Schlagwort-Archive: Perfektionismus

Thanks, Wikipedia, I really needed that.

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taxonomy

… You don’t say. I’m officially shell-shocked.

Irgendwie konnte ich mir schon denken, dass eine Taxonomy nicht wirklich etwas mit ausgestopften Tieren zu tun hat, vielen Dank, wirklich. Oh Mein Gowai.

Ich bin auf dem besten Weg, mich ins Koma zu saufen, weil ich ansonsten nichts zustandebringe. (Man sieht allein daran, dass am unteren Ende des Bildes noch so halb abgeschnittene Buchstabenreste kleben, dass ich nicht mehr so ganz bei mir sein kann. Aber das ist ja auch genau der Sinn: Perfektionshirn mit dem Hammer betäuben.)

Zwischendurch habe ich mich von Basti ablenken lassen, der mir Texte auf Observer-Schrift geschickt hatte, die ich entziffern sollte. So ein Mist aber auch. Als hätte er geahnt, dass seine Fringe-Partnerin neue Schriften über alles faszinieren und sie ganz sicher nicht dazu befähigen, in Ruhe weiter das baskische Paper querzulesen, um herauszufinden, ob es den ethischen Dativ im Baskischen nun gibt oder nicht. (Auflösung: Es ist nicht klar. Sie wissen es selber nicht, die Deppen.)

Jetzt geh‘ ich aber weiter die Tatsache ausnutzen, dass mein Perfektionszwang von einem flüssigen Hammer aus Bier, Wein und Limoncello betäubt wurde.

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Kampf der Blockade: I’ve got a thesis to write.

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Wenn du mal wieder feststellst, dass jemand dich besser kennt als du selbst.

Knows-me-better-than-I-know-myself

Ich sag dazu mal: Nagel auf Kopf, Kepatxo.

Daran werde ich mich jetzt versuchen zu halten. Einer der Nachteile daran, nicht mit einem Hammer in der Hand durchs Leben zu gehen, ist eben auch der, dass man nicht so schnell etwas zur Hand hat, um das Perfektionshirn zu betäuben. Verdammt, vielleicht hatte der Ukumensch Recht und ich sollte mir wirklich einen zulegen.

Also dann. Vorwärts! Segi aurrera!

Summer Pt. 2

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Meine Demo ist fertig.

Nunja, obwohl, was heißt fertig. Nichts ist je fertig. Und vor allem dank der latent (danke, Laura, jetzt fange ich auch damit an) penetranten ukumenschlichen Stimme in meinem Kopf, die mir vor lauter Perfektionsanspruch bald den Verstand raubt, ist es anstrengend, mit irgendetwas zufrieden zu sein, das nicht so klingt, wie ich es haben will. Also müsste ich theoretisch mit allem unzufrieden sein. Das ist aber Schwachsinn, daher freue ich mich einfach mal, ein Liedchen zusammengebaut zu haben, das zumindest meinen Durchschnittswert um Längen übersteigt.

Überhaupt seit so langer Zeit mal wieder ein Liedchen zusammengebaut zu haben. Meine Güte, wann war denn Reality – das muss ewig her sein, da war ich bei Simone in Rostock und es war kalt. Jetzt ist es wieder kalt – ich habe einen ganzen Sommer lang gelebt, ohne irgendetwas zusammenzubauen. Daran war nicht nur die besagte motivationskillende Stimme Schuld, sondern in erster Linie das ganze Leben, das ich zu schaffen hatte. Wie gut, dass ich langsam zur Ruhe komme.

Und wie passend für das Lied, dass es wieder kalt wird. Wie äußerst passend.

Ich mache dann heute Abend das Textvideo – falls ich Zeit dafür habe. Aber ich werde Zeit haben; Freitag habe ich frei und kann dementsprechend schlafen gehen, wann immer ich möchte. Oder eben nicht schlafen gehen.

Und, wuhu, es war so schön gestern bei Sofie. Ich bringe ihr jetzt den Entertainer bei – die vereinfachte Version, die ich selbst zu Zeiten gespielt habe, als meine Hände noch nicht einmal groß genug waren, um eine Oktave zu greifen. Ich liebe es, wie ich meine ganzen alten Stücke durch sie wieder lerne. Und wie einfach es jetzt geht. Und dafür dann noch Geld bekommen. Oh, es ist doch alles herrlich.

Pechphoenix

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Glück muss man haben.. mir wurde irgendwann zwischen vorvorgestern und gestern Abend mein Leihfahrrad vor der Haustür weggeklaut. Somit bin ich jetzt geld-, busticket- und fahrradlos. Hoffentlich nicht für lange; Serj hat mir geschrieben, dass ich meins am Wochenende bei seiner alten Wohnung abholen kann. Na wollen wir’s hoffen.

Was ist das für ein entsetzlicher Font hier auf einmal, es ist alles so.. anders. Ih. Ich mag es nicht, wenn sich Sachen so ändern. Und dann noch grundlos.

Es gibt zu viele Sachen, die ich tun muss. Meine Bankkarte ist zwar gesperrt, aber ich habe die Bank noch nicht informiert. Meinen Perso und die Versichertenkarte muss ich als verloren melden und jeweils neue beantragen. Einen neuen Studenten-, Foodsharing- und sogar einen verfickten neuen Organspendeausweis brauche ich. Bei der Gelegenheit könnte man dann gleich auch mal seinen 2011 abgelaufenen Reisepass erneuern – schaden kann’s ja nie, denke ich mir einfach mal so. Einen Psychiatertermin muss ich machen. Und ich war seit Jahren nicht mehr beim Zahnarzt; ich sollte Mama bitten, mir das Bonusheftchen runterzuschicken, und mir endlich mal hier einen suchen. Langsam kann ich nicht mal mehr vor mir selbst mein Nichthingehen mit einem vorgeschobenen Mangel an Belastbarkeit rechtfertigen.

Vorhin habe ich mit meiner costarricanischen Familie geredet; es war sehr, sehr lange her und es war Zeit.. und schön war es, so schön, und vor allem kann ich ganz anders mit ihnen reden seit diesem letzten Jahr. Da ist es mir fast schon egal, ob ich mal einen Fehler mache. Und überhaupt, was ich sage. Nicht wie damals, als ich dawar. Bis hin zum Schluss habe ich es einfach nicht gelernt, das angstlose Reden, und mehr noch, das angstlose Sein. Ein umso größeres Wunder ist es daher für mich, dass sie mich immer noch genauso lieben wie ich sie. Sich an alles erinnern und mir mit jedem Wort das Gefühl geben, nach wie vor Teil der Familie zu sein. Selbst wenn ich mich nur im Halbjahrestakt dazu überwinden kann, mit ihnen zu reden. Wieso auch immer. Ich bin merkwürdig und habe ein paar ganz dämliche Probleme, ich weiß schon.

Aber trotzdem. Sollte ich auch manchmal merkwürdig sein, vergiss einfach nicht, du redest mit einer Einjährigen. Dafür mache ich mich doch eigentlich schon ganz ordentlich.

Und um.

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Es wurde mir eigentlich erst gegen Ende des Euskera-Kurses richtig bewusst, als wir alle, Inés‘ mitbegrachtes Brot mit Käse und Membrillo essend, in der Mitte des Raumes um die vollgekrümelten zusammengeschobenen Tische herumstanden und sich auf einmal ganz rapide eine irgendwo zwischen ausgelassen und nostalgisch schwankende Abschiedsstimmung unter uns ausbreitete – es ist tatsächlich vorbei.
Auf dem Weg von Euskera zum letzten Mal Traducción Alemán-Español schlug die Erkenntnis bei mir wie eine (hämisch klingelnde) Bombe ein und ich konnte mich kaum auf Saskias gewohntes Geblubber neben mir konzentrieren. Sachen zum letzten Mal tun liegt mir nicht. Deswegen bin ich immer wieder erleichtert, wenn letzte Male unbemerkt an mir vorbeigehen. Egal wie sehr ich mir vorher auch gewünscht haben mag, es würde aufhören – ich war sogar in meiner letzten Mathestunde nostalgisch, das dürfte eigentlich schon alles sagen. Einfach das Wissen, dass es nie wiederkommt. Ich kann manchmal kaum damit leben.

Was mache ich nur erstmal, wenn ich alt bin. Ich habe diese entsetzlich nostalgische Ader seit dem ungefähren Alter von neun Jahren (mit dem Ende der Grundschule und somit dem Einsetzen einer einschneidenden Veränderung konnte sie sich erstmals richtig breitmachen; ich kann schon froh sein, dass ich den Umzug aus Berlin, als ich vier war, nur so am Rande mitbekommen habe, sonst wären mir wahrscheinlich weitere vier Jahre des irrationalen Zurückwollens nicht erspart geblieben) und jetzt schon manchmal den Eindruck, vom fortwährenden Verrinnen der Zeit schier zerquetscht zu werden. Jedes Fitzelchen Veränderung.. und das Tollste ist, wenn ich mir jetzt mein eigenes, wunderbares, in einem raren Moment inneren Friedens erarbeitetes Lied anhöre, welches an sich beruhigendes Potenzial hätte, ende ich wahrscheinlich.. ich will nicht wirklich wissen, wo. Genau das meinte ich ja, ich hab Angst vor den Songs, sie werden zu Zeitkapseln.

Dabei hab‘ ich doch sogar noch heute früh mit Caro über den Song geredet. Was wieder in einer Analyse der Gesamtsituation endete, natürlich – und einer interessanten noch dazu; im Gegensatz zu Gesprächen mit anderen, unendlich geschätzten Leuten tendiere ich dazu, mich beim Reden mit ihr bis heute nicht vollständig blankzulegen. Das Verstellen inmitten der ganzen Wahrheit, wie deutlich ich es im Nachhinein raushöre.

Caro 19.12.13

Caro mit ihrer hypertaktvollen, Nagel-brutal-auf-den-Kopf-treffenden Art. „Also das heißt, du musch in Zukunft.. nur mit Fraue zammearbeite oder was… Alles Andere wird schwierig. Außer es verliebt sich mal einer zurück.“
Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Jetzt hat gerade Dani bei mir geklopft und gefragt, ob ich einen Dolmetschjob gebrauchen kann – morgen in San Sebastián, 9am-2pm, 200-300€ Bezahlung. Warum nicht, sagte ich ihm und cancele jetzt im Geiste meine ambitionierten Pintxo-Pote-Pläne mit den anderen Erasmusleuten für heute Nacht auf ein-zwei Weinchen und ein paar Stunden weniger herunter.

Again – ein Experiment

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Oh wow.

Wieder einmal ein Eintrag, den ich den Ukumenschen nicht sehen lassen möchte, diesmal einfach weil ich es ihm gerne selbst zeigen will, „persönlich“ – ich habe etwas so Verblüffendes getan, dass ich Schwierigkeiten habe, es selbst zu verstehen. Ich habe einen Song mit Cajón und Ukulele aufgenommen. Also insgesamt mit Cajón, Uke, Gitarre und Vocals.

Das ist für mich, den „bei mir reicht’s halt nur zu lausigen Gitarrenbegleitungen“-Mensch, eine unglaubliche Entwicklung, und auch wenn ich doch ziemlich sicher bin, dass meine Fähigkeiten in der Richtung noch ausbaubedürftig sind und meine gerade in Arbeit befindliche Memo genau das nur allzu detailreich widerspiegelt, bin ich einfach so hyperstolz!

Das Bittere ist, wenn ich sie dem Ukumensch zeige, muss ich damit rechnen, dass er zuerstmal die Qualität bemängelt und dann die Ausmaße meiner Begeisterung nicht nachvollziehen können wird. Ich muss es also schon mit der Anmerkung hinschicken, dass ich weiß, dass es nur eine Grottenmemo ist. Und dass es aber ums Prinzip geht, um die Sache an sich, die Tat an sich. Die Tatsache, wenn man so will.

Vieleicht sollte ich ihm die dem Song zugrundeliegende Situation aber nicht erläutern, siehe das (immer noch undiskutierte) fatale Potenzial. Was ich mir schon wieder für Hirngespinste zusammendenke, wirklich, was so eine Bemerkung bei mir im Kopf anstellen kann. Schlimm schlimm schlimm.

Es ist jetzt wohl ein bisschen spät, um die noch fehlenden Uke-Teile aufzunehmen, aber das wird bald erledigt – ich platze halb vor Ungeduld.

Destinations Unknown

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Liebe Welt, oder lieber Teil der Welt, der diese grandiose Verkündung zufällig erblickt. Anders gesagt, um die zehn-zwanzig-dreißig Menschen und neuerdings ein paar hundert Bots (was das aber auch soll, frag ich mich wirklich).

Um das einmal festzuhalten: Ich bin ziemlich verblüfft über die Ereignisse der vergangenen Wochen. Von irgendwoher schneit hier ein Mensch herein, der sich meiner Songs annimmt und ihnen nicht nur hilft, zu etwas zu werden, zu dem ich sie alleine nicht in Jahrhunderten hätte machen können, sondern mich gleichzeitig – notwendigerweise – daran erinnert, was Ansprüche an sich selbst eigentlich bedeuten.

Irgendwann hatte ich, glaube ich, meine Vorstellung von Perfektionismus schonmal erläutert. Meine Zugehörigkeit zur Gruppe der verzweifelten Perfektionisten (denen, die wollen, aber nicht können) hat mir immer Sorgen gemacht, bis ich unter Kämpfen und Qualen gelernt habe, nicht immer so immens viel zu erwarten. Zu Unrecht, wie ich langsam merke, denn wenn ich mir alleine das anhöre, was ich in den letzten Jahren an Musik produziert habe, kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln.

Es ist ja völlig in Ordnung, sich selbst zu verzeihen, dass man irgendwelchen unrealistischen Ansprüchen nicht genügen kann. Aber solange es doch im Bereich des Machbaren liegt.. Und ich war ja mit jedem einzelnen Ergebnis unzufrieden, bloß habe ich das nie zum Anlass genommen, das nächste Mal eine bessere Arbeit zu machen.

Nun ist Destinations Unknown (fast) fertig, ein Song, der vor genau einem Monat noch allein als ein paar kaum hörbare, zwischen Busgeräuschen verschüttete Wörter und Töne auf einer Speicherkarte existiert hat.

Sehr viel habe ich zu seiner Vervollkommnung zwar letztendlich nicht mehr beigetragen, aber immerhin weiß ich heute, dass ich in der Lage bin, zumindest akzeptable Basistracks zu Aufnahmen auf einem höheren Niveau beizusteuern, als ich vor Kurzem für möglich gehalten hätte. Und statt (wie es zweifellos ein paar Jährchen zurück der Fall gewesen wäre) mich fertigzumachen und mir einzureden, dass ich nicht fähig genug bin für Kollaborationen von diesem Kaliber, kann ich einfach mal wieder die Ansprüche ein bisschen hochschrauben, der ewigen an Lethargie grenzenden Trägheit entgegenwirken, die mich seit jeher in diesem Haus umfängt und sich weit darüber hinaus in mir festgesetzt hat. Glücklich bin ich natürlich nicht mit meiner Arbeit, aber das zu erwarten wäre wiederum unrealistisch. Ich beobachte lieber die enormen Entwicklungssprünge, die eine Zusammenarbeit mit den richtigen Personen so hervorruft.

Alles warm und schön!!

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Ooooh, es ist soweit, es ist wieder Flohmarktwochenende! Und das unglaublichste Wunderwetter noch dazu, genau wie letztes Jahr. Ich bin jedes Mal völlig aus dem Häuschen, wenn ich mich in die Sonne stelle und mir die Haare auf dem Kopf zu brutzeln anfangen. Oh herrliches Leben.

Ich war gestern mit JO am Fluss und habe mir von ihr ein paar Seiten Syntax vorlesen lassen (und mich danach mit zwei Kapiteln Harry Potter auf Spanisch revanchiert). Absoluter Luxus, dabei in der Sonne zu liegen, Augen zu und Gesicht der Hitze entgegen. Außerdem habe ich ungeschwefelten Wein für meine Essigmuttern gekauft, wobei der Weinmensch in dem Laden meinte, es wäre völlig egal, was man für welchen benutzt. Ich hoffe nur, meine Muttern waren noch nicht ausgetrocknet.

Fechten war extrem anstrengend gestern, aber ich bin trotzdem froh, dass ich hingegangen bin. Es gibt dort, genau wie damals, als ich im Verein war, einen Trainer, der sehr streng und pingelig ist (in etwa wie ich, wenn ich Leuten etwas beibringe) und eine Trainerin, die einfach nur nett und locker ist und einem viel mehr durchgehen lässt. Ich habe gestern viel mit dem perfektionistischen der beiden zu tun gehabt und habe mich, auch wenn man natürlich keine Chance hat, bei ihm alles richtig zu machen, immer besonders gefreut, wenn ich gelobt wurde. Ich mag solche Lehrer. Das bestätigt mich auch, selbst meine Ansprüche an meine Schüler nicht zu senken.

Gestern Abend waren JO und ich containern und haben eine unglaubliche Menge an Gemüse, Pilzen und Radieschen erbeutet. Dazu noch einige Bananen, die wir schon vollständig zu Milchshakes und vorhin noch Bananenbrot verarbeitet haben (welches JO gerade aus dem Ofen holt, um zu sehen, ob es inzwischen fertig ist – wegen der ganzen Bananen haben wir das Rezept verdoppelt und es braucht ewig und drei Tage).

Gleich ist Teeparty! Und danach ist FLOHMARKT!

Ich tue nichts für die Uni.

Oh je.

Open Endings

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Hier.

[An dieser Stelle war mal das Open-Endings-Video, welches, wie man sich denken kann, aus Grottigkeitsgründen wieder vom Antlitz des Internets getilgt wurde.]

Ich hab’s doch noch gestern Nacht fertiggemacht, also eigentlich heute Früh. Gut, dass meine Klavierschülerin heute nicht kann und ich erst morgen aus dem Haus muss. Mein Rezept für die Cipralex-Tabletten wollte ich auch schon verlängern heute, habe dabei aber außer Acht gelassen, dass gerade Mittagspause ist. Also hole ich sie mir wahrscheinlich einfach morgen.

Gestern sind mir so wunderbare Sachen widerfahren – ich habe heute Morgen, als ich wieder mal um fünf Uhr nicht einschlafen konnte, noch gedacht, wie dumm ich eigentlich war, nichts davon gestern in dem Eintrag zu erwähnen. Aber hey, man kann ja nicht an alles denken. Und selbst wenn man dran denkt, manchmal ist gerade einfach nicht die richtige Zeit.

Aber jetzt! Und zwar. Ich habe von der Auslandskoordinatorin der Universidad del País Vasco eine Mail an unsere Koordinatorin hier in Deutschland weitergeleitet bekommen, die besagt, dass sie mit viel Vergnügen im nächsten WiSe wieder Leute von der Uni hier aufnehmen. Damit bin dann wohl ich gemeint – mehr gibt’s ja nicht dieses Jahr. Ich bin fast schon offiziell angenommen! Kontaktiert werde ich dann irgendwann im Mai; einschreiben kann ich mich bis Juni.

Jetzt, wo Sarah eingewilligt hat, vielleicht meine Schüler zu übernehmen, während ich wegbin, sehe ich dem Ganzen auch schon wieder größtenteils superpositiv entgegen und freue mich! Und das Semester geht nur bis Anfang Januar, wie ich das verstanden habe; ich bleibe also vermutlich nur bis Ende Januar und bin dann schon wieder zurück! Weißt du, was das bedeutet? Richtig, einen Monat eher meine Schüler wieder, einen Monat eher meine Band wieder, einen Monat eher mein Zuhause wieder und vor allem, einen Monat länger Ferien! Oh Mein Gowai, wenn das mal alles so klappt.

Und wo wir schon bei Sarah sind. Rate, wer mir gestern als vermutlich (zumindest einem der) ersten Menschen ever eine Eigenkreation von sich vorgespielt hat. Ich fühle mich so geehrt. Und sie ist gut! Ich hoffe, ich habe ihr Mut gemacht, sich ein bisschen der Idee zu öffnen, ihre Sachen der Welt nicht vorzuenthalten. Sie ist ebenso perfektionistisch wie ich und meint, sie wäre immer noch damit unzufieden. Dabei war es so schön. Und immerhin ist sie wirklich gut; sie müsste doch eigentlich sogar ihren eigenen übertriebenen Ansprüchen genügen.

Ich selbst bin ja inzwischen viel offener geworden mit meinem Zeug. Das hat ja früher auch nie jemand zu hören bekommen. Heute zwar auch nicht wirklich, aber immerhin packe ich ein paar der Sachen zu Youtube und bin auch viel eher mal bereit, jemandem was vorzuspielen – falls man mich fragt. Deshalb konnte ich dann auch Sarah, die es ja wohl doch einiges an Überwindung gekostet hat, mit ein paar eigenen Songs „zurückzahlen“, die in den Tiefen meiner Songmappe vor sich hingammeln und nicht wirklich die Chance haben, je von mir alleine umgesetzt zu werden. Undecided zum Beispiel – und sogar Down to Bogotá habe ich ihr vorgestümpert. Und Open Endings, wozu sie sagte, es würde ihr aus der Seele sprechen und wir sollten es mit ins Programm nehmen. Schön, oder? Ich hoffe, irgendjemand hört es sich hier oben mal an und denkt darüber ähnlich.

Und immer immer wieder..

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Ich kann nicht glauben, dass es schon so spät ist.

Habe heute viel gekocht – für drei Tage im Voraus -, wodurch wahrscheinlich die Zeit so verflogen ist, und außerdem drei Stunden lang mit Keyla und Roberto geredet – das erste Mal seit Monaten.
Und es ist genau wie jedes Mal. Ich denke mir schon wieder, dass ich es langsam doch begreifen müsste: Ich habe nichts zu befürchten – sie haben mich nicht vergessen – nichtmal Dylan macht Anstalten, mich zu vergessen – ich bin ihnen immer noch wichtig – es sind ganz tolle Menschen und Key ganz besonders – und ich kann mit ihnen reden. Auch wenn mein Spanisch nicht das Allerallerperfekteste ist – nie war und jetzt erst recht nicht mehr, ohne die ganze Übung, die ich haben könnte, würde ich nicht aus all den Befürchtungen und paranoiden Vorstellungen immer wieder monatelang vermeiden, mit ihnen in Kontakt zu treten.

Und jetzt mit den Tropfen schaffe ich es sogar langsam, selbst in der fremden Sprache mehr von dem nach außen hin zu kommunizieren, was ich so denke. Einfach mal sagen, was ich denke, nicht immer stundenlang darüber noch nachdenken. Selbst wenn ich mal Fehler mache. Das konnte ich nie. Ich habe ja bis zum Ende kaum einen wirklich ungezwungenen Satz mit irgendeinem meiner dortigen Familienmitglieder gewechselt, ausgenommen Dylan und Roberto, einfach weil ich immerzu noch am Rumformulieren war und am Wörtersuchen, und dabei geht so viel von der Menschlichkeit verloren, wirklich, ich wundere mich, dass sie mich überhaupt so gemocht haben, dass sie mich immer noch als Teil der Familie sehen und ich jetzt endlich noch die Chance bekomme, es besser zu machen.

Mein Türkischvokabellernpegel steigt momentan in den Himmel; morgen sind um die 80 Wortwiederholungen fällig und ich muss immer noch die Hälfte von dem Song übersetzen, den Sebi geschickt hat, damit ich ihn mir bis zur nächsten Probe anschaue. Es ist so eine „frenzy“ gerade bei mir. Ich mache ja sonst nichts, vernachlässige Unizeug generell zu Gunsten von Filmen und Skypen und Gammeln, aber Mangel an Motivation fürs Vokabelnlernen kann mir niemand vorwerfen.

Heute war ich eh so produktiv, mit dem ganzen Kochen und zwischendrin war ich noch Pfandsachen wegbringen und ich habe schon Geschenke eingepackt, und, ich meine, ich habe mich überredet, mit meinen Ticos zu reden, als Roberto mich angeschrieben hat. Und ich habe mir für morgen Nachmittag einen Zeckenimpfungstermin gemacht – telefonisch, worauf ich ganz stolz bin – und bin somit genau nach Plan jetzt im Dezember mit der letzten Impfung durch.

Jetzt rede ich schnell noch mit Simone, um unsere Pläne für nächsten Sommer zu besprechen.. Gut, dass ich so ein bisschen manisch bin heute, da hält die Tatkraft noch der Müdigkeit die Waage. Aber dann gehe ich schlafen, whoa, meine Augen tun weh und ich habe letzte Nacht wieder zu wenig geschlafen.