Schlagwort-Archive: Neuigkeiten

Silberne Linierung!

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So – heute Abend geht es auf zu einer weiteren Woche bei Becci. Gestrichen ist ja bereits; nun wird umgezogen. Und nachdem wir hoffentlich ein-zwei Tage Zeit haben, in der neuen Wohnung auf dem Sofa zu kollabieren, sind wir Samstag im Hambacher Forst und tun Sinnvolles. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich Becci dazu motivieren konnte, diese Aktivität mit mir zu unternehmen; hätte sie nicht eingewilligt, wäre ich selbst auch nicht gefahren, und mir liegt diese Sache wirklich am Herzen.

Bevor ich losfahre, gibt es hier noch eine überwältigende Menge Dinge, die ich erledigen könnte. Dazu zählt:

  • Pfand wegbringen und Spülmaschinenpulver besorgen
  • Küche aufräumen
  • staubsaugen
  • Wohnung aufräumen
  • Wäsche waschen
  • duschen und mich selbst in einen ansehnlicheren Zustand versetzen
  • packen und dafür sorgen, dass alles, was sich für Becci hier angesammelt hat, auch dabei ist
  • Wintersachen aus dem Schrank holen (es ist Zeit)
  • Rest des Samstag Abend mit Wolfgang containerten Zeugs aus der Garage holen
  • Keller in Ordnung bringen

…wenn ich die Hälfte davon noch schaffe, bin ich gut und habe wirklich schonmal einiges gebacken bekommen.

Zu erwähnen wäre noch kurz:

  • Murat hat seinen elenden Prozess gegen R endgültig verloren. Zwei Jahre Warten und Ungewissheit haben ein Ende.
  • Mein Unbabel-Projekt ist nun ausgelaufen, also muss ich nicht mehr um 7 Uhr aufstehen. YES.
  • Ich habe im vergangenen Monat zum ersten Mal über 1000 Dollar verdient.
  • Eventuell gehe ich, wenn ich von Becci wiederkomme, Wohngeld beantragen, was um die 237 zusätzliche Euro pro Monat bedeuten würde. Ich lasse nur Malte vorher bei seinem Vater nachfragen, der beim Finanzamt arbeitet und wissen dürfte, wie das in meiner spezifischen Situation aussieht und ob es ratsam ist.
  • Ich habe mich bei einer dritten Plattform beworben, diesmal für Lektorat. Den ersten Teil des Bewerbungsprozesses habe ich schon erfolgreich abgeschlossen, nun muss ich warten, dass sie mir Testaufgaben zukommen lassen.
  • All meine nicht winterharten Pflanzen stehen mittlerweile drinnen. Es kann losgehen. Die Physalis blüht. (Ich sollte sie gleich noch bestäuben.)
  • Nachdem Murat nun nicht mehr dafür sorgt, dass R täglich befürchten muss, ihm würden seine Besitztümer zwecks Begleichung horrender Gerichtskosten gepfändet, können wir demnächst endlich das Klavier von R’s Eltern bekommen. Ich habe schon eine ganze Weile wieder regelmäßig auf dem Keyboard gespielt und diverse Stücke wieder gelernt, sodass die Ohren der Nachbarn in genau diesem Fall nicht allzusehr strapaziert werden.
  • Ereignis des Jahrhunderts: R schlug gestern von sich aus vor, nach draußen zu gehen. Wir sind dann ein kleines Stück den Berg rauf gewandert und haben uns dort auf einer Bank niedergelassen und es war wunderschön. Herbstsonne und eine urtümliche Idylle da oben, das glaubt man gar nicht.
  • Der Grundzustand ist also allgemein wirklich mal ziemlich positiv.

Damit aber jetzt von der oben aufgeführten Liste an Erledigungen noch zumindest ein paar auch tatsächlich erledigt werden, fange ich am besten jetzt an, daran zu arbeiten.

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„On a new one.“

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Sieht so aus, als könnte ich wieder blogglen. Wie mich das erleichtert.

Aber nicht jetzt, wo es schon so „spät“ ist (wie sich die Zeiten, im wahrsten Sinne, doch ändern) und meine Augen Terror machen und ich erstmal schlafen sollte. Ich werde noch genug Zeit haben die Tage; der Pack-und Räumungs-Horror ist so gut wie überstanden, R ist erstmal eine knappe Woche weg und Basti hat vermutlich Besseres zu tun, als (wie heute) jeden Tag hierher zu dessen Wohnung rauszulaufen, um mit mir abends rumzuhängen. Zumal er es jetzt geschafft hat, sich nach ewiger Dürreperiode eine Freundin an Land zu ziehen, mit der er verständlicherweise auch mal abends telefonieren will.

Samstag bin ich in Heidelberg. Wohnungen anschauen.

Gnom.

No, I’m not there.

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Eigentlich schon, und eigentlich sollte ich auch gefälligst, aber nein, ich antworte nichts und niemandem (außer vielleicht Laura, R (der allerdings bis heute Mittag hier war und sich in Anbetracht seiner morgigen Rückkehr – permanent, wohlgemerkt, Mietvertrag wurde am Donnerstag unterzeichnet – wohl eh heute nicht mehr meldet) oder Caro, aber das war’s dann auch schon), ich lese keine Nachrichten, ich ignoriere Anschriebe, ich bin dazu grad nicht in der Lage.

Also warte ich, bis Basti nach Hause kommt, oder vielmehr hierherkommt (was natürlich immer noch problemlos als Synonyme durchgehen könnte, aber er hat schon Recht, er ist wirklich weitaus weniger hier in letzter Zeit als am Anfang. Was ich nicht so sehr als Erlösung betrachte, wie es vermutlich der Rest der Welt an meiner Stelle täte, aber es ist auf der anderen Seite gar nicht so schlecht, weil sich dadurch ab und an ein paar Minuten für mich allein in mein zuvor so vollkommen vergesellschaftetes Leben einschleichen, so wie jetzt zum Beispiel). Wenn alles gut geht, hat er wieder Essen von der Arbeit gerettet, was wiederum meine Rettung wäre, da 1) das Essen, das er rettet, ausnahmslos immer köstlich ist, und 2) ich verschnupft des Todes bin (seit Freitag bereits) und mir gar nicht danach ist, noch was zu kochen. Eben war ich bei Elli und habe ihr zweieinhalb Stunden Nachhilfe gegeben (unsere übliche Zeit; manchmal ist es weniger, aber meistens beläuft es sich auf die zweieinhalb und damit immerhin, wenn auch gnadenlos unterbezahlt, 25 Euro). Die Gute hat es nicht so mit der Empathie und ist offenbar zum Glück auch nicht paranoid, sofort angesteckt zu werden, also war es ihr egal, dass ich die Hälfte der Zeit mein Gesicht in einem Tempo vergraben hatte. Gegen Ende wurde es besser; meine Augen haben aufgehört zu tränen und ich konnte wieder halbwegs normal mit ihr interagieren.

Zu Hause angekommen, habe ich erstmal unserem neuen Putzplan gemäß das Bad und den Flur gemacht (theoretisch hätte ich die vergangene Woche lang Zeit gehabt, das zu erledigen, also beschloss ich, es einfach schnell hinter mich zu bringen und Trudi nicht um Erlaubnis zu bitten, es morgen erst zu machen). Jetzt ist die gesamte Wohnung sauberer als mein Zimmer. Natürlich; R war fünf Tage lang hier, und ich weiß nicht, wie er es anstellt, aber er verwandelt diesen Raum jedes Mal in eine Chaoshöhle. Krümel jeglicher Art – Tabak, Dreck, Flusen. Klamotten überall. Alter. War ich auch mal so, und wenn ja, wie haben es meine Eltern achtzehn Jahre lang mit mir in einem Haushalt überlebt? Auf alle Fälle sollte ich langsam lernen, meine Riesenstaubsaugaktion nicht gerade auf den Tag zu legen, an dem er herkommt. Oh, warte, er hat jetzt eine Wohnung hier, in der seine Sachen demnächst landen. Er zieht zurück in die Stadt. Morgen. Wenn alles gut geht. Es sind bei ihm einige Dinge dabei, sich zum Guten zu wenden.

Jetzt killt mich mein Kopf.

Jetzt recherchiere ich Bokashi-Eimer.

Leben.

Next Stop: Namibia.

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Und noch eine Verkündung an die Welt: HABE NAMIBIA-FLUGTICKETS GEBUCHT! Es ist offiziell, I’m SO going to Namibia. Malariamücken des Etosha-Nationalparks, nehmt euch in Acht, ich komme, um euch alle abzuschlachten!

Dafür habe ich sogar meinem Ausbildungskonto Geld abgezapft, aber das bekomme ich bald zurück, wenn Trudi mir ihre Schulden wieder überweist. Ich konnte es jetzt einfach nicht mehr abwarten. Und das Wunderbare ist, ich arbeite zwei Monate und habe es alles wieder drin! WHEY, WHEY, WHEYHEYHEY, das wird was, ich sag’s dir. Oooh, ich will, dass das Semester um ist und ich gleich schon losfliege.

NAMIBIA!

Und noch kurz ein paar skurrile Nachrichten aus Vitoria: Als Saskia am Wochenende hierwar, hat sie mir erzählt, dass William (mein Ex-Mitbewohner) mit Dani (meinem Ex-Mitbewohner 2) zusammen ist. OH MY GOWE, das ist doch gar nicht möglich, seit wann ist Dani schwul? Richtig, sagte Saskia dazu, er war’s auch vorher nicht.

Jetzt war ich eben schnell in der Stadt und habe mir Brot und zwei kleine, längliche gelbe Kürbisse aus dem FairTeiler geholt und dabei beschlossen, nie, nie, nie wieder Fahrrad zu fahren, wenn ich krank bin. So eine Hölle; ich hab‘ es kaum den Berg raufgeschafft, beim Ausatmen haben sich Feuer in meiner Luftröhre entzündet und als ich oben war, schmeckte es in meinem ganzen Mund super widerlich nach Lunge. Ich kam zurück und habe erstmal kalt geduscht – nicht weil ich wollte, sondern weil wir momentan aus irgendeinem Grund kein warmes Wasser haben.

Ab jetzt wird einfach wieder schön gegammelt und weiter Sanskrit-Buchstaben gelernt; die ersten 5 kann ich schon. Aber wenn man bedenkt, dass das, was ich hier tippe, letzten Endes genauso vom Sanskrit abstammt wie die Hunderte andere indogermanische Sprachen, finde ich, es ist den Aufwand schon wert.

WUHU, NAMIBIA!

Einige erfreuliche Neuigkeiten

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Erstens. Es ist Wochenende. Ich werde nichts machen. Das ist so ungemein wertvoll.

Zweitens. (Das wird die – obschon zweifellos hochgeschätzten, mit diesem Thema wohl eindeutig überschwallten – Leser weniger erfreuen, mich dafür umso mehr.) Nachdem sich meine Anlage nunmehr aufgebaut in meinem Zimmer befindet, habe ich angefangen, mal wieder meine CDs zu benutzen, mir im Rahmen dieses Projektes Ken Zazpis Atzo da bihar vorgenommen und zu meinem großen Erstaunen festgestellt, dass ich beträchtliche Teile der Lieder einfach verstehe.
Wie unglaublich ist das bitte. Ich bin überglücklich. Zumindest Ken Zazpi-Vokabular habe ich also mittlerweile drauf.

Drittens. Tasche ist aufgetaucht. Stein vom Herzen, ich sag’s dir – und ich kann mein unermessliches Glück mal wieder nicht glauben. Es scheint alles noch drinzusein. Inklusive CDs, Häkelnadel und – ja – auch meinem Geldbeutel. Dienstag habe ich Zeit, sie abzuholen. Bei der Gelegenheit kann ich mich auch gleich mit meinem frisch zurückerstandenen Perso ummelden gehen, bei der Gelegenheit gleich auf selbigem meine Adresse ändern lassen und meinen ebenso frisch zurückerstandenen Reisepass gegen meinen neuen eintauschen. Das wird ein lustiger Nachmittag im Bürgerbüro.

Viertens. Ich habe vorhin mit Susmita geredet. Sie ist zwar gestresst und erkältet, aber hört sich halbwegs positiv an, was ihre Erfahrungen in Finnland angeht. Es tat gut, mit ihr zu reden. Wir haben Ewigkeiten telefoniert.

Fünftens. Am 2. September gibt’s endlich ordentliches Internet.

Sechstens. Ich scheine aus dem gröbsten Chaos rauszusein. Mein Zimmer ist fertig eingerichtet, ich habe schon anfangen können, ein bisschen im Garten zu werkeln, bin regelmäßig, aber nicht übertrieben viel in der Arbeit und fühle mich wohl mit meinem Leben. Daniel fährt nächste Woche nach Spanien runter, sodass die Euskera-Stunden vorerst wegfallen (an sich ja nicht die beste Nachricht aller Zeiten, aber immerhin bringt mir das einen Vormittag mehr Zeit und Ruhe), und Sarah geht Mitte des Monats nach Bolivien, was mir zwar (ebenfalls nicht erfreulich, natürlich) eine meiner liebsten Personen hier für geraume Zeit wegnimmt, aber andererseits auch wieder Ruhe und Zeit verschafft. Ich hoffe, es diesen Sonntag endlich mal wieder zum Foodsharing-Treffen zu schaffen.

Siebtens. Meine Medis wirken grandios; ich fühle mich ziemlich gut und habe weder Katastrophenstimmung noch übermäßig oft Panik. So muss das sein. Auch wenn die Euphorie von vor dem Absetzen nicht mehr da ist, aber das ist ganz in Ordnung so. Das hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, die Aktion. Da bin ich nicht so gerne, aber es ist auch besser, als jeden Bezug zur Realität zu verlieren. Schätze ich.

Achtens. Menschen schreiben mir. Ich habe nie das Gefühl, dass niemand an mich denkt momentan. Und ich verbringe so viel Zeit außerhalb von Facebook, dass gar nicht erst die Möglichkeit besteht, wie so oft alle drei Minuten vorbeizuschauen und dann von der leeren Inbox irrational frustriert zu sein. Dieses Gefühl ist so überflüssig. Mir wird gerade erst klar, wie viele Menschen sich dem wohl (so aktiv wie unbewusst) aussetzen, einfach indem sie viel zu oft ihr verdammtes Facebook checken, so, wie ich es auch mache, wenn Zeit dafür da ist. Wie sagte ich damals ergänzend zu diesem Video, „to the waiting, an eternity.“ (Ich vertrau‘ einfach mal darauf, dass ich das richtige Video erwischt habe – unser vorläufiger Router macht uns inzwischen manchmal selbst das Laden von Bildern unmöglich, von Videos gar nicht erst zu reden.)

So sieht’s aus. Das ist doch schön, das alles.

Berriak

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Schade, schade – der Flohmarkt ist dieses Jahr ziemlich ins Wasser gefallen. Dafür gab es drumherum hochinteressante Entwicklungen. Du hättest Sarah mit ihrer neuen Bekanntschaft sehen sollen, Manolo – die beiden kennen sich seit Mittwochabend letzter Woche und oh my God, um es mit JOs Worten zu sagen, „die gingen voll ab“. Dem werde ich in nächster Zeit vermutlich noch das ein oder andere Mal begegnen.

Es ist sehr schön momentan, Laura und JO hierzuhaben; wir spielen Monopoly, werden von merkwürdigen Frauen angesprochen, machen köstliche Dinge zu essen (Susmita kommt heute zum Frittieren vorbei und macht mit JO Pakora) und freuen uns unseres Lebens. Ich zumindest. Am Rande meines Bewusstseins macht mir die Planung für August ein wenig zu schaffen, das wird ein überaus reisevoller Monat und es ist noch viel zu wenig vorbereitet. Ich seh’s schon kommen, am Ende muss ich wieder die Hälfte absagen. Kennt man ja vom letzten Sommer.

Soeben habe ich auch erfahren, dass meinem Antrag auf nachträgliche Prüfungsanmeldung stattgegeben wurde und ich somit statt einer Menge freier Zeit (und einem verschwendeten Semester) mit fünfhundertprozentigem Einsatz für fünf Klausuren zu lernen haben werde in den nächsten 2-3 Wochen. OH JE.

(Allge)meine Entstressung

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So. Heute Abend kommt Sarah hoffentlich in den Besitz meines Wohnungsschlüssels, was mir erlauben würde, endlich meinen neuen Zwischenmieter einziehen zu lassen. Es ist fast schon unverschämt, zu was für Unternehmungen ich sie zwinge – man stelle sich vor, Atanaz hat sich gedacht, hm, solange keiner sich beschwert, bleib ich einfach mal wohnen und mach einen auf Occupy Wohnheimzimmer. Gewissen, gib Ruhe.

Dafür werde ich – sollte es jemals dazu überhaupt kommen – darauf verzichten, ihr meine Bachelorarbeit zum Nachher-Drüberlesen anzuvertrauen, wie ich es eigentlich vorhatte. Nachdem es mit meinen Lektorarbeiten an ihrer ja gut geklappt hat. Aber in diese ungewisse Situation für mich reinzustürzen ist wohl Hilfe genug. Jetzt wird das Bitten um Gefallen erstmal ein paar Jährchen lang unterlassen.

Es gibt außerdem gute Nachrichten aus der Uni. Wir haben einen neuen Dozenten in Traducción Alemán-Español und er macht den Kurs so viel besser als die lausige Vertretung vorher. Sein Deutsch ist zwar auch nicht das perfekteste, aber alles Andere stimmt. Aufmerksam, interessiert und involviert in unsere Arbeit ist er, diskutiert mit einem, geht rum, während wir arbeiten, macht Anmerkungen, hilft einem reformulieren, wenn man Fragen stellt.. Man kann Fragen stellen. Man sitzt nicht nur zwei Stunden lang da und schläft halb hinter dem Computer ein. Man lernt. Man macht Fortschritte. Mehr so wie in den Übersetzungskursen, die ich zu Hause immer hatte und bislang hier so kläglich vermisst habe.

Die weniger gute Nachricht ist, dass Inglés-Español immer noch so todesfrustrierend und langweilig ist wie bisher. Und dass, wie ich gestern Nachmittag erfahren habe, die Dozenten in den Computerräumen offenbar überwachen können, was die Studenten an ihren Computern so treiben.
Hoffentlich war mein Spider-Solitaire-Spiel gestern Früh für sie unterhaltsam. Wenn es schon sonst nichts an ihrem Kurs ist. (Ausgenommen die murmelnde Stimme von Charlie, meinem englischen Kumpel, der neben mir seine 64 juckenden roten Punkte zählt – seit Sonntag, meint er, sucht etwas sein Zimmer heim und saugt ihm die Arme aus. Ich habe ihm gesagt, er soll sein Zimmer genau unter die Lupe nehmen; nicht dass er sich am Ende Flöhe eingefangen hat. Aber von diesem Vergnügen in der letzten Reihe hat die arme Profe ja nichts.)

Mittwoch

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Und ich schwebe mal wieder durch die Tage, als wären es Träume. Und genauso flüchtig kommen sie mir vor.

Inzwischen kann ich wieder halbwegs reden, habe dafür einen ziemlich nervigen Schnupfen und Husten – aber das wird schon wieder.

Sehr viel von dem, was für heute geplant war, konnte ich erledigen – einiges davon auf der Terrasse im angenhem warmen Schatten, ausgerüstet mit Tee, Taschentüchern und allem, was man zum Syntaxlernen und Korrekturlesen von Bachelorarbeiten so braucht. Bei diesem Wetter fängt meine Seele erst richtig an zu leben. Ich liebe dieses Wetter. Ich liebe diesen Sommer. Ich liebe mein Zuhause und meine Art, darin zu leben. Ich liebe überhaupt mein Leben diesen Sommer. (Bis zu den Klausuren, ich seh’s kommen.)

Sarah hat mir vorhin Hirse und Gewürze vorbeigebracht, die wir geschenkt bekommen haben.

Sofie konnte heute unglaublicherweise Wenn ich ein Vöglein wär spielen. Und Swanee River, was wir letztes Mal angefangen hatten und was da rhythmisch noch ein einziges Disaster war – sie konnte es perfekt. Ich habe sie gefragt, wie sie das angestellt hat, und sie meinte, sie hätte viel mit Metronom geübt. Hach ja. Ich sag’s ja immer. Mit Metronom hilft halt schon sehr.

Die Zwischenmieterkandidatin wird mir bis zum Ende der Woche bescheidgeben, ob sie das Zimmer nöchte oder nicht. So lange sollte ich weitersuchen und mich vor allem weiter um eine Wohnung in Vitoria bemühen. Aber ach, es ist so demotivierend, wenn da nie jemand antwortet.

Jetzt habe ich mich schon wieder an diesem gowaiverdammten Erdbeertiramisù überfressen und es ist immer noch was da. (Probleme muss man haben, ich weiß.)

Langsam frage ich mich wirklich, was mit Lauras Internet kaputt ist. Jetzt habe ich die ganze Woche, in der JO zu Besuch war, und danach nochmal praktisch eine Woche nicht mit ihr reden können, das ist merkwürdig und sollte geändert werden. Aber gut, was will man machen. Wenn sie kann, wird sie sich schon zu Wort melden.
Robert ist so einsilbig wie immer – vielleicht noch ein bisschen mehr als sonst – und es macht nicht wirklich Spaß, mit ihm zu schreiben.

Ich werde mich mal an meine Vokabeln machen und hoffen, dass die Hälfte meines Kopfes, die nicht mit Schleim verstopft ist, dafür genug Denkenergie aufbringen kann.

Triangle Compilation

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Ohne Worte.. So kann nicht jeder Triangel spielen. Erstes beeindruckendes Beispiel:

Und von diesem Talent bin ich wirklich offiziell beeindruckt und leicht sprachlos angehaucht.

Um das nur kurz mitzuteilen.

Andere Neuigkeiten beinhalten: Unsere Band neigt sich langsam, aber sicher der Kreation eigener Werke zu – Sarah hat heute wieder ein neues mitgebracht. Unglaublich gut, unglaublich. Außerdem: Ich werde demnächst versuchen müssen, mich mit den Regeln der Essigherstellung vertraut zu machen, da ich seit einigen Stunden (planlose) Besitzerin von Essigmuttern bin. JO kommt morgen. Sebi kommt Samstag aus Istanbul wieder. Es ist übertrieben herrliches Wetter. Ich hänge mit meiner To-Do List gar nicht mal so sehr hinterher. Ich muss noch was essen, bevor ich ins Bett gehe. Und Semantik-Materialien ausdrucken, bevor ich in die Uni gehe.

Lebe, habe, bin.

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Ich lebe, habe Weihnachten und den Besuch bei meinen Eltern sehr gut überstanden (und eine neue Gitarre außerdem, und ein Mikro! Ein gutes, professionelles Sennheiser-Mikro!) und eine sehr schöne Zeit gehabt mit meinen lieben Survivors und Janine in Hohwacht und Hunger und morgen und übermorgen ein Seminar in der Uni und gerade schon eine überfällige Aufgabe für Redacción erledigt, bevor ich es mir nochmal anders überlegt hätte, und eine neue Mitbewohnerin, deren Freund einen guten Musikgeschmack hat, und Janine eben eine Einladung zu Dropbox geschickt, sodass sie endlich auch unter den Zivilisierten angekommen ist und sich alle Fotos und Videos und Aufnahmen von Silvester bequem runterladen kann, bin nun wieder zu Hause, wahnsinnig müde, aber immer noch unglaublich gut gelaunt. Nicht übermäßig, aber normal, so wie sich wohl normale Menschen meistens vorkommen.

Das denke ich oft in letzter Zeit, „so müssen sich wohl normale Menschen fühlen“. Oder aber auch, „ohne die Tropfen wäre ich doch jetzt schon wieder am Durchdrehen“, so wie momentan – ich glaube, sowas nennt der Normal-Mensch bei sich „schlechte Laune“ oder vielleicht „sich schlecht fühlen“ oder zumindest „sich komisch fühlen“; ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich verhältnismäßig unglaublich stabil bin und dieses komische Gefühl nichts ist im Vergleich zu vorher.

Willkommen im Jahre 2013. Sieht so aus, als wäre die Welt doch nicht untergegangen.