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If only a day had 48 hours.

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Arbeit. Ich habe acht Touren übersetzt und bin jetzt an der neunten, wobei mein selbstgesetztes Pensum schon wieder erfüllt und damit augenblicklich jede Motivation verschwunden ist, noch weiterzumachen.

Ich bin ganz eindeutig nicht dokumentationsfreudig genug dieses Jahr. Heute Vormittag habe ich irgendwo einen Artikel über die Vorzüge des Tagebuchschreibens und des Schreibens im Allgemeinen gelesen und dabei mein Hauptproblem bestätigt gesehen – das Umso-weniger-schreiben-je-mehr-tatsächlich-passiert.

Nein, wirklich, irgendwas muss ich unternehmen. Ich scheine keine Zeit mehr zu haben, um auch nur mit meinen besten Freunden regelmäßig zu reden, wenn überhaupt mal – mit den gleichen Menschen, mit denen ich mir Anfang Januar noch jede einzelne Nacht Stunden bei Skype um die Ohren gehauen habe. Ich muss mich also irgendwie dazu bringen, zwischen dem praktisch bei mir wohnenden R und meinem Garten, dem Haushalt und dem Containern für mich allein Zeit zu verbringen, in der ich meine lebenswichtigen Menschen kontaktieren und mit ihnen mein Leben teilen kann, so, wie ich es um alles in der Welt eigentlich auch nie vorhatte zu unterlassen. Und dann am besten noch mehr Zeit, in der ich mein Blögchen aufsuchen und ihm mein Leben mitteilen kann, so detailreich und zeitaufwändig, wie ich es eigentlich immerzu gerne tun würde. Es geht so viel einfach verloren. Das widerspricht meinem kompletten Naturell (und meiner Dokumentationsneurose erst recht).

Meine Eltern haben ein Haus gekauft. Im Schwarzwald. Das ist auch wirklich aktuell und sozusagen die Nachricht des Tages – überbracht von meiner noch ganz unter Schock stehenden Mutter, die heute Früh anrief und mir sogleich anbot, dieses Wochenende mit ihnen hochzufahren und es zu begutachten. Falls sie am Sonntag fahren, werde ich die Gelegenheit definitiv auch beim Schopf ergreifen, R arbeitet eh und Bastis Geburtstag wird mich hoffentlich Samstagabend ja nicht so sehr in betrunkene Delirien versetzen, dass eine solche Reise am darauffolgenden Tag nicht möglich wäre. Fahren sie dagegen am Samstag, bleibe ich natürlich daheim; schlimm genug, dass ich es noch immer nicht hinbekommen habe, Bastis Geburtstagsgeschenk zu designen und zu bestellen (er kriegt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Lasst mich durch, ich bin Thorben“, habe ich beschlossen) – das kommt ganz sicher nicht mehr rechtzeitig an, dann muss wenigstens ich in Person dasein.

So, die neunte auch geschafft. Das reicht aber wirklich für heute. Oh, was freue ich mich auf Zuhause. Ungeachtet der Tatsache, dass ich dringendst dort aufräumen und putzen muss und überhaupt noch etliche Sachen zu erledigen habe, zu denen ich gestern dank unfassbarer Regelschmerzen nicht gekommen bin. Irgendwann bringe ich R dazu, in meiner Abwesenheit mal ein bisschen klar Schiff zu machen; irgendwann schaffe ich das.

Ich werde beim Großhandel vorbeifahren, auch wenn mein Kühlschrank bis zum allerletzten Zentimeter mit Joghurt verstopft ist. Ein Glück ist Trudi nicht da. Hannes treibt sich bei uns herum, was mich natürlich nicht sonderlich begeistert, aber immerhin werde ich ab nächster Woche drei lange, wunderbare Wochen ein garantiert hannesfreies Zuhause haben, wenn er dann mit Trudi durch Rumänien reist. Diese Aussicht hat mich sogar dazu gebracht, in den letzten Tagen wie mit einem ganz normalen Menschen mit ihm zu kommunizieren; ich habe sogar von mir aus das Wort an ihn gerichtet und ihm teilweise völlig ohne Notwendigkeit Informationen preisgegeben, zum Beispiel als er mich gefragt hat, was es mit meinem selbstgemachten Spüli auf sich hat. Alles, anders gesagt, was ich unter normalen Umständen bezüglich dieses Menschen tunlichst vermeide.

Jedenfalls befindet sich sehr, sehr, sehr viel Joghurt in meinem Kühlschrank und attackiert in regelmäßigen Abständen den armen R, der morgens zuverlässig eher in der Küche ist als ich und den ich jedes Mal vergesse über die erschwerten Umstände des Kühlschrankgebrauchs in Kenntnis zu setzen. Es kam gestern eben schon wieder eine neue Monsterladung dazu, was heute Früh dazu führte, dass mein Frühstück unplanmäßig aus einer Riesenschüssel laktosefreiem Joghurt bestand, dessen Verpackung den Fall aus der Kühlschranktür nicht völlig unbeschadet überstanden hatte. Vielleicht gar nicht so schlecht; irgendwie muss ich sie ja nun alle verwerten, bis Trudi wieder da ist und ihren Teil des Kühlschranks, mit Recht, wieder in Anspruch nehmen wird.

Hannes hat sich eine Unmenge Eintopf gemacht und auch dieser wird natürlich bei uns im Kühlschrank gelagert. Er will jetzt, dass wir den Rest davon essen, den er nicht mehr schafft, bevor er fährt. Würde ich doch nur gern Liebstöckel essen; sein Borsch besteht praktisch aus Liebstöckel. Oh tragisches Leben.

Ich werde jetzt meine heute übersetzten Touren mir alle nochmal einzeln zum Korrekturlesen vorknöpfen und dann, welch ein Segen, gehe ich heim.

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Ich nehme mit zum Camping… Zeltstangen schonmal nicht.

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Ich sitze in der Gemeinschaftsküche eines Amsterdamer Campingplatzes. An Bastis Smartphone. Ich fasse es nicht; ich verfasse einen Blogeintrag an einem Handy. Ich komme mir vor wie eine Oma, die gerade entdeckt, dass das moderne Zeitalter ja irgendwie doch auch Vorzüge hat.

Mosquitos suchen mich heim und ich sitze hier allein aus dem Grund, dass das Handy noch 50% laden muss, weil ich nachher seine Taschenlampe brauche.

Basti ist mit seiner langjährigen Amsterdamer Freundin jetzt in der Stadt etwas trinken und ich bin äußerst dankbar, dem furchtbaren Schicksal, die beiden zu begleiten, auf die letzte Sekunde entronnen zu sein. Da nunmal leider das Niederländische nicht zu den Sprachen zählt, die ich beherrsche, wurde es mir trotz aller Mühen von beiden Seiten schon während des Essens zu bunt und ich beschloss kurzerhand, weder ihnen noch mir das länger als unbedingt notwendig anzutun. Jetzt freue ich mich auf einen Abend mit Hotel New Hampshire und meinem kuschelig warmen Schlafsack.

Unsere Anreise, Ankunft und Zeit nach der Ankunft gestaltete sich, wie mit zwei Spezialisten von unserer Sorte nicht anders zu erwarten, mal wieder sehr speziell. Angefangen damit, dass wir aufgrund meiner Schusseligkeit zu Hause fast den Zug verpasst haben, gefolgt von den drei Stunden Warten auf den verspäteten Anschlusszug, Bastis verlorenem Geldbeutel keine zwei Stunden nach unserer Ankunft in Amsterdam und nicht zuletzt der traumatischen Erkenntnis, dass er die Zeltstangen daheim vergessen hatte. Ein paar Stunden später hatten wir unser Zelt behelfsmäßig mit Bambus auf- und uns selbst häuslich eingerichtet, hatten uns mit Campingplatz und Umgebung vertrautgemacht und Bastis Freundin auf der Suche nach Bambusstäben zufällig auf ihrer Arbeit besucht. Stellt sich raus, sie arbeitet in der lokalen Gärtnerei.

Ich werde mich jetzt allerdings verabschieden hier; das ganze Berichterstatten verbraucht viel zu viel Akku

Alles irgendwie organisieren. Genau mein Spezialgebiet.

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Ich fühle mich ein bisschen hilflos gerade, weil ich eigentlich die Präsentation für Morphologie machen sollte (mittlerweile habe ich sogar Materialien), aber bis ein Uhr geschlafen habe und bis jetzt nicht weitergekommen bin. Außerdem ist CSD und R hat sich um neun Uhr aus dem Staub gemacht, um sich zum Ort des Geschehens zu begeben. Ich soll auch hin, um 15.30 genauer gesagt, und habe aber bis jetzt noch nichtmal gefrühstückt. Trudis Familie ist da. Sie reden auf Rumänisch miteinander und ich komme mir vor wie ein Fremdkörper in meinem eigenen Haushalt. Und ich komme nicht aus meinem Zimmer heraus, sofern ich ihnen nicht über den Weg laufen möchte. Ich muss mir erst einen ganz genauen Plan machen, was ich in der Küche tun werde, bevor ich mich hier rausbewege.

Da ich in dieser Minute soeben Susmita abgesagt habe und somit offiziell diesen Sommer nicht nach Turku fahre, können die Alternativpläne in Kraft treten. Ich habe mich bei Couchsurfing um einen Schlafplatz in Amsterdam für Basti und mich bemüht; hoffentlich kann der Mensch uns hosten, er hört sich toll an.
Außerdem habe ich einem Menschen für Montag auf Dienstag zugesagt, obwohl ich keine Zeit habe (danke, Morphologie), und einen anderen Menschen auf Basti umgeleitet, der heute irgendwann ankommt, wie’s aussieht. Ich hatte wirklich keinen Nerv, jemanden für eine Woche zu beherbergen, während R ab dem 20. eventuell wieder arbeitet und gerade so ungefähr die letzte freie Zeit seines Lebens verbringt (und das größtenteils hier, was mir nur recht ist und ich nicht die Absicht habe durch Couchsurfer zu sabotieren).

Langsam bekomme ich Kopfschmerzen. Ich sollte was essen gehen und mich dann auf den Weg machen. Präsentation mache ich dann eben morgen und Montag. Argh. Schlechtes Gefühl, sehr schlechtes Gefühl.

Long Live the Fails

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So kommt also mein bisher definierendstes Zitat meines Lebens wieder einmal zum Zuge: Nothing happens the way you plan it. Danke, Ken Follett, für dieses Stück blanke Weisheit, die sich wie ein roter Faden durch mein Dasein zieht, seitdem ich dereinst meine Augen auf das Vorwort von World Without End richtete.

Ich war selbstverständlich nicht in der Lage, mich um 7.12 aus dem Bett zu bewegen, und wer weiß, wo ich jetzt wäre, hätte mir Basti nicht während des zweiten Anlaufs um viertel vor acht völlig brutal die Decke weggezogen. Seine Vergeltung meines Ihn-Weckens kurz zuvor; eine Hand wäscht die andere.

Eine halbe Stunde zu spät tauchte ich also hier in der Uni auf, beladen mit Essen noch und nöcher für den FairTeiler – nicht auszudenken, ich hätte das Zeug wirklich noch mit dem Fahrrad den Berg hochgekarrt! – nur um festzustellen, dass der Morphology-Raum devoid of any form of life whatsoever war. Machte folglich (meiner Art gemäß in mittlerer Lautstärke vor mich hinfluchend) eine Kehrtwendung in Richtung Computer, wo sich meine Vermutung schließlich bewahrheitete: Planks Morphology-Seminar beginnt am 21. April.

Tja, meine Liebe. Hättest du halt zu der nachtschlafenden Stunde vorhin nicht nur den Raum gecheckt, sondern auch das Datum des ersten Termins, wärst du jetzt noch friedlich am Schlafen.

And to top it all off, I crapped my pants. Like, literally. Don’t ask.

Natürlich muss Neurolinguistik heute stattfinden. Warum. Warum. Warum? Ich dachte, die beiden sind Buddies. Wollen sie nicht gleichzeitig mit ihren Kursen anfangen?

Ich hatte etwas weniger als drei Stunden Schlaf. Ich bin vor Regelschmerzen am Krepieren. Und mit bleibt eine Stunde, um mich hier an diesem Ort sinnvoll zu betätigen. Man könnte das Büro vom Kaiser suchen und mit ihm über die Bachelorarbeit reden. Ja, man könnte. Ich glaube, das tue ich. Falls er da ist. Dann lade ich jetzt in aller Ruhe die dreißig Kilo Suppengrün und Radieschen am FairTeiler ab und mache mich dann auf zu ihm. Lang, lang lebe das Failortum.

Edit: Oder einfach mit Kepa schreiben. Oder so. War auch mal wieder überfällig.

Nothing happens the way you plan it.

Badakit…

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… es ist keine gute Idee, um viertel nach vier noch wach zu sein, wenn man einen Tag der Sorte vor sich hat, die ich vor mir habe. Es hat sich trotzdem so ergeben. Und ich weiß auch (ere badakit), dass ich zu einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit diesen Tag irgendwie überleben werde. Vier Stunden und neunzehn Minuten davon habe ich ja bereits geschafft.

Der Plan: 8.15 – 11.30 Uni. Morphology II beim allerhöchstgeschätzten Herrn Plank. Und danach Neurolinguistik bei seinem Kumpel Eulitz. Nicht dass ich gewusst hätte, dass die beiden Herrschaften verkumpelt sind, das musste mir R erst eröffnen. Hätte er es lieber nicht getan; die Aussicht auf einen zweiten Plank in der zweiten Sitzung des Tages macht das Aufstehen nicht gerade erträglicher.

12.00 – 18.00 Arbeit. Oh je, wenn ich da mal nicht vor dem Bildschirm kollabiere.
Dann schnell, schnell für ein Stündchen nach Hause und dann kann ich auch schon wieder los zum Bus, der mich nach München bringt (hoffentlich). Natürlich gibt es viel zu viel, das ich in diesen anderthalb Stunden zwischen Arbeit und Losfahren noch machen muss. VIEL zu viel.

Jetzt hätte ich um ein Haar schon wieder vergessen, nachzusehen, in welche Räume ich da eigentlich nachher muss. Heute habe ich aus dem (verspäteten) Bus noch ganz verzweifelt Daniel getextet, in welchem Raum der Literaturkurs ist, und er hat mir gerade geantwortet, als ich in der Uni angekommen und auf die allerletzte Minute schon fast dabeiwar, mich an einen der Computer vor der Abzweigung zum F-Bereich zu schwingen, wäre denn einer freigewesen. Glück muss man haben.

Basti liegt auf der Klappmatratze und ist out cold. Hilarious war das vorhin; der Gute hat es gestern Abend ein wenig mit dem Alkoholkonsum übertrieben und kam auf dem Rückweg zu sich nach Hause bei mir vorbei, und weil ich noch am Essenversorgen und somit ungeplanterweise um Mitternacht noch wach war, nutzte er diese Tatsache, um sich bei mir einzunisten. Besser is‘; ich glaube, ich schlafe sogar mit seinem Schnarchen noch besser als mit einem schlechten Gewissen von dem Kaliber, wie ich eins gehabt hätte, wäre ich am Ende dafür verantwortlich gewesen, dass er auf dem Nachhauseweg noch vom Bismarckturm gefallen wäre oder ähnliche Kunststücke angestellt hätte. Er hatte sich so schon auf dem Weg hierher oft genug mit dem Fahrrad hingepackt, wie’s aussah.

Und ich war bei Lena grillen. Das war schön. Jetzt werd‘ ich müde. Hurrengoa arte.

Pläne umschmeißen und Veränderungen durchmachen (sonst wäre es doch alles nur langweilig).

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Ich bekomme inzwischen.. ich weiß, harter Verstoß gegen die heilige Anti-Spam-Regel, aber andererseits vielleicht ja auch irgendwo Kompensation für die ganzen entsetzlichen Lücken aus den letzten zwei Monaten – jedenfalls: Ich bekomme inzwischen weitaus bessere Telefonate mit R zustande. Das eben zum Beispiel, oder das vom Freitag, als ich ihn dazu bewegen wollte, sich aus dem Bett zu schwingen und die Sonnenfinsternis zu beobachten (vergebene Liebesmüh; bis er sich seine Socken angezogen und seinen Dübel gebaut hatte, denn wenn man schon auf die Terrasse geht am frühen Morgen, dann nur mit Stil, war das Spektakel schon längst vorbei – er trat also hinaus auf seine Terrasse mit dem Kommentar, es wäre dort taghell). Oder das am Abend davor, wo wir bestimmt eine Stunde damit verbracht haben, uns irgendwelchen sinnfreien Facebook-Quizzes zu unterziehen. Es normalisiert sich. Das hat nun eine Weile gedauert, weil wir einfach den ganzen Monat davor praktisch nie telefoniert hatten; warum auch, wenn man eh permanent zusammenhing.

Ich kann nicht mit Laura zwischen dem 2. und 6. April verreisen, fiel mir heute auf. Und zwar hätte ich mir eventuell vorher darüber im Klaren sein sollen, dass die paar Tage zufällig um das Osterwochenende gestrickt sind, und um Ostern kommt mich Simone besuchen. Zum allerersten Mal, seitdem ich hier unten lebe. Irre, irre. Auf jeden Fall kein günstiger Zeitpunkt, um mich mit Laura aus dem Staub zu machen. Das heißt natürlich auch, dass ich von München aus einfach wieder nach Hause gurke. Jetzt muss ich das Ganze nur noch Laura erklären.

Caro fliegt morgen Früh um neun. Was für eine eklige Uhrzeit. Ich habe ihr den Vorschlag unterbreitet, doch einfach durchzumachen; sie wird immerhin von ihrer Mutter zum Flughafen gebracht und läuft somit nicht einmal Gefahr, Opfer des gleichen Schicksals zu werden wie ihre liebe Freundin Aspi vor ein paar Wochen in einer ähnlichen Situation. Verständlicherweise war sie von der Idee nicht sonderlich überzeugt.

Jetzt warte ich darauf, dass Laura nach Hause kommt, damit sie mich anrufen und von ihrem Glück erfahren kann, dass ich nicht zum geplanten Zeitpunkt auf Reisen gehen kann. Und siehe da, als hätte sie’s geahnt – da ist sie ja schon.

Glück

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Geplant hatte ich für heute, ins SSZ zu gehen und endlich die Rückmeldungsgeschichte zu klären. Stattdessen war ich so umsichtig, nochmal den Verwendungszweck nachschauen zu wollen, den ich eigentlich hätte angeben müssen, und zusammen mit meinem verdrehten auf einen Zettel zu schreiben, um den SSZ-Menschen die Arbeit zu erleichtern, wobei sich herausstellte, dass sie inzwischen meine Zahlung haben zuordnen können, und ich somit nicht mehr hinmusste.

Mehr Zeit für mein köstliches Frühstück! Von unserem überdekadenten Fondue gestern war noch jede Menge Obst übrig, das ich gestern mit Limettensaft in eine Schüssel gefüllt und durchziehen lassen habe; heute wurde noch eine Khaki darübergeschnibbelt (danke, Netto-Container, für diesen Luxus) und fertig war der herrlichste Obstsalat ever. Dazu hatte ich noch eine halbe Riesenmöhre mit dem Rest von Susmitas Frühlingsquark, den sie mir überlassen hat, bevor sie nach Finnland geflogen ist.

Dann habe ich bei der Tafel angerufen – inzwischen kann ich das, ohne mit der Wimper zu zucken! Übung ist alles – und erfahren, dass es so viel zu holen gab, dass wir auf jeden Fall mit Anhänger kommen mussten. Yay. Mein momentanes Gefährt (von Montse ausgeliehen) ist alles außer anhängertauglich – ich bin ja schon froh, wenn ich mich damit ohne Anhänger von der Stelle bewegen kann – und natürlich hatte sich außer mir für heute niemand zum Abholen eingetragen. Ich bin kurz durchgedreht (Trudi, die am Tisch saß und ihren Orsay-Personalfragebogen ausfüllte, hat’s abbekommen) und war gerade dabei, ohne viel Hoffnung in die Gruppe zu posten, ob jemand spontan Zeit hatte, mitzukommen, als mich Montse anrief und sagte, sie könne heute doch mitkommen. Ich habe selten das Leben so sehr geliebt. (Nein, das stimmt nichtmal. Ich liebe es ständig so sehr.)

Auf dem Weg zur Tafel habe ich sogar noch einen Glückscent auf dem Fahrradweg gefunden. Manchmal passieren einem einfach die schönsten Sachen.

Es war abartig viel Zeug heute, was wir abholen mussten – wir haben es ja mit Anhänger kaum geschafft. Eine Mitarbeiterin hatte den gleichen Weg wie wir und hat uns noch Sachen abgenommen und nachher geholfen, das Regal zu füllen. So unfassbar lieb! Und was für Sachen heute dabeiwaren. Säckweise Brot, eine ganze Kiste Tütensaucen, Gemüse, Brötchen, Aufschnitt, Thunfisch.. Veganes Fleisch! Ich habe heute zum Mittagessen Würstchen und Senf gegessen, mit Kartoffeln und Humus, und kam mir so deutsch vor wie noch nie zuvor.

Durch Montse erfuhr ich auch, dass heute Abend Impro-Theater ist – ich habe Lisa in der Uni getroffen, wo ich noch Sachen beim FairTeiler abgeladen habe, und sie gefragt, ob sie mitwill, und Trudi kommt auch mit. Hauptsache es gibt noch genug Tickets. Aber ich liebe Impro-Theater! Ich hoffe, dass es klappt, sonst wäre mein Glückstag von einem Tröpfchen Fail besudelt.

In letzter Zeit träume ich so viel Schwachsinn. Vorgestern Nacht hat Şahin wieder mit mir geredet, nur damit ich feststellen konnte, dass ich es nicht aushielt. Und außerdem war er so warm wie ein Computer mit kaputter Lüftung. Er war gerade dabei, mir etwas auf der Gitarre zu zeigen, als ich aus Versehen an seinen Finger kam und daraufhin zu ihm meinte, „du bist viel zu warm“ – woraufhin er erwiderte, nein, ich sei zu kalt. Wieso bin ich jetzt kalt und dieser Unmensch warm, sag mir das doch mal einer.
Und dann sagte ich zu ihm, er hätte damals ja auch gesagt, dass Caro wie eine Wärmflasche sei, so warm. Und ich erinnerte mich, dass es auch wirklich so war. Sie war immer, immer richtig glühend heiß. Jedenfalls haben wir uns ab einem wenig späteren Zeitpunkt wieder vollkommen ignoriert, wie das immer so ist. Er lief die ganze Zeit irgendwo in dem Traum rum, aber wir ignorierten uns. Wie nicht. Muss ja auch nicht sein, so ein toxischer Umgang. Davon entfernt man sich doch besser.

„trotzdem würdest du drauf eingehen, wenn er mit dir zusammen sein wollen würde, richtig?“, schrieb mir Caro neulich, kurz nachdem sie mir endlich mitgeteilt hatte, was eigentlich losgewesen war da jetzt, und ich mein Bestes gegeben hatte, ihr begreiflich zu machen, dass er ein menschlicher Totalversager ist.

„Ja natürlich, aber hey, das bin ich. Ich bin bekloppt.“

Das ist wohl so. Sie scheint es fertigzumachen. Sie ist auch verbittert.

Ich red‘ kein Wort mehr mit dem in diesem Leben, ich weiß es doch.

„Aber hält dich das davon ab, andere Leute kennenzulernen?“, sagte JO, die als Einzige von diesem Sachverhalt nicht nennenswert schockiert war. Anders als Caro, die es fertigmacht, oder Laura, die mich für obsessiv hält.

„Nee“, sagte ich, „eben nicht, solange er weg ist, so, wie’s jetzt ist.“

Dann war das abgehakt, geklärt, in Ordnung. Dann ist es ja gut.

Eben, so ist es gut.

Tipptod und Ordnung

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Falls mal jemand sehen will, wieso ich jetzt Kopfschmerzen habe (und um dich nicht unnötig zu enttäuschen, es hat tatsächlich mal nichts mit Alkohol zu tun – wobei die Häufigkeit alkoholinduzierter Kopfschmerzen bei mir ja auch zum Glück auch gegen null geht):

Und das alles auf einmal.

Und das alles auf einmal.

Ich hab‘ einfach mal alle meine komplett fertigen und zumindest im Kopf mit fertig ausgefigureter Musik unterlegten Texte an einem Nachmittag (bzw Abend, nach der Probe) abgetippt. Jetzt bin ich matschig und froh, dass das geschafft ist. Ich bin auf dem besten Wege, Ordnung in dieses Chaos einer Songmappe zu bringen, in der ich mich selbst vor lauter Schnipseln hier und da und doppelt und dreifach vertretenen Exemplaren kaum noch zurechtfinde. Nachher muss ich dann noch entscheiden, wie mit den Millionen unfertiger oder melodieloser Texte vorgegangen werden soll.

Oh Shit, mir fallen jetzt schon die ersten ein, die ich noch vergessen habe. Neeeein…

Wie gut, dass ich heute sonst nichts vorhabe.

Morgenstund‘

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14 Stunden. Ich habe ohne Scheiß 14 Stunden geschlafen. Das nenne ich mal ein effizient ausgelebtes Erholungsbedürfnis.

Dementsprechend habe ich auch heute bisher nicht sehr viel erlebt. Chips gefrühstückt und dabei Robert, der morgen über Silvester zu seinem besten Kumpel fährt, Packtipps gegeben. (Er beschwert sich, dass seine T-Shirts zu groß sind und asozial viel Platz wegnehmen, woraufhin ich nicht umhinkonnte, ihn zu erinnern, dass eben dies auf deren Besitzer genauso zutrifft.) Gerade telefoniere ich mit Simone, die mir ein Weihnachtsgeschenk zukommen lassen wollte, was gnadenlos wieder zurückgeschickt wurde – war wohl gerade keiner zu Hause hier, und statt dass sie auf die Idee kommen, es bei Nachbarn abzugeben..

Und Sarah schrieb mir vorhin, dass sie für knapp 260€€ nach Barcelona kommen würde – wir hatten überlegt, Anfang Januar nochmal einen kleinen Urlaub zusammen zu unternehmen, bevor sie am 13. ihren unfassbaren Wunderjob antritt (andere Geschichte – schöne Geschichte – Glück muss man haben!). Daher suche ich demnächst mal für mich nach einer Mitfahrgelegenheit in den schönen Osten und für uns beide nach einer Couchsurfing-Unterkunft. Wenn das klappt! Barcelona ist doch so wunderschön, und ich würde mich freuen, auch sein Wintergesicht einmal kennenlernen zu können. Dann sehe ich vielleicht auch endlich einmal die Sagrada Familia, wozu ich das letzte Mal ja tatsächlich nicht gekommen bin. Dumm natürlich, dass Pedro am 2. herkommt und ich mich mit dem ja eigentlich auch nochmal zusammensetzen wollte (da wir unsere lang geplante Insomniac-Talknight über Facebook schlecht hinzubekommen scheinen) – darauf hatte ich mich gefreut, aber wenn Sarah und ich am 3. schon fahren.. möp. Aber gut, er wird eh in seinen 5 kurzen Tagen Euskadi-Suchtbefriedigung andere, euskadischere Sachen zu tun haben, und irgendwann schaffen wir es schon.

Und ich bin über einen Eintrag gestolpert, den ich Laura widme. Aus Gründen.

warten

Edit: Wir geeeehen nach Barcelooona, nach Baaaarcelona gehn wiiiir! Aaaaawh, ich freue mich!!!

Fail Day

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To-Do List für heute, die offenbar das Leben für mich vorgesehen hatte. Ich hätte ein bisschen daran geändert, hätte ich denn ein Mitschreibrecht gehabt, aber nunja, es sollte nicht so kommen.
Trying to run from trouble, can’t find a place that far..

Zu spät ins Bett gehen, da am Memoisieren gewesen.

Mitten in der Nacht aufwachen mit entsetzlichen Bauchschmerzen. Ibu nehmen, weiterschlafen.

Nicht in die Uni gehen, da die halbe Nacht nicht in der Lage gewesen zu schlafen, völlig matschig und verwirrt und bestimmt nicht in Form für Simultánea.

Um kurz vor zwölf aufwachen und von Sarah informiert werden, dass es zu spät ist für unseren geplanten Ausflug.

Umdisponieren. (Sprich: Frühstück machen gehen, während Sarah am Computer sitzt und Alternativen aussucht.)

Ersten Zug verpassen, da Automat sich weigert, uns die Verbindung buchen zu lassen.

Uns Miranda de Ebro anschauen, einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort Nordspaniens, der mit seinem spektakulär unspektakulären Antlitz und einer winzigen, mit abgewracktem Charme überzeugenden Altstadt lockt, sowie mit einem Bauwerk, das uns, nachdem wir eine halbe Stunde dran entlanggelaufen sind, in der Annahme, irgendwann zum Bahnhof zurückzukommen, nur um dann festzustellen, dass sich noch Kilometer weiter darin keinerlei Lücke auftut, nun auf immer als El Gran Muro de Miranda in Erinnerung bleiben wird.

Die gleiche Strecke zurück laufen.

Pünktlich am Bahnhof ankommen für den Zug zurück um 17.38. Tickets kaufen, ans Gleis setzen, warten.

In den ankommenden Zug steigen.

Uns nach einer Dreiviertelstunde wundern, warum wir nicht langsam mal da sind.

Feststellen, dass es der falsche Zug ist.

Von Sarahs Handy aus Pedro anrufen, um an Enaras Nummer zu kommen, da wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen, und eigenes Handy mit Nummer von Boss zu Hause gelassen.

Von Pedro ermutigt werden, doch weiterzufahren nach Gijón, Endstation des Zuges. Es sei geil dort und er hätte auch Freunde da, die uns bespaßen würden.

Die Idee gar nicht mal so schlecht finden, dann aber von einer wenig begeisterten Sarah erinnert werden, dass unsere Tickets in dem Zug nicht gelten. Aussteigen. Vierzig Euro für Rückfahrttickets ausgeben.

Ankommen in Vitoria, pünktlich gegen Ende meiner Unterrichtsstunde. Zur Akademie gehen, um Situation zu erklären.

Halb von meiner Arbeit gefeuert werden.

Gegenwärtig machen wir ein bisschen Musik zu Erholungszwecken. Gesegnet sei der Erholungswert der Musik.

Alles in allem war es ganz lustig. Immerhin sind wir ja alle noch am Leben.