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Wie eine Wand vor dem Abgrund.

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„Wenn ich eins gelernt habe“, sagte R vorhin, „dann, dass ich ohne mein Aspi nirgendwo hingehe.“

Und: „Weißt du, dass du eine unglaubliche Ausstrahlung hast?“

Und: „Ich kann nur aus meiner Sichtweise sprechen, aber die Typen, die dich sitzen lassen haben.. die haben zum Glück einen riesigen Fehler gemacht.“

Ich bin immer wieder am Verzweifeln, weil ich mich nicht fallen lassen kann. Unentwegt eigentlich. Bis auf so ein ganz paar traumhafte Momente, in denen ich das Gefühl habe, es doch zu können. Aber Scheiße, man, sie sind so spärlich.

Das vorhin war jedenfalls keiner von ihnen. Ich schaute ihn an, vermutlich mit dem für solche Situationen typischen Gesichtsausdruck irgendwo zwischen totaler Rührung und schlichter Artikulationsunfähigkeit und dem Wunsch, mich selbst zu zerhackstückeln allein dafür, dass ich nicht umhinkonnte zu denken, „das denkst du jetzt“, wie immer.

Vorgestern Nacht hat sich eine Neuheit ereignet. Ich habe Şahin ignoriert, der die ganze Zeit mit mir reden wollte. Der Traum war irre lang und ich bin recht ungläubig aufgewacht: ich kenne das nur andersherum. Oder wir ignorieren uns gegenseitig. Aber so weit ich mich zurückerinnere, habe ich ihn nie ignoriert, wenn er reden wollte. Es waren auch Laura und JO dabei, mit denen wir in irgendeinem fremden Raum waren, wo wir alle übernachtet hatten. JO hat ihren halben Kram vergessen einzupacken, und ich war am Ende als Letzte noch beim Packen, weil ich mich um ihr ganzes Zeug auch noch gekümmert habe. Aber entscheidend ist immer noch, dass ich Şahin ignoriert habe. Natürlich wollte ich nicht, nicht in Ansätzen. Andererseits war ich fest entschlossen, ihn erst durchkommen zu lassen, wenn von seiner Seite eine Einstellung ersichtlich gewesen wäre, die dies für mich lohnend und sinnvoll hätte erscheinen lassen. Darauf konnte ich aber lange warten; er hatte sich kein Stück verändert. Was das Ignorieren einerseits erst so enorm schwierig machte, andererseits aber davon zeugte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Und ich habe es bis zum Ende durchgehalten. Einmal Schulterklopfen.

Wer will einen Kuchen backen…

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Drei Sachen.

1) Ich habe das Bedürfnis, Şahin zu schreiben. Eigentlich nur, weil ich ihm Check for a Pulse von No Use for a Name zeigen will; ich habe den Verdacht, dass er das Solo so lieben würde, wie ich es tue. Mir fällt auf einmal überhaupt kein Grund ein, es nicht zu tun. Außer natürlich dem, dass ich zu Basti will, und das schon seit einer Stunde, und R schon um Mitternacht wiederkommt und ich dann zu Hause sein sollte. Außerdem sollte ich Caro konsultieren vor einer derartigen Aktion. Vielleicht wird dem an sich recht simplen Akt an anderer Stelle mehr Bedeutung beigemessen, als ich das in meinem No-Use-Delirium gerade tue.

2) R. Er liebt mich wirklich. Es ist absurd.

3) Ich liebe R. Ich muss an meinen Mauern arbeiten. Mongolen, wo seid ihr, wenn man euch braucht?

4) No Use for a Name liebe ich ebenfalls. Ich bin jedes Mal aufs Neue deprimiert, weil Tony tot ist.

5) Ich vermisse Robert. Und mein altes Leben, in dem ich abends immer so unendlich viel Zeit hatte, um mit den Anderen bei Skype zu hängen.

6) Ich muss los.

7) Doch, mir ist schon bewusst, dass es doch mehr als drei Punkte geworden sind, aber was soll man da schon machen.