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Einmal

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Ich hab‘ Once so ewig nicht mehr gesehen. Aber jetzt wieder. Ich wollte doch eigentlich nur Kepa den Link schicken.

Dann habe ich mich bei ihm beschwert, dass ich jetzt selbst da hängengeblieben bin. Er sagte, nachdem ich hinzugefügt hatte, dass Once immer mega die Vergangenheitsbewältigung sei, dann würde er ja in zwei Stunden meine Vergangenheit kennen; mal sehen, ob sie ihn überwältigen würde.

Ich schreibe jetzt nichts mehr zurück, weil ich will, dass er sich auf den Film konzentriert. Es kann doch nicht sein; immer diese Leute, die während des Filmeguckens mit Menschen schreiben.

Allerdings schlug er auch vor, ich solle mir ein Bier holen. Das ist ein Vorschlag, den man durchaus annehmen kann.

Im Übrigen habe ich heute meine Bachelorarbeit verteidigt und gerade noch dem Plank meine soeben auf dem Windows-PC fertiggestellte Seminararbeit geschickt, die ich ihm von letzten Semester noch schuldete. Bei der neuen Quelle abholen war ich, und am Abend noch bei der Wegwarte; dort habe ich eine neue Wegwartenkollegin angelernt, was super ist, denn damit versorgen wir die Wegwarte jetzt schon zu dritt und können uns die Woche noch viel schöner aufteilen.

Während also Once bei mir gerade in HD lädt und ich schon wieder Schwierigkeiten habe, angesichts meiner extremen PMS mir den Film jetzt wirklich zu geben (frag nicht; ich hatte gestern schon einen halben Meltdown, der dann zum Glück gerade noch abwendbar war)… gehe ich mir am besten jetzt das besagte Bier holen. Radler, um genau zu sein; reines Bier ist keins mehr hier.

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Lyrics

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Eigentlich wollte ich nur kurz über Caros Spanisch-Präsentation drübergucken. Natürlich endete es in einem mehrstündigen Telefonat, in dessen Verlauf mir diesmal nicht nur die (vergleichsweise) unvergleichbare Besserung meiner inneren Einstellung zu ihr wieder auffiel, sondern mir zudem noch Informationen zuteilwurden, mit denen ich mein Lebtag nicht gerechnet hätte. Mal wieder.

Wir hatten uns über das Album von Billie Joe Armstrong und Norah Jones unterhalten. Auf einmal sagt sie, so ziemlich aus heiterem Himmel, sie würde sich so sehr wundern, wie jemand einen Song hören kann und dabei den Text komplett ignorieren. Und dann diese kurze Pause und dieser ganz leicht zögerliche Tonfall – und dann schnüffele ich immer schon wieder ihren inneren Kampf; ich höre es sofort, wenn ihr etwas eingefallen ist und sie mit sich ringt, ob sie ihrem Mitteilungsbedürfnis Folge leisten und es mir erzählen soll, oder aber Rücksicht nehmen und es nicht tun. Sie ist immer noch über-übervorsichtig, wenn sie mit mir redet, was ich unglaublich schätze.

Jedenfalls hat sie sich auf meine Beteuerungen, es mir doch zu sagen, hin dazu entschlossen, es mich wissen zu lassen. -Und dann freut sie sich aber auch, dann platzt es richtig heraus und man merkt dieses erstaunliche Bedürfnis so sehr, in dieses Minenfeld einfach hineinzurennen ohne Rücksicht auf Verluste, aber nein, sie bleibt vorsichtig. Immer vorsichtig. Ich weiß nicht, ob ich es an ihrer Stelle so hinbekommen würde. Ob ich nicht irgendwann die Kontrolle verlieren und einfach drauflosrennen würde mit einem grausamen Wunsch, diese gläserne Person, die sich aus freiem Willen der Gefahr aussetzt, einfach in die Luft zu sprengen. Einfach weil ich kann. Sie hat solche Mittel in der Hand..

But I digress. Sie erzählte mir, dass Şahin und sie neulich Songs aus Once gehört hatten (offenbar spielt er Falling Slowly mit der Band, „aber mit einem Typ, also..“) – Hoover Fixer Sucker Guy, Falling Slowly, The Hill. Wo er wohl zum ersten Mal im Leben auf die Lyrics geachtet und sich dann mit einem Ausdruck völliger Erleuchtung im Gesicht zu ihr gewandt hat und sagte, „jetzt verstehe ich, warum es sie so fertiggemacht hat.“

Und sie hat ihn weiter zitiert; „‚und ich wollte noch immer, dass sie’s spielt.. ich hab’s immer wieder gesagt, hier, sing das mal..‘ Ich glaub, in dem Moment hat er sich so richtig selbst gehasst“, sagte sie, um dann weiter zu überlegen, wie abstrus es alles doch war.

Oh, welch Erkenntnis. Ein Song hat Lyrics. They’re there for a reason. Me, personally, I’m a lyrics person. You might not be, but that doesn’t mean they don’t have an effect on others.

Aber wie merkwürdig, oder, mehr als zwei Jahre später. Es geht doch nichts über einen unterhaltsamen Zufall.

Wenn er so weitermacht, wird irgendwann womöglich noch ein halbwegs denkfähiger Mensch aus ihm.

Dass überhaupt so weit zurückgedacht wird, erstaunlich, erstaunlich. Dass ich da überhaupt irgendwo herumschwebe, in dem Nebel. Ich hätte es schon wieder nicht für möglich gehalten. Und habe zu Caro gesagt, „hat er vielleicht Lust, sich den Film nochmal anzuschauen?“ Und sie daraufhin, sie wäre nun wirklich gespannt, um was es in dem Film überhaupt geht. (Ich habe einen Horror, dass sie Once guckt. Wie ich es auch immer schaffe, die letzten Fitzelchen auch noch freiwillig aus den Händen zu geben.)

Oh arme Matrix, was musste sie wieder an Naturgesetzüberschreitungen aushalten. Nicht dass ich es nicht lieben würde, wenn meine Matrix in dieser Weise durchgerüttelt wird. Es gibt so selten wirkliche nicht-negative Überraschungen im Leben.

To Attract a "Rescuer"

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Oh je, was mache ich nur.

Der Ukumensch hat wenig Zeit momentan. Ich bin bestürzt davon, wie die Kommunikation mit ihm mir fehlt. Überhaupt bin ich bestürzt, weil ich mir hilflos vorkomme, mit wenig Mitspracherecht bei allem mich selbst Betreffenden. Und ich frage mich, ob es an mir liegt, ob ich einfach meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe, ob ich es einfach an mir habe, Menschen, die aus dem Nichts ankommen und meine unrealistischsten Wünsche erfüllen, viel zu viel davon entgegenzubringen. Und diese ganze Melodramatik, ich könnte kotzen.

Das Problem ist, dieser Mensch ist so extrem berechnend. Ich kann nicht davon ausgehen, dass auch nur ein einziges Wort, das ich von ihm höre (oder eher lese), nicht bedacht geäußert wurde, nicht irgendeinem Zweck dienen soll, irgendwelchen manipulativen Absichten (in welche Richtung auch immer – dass ich es überhaupt wert bin, dass dieser Aufwand an Energie dazu aufgebracht wird, mich aus irgendeinem Grund zu manipulieren, ich bin erstaunt) – er scheint einfach so genau zu wissen, wie Andere funktionieren.

Und ich habe keine Ahnung, wie ich jetzt erklären soll, dass es nicht so negativ gemeint ist, wie es aussieht. Es macht einfach nur die Analyse sehr schwierig. Am besten wäre es, ich würde einfach aufhören zu analysieren, einfach leben, einfach dahertreiben, nicht immer denken, nicht so viel fühlen, nicht dieses ganze Zeug fühlen, das am Ende doch nur Illusion ist. Ihn ausblenden, es ausblenden.

Zumindest habe ich meine Clinginess im Griff. Zumindest weiß ich um meine Clinginess und kann sie eindämmen, immer schön selbständig wirken, unabhängig, souverän. Oder so. Ich schätze ja, dass das Produkt meiner haarsträubenden Anstrengungen in Wirklichkeit gerade mal dazu reicht, es halbwegs im ertragbaren Bereich zu halten. Also so, dass man nicht sofort darauf kommt, was sich für eine abgefuckte Persönlichkeit hinter der bunten Fassade versteckt. Wobei ich ihm das im Prinzip ja offen mitteile. Er ist unfassbar ehrlich; er hat mich über ein paar seiner Abgründe informiert. Eigentlich sollte ich schreiend weglaufen. Stattdessen antworte ich und lege ihm meine passenden Gegenstücke dazu in die Hand. Gebe ihm Zerstörungspotenzial. Aber ich vertraue mal wieder zu viel.

Und jetzt fällt mir auch noch Şahin ein und alles, was vor zwei Jahren war – vor exakt zwei Jahren – da war ich ein komplett anderer Mensch mit ganz anderen Konflikten, aber der gleichen Naivität – und nicht im Traum hätte ich mir vorstellen können, was sieben Tage später passieren würde, nicht im Traum.

So wird es wieder kommen. Es ist eben doch so, dass einem immer mal wieder Dinge geschehen, die man sich nie auch nur vorstellen konnte. So wie der Ukumensch zum Beispiel. Und wie er aufgetaucht ist, gerade hier, gerade an dem Ort, an dem ich schon so oft diesen Traum in Worte gefasst und verwahrt hatte. An dem ich schon so oft von Once geredet hatte.

Was immer kommt – ich kann es mir nicht vorstellen. So oder so werde ich es demnächst erfahren; so oder so wird alles die ein oder andere Wendung nehmen; man wird sehen.

Allgemein Verbesserte Erbärmliche Situation.

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Übrigens habe ich während der letzten Wochen immer mal wieder – ich hab’s nämlich doch geschafft – einen Song, mit Sarah, die mich verstehen würde – Hör mal.

Falling Slowly.

Sie hatte mich ja sogar schon verstanden, obwohl ich gar nichts gesagt habe. Irgendwie macht das alles machbarer.

Ich habe die gleiche Aufgabe wie immer. Ich bin the girl. Wie ich es schon immer war. Und ganz ehrlich, ob ich’s nun mit der einen Person spiele, die nicht the guy ist, oder mit der anderen – Unterschied wo? Richtig, fark etmez.

Leider ist die Aufnahme ein wenig übersteuert, ich hatte keine Kopfhörer auf und das Ding stand praktisch neben dem Verstärker. Das war nicht so intelligent von mir, ich weiß.

Tagesende

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Also. Der Ausflug zum Hörnle war see-, wetter-, umgebungstechnisch natürlich wunderbar. Wir haben alle wenig geredet, aber es war okay. Nicht zu awkward. Vielleicht bin ich da aber auch einfach nur vergleichsweise abgebrüht und halte mehr Awkwardness aus als Andere, weil ich sonst fast gar keine Chance hätte zu überleben. Danach waren wir noch kurz auf einem winzigen Privat-Grundstücksflohmarkt, wo Sarah sich eine (meiner Meinung nach an Hässlichkeit kaum zu übertreffende, aber okay, Geschmackssache) Handtasche geholt hat und ich mir ein goldenes Zierkännchen, das sich laut ehemaliger Eigentümerin auch hervorragend zum Gießen kleiner Blumen eignet.

Pünktlich um viertel nach fünf waren wir auch wieder zu Hause und ich habe mir noch schnell den letzten Rest meiner Woknudeln warmgemacht, von denen ich mich wegen Überproduktion diese Woche fast ausschließlich ernährt hatte. Dann kam Sebi und ich war natürlich damit überfordert, Tee zu machen, habe den halben Inhalt meines Küchenregals aus selbigem in Richtung Boden gefegt und mich überhaupt mal wieder ziemlich typisch benommen, aber immerhin habe ich heute kein ganz dramatisches Disaster angerichtet. (Das mir bewusst geworden wäre.) Dankenswerterweise hat er nichts mehr zu gestern verlauten lassen. Er ist ein sehr verwirrender Mensch. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur mal wieder überdurchschnittlich verwirrt.

Gole Yakh hat am Ende schon ziemlich gut geklappt, soweit Sebis gesangliche Fähigkeiten (oder das, was er an deren Stelle hat, namely ein abartiges Selbstbewusstsein und ziemlich viel Empathie) und meine für Zweitstimme natürlich elementaren Persischkenntnisse (oder das, was ich an deren Stelle habe, namely ziemlich weit ausgebaute Persisch-Unkenntnisse) es denn zulassen. Lena kam dann irgendwann gegen sieben und machte dank ihres übermüdeten Zustandes – wie sie beteuert – einen eher weniger enthusiastischen Eindruck, als wir es ihr vorspielten. Als Sebi wegwar, haben wir uns zwei Pizzas in den Ofen geschoben und dann, als sie fertigwaren, zusammen Once geguckt. Das wollte ich immerhin seit über einem Jahr mit ihr machen und es wurde ja auch Zeit, ihn seit genausolanger Zeit mal wieder zu sehen.

So habe ich es also überlebt. Wesentlich gefasster, als ich befürchtet hatte, noch dazu. Sprich, der Totalzusammenbruch Schrägstrich SuperGAU ist ausgeblieben und ich glaube, die paarmal, die ich kurz davor war, hat man das nichtmal unbedingt so mitbekommen. Also ein Erfolg. Und ein schöner Ersatz für das Glen-Konzert in Frankfurt, zu dem ich eigentlich ja morgen Abend mit JO hätte gehen wollen, wäre sie nicht spontan nach England geflogen.

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Ich lebe noch, auch wenn ich momentan so unfassbar dramatisch gelaunt bin, dass mich der bloße Versuch, das Ausmaß der Bedeutung dieses Satzes überhaupt nur nachzuvollziehen, bald zur Verzweiflung treibt.
Eigentlich bin ich so schlimm emo gerade, dass ich überhaupt nicht schreiben kann. Mir fällt ja nicht ein, was. Den ganzen gestrigen Tag lang hatte ich schon diese Laune, und vorgestern Nachmittag. Und dann habe ich Schwachsinn geträumt und mich mit Şahin bei meinen Eltern, also hier in diesem Haus, im Flur neben dem Spiegel über die Hochschulband unterhalten. Und Robert wollte mir weismachen, dass er Once unglaublich gut findet. Nichtmal im Traum habe ich ihm das abgenommen. Irgendwie vermisse ich die Zeiten, in denen ich meinen Träumen noch glauben konnte.

Mir geht’s also nicht so gut, aber ich gebe mir Mühe. Mama scheint ganz okay zu sein momentan, wobei selbst ihr Okay-Zustand mir Sorgen bereitet. Oder es tun würde, wäre ich nicht volle Kraft voraus am Verdrängen. Es fliegt einfach alles irgendwie vorbei. Als würde ich mit dem Kopf in Watte hinter einer meterdicken Glasscheibe stecken. Aber es funktioniert ja. Entweder wir verdrängen alle einfach immer weiter, bis das alles sich von alleine wieder richtet, oder wir enden wie die Familie aus We Were the Mulvaneys. Schon schwierig zu begreifen, womit man sich so ohne viel drüber nachzudenken arrangieren kann. Ich bin am Überlegen, ob es eigentlich traurig ist, so lange in Illusionen gelebt zu haben, oder nicht doch ein Privileg.

Ich habe mir gestern einen Teil von The Hill auf dem (mittlerweile noch kaputteren) Klavier beigebracht. Das muss man sich mal vorstellen, da saß ich mit dem MP3 am Klavier und habe es immer wieder von vorne angehört. Es hat unglaublich gut geholfen, das Lied einfach mal aus musikalischer Sicht zu betrachten. Alles Andere war ganz einfach auszublenden. Jetzt kann ich den ganzen ersten Teil schon. Es hilft einfach so sehr. Vielleicht hätte ich mir da einige Strapazen ersparen können, wäre ich ein bisschen früher auf die Idee gekommen. Irgendwo habe ich ein Zitat letztens gelesen, das besagte, dass Erinnerungen immer das widerspiegeln, zu dem wir sie machen. Man schaut eben doch erstmal aufs Etikett und dann auf den Inhalt des Glases. Und ich schätze, meine Etiketten entsprechen einfach nichtmal dem, was eigentlich im Glas steckt. Ich glaube fast, ich habe mir auf meine ganze unendliche Sammlung Gläser so große Etiketten geklebt, dass ich gar nicht mehr richtig daran vorbeischauen kann. Und vor allem glaube ich, ich sollte lieber mal schlafen gehen.

Was für ein Tag.

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Heute war Ausflugstag, heute waren wir endlich mal wie richtige Touristen in unserer wunderbaren Stadt und Umgebung unterwegs. Es war ein durchgehend wunderschöner Ausflug, den wir da unternommen haben – auf die Mainau sind wir gefahren, ganz stilvoll und dank Neubürgergutschein sogar umsonst mit dem Schiff.

Wir wollten uns um halb elf am Hafen treffen. Ich kam zehn Minuten zu spät und war noch geringfügig mitgenommen von der Busfahrt, die ich unklugerweise zu weiterem Once-OST-Hören genutzt hatte, was ich heute weniger gut verkraftet habe als am Mittwoch. Gut, dass ich wenigstens in dem Sinne eine waschechte New Yorkerin bin – mir macht es kaum noch etwas aus, mit tränenüberströmtem Gesicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zu sitzen, so weit bin ich inzwischen.

Bis Leave kam ich auf der Fahrt; The Hill habe ich also bereits überstanden und Lies und Minds Made Up ebenso. (Wie man sieht, ist es alles machbar, jetzt muss ich nur noch daran arbeiten, nicht dabei in Grabesstimmung, Erinnerungen und die sich daraus auftunden Abgründe zu fallen.)
Dann war ich am Bahnhof und wendete mich langsam dem schönen Teil des Lebens wieder zu. Eine halbe Stunde später war ich schon wieder fast in idealer Ausflugsstimmung – zu dem Zeitpunkt saßen wir allerdings auch schon mit dem ersten Eis des Tages – für mich gleichzeitig das Frühstück – ausgerüstet in der warmen Sonne auf dem Schiff, machten die ersten touristischen Fotos und ließen uns den Wind um die Ohren wehen.

Ja, was kann ich sagen. Die Mainau ist ein einmaliger Ort und wir haben eine fantastische Zeit dort verbracht, das Wetter war so perfekt, wie es nur irgendwie sein konnte, und als wir vorhin zurückkamen, haben wir uns noch mit einem Yufka an den See gesetzt, gingen danach – wo wir sie schonmal dabeihatten – noch ein paar Gutscheine einlösen (weshalb ich gerade in den Genuss einer Flasche Lago Lemon aus dem Edeka kam und endlich auch mal wieder ordentlich rülpsen konnte) und holten uns danach noch eine Portion Eis am Hafen. Weil die Eisdiele am Hafen einfach die beste der Stadt ist und ihr Cookies-Eis zu fünfzig Prozent aus reiner Schokolade besteht.

Dementsprechend geschlaucht von so einem herrlichen Tag kam ich nach Hause, brachte mich zumindest noch dazu, ein bisschen Ordnung zu bewahren und nicht alle Sachen einfach in der Gegend zu verstreuen, schmiss den Computer an und guckte die Fotos des Ausfluges durch – wie immer kein ordentliches von mir dabei, entweder meine Kamera hat etwas gegen fremde Finger oder die Menschen geben sich einfach keine Mühe. Lena hat jetzt (oder eher morgen, nachdem sie vorbeikommt und sich die Fotos auf einen Stick zieht) jedenfalls erstmal wieder ein Arsenal von schönen Bildern von sich. Ein bisschen frustriert mich das ja schon, ich geb’s zu. Aber das Wichtigste ist, dass der Tag genial war.

So saß ich also in Schlafzeug und mit den ekligsten Haaren ever im Bett, als Phillip, der Übermensch, an meinem Fenster vorbei zu mir runterkletterte, um sich zu verabschieden. Ich ließ ihn und etwa fünfzig Moskitos gleich mit herein und wir haben ein bisschen geredet. Und ich weiß nicht, was nun eigentlich mit mir los ist, aber ich habe das Gefühl, als würde ich ihn wirklich mit jedem Mal, dass ich ihn sehe, mehr mögen. Ich kann gar nicht glauben, dass meine von Laura als masochistisch bezeichnete Methode des Mögen-Lernens, indem ich mich dem Ob- oder Subjekt in Frage einfach oft genug aussetze, so gute Resultate erzielt. Aber letztendlich, wie sollte ich ihn nicht mögen. Er benutzt Anglizismen, die keine sind. Er macht Wortspiele, die so schlecht sind, dass er selber darüber lachen muss. Er hat sich den Unterschied zwischen Tönen und Färben erklären lassen. Er kann abartig gut Keyboard spielen. Er hat mal den Krolock gesungen. Er hat in der letzten Woche freiwillig horrende Mengen an Zeit mit mir verbracht. Und er hat mich so gesehen, wie ich eben gerade aussah (bzw es jetzt immer noch tue) und ist nicht schreiend zurück in den Schutz der Dunkelheit geflüchtet.
Um ein paar der Gründe aufzuzählen, aus denen es irgendwo doch geradeweg irrational wäre, ihn nicht zu mögen.

Jetzt jedenfalls ist er ab morgen erstmal weg, und ich ab übermorgen ja auch. Ist vielleicht nicht schlecht; falls er sich nämlich gerade in einer Art temporären Verwirrung befindet und davon innerhalb der nächsten zwei Monate geheilt wird, erspart mir das eine Menge Chaos. Und vor allem wenn man bedenkt, wie ich mir heute morgen im Bus während meinem ersten Mal The Hill seit über zehn Monaten noch die Augen aus dem Kopf geheult habe.

Ich bin verwirrt.

Und ich habe endlich mal den ganzen OST auf Youtube wiedergefunden. Auch wenn man sich dafür eine andere IP holen muss – jetzt haben sie ihn nämlich für Deutschland schon gesperrt. Tragisch..

Unverhofft kommt oft

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Es ist doch nicht zu glauben. Da schaue ich gerade so halb motiviert in mein StudIS – man hat ja sonst nichts zu tun, nachdem man gerade eine halbe Stunde wach ist – und siehe da, sechs Credits mehr in der Liste! Zuerst dachte ich schon, ich hätte das Unmögliche geschafft und einen der verbleibenden 6CR-Kurse – SHE oder SGRom – bestanden, aber dann fiel mir ein, dass es genausogut zwei der Sprachpraxiskurse sein könnten.
Und genauso war es, rate was: Ich habe Gramática y Traducción II mit 1.3 bestanden und Traducción Español-Alemán – tada – mit 1.0.

Wäre ich nicht so gestresst, ich würde mich nicht mehr einkriegen. 1.0 bei dem Mensch mit den Hyperansprüchen. Und die 1.3 in Gramática kommt wahrscheinlich zu einem gewissen Teil daher, dass ich in der Klausur gleich ein Wort nicht wusste. Hey, sag du mir mal, was Brunnen auf Spanisch heißt. Aber oh mein Gowai, wie ich mich freue. Es gibt doch wenig Besseres als Anerkennung von genialen Leuten.

Insgesamt ist mittlerweile so ziemlich jeder Kurs eingetragen, von dem ich annahm, ihn bestanden zu haben. Translation, Türkisch, Phonology, und jetzt die beiden Traduccións. Alles, was noch fehlt, sind die Kurse, die mir Sorgen bereiten. SHE, SGRom, selbst der popelige Developing English Vocabulary-Kurs macht mir zu schaffen, weil ich irgendwie meine mich zu entsinnen, dass wir die ganzen Lösungen für die Übungen vorher auswendig hätten lernen sollen, statt einfach bei der Klausur nochmal unsere eigenen Köpfe zu benutzen und irgendein passendes Wort in der Aufgabe zu verwenden. Nein, es musste genau das sein, auf das wir uns vorher im Laufe des Unterrichts zusammen geeinigt hatten. Wenn das wirklich so war, besteht eine recht ordentliche Chance, dass ich das Examen gefailt habe.

Zum restlichen Leben: Ich habe gestern Totale Finsternis mit dem Übermenschen verstümmelt (und es war lustig), habe die ersten drei Songs des Once OST gehört, der bei meiner Zufalls-Scrollaktion auf dem MP3 herauskam (und lebe noch, wie man sieht), war zum allerersten Mal im See schwimmen (und es war wirklich nicht so kalt, wenn man erstmal drinwar), habe meinen Rest Yuca-Stücke und eine halbe Plátano mit zu Sebis Gartenparty genommen (und die Sachen kamen überraschend gut an), habe mit Sebi ausgemacht, uns Sonntag wegen des persischen Liedes zu treffen, habe mich zusammen mit allen Anderen draußen im Garten von Mücken zerstechen lassen, während wir der musikalischen Einlage zuhörten (welche gut war, aber nicht so gut, dass ich davon Komplexe bekommen hätte – also dürfte Sebi ein idealer Arbeitspartner sein), habe dann noch zwei Gläschen Sekt mit Lena und zwei Kolleginnen von ihr getrunken und bin dann von einer von ihnen (die dementsprechend nicht so viel Sekt hatte) im Auto mit nach Hause genommen worden.
Ein normaler Tag halt.

Zu viel von zu wenig..

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Träume sind scheiße. Ich sag’s dir. Meiner von letzter Nacht sah folgendermaßen aus:
Ich war ein knappes Jahr lang in einem Keller eingesperrt. Es war jetzt nicht der dunkelste Keller aller Zeiten, es gab auch Fenster und es kam Licht rein, aber raus konnte ich trotzdem nicht. Soviel zur Vorgeschichte. Nunja. Auf einmal kam Şahin rein. Womit ich nicht gerechnet hatte, der hatte mich nämlich überhaupt  in den Keller hineingesperrt. Er redete mit mir. Er kam einfach rein und er war da und hat mit mir geredet und er hat ganz viele Sachen gesagt und es hat sich herausgestellt, dass er mich überhaupt nicht vergessen hatte. Er hat mir noch ganz detailliert ausgeführt, wie alle möglichen Leute ihm angeraten hatten, mich zu vergessen. Ich hatte diese Alles-in-Ordnung-Traum-typische ungläubige Skepsis am Leib und gleichzeitig war es aber so unglaublich einfach und natürlich. Als wäre gar keine Zeit vergangen. Er hat dann mein Bettzeug genommen und gefragt, ob ich nicht oben bei ihnen schlafen wollte. Ich wollte zwar nicht im Geringsten irgendwo hin, wo Caro war, aber war immer noch so benebelt, weil er mich rausgelassen hatte.. das Letzte, woran ich mich erinnere, ist eine zustimmende Einstellung zum Mit-Hochkommen.

Sowas entsteht also, wenn man den Nachrichtenwechsel von gestern, Roberts Bemerkung und meine Erlebnisse mit meiner familia tica von vorgestern, um die 9 Monate AFL und ein paar wirre Erinnerungen aus der Zeit davor zusammenkippt und ordentlich durchschüttelt. Danke an alle Beteiligten. -.-“

Solchermaßen erfrischt und ausgeruht ging ich heute früh dann zu Phonology. Es war auch alles soweit OK, bis ein Stockwerk vor dem Seminarraum –

Plakat

Ich werde nicht hingehen. Was mich nicht davon abgehalten hat, sofort Lena eine SMS zu schreiben, ob wir heute Nachmittag mal skypen wollen. Ich sollte ihr zumindest davon erzählen; vielleicht möchte sie sich den Film ja ansehen.

Als Phonology zu Ende war, war mein Plan eigentlich, „Augen zu und durch“ dran vorbeizuflutschen. Bis etwa eine Sekunde bevor ich es kurzschlussreaktionsartig von der Wand nahm, unauffällig zusammenklappte und nach Hause kidnappte. Ein ziemlicher Meinungsumschwung von „schnell dran vorbei, damit ich’s nie wieder sehen muss“ zu „ich muss es kidnappen und mir zu Hause über das Disturbed-Poster an die Tür hängen“. Aber ich schreibe das einfach mal der Gesamtsituation zu.

Lena und ich haben vorhin beschlossen, heute Abend indisch essen zu gehen, yum.

Aaaaaaaaaaaaarghhhhh.
Das nur so am Rande.

No special occasion actually – I just felt like it.

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Schöner Tag gestern! Es war sonnig und warm und ich hatte gute Laune, sogar nachdem ich von der Therapeutin rauskam.
Dann war ich bei Aldi und habe Sachen für meine Donauwelle besorgt. Währenddessen rief mich Mama an, die Once gucken wollte, das ich ihr geschickt hatte – ich hatte sie endlich dazu gebracht, ihren Dropbox-Ordner auszuräumen, und sie hatte sich schon den kompletten Soundtrack angehört, nur beim Video funktionierte der Ton nicht. Als ich wieder zu Hause war, habe ich ihr schnell (naja, alles ist relativ) über TeamViewer den VLC Player runtergeladen, der das Format unterstützt – da war der Ton dann auch mit bei, und zwar so laut, dass ich Mama panisch angeschrieen habe, bloß den Ton auszumachen. Das muss man sich mal vorstellen, ich habe bestimmt zehn Sekunden den kompletten Anfang von Once inklusive Ton abbekommen. Mama war ensetzt und sagte irgendwas Verständnisloses von wegen „du kannst doch nicht immer noch da so ein Theater draus machen. Wo soll das denn hinführen, wenn du nicht langsam mal..“ und so weiter und so bla, ich habe ihr dann versucht begreiflich zu machen, dass ja eigentlich fast alles schon wieder geht, nur gerade diese Sache eben nicht.

Meine Donauwelle ist auch zumindest was Donauwellenähnliches geworden – auf halber Strecke habe ich dem klapprigen Mixer den Garaus gemacht; er qualmte plötzlich aus allen Löchern und verbreitete einen eher unangenehmen Geruch in der Küche. Schade.
Zwischendrin kam Kathi, die neue Mitbewohnerin, in die Küche, und als sie sah, was ich vorhatte zu produzieren, fragte sie mich erstmal ganz baff, „hast du Geburtstag?“ Ich musste so lachen. Aber sogar nachdem ich ihr geantwortet hatte – „nee.. nur Hunger auf Donauwelle“ – konnte sie es nicht glauben und wollte wissen, ob ich Besuch bekomme. Sie hat in ihrem ganzen Leben erst einen Kuchen gebacken. Wir sollten demnächst mal einen Backtag veranstalten.

So sah also mein Nachmittag aus. Donauwellenproduktion bringt nochmal eine ganze Ecke mehr Arbeit mit sich ohne Spülmaschine, wie ich heute festgestellt habe.

Nachdem ich mir dann noch Abendessen gemacht hatte, kam ich endlich mal wieder aus der Küche raus, redete ein bisschen mit Robert (der früh ins Bett ging, weil er, wie ich, dabei ist, sich zu erkälten), schaute die obligatorischen zwei Folgen How I Met Your Mother und vernichtete dabei eine herrliche, nur leider zu kleine Tüte Aldi-Currychips.

Gerade vorhin habe ich mir dann überlegt, dass Mama ja Recht hat und ich mich mal nicht so anstellen sollte, und habe mir Falling Slowly im Original vorgenommen. Ich hab’s kaum wiedererkannt – dieser Teil am Ende, war der vor acht Monaten auch schon so? Glen ist nochmal um so Vieles genialer, als ich mich erinnert hatte. Markéta hatte ich noch originalgetreu im Kopf gehabt.
Und es war wirklich einfach. Ich habe kurz überlegt, ob ich einfach den ganzen OST einmal durchhören sollte, aber da kam dann doch das Zerstörungsgefühl wieder, wie so ein schlafendes Ungeheuer, dem jemand zu nahe kommt – oder noch besser, wie Kaya Yanars Sinnbild eines Kanacken, mit weit ausgestrecktem Arm und der Hand zur Drohgebärde abgeflacht  – „komm heaschloch!“ Also lieber doch nicht. Aber das macht ja gar nichts. Ich erledige das meinen Fähigkeiten gemäß, alles zu seiner Zeit. Nicht an den Krusten knibbeln. (Dummer Vergleich; ich knibble doch immer an allem.)