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Restaurationsarbeiten

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Mein Ohrwurm von „Tuyo“ ist wieder da.

Y cuales deseos me vas a dar, oooh, dices tú, mi tesoro, basta con mirarlo… y tuyo será… y tuyo será…

Und der Titel des orangenen Buches ist mir eingefallen, One Day, nachdem ich seit Tagen mit der deutschen Übersetzung – Wie ein einziger Tag – im Kopf gelebt hatte. Oh Hirn. Dazu kam dann auch gleich Dexters Nachname – Mayhew? – und die Erkenntnis, dass – jetzt, wo ich so drüber nachdenke – das Buch auch permanent in Sichtweite im Regal stand. Aber seit wann macht man es sich so einfach.

Ich habe heute einiges vor mir. Das Ausmaß der containerten Schätze, die es nach einem Ausflug wie dem gestrigen zu versorgen gibt, erinnert an einen Schweizer Monatseinkauf in Konstanz (bloß dass mir am Ende niemand die Mehrwertsteuer zurückgibt). Außerdem ist die Wohnung dreckig wie sonstwas und muss dringend gesaugt werden. Eigentlich ja gestern schon, aber da habe ich mich nunmal erfolgreich durch das Vergangenheitsdurchwühlen vom gegenwärtigen Leben abgehalten.

Immerhin scheint heute wieder die Sonne.

Kalter Wein & warmes Bier, so was Tolles hab ich hier.

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Es ist doch nicht zu fassen – mir steckt „One Day“ noch immer in den Knochen. Unheimlich ist das. Es schleicht sich in meine ruhigen Momente ein und will mich aus dem Nichts überfallen, fast, als wäre es wirklich passiert. Als wäre es mir passiert. Mir ist das Gefühl zu gut aus dem wirklichen Leben bekannt, um es – oder besser, seinen Schatten – jetzt nicht wiederzuerkennen. R sagte mir dazu, ich solle mich nicht so von einem Roman flashen lassen, es sei ja nichtmal wirklich passiert. R hat keine Ahnung, so gar keine.

Das hat er gut gemacht, der David Nicholls. Jetzt habe ich gerade gesehen, dass das Buch (natürlich, wie nicht) schon vor Ewigkeiten verfilmt wurde; ich weiß also ziemlich genau, welchen Film ich in diesem Leben (naja, zumindest vorerst) nicht angucken werde. Ist auch besser so, wenn ich bedenke, dass allein die Vorstellung davon, ich könnte es doch tun, schon wieder halbe Heulkrämpfe auslöst.

Nachdem ich damit fertig geworden bin, ist mir jetzt auch klar, warum „Me Before You“ in Kritiken damit verglichen wurde. Himmel, warum tut man sich so etwas an, bietet das echte Leben etwa noch nicht genug Drama?

Aber es war ein guter Zeitpunkt, das Buch zu lesen. Immerhin wartet es seit ~Mitte 2012 darauf, von mir gelesen zu werden; damals schickte es mir Şahin mit dem HAG mit (welches wir damals noch brav alle drei Monate von einem Elternteil zum anderen reichten), in dem Glauben, es sei mein Exemplar von „Hummeldumm“, das ich den beiden irgendwann ausgeliehen hatte und gerne zurückwollte. („Ist halt auch orange.“) Caro machte sich dann Sorgen, ich könne da eine Art Symbolik hineininterpretieren – im Nachhinein kann ich das sehr gut nachvollziehen, was diesen Büchervertauschfail noch einmal um so viele Ebenen katastrophaler macht – und nahm über Facebook mit mir Kontakt auf, um es mir vor Ankunft des Päckchens mitzuteilen. Oh, das waren Zeiten.

Und als wäre der Fail noch nicht perfekt, hatte ich von den beiden auch noch ein Buch (das wiederum habe ich bis heute nicht gelesen; ich hab es Caro schon längst wiedergegeben), nämlich The Other Hand. Davon war Caro begeistert gewesen und hatte es mir umgehend mitgegeben, nachdem sie und Şahin damit durch waren, allerdings kam ich nicht dazu, es anzurühren, bis das Drama kam, und ließ es danach einfach in diesem unberührten Zustand in meinem Regal stehen, zusammen mit diversen anderen Überbleibseln.

Jedenfalls wollte Caro „The Other Hand“ auch ganz gerne wiederhaben, und somit ist dieser Fail dann auch entscheidend für Caros und meine Wiederannäherung gewesen. Als wir beschlossen zu kommunizieren, indem wir Nachrichten durch die Umbenennung eines Dropboxordners austauschten.

Pass auf – jetzt war ich tatsächlich motiviert genug, meine Festplatten hervorzukramen, um das Ganze mit Beweisen in Form dieses Screenshots untermalen zu können:

tragische-verluste

(Man beachte auch Roberts einfühlsamen Kommentar zu der Aussage, mein Finger habe gerade ein Eigenleben entwickelt. Das ist Robert, wie er leibt und lebt. Ich hab zum ersten Mal seit einem Jahr sowas wie Kontakt mit meiner mir zuvor aufs Dramatischste abhandengekommenen besten Freundin, und Robert sagt „Hmm“. Warum nur kann ich Becci verstehen, wenn sie mal wieder mit Robert verzweifelt.)

So. Immerhin hat mich die ganze Eskapade von dem Inhalt des Buches als solchen abgelenkt. Perfekt. Kannst du dir vorstellen, dass ich dreimal wieder aufstehen musste, um das richtige Kabel für diese Festplatte zu suchen? Oh ja, so war das.