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So. Ich bin zu Hause, hundemüde, aber (oder vielleicht „und daher“) irgendwo zwischen halb- und viertelwegs guter Dinge, und stehe vor der schlichtweg nicht zu bewältigenden Aufgabe, bis morgen um ein Uhr meine Wohnung aufgeräumt und geputzt sowie mir irgendeine Methode ausgedacht zu haben, die mittlerweile auf sieben Individuen geschrumpfte Mannschaft darin zu beherbergen. Aber das wird schon.

Caro hat mir abgesagt und JO auch, aus Zeitgründen.

Heute Früh war irgendwie unschön. Nach vier Stündchen Schlaf konnte ich kaum meinen Handyweckton als solchen identifizieren und wurde von Panik attackiert, keine Minute nachdem ich es dann doch geschafft hatte, ihn auszustellen. Papa kam rein, um mich zu wecken, aber ich war unfähig aufzustehen. Da hatte es mich offenbar aus dem Hinterhalt mit voller Wucht erwischt, das Ding, das am Abend davor so verdächtig leicht zu zähmen gewesen war.

Ich ging runter, sagte Guten Morgen zu Mama und vergaß in derselben Sekunde, dass ich sie überhaupt gesehen hatte. Unten angekommen stopfte ich mir schnell etwas Müsli rein, während Papa schon im Flur auf mich wartete, um mich zum Bahnhof zu fahren. Auf einmal war Mama unten und ich sagte ihr verwirrt Guten Morgen, woraufhin sie mich darauf hinwies, dass ich dies bereits zuvor getan hatte, und geradewegs in einen depressiven Anfall überging, da sie aus meinem Erstaunen ob ihres Anblicks geschlossen hatte, ich wäre gefahren, ohne mich zu verabschieden (womit sie wohl Recht hat; hätte sie nun tatsächlich noch geschlafen, wäre ich wahrscheinlich ohne sie zu wecken abgehauen. Aber aus Rücksichtnahme, nicht weil sie mir egal wäre. Aber wem sage ich das; ich schätze, dem Rest der Welt ist das klar. Ihr nicht, also befürchtete ich schon fast ein erneutes Drama, aber es konnte ebenso nochmal abgewendet werden). Natürlich hatte sie keinen Schimmer, wie es mir gerade ging. Also könnte ihr gerade nochmal verziehen werden, wie sie meine Verplantheit schon wieder volle Kanne als Beleidigung ihrer Person auffasste. Anstrengend, ich sag’s dir.

Oh Shit. Ich muss schlafen.

Und meine Wohnung saubermachen.

Aber erstmal schlafen, ich bin ja schon gar nicht mehr denkfähig.

Kepa lebt gut, schreibt er. Das ist gut; das ist gut zu hören. Ich frage mich immer noch, wie sie in dem Haushalt so etwas wie eine „gute Grundstimmung“ überhaupt hinbekommen. Umso besser, wenn es trotzdem funktioniert.
Wobei ich mit meinen Eltern ja auch ab und an gute Tage erlebe. (Die ich dann wie Weltwunder feiere, aber trotzdem. Es gibt sie.)
Oder er verdrängt einfach. Was soll man eigentlich auch sonst machen in seiner Lage. Das ist es doch, was wir alle tun. So überleben wir. Deshalb ist Wegsein auch immer so viel einfacher.

Ich bin so müde, ich werde mir jetzt die Ohrhänger rausnehmen und den BH ausziehen und alles Andere einfach lassen, wie es ist. In demselben abgewrackten blauen Pulli schlafen, in dem ich schon die Zugfahrt verbracht habe. (Der absolut in jeder Hinsicht unvertretbare I DON’T FUCKING CARE ‚BOUT ANYTHING, ANYTHING AT ALL bis zum Himmel schreiende Hardcore-Gammelpulli von Cathy, den sie mir in Thousand Oaks geschenkt hat, als ich nichts Warmes dabeihatte und es in California auf einmal rekordverdächtige Temperaturtiefs gab – wie auch nicht; ich war schließlich da – und den ich noch nie zuvor im Leben an Orten anhatte, an denen er den Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen wäre. Aber – richtig, er schreit die Wahrheit – egaler hätte mir das heute nicht sein können.) Den ganzen Kramsch in meinem Bett liegen lassen. Mütze auflassen. Computer vielleicht gerade noch so herunterfahren.

Machen wir das doch.

Alda lan, wie fertig ich bin. Das darf man ja schon fast nicht unterbrechen, so eine kuriose Welt spielt sich in meinem Kopf gerade ab. Wie auch immer sich eine Welt in einem Kopf abspielen kann. Und irgendwie zitiert er mir Kepa und Lisa und Papa, alles Sequenzen aus den Gesprächen vom Freitag. Ich habe zu viel Gespräch geführt am Freitag. Nichtmal zu viele Gespräche, einfach zu viel Gespräch. Das zieht alles in Schwaden an mir vorbei wie wirre Träume.

Träume. Gutes Stichwort.

Ich muss darauf trotzdem noch tausendunddreimal eingehen, vorher lässt es mir ja eh keine Ruhe. Ich kenn‘ mich doch.

Schon wieder Weihnachten? Hilfe…

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Gleich geht’s also schon wieder hoch zu meinen Eltern. Ich freue mich wie eine Wahnsinnige auf die zwölf Stunden Zugfahrt.. nicht.. aber das wird auch überlebt werden. Wie überhaupt ja letzten Endes immer alles überlebt wird, bis man dann doch irgendwann den Löffel abgibt.

Gestern hatte ich meine alten Bandleute zum Essen hier – Sebi ist für ein Wochenende aus Frankfurt runtergekommen und zu dem Anlass ist sogar Chris aus seiner Versenkung aufgetaucht und hat sich mit ihm zusammen hier bei mir eingefunden. Es war schön. Ich habe zwar immer noch das Gefühl, dass Sebi und ich locker einen Award für die awkwardste Kumpelschaft aller Zeiten gewinnen könnten, aber da kann man offenbar einfach nichts machen. Wir sind einfach nie dazu gekommen, uns vernünftig aufeinander einzulassen. Ist wohl auch ganz gut so; der Mensch ist innendrin ein einziges Chaos. (Weil ich auch absolut diejenige bin, die sich das zu sagen erlauben kann, ich seh’s auch so.) Ich war fasziniert von seinen Erzählungen über seine Freundin, Lili, die einfach genau so zu sein scheint, wie ich vermutlich wäre, würde ich mich nicht der Außenwelt zuliebe verstellen. Umso beachtenswerter, dass er sie trotzdem erträgt.

Wir haben dann nach dem (köstlichen!) Essen noch ein bisschen Musik gemacht. Ich habe ihnen mein neues Lied vorgespielt, Esaidazu, und sie waren davon angemessen beeindruckt (immerhin scheint jeder Andere als der hoffnungslose Fall, für den es geschrieben wurde, mir für mein erstes Lied auf Euskera irgendeine Art Bewunderung entgegenzubringen. Was vielleicht daran liegt, dass sie alle nicht merken, dass es sprachlich grenzwertig ist). Sebi konnte es einfach nicht glauben und fragte mich, ob der Text auch irgendeine Bedeutung hätte. Das fanden dann alle sehr lustig. Hach ja.

Da fällt mir ein, ich habe dir bis heute nicht die aktuelle Version gezeigt, die ich gerade noch so aufgenommen hatte, bevor der Luxemburger kam. Jetzt aber.

Peruaner-Pedro war auch noch da und ich gab ihm und Sarah das Weihnachtsgeschenk, das ich ihnen Anfang der Woche noch spontan bestellt hatte – so Handschuhe für zwei, weißt du, wo einer der Handschuhe zu beiden Seiten eine Öffnung hat und man von jeder Seite eine Hand reinstecken kann. Ich musste es ihnen einfach schenken, auch wenn Sarah vor schlechtem Gewissen bald gestorben ist. Ich hatte es mir schon fast gedacht und habe mein Bestes gegeben, sie zu beruhigen. Ich hatte ja von ihnen auch nichts erwartet. Aber ich musste ihnen diese Handschuhe geben. Meine Mutter hat meinem Vater letztes Jahr solche geschenkt, daher kam ich darauf. (Das war auch lustig; ich rief sie an und sagte, hey, woher hattest du eigentlich diese Handschuhe, die du Papa geschenkt hast? Und sie antwortet knallhart, „aus dem Ikarus-Versand. Es gibt sie in schwarz und in rot, aber du musst dich beeilen, die schwarzen sind meistens ausverkauft. Sie haben 19,99 gekostet.“ Und ich war vollends verblüfft, weil ich von ihr überhaupt nicht gewohnt bin, dass sie sich an solche Details nach einem Jahr noch erinnert (anders als beispielsweise Susmita und ich, oder Laura, da wäre es mir weniger komisch vorgekommen) – bis sich herausstellte, dass der Katalog von genau dem besagten Versandhaus ihr gerade ins Haus geflattert war und sie ihre Erinnerung inzwischen aufgefrischt hatte.)

Wie herrlich. Ich hab‘ den Wein von gestern Abend eben leergemacht und es geht mir jetzt wunderbar gut. Viel besser als vorher; ich hatte den größten Teil des Tages Panik und bin nichtmal sicher, wieso. Reisefieber, vermutlich. Es ist schon merkwürdig, wie ich jedes Mal in Panik gerate, wenn ich eine Reise mache. Es ist ja nicht so, als hätte ich in diesem Leben noch nie eine Zugfahrt unternommen. Aber nunja, ich bin halt komisch. Damit muss ich leben.

Oh je. Habe ich dir von Kepas und meinem Fail erzählt? Ewww, ich will gar nicht dran denken. Im Endeffekt beläuft es sich darauf, dass er mit meiner Definition von Zuhause nicht vertraut ist und sich daraus ein horroriges Missverständnis ergeben hat, als dessen Konsequenz er jetzt bis zum vierten Januar bei seiner Familie hängt und ich Silvester noch eine Person weniger bei mir habe. Ich kann es nicht glauben – was für ein Riesenfail. Mir wird bald schwummerig, wenn ich nur dran denke. Ich hätte nicht im Traum dran gedacht, dass man „bei mir zu Hause“ irgendwie anders verstehen könnte als „an dem Ort, wo ich lebe“. Das ist ja bei mir allgemein das Problem. Spätestens seit meiner Heimatkrise letztes Jahr und vor allem seit meiner Rückkehr aus Vitoria bin ich hier einfach so fest verwurzelt, dass ich gern mal vergesse, dass der Rest der Welt mit Zuhause auch gern den Wohnhort ihrer Eltern betitelt.

Ich war ein wenig erschreckt, muss ich sagen, davon, wie er damit umging. In erster Linie klang es so, als hätte er Angst, dass ich mich gleich aus dem nächstbesten hochgelegenen Fenster stürze. Was an sich nicht verwunderlich ist; nachdem ich ihm eröffnet habe, dass es mir über längere Zeit nicht so großartig ging, kann ich mir denken, dass man so einer Person mit depressiver Vergangenheit und entsprechenden Tendenzen keine sonderliche Stabilität zutraut. Falls er allerdings wirklich dachte, dass mir das Ganze schlechte Laune bereiten könnte, wäre „geh dich jetzt nicht suizidieren“ vielleicht auch nicht gerade das gewesen, was er hätte von sich geben sollen. Also setzen wir uns auf die Liste „What to Teach your Kumpel Slash Stecher“: Dealing with Depressed People 101.

Es ist viel, viel, viel zu wenig Zeit bis fünf Uhr.

Amoklauf, Amoklauf, Menschenleben gehen dabei drauf.

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Weniges auf dieser Welt irritiert mich mehr als Leute, die Blogs aus der Sicht ihrer Hunde schreiben.

Eigentlich ist das komplett falsch, mir sind Blogs aus der Sicht von Hunden recht egal. Nur wenn ich anfange, darüber nachzudenken, bekommen sie einen irritierenden Beigeschmack.

So viel dazu. Sehr viel mehr hab‘ ich auch eigentlich nicht zu sagen gerade, außer vielleicht, dass mein Fluchtplan für den 26. steht, Life Starts Now von Three Days Grace ein ausgezeichnetes Album ist und ich schreibblockiert bin.

Weil ich das auch so gut gebrauchen kann gerade.

Aber wann kann man schon eine Schreibblockade gut gebrauchen.

Wenn ich zu JO fahre, muss ich wohl Strawberry mitnehmen und sie dann für ein Jahr bei ihr einlagern. Ansonsten müsste ich die Woche bei ihr ohne Gitarre verbringen, worauf ich wenig Lust habe. Falls ich nochmal hierherkomme, bevor sie nächstes Jahr aus Argentinien wieder daist, muss ich halt Night wieder mit hochnehmen. Diese ganze Pendlerei mit Gitarre hat immerhin zum Vorteil, dass man im Zug was zu klimpern hat, vorausgesetzt, es sind nicht zu viele Leute um einen herum.

Fast…

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fertig mit Packen. Beziehungsweise fertig gepackt und fast fertig geputzt. Jetzt wird noch gestaubsaugt (besorgniserregend, dass das Wort gerade wirklich einfach genau so rauskam), mein Fenster und das Bad geputzt, und in einer Stunde und 47 Minuten kommt mein Bus.

Meine Güte, war das ein Krampf. Hätte mir Susmita nicht stundenlang noch geholfen, ich hätte ja keine Chance gehabt, damit je rechtzeitig fertigzuwerden.

Mein Gepäck wiegt bestimmt ein paar Tonnen.

Das wird lustig.

Es ist ein irrer Sternenhimmel draußen. Ich hab vorhin noch das Altpapier rausgebracht und mich kurz im Hinterhof auf den Boden gehauen, um den Anblick genauer zu betrachten. War lohnenswert. Auch wenn meinem schmerzgeplagten Körper das Aufstehen nachher schwerfiel.

Mein Zwischenmieter, Atanas, zieht morgen schon ein. Er wird dieses Zimmer in einem Zustand vollkommener Reinheit vorfinden, den es seit meinem Einzugstag nicht mehr erleben durfte. (Davor wahrscheinlich auch nicht, wenn ich mich mal so daran zurückerinnere, wie hier alles geklebt hat, als ich reinkam.)

Wenn alles gutgeht, bin ich gegen fünf Uhr bei meinen Eltern.

Eigentlich wollte ich ja meine Hausarbeit während der Fahrt schreiben. Da meine Putz- und Packaktivitäten sich jetzt ja aber doch wieder ein wenig nach hinten verschoben haben, werde ich die Zeit wohl doch eher zum Schlafen nutzen.

In dem Sinne, GNOM.

Leaving Home, Going Home.

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Meine Ärztin hat mich vorhin angerufen und verkündet, dass alles perfekt ist. Blutwerte, Leberwerte, Schilddrüse, alles. Besser geht’s nicht, sagte sie. Das freut mich doch zu hören. Sehr sogar. Das heißt auch, mit den Medis ist alles in Ordnung und ich kann sie weiter nehmen. Aber es hätte mich auch gewundert, wenn bei der Untersuchung etwas Schlechtes zu Tage gekommen wäre, sowas sagt mir normalerweise schon immer mein Instinkt. Oder zumindest wenn ich ihn frage, hey, ist eigentlich alles in Ordnung? – dann macht er einen gründlichen Scan und schickt mir dann ein größtenteils verlässliches Ergebnis. Neben jedem Antivirenprgramm kann der sich sehen lassen; ich wüsste gar nicht, wie man sich ohne das Gefühl vorkommen sollte, über den Zustand seines Körpers gut bescheidzuwissen.

Gepackt habe ich auch schon komplett. (Oder so komplett es halt eine Nacht vor Abreise geht.) Und für morgen Abend bin ich schon mit Chris und Sarah verabredet; auf den Flohmarkt wollen wir gehen und danach in den Pub, und Susmita habe ich auch gleich versucht zu überreden, mitzukommen. Ob das geklappt hat, werde ich erfahren, wenn ich morgen abend die Wohnung betrete – bis dahin habe ich keine Möglichkeit, ihre Antwort bei Facebook zu lesen. Muss ja nicht jeder ein Smartphone besitzen.

Wobei ich eventuell demnächst zumindest ein Handy bekomme, das sich einwandfrei als diesem Jahrtausend entstammend identifizieren lässt, das alte Bank-Handy von meinem Vater nämlich, wenn er vom Handybeauftragten der Abteilung (/Filiale? So klein, wie die ist, brauchen sie bestimmt eigentlich nicht mehrere Handybeauftragte) bescheidbekommt, ob das denn möglich ist.

Und ich merke gerade, jetzt komme ich schon wieder von Hölzchen auf Stöckchen, da werde ich lieber mal Feierabend machen, mir noch den Film angucken, den ich seit Tagen im Browser offen habe und aber anzusehen bis jetzt nicht geschafft habe, und dann ins Bett gehen. Schön früh, damit es morgen auch keine Hektik gibt.

Und dann fahre ich nach Hause!!!
Während Laura Deutsch-Abi schreibt und Robert seine Mathe II-Klausur, werde ich im Zug sitzen und Sonnenblumenkerne essen und mich ganz unglaublich darauf freuen, endlich wieder zu Hause zu sein.

Oblivion

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Ach, ich freue mich. Der Tag gestern war anstrengend, weniger körperlich als stimmungstechnisch, und heute ebenfalls, bis jetzt. Hier zu sein gibt mir viele Anlässe zu vielen Überlegungen zu ganz vielen Sachen, die ich gerade alle erfolgreich ausgeblendet habe, worüber ich sehr froh bin. Ich habe die Zugfahrt gut überstanden, wenn es auch durch meinen Fail gestern recht chaotisch wurde. (Der Fail: Ich hatte ja vor, durchzumachen, war dann aber zu früh mit Packen fertig, hatte nichts mehr zu tun, habe mich so weit wie möglich fertiggemacht und zum Schlafen hingelegt. Nach eineinhalb Stunden hat der Wecker geklingelt; ich hatte gerade geträumt, JO wäre noch bei mir im Zimmer, und habe schnell den Wecker ausgemacht, um sie nicht zu stören, bin dann wieder eingeschlafen und um 10.07 wieder aufgewacht – eine Minute nachdem mein Zug abgefahren war.)

Morgen werde ich mich mit Julia und Simone in Hamburg treffen und abends hole ich mit meinem Vater zusammen Mama vom Flughafen ab. Vermutlich bin ich ein schlechter Mensch, weil ich mich nicht mehr darauf freue, dass sie wiederkommt. Aber mir reicht schon die abgemagerte, eingefallene Gestalt, die mal mein Kater war, die hier rumstromert; noch so ein Ding wird meine Nerven vermutlich vollends überstrapazieren. Nunja. Harren wir einfach der Dinge, die da kommen. Und genießen jetzt erstmal die segenvolle zeitweise Gedankenlosigkeit.

Nachgedenke, Nachtgedanke

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Ooh je. Ich hätte doch vorher packen sollen. Jetzt noch anzufangen ist auch nicht wirklich verlockend. Also jetzt die To-Pack List erstellen und nachher kopflos und ohne Hoffnung auf Vollständigkeit umsetzen.
Ich denke über Perspektiven nach. Und darüber, ob ich meinen Computer für die zehn Tage mitnehmen oder hierlassen sollte. Und darüber, wie unglaublich komatös müde ich bin. Und darüber, dass mein Zimmer eine Müllhalde ist und ich mich unwohl dabei fühle, den armen Serj nächste Woche darin übernachten zu lassen. (Er ist drauf angewiesen – „Vergiss nicht, dein Zimmer nicht abzuschließen“, sagte er dazu vorhin noch.)

Rekatapultieren wir..

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Mir geht’s eigentlich gut, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, den Verstand zu verlieren.

JO ist wieder weg; ich habe sie vorhin zum Bus gebracht (im Bus – und bin dann einfach drin sitzengebliegen und wieder nach Hause gefahren, sehr praktisch).

Heute früh um acht war ich beim Arzt, um mir Blut abnehmen und EKG machen zu lassen. Ich hoffe, mein Schlafmangel und daraus resultierender Null-Kreislauf hat die Werte nicht verfälscht. Ich war ja wie tot. Es wurde auch spät gestern. (Naja, heute.) Joji war da und wir haben mit Sarah und JO veganes Schokomousse gemacht. Nachdem Sarah wegwar, haben die beiden Jos bis weit nach ein Uhr ihre beiderseitig extrem ausgeprägte Diskussionsfreudigkeit ausgelebt, während ich dabeisaß, ab und an mehr oder weniger qualifizierte Äußerungen beigesteuert und mit meinen übermüdeten Augen rapide Klimperbewegungen ausgeführt habe, um die Schmerzen zu lindern. (Ich konnte ja wegen der Blutabnahme keinen Energy trinken, sonst hätte ich das bereits am Morgen getan und mir einen ziemlich schlappen Tag erspart.)

Freitag und Samstag waren auch sehr schön; wir waren zuerst einen Tag in der Stadt bei herrlichstem Frühlingswetter, vorgestern mit Serj und Sarah was essen und nachher im Pub, und gestern haben wir eher gegammelt und nachmittags war noch Bandprobe. Chris war noch zu erkältet, um für das Mousse nachher zu bleiben, aber die Probe selbst hat er tapfer durchgehalten.

Jetzt habe ich Panik. Das ist der Grund, aus dem ich mir vorkomme, als wäre ich am Durchdrehen; es hat sich bei mir so entwickelt, dass ich es nicht gut vertrage, wenn jemand weggeht. Alleinesein, meistens kein Ding mehr. Alleingelassenwerden, absolut böse. So dumm eigentlich. JO kommt wahrscheinlich im Juni sogar nochmal her. Weil wir uns sonst dieses Jahr gar nicht mehr sehen würden. Aber darum geht es ja gar nicht.

Und ich habe einen Schwachsinn geträumt; ich war bei Şahin in der Hochschule, irgendwie habe ich am Rande mitbekommen, dass er ja die ersten Semester nicht so gut beisammen war und SGRom gefailt hat (also eigentlich das, was ich in den ersten Semestern getan habe, bloß dass ich es immerhin bestanden habe). Inzwischen hatte er sich aber gebessert. Ich bin durch das Gebäude gelaufen, als Beobachter, es war der erste Tag im neuen Semester und ich bin zwischen den verschiedenen Trakten hin- und hergetigert. Am Ende bin ich Şahin tatsächlich auch über den Weg gelaufen; er stand ein bisschen oberhalb von mir und ich war auf einer Art breiter Treppe und habe flache, glasig-grünliche Steine aufeinandergestapelt, die nach oben hin kleiner wurden. Dabei dachte ich, ich würde ihm dadurch demonstrieren, dass es mir kein Problem bereitet, nicht mit ihm zu reden. Gleichzeitig war mir allerdings klar, dass allein die Tatsache, dass ich dort war und Steine aufeinanderschichtete, mir selbst das Gegenteil bewies.

Jetzt werde ich mal für morgen packen gehen.
Hach, als wenn; ich sitze so gemütlich hier im Bett, ich werde wahrscheinlich nicht vor neun Uhr abends anfangen zu packen. Aber was muss ich auch schon groß packen. Hoch geht’s immer einfach, nur wenn ich wiederkomme, werde ich wieder genug zu schleppen haben. Meine Nähmaschine wollte ich hierher verlagern, und meine Anlage, unter Anderem.

Eigentlich geht es mir ziemlich gut. Darüber freue ich mich unglaublich.