Schlagwort-Archive: Leben

Something I have to do

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Mir steht etwas bevor, das ich schon lange nicht mehr gemacht habe, eigentlich noch nie.

Und es graut mir davor, aber es muss passieren.

Meine Therapeutin hat mir den Rücken gestärkt, meine Mutter hat mir Mut gewünscht und meine beste Freundin ist stolz auf mich – und ich sehne den Moment herbei, in dem ich es hinter mich bringe, denn ich werde von Panik zerfressen und ich habe keine Ahnung, wie ich es verkraften soll, gleich noch mit Mike in der Stadt herumzulaufen und dabei nicht zu kollabieren.

Aber Mut heißt nicht, keine Angst zu haben; Mut heißt nur, dass man trotzdem springt.

Lookin‘ good.

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So. Der Kuchen ist im Ofen, der Haushalt ist, wenn auch vielleicht nicht mit voller Wucht geschmissen, doch zumindest ein ordentliches Stückweit geworfen, mein Foodsharing-Besuch kommt in ein paar Minuten und ich fühle mich, als hätte ich richtig ordentlich was geschafft.

Dazu kommt, dass das Beantworten aller Geburtstagsnachrichten wieder einen ganzen Rattenschwanz an weiterführenden Konversationen ergeben hat, die ich teils gestern, teils heute gewissenhaft gepflegt habe und die mir einen ungewohnten und erfrischenden Grad an sozialer Involviertheit bescheren. Nachdem ich am Donnerstag mit Basti den zweiten ‚besten Freund‘ in diesem Leben endgültig verloren habe, zugegeben diesmal unter gänzlich anderen Umständen, war und ist es besonders schön, von Menschen zu hören, die mich all meinem antisozialen Verhalten der letzten Zeit zum Trotz noch immer genug wertschätzen, um mich an meinem Geburtstag zu kontaktieren.

Nun räume ich schnell noch ein paar Dinge auf. Wenn die Zeit dafür schon da ist.

Überbuchung – ein neuer Fall

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Zwei Tage noch, dann geht’s heim. Gerade rechtzeitig ist meine Erkältung wieder abgeflaut, meine Grundstimmung beruhigt, Plants vs. Zombies ein weiteres Mal praktisch zu Ende gezockt und mein Buch fast durchgelesen. Wie es aussieht, komme ich noch dazu, ein neues anzufangen – ich werde mir Tortilla Flat vornehmen, welches mir Mama im Sommer schon bereitgelegt hatte, in der Hoffnung, dass ich es noch fertigbekomme, bevor ich fahre. So dünn, wie es ist, sollte das doch möglich sein. Wobei das Dünnsein an sich ja nichts zu sagen haben muss; Lord Jim ist auch nicht sonderlich voluminös und ich habe ein halbes Jahr dafür gebraucht.

Ich bin heilfroh, dass ich mir das Lesen wieder angewöhnen konnte. Zwar werde ich es niemals wieder so exzessiv betreiben wie in meiner Kindheit, aber die paar Seiten jeden Abend sind mir heilig. Mir wird (das ist nun der beruhigten Grundstimmung nicht zuträglich, aber so be it) bei dem Gedanken übel, dass ich vermutlich mit einer Übermenge verzockter Stunden auf dem Konto und im Besitz eines Regals voller ungelesener Bücher sterben werde. Was nicht zuletzt daran liest, dass ich vom Tsundoku nicht mehr wegkomme, solange die Menschheit um mich herum sich ihrer Bücher geringschätzenderweise so bereitwillig entledigt. Und, let’s face it, das wird sie weiterhin tun, denn niemand liest mehr.

Selbst die Lesenden wollen ihre Bücher loswerden. Gerade gestern habe ich aus meinem Schweizer Exil heraus einen wunderbaren Fang gelandet: Wolfgang hat im Rahmen seiner bevorstehenden Rückkehr nach Argentinien aussortiert – und ich habe geerbt. Wolfgangs Büchersammlung dürfte für meine Bedürfnisse ungefähr mit Mamas Kleiderschrank in einer Liga spielen. Entsprechend gern nehme ich dafür in Kauf, dass mein Regal nun endgültig überquellen wird.

Ich muss einfach aufhören, so viel am Computer zu hängen. Das geht doch nicht. Was für einen Mehrwert hat es denn für mich, dass ich mehr als die Hälfte von Suits in zehn Tagen gesehen habe, besonders wenn ich mir überlege, was ich in der ganzen Zeit Sinnvolles hätte anfangen (und beenden) können? Genau.

Weniger Nebel

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Die Sonne kam wieder hervor im Laufe des Tages; Wahnsinn, was das für einen Unterschied macht. Für den Fall, dass die Apokalypse je so eintritt, wie sie in The Road gezeichnet wird, kann man sich darauf verlassen, dass ich den Weg der Mutter gehe. Ein Leben ohne Sonne ist einfach kein Leben.

Das Erscheinen von Sonnenlicht war jedoch nicht ausreichend, um mich aus dem Haus zu bekommen, denn ich bin seit gestern von einem üblen Schnupfen befallen – es sieht so aus, als hätte mich Mamas Erkältung doch noch eingeholt. In der Hoffnung, dass es morgen wieder abklingt, habe ich mir trotzdem vorgenommen, den Ausflug zum Gemüseholen nicht länger aufzuschieben und es morgen zu erledigen, ob krank oder nicht.

Im Grunde freue ich mich sehr darauf, mich in einen rausgehfähigen Zustand zu versetzen. Dieser Ausflug zum Türkenladen ist das, was zu Hause das Altglaswegbringen ist – so viel schaffe ich einzuräumen, selbst ohne großartig Verdrängmechanismen abbauen zu müssen: ein Happening. Nicht umsonst habe ich Sebi gegenüber in einem Versuch, zu erklären, wie es um mein Leben momentan bestellt ist, die Formulierung „Müll rausbringen ist ein Highlight“ verwendet.

Erstmal aber freue ich mich auf die nächste Tasse Tee und darüber, dass ich vermutlich demnächst noch mit R reden werde. Dann versuche ich, etwas früher ins Bett zu kommen, um den morgigen Tag nicht nur erholt, sondern auch zu einer einstelligen Uhrzeit beginnen zu können.

Die Stimme aus dem Vakuum

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Wie praktisch jeden Abend denke ich mir, dass ich nichts zu sagen habe. Wozu soll das gut sein? Schreiben ist heilsam? Wenn ich mich durch Schreiben davon heilen könnte, dass mir jegliches Bedürfnis danach abhanden gekommen ist, müsste sich das doch langsam bemerkbar machen.

Wenn mir das Schreiben die Freude an Dingen wiederbringen könnte, die mir selbst zu elendsten Zeiten Freude bereitet haben.

Das tut es nicht, aber es hilft, mentale Barrieren zu überwinden. Auf diese Weise bin ich gezwungen, anzuerkennen, dass ich eine leere Schale wäre, würde man die zumeist sorgsam verdrängte Trauer um alles Verlorene herausnehmen.

Nun stehe ich vor dem Problem, dass derartige Eingeständnisse, sobald sie denn einmal gemacht sind, dazu tendieren, rasant anzuschwellen, mit all ihren emotionalen Implikationen lawinenartig herabzustürzen und mich darunter zu verschütten. Der Prozess mag notwendig und auf lange Sicht unumgänglich sein, aber ich fühle mich der Erstverschlimmerung nicht gewachsen. Vielleicht ist diese Abgelegenheit nicht der richtige Rahmen dafür.

In einer Woche bin ich wieder zu Hause. Eventuell sollte ich bis dahin die Konfrontation von Lebenskrisen vermeiden.

Musings of a Moorleiche

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Das Ergebnis von einer Stunde ziellosen Durchblätterns meines Blögchens: Meine Vergangenheit überfordert mich und meine Gegenwart entsetzt mich.

Nein, warte, anders: Das Zurückblicken auf meine Vergangenheit überfordert mich, und mich entsetzt, was und wie ich mir erlaubt habe zu werden.

Ich hab‘ immer gekämpft; wann habe ich aufgegeben?

Und was ist mit dem Leben passiert, das ich mir so hart erarbeitet hatte? Wohin hat sich das verflüchtigt, als wäre es nie dagewesen? Und wie ironisch ist das bitte, dass ich mir gefestigter vorkomme denn je, aber von all meinen Errungenschaften gerade genug geblieben ist, um mich auf Sparflamme warm zu halten?

Ich kann nicht zu gründlich darüber nachdenken, weil sonst alles explodiert. Als wäre ich ewig mit einem riesigen Pickel im Gesicht herumgelaufen und hätte ihn einfach ignoriert, bis ich gerade nicht mehr anders konnte, als einmal dran zu drücken. Jetzt muss er vorsichtig ausgequetscht werden, um nicht die physische Unversehrtheit meines Gesichts sowie des Badezimmerspiegels durch übereifriges Zupacken in Gefahr zu bringen.

Ich muss gedacht haben, ich könnte mich einfach mal ausruhen. So ein Humbug; als wüsste ich nicht, dass die Arbeit nie aufhört. Sie darf nie aufhören. Sonst passiert das hier.

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Seit heute Früh bin ich allein. Es fühlt sich ganz anders an als im Sommer, but then, what doesn’t?

Ich habe einen Großteil des Tages in dem Glauben gelebt, es wäre Donnerstag. Selbst als mich Regula anrief (die Frau des Arbeitgebers meiner Mutter, die mich für Samstag zu sich nach Zürich zum Essen eingeladen hatte) und immer wieder von „morgen“ sprach, habe ich es noch nicht begriffen. Erst nach dem Telefonat sickerte es langsam ein. Eigentlich bin ich heilfroh, weil das bedeutet, dass die eine Verpflichtung, die ich mir eingehandelt habe, morgen bereits erledigt sein wird, andererseits ist es ja genau dieses unbedingte Fernhaltenwollen von jeder (sozial oder anders gearteten) Aktivität, das mein Dasein seit geraumer Zeit prägt und dazu führt, dass ich mich in meiner Vereinsamung lebendig begrabe.

Es wäre wirklich mal wieder an der Zeit, sich an den Haaren zu packen und aus dem Sumpf zu ziehen. Stattdessen scheine ich mich von lichten Flecken in der ehemals so bezaubernden Haarpracht dazu veranlasst gesehen zu haben, mir den Kopf völlig kahl zu rasieren. Das morgen ist ein Haar, das der Sense entkommen ist. Zu erwarten, dass das eine dünne Ding nun robust genug ist, um einen ganzen Menschen daran aus schlammigen Gefilden zu befreien, wäre wohl wenig realistisch. Aber wenn ich es wachsen und das Rasieren sein lasse, kann ich es doch bestimmt irgendwann wieder zu einem halbwegs respektablen Schopf bringen. Und wenn ich wieder etwas habe, an dem man ziehen kann, nunja, dann muss ich daran ziehen.

Gemächlich

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Meine To-Do-Liste ist gewaltig, aber ich lasse mir Zeit. Gestern und heute habe ich jeweils ein paar Punkte davon abgearbeitet: Menschen antworten, Dinge bestellen, aufräumen, Müll rausbringen, Weihnachtsdeko zurück in den Keller verbannen.

Arbeiten steht dagegen noch gar nicht auf der Liste, obwohl mir bewusst ist, dass ich demnächst auch damit wieder anfangen sollte. Die Therapeutin hat ein Wunder vollbracht – in Zusammenarbeit mit ihr habe ich eine ganz und gar veränderte Sichtweise darauf entwickelt, dass es mir streckenweise unmöglich ist, mich zum Arbeiten zu motivieren. Immer und immer wieder hat sie mir die gleichen Fragen gestellt, wenn ich ihr von der Lethargie berichtet habe, mit ihrer bestechenden, simplen Logik: Ob ich denn finanzielle Probleme hätte. Nein, die habe ich nicht. Ob ich denn nicht immer zuverlässig funktioniert hätte, wenn es wirklich drauf ankam. Doch, das habe ich. Ob ich denn zum Zufriedensein mehr bräuchte, als ich habe. Nein, eigentlich nicht.  Was dann mein Problem sei. Ich weiß es nicht. Ich habe das Gefühl, nicht genug zu tun. Alle Anderen arbeiten mehr als ich. Ob das denn ein Maßstab sei. Nein, natürlich nicht.

So einfach. Ich hätte natürlich gern mehr, als ich habe. Ein Haus, ein Grundstück. Aber das ist mit meinen momentanen Mitteln utopisch, weshalb ja auch die Motivation nicht da ist, darauf hinzuarbeiten. Da greift die Idee mit dem Psychologiestudium. Diese mir überhaupt zu erlauben ist mir auch nur dank der Therapeutin gelungen. Die Vorstellung, in diesem Leben nochmal einer sinnstiftenden Erwerbstätigkeit nachzugehen, die mich erfüllen und Anderen nützen könnte – faszinierend. Dafür darf ich zehn Jahre einplanen, bis es soweit ist. Aber so, wie R seine Berufung zum Informatiker halt auch nicht mit 20 gefunden hat, verläuft mein Dasein ebenso in eigenwilligen Windungen und Wendungen. Warum auch nicht. Besser spät als nie.

Wirklich… zu viel Zeit.

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Seit sehr Langem musste ich gerade erstmals wieder an den absurden Zufall denken, dass die Person, deren Internetpräsenz mich damals dazu bewogen hat, mir einen blog.de-Blog zuzulegen, sich Jahre später als jemand herausstellen sollte, mit dem der Ukumensch über dieselbe Plattform einen regen Kontakt pflegte.

Vielleicht komme ich darauf, weil ich soeben spontan (aber nicht wirklich; ich habe neulich im Bus hierher schon einen ganz winzigen Versuch unternommen) der nicht minder absurden Tätigkeit nachging, den Ukumenschen erfolglos in den Weiten des Internets zu stalken. Das passiert, wenn du zu gut verdrängst. Weder erinnere ich mich an den Namen seines damaligen Blogs (wohingegen mir das dazugehörige gewollt-möchtegern-Hipsterfoto mit der Mütze bei mehr oder minder angestrengtem Nachdenken tatsächlich wieder ins Gedächtnis kam) noch an den fancy englisch-französisch-verwirrten Alter-Ego-Fakenamen (Henry.. etwas), den er auf Onlineplattformen so anzunehmen pflegte. Was bitter ist, weil ich damals tatsächlich sein Facebookprofil mal gefunden hatte, ich weiß es genau.

Ich weiß aber auch, dass mir der Name auf der Zunge liegt, dass blog.de (sag bloß) seit Jahren nicht mehr besteht, dass ich so oder so keine Ahnung habe, ob der Blog (oder der Mensch) danach mal umgezogen ist, und dass – wenn alle Stricke reißen – durchaus auch die Möglichkeit bestünde, ihm einfach bei Skype zu schreiben, wäre denn die Absicht hinter den Ganzen überhaupt, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Aber das war es gar nicht, viel lieber umgeb ich mich mit undefinierten Schatten und dem typischen solche Momente begleitenden Chaos aus bodenloser Nostalgie, altem Selbstmitleid und neuem Selbstrespekt, Selbsterkenntnis und dem Mangel daran, Zweifeln und Gewissheit und einer Prise aus dem unerschöpflichen Vorrat des ebenso schwammigen wie intensiven Wunsches, irgendwie in der Vergangenheit Dinge anders gemacht zu haben. Das ist das, was mich umtreibt. Konkret kann ja jeder. Gegenwart, wie lahm.

Meine Gegenwart gestaltet sich aktuell so: Ich befinde mich in der Wohnung meiner Eltern, welche sich wiederum im Urlaub befinden. Ich bin demzufolge alleine und dafür zuständig, dass die Balkonbepflanzung überlebt. Zu diesem Zwecke bin ich vorgestern also hierher gereist und habe nun Sehr. Viel. Zeit. – und Sehr. Wenig. zu Tun. Bisher habe ich gearbeitet, Musik gemacht, gegessen und gegammelt. Was soll man in einer fremden Wohnung auch sonst machen.

R derweil hat sich eine potenzielle Ausbildungsstelle an Land gezogen, bei der er heute zum Vorstellungsgespräch geladen war. Sein derzeitiger Chef war von der Aussicht, ihn ein Jahr früher als geplant zu verlieren, so überaus entsetzt, dass er ihm den Himmel auf Erden im Betrieb versprochen hat, falls er es sich anders überlegt. Das sieht also in jedem Fall gut aus.

So. Nun bin ich einfach mal froh, dass ich den Fluch brechen konnte, der sich vor mein Schreiben geschoben hat, seitdem ich mit der Pflanzenbestimmung nicht mehr hinterherkam (du hast keine fünf Pflanzen fertig? Dann denk gar nicht erst dran.) – jetzt bin ich eindeutig nicht mehr in Reichweite meines Balkons und somit jeglicher selbstauferlegter Pflanzenbestimmungspflicht fürs Erste enthoben.

Und was alles Andere an selbstauferlegten Komplikationen meines Daseins angeht – um die kümmern wir uns irgendwann auch noch. Aber nicht mehr heute.

Two Weeks Ago…

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[Edit: Jawoll, ich habe es tatsächlich geschafft, mich selbst von meinem eigenen Blog fernzuhalten, indem ich es vorletzten Mittwoch nicht auf die Reihe bekam, den Eintrag am gleichen Tag fertigzustellen, und dann dem schlechten Gewissen und der Vermeidungsstrategie das Feld zu überlassen. But not anymore! I can do this!]

Und schon ist Becci wieder weg. Unglaublicherweise ist sie gestern Abend dann aus ihrem Komazustand erwacht und war zu erfüllender Interaktion fähig, sodass wir verschiedene Dinge tun konnten wie unsere nächste Reise planen (von Santiago de Compostela übers Baskenland Richtung Frankreich – ich wollte dieses Jahr eigentlich ja beim besten Willen nicht mehr weg, aber was soll ich machen – ich kann nicht nein sagen, wenn mich Becci darum bittet und meine ohnehin auf wackeligen Füßchen stehenden Vorsätze durchkreuzt) und ihr einen neuen Computer bestellen (den ich bezahlt und damit allerhand über Jahre angehäufte Urlaubsschulden beglichen habe).

Nun ist es schon wieder brütend heiß draußen, sodass ich mich zum Pflanzenfotografieren im Bikini auf der Terrasse herumgetrieben habe. Langsam neigen sich die bestimmbaren und zeitgleich fotografierenswerten Exemplare dem Ende zu. Dafür werden die Tomaten immer größer – irgendwann kann also die Sortenbestimmung losgehen.

Die heutige Ansammlung:

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Salweide (Salix caprea – Salicaceae)
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Lauch (Allium ampeloprasum subsp. ampeloprasum – Amaryllidaceae)
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Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas – Dryopteridaceae)
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Bacopa (Sutera cordata var. ‚Blutopia‘ – Scrophulariaceae)
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Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa – Lamiaceae)
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Kein Peil (und trotzdem am Leben)

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Das war mal wieder ein Wochenende der besonderen Sorte, nicht unwesentlich aufgemischt durch meine bodenlose Verpeiltheit. Aber letztendlich hat alles so funktioniert, wie es sollte – wenn auch anders als geplant.

Samstag war das (durch mich lethargiebedingt bis zur letzten Sekunde verdrängte) Eintagesfestival in Wiesbaden, zu dem Beccis Mutter Karten gewonnen hatte und dann nicht hinwollte, während Becci mit der Arbeit auf Freizeit war, sodass das Vergnügen mir und Cornelia zuteil wurde. Es wurde ein toller Tag mit einem wunderbaren (wenn auch mit 70 Minuten eindeutig zu kurzen) Frank-Turner-Konzert als Abschluss. Der Mensch hat eine der beeindruckendsten Ausstrahlungen, die mir je untergekommen sind, und wird noch dazu gefühlt von Tag zu Tag schöner. Das ist absolut nicht normal. (Cornelia, die in solchen Dingen immer hervorragend informiert ist, eröffnete mir, dass er wohl mittlerweile verlobt ist, was mir zugegebenermaßen so ein bisschen meinen Plan B für mein Leben zerstörte.)

Sonntag war Bürgerentscheid bei mir zu Hause, und da ich die Briefwahl zwar beantragt, aber dann leider die Unterlagen nicht aus dem Briefkasten geholt hatte, durfte ich Samstag Nacht entgegen des Plans wieder heimzockeln, um zur Wahl präsent zu sein.

Ich hatte mir – unwahrscheinlich motiviert, wie ich zur Zeit wundersamerweise bin – bereits ein Busticket gekauft, um im Anschluss wieder nach Hessen zu fahren und an Cornelias Geburtstagsfeier teilzunehmen. Leider war ich zu dumm, den richtigen Bus zu identifizieren, und wartete eine halbe Stunde lang auf den falschen (während der richtige vor meinen Augen ein- und wieder abfuhr). Das veranlasste mich dazu, erneut den Plan zu ändern und wieder nach Hause zu fahren, wo ich den mir unverhofft geschenkten Tag dazu nutzte, um die Wohnung in Ordnung zu bringen und insbesondere das Bett im kleinen Zimmer freizuräumen, damit Becci, mit der ich eigentlich ja dann von Cornelia aus hierher fahren wollte, darin würde schlafen können.

Becci kam dann auch tatsächlich, aber in einem fürchterlichen Zustand, da sie sich auf dem Weg mit ihrem relativ frisch gebackenen Sowas-wie-Freund zerstritten hatte, der eigentlich kurz mit reinkommen wollte, sodass ich ihn hätte kennenlernen können, bevor er mit Bus und Zug weiter nach Karlsruhe fuhr, dann aber stattdessen beleidigt draußen an der Bushaltestelle stand, während Becci todesfertig allein in die Wohnung kam.

Ich habe uns dann, ohne lang zu fackeln, eine Flasche Brombeerlikör vor die Nase gesetzt und mich daran gemacht, die Situation zu durchdringen. Ergebnis (abgesehen davon, dass ihr Spezialfall augenscheinlich hinsichtlich seiner Bipolarität Jekyll und Hyde in nichts nachsteht) ist, dass Becci nun verkatert neben mir auf dem Sofa hängt. Ich dagegen habe mich von dem (nicht unbeachtlichen) Betrunkenheitslevel erfolgreich durch Schlafen kurieren können und heute bereits produktiv in der Wohnung gewirkt, Wäsche gemacht, Altglas weggebracht, Kaffee gemacht, Frühstück gegessen, Pflanzen bezubbelt, Pflanzen fotografiert, Pflanzen bestimmt.

A propos. Das regnerische Intermezzo der vergangenen Woche ist lang vorüber; es ist wieder sommerlich heiß und die Sonne lässt es zu, dass ich mit der Dokumentation meiner zahlreichen Spezies fortfahre. Tue ich dies doch.

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Garten-Senfrauke (Eruca sativa – Brassicaceae)
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Türkischer Drachenkopf (Dracocephalum moldavica – Lamiaceae)
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Löwenmäulchen (Antirrhinum majus – Plantaginaceae)
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Topinambur (Helianthus tuberosus – Asteraceae)
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Himbeere (Rubus idaeus – Rosaceae)
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