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Namibiara joan ez nintzen eguna

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Jawoll. Ich habe es geschafft; ich bin mit meinem Entwurf (und, leider, gleichzeitig der Ausarbeitung) meines Textes fürs Barnetegi-Stipendium fertig. Nach über zwei Monaten Zeit und einen Tag vor Deadline, so lob‘ ich mir meine Arbeitsmoral.

Da ich sehr, sehr fertig bin und gleichzeitig sehr, sehr stolz, dass ich es endlich fertiggebracht habe, diesen riesigen, enormen Text auf Euskera zu schreiben, hier, sieh ihn dir an. Ich geh in der Zeit schlafen und wache hoffentlich rechtzeitig wieder auf, um mich nachher ins Neurolinguistik-Tutorium schleppen und danach zu Daniel ins Büro gehen zu können, um das folgende Möchtegern-Meisterwerk mit ihm von den gröbsten Schnetzern zu befreien.

Namibiara joan ez nintzen eguna

„Ezer ez da gertatzen pensatu dudan bezala“, Ken Follett-en nire zitazioirik kuttunenak dioenez. Egia esan, uste dut baldin badagoela esaera horien benetakosuna berresten duen adibide perfekto bat, oraintxe kontatuko dizuedan historio dela.

Urteko bidairik luzeena aspaldi planeatutakoa zen. Helbidea Namibia izan zen – Frankfurtetik Windhoekera joango nintzen hegazkinez, eta han geldituko nintzen astebetez. Orduan, lagun bat iritsiko zen -– Kepa du izena eta aspaldiko lagunak gara –- nirekin iparraldera bidaiatzera.

Lehen astean Windhoeken gelditzeko ideia izan zen Couchsurfing interneteko komunitateko kide batekin bizi. Bidaia-hasiera baino bi aste lehenago Namibiako neskak jakinarazi zidanean bere planak aldatutakoak zirela eta ezinezkoa izango zela harekin gelditu, ni oraindik ez nintzen kezkatu. Horrelakoa da bizitza, pensatu nuen; beste pertsona bat aurkituko dut, seguru. Baina jende-piloari galdetu arren, Windhoek hiri guztian inork ez zuen ni ostatatu ahal otsailko aste horietan. Beraz, otsailaren 19an, hegazkia aireratu baino ordu gutxi lehenago, nire lagunik hoberenaren urte-mugako jaia utzi nuen, haren logelan ordenagailu aurretan instalatu nintzen eta ostatu bilatzeari ekin nuen.

Goizeko 4:50etan, Frankfurterako trenera igo nintzen. Gaua lo egin barik pasatutakoa nuen, baina nire burua oso ondo prestatutakoa nuela iruditzen zitzaidan. Nire gauza guztiak ekartzen ari nintzen, pasaportea eta gutzi, eta nora joan Windhoekera helduko nintzenean, ere banekien. Hegazkiak 9:25etan utziko zuen, edo dela, denbora gehiegi geratzen zen Frankfurten iristeko. Baina, nola ez, hainbeste zorte ona ezin zen betirako iraun.

7:20etan, ia-ia aireportura heltzeko garaia etorri zen, eta esna mantentzen ninduen gauza bakarra izan zen hegazkinan lo egingo nintzen sendotasuna.

7:25etan, trena gelditu zen. Bost minutu geratzen ziren aireportaino.

– Bonba-alarma dago aireportuko geltokian, esan zuen ahotsa bozgorailu batetik. Ezin gara zuzenean jarraitu. Itxarongo gara hemen – ateak zabalduko dizuet, erre nahi baduzue.

Ordu-erdiaz egon ginen, mugitu gabe. Trenak erretzailen kearekin eta neguko hotzarekin betetzen ari zen. Giroa desatsegina bihurtzen ari zen. Bidaiari batzuk kexatu zinen. Ni ikaragarri nekatuta nengoen.

7:55etan itzuli zen bozgorailuko ahotsa.
– Zoritxarrez, ezin da aireportura sartu une hauetan. Beste bide batez segiko gara, baina oraindik ez dugu jarraitzeko baimenarik jaso.

8:50etan, esnatu nintzenean, trena duela asko martxan zegoen berriz.
– Geltoki hurrengoa: Mainz, entzun nuen bozgorailutik.
Kaka zaharra. Galduta nengoen.

Noski, adorea oraindik ez nuen galdu. Trenetik jaitsi nintzen Mainzen, eta bira handi-handi bat eman nuen, hurrengo trenan Frankfurtera bueltatuz. Aireportura iritsi nintzen 9:26etan.

Hegazkia jadanik ez zegoen.

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Mundua ikusi nahi dut.

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Ta non izkutatzen zinen orain arte – urte luzeegi hauetan, agertu gabe? Helduidazu eskutik, estu arren; ilun dago ta ez dakit bueltatzen.

Beno, ez dago hain ilun, egia esan, eta beraz, badakit bueltatzen.
Was das alles noch viel besser macht. Ich bin noch längst nicht dabei, ihm gedanklich Songs wie diesen zu widmen; ich habe nicht das Gefühl, ihn in irgendeiner Hinsicht zwingend in meinem Leben zu brauchen; er hat zwar ein Stückweit seine Fänge in mein Leben geschlagen, aber es sind glatte Fänge, ganz elegant gebogen, ohne Widerhaken – ganz wichtig, ohne Widerhaken. Jetzt kann ich nur hoffen, dass sich die nicht noch irgendwann unmerklich ausfahren.

Meine Couch-Hostess in Windhoek hat mir abgesagt; ich hab‘ mich schon um Ersatz gekümmert bzw. bin dabei.

Ich habe mich soeben dazu zwingen können, mir meine Türkischmappe ins Bett zu holen, um mir das r-Präsens für morgen zu Gemüte zu führen. Eigentlich hätte ich seit einer Stunde mindestens geschlafen, aber ich musste mich noch mit meinem Drucker und R’s Mietvertrag auseinandersetzen. Außerdem habe ich gerade aus irgendeinem unerfindlichen Grunde beschlossen, dass ich nichts Besseres zu tun habe, als jetzt erstmal zu ihm zu fahren – die Macht der Gewohnheit kann so schnell zuschlagen. Mein Türkischzeug nehm‘ ich mit, dann kann ich morgen Früh lernen, während er arbeitet, und muss mich nicht um zehn Uhr schon aus dem Staub machen.

Pika-pi..

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So. Dann trinke ich mal schnell meinen Tee aus und wende mich wieder der Transkription von Caros Interview mit Jesse Michaels zu. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.

Wenn ich noch zwei Punkte transkribiert habe, werde ich eine Pause machen und Ingwersauce herstellen und einkochen. In meinem Einkochautomat. (Oder Eikochautomat, wie Papa gestern zu unser beider Belustigung zuerst verstand.) Ich freue mich so unheimlich dadrauf, das glaubst du nicht..

Ich habe inzwischen mit Kepa wegen Basti und Namibia geredet (geredet! So richtig mit Telefonieren! Es geschehen noch Zeichen und Wunder) und gestern Letzterem erstmal mitteilen müssen, dass das nichts wird. Er hat es mit Fassung aufgenommen, auch wenn er ein-zwei böse Bemerkungen gemacht hat in Richtung, mit der Einstellung könnte Kepa ohne Weiteres auch in Luxemburg leben. Dafür hat er sich allerdings ruckzuck entschuldigt, nachdem er gemerkt hat, dass mir das gar nicht so passt.
„Sorry. Ich hab‘ grad nicht dran gedacht, dass du.. ja. Na, egal.“

Macht nichts. Ich würd’s auch gern mal vergessen. Stattdessen träume ich Schwachsinn, wenn ich schlafe, und denke Schwachsinn, wenn ich wachbin, und bin eine einzige riesige Sammelstelle für Schwachsinn und Verwirrung und eine nicht enden wollende Ladung dieser völlig irrationalen Unfähigkeit, einfach mal aufzugeben, ein einziges riesiges Arrrgh.

Nun aber gehe ich transkribieren und Sauce machen und weiter transkribieren und Unizeug prokrastinieren und mich daran erinnern, dass ich ein Leben habe, das ich auf gar keinen Fall verlieren werde, auf keinsten Fall, egal, was sich ein einzelner bedepperter Mensch zu tun oder eben nicht zu tun entschließt.

Sobredemandada

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Huch, warum ist es fast vier Uhr?
Ich habe ewig mit Basti geredet, ihn über die Namibiaproblematik informiert und seinen Vorschlag, wir könnten uns einfach irgendwie demnächst mal alle zusammentun und feststellen, ob wir in der Konstellation miteinander klarkommen, an Kepa weitergegeben. Was Vernünftigeres hat diese Welt noch nicht gesehen, also wirklich, was für eine zivilisierte Reaktion. Ich bin beeindruckt.

Nebenbei habe ich eine halbe Flasche Süßkirschlikör leergemacht (danke an dieser Stelle an Beccis Mom, die diesen produziert hat) und mich mit R dem Aktivisten für Mittwoch zum Essen verabredet, da er offenbar den Wunsch hegt, seinem liebsten Busgeist der Welt Lasagne zu kochen. Ich habe das alles nur halb mitbekommen, weil ich betrunken war. Was ich dagegen sehr wohl gemerkt habe, ist, dass ich Mittwoch eigentlich mit Rini und Lisa zum Essen verabredet war, nicht dagegen (bis jetzt) mit R dem Aktivisten. Schade auch. Ich habe dann erstmal Rini geschrieben, ob sie Donnerstag auch noch kann. Ich hoffe. Irgendwie scheint mir R auch nicht gerade ein Mensch mit viel Zeit zu sein. Er schafft es ja kaum nur, zu schlafen.

Gleich treffe ich mich erstmal mit Johanna vor dem Osiander an der Uni, um ihr mein Aufnahmegerät zu übergeben. Ich glaube, ich gebe ihr das HAG, denn mein Kleines möchte ich ungern hergeben. Und sei es auch nur für kurze Zeit. Dann muss sie schauen, dass sie sich Akkus organisiert; meine brauche ich auch selbst fürs AG.

Hauptsache, ich schaffe es nachher aus dem Bett und erinnere mich an meine diversen Verabredungen.

Erfolglos manipulativ, mal wieder.

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Okay. Kepa möchte nicht, dass der Luxmensch mitkommt. Damit hätte ich nicht gerechnet. Jetzt bin ich leicht schockiert bzw. sitze leicht angetrunken rum, heule ein bisschen rum und schreibe weiter mit ihm und fühle mich merkwürdig. Das jetzt, das ist aber meine Schuld, und meine Einbildung noch dazu. Ich muss mir mal nicht auf den Schlips getreten vorkommen; wer weiß, wie er sich vorkommt. Ich meine.. ich habe vergessen, was ich meine. Ich bin.. ich weiß nicht, was ich bin. Das ist doch mal wieder typisch; jetzt fühle ich mich volle Kanne vor den Kopf gestoßen und war doch eigentlich selber diejenige, die mit etwas ankam, das durchaus kopfstoßerisches Potenzial hatte. Aber das ja auch nur, weil ich vorher von ihm gestoßen wurde. Eigentlich eher verstoßen, nicht wahr. Scheiße, jetzt ist mein Wein leer. Das war noch nicht genug. Längst nicht. Noch allerlängst nicht.

Ich hab Robert angeschrieben, dass er mir mal helfen soll. Allein ihm das kurz zu berichten tat schon gut.

Oh, ich rede jetzt gleich mit ihm. Der laut eigener Aussage staubaffine Kepa hat das gemacht, was er am besten kann – sich aus dem Staub nämlich – und deswegen kann ich jetzt Robert vollheulen.

Und jetzt wirkt der Wein. Sehr fein, sehr fein.

Edit: Das kam heraus. Ich bin mal wieder einfach nur dankbar für mein Leben. Und für die Existenz von Robert. Einfach weil.

Und mir geht’s gut.

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Wein – maßvoll genossen – […] erfreut den Menschen zutiefst durch seine große Kraft und Wärme.

Sagte Hildegard von Bingen, nach der eine Straße in Oldesloe benannt ist. Zu Recht, muss ich sagen, allein für diesen weisen Ausspruch.

Mir ist warm.

Halbe Flasche und mir geht’s wunderbar. Ach, irgendwann werd‘ ich doch noch zur Hobbyalkoholikerin.
Als wäre ich das nicht längst. Und das Wunderbare ist, dadurch, dass ich mich trotzdem so selten nur betrinke, wirkt es so wunderbar. Wie gesagt, halbe Flasche und mir geht’s gut.

Ein bisschen habe ich mir diesen Dornfelder auch aufgemacht, um herauszufinden, wie es in meinem Inneren eigentlich aussieht. Ich meine, das ist meistens der Grund, aus dem ich mir Wein einverleibe.

Ich höre so viel Ken Zazpi gerade. Selektiv. Haizea, Irudi Biluztuak, Kantu batekin. Itxaropena, jetzt. Ich wünschte, ich würde die Euphorie wieder fühlen, die dieses Lied früher mal bei mir hervorgerufen hat. Aber vermutlich habe ich zu viel Wein getrunken dafür. Ich bin taub.

Nicht ganz. Ahots isila entzun…
Auf Souletin wäre das jetzt „entzün“. Falls jemand Lust hat, sich das mal anzuschauen oder anzuhören, gibt es diesen atemberaubend hippen xiberoanischen Radiosender namens Xiberoko Botza. Da klickst du rechts oben auf dieses über-goldige „entzün xüxenean“ und kannst hören, wie französische Basken reden.

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, sich französische Basken anzuhören, wenn man keine Ahnung hat, wie sich das Standardbaskische anhört, aber whatever. Höre es einfach trotzdem. Es kann nur deinen Horizont erweitern. Ich saß am Wochenende mit Kepa da und habe mich kaum mehr eingekriegt, weil ich das einfach noch nie gehört hatte und nicht auf die Niedlichkeit dieses Dialektes klarkam. Und keine halbe Woche später hat es mir schon richtig was gebracht, immerhin konnte ich den Hern Kaiser mitten während meines Vortrages darauf hinweisen, dass man in Xiberoa das <r> wie im Französischen ausspricht, und zwar extrem so.

Jetzt bin ich endgültig überfordert, weil ich die ganze Zeit mit Basti über die Namibiaplanung schreibe und jetzt Caro wieder da ist und sagt, dass wir in 5 Minuten skypen können. Wuhu.
Außerdem hat mir R der Aktivist geschrieben, dem ich heute unfassbarerweise schon wieder im Bus begegnet bin. Dass es seinen Busgeist ja auch im Internet gebe. Ich würde ihm eigentlich gern zurückschreiben, aber bin wie bereits erwähnt gerade schon genug anderweitig mit Gesprächen ausgelastet.

Ich bin dann mal weg.

Ein schneller Querschnitt durch den Moment

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Basti muss mit nach Namibia. Beschließe ich gerade einfach mal so. Wie unglaublich gemein ich bin – von Grund auf böse und manipulativ. Hoffentlich zur Abwechslung mal ansatzweise erfolgreich.

Jetzt habe ich mir gerade impulsmäßig einen Einkochautomat bestellt. Oh glorreiche neue Zeiten, die da nun anbrechen werden. Hoffentlich.

Langsam sollte ich mich fertigmachen, um gleich pünktlich bei Sofie zu sein. Ich habe leichte Panik und wenig Lust aufzustehen, aber was will man machen.

Als ich Montag beim Rank war, habe ich ihm gesagt, dass ich mit dem Gedanken spiele, noch eine Therapie zu machen. Ich bin schon froh, dass ich das geschafft und mich nicht wie sonst von seiner beruhigenden Art dazu verleiten lassen habe, zu denken, es ist doch alles nicht so tragisch. Vielleicht kann ich, sollte ich das wirklich in Angriff nehmen, nochmal richtig auch an weniger prominenten Dingen arbeiten, die nichtsdestotrotz dafür sorgen, dass mein Lebensstandard nicht der ist, der er sein könnte. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, bis zum 17. Februar, wenn mein nächster Termin ist, eine Liste zu machen. Dann weiß ich zur Abwechslung auch während ich dort bin genau, was mich die letzte Zeit so beschäftigt hat.

Heute ist es jedenfalls Panik ungeklärten Ursprungs. Argh, das soll weg.

Ich mache mich am besten nochmal daran, für Maialens Kurs den Text auszudrucken zu versuchen; in letzter Zeit zeigt sich mein Drucker (bzw das Kabel) nichtmal mehr in Ansätzen kooperationsbereit und das ist eine furchtbare Tragödie.

Ich habe jetzt Kepa mitgeteilt, dass der Luxmensch nach Namibia mitwill, auch wenn ich ihm eigentlich nicht schreiben wollte, da er, seitdem er Sonntag hier zur Tür raus ist, nichts hat hören lassen. Sollte er so weitermachen, muss ich ihn demnächst mal fragen, ob es nicht weniger awkward wäre, wenn er damit, mich aus dem Fenster zu schmeißen, bis nach Namibia warten würde.

Als wenn. Natürlich schreibt er irgendwann. Ich kann ja keine Ansprüche stellen. Und zumindest macht es mir keine Panik mehr, dass er sich grad nicht meldet – Gowai sei tausend Dank, dass die Verhältnisse geklärt sind, sonst hätte ich seit Sonntag nur noch mit Hardcorepanik hier herumgehangen. Merkwürdiges Ding, so ein menschliches Gehirn. Falls es bei mir nicht doch ein Vakuum ist.

Egun luze bat.

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Heute war lang. Ist ein langer Tag, will ich sagen. Fing lang an, ging lang weiter.. was heißt lang. Ausgefüllt eben.

Präsentation in Sprachkontakt heute war gut, trotz wenig Schlaf.

Ich bin zwei Mal an einem Tag R dem Aktivisten im Bus begegnet. Merkwürdig, wie man manchmal Leuten über den Weg läuft. (Ihm zumindest aber bald nicht mehr; ich habe heute erfahren, dass er nach München geht, um Formel-1-Journalist zu werden. Der Kapitalismus habe ihn mit Motorsport bestochen, war seine Aussage dazu.)

Ich war nicht in Sanskrit (ist ja nicht so, als hätte ich gestern schon Türkisch geschwänzt, neein), habe aber dafür ein produktives Gespräch mit Mama über die Kepa- sowie die Luxmenschkrise geführt und über die vorerst noch hypothetische Kepa-Luxmensch-Krise, die auftreten wird, sollte es der Luxmensch irgendwie schaffen, bis Februar das Geld zusammenzubekommen, um mit nach Namibia zu reisen. Außerdem war ich nach Euskera noch außerplanmäßig in der Ringvorlesung über Mehrsprachigkeit, die heute von genau demjenigen Prof gehalten wurde, bei dem ich vorhabe meine BA zu schreiben. (Und bei dem ich heute Früh die Präsentation gehalten habe.) Ein wunderbarer Dozent, dieser Mensch.

Aktivisten-R hat mir gesagt, ich solle um 21.00 ins Contrast kommen, aber natürlich kann ich nicht hingehen. 1) bin ich todesfertig (zu früh aufgestanden und von der Wirkung des Guaraná ist nichts mehr übrig, wie auch, nach so vielen Stunden) und 2) ist heute ja Peruaner-Pedros Geburtstag und nachdem ich gestern mit Sarah diese wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte gebacken habe, werde ich natürlich auch heute zum Feiern dasein. Oh verdammt, ich muss sein Geschenk noch einpacken. Ich habe ihm letztes Jahr noch bei Thalia einen Kalender mit Zitaten gekauft. Sowas mag er doch, inspirierende Worte.

Ja. Das muss ich jetzt tun, und dann sollte ich los. Acht Uhr dasein kann ich glaube ich fast schon knicken, aber noch viel später muss es ja auch nicht werden.

Merkwürdiges Meerschweinchen

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Jetzt sind sie alle wieder weg, und das ist gut.

Auch wenn es wunderbar war, solange sie dawaren. Sehr sogar. Eine herrliche Zeit war das, und es hat alles so wundervoll funktioniert.

Die letzten paar Tage hatte ich mal wieder Angina des Todes. Am Anfang waren es noch drei Menschen, die mich nach bestem Wissen und Gewissen gepflegt haben – Saskia, Laura und Basti, der Luxmensch – und am Ende blieb noch der Luxmensch übrig und blieb genau bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich halbwegs wiederhergestellt war. Genau wie letztes Mal. Dieser Zeitpunkt ist in ebendiesem Moment erreicht – der Luxmensch ist vor knapp 20 Minuten zur Tür raus.

Ich hätte so viel zu schreiben. Das kriege ich gar nicht alles unter, daher lasse ich es lieber gleich.

Meine Finger sind noch taub und angeschwollen und fühlen sich an wie pralle Würste. Aber immerhin tun sie nicht mehr weh. Und meine Zunge wird auch demnächst wieder funktionieren; heute ist sie noch ziemlich unfähig, irgendetwas an Geschmackssignalen zu interpretieren, aber das wird bald wieder. Und ich habe das Kunststück vollbracht, mir vor ein paar Tagen das linke Knie zu verdrehen und es erst jetzt zu merken, weil der Verdrehungsschmerz von Gliederschmerzen übertüncht wurde. Fail.

Ich war eben mit Kepa am Namibia-Flug-Besprechen; er wollte tatsächlich auch mal sein Ticket buchen, aber es haben sich Komplikationen in Klausurform in den Weg gestellt, weshalb er jetzt damit warten muss, bis er die Person erreicht, von der er erfährt, ob er das Ding mitschreiben muss oder nicht. Jetzt beschwert er sich, dass um diese Zeit niemand bei denen ans Telefon geht und er es niemals packen wird, vor 11.30 aufzuwachen, um jemanden zu erreichen. Wenn man sonst keine Probleme hat.. Ich hab‘ ihm gesagt, er soll einfach so tun, als müsste er curlen gehen. Dafür packt er das Frühaufstehen auch ohne Probleme.

Ich brauch‘ noch eine Kartoffel (..noch eine Kartoffel brauch‘ ich). Hach, es ist herrlich, zumindest nicht mehr kotzen zu müssen. Ich musste zwar nur einen Tag lang kotzen, aber das war schon unschön genug. Und danach waren meine Geschmacksnerven weg.

Hach, es ist angenehm, wie abgestumpft ich bin. Nicht geschmacksnerventechnisch – die hätte ich am liebsten vorgestern in ihrer vollen Funktionskraft wieder, was ist denn bitte auch ein Leben ohne Geschmacksnerven – aber Kepas Deppentum könnte mir gerade (fast) egaler nicht sein. Tatsächlich habe ich auf seine Klausureröffnung eben mit so einer Whatever-Einstellung reagiert, dass sie mir bald selbst schon unheimlich war. Angenehm. Ob sich dieser Zustand wohl proportional zur (hoffentlich bald) abnehmenden Schwellung meiner Finger wieder verflüchtigt – man wird sehen.

Ich bin am Hadern mit mir selbst, ob ich nicht einfach was mit dem Luxmensch anfangen sollte. Ich habe nämlich tatsächlich das Prinzip des Rebound verstanden, und es behagt mir ganz und gar nicht. Damit musst du erstmal klarkommen, wenn du einen Großteil deines Lebens davon überzeugt warst, über sowas würdest du drüberstehen. Ha, du hättest mich mal sehen sollen gestern. Wir haben beschlossen, dass wir auf Kuschelentzug sind, und uns zusammengeschmiegt und Filme geguckt wie ein altes Ehepaar. Und hätte nicht dieses miese „Warum, warum, warum kannst du nicht Kepa sein“ in meinem Kopf gehämmert, wäre das auch wirklich schön gewesen.

Aber ich mach‘ sowas eh nicht. Als würde ich Leute als Lückenfüller missbrauchen.

Ich werde dann jetzt mal mit Mama skypen.

Maskara kenduta

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Keine Chance, noch rechtzeitig fertigzuwerden. Dazu müsste man erstmal anfangen. Bisher habe ich gefrühstückt und Fotos an meine Tür geklebt, immerhin zwei Dinge, die ich auf jeden Fall machen wollte, aber irgendwie nicht genug.

Es schneit. Ich höre mein (bislang) liebstes Album Berri Txarraks, Ikasten, gerade zum dritten Mal durch und friere ein wenig. Außerdem spielt mein Kopf mir immer noch Zitate ab, und das, obwohl ich inzwischen doch ein paar Stunden wie ein Stein geschlafen habe.

Irgendwie könnte „zitate“ auch ohne Weiteres ein baskisches Wort sein. Vor allem hatte ich mich grad vertippt und „Zizate“ geschrieben; das sah noch mehr euskarisch aus.

Mir passiert sowas immer, immer um Silvester rum. Dezember ist mein Monat der Enden. Es ist wirklich wahr. Und die armen Menschen, die mich zu Silvester besuchen kommen, können mich dann jedes Mal in der Pfeife rauchen.

Wie gut, dass ich einen End-Monat habe, wohingegen sich ein Anfang vermutlich bis an mein Lebens-Ende nicht blicken lassen wird. Wie gut, dass ich mich auf Enden spezialisiert habe. Ich sammele Enden. Sogar einer meiner Lieblingsautoren heißt Ende. Wenn das mal keine Ironie ist.

Meine namibische Couchsurferin hat mir geantwortet! Sie sagt, es gibt bisher kein Problem und es sieht so aus, als könnte ich meine erste Woche bei ihr verbringen.

„Nimmst du mich jetzt noch mit nach Namibia?“, zitiert mir mein Kopf.
„Ich wüsste nicht, wieso nicht.“
„Weil ich ein Depp bin.“
„Ob du jetzt hier ein Depp bist oder in Namibia, macht auch keinen Unterschied.“

Nire gogoan bist du eh eingesperrt, füge ich grad mal hinzu, da kannst du dich auch am Ende der Welt in einer Felsspalte rumtreiben. Weswegen ich auch immer noch nicht das Problem verstehe. Was ist so schlimm daran, wenn jemand alle paar Minuten das unerklärliche Bedürfnis verspürt, abzuhauen und in einer Felsspalte zu stecken? Ich verstehe es nicht. Solang du, wenn du dabist, es wirklich bist. Solang ich glauben kann, dass du mich nicht völlig vergisst, wenn du es nicht bist.

„Du brauchst jemanden, der immer da ist.“
„Naja.“
„Doch. Also, Tschuldigung, dass ich dir widerspreche..“
„Es wär mal ganz schön, so zur Abwechslung.“

Aber, füge ich grad mal hinzu, man könnte es auch so sehen – gib mir die Wahl zwischen niemandem, der da ist, und jemandem, der ab und an da ist, was meinst du, was besser ist. Überhaupt, was ist immer dasein denn für ein Zustand. Ich habe Leben genug, das mir so schon die Zeit aus jeder letzten Ecke saugt. Was um aller Welt sollte ich noch anfangen, wäre jemand immer da. Eigentlich – gib mir die Wahl zwischen niemandem, der da ist, jemandem, der immer da ist, und jemandem, der ab und an da ist, da ist die Ab-und-an-Variante für mich noch die gesündeste. Wie gesagt, unter den Bedingungen von oben.

Und dann das wirklich Tragische, was mir halb das Herz gebrochen hat.

„Ich hab kein Zuhause.“

Wenn man mich mit Heimatkrisen konfrontiert, kann man wirklich froh sein, wenn ich nicht auf der Stelle zusammenklappe, allein aus empathischen Gründen. Wirklich, in dem Moment.. jetzt, immer, wenn ich dran denke, stauchen sich meine ganzen Organe zusammen und ich will einfach nur irgendwie machen, dass er ein Zuhause hat. Hätte er nur eins, vielleicht würde er dann sogar aufhören, vor sich selbst wegzulaufen. Man ist nicht komplett ohne Zuhause, man ist nicht man selbst. Ich weiß doch, wovon ich rede.

„Ich glaub, es wäre auch anders, wenn ich in Konstanz wäre. Da könnte ich ein Zuhause haben.“

Wenn er irgendeine Ahnung hätte, wie ein Zuhause dein ganzes Dasein vollkommen verändert, dich aufwertet, dein Leben aufwertet, würden seine gesamten Prioritäten sich verschieben.

Ich hatte keine Ahnung, wie kaputt er ist. Und das ist traurig und das ist eine Schande, schließlich mochte ich ihn schon, als ich noch dachte, er wäre kein bisschen kaputt, und es ist nunmal leider so, dass ich Menschen umso mehr mag, je kaputter sie sind. Ungünstig. Tragisch.

„Ich will dich in den Arm nehmen und mit dir nach Namibia fahren.“

„Ich weiß nicht, was ich will.“

„Als ich Zivi gemacht hab, das war mein Zuhause.“

„Würdest du auf einem baskischen Bauernhof wohnen wollen?“

„Es war nichts künstlich.“

„Ich kann mich dir nicht antun.“

„Ich hab einfach Angst.“

„Essbar ist das schon, unsere Mägen sind nur nicht dafür gemacht.“

Wie random.

„Schreibst du grad ne Klausur, oder wieso isst du deinen Pulli?“
„Ich mach das immer, wenn ich nervös bin.“
Wieso bist du nervös?“

Ich hab keine Ahnung, was er darauf erwidert hat. Vermutlich hatte es etwas mit „kein Plan“ zu tun, damit ist man bei ihm meistens ganz gut dabei.

Genug jetzt; was wird das denn schon wieder hier. Aber besser, ich brüte darüber jetzt ein bisschen, als später damit anzukommen, wenn die Anderen dasind. Irgendwie ist das nicht so ganz so undramatisch abwickelbar, wie ich mir das gedacht hatte. Aber das macht gar nichts; man ist ja irgendwo menschlich und wenn sich das darin äußert, dass einem solche Situationen ein bisschen zu schaffen machen, dann, um Himmels Willen, soll es das doch bitte tun. Alles ist besser als völlig abgestumpft rumzuexistieren und sich was drauf einzubilden, dass man mit allem klarkommt und einen nichts und niemand beeindruckt.

Eeeeh. Ich weiß ja, ich will das eigentlich gar nicht mehr tun, aber kann ich kurz ein kleines bisschen sehr offen resigniert sein – pixkat nur, ein ganz kleines bisschen, hier, weil es einfach so wunderschön ist.

Maskara kenduta, esaidan ez al dunan berdina sentitzen erraietan.
Habiéndote quitado la máscara, dime si no sientes lo mismo en tus entrañas.

(Ich hoffe ja nicht. Das will man eigentlich nicht fühlen.)

Edit: Darf ich noch schnell drauf hinweisen, dass sich Hika-Formen in diesem Lied befinden und ich sie verstehe? Darüber bin ich glücklich, unglaublich doll sogar. Ich glaube, meine Stimmung macht komische Sprünge. Gerade hat mich Robert angerufen, um mir bescheidzugeben, dass sie etwa um zwei Uhr bei mir sind, sofern ihnen nicht mehr so viele Berge in den Weg kommen. Offenbar hat Janines Auto bei dem Wetter geringfügig Schwierigkeiten, mit über 55km/h welche heraufzufahren.