrzeit. Die Guten wundern sich hoffentlich nicht, dass sie mich bislang ausschließlich im Schlafanzug erlebt haben.

Werbung mit Vorsicht

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Ich glaube, ich habe damals nicht sonderlich viel darüber gesagt (if anything) – das habe ich auch jetzt nicht vor, aber da Becci mir dieses hervorragende Konzert geschickt hat, ergreife ich einfach nun die Gelegenheit beim Schopf und erzähle dir, dass Glen Hansard ein grandioser Musiker ist und außerdem ein durch und durch sympathischer Mensch.

Im Zuge dieses Eintrages habe ich trotzdem nochmal ein bisschen recherchieren müssen. Nicht um herauszufinden, dass Glen toll ist. Das wusste ich auch vorher schon. Aber seit dem Konzert letzten Sommer habe ich immer ein ganz leicht unwohles Gefühl, wenn ich an gewisse Aspekte seiner Auftritte denke. Ich bin nicht der toleranteste Mensch unter der Sonne, wie du vermutlich bereits gemerkt hast, und als während des Konzertes mehrere Anzeichen dafür sprachen, dass ich da einfach mal einen hart religiösen Menschen vor mir habe, fand ich das über alle Maßen bedauernswert. Wie es aber aussieht (Ergebnis meiner Recherchen), ist er, wenngleich gläubig, zumindest seinem katholischen Elternhaus nicht als Fundamentalist entsprungen, vielmehr fand er von vornherein in dieser Religion nicht seine „Antworten“ und konvertierte später zu Hare Krishna. Nicht gerade die Quelle der Weisheit, aber immer noch sympathischer als ein festgefahrener Katholik. Allgemein scheint es ihm überaus wichtig zu sein, Andersdenkenden mit Offenheit entgegenzutreten. Und ehrlich – da kann ich ihm nichts mehr vorwerfen, immerhin legt er damit mehr Offenheit an den Tag als ich mit meiner fest verwurzelten, unverrückbaren Verachtung aller Religion.

Was bei dem Hintergrund allerdings das Missionslogo mit der Aufschrift „Save a Soul“ beim Konzert sollte, frage ich mich nach wie vor. Es ist schon schade. Ich hatte ihn immer so sehr respektiert.

Headed for… something.

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Es geht vorwärts. Ich bin nicht ganz sicher, welchem Ziel oder Ereignis oder Zustand oder Ergebnis entgegen, aber ich bin am Leben und es passieren Dinge. Zumindest einige, wenige, kleine.

Ich war noch nicht in der Uni diese Woche, womit sich die dieswöchige Anzahl geschwänzter Kurse nunmehr auf 4 beläuft. Heute Abend gehe ich hin, ich muss hingehen. Nicht nur, weil ich den Griese-Kurs bereits einmal geschwänzt habe und sie eine der wenigen auf Anwesenheit jedes Einzelnen bedachten Lehrkräfte ist, sondern weil ich es mir nicht durchgehen lassen kann, diesen Grad an Verlotterung. Selbst vor den Kommilitoninnen habe ich mich mit der Ausrede post-konzertaler Erkältung aus der Erklärungsnot gewunden; ein Durchhänger dieser Sorte hat auf dieser Stufe nicht mehr vorzukommen, im BA vielleicht, ja, ganz sicher sogar, aber wie immer kommt diese gefährliche Absenkung meiner Hemmschwelle mit ein paar Jahren Verspätung.

Was ich dafür geschafft habe, vorgestern und gestern und heute, ist Räum- und Einzugsarbeit. Ich würde sagen, ich bin fast soweit, den Kleiderschrank mit R zusammen ins rosa Zimmer umsiedeln zu können. Das Büro unter dem Hochbett nimmt Gestalt an und alle dazugehörigen Möbel sind, as of now, an ihren angedachten Stellen zu finden. Fehlen noch die langen Regalbretter, für die ich R’s Hilfe brauche, dann kann dieser Teil der Wohnung als fertig betrachtet werden. Fertig. Oh herrliche Vorstellung.

Gestern Nachmittag rief mich R an, um mich zu bitten, ihm einen Briefumschlag rauszulegen, bevor ich zum Foodsharing-Plenum fahre (von solchen Dimensionen ist das Chaos hier, dass ich den alleinigen Überblick über Teile der Wohnung habe und solche Maßnahmen nötig sind, um R elendige Suchaktionen zu ersparen) – er hatte eine wichtige Sache zu bearbeiten in Verbindung mit dem dummdreisten Miethai aus München, der ihm aktuell wieder den Kampf angesagt hat (The Murat Returns). Jedenfalls fragte er mich bei der Gelegenheit noch nach meinem Befinden, woraufhin ich ehrlich antwortete, dass mir meine Lethargie auf den Sack gehe, und aus irgendeinem Grund half mir das, nachdem ich aufgelegt hatte, mich zum Erledigen einiger zuvor undenkbarer Sachen zu bewegen. In den verbleibenden zwei Stunden, bevor ich losmusste, habe ich geduscht, mich fertig angezogen, das Katzenklo gereinigt, Wohnzimmermöbel umgestellt, zwei Bilder aufgehängt, Deko umdekoriert, zwei Absätze für den heutigen Griese-Kurs übersetzt, mein Zeug auf R’s Computer sortiert und den Inhalt eines gesamten Kurses von Moodle heruntergeladen, während ich den gesamten Tag davor nicht in der Lage gewesen war, über ein wenig Referatsrecherche hinaus irgendetwas zu tun.

Dann war ich beim Foodsharing-Plenum, was irgendwie nur semi-cool war, aber natürlich trotzdem notwendig und vor allem besser, als wäre ich nicht hingegangen. Zurück zu Hause saß ich mit R auf dem Sofa herum und er fragte mich, wie es mit meinen Medis aussähe, woraufhin ich aus dem Nichts anfing zu heulen und ihm erklärte, dass ich es seit Wochen nicht schaffe, den Psychiater anzurufen. Er bot daraufhin an, ihn für mich anzurufen. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, aber ich fand es sehr lieb. Es mag sich abstrus anhören, aber nach der gefühlten Ewigkeit der letzten paar Wochen, die meine Gefühlswelt von diesem zu dicken Filter aus Gleichgültigkeit ummantelt war, hat mich diese vielleicht einstündige spontane Attacke roher Verzweiflung gestern Abend fast schon erleichtert. Immerhin mal wieder direkter Zugang zu einer Emotion irgendeiner Art. Wahrscheinlich bin ich aus dem gleichen Grund auf dem Konzert am Sonntag so wunderbar durchgedreht. Da war der Filter auch weg. Konzerte erreichen immer die Seele. So wie ADTR damals am 29.10.11, dieses absurdeste Konzert meines Lebens.

Becci hat beschlossen, dass wir im Mai nächsten Jahres ADTR zusammen besuchen werden; sie spielen in Offenbach und wir hatten schon länger überlegt, hinzugehen. Ich hatte ihr gesagt, ich würde mich nach ihr richten; ich habe kein wirklich starkes Bedürfnis, sie nochmal zu sehen, würde aber selbstredend mitkommen. Nach eingehendem Studium von Homesick und What Seperates Me From You ist Becci nun also offenbar überzeugt, dass man sich diese Band durchaus mal gegeben haben sollte. Ich bin froh darüber und freue mich irgendwie doch, A Day to Remember mal unter Umständen spielen zu hören, unter denen ihr Name nicht so entsetzlich wörtlich zu nehmen ist.

Biharra ez da existen…

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eta ala ere ziur gaude gaurkoa ez dela amesten genuenaren antzekoa.

Zu lange nicht gehört gehabt, Denak ez du balio.

Außer mit Musikhören habe ich den Tag damit verbracht, der nicht enden wollenden Anti-Ordnung in meinem Haushalt irgendwie beseitigenderweise hinterherzuhecheln. Mama kam am Freitag mit einer weiteren Wagenladung meiner ehemals im elterlichen Keller gelagerten Besitztümer an, darunter eine Kiste voll mit alten Schulzetteln und Klausuren, um deren Sortierung ich mich heute vorwiegend gekümmert habe. Sehr viel davon ist nach Jahren des unnötigen Aufbewahrtwerdens nun tatsächlich endlich im Müll gelandet; einseitig freie Blätter wurden zu einem Bogglepapierstapel monströser Ausmaße zusammengeschichtet und die Klausuren sowie einige ganz bemerkenswerte Erinnerungsstücke habe ich dann doch behalten. Die Küchenablage, auf der dieser Prozess vonstattenging, ist nach wie vor in Papiere gehüllt; das endgültige Wegsortieren mancher Stapel gestaltet sich schwierig, solang die Bürosachen in Schlaf- und rosa Zimmer noch nicht richtig strukturiert sind und überhaupt das rosa Zimmer in diesem unzimmerwürdigen Zustand sich befindet.

Ich bin nicht so weit, wie ich gerne wäre. Mein Referat für den 14. dieses Monats habe ich nichtmal angefangen zu machen, mich nichtmal ins Thema eingelesen. Gleichzeitig habe ich mich heute wirklich mal angestrengt, nicht auf der faulen, lethargischen Haut zu sitzen, soweit diese Bemühungen bei zwei geschwänzten Unikursen heute überhaupt zählen. Beim Auf- und Abhängen der Wäsche ergibt sich übrigens das gleiche Problem; ich habe zwar am Freitag drei Maschinen gewaschen, kann aber mein Zeug nicht gescheit wegsortieren, solang mein Kleiderschrank nicht an seiner endgültigen Position angekommen ist. Dafür wiederum muss das rosa Zimmer zumindest an der Stelle, wo jetzt der Schrank hinsoll, von den gerümpelartig herumliegenden Gegenständen befreit werden. Dafür wäre es natürlich ideal, das Regal über dem Schreibtisch schon an der Wand zu befestigen, aber das schaffe ich nicht alleine, muss also R zum Aufhängen einspannen, was schwierig ist, weil der entweder sich abends auf Sitzungen herumtreibt oder vom Arbeiten so fertig ist, dass ich es nicht schaffe, ihn nach der Hochbettaktion um noch mehr Heimwerkerarbeitsmithilfe zu bitten.

Nebenbei: Da stand ich gestern in Frankfurt auf dem Billy-Talent-Konzert und mir wurde schlagartig bewusst, dass ich die Band zum ersten Mal vor mehr als neuneinhalb Jahren gesehen hatte. Es war merkwürdig. Aber ein grandioser Abend. Mein ganzer Körper leidet noch unter den unvermeidbaren Nachwirkungen von anderthalb Stunden durchgehendem Headbangen und Springen. Ich fühlte mich in die Zeiten zurückversetzt, in denen ich ein gutes Konzert genau danach beurteilte, wie taub anschließend meine Ohren und wie kaputt meine Gliedmaßen waren, wie sehr meine Schuhe klebten, wie sehr ich nach Rauch und Bier stank. Es ist gar nicht mal so lange her, dass ich überhaupt Konzerte zu besuchen anfing, auf denen es nicht die Regel ist, zwischen halbnackten, massigen, muskulösen pogenden Männern eingequetscht zu sein. Gestern waren keine solchen Zeitgenossen um uns herum zugegen, leider. Wir waren zu weit hinten, auf der Höhe der Soundinsel, und mein hyperaktives Konzertverhalten war bei weitem das bewegteste in meinem direkten Umfeld, was unter Anderem zur Folge hatte, dass ich mir an der Schulter eines dieser menschlichen Felsen vor mir halb den Kiefer gebrochen habe und andauernd paranoid war, jemandem auf die Füße zu springen. Aber ganz ehrlich, WTF, wie könnt ihr ruhig da herumstehen bei einer Band von Billy Talents Genialität, die euch vielleicht wie mich seit länger als einem Jahrzehnt das Leben mit hochwertigen musikalischen Momenten füllt und live so gut ist, dass man nicht anders können sollte als vollkommen durchdrehen. Selbst wenn sie mittlerweile nicht mehr die hochkarätigen Setlists aufstellen können wie am Anfang ihrer Karriere (welchen ich ja streng genommen auch nicht ganz mitbekommen habe, dafür aber verlässlich ab dem zweiten Album habe mitverfolgen können), weil einfach nur noch Zeit für die ganz großen Hitsingles bleibt. Wie das nunmal so ist, bedauernswerterweise – ich bezweifele fast, dass ich Juwelen wie The Navy Song, Nothing to Lose, Pins & Needles, The Ex, The Dead Can’t Testify oder Worker Bees noch einmal live zu hören bekomme. Aber das sind alles vergangene, leuchtende Momente, deren Erinnerung umso wertvoller ist im Angesicht ihrer heutigen Rarität.

Ich sollte mich um mein Referat kümmern.

Muss ich mit der Hand durch den Horizont?

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..sagte ich heute Vormittag im Schlaf, während ich mich im Gemeinschaftsraum der Linguistik noch für ein paar Minuten auf dem Sofa langstreckte und Schlaf tankte, um in Syntax nicht das Bewusstsein zu verlieren.

Ich bin nämlich wieder da. Das war schön. Anstrengend und schön und das beste Rise Against-Konzert, das ich bisher das Vergnügen hatte zu erleben. Unfassbar grandiose Setlist. Meine Güte, was sie alles gespielt haben, ich komm‘ kaum darauf klar. Alive and Well. Last Chance Blueprint. Behind Closed Doors. Hero of War, Swing Life Away und das neue Akustische, People Live Here. Hintereinander.

Und es war toll, mit den Anderen dazusein. Janine, Becci und Robert, und dazu Beccis Schwester Cornelia und Roberts Kumpel Jan, der irgendwie kaum ein Wort mit uns geredet hat, was schade war, denn er wirkte eigentlich ziemlich sympathisch. Aber allein von Robert glückselig angestarrt zu werden, als Give It All kam – und ihn glückselig zurück anzustarren – war diese ganze Reise wert. Inklusive das nächtliche Herumlungern in diversen McDonald’s von Süddeutschland, wo ich, wie nicht anders zu erwarten, einige interessante Bekanntschaften machte. So geht das nämlich. Andere haben vielleicht ausgeklügeltere Methoden entwickelt, Kontakt zu neuen Menschen zu knüpfen; ich hocke mich einfach um zwei bzw. 6 Uhr morgens todesfertig zu McDonald’s und lasse den Dingen ihren natürlichen Lauf. Der da wäre, dass ich im Laufe der Nacht mit einem Besoffenen, einem schwarzen Dreadhead (Jeli – der wollte, dass ich meine Busfahrt verschiebe und den Tag über in Freiburg bleibe, um mit ihm wer weiß was zu machen – er hat es nicht weiter spezifiziert, aber ich kann es mir denken) und einem obdachlosen Juristen (Bernhard – der mich durch das Fenster hindurch so lieb angrinste, dass ich nicht anders konnte, als zurückzugrinsen, woraufhin er reinkam und sich mit den Worten „Ich hab‘ dir nen Kalender mitgebracht – und hier, noch mehr, für deine Freundinnen, damit ihr euch nicht streitet“ zu mir setzte) geredet habe – auf so eine Quote komme ich tagsüber selten. Ich passe einfach furchterregend gut in diese Szene. Bahnhofs-McDonald’s bei Nacht, da bist du umgeben von den skurrilsten und faszinierendsten, heruntergekommensten Gestalten, bei denen du dich einfach nicht verstellen musst. Das ist endlich mal eine Welt, in der ich normaler bin als der Durchschnitt und trotzdem akzeptiert werde.

Ich übrigens weiß ziemlich genau, was Donnerstag gegen halb acht Uhr passieren wird. Da kommen Leute zu mir und – oh, gute Idee; ich sollte grad mal die Rundmail schreiben, damit auch wirklich außer Lisa und Kepatto noch jemand kommt.

So, dann wäre das geschafft. Marc, Elke, Gloria und Simón sind also auch über die Euskal Afaria informiert – allerspätestens, wenn sie meine Einladungsmail aufmachen. Ich bin gespannt, ob sie sich alle blicken lassen. Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl dabei, Simón einzuladen, weil ich außerhalb von Morfología kaum je einen Satz mit ihm gewechselt habe, andererseits kann es schlecht angehen, ihn außenvorzulassen, wenn der Rest von Enaras in der Stadt anwesenden ehemaligen Original-Vacas sich hier zusammentut. Immerhin kennen sie sich ja untereinander, und wir „möchtegern-euskaldun berriak“ kennen uns. Und ein bisschen haben sich die Gruppen ja auch schon vermischt, in Form von Kepas und meiner, äh, Freundschaft und seiner und Lisas Bekanntschaft, und Rini ist ja auch sowohl Lisa als auch mir nicht gerade die fremdeste Person aller Zeiten.

Ich sollte irgendwie doch wirklich mal mit ihm reden. Ich weiß zwar auch nicht konkret, wie, und über was überhaupt, aber wenn ich es nicht mache, bleibt mir nur die herrliche Aussicht, zu einer Mischung aus Sarah und Trudi zu mutieren. Zwei Formen der Akzeptanz entsetzlichster Ohnmacht und Hilflosigkeit, die ich mir beim besten Willen eigentlich nicht erlauben kann. Das Problem ist, wenn ich erstmal rausfinde, was das nun eigentlich sein soll hier, habe ich nicht mehr die Ausrede, es einfach nicht zu wissen, und kann eigentlich nur vom Regen in die Traufe kommen, sprich, ich bin jetzt Sarah (die sich einfach die ganze Zeit Hoffnungen macht und wartet, dass es irgendwann doch noch was wird) und werde dann zu Trudi (die einfach wie Dreck behandelt wird, das ganz genau weiß und trotzdem nicht aufhören kann, sich dran zu klammern).

Mein Nacken. Wie weh er tut. Wie weh überhaupt meine Oberkörpermuskulatur tut. Es war wirklich ein gutes Konzert.

Spülmaschine. Wochenende. Hika.

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Irgendwie finde ich es schön, wie unsere Spülmaschine manchmal fast eine Minute (Knopf-)Druck braucht, bis sie sich endlich geruht anzuspringen. Es ist jedes Mal so ein Erfolgserlebnis, wenn sie es dann irgendwann doch tut.

Ich sitze mit Panik im Bett und höre Rise Against. Langsam sollte man sich doch mal auf das Konzert am Sonntag einstimmen. Robert hat mir schon ganz panische Skypenachrichten geschrieben, wann ich denn jetzt überhaupt komme. Und ich hoffe einfach, dass die Anderen noch auf dem Schirm haben, dass wir uns Samstag auf Sonntag bei Becci versammeln wollten. (Sonst hätte ich ja doch noch die Nacht in Kempten bleiben können. Wobei sich Pennywise und Rise Against am einen Tag mit Absturzparty und einem tiefen Fall am vorherigen so oder so nicht sehr gut vertragen hätten.)

Ach herrje, jetzt muss ich gleich schon wieder los. Knappe halbe Stunde bleibt mir, dann geht’s in die Uni. Ich muss auch den Text noch ausdrucken, den Daniel uns gestern geschickt hat. Yin von Xabier Montoia. Ich lerne das Hika – oder zumindest lerne ich es ein bisschen besser kennen. Und freue mich jetzt schon drauf. Das Hika ist faszinierend. Fast schon magisch. Ich weiß nicht, wieso, aber wenn ich eine Hika-Form höre, fühle ich mich auf der Stelle wohl. Es funktioniert immer. Wie ein Schluck Wein oder ein warmer Raum. Ich hab‘ doch nen Schaden.